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	<title>Skorbut - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Skorbut&amp;diff=3370&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Tippfehler korrigiert</title>
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		<updated>2025-09-12T22:38:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tippfehler korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| BREITE = &lt;br /&gt;
| 01-CODE = E54&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG = Askorbinsäuremangel&amp;lt;br /&amp;gt;Vitamin-C-Mangel&amp;lt;br /&amp;gt;Skorbut&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Infobox International Classification of Diseases 11&lt;br /&gt;
| Code-01 = 5B56.0&lt;br /&gt;
| Data-01 = Skorbut&lt;br /&gt;
| Code-02 = 3A03.2&lt;br /&gt;
| Data-02 = Skorbutanämie&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Skorbut&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (veraltet auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Scharbock&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Mundfäule&amp;#039;&amp;#039;) ist eine bei Menschen, Affen und Meerschweinchen auftretende&amp;lt;ref&amp;gt;Barbara I. Tshisuaka: &amp;#039;&amp;#039;Skorbut.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner E. Gerabek]], Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]], Wolfgang Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S.&amp;amp;nbsp;1338&amp;amp;nbsp;f., hier: S.&amp;amp;nbsp;1338&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Hypovitaminose|Vitaminmangelkrankheit]], die bei anhaltendem Fehlen von [[Ascorbinsäure|Vitamin&amp;amp;nbsp;C]] in der Nahrung bei Menschen nach zwei bis vier Monaten auftritt und auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;(Vitamin-) C-Avitaminose&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet wurde. Bei [[Säugling]]en wird die Erkrankung auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Möller-Barlow-Krankheit, Möller-Barlowsche Krankheit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Möller-Barlow-Syndrom&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, nach [[Thomas Barlow]] (1845–1945) und [[Julius Otto Ludwig Möller]] (1819–1887).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Symptome und Beschwerden ==&lt;br /&gt;
Folgende [[Symptom]]e treten bei dieser [[Mangelerkrankung]] –&amp;amp;nbsp;teilweise erst mehrere Monate nach Beginn des Mangels an Vitamin&amp;amp;nbsp;C&amp;amp;nbsp;– auf:&lt;br /&gt;
[[Datei:Scorbutic gums.jpg|mini|Zahnfleischbluten bei Skorbut]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Scorbutic tongue.jpg|mini|Einblutungen der Zunge]]&lt;br /&gt;
* [[Zahnfleischbluten]] und [[Zahnfleischwucherung]] (Gingivahyperplasie) sowie später Zahnausfall&lt;br /&gt;
* Anfälligkeit für [[Infektionskrankheit]]en&lt;br /&gt;
* Erschöpfung und [[Müdigkeit]]&lt;br /&gt;
* schlechte Heilung von [[Wunde]]n&lt;br /&gt;
* Hautprobleme ([[Ekchymose]]n, [[Hyperkeratose]]) und [[Dermatitis|Hautentzündungen]] sowie Hautblutungen ([[Petechie]]n) und Blutungen im Bereich der Haarfollikel (perifollikuläre Hämorrhagien)&lt;br /&gt;
* Muskelschwund&lt;br /&gt;
* Knochenschmerzen durch Blutungen unter der Knochenhaut (subperiostal), hierdurch teilweise Hinken, Schonhaltung, Bewegungseinschränkung&lt;br /&gt;
* Gelenkentzündungen&lt;br /&gt;
* hohes Fieber&lt;br /&gt;
* starker Durchfall&lt;br /&gt;
* plötzlicher Schwindel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Leistungsfähigkeit und die Arbeitskraft lassen erheblich nach. Skorbut kann zum Tod durch [[Herzinsuffizienz|Herzschwäche]] führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Röntgen]]aufnahmen zeigen sich deutliche Abhebungen der Knochenhaut durch Blutungen (subperiostale Hämorrhagien), besonders an den [[Metaphyse]]n. Bei Kindern und Jugendlichen sind die [[Wachstumsfuge]]n verbreitert und unregelmäßig, oft mit einer zusätzlichen weißen Linie metaphysär (Frankl-Linie) und einer hypodensen „Trümmerfeld“-Zone darunter, der sogenannten „Skorbut-Linie“. Das Knochenalter ist meist ein oder zwei Jahre hinter dem biologischen Alter zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;C. P. Duggan u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|A 9-year old boy with bone pain, rash and gingival hypertrophy. Case Record}}.