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	<title>Thomas Morus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Thomas_Morus&amp;diff=5739&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Samuel Friedrich Klein: Bild ergänzt</title>
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		<updated>2025-09-20T15:39:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bild ergänzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Weiterleitungshinweis|Thomas More|Zu anderen Personen siehe [[Thomas Moore (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Hans Holbein, the Younger - Sir Thomas More - Google Art Project.jpg|mini|Thomas Morus als Kanzler des Herzogtums Lancaster&amp;lt;br /&amp;gt;([[Hans Holbein der Jüngere]], 1527) [[Datei:Signatur Thomas Morus.PNG|rahmenlos|zentriert|128px|klasse=skin-invert-image]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Thomas Morus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS}} Sir &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Thomas More&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; * wahrscheinlich [[7. Februar]] [[1478]] in [[London]]; † [[6. Juli]] [[1535]] ebenda) war ein [[England|englischer]] Staatsmann ([[Lordkanzler]] unter König [[Heinrich VIII. (England)|Heinrich VIII.]] 1529–1532) und [[Renaissance-Humanismus|humanistischer]] Autor der Renaissance. Da er sich weigerte, den geforderten Eid auf die königliche [[Suprematie|Oberherrschaft über die Kirche]] abzulegen, ließ ihn der König 1535 als Hochverräter hinrichten. 1935 bestimmte ihn der [[Papst]] zum [[Heiliger|Heiligen]] und [[Märtyrer]] der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Kirche]] (Gedenktag [[22. Juni]]), in der er als Patron der Regierenden und Politiker gilt&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.bundestag.de/blob/191524/a4661edd61ae574e0f6956a3517aab0b/thomas_morus-data.pdf &amp;#039;&amp;#039;Thomas Morus – Patron der Regierenden und der Politiker&amp;#039;&amp;#039;] Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestags (PDF; 60&amp;amp;nbsp;kB).&amp;lt;/ref&amp;gt;, und seit 1980 auch der [[Anglikanische Gemeinschaft|anglikanischen Kirche]] (Gedenktag am 6.&amp;amp;nbsp;Juli). Sein als philosophischer Dialog aufgebauter Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Utopia (Roman)|Utopia]]&amp;#039;&amp;#039; begründete das Genre des [[Utopischer Roman|utopischen Romans]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Herkunft und frühe Ausbildung ===&lt;br /&gt;
Thomas Morus war der Sohn des Anwalts und Richters John More (um 1450–1530) und dessen Frau Agnes (um 1455–1499), der Tochter eines Stadtrates und Händlers aus [[Calais]], des &amp;#039;&amp;#039;Alderman and Merchant of the Staple of Calais&amp;#039;&amp;#039; Thomas Graunger. Thomas Morus besuchte eine [[Lateinschule]] und leistete als Zwölfjähriger Pagendienste am Hof des [[Lordkanzler]]s Erzbischof [[John Morton (Erzbischof)|John Morton von Canterbury]]. Dieser schickte ihn auf zwei Jahre mit einem [[Stipendium]] nach [[Oxford]], wo Morus Logik, Latein und [[Altgriechisch|Griechisch]] studierte –&amp;amp;nbsp;ein damals noch umstrittenes Lehrfach, das sein Vater nicht gerne sah&amp;amp;nbsp;– und ab 1496 eine juristische Ausbildung in der Rechtsschule [[Lincoln’s Inn]] durchlief. 1501 schloss er sein juristisches Examen ab und begann selbst zu lehren. Indessen war Morus im Zweifel, ob er seine Bestimmung nicht eher in der Kirche als in der Jurisprudenz finden sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Stationen und Familiengründung (1504–1505) ===&lt;br /&gt;
Thomas Morus wurde bald ein erfolgreicher Rechtsanwalt und Unterhändler. 1504 wurde er [[House of Commons (Vereinigtes Königreich)|Parlamentsmitglied]]. Sein Widerspruch gegen die Steuererhöhungen König [[Heinrich VII. (England)|Heinrichs&amp;amp;nbsp;VII.]] erregte Aufsehen. Eine Zeit lang lebte er als [[Postulant]] bei den [[London Charterhouse|Kartäusern in London]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[James Lester Hogg]]: &amp;#039;&amp;#039;Mönchtum und Kultur. 2. Neuzeit&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Peter Dinzelbacher]], James Lester Hogg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kulturgeschichte der christlichen Orden in Einzeldarstellungen&amp;#039;&amp;#039;. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-520-45001-1, S. 19–36, hier S. 19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später war er [[Oblation (Orden)|Oblate]] der Benediktinerabtei vom hl. Augustinus in Canterbury.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Waldron: &amp;#039;&amp;#039;Walking with Kathleen Norris: A Contemplative Journey&amp;#039;&amp;#039;. Paulist Press, Mahwah 2007, ISBN 978-0-8091-4470-9, S. 41.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Gervase Holdaway OSB (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Oblate Life&amp;#039;&amp;#039;. Canterbury Press, Norwich 2008, ISBN 978-1-85311-883-8, S. 34.