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	<title>Unfallchirurgie - Versionsgeschichte</title>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Unfallchirurgie&amp;diff=3746&amp;oldid=prev</id>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Anforderungen: &lt;/span&gt; WP-Wartung: de-Sprachcodes korr.; form.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Imagen Bob 025.jpg|mini|Provisorische Versorgung einer Becken- oder Oberschenkelfraktur mittels Steinmann-Nagel. Die abgebildete Vorgehensweise entspricht nicht den modernen Normen für steriles Arbeiten im OP.|alternativtext=]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Unfallchirurgie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; befasst sich mit der Folge eines physischen [[Trauma (Medizin)|Traumas]] und wird häufig auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Traumatologie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Verletzungschirurgie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet. Im engeren bzw. eigentlichen Sinne ist Unfallchirurgie jedoch ein Teil der über die chirurgischen Aspekte hinausgehenden Traumatologie (auch &amp;#039;&amp;#039;Unfallheilkunde&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Unfallmedizin&amp;#039;&amp;#039; genannt). Die Unfallchirurgie und die Wiederherstellungschirurgie bilden die Grundlagen der Unfallheilkunde bzw. Unfallmedizin.&amp;lt;ref&amp;gt;G. Böttger, Rudolf Schautz u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Traumatologie in der chirurgischen Praxis.&amp;#039;&amp;#039; [Gewidmet [[Werner Wachsmuth (Mediziner)|Werner Wachsmuth]]]. Springer, Berlin/Heidelberg/New York 1965, ISBN 978-3-642-88524-2, S. 2–11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Osteosynthese, Bismarck (Grützke).jpg|mini|Ausschnitt aus Grützkes Wandbild]]&lt;br /&gt;
Ein Wendepunkt der neuzeitlichen Chirurgiegeschichte war der [[Krimkrieg]] in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Alle europäischen Staaten erkannten fundamentale Defizite in der Versorgung von [[Verwundung]]en. Systematisch und mit beispielloser Konsequenz verbesserte Preußen seinen Sanitätsdienst.&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Döhler, Peter Kolmsee: &amp;#039;&amp;#039;Preußens Sanitätsdienst in den Einigungskriegen&amp;#039;&amp;#039;. Wehrmedizinische Monatsschrift 8/2016, S. 254–258.&amp;lt;/ref&amp;gt; Davon „profitierten“ vor allem die [[Hygiene]] und die [[Chirurgie]]. Die [[Pépinière|Kaiser-Wilhelms-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen]], die [[Charité]] und die [[Chirurgische Lehrstühle Berlin|Chirurgischen Lehrstühle Berlin]] begründeten die Spitzenstellung der deutschen Chirurgie. Das erste Unfallkrankenhaus entstand 1925 auf Betreiben von [[Lorenz Böhler]] in Wien, der bereits im Ersten Weltkrieg mit einem Speziallazarett für Knochenverletzte die Weiterentwicklung der Verletzungschirurgie begründet hat&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Kern (Mediziner)|Ernst Kern]]: &amp;#039;&amp;#039;Sehen – Denken – Handeln eines Chirurgen im 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; ecomed, Landsberg am Lech 2000, ISBN 3-609-20149-5, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt; und insbesondere mit ab 1924 publizierten richtungsweisenden Arbeiten&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Vater der Unfallchirurgie“ gilt. Die schrecklichen Gesichtsverletzungen ließen die [[Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie|Kieferchirurgie]] entstehen. Ihre Pioniere waren der Chirurg [[Christian Bruhn (Mediziner, 1868)|Christian Bruhn]] in Düsseldorf und der Zahnarzt [[Georg Axhausen]] an der Charité. Von einer „Unfallchirurgie“ sprach niemand – nicht einmal im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]], als sich die führenden [[Sanitätsoffizier]]e und [[Beratender Chirurg|Beratenden Chirurgen]] 1942 in [[Krasnodar]] auf