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	<title>Textverarbeitung - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-04-05T15:47:04Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Textverarbeitung&amp;diff=8537&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sokrates 399: Durchkopplung#Komposita_aus_Zahlen,_Wörtern_und_Sonderzeichen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Textverarbeitung&amp;diff=8537&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-09-27T09:19:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Durchkopplung#Komposita_aus_Zahlen,_Wörtern_und_Sonderzeichen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:IDEAL POLO3.jpg|mini|Handbetriebene Typenhebel&amp;amp;shy;schreibmaschine, 1930er-Jahre]]&lt;br /&gt;
[[Datei:IBM 72 im Unterricht (Sp).JPG|mini|Schreibtraining mit der IBM 72, seit 1962 auf dem Markt]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ibm pc 5150.jpg|mini|IBM PC 5150, 1981]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Textverarbeitung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Erstellung und Bearbeitung von schriftlichen Texten mithilfe von organisatorischen und technischen Mitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Schreibautomat ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Schreibautomat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Vorläufer der Textverarbeitungsprogramme ist der Schreib- oder Korrespondenzautomat mit mindestens einer Lese- und einer Schreibeinheit für die Verarbeitung von [[Lochstreifen]]. Insbesondere die Erstellung von [[Serienbrief]]en mit getrennten Lochstreifen für das Textdokument und für die Adressdaten (Gerät mit zwei Leseeinheiten) ist ein Anwendungsbeispiel dieser Geräte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Terminus &amp;#039;&amp;#039;Textverarbeitung&amp;#039;&amp;#039; ===&lt;br /&gt;
Der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Textverarbeitung&amp;#039;&amp;#039; wurde in den 1960er-Jahren von dem deutschen [[IBM]]-Manager Ulrich Steinhilper auf Deutsch geprägt und dann IBM-intern als &amp;#039;&amp;#039;Word Processing&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Wortverarbeitung&amp;#039;&amp;#039;) ins Englische übersetzt. IBM hatte 1964 die &amp;#039;&amp;#039;[[MT/ST]]&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Magnetic Tape/Selectric Typewriter&amp;#039;&amp;#039;) auf den Markt gebracht, in Europa unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;MT 72&amp;#039;&amp;#039;. Das Gerät bestand aus einer Kugelkopfschreibmaschine mit einem extern angeschlossenen Magnetband-Speicher. Die &amp;#039;&amp;#039;MT/ST&amp;#039;&amp;#039; war der erste Apparat, der unter dem Begriff &amp;#039;&amp;#039;Textverarbeitung&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;Word Processing&amp;#039;&amp;#039; vermarktet wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schloemann&amp;quot;&amp;gt;Absatz nach Johan Schloemann: &amp;#039;&amp;#039;Der Schriftsteller und sein Computer&amp;#039;&amp;#039;, Süddeutsche Zeitung, 15. März 2012, S. 14. Schloemann bezieht sich in seinem Artikel auf die Forschungen von Matthew Kirschenbaum.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nutzung ===&lt;br /&gt;
