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	<title>Systemtheorie - Versionsgeschichte</title>
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		<title>imported&gt;Fährtenleser: Änderungen von 2001:638:504:D804:D4F5:5F56:AC:558A (Diskussion) auf die letzte Version von Fährtenleser zurückgesetzt</title>
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		<updated>2024-10-31T14:48:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Spezial:Beitr%C3%A4ge/2001:638:504:D804:D4F5:5F56:AC:558A&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/2001:638:504:D804:D4F5:5F56:AC:558A&quot;&gt;2001:638:504:D804:D4F5:5F56:AC:558A&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:2001:638:504:D804:D4F5:5F56:AC:558A&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:2001:638:504:D804:D4F5:5F56:AC:558A (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) auf die letzte Version von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:F%C3%A4hrtenleser&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Fährtenleser (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Fährtenleser&lt;/a&gt; zurückgesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Systemtheorie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Interdisziplinarität|interdisziplinäre]] Betrachtungsweise, in der grundlegende Aspekte und Prinzipien von [[System]]en zur Beschreibung und Erklärung unterschiedlich komplexer Phänomene herangezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So verschiedene Gegenstandsbereiche und Modelle wie das Sonnensystem, biologische Zellen, der Mensch, eine Familie, eine Organisation, ein Staat, aber auch Maschinen und Computernetzwerke können als Systeme aufgefasst und systemtheoretisch beschrieben werden. [[Kognition|Kognitive]] Prozesse des Erkennens und Problemlösens, die auf Konzepte der Systemtheorie Bezug nehmen, werden oft unter dem Begriff [[Systemdenken (Systemtheorie)|Systemdenken]] zusammengefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse von Strukturen, Dynamiken und Funktionen soll eine umfassendere Sicht ermöglichen und realistischere [[Prognose|Vorhersagen]] über das Systemverhalten erlauben. Systemtheoretische Begriffe werden in den verschiedensten [[Wissenschaft|wissenschaftlichen Disziplinen]] angewandt. „Die Systemtheorie hat von Anfang an das Ziel verfolgt, der Zersplitterung des Wissens in den wissenschaftlichen Disziplinen entgegenzuwirken.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Günter Ropohl |Titel=Allgemeine Systemtheorie – Einführung in transdisziplinäres Denken |Verlag=Edition Sigma |Ort=Berlin |Datum=2012}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Systemtheorie ist sowohl eine allgemeine und eigenständige Disziplin als auch ein weitverzweigter und heterogener Rahmen für einen interdisziplinären [[Diskurs]], der den Begriff &amp;#039;&amp;#039;System&amp;#039;&amp;#039; als Grundkonzept führt. Es gibt folglich sowohl eine allgemeine „Systemtheorie“ als auch eine Vielzahl unterschiedlicher, zum Teil widersprüchlicher und konkurrierender Systemdefinitionen und -begriffe. Es hat sich heute jedoch eine relativ stabile Reihe an Begriffen und [[Theorem]]en herausgebildet, auf die sich der systemtheoretische Diskurs bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;width:30%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! class=&amp;quot;hingrundfarbe5&amp;quot;| Chronologie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#CCFFFF; &amp;quot; |&lt;br /&gt;
* um 1950 &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Systemtheorie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (basierend auf [[Ludwig von Bertalanffy]])&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
* 1946 bis 1953 Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Macy-Konferenzen]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; legten die Grundlagen für ein interdisziplinäres Verständnis der [[Kybernetik]] ([[W. Ross Ashby]], [[Gregory Bateson]], [[Warren Sturgis McCulloch]], [[Walter Pitts]], [[Arturo Rosenblueth]], [[Norbert Wiener]]). Dazu gehört auch die mathematische Theorie der Kommunikation, Steuerung und Regelung von lebenden, technischen und sozialen Systemen u. a. durch Rückkopplungsschleifen&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
