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	<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Tonminerale</id>
	<title>Tonminerale - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-04-05T14:50:32Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Tonminerale&amp;diff=3728&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie</title>
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		<updated>2024-01-28T19:01:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Clay-ss-2005.jpg|thumb|[[Quartär (Geologie)|Quartärer]] Ton in [[Estland]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Montmorillonit.svg|thumb|Schichtgitter von Montmorillonit als Beispiel für Schichtsilikate]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tonminerale&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet einerseits [[Mineral]]e, die überwiegend feinstkörnig (Korngröße &amp;lt; 2&amp;amp;nbsp;µm) vorkommen, andererseits jedoch die [[Schichtsilikate]], die nach ihrer schichtartigen Kristallstruktur aus Silizium und Sauerstoff sowie Wasserstoff und meist Magnesium und Aluminium benannt sind. Beide Definitionen sind nicht deckungsgleich. Manche überwiegend feinstkörnig vorkommende Minerale, etwa [[Goethit]] oder [[Gibbsit]], sind keine [[Silicate|Silikate]]. Andererseits gibt es Schichtsilikate, wie etwa [[Kaolinit]], die oft größer als zwei Mikrometer sind. Tonminerale bezeichnen daher in der Regel solche Minerale, die beide Kriterien erfüllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tonminerale entstehen durch [[Verwitterung]] von anderen Mineralen bzw. [[Glas|Gläsern]] oder bilden sich neu aus übersättigten [[Bodenlösung]]en oder [[Hydrothermale Lösung|hydrothermalen]] Wässern. Bei der [[Diagenese]] kommt es zu Ordnungsprozessen in den [[Kristallstruktur]]en der Tonminerale, die als Maß für die Reife eines [[Sedimente und Sedimentgesteine|Sediments]] verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Struktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tonminerale bestehen aus zwei charakteristischen Bauelementen:&lt;br /&gt;
* Tetraederschicht: eckenverknüpfte SiO&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt;-[[Tetraeder]], zum Teil  [[Silicium|Si]] [[Substitution (Mineralogie)|substituiert]] durch [[Aluminium|Al]]&lt;br /&gt;
* Oktaederschicht: kantenverknüpfte Al(OH)&amp;lt;sub&amp;gt;6&amp;lt;/sub&amp;gt;-[[Oktaeder]], zum Teil Al substituiert durch [[Magnesium|Mg]]&lt;br /&gt;
Je nach Anordnung dieser Schichten unterscheidet man:&lt;br /&gt;
* 1:1-Tonminerale (Zweischicht-Tonminerale): Tetraederschicht-Oktaederschicht (TO), zum Beispiel [[Kaolinit]] oder [[Chrysotil]]&lt;br /&gt;
* 2:1-Tonminerale (Dreischicht-Tonminerale): Tetraederschicht-Oktaederschicht-Tetraederschicht (TOT), zum Beispiel [[Illit]], [[Smektitgruppe|Smectit]] oder [[Vermiculit]]&lt;br /&gt;
* 2:1:1-Tonminerale (Vierschicht-Tonminerale): Tetraederschicht-Oktaederschicht-Tetraederschicht-Oktaederschicht (TOTO), zum Beispiel [[Chloritgruppe|Chlorit]]&lt;br /&gt;
Durch die Substitution (v.&amp;amp;nbsp;a. von vierwertigem Si durch dreiwertiges Al in der Tetraederschicht oder von dreiwertigem Al durch zweiwertiges Mg in der Oktaederschicht) entsteht eine negative Schichtladung, die durch die Einlagerung von [[Kation]]en in der [[Zwischenschicht]] neutralisiert wird. Die Schichtladung der 1:1-Tonminerale ist stets Null. Die 2:1-Tonminerale werden nach ihrer Schichtladung x klassifiziert:&lt;br /&gt;
* x ≈ 0: [[Talk (Mineral)|Talk]]-[[Pyrophyllit]]-Gruppe&amp;lt;ref name=&amp;quot;BeckerSimon2005&amp;quot;&amp;gt;Ole Becker, George P. Simon: &amp;#039;&amp;#039;Epoxy Layered Silicate Nanocomposites.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Inorganic Polymeric Nanocomposites and Membranes&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Advances in Polymer Science.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 179). Springer, Berlin u. a. 2005, ISBN 3-540-25325-4, S. 29–82, [[doi:10.1007/b107204]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* x ≈ 0,25 – 0,6: [[Smektitgruppe]], zum Beispiel [[Montmorillonit]], [[Beidellit]], [[Nontronit]], [[Saponit]] oder [[Hectorit]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;BeckerSimon2005&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* x ≈ 0,6 – 0,9: [[Vermiculit]]-[[Illit]]-Gruppe&lt;br /&gt;
* x ≈ 1 – 2: [[Glimmergruppe]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;BeckerSimon2005&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Anker|Quellton}}Tonminerale mit nicht ganzzahligen Schichtladungen besitzen die Fähigkeit zur [[Quellung]], das heißt zur temporären und reversiblen Wasseraufnahme in ihren Zwischenschichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alternativ kann die Schichtladung in der Oktaederschicht auch dadurch kompensiert werden, dass nur zwei von drei Oktaedern besetzt sind. Daher unterscheidet man:&lt;br /&gt;