Die Computersysteme der 1960er-Jahre befanden sich überwiegend in größeren Unternehmen oder Institutionen, Textverarbeitung diente dort dem Schriftverkehr.&amp;lt;!--Eine Ausnahme bildete die &amp;#039;&amp;#039;MT/ST&amp;#039;&amp;#039; im Haushalt des Schriftstellers [[Len Deighton]]. Sein 1970 erschienener Roman &amp;#039;&amp;#039;Bomber&amp;#039;&amp;#039; soll das erste literarische Werk sein, das mithilfe eines Textverarbeitungssystems erstellt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schloemann&amp;quot; /&amp;gt;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1971 lieferte die von [[Evelyn Berezin]] 1969 gegründete Redactron Corporation die Data Secretary aus, das erste computergesteuerte Textverarbeitungssystem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später wurde die Textverarbeitung durch die direkte Bildschirmausgabe erleichtert. Als Speichermedium kamen nun [[Diskette]]n zum Einsatz, wie beispielsweise beim Text-System &amp;#039;&amp;#039;CPT 8515&amp;#039;&amp;#039;, einem Computer, der 1981, zum damaligen Gerätepreis von über 32.000 DM (ohne Diskettenlaufwerk) eine mechanische Schreibmaschine imitierte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://computermuseum.informatik.uni-stuttgart.de/dev/cpt8515/ Text-System CPT 8515] auf der Website des Computermuseums der Fakultät Informatik, Stuttgart. Abgerufen am 29. Januar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Verbreitung des universell nutzbaren [[Personal Computer]]s (PC) dank sinkender Anschaffungskosten zu Beginn der 1980er wurden die Möglichkeiten der Textverarbeitung für weite Bevölkerungskreise zugänglich.&amp;lt;!--In diesem Zusammenhang gilt &amp;#039;&amp;#039;Oath of Fealty&amp;#039;&amp;#039; von [[Jerry Pournelle]] und [[Larry Niven]], erschienen 1982, als der erste Roman, der durch Textverarbeitung am PC entstanden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schloemann&amp;quot; /&amp;gt;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schreiben ===&lt;br /&gt;
{{Überarbeiten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis ins 20. Jahrhundert war es üblich, Texte mit der Hand zu schreiben – daher auch der Begriff [[Manuskript]]. Das änderte sich jedoch allmählich, als im 19. Jahrhundert die ersten praktisch verwendbaren [[Schreibmaschine]]n auf den Markt gekommen waren. Nach und nach setzte sich die Schreibmaschinenschrift gegenüber der Handschrift durch. Nachfolgend die Vorteile gegenüber der Handschrift:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Klareres Schriftbild&lt;br /&gt;
* Normierte Zeichengrößen&lt;br /&gt;
* Schnelleres Schreiben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem im [[Büro]]bereich fanden Schreibmaschinen deshalb große Verbreitung. Das hatte großen Einfluss auf die Arbeitswelt: Die bis dahin oft gebräuchlichen Stehpulte wurden durch Schreibtische abgelöst, das Schreiben von einer stehenden zu einer sitzenden Tätigkeit. Dieser Prozess lief parallel zu anderen Entwicklungen in der [[Mechanisierung]] der Büroarbeit (Einführung von [[Rechenmaschine]]n, [[Herman Hollerith|Hollerithmaschine]] und [[Telefon]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Verbindung mit der elektromechanischen Schreibmaschine entstanden ab Mitte der 1950er-Jahre Schreibautomaten, die sich manuell bedienen ließen oder aber gespeicherte Texte schrieben. In der Ausführung als Korrespondenzautomaten konnten sogenannte Textbausteine nach einem Texthandbuch ausgewählt und zu individuellen Texten zusammengefügt werden. Die Nummer des Textbausteins wurde unter anderem entweder über einen Tastenselektor oder über die Schreibmaschinentastatur eingegeben, um die entsprechende Stelle im Informationsträger bzw. Speicherelement anzusteuern. Informationsträger waren unter anderem [[Lochstreifen]], wie sie ähnlich auch zur Steuerung von [[Fernschreiber]]n genutzt wurden, [[Lochkarte]]n, Magnetbänder und Magnetkarten. Maschinen, die nur Serienbriefe automatisch schrieben, aber keine Selektionsmöglichkeit boten, gab es schon früher, zum Beispiel 1912 von Hooven in Cincinnati im Bundesstaat Ohio in den USA.