die Einführung des [[Marknagel]]s von [[Gerhard Küntscher]] verständigten. Zwar wurde die &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Gesellschaft für Unfallheilkunde, Versicherungs- und Versorgungsmedizin&amp;#039;&amp;#039; schon 1922 unter [[Erwin Payr]] in Leipzig gegründet; aber die Unfallchirurgie ist ein ziviles Kind der prosperierenden 1950er Jahre. Angesichts der vielen Arbeits- und Wegeunfälle drängte die [[Gesetzliche Unfallversicherung in Deutschland]] auf eine &amp;#039;&amp;#039;optimale&amp;#039;&amp;#039; (nicht „zweckmäßige“) Versorgung ihrer Versicherten. Die [[Unfallkrankenhaus|Unfallkrankenhäuser]] wurden ausgebaut, die ersten [[Lehrstuhl|Lehrstühle]] für Unfallchirurgie eingerichtet. Einen bedeutenden Entwicklungsschub erhielt die Unfallchirurgie 1958 durch den Zusammenschluss Schweizer Chirurgen zur [[Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen]] (AO), womit der Weg zu einer Standardisierung von Methoden und Instrumentarium der operativen Knochenbruchbehandlung gebahnt war.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Kern: &amp;#039;&amp;#039;Sehen – Denken – Handeln eines Chirurgen im 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; 2000, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum chirurgischen Teilgebiet wurde das Fach erst 1968. München bekam in den 1980er Jahren zu den zwei chirurgischen Lehrstühlen (Großhadern und TU) einen dritten, unfallchirurgischen Lehrstuhl in der Nußbaumstraße.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe [[Vorlage:Navigationsleiste Chirurgie-Ordinarien der Münchener Universitäten]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Die in Deutschland erste Abteilung für Orthopädische, Unfall- und Handchirurgie entstand 1995 in Mecklenburg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BDC2001&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Berufsverband der Deutschen Chirurgen |Titel=Deutsche Chirurgie 2001. |Verlag=ecomed-Storck GmbH |Datum=2001 |ISBN=978-3-609-20166-5 |Online=https://books.google.de/books?id=P9KB68zOrF4C&amp;amp;pg=PA65&amp;amp;lpg=PA65&amp;amp;dq=deutsche+chirurgie+&amp;#039;96&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=c9HZ_OOQS0&amp;amp;sig=vqlsaWxDpwihVu1qvZh_ObdQ4pw&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiOsfa82f3XAhXR4qQKHdoaBVAQ6AEIPDAE#v=onepage&amp;amp;q=plau%20am%20see&amp;amp;f=false |Abruf=2024-03-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Wie die [[Kinderchirurgie]] musste die Unfallchirurgie erkennen, dass die Emanzipation von der Chirurgie nicht nur Vorteile bringt. Die allseits für notwendig und wünschenswert gehaltene Zusammenlegung mit der [[Orthopädie]], die nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] die (nichtoperative) Krüppelfürsorge war, hat daran nichts geändert und die Ausbildung des Nachwuchses noch schwerer gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Sandra Bergler: &amp;#039;&amp;#039;Der ärztliche Nachwuchs in der Orthopädie und Unfallchirurgie Analyse der Entwicklung von Angeboten und Anforderungen in Stellenanzeigen der Jahre 2003 bis 2010&amp;#039;&amp;#039;. Diss. Univ. Greifswald 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf Anregung von Dietmar Wolter –&amp;amp;nbsp;selbst ein beachtlicher Maler&amp;amp;nbsp;– hat [[Johannes Grützke]] dem Fach ein unvergleichliches „Denkmal“ voller Hintersinn und Humor gemalt.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Grützke: &amp;#039;&amp;#039;Das Wandbild für das Berufsgenossenschaftliche Unfallkrankenhaus Hamburg „Aus der Geschichte der Unfallchirurgie“&amp;#039;&amp;#039;. Merlin-Verlag, Gifkendorf 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Wandbild schmückt die ganze Stirnwand des Hörsaals vom [[BG Klinikum Hamburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Feldscher|Wundarzt|Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben ==&lt;br /&gt;