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1505&amp;lt;!-- oder 1504? --&amp;gt; heiratete er Joan Colt (1488–1511&amp;lt;!-- oder 1516? --&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt;Joan Colt, fälschlich oft als Jane Colt. Geboren in [[Roydon (Essex)|Roydon]], Essex, England, gestorben 1511 in [[Chelsea (London)|Chelsea]], Greater London, England.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Ackroyd: &amp;#039;&amp;#039;The Life of Thomas More.&amp;#039;&amp;#039; Anchor Books, New York 1999, S.&amp;amp;nbsp;118.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Ehe entstammten drei Töchter ([[Margaret Roper|Margaret]], Elisabeth, Cecily) und ein Sohn (John). Als Joan Colt nach sechsjähriger Ehe (wahrscheinlich im Kindbett) starb, ging Thomas Morus bald darauf mit der des [[Laute]]nspiels kundigen Witwe Alice Middleton (1474–1546 oder 1551) eine zweite Ehe ein, die kinderlos blieb. Alice Middleton brachte allerdings eine Tochter aus erster Ehe mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anwalt des Bürgermeisters, Diplomat im Dienst Heinrichs VIII. und Parlamentssprecher (1510–1523) ===&lt;br /&gt;
Vom 3. September 1510 bis zum 23. Juli 1518 war er einer von zwei sogenannten Under[[sheriff]]s von London.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hans P. Heinrich  |Titel= Thomas Morus : Die Geschichte König Richards III.  |Verlag=Kösel  |Ort= München |Datum= 1984 |Seiten= 71 FN 2|ISBN= 3-466-25020-X}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  In dieser Position beriet er die Bürgermeister von London und vertrat sie als Rechtsanwalt in allen Fällen, in denen sie der Gerichtsbarkeit unterlagen. Daneben lehrte er am [[Lincoln’s Inn]] Recht. &lt;br /&gt;
Am 1. Mai 1517 brachen in London die Evil-May-Day-Unruhen aus. Die Handwerker Londons, darunter besonders die Lehrlinge, hatten Aufstände angezettelt, die sich gegen ausländische Konkurrenten richteten. Ein Mob von Lehrlingen zog durch London »um alle Fremden in Stücke zu schneiden«. Thomas More konnte die Aufständischen davon überzeugen, ihre Forderungen in friedlicher Form vorzutragen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hans P. Heinrich  |Titel= Thomas Morus : Die Geschichte König Richards III.  |TitelErg= Einführung |Verlag=Kösel   |Ort= München |Datum= 1984 |Seiten= 23|ISBN= 3-466-25020-X}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 [[Datei:Sir Thomas More, his father, his household and his descendants by Hans Holbein the Younger.jpg|mini|Thomas Morus, im Kreis seiner Familie dargestellt&amp;lt;br /&amp;gt; (nach Hans Holbein dem Jüngeren)]]&lt;br /&gt;
König [[Heinrich VIII. (England)|Heinrich VIII.]] wurde auf Morus aufmerksam und schickte ihn auf diplomatische Missionen. 1516 verfasste Morus das erste Buch der [[Utopia (Roman)|Utopia]] und redigierte das ganze Werk, das im Dezember erschien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1517, mit 39 Jahren, trat er ganz in den Dienst des Königs von England, der ihn bald zum Mitglied des [[Privy Council]] machte. Am 28. Mai 1523 ließ der König ihn in [[Irland]] als [[Knight Bachelor]] („Sir“) zum [[Ritterschlag|Ritter schlagen]]&amp;lt;ref&amp;gt;William Arthur Shaw: &amp;#039;&amp;#039;The Knights of England.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, Sherratt and Hughes, London 1906, S. 90.&amp;lt;/ref&amp;gt; und im selben Jahr wurde er [[Speaker|Parlamentssprecher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war ein entschiedener Gegner [[Martin Luther|Luthers]] und half Heinrich VIII., eine Arbeit über diesen zu schreiben, die dem englischen König den päpstlichen Ehrentitel &amp;#039;&amp;#039;[[Fidei Defensor|Verteidiger des Glaubens]]&amp;#039;&amp;#039; eintrug. Morus’ eigene Arbeit über Luther wurde europaweit gelesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Privatleben engagierte sich Morus sehr für die Erziehung seiner Töchter, denen er die gleiche Bildung zukommen ließ wie seinem Sohn. Seine älteste Tochter [[Margaret Roper]] galt als eine der gelehrtesten Frauen ihrer Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war auch sehr freigiebig, ernährte während einer Hungersnot Hunderte aus seiner eigenen Tasche und entließ seine Landarbeiter auch dann nicht, wenn Mangel an Arbeit herrschte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lordkanzler (1529–1532) und Suprematsanspruch Heinrichs VIII. ===&lt;br /&gt;