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://blog.hnf.de/vom-schreibautomaten-zur-textverarbeitung/ HNF Heinz Nixdorf MuseumsForum].Vom Schreibautomaten zur Textverarbeitung. Abgerufen am 30. April 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Korrespondenzautomaten von IBM mit der [[Kugelkopfschreibmaschine]] als Schreibeinheit erreichten eine Schreibgeschwindigkeit von etwa 800 bis 900 Anschlägen pro Minute.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerd Brück, Ruth Hoja, Otto G. Füssel, Dr. Heinz Müller: Funktionelle Bürowirtschaft. Wirtschaftswissenschaftliche Bücherei für Schule und Praxis, Merkur-Lehrmittel-Verlag, Rinteln 1971.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufkommen von Mikroelektronik und Computern entstanden Systeme, die statt Lochstreifen Magnetbänder oder Disketten verwendeten. Bildschirme kamen zum Einsatz, ebenso wie Typenraddrucker und [[Tintenstrahldrucker]]. Diese Geräte waren in vielen Belangen speziell an die Textverarbeitung angepasst, etwa im Bildschirmformat. Ein Beispiel ist der CPT 8515.&amp;lt;ref name=&amp;quot;CMIUSCPT8515&amp;quot;&amp;gt;Computermuseum der Fakultät Informatik: [http://computermuseum.informatik.uni-stuttgart.de/dev/cpt8515/ Text-System CPT 8515].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Alternative hierzu entstanden Schreibmaschinen mit erweiterten Fähigkeiten, Löschautomatik, Zeilenkorrektur vor Ausdruck, Speicher für Textbausteine, Textablage auf Disketten usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der zunehmenden Verbreitung des [[Personal Computer]]s (PC) in den 1980er und 1990er Jahren verschwanden solche Systeme jedoch vom Markt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* PCs waren universell einsetzbar und nicht nur auf Textverarbeitung beschränkt, bei zunehmend günstigerem Preis-Leistungs-Verhältnis zugunsten des PCs.&lt;br /&gt;
* Die Fähigkeiten von Textverarbeitungen erforderten zunehmend vollwertige Computer, vor allem nach dem Aufkommen grafischer Benutzeroberflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Einführung des PC hat sich der Bereich der Textverarbeitung rasant entwickelt. Das heutige Ergebnis sind Programme, bei denen der reine Textverarbeitungsteil programmiertechnisch wohl noch den geringsten Aufwand erforderte. Vielmehr wurden sie angereichert mit Funktionen, die zuvor einzeln von anderen Programmen und oft auch anderen Herstellern bezogen werden mussten. Heutige Textverarbeitungsprogramme integrieren die reine Texterfassung mit den Möglichkeiten der Grafikeinbindung, Tabellenerstellung, Formelgenerierung oder der Präsentationsgrafik. Nicht selten kommen sie dabei den Fähigkeiten von [[Desktop-Publishing]]-Programmen sehr nahe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einführung der grafischen Benutzeroberflächen wie die des [[Apple Macintosh]] 1984 und später [[Windows]] ermöglichte erst den Schritt in diese Richtung, verhalf sie doch den Programmen, auf Techniken wie dem Datenaustausch über eine zentrale [[Zwischenablage]], dem [[Dynamic Data Exchange|dynamischen Datenaustausch]] oder dem [[Object Linking and Embedding|Objekt-verbinden-und-einbetten]] zurückzugreifen. Die Möglichkeit, den Text gemäß dem Prinzip [[WYSIWYG]] (engl. &amp;#039;&amp;#039;What You See Is What You Get&amp;#039;&amp;#039;) bereits auf dem Bildschirm so präsentiert zu bekommen, wie er auch später ausgedruckt erscheint (Druckdarstellung im [[Layout]]), war zwar schon 1973 auf dem [[Xerox Alto]] gegeben, erreichte aber keine kommerzielle Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein spezieller Vorläufer heutiger Textverarbeitungsprogramme waren elektrische Schreibmaschinen (Beispiel: [[Brother LW-Reihe|Brother-Textsysteme]]), die das Verarbeiten eines erstellten Textes ermöglichen, bevor er gedruckt wird. Diese Schreibmaschinen besaßen eine Textanzeige (Flüssigkristallanzeige oder Bildschirm), die eine Kontrolle der Bearbeitungsschritte ermöglicht. Ein