Das zentrale Betätigungsfeld der Unfallchirurgen sind Verletzungen des [[Bewegungsapparat]]s, d.&amp;amp;nbsp;h. von [[Knochen]], [[Muskulatur]], [[Band (Anatomie)|Bändern]] und [[Sehne (Anatomie)|Sehnen]]. [[Knochenbruch|Knochenbrüche]] bestimmen den Alltag und gelungene [[Osteosynthese]]n sind sichtbare Erfolge; aber „Unfallchirurgie“ umfasst viel mehr als solche „Platten- und Schraubenchirurgie“ der im Englischen &amp;#039;&amp;#039;Orthopedic surgery&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Kern: &amp;#039;&amp;#039;Sehen – Denken – Handeln eines Chirurgen im 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; 2000, S. 247.&amp;lt;/ref&amp;gt; genannten Chirurgie des Stütz- und Bewegungsapparates. Versorgt werden müssen auch (durch Unfall entstandene) Verletzungen der großen Körperhöhlen ([[Thorax]], [[Abdomen]]) und der [[Haut]]. Exponiert und gefährdet ist die [[Hand]], die mit der [[Handchirurgie]] ein eigenes Fachgebiet hat. In den Rahmen der Unfallchirurgie gehören auch die [[Kindertraumatologie]], die [[Sporttraumatologie]] und die [[Rehabilitation in der Unfallchirurgie]]. Auch ein großes kommunales Haus kann kaum Kapazitäten für [[Verbrennung (Medizin)|Verbrennungen]], [[Strahlenschaden|Strahlenschäden]] und [[Plastische Chirurgie]] vorhalten. Das bleibt Spezialabteilungen von [[Unfallkrankenhaus|Unfallkrankenhäusern]] vorbehalten.&amp;lt;ref&amp;gt;In den 1980er Jahren war die Strahlenschäden-Station der [[Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Ludwigshafen|Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Ludwigshafen]] immer belegt mit Patienten aus französischen Kernkraftwerken.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Notfallmedizin}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anforderungen ==&lt;br /&gt;
Wer Unfallchirurgie ärztlich betreiben will, muss zunächst die Bedingungen der [[Ärztliche Weiterbildung|Ärztlichen Weiterbildung]] erfüllen und [[Facharzt für Allgemeinchirurgie]] oder [[Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie]] sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Facharzt für Allgemeinchirurgie|Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man von den Landesverbänden der [[Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung|Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung]] als [[Durchgangsarzt]] zugelassen werden, muss man den Schwerpunkt &amp;#039;&amp;#039;Unfallchirurgie&amp;#039;&amp;#039; oder die Zusatzbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Spezielle Unfallchirurgie&amp;#039;&amp;#039; erlangt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |hrsg=Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.&amp;amp;nbsp;V. |url=https://www.dguv.de/de/wir-ueber-uns/landesverbaende/index.jsp |titel=DGUV: Landesverbände |sprache=de |abruf=2024-03-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Krankenhaus eine unfallchirurgische Abteilung einzurichten und zu betreiben, ist an bauliche, apparative und personelle Bedingungen geknüpft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.dguv.de/medien/landesverbaende/de/med_reha/documents/verletz1.pdf |titel=Verletzungsartenverfahren |format=PDF |abruf=2024-03-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.dguv.de/medien/landesverbaende/de/med_reha/documents/sav1.pdf |titel=Schwerstverletzungsartenverfahren |format=PDF |abruf=2024-03-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.dguv.de/medien/landesverbaende/de/med_reha/documents/verletz2.pdf |titel=Verletzungsartenverfahren |format=PDF |abruf=2024-03-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie werden von der [[Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung|Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung]] im Rahmen des [[Siebtes Buch Sozialgesetzbuch|Siebten Buches Sozialgesetzbuch]] vorgegeben und von den sechs Landesverbänden der Berufsgenossenschaften überwacht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |hrsg=Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.