1529 musste Kardinal [[Thomas Wolsey]], der [[Erzbischof von York]], von seinem Amt als [[Lordkanzler]] zurücktreten, weil er den Papst nicht dazu bewegen konnte, die Ehe Heinrichs VIII. mit [[Katharina von Aragón]] zu annullieren. Daraufhin wurde Morus zum Lordkanzler ernannt, der in der Auseinandersetzung mit dem [[Protestantismus]] die Innenpolitik seines Königs unterstützt hatte. Eine Scheidung war nach geltendem [[Kirchenrecht]] unmöglich, und Morus vertrat die Ansicht, dass über die [[Ehenichtigkeit (Kirchenrecht)|Annullierung]] der Ehe des Königs nur der Papst entscheiden durfte. Heinrich VIII. war deshalb von Morus als Lordkanzler enttäuscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Katholik setzte Morus sich konsequent für die Autorität des [[Heiliger Stuhl|Heiligen Stuhls]] ein. Seiner humanistischen Einstellung zum Trotz ließ er Anhänger der [[Reformation]] verfolgen und verbrennen.&amp;lt;ref&amp;gt;P. Ackroyd: &amp;#039;&amp;#039;The Life of Thomas More.&amp;#039;&amp;#039; Vintage Books, London 1998, S.&amp;amp;nbsp;298; Marius R.: &amp;#039;&amp;#039;Thomas More. A Biography&amp;#039;&amp;#039;, Collins, Fount Paperbacks, London 1986, S. 407 (Marius ist weitaus kritischer in der Einschätzung Morus’ als Ackroyd).&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Strafe traf „Wiederholungstäter“, die sich nach einem Widerruf erneut mit protestantischen Schriften beschäftigt hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Papst [[Clemens VII. (Papst)|Clemens&amp;amp;nbsp;VII.]] hätte einer Aufhebung der Ehe Heinrichs mit Katharina eventuell zugestimmt, wenn ihn nicht Katharinas Neffe, Kaiser [[Karl V. (HRR)|Karl&amp;amp;nbsp;V.]], nach dem [[Sacco di Roma]] in der Hand gehabt hätte. Als der Papst ablehnte, erklärte Heinrich sich selbst zum Oberhaupt der Kirche von England. Die Geistlichkeit musste den [[Suprematseid]] schwören und damit den König –&amp;amp;nbsp;als weltlichem und geistlichem Herrscher&amp;amp;nbsp;– als Oberhaupt der nunmehr &amp;#039;&amp;#039;[[Anglikanische Gemeinschaft|anglikanischen Kirche]]&amp;#039;&amp;#039; anerkennen. Als Laie brauchte Morus diesen Eid allerdings nicht abzulegen, doch aus Treue zur römischen Kirche trat er am 16.&amp;amp;nbsp;Mai 1532 vom Amt des Lordkanzlers zurück, um nicht einem dem Heiligen Stuhl ungehorsamen König dienen zu müssen. Möglicherweise standen auch gesundheitliche Beschwerden hinter seinem Rücktrittsgesuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seinen Rücktritt konnte Morus sich zunächst einer Verdächtigung wegen [[Hochverrat]]s entziehen. Doch als das Parlament 1534 den [[1. Act of Succession|Act of Succession]] verabschiedete, der die [[Legitimität]] aller Kinder, die Heinrich VIII. und seiner Frau [[Anne Boleyn]] geboren werden würden, feststellte und außerdem jedwede fremde Autorität (also auch des Papstes) über geistliche Belange einschließlich der Verfügungsgewalt über Kirchen, Klöster und Abteien zurückwies, wurde von Inhabern öffentlicher Ämter und von Personen, die im Verdacht standen, Heinrich nicht zu unterstützen, ein Eid auf dieses Gesetz verlangt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prozess und Hinrichtung (1535) ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Familengrab von Thomas Morus.jpg|alternativtext=Familiengrab von Thomas Morus|mini|Grab der Familie Roper, in das der Kopf von Thomas Morus gelegt wurde]]&lt;br /&gt;
Morus sollte diesen Eid auf die königliche [[Supremat]]ie im April 1534 leisten. Weil er dies ablehnte, wurde er –&amp;amp;nbsp;gemeinsam mit dem [[Bischof]] [[John Fisher]] von Rochester&amp;amp;nbsp;– im [[Tower von London]] eingekerkert. Beide wurden vor Gericht gestellt und im Namen Heinrichs VIII. zum Tode verurteilt. Zuvor hatte Morus bereits seine Grabinschrift verfasst und sich aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen. Das Parlament verhängte die [[Ächtung|Acht]] über ihn und zog sein Vermögen zugunsten der Krone ein. Noch im Kerker schrieb Thomas Morus geistliche [[Traktat]]e und Trostschriften.&amp;lt;ref&amp;gt;George M. Logan (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Cambridge Companion to Thomas More&amp;#039;&amp;#039;. Cambridge University Press 2011, ISBN 978-1-139-82848-2, S. 122–126.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 6.&amp;amp;nbsp;Juli 1535 wurde Thomas Morus im Alter von 57 Jahren auf dem [[Schafott]] auf dem [[Tower Hill]] hingerichtet. Das Urteil sah eigentlich die für nichtadelige Hochverräter übliche Todesart vor: das [[Hängen, Ausweiden und Vierteilen]]; es wurde jedoch vom König in [[Enthauptung]] ohne vorherige Folter abgeändert. Sein Körper wurde von seiner Tochter zusammen mit [[Margaret Giggs|Margaret Gigs-Clement]] und Ropers Dienerin Dorothey Colley beerdigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Gudrun Honke: &amp;#039;&amp;#039;Margaret More-Roper (1505–1544). „Dir und keinem anderen Menschen sonst“.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Luise F. Pusch]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Töchter berühmter Männer: Neun biographische Portraits&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Insel TB.&amp;#039;&amp;#039; Band 979). Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-458-32679-0, S. 9–45, hier: S. 38–39.