Grenzfall der Textverarbeitung (bei der bereits die einfache Reproduktion oder das Korrigieren von Rechtschreibfehlern als Textbearbeitung begriffen wird) ist auch das direkte Schreiben und Korrigieren von Texten mit einer Schreibmaschine auf Papier, das sowohl die Erstellung als auch eine eingeschränkte Nachbearbeitung des Textes (mit Korrekturbändern) ermöglicht und eventuell zusätzlich gespeichert werden kann, um spätere Ausdrucke zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Text- und ASCII-Editoren ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Texteditor}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten Textverarbeitungsprogramme, treffender bezeichnet als „Texterfassungsprogramme“, waren einfache Texteditoren, die sich aus dem Zeichenvorrat nicht genormter Zeichensätze bedienten. Somit waren nicht nur die Editoren an den zugehörigen Computer (bzw. das zugehörige Betriebssystem) gebunden, sondern auch die darauf erstellten Texte, die bei Bedarf erst für andere Computersysteme in andere Zeichensätze konvertiert werden mussten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst mit der Einführung genormter Zeichensätze kann man von [[American Standard Code for Information Interchange|ASCII]]-Editoren sprechen, die sich aus dem Zeichenvorrat der standardisierten ASCII-Tabelle bedienen. Damit wurden auch die Editierprogramme selbst grundlegend kompatibel zu gleichartiger Hardware unter den meisten gängigen Betriebssystemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei ASCII handelt es sich um eine festgelegte Tabelle von Zeichen, systemübergreifend meist die erste Hälfte ohne das erste von acht Bits, das heißt 126 Standardzeichen. Aufgeführt werden die Buchstaben des englischen Alphabets, die zehn Dezimalziffern, einige weitere Standardzeichen (wie Satzzeichen, Operatoren, aber keine [[Sonderzeichen]] anderer Sprachen) sowie Steuerzeichen, die den Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Programmen standardisieren. Innerhalb ähnlicher Softwaresysteme kann auch die zweite Hälfte des 8-Bit-Zahlenbereichs mit Sonderzeichen oder [[Unicodeblock Rahmenzeichnung|Blockgrafik]] verwendet werden. [[Unicode]] kann bei Textdateien systembedingt nicht direkt unterstützt werden. Programme, die Unicode unterstützen, müssen den Zeichensatz anhand des Textinhalts interpretieren. Fehler als vermeintliche &amp;#039;&amp;#039;[[Easter Egg]]s&amp;#039;&amp;#039; sind dabei nicht auszuschließen&amp;lt;sup&amp;gt;[Quelle?]&amp;lt;/sup&amp;gt; (vgl. [[Editor (Windows)#Zeichenkodierungen und Zeilenendungen|Microsoft Editor: Zeichenkodierungen und Zeilenendungen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Befehlsumfang einfacher ASCII-Editoren ging in der Regel über das Speichern, Laden und Drucken nicht hinaus. Erweiterte Programme bieten jedoch neben Funktionen wie [[Markierung (Informatik)#Textverarbeitung|Textmarkierung]] oder das [[Kopieren und Einfügen|Ausschneiden, Kopieren und Versetzen]] von Textabschnitten an: [[Syntaxhervorhebung]] und [[Skriptsprache|Makroprogrammierung]]. Besonders komplexe Editoren wie [[Emacs]] oder [[Vim]] kommen einer modernen Textverarbeitung unter den Einschränkungen eines textorientierten Betriebssystems bereits sehr nahe und berücksichtigen die Bedürfnisse von Systemadministratoren oder Programmierern, etwa durch Verknüpfung mit [[Compiler]]n und anderer externer Software.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hilfsmittel zur Textverarbeitung ==&lt;br /&gt;