&amp;amp;nbsp;V. |url=https://www.dguv.de/de/bg-uk-lv/landesverbaende/index.jsp |titel=DGUV: Landesverbände |sprache=de |abruf=2024-03-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Unabdingbare Voraussetzungen sind [[Hubschrauberlandeplatz]], [[Schockraum]] (mit [[Computertomographie#Spiral- oder Helix-CT|Spiral-CT]]), [[Blutbank]] und [[Intensivmedizin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland, in der Schweiz und in Österreich sind die [[Berufsgenossenschaft]]en, die [[Schweizerische Unfallversicherungsanstalt]] und die [[Allgemeine Unfallversicherungsanstalt]] die wichtigsten Partner (und Träger) der Unfallchirurgie. Weder die [[Gesetzliche Krankenversicherung]] noch die [[Private Krankenversicherung]] wären imstande, vergleichbare Standards in der Akutversorgung und Rehabilitation von Verletzten zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Landesverbände der Berufsgenossenschaften ===&lt;br /&gt;
* Nordwest (Hannover/Hamburg): Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt&lt;br /&gt;
* Nordost (Berlin): Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern&lt;br /&gt;
* West (Düsseldorf): Nordrhein-Westfalen&lt;br /&gt;
* Mitte (Mainz): Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz&lt;br /&gt;
* Südwest (Heidelberg): Baden-Württemberg, Saarland&lt;br /&gt;
* Südost (München): Bayern, Sachsen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verletzungsartenverfahren ===&lt;br /&gt;
Als Grundlage für die Zulassung zur stationären Behandlung von Berufsunfällen sind Verletzungen seit Jahrzehnten definiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.dguv.de/medien/landesverbaende/de/med_reha/documents/verletz3.pdf |titel=Verletzungsartenverzeichnis |format=PDF |abruf=2024-03-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zur Behandlung von Schwerverletzten nach §&amp;amp;nbsp;6 der Bestimmungen des Reichsversicherungsamtes vom 19. Juni 1936 (sog. Verletzungsartenverfahren) waren immer nur wenige Krankenhäuser zugelassen. Eine Zulassungsbedingung war die Versorgung einer Mindestzahl von schwerverletzten Patienten (Polytrauma). Bei der letzten Aktualisierung des Verletzungsartenverzeichnisses im Januar 2013 wurden drei Behandlungsebenen eingeführt:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |hrsg=Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.&amp;amp;nbsp;V. |url=https://www.dguv.de/landesverbaende/de/med_reha/vav/index.jsp |titel=DGUV-Landesverbände: Verletzungsartenverfahren |sprache=de |abruf=2024-03-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Stationäres Durchgangsarztverfahren (DAV)&lt;br /&gt;
* Verletzungsartenverfahren (VAV)&lt;br /&gt;
* Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Traumanetzwerk ===&lt;br /&gt;
Auf Betreiben der [[Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie|Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie]] haben sich 520 Kliniken in 40 zertifizierten „[[TraumaNetzwerk DGU|Traumanetzwerken]]“ zusammengeschlossen. Zu den [[Liste überregionaler Traumazentren in Deutschland|überregionalen Traumazentren]] auf der höchsten Versorgungsstufe gehören alle [[BG Kliniken|BG-Kliniken]]. Ihre Ärzte nutzen die [[Telemedizin]] für ihre Patienten und Ärzte anderer Kliniken.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.bg-kliniken.de/akutmedizin-rehamedizin/qualitaet/dgu-traumanetzwerke/ |titel=Klinikverbund der gesetzlichen Unfallversicherung - DGU-Traumanetzwerke |datum=2015-08-29 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20150829024252/http://www.bg-kliniken.de/akutmedizin-rehamedizin/qualitaet/dgu-traumanetzwerke/ |abruf=2024-03-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ärzte ==&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert waren [[Carl Thiem]], [[Carl Hansmann]], [[Fritz König (Mediziner, 1866)|Fritz König]], [[Albin Lambotte]] und [[Robert Danis]] Wegbereiter der Unfallchirurgie. Zu Unrecht vergessen ist [[Henning Brütt (Mediziner)|Henning Brütt]], der im [[Hafenkrankenhaus]] „die beste Unfallchirurgie Hamburgs“ betrieb. 