&amp;lt;/ref&amp;gt; Morus’ Kopf wurde einen Monat lang auf der [[London Bridge]] zur Schau gestellt und dann von seiner Tochter Margaret Roper gegen Zahlung eines Bestechungsgeldes heruntergeholt und 1558 in der Familiengruft der Roper in [[St. Dunstan’s Church (Canterbury)|St. Dunstan]] zu Canterbury beigesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=H. O. Albin |Titel=Opening of the Roper Vault in St. Dunstan’s Canterbury and Thoughts on the Burial of William and Margaret Roper. |Sammelwerk=Moreana |Band=63 |Datum=1979 |Seiten=29-35 |Sprache=en |Online=https://web.archive.org/web/20161223094235/http://www.apostles.com/thomasmorehead.html |Abruf=2018-01-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Gudrun Honke: &amp;#039;&amp;#039;Margaret More-Roper (1505–1544). „Dir und keinem anderen Menschen sonst“.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Luise F. Pusch]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Töchter berühmter Männer: Neun biographische Portraits&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Insel TB.&amp;#039;&amp;#039; Band 979). Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-458-32679-0, S. 9–45, hier: S. 38–39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seinen Humor, für den Thomas Morus bekannt war, habe er sich bis zuletzt bewahrt: Laut einer Anekdote bat er den Henker bei seiner Hinrichtung, beim Zuschlagen mit dem Beil auf seinen Bart zu achten, da dieser nicht Hochverrat begangen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leistungen ==&lt;br /&gt;
Thomas Morus war ein ungewöhnlich gebildeter Mann, gleichzeitig fachkundiger Jurist und ein geschickter Unterhändler. Seine Unparteilichkeit als &amp;#039;&amp;#039;Undersheriff&amp;#039;&amp;#039; und in anderen Positionen wurde gerühmt. Er galt als fleißiger Beamter, der sämtliche anhängigen Gerichtsfälle abarbeitete. Als Katholik setzte er sich konsequent für die Autorität des [[Heiliger Stuhl|Heiligen Stuhls]] ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum anderen war er ein sehr fähiger Schriftsteller, Historiker und Philosoph. Während Morus als &amp;#039;&amp;#039;Undersheriff&amp;#039;&amp;#039; amtierte, fand er die Zeit, eine &amp;#039;&amp;#039;Geschichte [[Richard III. (England)|König Richards&amp;amp;nbsp;III.]]&amp;#039;&amp;#039; zu verfassen. Die Geschichte – zwischen 1513 und 1518 verfasst – gilt – auch wegen ihrer meisterlichen Beherrschung der englischen [[Prosa]]&amp;amp;nbsp;– als Juwel der englischen [[Geschichtsschreibung]] und erschien posthum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Utopia, More, 1518 - 0004.jpg|mini|Erste Seite der „Utopia“, Druck von 1518]]&lt;br /&gt;
Sein bekanntestes Werk ist &amp;#039;&amp;#039;[[Utopia (Roman)|De optimo statu rei publicae deque nova insula Utopia]]&amp;#039;&amp;#039; („Von der besten Verfassung des Staates und von der neuen Insel Utopia“), in dem er, wohl in Anlehnung an [[Platon]]s Dialog &amp;#039;&amp;#039;[[Timaios]]&amp;#039;&amp;#039;, ein erfundenes Inselreich mit einer ganz anderen Gesellschaftsstruktur beschrieb, als sie zu seiner Zeit in England herrschte. Das Buch erschien 1516. In den Sozialwissenschaften wird das Werk als Kritik an den damaligen Verhältnissen und als Gegenentwurf zum zeitgenössischen England gesehen, andere sehen darin eine boshafte [[Satire]] desselben England. In dem [[Stadtstaat]] dieser Insel herrscht eine Art [[Kommunismus]]: Die Interessen des Einzelnen sind denen der Gemeinschaft untergeordnet. Wie in einem (idealen) Kloster ist jedermann zu gemeinschaftlicher [[Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] und [[Bildung]] verpflichtet und genießt religiöse Toleranz. Grund und Boden sind gemeinsamer Besitz. Nach dem ersten Erscheinen in [[Löwen]] ([[Herzogtum Brabant|Brabant]]) wurde es bald in mehrere Sprachen übersetzt und bildet einen Vorläufer des [[Utopische Literatur|utopischen Romans]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkommen ==&lt;br /&gt;
Aus Thomas Morus’ erster Ehe mit Joan More geborener Colt gingen vier Kinder hervor:&lt;br /&gt;
# [[Margaret Roper|Margaret]] (1505–1544) ⚭ [[William Roper]]&lt;br /&gt;
# Elizabeth (* 1506) ⚭  William Dauncey&lt;br /&gt;
# Cecily (* 1507) ⚭ Giles Heron&lt;br /&gt;
# John (1509–1547) ⚭ Anne Cresacre (1511–1577)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite, 1511 geschlossene Ehe mit der Witwe Alice Middleton, geborener Harpur (1474–1546 oder 1551), blieb kinderlos. Sie war in erster Ehe mit dem Kaufmann John Middleton († 1509) verheiratet gewesen, mit dem sie einen Sohn und zwei Töchter hatte. Zu Mores Familie gehörten neben seiner Ehefrau noch deren Tochter Alice (1501–1563) und eine Ziehtochter namens [[Margaret Giggs]]. Zudem nahm Morus mehrere verwaiste Erben großer Vermögen als Mündel in seinen Haushalt auf, von denen Anne Cresacre und Giles Heron seine Schwiegerkinder wurden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Hans Holbein the Younger lady Alice More.jpg|mini|Lady Alice More (1474–1551), Thomas Mores zweite Ehefrau. Hans Holbein um 1530.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
=== Zeitgenössische Beurteilung ===&lt;br /&gt;