* um 1970 &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Katastrophentheorie (Mathematik)|Katastrophentheorie]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Dieser Zweig der Mathematik beschreibt plötzliche Veränderungen, die sich aus kleinen Impulsen ergeben.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
* um 1980 &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Chaostheorie]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Mathematische Theorie von nichtlinearen dynamischen Systemen, die Verzweigungen beschreibt, Attraktoren und chaotische Bewegungen.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
* um 1990 &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Komplexes adaptives System|Komplexe adaptive Systeme]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[John H. Holland]], [[Murray Gell-Mann]], [[Harold Morowitz]], [[W. Brian Arthur]]): beschreibt [[Emergenz]], Anpassung und [[Selbstorganisation]]. Die Theorie beruht auf Arbeiten des [[Santa Fe Institute]].&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
* nach 1990 bis heute &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Netzwerkforschung]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;network science&amp;#039;&amp;#039;, [[Albert-László Barabási]], [[Steven Strogatz]] u.&amp;amp;nbsp;a.) überführt [[Komplexitätsforschung]] und naturwissenschaftliche Kybernetik auf Basis der [[Graphentheorie]] auf soziale Beziehungen, biologische  Systeme und Phänomene mit starkem Anwendungsbezug&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Systemtheorie&amp;#039;&amp;#039; geht auf den Biologen [[Ludwig von Bertalanffy]] zurück. Seine Arbeiten bilden zusammen mit der [[Kybernetik]] ([[Norbert Wiener]], [[W. Ross Ashby]]) die grundlegenden Überlegungen dieses Wissenschaftsansatzes. Weitere wichtige Theorien stammen von [[Humberto Maturana]] und [[Francisco Varela]] ([[Autopoiesis]]), [[Gregory Bateson]] ([[Double Bind]], Systemtheorie des [[Lernen]]s), [[Stuart Kauffman]] ([[Selbstorganisation]]) und [[Alfred Radcliffe-Brown]] ([[Strukturfunktionalismus]]) sowie [[Talcott Parsons]] (Strukturfunktionalismus oder Systemfunktionalismus) und [[Niklas Luhmann]] ([[soziologische Systemtheorie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturgeschichtlich geht der Systembegriff bis auf [[Johann Heinrich Lambert]] zurück und wurde unter anderem von [[Johann Gottfried Herder]] übernommen und ausgearbeitet. Dies vollzieht sich vor allem an der Frage, wie man lebende Organismen und deren Selbsterhaltung und -organisation verstehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die moderne Systemtheorie beruht auf unabhängig voneinander entwickelten Ansätzen, die später synthetisiert und erweitert wurden: Der Begriff Systemtheorie bzw. Systemlehre stammt von Ludwig von Bertalanffy (vgl. &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|General Systems Theory}}&amp;#039;&amp;#039;). Von Bertalanffy spricht von [[Offenes System|offenen Systemen]] und entwickelt den Begriff der organisierten [[Komplexität]], der den dynamischen Austausch mit der Umwelt beschreiben soll. Erst mit der Ausformulierung des [[Information]]s&amp;amp;shy;begriffes ließ sich dieses Konzept jedoch weiter generalisieren. Bereits 1948 hatte Norbert Wiener mit &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|Cybernetics}}&amp;#039;&amp;#039; (Kybernetik) einen ebenfalls zentralen Ausdruck geprägt, der heute mit dem Systembegriff eng verbunden ist. Ein weiteres verwandtes Konzept ist die [[Tektologie]] [[Alexander Alexandrowitsch Bogdanow|Alexander Bogdanows]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegweisend für die Entwicklung der Systemtheorie waren die interdisziplinären [[Macy-Konferenzen]] zwischen 1946 und 1953, auf denen Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen ein gemeinsames Verständnis kybernetischer Prozesse in verschiedensten Fachrichtungen, von der [[Mathematik]] über die [[Anthropologie]] bis zu den [[Neurowissenschaften]] entwickelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kybernetik ===&lt;br /&gt;