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|The New England Journal of Medicine}}.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;357, Nummer&amp;amp;nbsp;4, 2007, S.&amp;amp;nbsp;392&amp;amp;nbsp;f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen und Behandlung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:L-Ascorbic acid.svg|200px|mini|Strukturformel der &amp;lt;small&amp;gt;L&amp;lt;/small&amp;gt;-Ascorbinsäure]]&lt;br /&gt;
Die Ursache von Skorbut ist ein Mangel an [[Ascorbinsäure|Vitamin&amp;amp;nbsp;C]], verursacht durch zum Beispiel zu geringen Verzehr von frischem Obst und Gemüse&amp;lt;!-- oder rohem Fleisch bzw. rohem Fisch -- zu wenig roher Fisch/rohes Fleisch? zumindest missverständlich formuliert, siehe Disk!--&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Barbara L. Tshisuaka: &amp;#039;&amp;#039;Skorbut.&amp;#039;&amp;#039; In: Werner E. Gerabek (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Berlin / New York 2005, S.&amp;amp;nbsp;1338&amp;amp;nbsp;f&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Behandlung der Krankheit besteht somit in der Einnahme bzw. Gabe von Vitamin&amp;amp;nbsp;C oder dem Verzehr entsprechend vitaminhaltiger Nahrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Symptome des Skorbuts gehen auf die fehlerhafte [[Biosynthese]] des [[Kollagen]]s zurück: Bei der Hydroxylierung der Aminosäuren Prolin zu Hydroxyprolin durch das Enzym Prolyl-4-Hydroxylase (EC 1.14.11.2) und Lysin zu Hydroxylysin durch das Enzym Lysylhydroxylase (EC 1.14.11.4), während der Kollagensynthese wird von dem Sauerstoffmolekül nur ein Sauerstoffatom benötigt. Das andere übernimmt der Cofaktor Ascorbinsäure (Vitamin C), der dabei zu Dehydroascorbinsäure und Wasser oxidiert wird. Bei anhaltendem Fehlen von Vitamin C in der Nahrung  kommt es zu einer gestörten Kollagensynthese und damit zu einer gestörten Bildung der [[Sharpey-Faser]]n, die nun ihrer Funktion als Strukturprotein nicht nachkommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Klaus Kühn |Titel=Struktur und Biochemie des Kollagens |Sammelwerk=Chemie in unserer Zeit |Band=8 |Nummer=4 |Datum=1974-08 |ISSN=0009-2851 |DOI=10.1002/ciuz.19740080402 |Seiten=97–103 |Online=https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ciuz.19740080402 |Abruf=2025-05-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Eckhart Buddecke |Titel=Biochemische Grundlagen der Zahnmedizin |Verlag=De Gruyter |Ort=Hawthorne |Datum=2013 |ISBN=978-3-11-085820-4 |Abruf=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei schwerem Skorbut auftretende [[Depression]] hingegen könnte mit der gestörten Bildung von [[Noradrenalin]], sekundär [[Adrenalin]] sowie [[Serotonin]] zusammenhängen, da deren Synthese Vitamin-C-abhängig erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ina Bohrer, Mandy Roy, Bert te Wildt, Hinderk M. Emrich, Martin D. Ohlmeier, Wido Nager |Titel=Skorbut — eine zu Unrecht vergessene Hypovitaminose |Sammelwerk=MMW – Fortschritte der Medizin |Band=149 |Nummer=45 |Datum=2007-11-01 |ISSN=1613-3560 |DOI=10.1007/BF03365190 |Seiten=41–43 |Online= |Abruf=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stoffwechsel-Untersuchungen mit [[Kohlenstoff#Isotope|&amp;lt;sup&amp;gt;14&amp;lt;/sup&amp;gt;C]]-markiertem Vitamin&amp;amp;nbsp;C zeigen, dass der tägliche Umsatz beim Menschen unabhängig von der Vitamin-C-Zufuhr etwa 20&amp;amp;nbsp;mg beträgt. Die Fachinformation des [[Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte|Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte]] (BfArM) gibt für Vitamin&amp;amp;nbsp;C einen täglichen [[Stöchiometrie|Gesamt-Umsatz]] von etwa 1&amp;amp;nbsp;mg/kg Körpergewicht an. Der Tagesbedarf eines gesunden Erwachsenen beträgt laut Empfehlung der [[Deutsche Gesellschaft für Ernährung|Deutschen Gesellschaft für Ernährung]] 100&amp;amp;nbsp;mg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dge&amp;quot;&amp;gt;[[Deutsche