[[Erasmus von Rotterdam]], der mehrfach bei seinem Freund Thomas zu Besuch war, widmete ihm sein berühmtes &amp;#039;&amp;#039;[[Lob der Torheit]]&amp;#039;&amp;#039;. Der lateinische Titel &amp;#039;&amp;#039;Moriae [[Enkomion|encomium]]&amp;#039;&amp;#039; war ein Wortspiel, das auf dem Gleichklang des [[Latinisierung|latinisierten]] Namens &amp;#039;&amp;#039;Morus&amp;#039;&amp;#039; mit dem lateinischen Wort &amp;#039;&amp;#039;morus&amp;#039;&amp;#039; („Narr“) beruhte. Nach Morus’ Tod fand Erasmus die rühmenden Worte: „Thomas Morus, Lordkanzler von England, dessen Seele reiner war als der reinste Schnee, dessen Genius so groß war, wie England nie einen hatte, ja nie wieder haben wird, obgleich England eine Mutter großer Geister ist.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Forschung ===&lt;br /&gt;
Die [[Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf]] besitzt eine umfangreiche Sammlung mit Werken von und über Thomas Morus, das sogenannte Morianum. An der [[Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf|Universität Düsseldorf]] gab es zeitweise auch eine deutsche wissenschaftliche Thomas Morus-Gesellschaft mit eigenen Jahrbüchern, die sich aber inzwischen aufgelöst hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kirchliche Verehrung ===&lt;br /&gt;
Am 29. Dezember 1886 sprach die [[katholische Kirche]] ([[Leo XIII.]]) Thomas Morus [[Seligsprechung|selig]]. Die Heiligsprechung erfolgte am 19. Mai 1935 durch [[Pius XI.]], zu einer Zeit, als die Konflikte zwischen [[NS-Regime]] und katholischer Kirche durch Nichtachtung der [[Reichskonkordat|Konkordatsvereinbarungen]] und Menschenrechtsverletzungen durch die Nationalsozialisten immer offenkundiger wurden. Die Heiligsprechung wurde von einigen als ein Zeichen zum religiösen Widerstand gegen totalitäre Herrschaftsansprüche interpretiert, für den Thomas Morus das [[Märtyrer|Martyrium]] erlitten hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Jörg Ernesti: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Päpste seit 1800&amp;#039;&amp;#039;. Herder, Freiburg / Basel / Wien 2024, S. 258 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; So schrieb etwa Outhbert Wright in einer Besprechung des Buchs &amp;#039;&amp;#039;Thomas More&amp;#039;&amp;#039; von [[Raymond Wilson Chambers]] kurz nach der Heiligsprechung in der &amp;#039;&amp;#039;[[The New York Times|New York Times]]&amp;#039;&amp;#039; am 18. August 1935:&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;We have seen the totalitarian State raise its formidable head once more from the ruins of yet another Europe, this time wrought by the World War. We have seen it in Russia, in Italy, in Germany. We are even told that it exists, in germ and embryo, within the United States. And the question inevitably occurs, as Professor Chambers states it at the end of his narrative: „Is the State supreme, or is there a moral law above the laws which the State makes?“&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: dt. Übersetzung: &amp;#039;&amp;#039;Wir haben gesehen, wie der totalitäre Staat wiederum sein furchterregendes Haupt aus den Ruinen eines anderen Europa erhoben hat; diesmal verursacht durch den Weltkrieg. Wir haben es in Russland, in Italien, in Deutschland gesehen. Uns wird sogar gesagt, dass er keim- und embryonenhaft in den Vereinigten Staaten existiert. Und die Frage stellt sich unweigerlich, wie Professor Chambers am Ende seiner Erzählung feststellt: „Ist der Staat oberstes Gebot oder gibt es ein moralisches Gesetz über den Gesetzen, die der Staat erlassen hat?“&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1980 wird auch in der [[Church of England]] Thomas Morus’ als Märtyrers der Reformation gedacht. Am 31. Oktober 2000 ernannte [[Johannes Paul II.|Papst Johannes Paul II.]] ihn zum [[Schutzpatron|Patron]] der Regierenden und der Politiker.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Johannes Paul II. |Titel=Zur Ausrufung des Heiligen Thomas Morus zum Patron der Regierenden und der Politiker |TitelErg=[[Apostolisches Schreiben]] als „[[motu proprio]]“ erlassen |Datum=2000-10-31 |Online=[http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/motu_proprio/documents/hf_jp-ii_motu-proprio_20001031_thomas-more_ge.html Volltext]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland ist er außerdem der Patron der [[KjG]] (Katholische junge Gemeinde) und zahlreicher [[Katholische Hochschulgemeinde|Katholischer Studentengemeinden]], vor allem auf dem Gebiet der [[Neue Bundesländer|neuen Bundesländer]]. Sein [[Gedenktag]] in der katholischen Kirche ist der 22. Juni (zusammen mit John Fisher), in der anglikanischen Kirche der 6. Juli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In vielen Orten sind Kirchen nach ihm benannt, siehe dazu [[Thomas-Morus-Kirche]]. In Belgien existieren die [[Knights of Saint Thomas More]] (Ritter vom heiligen Thomas Morus).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ehrungen ===&lt;br /&gt;