Die [[Kybernetik]] behandelt operationell geschlossene Mechanismen. Der Fokus der Kybernetik liegt auf [[Regelungstechnik|Regelung]] und [[Steuerungstechnik|Steuerung]]. Deshalb kommen in der Kybernetik als Systeme in erster Linie geregelte Mechanismen in Betracht. Die Regelung beruht immer auf [[Prozess]]en, die mit der [[Systemtheorie (Ingenieurwissenschaften)]] beschrieben werden können. Bertalanffy hat sich gegen die Vermischung seiner Systemlehre und der Kybernetik ausgesprochen, weil er das mechanistische Denken der Kybernetik für die Beschreibung von Leben als nicht adäquat erachtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Generelle Erweiterungen der Kybernetik:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Systemtheorie 2. Ordnung]] bezeichnet man Systemtheorien, die in folgendem Sinne selbstbezüglich sind: Mit der jeweiligen Systemtheorie wird der Systemtheoretiker, der die Theorie macht, beschrieben. Der Kernbegriff ist deshalb „die [[Beobachtung]] des Beobachters“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Autopoiesis]] bezeichnet [[Humberto Maturana]] sowohl seine Systemtheorie wie auch den wesentlichen Prozess, den er mit seiner Theorie beschreibt, nämlich das Leben. Maturana beschreibt, grob gesehen, das Gleiche wie von Bertalanffy in seiner Systemlehre, er argumentiert aber kybernetisch: er spricht von lebenden (autopoietischen) Maschinen, die operationell geschlossen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Selbstorganisation]] bezeichnet man Prozesse, die wie die Autopoiese zu höheren strukturellen Ordnungen führen, ohne dass ein steuerndes Element erkennbar ist. Der [[Radikaler Konstruktivismus|Radikale Konstruktivismus]] wurde von [[Ernst von Glasersfeld]] entwickelt. Er hat dabei auf die Arbeiten von [[Jean Piaget]] zurückgegriffen. Die Denkweise von Piaget war konstruktivistisch und [[Erkenntnistheorie|erkenntnistheoretisch]]. Ernst von Glasersfeld argumentiert insbesondere auch mit der operationellen Geschlossenheit von Systemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|[[System Dynamics]]}}&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man die Modellierung [[Komplexes System|komplexer]] und [[Dynamisches System|dynamischer Systeme]]. Bekannt gemacht hat das Verfahren [[Jay Wright Forrester]] durch das Weltmodell [[World3]], anhand dessen in der {{lang|en|[[Club of Rome|Club-of-Rome]]}}-Publikation &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|Limits to Growth}}&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;[[Die Grenzen des Wachstums]]&amp;#039;&amp;#039;, [[Dennis L. Meadows]] 1972) unter anderem der globale Rohstoffverbrauch prognostiziert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Soziologische Systemtheorie ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Soziologische Systemtheorie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die soziologische Systemtheorie versteht sich als eine Universaltheorie im Sinne eines umfassenden und kohärenten Theoriegebäudes für alle Formen von [[Sozialität]]. Der soziologische Systembegriff geht auf [[Talcott Parsons]] zurück. Parsons betrachtet dabei [[Arbeit (Philosophie)#Aufhebung des Arbeitsbegriffs seit Mitte des 20. Jahrhunderts|Handlungen]] als konstitutive Elemente sozialer Systeme. Er prägte den Begriff der strukturell-funktionalen Systemtheorie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niklas Luhmann erweitert die Theorie Parsons und verwendet nicht mehr &amp;#039;&amp;#039;Handlung&amp;#039;&amp;#039; als grundlegendes Element, sondern [[Kommunikation]] – siehe [[Systemtheorie (Luhmann)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Systemtheorie ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Politische Systemtheorie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Systemtheorie in der Politikwissenschaft geht auf [[David Easton]] zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kommunikationstheorie und Systemische Therapie ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Systemische Therapie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Basis der Systemtheorie entwickelten Wissenschaftler und Psychotherapeuten wie [[Gregory Bateson]], [[Paul Watzlawick]], [[John H. Weakland]] und [[Don D. Jackson]] ab den 1950er-Jahren Modelle der menschlichen Kommunikation, die schließlich auch zum Konzept der Systemischen Therapie führte. Sie versteht sich als Alternative zu individualpsychologisch ausgerichteten Therapieformen wie der [[Psychoanalyse]]. Wegbereiter der Systemischen Therapie im deutschen Sprachraum war der Arzt und Psychoanalytiker [[Helm Stierlin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Theorie komplexer Systeme ===&lt;br /&gt;
Die neueste Strömung ist die Theorie [[Komplexes System|komplexer Systeme]]. Ein komplexes System ist dabei ein System, dessen Eigenschaften sich nicht vollständig aus den Eigenschaften der Komponenten des Systems erklären lassen. Komplexe Systeme bestehen aus einer Vielzahl von miteinander verbundenen und interagierenden Teilen, [[Entität]]en oder Agenten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Komplexe Systeme sind von der Welt der Elementarteilchen bis hinauf zur menschlichen Gesellschaft weitverbreitet, ja geradezu dominant.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Günter Dedié |Titel=Die Kraft der Naturgesetze. Emergenz und kollektive Fähigkeiten von den Elementarteilchen bis zur menschlichen Gesellschaft |Verlag=tredition |Ort=Hamburg |Datum=2014 |ISBN=978-3-8495-7685-1}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie entstehen überwiegend durch Prozesse der spontanen Selbstorganisation und sind meist einer [[Theorie]] auf der Basis bekannter mathematischer Funktionen nicht zugänglich. Beispiele sind die Bildung der [[Atomkern]]e, der [[Atom]]e, die Umwandlung von Stoffen von einem [[Aggregatzustand]] in einen anderen, die [[Kristallisation]], [[chemische Reaktion]]en, jegliche Formen von [[Evolution (Begriff)|Evolution]], die geistigen Prozesse im [[Gehirn]], die Entwicklung der [[Sozialsystem]]e usw. In der belebten Natur sind offene Systeme dominant, die die Zufuhr von Energie benötigen, in der unbelebten Natur bilden sich komplexe Systeme meist spontan unter Abgabe von Energie oder auch im [[Thermisches Gleichgewicht|thermischen Gleichgewicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie der [[Komplexes adaptives System|komplexen adaptiven Systeme]] beruht vorwiegend auf den Arbeiten des [[Santa Fe Institute]]. Diese neue Komplexitätstheorie, die [[Emergenz]], Anpassung und [[Selbstorganisation]] beschreibt, basiert auf Agenten und Computersimulationen, die [[Multiagentensystem]]e (MAS) einschließen, die zu einem wichtigen Instrument bei der Erforschung von sozialen und komplexen Systemen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwandte Gebiete ==&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen}}&lt;br /&gt;
Es gibt Vorläufer, Entwicklungen, Anwendungen und verschiedene Theorien in den Fachdisziplinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chaostheorie ===&lt;br /&gt;
Die [[Chaosforschung]] beschäftigt sich mit bestimmten nichtlinearen dynamischen Systemen, die eine Reihe von Phänomenen aufweisen, die man Chaos (genauer: &amp;#039;&amp;#039;chaotisches Verhalten&amp;#039;&amp;#039;) nennt. Eines dieser Phänomene ist der [[Schmetterlingseffekt]], der beinhaltet, dass beliebig kleine Änderungen unvorhersehbar große Effekte haben können. Chaotische Systeme sind zum Beispiel [[Wetter]], [[Klima]], [[Plattentektonik]], [[turbulente Strömung]]en, [[Konjunktur|Wirtschaftskreisläufe]], [[Internet]] und das [[Bevölkerungswachstum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Katastrophentheorie ===&lt;br /&gt;
Die [[Katastrophentheorie (Mathematik)|Katastrophentheorie]] ist ein Zweig der Mathematik, der sich mit den Verzweigungen von dynamischen Systemen beschäftigt, und beschreibt plötzliche Veränderungen, die sich aus kleinen Veränderungen von Umständen ergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konnektionismus ===&lt;br /&gt;