Gesellschaft für Ernährung|DGE]]: {{Webarchiv |url=http://www.dge.de/modules.php?name=Content&amp;amp;pa=showpage&amp;amp;pid=4&amp;amp;page=11 |text=&amp;#039;&amp;#039;Die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Vitamin&amp;amp;nbsp;C&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20130925091919}} Gültig für den Bereich [[D-A-CH]], Stand 2008&amp;lt;/ref&amp;gt; Zur Vermeidung von Skorbut können jedoch bereits 10&amp;amp;nbsp;mg am Tag ausreichend sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Huth, Erich Muskat, Angelika Winzen: &amp;#039;&amp;#039;Ernährung, Diätetik und Lebensmittelrecht.&amp;#039;&amp;#039; 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Heidelberg/Wiesbaden 1989, S.&amp;amp;nbsp;59 und 67&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Namensherkunft ==&lt;br /&gt;
Der deutsche Krankheitsname &amp;#039;&amp;#039;Skorbut&amp;#039;&amp;#039; stammt (wie {{enS|scurvy}}) über mittel{{laS|scorbutus}} von russisch {{lang|ru-Latn|skrobot|de=das Kratzen}} und ist verwandt mit „schrappen“ („schaben“).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Kluge]], [[Alfred Götze (Philologe)|Alfred Götze]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache]].&amp;#039;&amp;#039; 20.&amp;amp;nbsp;Auflage, hrsg. von [[Walther Mitzka]]. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21.&amp;amp;nbsp;unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S.&amp;amp;nbsp;712&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der alte deutsche Name &amp;#039;&amp;#039;Scharbock&amp;#039;&amp;#039; (als &amp;#039;&amp;#039;Schorbock&amp;#039;&amp;#039; seit 1486 im meißnischen Binnenland belegt, als &amp;#039;&amp;#039;Scharbock&amp;#039;&amp;#039; seit 1534 in Köln) ist unter verschiedenen Anlehnungen aus dem lateinischen Namen entstellt und nicht ganz sicher geklärt (vgl. [[Scharbockskraut]]): Nach einer Erklärung hat das Wort seinen Ursprung im [[Holländischer Dialekt|holländischen]] &amp;#039;&amp;#039;Scheurerbek&amp;#039;&amp;#039; („wunder [[Mund]]“, von &amp;#039;&amp;#039;bek&amp;#039;&amp;#039; „Mund“); im heutigen Niederländischen heißt Skorbut &amp;#039;&amp;#039;{{lang|nl|Scheurbuik}}&amp;#039;&amp;#039; („wunder [[Abdomen|Bauch]]“ seit dem 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert, vielleicht unter Einwirkung von &amp;#039;&amp;#039;{{lang|nl|scheur-mond}},&amp;#039;&amp;#039; der „Mundfäule“). Niederdeutsch existierten im 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert bereits die Formen &amp;#039;&amp;#039;{{lang|nds|scerbuk}}&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;{{lang|nds|schorbuk}}.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Kluge, Alfred Götze, S.&amp;amp;nbsp;712&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einer anderen Erklärung stammt es vom [[Urgermanisch|germanischen]] (isländischen) &amp;#039;&amp;#039;Skyrbjūgr&amp;#039;&amp;#039; ab, von &amp;#039;&amp;#039;[[Skyr]]&amp;#039;&amp;#039; („[[Dickmilch|Sauermilch]]“, „[[Quark (Milchprodukt)|Quark]]“) und &amp;#039;&amp;#039;Bjúgr,&amp;#039;&amp;#039; einer [[Gewebe (Biologie)|Gewebeveränderung]], womit also eine Krankheit beschrieben wurde, die hauptsächlich auftritt, wenn man sich in Notzeiten oder auf Schiffsreisen&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Alfred Kozian: &amp;#039;&amp;#039;Skorbut und Beriberi auf deutschen Segelschiffen im Spiegel der Seeamtsentscheidungen. Teil&amp;amp;nbsp;1: Skorbut.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Schiffahrtsarchiv.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;22, 1999, S.&amp;amp;nbsp;109–140&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ralf Vollmuth]]: &amp;#039;&amp;#039;Anmerkungen zur Schiffshygiene, Ernährung, Gesundheitsvor- und -fürsorge in der militärischen Seefahrt des Reiches zur Zeit des Landsknechtswesens.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Würzburger medizinhistorische Mitteilungen.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;11, 1993, S.&amp;amp;nbsp;289–310, hier: S.