1957 kam [[Gerhard Küntscher]] für acht Jahre als Ärztlicher Direktor an das Haus. Zeitgenossen Küntschers waren [[Heinrich Bürkle de la Camp]] und [[Werner Wachsmuth (Mediziner)|Werner Wachsmuth]]. Als Schüler von Erwin Payr brachte [[Endre Hedri]] die Unfallchirurgie nach [[Ungarn]]. In der [[Deutsche Demokratische Republik|Deutschen Demokratischen Republik]] war [[Helmtraut Arzinger-Jonasch]] eine maßgebliche Vertreterin der Traumatologie und der Verbrennungsmedizin. [[Maurice Edmond Müller]] war der Patron der [[Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen]]. Der erste Ordinarius für Unfallchirurgie in Deutschland war [[Harald Tscherne]]. Er machte (wie [[Hans Georg Borst]] und [[Rudolf Pichlmayr]]) die [[Medizinische Hochschule Hannover]] weltberühmt. Nur wenige Ärzte vereinbarten „hot and cold orthopaedics“ –&amp;amp;nbsp;Unfallchirurgie und Orthopädie&amp;amp;nbsp;– in Werdegang und Beruf, z.&amp;amp;nbsp;B. [[Robert Merle d’Aubigné]], [[Peter Friedrich Matzen]], [[Robert Judet]] und [[Alfred Nikolaus Witt]]. Über 1000 Betten und 168 nachgeordnete Ärzte „herrschte“ der Orthopäde [[Gawriil Abramowitsch Ilisarow]] in Sibirien. [[Dietmar Wolter]] machte die Jahrhundertgestalt in Deutschland bekannt und widmete sich der Fortentwicklung des genialen Ringfixateurs. Ins 21. Jahrhundert hinein wirken [[Siegfried Weller]], [[Leonhard Schweiberer]], [[Otmar Trentz]]&amp;lt;!--(* 1942)--&amp;gt;, [[Norbert Haas]] und der politisch ambitionierte [[Axel Ekkernkamp]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem komplexen Feld der [[Querschnittlähmung]]en verschrieben sich Neurologen und Chirurgen. Im englischen Exil errichtete der deutsche, aus Breslau stammende jüdische Neurologe und Neurochirurg [[Ludwig Guttmann]] die erste Rehabilitationsklinik für Querschnittgelähmte. Er begründete die [[Stoke Mandeville Games]] als Vorläufer der [[Paralympische Spiele|Paralympischen Spiele]]. In den 1960er Jahren beriet er die [[Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau]] beim Aufbau von Deutschlands erstem Zentrum für Querschnittverletzte. Seinem Vorbild folgten [[Friedrich-Wilhelm Meinecke]] und [[Gerhard Exner (Mediziner, 1942)|Gerhard Exner]] in Hamburg, [[Hans Jürgen Gerner]] in Bad Wildungen und Heidelberg und [[Jürgen Harms]] in Langensteinbach&amp;lt;!--und [[Frank Wild Holdsworth]] in England--&amp;gt;. Bei Robert Judet in Paris inaugurierte [[Raymond Roy-Camille]] 1963 die transpedikuläre Schraube, die neue Wege in der Behandlung von Verletzungen (und Verformungen) der Wirbelsäule eröffnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeitschriften ==&lt;br /&gt;
Es gibt zahlreiche Fachzeitschriften für Knochen- und Gelenkchirurgie.&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Liste der Fachzeitschriften für Knochen- und Gelenkchirurgie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Sortierung? --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Hermann Ecke, Uwe Stöhr, Klaus Krämer: &amp;#039;&amp;#039;Unfallchirurgie.&amp;#039;&amp;#039; In: Franz Xaver Sailer, Friedrich Wilhelm Gierhake (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Chirurgie historisch gesehen. Anfang – Entwicklung – Differenzierung.&amp;#039;&amp;#039; Mit einem Geleitwort von [[Rudolf Nissen]]. Dustri-Verlag Dr. Karl Feistle, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 204–216.&lt;br /&gt;
* [[Siegfried Weller]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Unfallmedizin, ihre gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Bedeutung&amp;#039;&amp;#039;, in: Hauptverband der Gewerblichen Berufsgenossenschaften (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;100 Jahre gesetzliche Unfallversicherung&amp;#039;&amp;#039; (1985), S. 172–181.&lt;br /&gt;