Textverarbeitung geschieht heute meist mittels elektronischer Programme. Ein Textverarbeitungsprogramm ist ein [[Computerprogramm]] zum Verfassen von Textdokumenten. Der erstellte [[Text]] kann als [[Datei]] [[Speichern (Informatik)|abgespeichert]] und/oder [[Drucktechnik|ausgedruckt]] werden. Der Übergang zu anderen Programmen ist fließend, da sich in vielen Textverarbeitungsprogrammen heute auch [[Computergrafik|Grafiken]] und [[Tabelle]]n einbinden lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Textverarbeitungsprogramme bieten im Gegensatz zu reinen [[Texteditor]]en in der Regel erweiterte [[Textformatierung|Formatierungsfunktionen]] an. Neben der Textüberarbeitung erhöhen [[Rechtschreibprüfung]], [[Register (Nachschlagewerk)|Indexerstellung]], [[Suchfunktion|Such-]] und Ersetzfunktionen den Nutzen für den Anwender. [[Formatvorlage]]n vereinfachen zudem eine einheitliche Gestaltung der zu veröffentlichenden Dateien, [[Textbaustein]]e die Einbindung von wiederkehrenden Inhalten. Die Textgestaltung soll durch Regeln erleichtert und vereinheitlicht werden, z.&amp;amp;nbsp;B. in Deutschland durch die [[DIN 5008|&amp;#039;&amp;#039;Schreib- und Gestaltungsregeln für die Text- und Informationsverarbeitung&amp;#039;&amp;#039;, DIN 5008]], und in Österreich durch die [[%C3%96NORM#%C3%96NORM A 1080|ÖNORM A 1080:2007 03 01]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umgang mit Computern, Betriebssystemen und in diesem Rahmen auch die Verwendung von Textverarbeitungsprogrammen und anderer Standardsoftware ist Gegenstand des [[Informatikunterricht]]s an allgemeinbildenden Schulen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zahlreiche Vorläufer der modernen Textverarbeitungsprogramme (siehe [[#Geschichte|Geschichte]]). Begrifflich fällt unter Textverarbeitung auch das händische Erstellen und Bearbeiten von Texten auf Papier. Weiterhin kann der klassische [[Satz (Druck)#Bleisatz|Bleisatz]] im Druck als Textverarbeitung gelten, weil auch hier ein (auf dem Papier vorhandener) Text an ein durch Raumgliederung (z.&amp;amp;nbsp;B. Rahmen) und Bildergänzungen vorgegebenes Layout angepasst, also „verarbeitet“, wird. Auch hier ist die Textverarbeitung ein Interaktionsprozess zwischen dem Schriftsetzer und seinen Arbeitsmitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeichenorientierte Textverarbeitung ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie der im Funktionsumfang erweiterten zeichenorientierten Textprogramme (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;C&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;haracter &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;U&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;sed &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;I&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;nterface) verwendet ebenfalls, wie die ASCII-Editoren auch, den normierten und beschränkten ASCII-Zeichensatz als Grundlage. Die fest definierten Zeichensätze werden sowohl für die Bildschirmdarstellung als auch für den Ausdruck verwendet. Der [[Dickte|Abstand der Zeichen]] untereinander ist fest vorgegeben, wie auch die Zeichen selbst statisch sind. Diese „Statik“ bedeutet, dass alle Zeichen des Zeichenvorrats vorgeformt und fertig zur Verfügung stehen. Hier liegt der große Vorteil der CUI-Programme begründet: die Arbeitsgeschwindigkeit. Da alle Zeichen in Größe und Form fertig vorliegen, bedarf es keiner ständigen Neuberechnung von deren Bildschirmdarstellung. Die [[Hardware]]-Anforderungen beim Einsatz von CUI-Programmen sind entsprechend gering. Der dadurch erkaufte Nachteil ist jedoch die heute gewünschte Darstellungsqualität, die fortwährende Ansicht als Seitenvorschau. [[Proportionale Schriftart]]en oder von der Standardschrift abweichende Größen, [[Schriftauszeichnung]]en wie fett, kursiv oder unterstrichen sowie Gestaltungselemente wie Umrahmungen werden auf dem Bildschirm nicht dargestellt und sind daher erst beim Ausdruck ersichtlich. Die hier oft überraschenden Ergebnisse führten zur Entwicklung einer Zusatzfunktion, der