Nach Thomas Morus sind verschiedene Einrichtungen benannt, unter anderem die [[Thomas-Morus-Akademie Bensberg]] (eine Einrichtung der katholischen Erwachsenenbildung im Erzbistum Köln), das Thomas-Morus-Gymnasium in [[Oelde]], die Thomas-Morus-Realschule in [[Östringen]] und die Thomas-Morus-Schule in [[Osnabrück]] sowie das katholische Studentenwohnheim &amp;#039;&amp;#039;Thomas-Morus-Burse&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Wittstadt: &amp;#039;&amp;#039;Kirche und Staat im 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; In: Ulrich Wagner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Stadt Würzburg.&amp;#039;&amp;#039; 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: &amp;#039;&amp;#039;Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 453–478 und 1304 f., hier: S. 463–469: &amp;#039;&amp;#039;Im Zeichen des Wiederaufbaus – die Zeit Julius Döpfner als Bischof von Würzburg (1948–1957).&amp;#039;&amp;#039; S. 466.&amp;lt;/ref&amp;gt; in [[Würzburg]]. 2016 wurde auch ein [[Asteroid]] nach Thomas Morus benannt: [[(37630) Thomasmore]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Hermann Boventer]] gründete 1981 die Thomas-Morus-Gesellschaft in [[Bensberg]], um die wissenschaftliche und publizistische Arbeit zu Thomas Morus nach dem Großbrand in der Thomas-Morus-Akademie Bensberg fortsetzen zu können. Die Gesellschaft hatte bald 90 Mitglieder.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://archiv.bgv-rhein-berg.de/en/node/2202 &amp;#039;&amp;#039;Die neue Thomas-Morus-Gesellschaft hat viel Zulauf&amp;#039;&amp;#039;] Kölner Stadt-Anzeiger, 23. Januar 1981 (auf den Archivseiten des [[Bergischer Geschichtsverein|Bergischen Geschichtsvereins]]).&amp;lt;/ref&amp;gt; In unregelmäßigen Abständen verlieh sie eine Thomas-Morus-Medaille an „Persönlichkeiten, die sich durch Mut und Standhaftigkeit des Gewissens ausgezeichnet haben“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.kulturpreise.de/web/preise_info.php?preisd_id=2873 Angaben zur Thomas-Morus-Medaille] (die Daten sind nicht aktuell, der als Ansprechpartner genannte [[Hermann Boventer]] ist schon 2001 verstorben).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!-- Medaille bitte im Artikel lassen, weil sie in anderen Artikeln erwähnt wird mit Link hierher --&amp;gt; Auch in Hannover gibt es eine Thomas-Morus-Gesellschaft (Stand 2009).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.thomasmorusgesh.kulturserver-nds.de/ Thomas-Morus-Gesellschaft Hannover e.&amp;amp;nbsp;V.] (Stand 2009).&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit 2001 verleiht die Stadt [[Lennestadt]] zu Ehren ihres [[Stadtpatron]]s den „Thomas-Morus-Preis der Stadt Lennestadt“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lennestadt.de/Stadt/Stadtpatron &amp;#039;&amp;#039;Thomas Morus – Stadtpatron von Lennestadt&amp;#039;&amp;#039;]; Eintrag auf der Webseite &amp;#039;&amp;#039;lennestadt.de&amp;#039;&amp;#039;. Abgerufen am 24. August 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Thomas More wurde eine römische katholische Universität benannt, die in Crestview Hills, Kentucky liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Belletristik und Film ===&lt;br /&gt;
Das handschriftlich erhaltene elisabethanische Theaterstück [[Sir Thomas More (Theaterstück)|&amp;#039;&amp;#039;Sir Thomas More&amp;#039;&amp;#039;]] von [[Anthony Munday]] und weiteren Autoren (darunter wahrscheinlich auch [[William Shakespeare]]) stellt Szenen aus seinem Leben dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Robert Bolt]]s Stück &amp;#039;&amp;#039;Thomas Morus&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;A Man For All Seasons&amp;#039;&amp;#039;) geht es um Sir Thomas’ verlorenen Kampf gegen König Heinrichs Entschluss, England eine nationale Kirche zu geben. Zwei Filme wurden nach diesem Stück gedreht. &amp;#039;&amp;#039;[[Ein Mann zu jeder Jahreszeit]]&amp;#039;&amp;#039; von 1966 mit [[Paul Scofield]] gewann sechs [[Oscar]]s (Bester Film; Regie: Fred Zinnemann; Hauptdarsteller: Paul Scofield; Drehbuch (Adaption): Robert Bolt; Kamera (Farbe): Ted Moore; Kostüme (Farbe): Elizabeth Haffenden, Joan Bridge). Eine zweite Verfilmung wurde 1988 mit [[Charlton Heston]] gedreht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste und zweite Staffel der Fernsehserie &amp;#039;&amp;#039;[[Die Tudors]]&amp;#039;&amp;#039; beinhaltet Thomas Morus’ Aufstieg zum Lordkanzler, seine Beziehung zu seiner Tochter [[Margaret Roper]] und seinen Sturz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem historischen Roman &amp;#039;&amp;#039;Stirb, du Narr&amp;#039;&amp;#039;, erschienen 1960, behandelt [[Karl Zuchardt]] die Auseinandersetzung zwischen Thomas Morus und König Heinrich ab 1533, die schließlich in die Hinrichtung von Thomas Morus 1535 mündet. Der Titel ist eine Anspielung darauf, dass Morus lateinisch Narr bedeutet. Der Roman ermöglicht einen Blick nicht nur auf das Leben am Hofe, sondern auch auf das der einfachen Bevölkerung und auf das Leben von Thomas Morus und seiner Tochter [[Margaret Roper]]. Er beschreibt die Zerrissenheit des Protagonisten, der am Leben hängt und seinen Idealen doch nicht untreu werden kann. Andere auf die historischen Verhältnisse eingehende Darstellungen finden sich in einer Novelle&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Das Drama des heiligen Kanzlers: historische Novelle&amp;#039;&amp;#039;. Vogt, Karl Anton: Verlag: Paulus Verlag, 1935.