Der [[Konnektionismus]] versteht ein System als Wechselwirkungen vieler vernetzter einfacher Einheiten. Die meisten konnektionistischen Modelle beschreiben die Informationsverarbeitung in [[Neuronales Netz|Neuronalen Netzen]]. Sie bilden eine Brücke zwischen biologischer Forschung und technischer Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Modellierung ===&lt;br /&gt;
Um Systeme in Modellen beschreiben zu können, spielen Mathematik und Informatik eine große Rolle. Wenn ein System quantitativ beschrieben werden kann und weitere Voraussetzungen erfüllt sind, kann als Beschreibung eine [[Funktion (Mathematik)]] mit Hilfe einer [[Differentialgleichung]] für die Modellierung entwickelt werden. Fehlen diese Voraussetzungen, dann muss die Beschreibung auf einer abstrakteren Ebene erfolgen. Für eine formale Beschreibung mit begrifflichen Mitteln dient in der Mathematik die [[formale Begriffsanalyse]], ein Teilgebiet der [[Ordnungstheorie]]. Auf Seite der Informatik beschäftigt sich die [[Ontologie (Informatik)|Ontologie]] damit, Systeme formal mit begrifflichen Mitteln zu beschreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Medizin ===&lt;br /&gt;
Die [[Medizinische Kybernetik]] umfasst die Anwendung systemtheoretischer, nachrichtentheoretischer, konnektionistischer und entscheidungsanalytischer Konzepte für biomedizinische Forschung und klinische Medizin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ziel der medizinischen Systemtheorie ist es, die komplexen Zusammenhänge des physischen Systems und deren spezifische vernetzte Funktionsweise besser zu verstehen. Dabei werden physiologische Dynamiken im gesunden und erkrankten Organismus identifiziert und systemtheoretisch modelliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dialektische Systemtheorie ===&lt;br /&gt;
Die Dialektische Systemtheorie geht davon aus, dass der Begriff System, verstanden als ein strukturiertes Ganzes, für die Wissenschaft als konstitutiv verstanden werden muss. Als Gegenbegriff des Systems wird das [[Chaos]] gesetzt. Der so verstandene Systembegriff und die Leitunterscheidung System und Chaos werden vor allem bei [[Immanuel Kant|Kant]] und [[Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Hegel]] formuliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendungsbereiche ==&lt;br /&gt;
Neben dem Nutzen der Systemtheorie und [[Kybernetik]] bei der Modellierung komplexer Systeme, etwa in der [[Informatik]], [[Wirtschaft|Ökonomie]] und [[Ökologie]], beziehen sich zahlreiche Fachgebiete wie [[Biologie]], [[Medizin]], [[Psychologie]], [[Psychotherapie]], [[Pädagogik]], [[Soziale Arbeit]] und [[Organisationsentwicklung]] auf die Systemtheorie als Grundlagentheorie. Hierbei werden Modelle der Dynamik komplexer Systeme zur Erklärung von Phänomenen herangezogen. Auch finden die Modelle der Systemtheorie als theoretischer Hintergrund zur Bildung von Hypothesen und zur Planung von Interventionen Verwendung.&amp;lt;ref&amp;gt;Holger Lindemann: &amp;#039;&amp;#039;Konstruktivismus, Systemtheorie und praktisches Handeln. Eine Einführung für pädagogische, psychologische, soziale, gesellschaftliche und betriebliche Handlungsfelder&amp;#039;&amp;#039;. Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Bezug wird oft durch Bezeichnungen wie „systemisch“, „systemisch-konstruktivistisch“ oder „systemisch-lösungsorientiert“ markiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Holger Lindemann: &amp;#039;&amp;#039;Systemisch-lösungsorientierte Gesprächsführung in Beratung, Coaching, Supervision und Therapie.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt; Beispiele sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Systematische Heuristik]]&lt;br /&gt;
* [[Systemische Sozialarbeit]]&lt;br /&gt;
* [[Systemische Therapie]]&lt;br /&gt;
* [[Systemtheorie der Evolution]]&lt;br /&gt;
* Systemisch-Lösungsorientierte Begutachtung&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Elmar Bergmann, Uwe Jopt, Günter Rexilius |Titel=Lösungsorientierte Arbeit im Familienrecht |Verlag=Bundesanzeiger Verlag |Ort=Köln |Datum=2002 |ISBN=3-89817-133-7}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Schnittprinzip]], erste Anwendung der Systemtheorie&lt;br /&gt;