&amp;amp;nbsp;297&amp;amp;nbsp;ff. &amp;#039;&amp;#039;(Anmerkungen zur Ernährung auf See).&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; von länger haltbaren, aber [[Vitamine|vitaminarmen]] [[Lebensmittel]]n wie [[Zwieback]] ernähren musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Seit dem 2.&amp;amp;nbsp;Jahrtausend v.&amp;amp;nbsp;Chr. war Skorbut in [[Altes Ägypten|Ägypten]] als Krankheit bekannt. Später schrieben der griechische Arzt [[Hippokrates von Kos|Hippokrates]] und der römische Autor [[Plinius der Ältere|Plinius]] darüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter verfasste beispielsweise ein Autor namens Meister Heinrich von Braunschweig einen (verlorengegangenen) diätetisch-medizinischen Text zum Skorbut mit Bade- und Ernährungsregeln sowie Verhaltensregeln und Heilmitteln dagegen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Wegner: &amp;#039;&amp;#039;Heinrich von Braunschweig, Meister.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner E. Gerabek]], Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]], Wolfgang Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S.&amp;amp;nbsp;563&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im sogenannten [[Zeitalter der Entdeckungen]] (15. bis 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert) war Skorbut eine Haupt-[[Todesursache]] bei [[Matrose|Seeleuten]]; so verlor zum Beispiel das Schiff von [[Vasco da Gama]] auf einer Reise von 160 Mann Besatzung etwa 100 Mann durch Skorbut. Grund für das Auftreten von Skorbut auf [[Schifffahrt|See]] war die mangelhafte [[Ernährung des Menschen|Ernährung]], die hauptsächlich aus konservierter oder getrockneter Nahrung ([[Pökelfleisch]] und [[Hartkeks|Schiffszwieback]]) bestand.&lt;br /&gt;
Der Mannschaft des französischen Seefahrers [[Jacques Cartier|Cartier]] wurde 1535 von Küstenindianern auf Neufundland mit einem Sud aus Fichtennadeln geholfen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=J. Tillmanns |Titel=Zeitschrift für Untersuchung der Lebensmittel |Band=6868 |Verlag=Springer |Ort=Berlin |Datum=1934 |Seiten=404 |Online={{Google Buch |BuchID=tiwHAQAAIAAJ |Hervorhebung=Skorbut Neufundland}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1601 verfasste [[Ernst Hettenbach]] der Ältere, Professor zu Wittenberg, eine Abhandlung über Skorbut in lateinischer Sprache, die später in den Besitz der [[Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden|Sächsischen Staatsbibliothek Dresden]] überging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1652 entstand, nachdem der Vorschlag eines englischen Geistlichen der Indienkompanie von der Regierung in London abgelehnt worden war, am [[Kap der guten Hoffnung]] eine niederländische Niederlassung, deren Zweck es vor allem war, die holländische Flotte bei Ostasienfahrten mit frischem Gemüse zu versorgen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Otto Westphal (Chemiker)|Otto Westphal]], [[Theodor Wieland]], Heinrich Huebschmann: &amp;#039;&amp;#039;Lebensregler. Von Hormonen, Vitaminen, Fermenten und anderen Wirkstoffen.&amp;#039;&amp;#039; Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1941 (= &amp;#039;&amp;#039;Frankfurter Bücher. Forschung und Leben.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;1), S.&amp;amp;nbsp;45&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der österreichische Militärarzt Johann Georg Heinrich Kramer (nach ihm wurde [[Kramer Rocks]] benannt) war 1720 mit einer Feldarmee in Ungarn, als bei den Soldaten eine schwere Skorbutepidemie ausbrach, und forderte „antiskorbutische Kräuter“ an, die allerdings nicht frisch (und somit unwirksam) eintrafen. Er erkannte grünes Gemüse, Orangen, Zitronen als Saft, Marmelade oder Limonade als wirksame Mittel gegen Skorbut und notierte dies später in seinem Tagebuch.&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Westphal, Theodor Wieland, Heinrich Huebschmann: &amp;#039;&amp;#039;Lebensregler. Von Hormonen, Vitaminen, Fermenten und anderen Wirkstoffen.&amp;#039;&amp;#039; 1941, S.