* [[Axel Ekkernkamp]], [[Jürgen Probst]]: &amp;#039;&amp;#039;Von der Unfallheilkunde zur Unfallchirurgie.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für ärztliche Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen.&amp;#039;&amp;#039; Band 98, 2004, S. 31–36.&lt;br /&gt;
* Hartmut Siebert: &amp;#039;&amp;#039;Zukunft der Unfallchirurgie – Herausforderung, Risiken und Chancen hinsichtlich des Facharztes Unfallchirurgie/Orthopädie&amp;#039;&amp;#039;. Trauma und Berufskrankheit, Sonderheft 2/2004.&lt;br /&gt;
* Martin L. Hansis: &amp;#039;&amp;#039;Unfallchirurgie&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Werner E. Gerabek]], Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]], Wolfgang Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1430 f.&lt;br /&gt;
* Christoph Weißer: &amp;#039;&amp;#039;Traumatologie&amp;#039;&amp;#039;, in: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1409–1411.&lt;br /&gt;
* Eberhard Markgraf (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Geschichte der Unfallchirurgie in der DDR&amp;#039;&amp;#039;. Thieme, Stuttgart 2008.&lt;br /&gt;
* Jürgen Probst, Hartmut Siebert, Hans Zwipp: &amp;#039;&amp;#039;60 Jahre Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie nach Wiedergründung. Meilensteine auf dem Weg von der Unfallheilkunde zur Orthopädie und Unfallchirurgie&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 2010. [http://www.dgu-online.de/ueber-uns/ueber-uns/geschichte/60-jahre-deutsche-gesellschaft-fuer-unfallchirurgie-nach-wiedergruendung.html Zusammenfassung, mit Link auf den Gesamttext]&lt;br /&gt;
* Bernhard Weigel, Michael L. Nerlich: &amp;#039;&amp;#039;Praxisbuch Unfallchirurgie&amp;#039;&amp;#039;. Springer, Berlin Heidelberg 2011, ISBN 978-3-642-10788-7.&lt;br /&gt;
* [[Rüdiger Döhler|Joachim Rüdiger Döhler]]: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon Orthopädische Chirurgie. Standardterminologie für Orthopäden und Unfallchirurgen&amp;#039;&amp;#039;. Springer, Berlin Heidelberg 2003, Neudruck 2013, ISBN 978-3-642-62529-9.&lt;br /&gt;
* Ingo Marzi, Tim Pohlemann, Diana Aicher: &amp;#039;&amp;#039;Spezielle Unfallchirurgie&amp;#039;&amp;#039;. Urban &amp;amp; Fischer/Elsevier, München 2016. ISBN 978-3-437-23226-8.&lt;br /&gt;
* E. Scharizer: &amp;#039;&amp;#039;Die Entwicklung der modernen Unfallchirurgie.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Hefte zur Unfallheilkunde.&amp;#039;&amp;#039; Band 79, 1964.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Lorenz Böhler]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Technik der Knochenbruchbehandlung.&amp;#039;&amp;#039; 3 Bände. Reprint der 12.–13. Auflage 1953/1963; Nachdruck Maudrich 1996, ISBN 3-85175-666-5.&lt;br /&gt;
* C. Kaufmann: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Unfallmedizin. Mit Berücksichtigung der deutschen, österreichischen, schweizerischen und französischen Arbeiter- und der privaten Unfallversicherungen. Für den akademischen und privaten Gebrauch.&amp;#039;&amp;#039; 3., neu bearbeitete Auflage. I. Hälfte: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeiner Teil – Unfallverletzungen.&amp;#039;&amp;#039; Ferdinand Enke, Stuttgart 1907.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie]]&lt;br /&gt;
* [[Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Trauma surgery|Unfallmedizin}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-540-74845-8_1 Das 10.000-jährige Vorspiel (2007)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4061694-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Orthopädie und Unfallchirurgie| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Medizinisches Fachgebiet]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Rolf acker</name></author>
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