* dioktaedrische Tonminerale mit zwei besetzten Oktaederpositionen, zum Beispiel Kaolinit&lt;br /&gt;
* trioktaedrische Tonminerale mit drei besetzten Oktaederpositionen, zum Beispiel Chrysotil&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eigenschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tonminerale sind sehr weich ([[Härte#Härteprüfung nach Mohs|Mohs-Härte]] 1) und reagieren [[Plastische Verformung|plastisch]] auf mechanische Beanspruchung. Sie wandeln sich beim Erhitzen in härtere und festere Minerale um ([[Keramik]]). Tonminerale besitzen eine große [[Innere Oberfläche|spezifische Oberfläche]], an die Stoffe adsorbiert und desorbiert werden können. Mit der großen Oberfläche ist eine hohe [[Kationenaustauschkapazität]] verbunden. Tonminerale haben eine geringe Wasserdurchlässigkeit. [[Suspension (Chemie)|Suspensionen]] von Tonmineralen reagieren [[Thixotropie|thixotrop]] auf mechanische Beanspruchung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Art und der Anteil der Tonminerale in Böden bestimmt maßgeblich deren Fruchtbarkeit. 2:1-Tonminerale besitzen eine höhere Kationenaustauschkapazität als 1:1-Tonminerale und können daher mehr Nährstoffe wie [[Kalium]]- oder [[Ammonium]]ionen an Pflanzen abgeben, während sie die von den Wurzeln abgegebenen [[Oxonium|Hydroniumionen]] an deren Stelle in ihrer Zwischenschicht einlagern. Der [[Kristallographie|kristallographische]] Ordnungsgrad des Tonminerals [[Illit]] wird von Mineralogen verwendet, um die Zeit zu bestimmen, die seit der Ablagerung eines Sediments vergangen ist. Er nimmt mit fortschreitender [[Diagenese]] zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Tongrube.JPG|thumb|[[Tonstich|Tongrube]] bei [[Mengerskirchen]] im Westerwald]]&lt;br /&gt;
Ton ist der wichtigste und älteste Rohstoff für die Herstellung von [[Keramik]]. Als Bestandteil von [[Lehm]] wird er für die Herstellung von [[Backstein|Ziegeln]] benötigt. Daneben wird er zusammen mit [[Kalkstein]] zur Produktion von [[Zement]] verwendet. In der [[Bildende Kunst|Bildenden Kunst]] dient er der Herstellung von [[Plastik (Kunst)|Plastiken]]. Tonminerale werden als [[Ionenaustauscher]], beispielsweise bei der Säuberung von Trinkwasser und zum Entfärben von Lösungen eingesetzt. Insbesondere [[Montmorillonit]] wird wegen seiner Wasseraufnahmefähigkeit genutzt, zum Beispiel im [[Katzenklo#Katzenstreu|Katzenstreu]]. Kaolinit wird auch in der [[Papier#Industrielle Herstellung|Papierindustrie]] als [[Appretur]]mittel verwendet, glättet die Oberfläche und nimmt Tinte auf. [[Blähton]] (stark porös gebrannter Ton) dient als isolierender Baustoff und für die [[Hydrokultur]]. Andere Tone dienen als Abdichtung in [[Deponie]]n, sind Füll-, Trenn- und [[Zuschlagstoff]]e in [[Farbstoff|Farben]], [[Lebensmittel]]n und [[Pharmazie|pharmazeutischen]] Produkten oder werden als [[Katalysator]]en eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Einsatz als [[Füllstoff]], beispielsweise in [[Kunststoffe]]n, werden Tone zuvor mit organischen Modifikatoren modifiziert, um sie organophil (d.&amp;amp;nbsp;h. [[Hydrophobie|hydrophob]]) zu machen. Dadurch verlieren sie zwar ihre gute Wasseraufnahmefähigkeit, lassen sich aber gut mit [[Organische Verbindung|organischen Stoffen]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Polymerschmelze]]n) mischen. Sie können dann als [[Nanopartikel|Nanofüllstoff]] eingesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Ton (Bodenart)]]&lt;br /&gt;
* [[Systematik der Minerale]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Minerale]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Gesteine]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Karl Jasmund]], [[Gerhard Lagaly]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Tonminerale und Tone. Struktur, Eigenschaften, Anwendungen und Einsatz in Industrie und Umwelt.&amp;#039;&amp;#039; Steinkopff, Darmstadt 1993, ISBN 3-7985-0923-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Clay|Ton und Lehm}}&lt;br /&gt;
{{Wikiversity|Institut Bodenkunde|Institut für Bodenkunde}}&lt;br /&gt;
* [http://web.archive.org/web/20100327105007/http://www.uni-greifswald.de/~geo/henning/TM-seite.htm Uni Greifswald – Tonminerale]&lt;br /&gt;
* [https://www.bkri.de/bundesverband/rohstoffgewinnung/ Tongewinnung, Aufbereitung und Rekultivierung von Tongruben], Bundesverband Keramische Rohstoffe und Industrieminerale e.&amp;amp;nbsp;V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4185687-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mineralogie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bodenkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baustoff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sedimentation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bindemittel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehmbau]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
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