&amp;lt;/ref&amp;gt; von [[Karl Anton Vogt]] und in Anatoli Warschawskis Jugendbuch &amp;#039;&amp;#039;Ein Lordkanzler tritt zurück&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein eher negatives Bild von Morus zeichnet [[Hilary Mantel]] in ihrem historischen Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Wölfe (Roman)|Wölfe]]&amp;#039;&amp;#039;. Sie zeigt Morus als konsequenten Verfolger von Protestanten, der diesen genau die Gewissensfreiheit verwehrte, die er in seinem eigenen Prozess für sich in Anspruch nahm. Sein Gegenspieler [[Thomas Cromwell, 1. Earl of Essex|Cromwell]], der in dem Roman als Pragmatiker geschildert wird, wirft Morus Heuchelei vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgaben und Übersetzungen ==&lt;br /&gt;
* Louis L. Martz, [[Frank Manley]], Garry E. Haupt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Thomas More: The Complete Works.&amp;#039;&amp;#039; Band 1 ff. New Haven / London.&lt;br /&gt;
* Uwe Baumann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Thomas More: Epigramme.&amp;#039;&amp;#039; München 1983.&lt;br /&gt;
* [[Hubertus Schulte Herbrüggen|Hubertus Schulte-Herbrüggen]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Thomas More: Gebete und Meditationen.&amp;#039;&amp;#039; München 1983.&lt;br /&gt;
* Hans P. Heinrich (übersetzt, eingeleitet und kommentiert): &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte Richards III.&amp;#039;&amp;#039; (postum veröffentlicht London 1543), Verlag Kösel München 1984, ISBN=3-466-25020-X.&lt;br /&gt;
* George M. Logan, Robert M. Adams, Clarence H. Miller (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Thomas More: Utopia.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge 1995, ISBN 0-521-40318-9 (kritische Edition des lateinischen Textes und englische Übersetzung)&lt;br /&gt;
* Jacques Langer (Übersetzer): &amp;#039;&amp;#039;Thomas Morus – Utopia.&amp;#039;&amp;#039; aus dem Lateinischen übersetzt und mit einem Nachwort von Jacques Langer, Manesse Verlag, Zürich 2004, ISBN 3-7175-2054-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Sortierung alphabetisch --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Ulrich Arnswald: &amp;#039;&amp;#039;Thomas Morus’ Utopia als Fürstenspiegel&amp;#039;&amp;#039;. Über ein lehrreiches und anregendes Gedankenspiel zum Entwurf neuer möglicher Staatsverfassungen. In: Mariano Delgado / Volker Leppin (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die gute Regierung.&amp;#039;&amp;#039; Fürstenspiegel in Religionen und Kulturen, („Studien zur christlichen Religions- und Kulturgeschichte“) Fribourg, Suisse: Academic Press; Freiburg, Schweiz: Paulus Verlag; Stuttgart: W. Kohlhammer 2017, 294–311.&lt;br /&gt;
* Ulrich Arnswald, Hans-Peter Schütt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Thomas Morus’ Utopia und das Genre der Utopie in der Politischen Philosophie.&amp;#039;&amp;#039; Karlsruhe 2010, ISBN 978-3-86644-403-4. (EUKLID : Europäische Kultur und Ideengeschichte. Studien Band 4).&lt;br /&gt;
* [[Peter Berglar]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Stunde des Thomas Morus. Einer gegen die Macht.&amp;#039;&amp;#039; Olten, Freiburg im Breisgau 1978; Adamas, Köln 1999, ISBN 978-3-925746-78-9.&lt;br /&gt;
* Joseph Bernhart: &amp;#039;&amp;#039;Thomas Morus.&amp;#039;&amp;#039; Konrad, 1979, ISBN 978-3-87437-156-8.&lt;br /&gt;
* {{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070609085611/http://www.bautz.de/bbkl/m/more_t.shtml |band=6|spalten=111-114|artikel=More, latinisiert Morus, Sir Thomas|autor=[[Franz Danksagmüller]]}}&lt;br /&gt;
* J. A. Guy: &amp;#039;&amp;#039;The Public Career of Sir Thomas More.&amp;#039;&amp;#039; Brighton 1980.&lt;br /&gt;
* Nicholas Harpsfield: &amp;#039;&amp;#039;The Life and Death of Sir Thomas More.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von E. E. Reynolds, London 1963.&lt;br /&gt;
* Hans Peter Heinrich: &amp;#039;&amp;#039;Thomas Morus in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten.&amp;#039;&amp;#039; Reinbek 1984; &amp;#039;&amp;#039;Thomas Morus. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1991, ISBN 3-499-50331-X.&lt;br /&gt;
* [[Hubertus Schulte Herbrüggen]], Friedrich-K. Unterweg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Thomas Morus 1477/78–1535. Humanist – Staatsmann – Märtyrer. Katalog. Ausstellung des Moreanum […] 1987&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Pirckheimer-Jahrbuch.&amp;#039;&amp;#039; Band 3). Fink, München 1987, ISBN 3-7705-2432-2.&lt;br /&gt;
* [[Dietmar Herz]]: &amp;#039;&amp;#039;Thomas Morus zur Einführung.&amp;#039;&amp;#039; Junius, Hamburg 1999, ISBN 3-88506-301-8.&lt;br /&gt;