&amp;amp;nbsp;45&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1734 forderte der Theologe und Mediziner [[Johann Friedrich Bachstrom]] die Verwendung von frischem Obst und Gemüse zur Heilung von Skorbut.&amp;lt;ref&amp;gt;J. F. Bachstrom: &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|Observationes circa scorbutum: ejusque indolem, causas, signa, et curam, institutæ, eorum præprimis in usum, qui Groenlandiam &amp;amp; Indiam Orientis petunt}}.&amp;#039;&amp;#039; Conrad Wishoff, Leiden 1734&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der britische [[Schiffsarzt]] [[James Lind]] zeigte 1754 in einer Studie, dass [[Zitrusfrucht|Zitrusfrüchte]] gegen Skorbut helfen.&amp;lt;ref&amp;gt;James Lind: [https://www.jameslindlibrary.org/lind-j-1753/ &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|A Treatise on the Scurvy}}.&amp;#039;&amp;#039;] London 1753&amp;lt;/ref&amp;gt; Linds Erkenntnisse setzten sich allerdings aus zwei Gründen nur langsam in der [[Royal Navy|britischen Marine]] durch: Erstens waren Vitamine noch unbekannt. Selbst Lind vermutete zunächst, dass die heilende Wirkung der Säure in den Zitrusfrüchten zuzuschreiben sei. Folglich wurde nach billigeren Säuren als Skorbut-Heilmittel gesucht. Zweitens wurden die Zitrusfrüchte nur als Heilmittel betrachtet und Zitronensaft konsequenterweise nur vom Schiffsarzt ausgegeben. Dass sie eine vorbeugende Wirkung haben, blieb zunächst unbekannt (ausführlich dazu der Abschnitt [[James Lind#Eine Therapie für Skorbut|Eine Therapie für Skorbut]] im Artikel über James Lind). Erst 1795 verfügte die britische Admiralität, dass an die Besatzung von Schiffen der Royal Navy täglich eine Ration [[Zitrone]]n&amp;lt;nowiki /&amp;gt;saft ausgegeben werden solle. Ab 1844 wurde diese Maßnahme auch in der britischen Handelsmarine beherzigt. Im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert kam statt Zitronen- zumeist [[Limette]]n&amp;lt;nowiki /&amp;gt;saft zum Einsatz, wiewohl Limetten deutlich weniger Vitamin&amp;amp;nbsp;C enthalten als Zitronen und daher als Skorbut-Prophylaktikum auch weniger effizient sind. 1844 wurden Schiffseigner mit dem Erlass des &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|Merchant Seamen’s Act}}&amp;#039;&amp;#039; per Gesetz dazu verpflichtet, auf allen Fahrten nach Übersee stets Zitronen- oder Limettensaft mitzuführen und diesen spätestens dann täglich auszugeben, wenn in der [[Messe (Schifffahrt)|Mannschaftsmesse]] länger als zehn Tage [[Einsalzen|Eingesalzenes]] statt frischen [[Proviant]]s aufgetischt werden sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Christopher Lloyd (Historiker)|Christopher Lloyd]]: &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|The Introduction of Lemon Juice as a Cure for Scurvy}}.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|Bulletin of the History of Medicine}}.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;35, Nr.&amp;amp;nbsp;2, 1961, S.&amp;amp;nbsp;123–132.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von der täglichen Ration Zitrussaft leitet sich der noch heute auch im Deutschen geläufige Spitznamen „Limey“ für britische Matrosen (oder auch die Briten im Allgemeinen) ab, dem der Ausdruck [[Kraut (Ethnophaulismus)|„Krauts“]] für die [[Sauerkraut]] essenden norddeutschen Handelsschiffer gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Georg Forster]] berichtet, dass man mit Malz-[[Maische]] den Skorbut sehr wirksam bekämpft habe. Die Reiseberichte von [[James Cook]] erwähnen, dass das Auftreten von Skorbut durch Verspeisen von frischem [[Seelöwe]]n&amp;lt;nowiki /&amp;gt;fleisch verhindert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Westphal, Theodor Wieland, Heinrich Huebschmann: &amp;#039;&amp;#039;Lebensregler. Von Hormonen, Vitaminen, Fermenten und anderen Wirkstoffen.&amp;#039;&amp;#039; 1941, S.&amp;amp;nbsp;45.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch an Land trat Skorbut auf, besonders in den [[Winter]]monaten und in [[Belagerung|belagerten]] [[Festung]]en oder bei den ersten [[Nordamerika]]-Siedlern, wo Obst und Gemüse anfangs knapp waren. [[Maximilian zu Wied-Neuwied]] erkrankte am 11.