* [[Dissipative Struktur]]&lt;br /&gt;
* [[Viable System Model]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[W. Ross Ashby]]: &amp;#039;&amp;#039;Introduction to Cybernetics.&amp;#039;&amp;#039; 1956.&lt;br /&gt;
* [[Frank Becker (Historiker)|Frank Becker]], Elke Reinhardt-Becker: &amp;#039;&amp;#039;Systemtheorie. Eine Einführung für die Geschichts- und Kulturwissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-593-36848-X.&lt;br /&gt;
* Frank Becker (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichte und Systemtheorie. Exemplarische Fallstudien&amp;#039;&amp;#039; (= Campus historische Studien, Band 37). Campus, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-593-37587-7.&lt;br /&gt;
* [[Ludwig von Bertalanffy]]: &amp;#039;&amp;#039;Zu einer allgemeinen Systemlehre, Biologia Generalis.&amp;#039;&amp;#039; 195, MIT Press/Wiley &amp;amp; Sons, New York/Cambridge 1948, S. 114–129.&lt;br /&gt;
* Ludwig von Bertalanffy: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Systemtheorie.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Universitätszeitung.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 12, 1957, S. 8–12.&lt;br /&gt;
* Ludwig von Bertalanffy: &amp;#039;&amp;#039;General System Theory.&amp;#039;&amp;#039; New York 1976.&lt;br /&gt;
* [[Holger Lindemann]]: &amp;#039;&amp;#039;Systemisch-lösungsorientierte Gesprächsführung in Beratung, Coaching, Supervision und Therapie.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2018.&lt;br /&gt;
* Holger Lindemann: &amp;#039;&amp;#039;Konstruktivismus, Systemtheorie und praktisches Handeln. Eine Einführung für pädagogische, psychologische, soziale, gesellschaftliche und betriebliche Handlungsfelder.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2019.&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Preyer]]: &amp;#039;&amp;#039;System-, Medien- und Evolutionstheorie. Zu Niklas Luhmanns Ansatz&amp;#039;&amp;#039;. In: Gerhard Preyer, Georg Peter, Alexander Ulfig (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Protosoziologie im Kontext. Lebenswelt und System in Philosophie und Soziologie.&amp;#039;&amp;#039; Würzburg 1996, ISBN 3-8260-1248-8, S. 302–346.&lt;br /&gt;
* [[Günter Ropohl]]: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Systemtheorie. Einführung in transdisziplinäres Denken&amp;#039;&amp;#039;. edition sigma, Berlin 2012, ISBN 978-3-8360-3586-6.&lt;br /&gt;
* Rudolf Seising: &amp;#039;&amp;#039;Von der Allgemeinen Systemtheorie zur Fuzzy Theorie. Oder: Dr. Jekyll und Mr. Hyde in Wissenschaft und Technik.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Technikgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 67, 2000, Hef. 4, S. 275–301.&lt;br /&gt;
* Fritz B. Simon: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in Systemtheorie und Konstruktivismus.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. Carl-Auer-Systeme, Heidelberg 2011.&lt;br /&gt;
* [[Dezsö Varjú]]: &amp;#039;&amp;#039;Systemtheorie für Biologen und Mediziner.&amp;#039;&amp;#039; 1977.&lt;br /&gt;
* [[Norbert Wiener]]: &amp;#039;&amp;#039;Cybernetics or Control and Communication in the Animal and the Machine.&amp;#039;&amp;#039; Hermann Editions, Paris 1948.&lt;br /&gt;
* Johannes Zimmermann: &amp;#039;&amp;#039;Für eine Geschichte der Systemwissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; Beiträge des Institutes für Umweltsystemforschung, Osnabrück 2010, {{ISSN|1433-3805}} ([https://www.usf.uni-osnabrueck.de/fileadmin/DE/Institut/Publikationen/Schriftenreihe/053-zimmermann.pdf Online]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4058812-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Teilgebiete der Kybernetik}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4058812-9|LCCN=sh85131743}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Systemtheorie| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interdisziplinäre Wissenschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Fährtenleser</name></author>
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