sogenannten [[Seitenvorschau]]. Diese Funktion schaltet von der zeichenorientierten zur grafischen Darstellung um und zeigt den Text an, wie er später auch auf dem Ausdruck zu erwarten ist. Meistens zwar ist der Textinhalt selbst nicht mehr zu lesen, jedoch sind die Proportionen, die Ränder und die Position der Grafiken zu erkennen. Einige Hersteller gingen noch einen Schritt weiter und implementierten eine Möglichkeit des Zoomens, also der Vergrößerung dieser Seitenansicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der von [[IBM]] geschaffene Standard für Anwendungsprogramme prägte die weitere Gestaltung der zeichenorientierten Textprogramme. Die meisten Hersteller richteten sich an diese Konventionen der Programmierung, es entstanden die sogenannten COW-Programme. COW steht für &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;C&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;haracter &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;O&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;riented &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;W&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;indows, also zeichenorientierte Fensterprogramme. Die Handhabung dieser Programme erfolgt unter den einheitlichen [[Common User Access|SAA-Konventionen]]. SAA-Programme arbeiten fensterorientiert mit [[Pull-Down-Menü]]s, [[Rollbalken]], gesteuert mit der Alt-Taste oder der Maus. Ist die Bedienung der Oberfläche einmal erlernt, so fällt der Wechsel zu anderen SAA-Programmen leicht, da die Bedienung zumindest immer dieselbe ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grafisch orientierte Textverarbeitung ===&lt;br /&gt;
Die grafisch orientierten Programme basieren auf dem [[Grafische Benutzeroberfläche|GUI]], dem &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;G&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;raphical &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;U&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;ser &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;I&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;nterface. Ebenfalls beruhend auf der SAA-Technik existieren hier jedoch keine „vorgefertigten“ und starren Zeichensätze mehr. Alle Zeichen sind in Form und Größe variabel. Am Bildschirm können also Formatierungen und Schriftgrößen exakt so angezeigt werden, wie sie formatiert wurden und später auch auf dem Ausdruck erscheinen. Ermöglicht wird dies durch die getrennte Handhabung von [[Schriftzeichen]] für den späteren Ausdruck zum einen und [[Bildschirmschrift]]en zum anderen. Der Preis hierfür ist jedoch ein enormer [[Rechenaufwand]] für die ständige Aktualisierung und Neuberechnung der Bildschirmanzeige. Wichtig geworden sind deshalb neben der reinen Prozessorleistung des Rechners Komponenten wie die [[Grafikkarte]] und der [[Bildschirmspeicher]]. Bauteile, über die sich in den Zeiten ohne Windows für die Textverarbeitung wohl keiner größere Gedanken machte. Die Entwicklung geht sogar so weit, Grafikkarten mit eigener Prozessorleistung auszustatten, um den [[Hauptprozessor]] beim rechenintensiven Bildschirmaufbau zu unterstützen. Die Bezeichnung „Windows-Karten“ bringen deutlich zum Ausdruck, dass erst die grafische Oberfläche zur Einführung solcher Komponenten geführt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Druckdarstellung geht jedoch noch weit über die 1:1-Darstellung von Zeichen hinaus. Auch eingebundene Grafiken, Tabellen oder Formeln werden natur- und druckgetreu angezeigt. Die Bildschirmanzeige selbst kann obendrein von der 100%-Ansicht stufenlos verkleinert oder vergrößert werden. Alle Proportionen bleiben dabei selbstverständlich erhalten, wofür wieder die separaten Bildschirmschriften Sorge tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hauptmerkmal grafisch orientierter Textverarbeitungsprogramme im Vergleich zu zeichenorientierter Software ist die bereits oben genannte Fähigkeit, das ganze Dokument so darzustellen, wie es auf dem Drucker ausgegeben wird. Das Druckergebnis soll also exakt dem entsprechen, was auf dem Bildschirm zu sehen ist (WYSIWYG, &amp;#039;&amp;#039;What You See Is What You Get&amp;#039;&amp;#039;). Oder anders ausgedrückt: Alles, was und wie man es auf dem Bildschirm sieht, soll auch genauso ausgedruckt werden. Des Weiteren ist eine möglichst vollständig integrierte Mausbenutzung zu realisieren. Neuere Techniken wie das [[Drag and Drop]] oder die [[Icon (Computer)|Icons]] zum Schnellaufruf wichtiger Befehle gehen eindeutig in diese Richtung. Weitere Anforderungen betreffen die sonst nur schwachen oder gar nicht vorhandenen Bereiche der Tabellenerstellung und der Grafikeinbindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dateiformate ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|OpenDocument}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Textverarbeitungsprogramm hat bis jetzt noch sein eigenes [[Dateiformat]] für die Speicherung von Dokumenten. Eine gewisse Standardisierung ist durch das [[Rich Text Format]] erreicht worden, mit dem aber die Einheitlichkeit des [[Layout]]s auf verschiedenen Rechnern nicht gewährleistet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Moment wird an der Standardisierung von Dateiformaten durch [[Extensible Markup Language|XML]] gearbeitet. Nachdem die Autoren von KOffice seit Projektbeginn 1998 auf ein XML-Format vertraut hatten, legte [[OpenOffice.org]] 2002 mit seinen auf XML basierenden Dateiformaten ein besser spezifiziertes Format vor. Aufgrund einiger Unterschiede in den Implementierungen kam es jedoch nie zur Übernahme des jeweils anderen Formats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das könnte sich künftig ändern: Die Organisation [[Organization for the Advancement of Structured Information Standards|OASIS]] spezifizierte das offene Austauschformat OpenDocument. Dieses Format basiert auf dem OpenOffice.org-Dateiformat und wird inzwischen von [[Apache OpenOffice]], [[StarOffice]], [[KOffice]], [[Microsoft Word]] für [[Microsoft Windows|Windows]], [[AbiWord]] und [[TextMaker]] in den aktuellen Versionen unterstützt. Es wurde von Mitarbeitern der Firma [[Sun Microsystems]] und KOffice-Entwicklern entwickelt und ist seit seiner Verabschiedung im Jahr 2006 ein quelloffener [[Standard]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der am weitesten verbreiteten Dokumentenformate zum Austausch von Dokumenten, die nicht zur weiteren Bearbeitung vorgesehen sind, ist [[Portable Document Format|PDF]]. Dieses wird als ergänzendes Standardformat von immer mehr Textverarbeitungsprogrammen oder als separater virtueller Druckertreiber als Exportfunktion (d.&amp;amp;nbsp;h. zum Speichern) angeboten. Das PDF-Format kann unter den meisten gängigen Betriebssystemen (darunter auch einige ältere Versionen) eingelesen werden und behält dabei das Aussehen. Die programm- und betriebssystemunabhängige Layouttreue wird allerdings mit einer Vielzahl zusätzlicher Formatierungsmerkmale „erkauft“, die die Weiterverarbeitung erschweren. Ein Export der Texte in plattformunabhängige [[Hypertext Markup Language|HTML]] ist ebenfalls bei manchen Programmen möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textverarbeitungsprogramme und Klassifizierungen ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Liste von Textverarbeitungsprogrammen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Textverarbeitungsprogramme können nach unterschiedlichen Kriterien voneinander unterschieden und klassifiziert werden:&lt;br /&gt;