* Gudrun Honke: &amp;#039;&amp;#039;Margaret More-Roper (1505–1544). „Dir und keinem anderen Menschen sonst“.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Luise F. Pusch]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Töchter berühmter Männer: Neun biographische Portraits&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Insel TB.&amp;#039;&amp;#039; Band 979). Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-458-32679-0, S. 9–45, passim.&lt;br /&gt;
* Richard Marius: &amp;#039;&amp;#039;Thomas Morus. Eine Biographie.&amp;#039;&amp;#039; Benziger, Zürich 1987, ISBN 3-545-34054-6.&lt;br /&gt;
* Thomas Mertz: &amp;#039;&amp;#039;Thomas Morus begegnen.&amp;#039;&amp;#039; Sankt Ulrich Verlag, 2011, ISBN 3-86744-078-6.&lt;br /&gt;
* [[William Roper]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Leben des Thomas Morus.&amp;#039;&amp;#039; L. Schneider, Heidelberg 1986, ISBN 3-7953-0635-3.&lt;br /&gt;
* [[Joachim Starbatty]]: &amp;#039;&amp;#039;Thomas Morus (1477/78–1535)&amp;#039;&amp;#039;. In: Joachim Starbatty (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Klassiker des ökonomischen Denkens.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Von Platon bis John Stuart Mill.&amp;#039;&amp;#039; München 1989, S. 76–95.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Thomas More|Thomas Morus|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote|Thomas Morus}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Scriptor:Thomas Morus|Thomas Morus|lang=la}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118641158}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|118641158}}&lt;br /&gt;
* {{SEP|https://plato.stanford.edu/entries/thomas-more/|Thomas More|Dominic Baker-Smith}}&lt;br /&gt;
* [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-13682 The workes of Sir Thomas More Knygth (ULB Düsseldorf)]&lt;br /&gt;
* {{PGIA|827}}&lt;br /&gt;
* {{PGDA|1065}}&lt;br /&gt;
* {{Zeno-Autor|Philosophie/M/Morus,+Thomas}}&lt;br /&gt;
* [https://archive.org/search.php?query=Thomas%20Morus&amp;amp;and&amp;amp;#91;&amp;amp;#93;=languageSorter%3A%22German%22 Thomas Morus] im Internet Archive&lt;br /&gt;
* Marina Amstad: [https://blog.nationalmuseum.ch/2021/05/die-suche-nach-utopia/ &amp;#039;&amp;#039;Die Suche nach Utopia&amp;#039;&amp;#039;] Im Blog des [[Schweizerisches Nationalmuseum|Schweizerischen Nationalmuseums]] vom 19. Mai 2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Folgenleiste&lt;br /&gt;
|AMT=[[Liste der Lordkanzler von England und Großbritannien|Lordkanzler von England]]&lt;br /&gt;
|ZEIT=1529–1532&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER=[[Thomas Wolsey]]&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER=[[Thomas Audley, 1. Baron Audley of Walden|Thomas Audley]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118641158|LCCN=n79056176|NDL=00450481|VIAF=29541174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Morus, Thomas}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Thomas Morus| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chancellor of the Duchy of Lancaster]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lordkanzler (England)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Knight Bachelor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dichterjurist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (16. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Neulatein)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Utopie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Renaissance-Humanist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Märtyrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heiliger (16. Jahrhundert)|Thomas Morus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der Reformation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker (16. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (England)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (16. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person als Namensgeber für einen Asteroiden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (London)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Engländer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1478]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1535]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Morus, Thomas&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=More, Sir Thomas&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Lordkanzler von England unter König Heinrich VIII. und humanistischer Autor&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=unsicher: 7. Februar 1478&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[London]], England&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=6. Juli 1535&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[London]], England&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Samuel Friedrich Klein</name></author>
	</entry>
</feed>