* Nach der Komplexität (vom einfachen Texteditor bis zum funktionsreichen [[Office-Paket]])&lt;br /&gt;
** theoretisch möglich ist die (zusätzliche oder alleinige) Klassifizierung nach Text- oder Grafikorientierung&lt;br /&gt;
* Nach Verwendungszweck (z.&amp;amp;nbsp;B. Textverarbeitungsprogramme für Briefe, DTP-Programme zur Layouterstellung)&lt;br /&gt;
* Nach Plattformunterstützung (nur bedingt sinnvoll, da viele Programme für mehrere Betriebssysteme und mehrere Prozessorplattformen erhältlich sind)&lt;br /&gt;
** in Abhängigkeit davon nach zeitgeschichtlicher Bedeutung, um Programme einer Zeitepoche und ihren typischen Zeichensätzen oder Softwarefamilien zuordnen zu können&lt;br /&gt;
* Nach Zielgruppen (Unterstützung von bestimmten Sprachen oder Zeichensätzen, Wörterbuchsprachen, barrierefreien Hilfsmitteln wie [[Screenreader]]n, Benutzerführung für Kinder usw.)&lt;br /&gt;
* Nach Entwicklungsbasis, um beispielsweise [[Abspaltung (Softwareentwicklung)|Abspaltungen]] einer gemeinsamen Entwicklungsbasis zuordnen zu können (z.&amp;amp;nbsp;B. [[OpenOffice.org]] als Basis von [[LibreOffice]])&lt;br /&gt;
* Nach Unterstützung bestimmter Datei- oder Hypertextformaten, um beispielsweise Kompatibilitäten und Konvertierungsmöglichkeiten bestimmen zu können&lt;br /&gt;
* Nach Lizenzierung (z.&amp;amp;nbsp;B. Freeware oder Kaufprogramme)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Praxis lassen sich viele Programme in jedem dieser Klassifizierungsmodelle mehreren Gruppen zuordnen, da die Softwarehersteller versuchen, einen möglichst großen Nutzerkreis anzusprechen. Die Unterstützung ist je nach Verwendungszweck höchst unterschiedlich. Viele Programme unterstützen beispielsweise nur [[Windows]] und [[macOS]], im Bereich freier Software teilweise auch [[Linux]], manchmal sogar exklusiv. Die Firma [[Sun Microsystems]] erwarb [[StarOffice]], um ein Programm für ihr Betriebssystem [[Solaris (Betriebssystem)|Solaris]] anbieten zu können. Umgekehrt unterstützen einzelne Hardwaresysteme nur bestimmte Textverarbeitungsprogramme. So steht beispielsweise für Blindenschrift eine [[Eurobraille#Braillezeichen in Unicode / UTF-8|Brailleschrift im Unicode-Standard (UTF-8)]] zur Verfügung, Blinde sind jedoch von der Benutzung von Textverarbeitungsprogrammen weitgehend ausgeschlossen und auf die Verwendung von [[Punktschriftmaschine]]n angewiesen. Sehenden stehen zur Druckerstellung in Brailleschrift einige wenige [[Plug-in]]-Programme zur Verfügung, die sich meist auf die Unterstützung von [[Microsoft Word]] unter Windows beschränken und z.&amp;amp;nbsp;B. beim Bedrucken von [[Schwellpapier]] eine zusätzliche Anpassung von Druckertreibern erfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
Mit der Verbreitung von Textverarbeitungsprogrammen nahm auch die Kritik an ihnen zu. Das Verfassen am Bildschirm könne dazu führen, dass man einen geringen Überblick über den Text habe. Der Autor Stefan Weber spricht von einer „Textkultur ohne Hirn“.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Weber: &amp;#039;&amp;#039;Das Google-Copy-Paste-Syndrom. Wie Netzplagiate Ausbildung und Wissen gefährden.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Heinz Heise, Hannover 2006, ISBN 3-936931-37-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Texte würden nicht mehr selbst erstellt und durchdrungen (und auch kaum noch gelesen), sondern mittels [[Kopieren und Einfügen]] zusammengesetzt. Dieses Phänomen zeige sich besonders bei [[Google Suche|ergoogelten]] [[Plagiat]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://www.oasis-open.org/committees/tc_home.php?wg_abbrev=office OASIS: offenes Dokumentenformat] (englisch) - ([[Organization for the Advancement of Structured Information Standards|OASIS]])&lt;br /&gt;
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