&amp;amp;nbsp;März 1834 am Missouri in Fort Clark an Skorbut. Nach dem Verzehr der Blätter und Zwiebeln der weißblühenden wilden [[Allium textile|Präriezwiebel]] &amp;#039;&amp;#039;Allium textile&amp;#039;&amp;#039; (alter Name &amp;#039;&amp;#039;Allium reticulatum&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;{{GRIN|ID=2359|WissName=Allium reticulatum}}&amp;lt;/ref&amp;gt; genas er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1860 beschrieb Julius Möller und 1883 Thomas Barlow den Kinderskorbut.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S.&amp;amp;nbsp;43&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Robert Falcon Scott]] seine erste Expedition (1901–1904) in die [[Antarktis]] unternahm, war die vorherrschende Theorie, dass Skorbut durch [[Ptomain]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;vergiftung verursacht würde, insbesondere durch Fleisch in Konservendosen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{&amp;quot;|I understand that scurvy is now believed to be ptomaine poisoning|Sprache=en}}. Scott, Robert F.: &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|The Voyage of the Discovery}},&amp;#039;&amp;#039; Smith, Elder &amp;amp; Co, London 1905, S.&amp;amp;nbsp;550&amp;lt;/ref&amp;gt; Scott erkannte allerdings, dass eine Diät aus frischem Fleisch von antarktischen Robben den Skorbut heilte, bevor es zu schweren Erkrankungen oder Todesfällen in seiner Mannschaft kam.&amp;lt;ref&amp;gt;„{{lang|en|[no] party wintering in the Antarctic Regions will have great difficulty in providing themselves with fresh food; and, as we have proved, where such conditions exist there need be no fear of the dreaded word ‚scurvy‘.}}“ Robert F. Scott: &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|The Voyage of the Discovery}}.&amp;#039;&amp;#039; Smith, Elder &amp;amp; Co, London 1905, S.&amp;amp;nbsp;556&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weniger Glück hatten 1907 diejenigen afrikanischen Kriegsgefangenen in [[Deutsch-Südwestafrika]] (heute Namibia), die auf der [[Shark Island (Namibia)|Haifischinsel]] interniert waren. Von den mehr als 2000 am Eisenbahnbau eingesetzten Häftlingen starben zwei Drittel, die meisten an Skorbut. Ein deutscher Missionar vermutete als Ursache das raue Klima am Meer, das die Afrikaner nicht gewohnt seien, und plädierte, zunächst erfolglos, für eine Umsiedlung ins Landesinnere.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KolonialkriegNamibia&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Casper W. Erichsen |Hrsg=Jürgen Zimmerer, Joachim Zeller |Titel=Völkermord in Deutsch-Südwestafrika: Der Kolonialkrieg (1904–1908) in Namibia und seine Folgen. |Verlag=Ch. Links Verlag |Ort=Berlin |Datum=2016 |ISBN=978-3-86153-898-1 |Kapitel=Zwangsarbeit im Konzentrationslager auf der Haifischinsel |Seiten=80–85 |Online=https://books.google.co.uk/books?id=fE0wDAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA84&amp;amp;lpg=PA84&amp;amp;dq=skorbut+haifischinsel&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=iOAg6uVJPr&amp;amp;sig=iZ7AIM1cI2KDdyEBwi5-BoVwxYE&amp;amp;hl=en&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjXnqzy7LTcAhWFK8AKHZzGCYAQ6AEwCHoECAEQAQ#v=onepage&amp;amp;q=skorbut%20haifischinsel&amp;amp;f=false}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1907 entdeckten die beiden norwegischen Ärzte [[Axel Holst (Hygieniker)|Axel Holst]] und [[Theodor Frølich]] zufällig,&amp;lt;ref&amp;gt;Sie studierten eigentlich den „Schiffs-[[Beriberi]]“ bei Schiffsbesatzungen der norwegischen Fischereiflotte.&amp;lt;/ref&amp;gt; dass Meerschweinchen skorbutanfällig sind. Skorbut ist im Tierreich selten, da die meisten Spezies ihr Vitamin&amp;amp;nbsp;C selbst synthetisieren. Somit konnten Meerschweinchen erstmals als „Tiermodell“ im Labor zur Erforschung des Skorbuts dienen. Die Forscher hatten die Meerschweinchen verschiedenen Diäten aus Getreide (vorwiegend Reis) und Mehl ausgesetzt. Daraufhin konnten Holst und Frølich erstmals den Skorbut, der bis dahin nur bei Menschen beobachtet wurde, an Tieren nachweisen. Sie zeigten ferner, dass durch bestimmte Fütterungszusätze die Krankheit bei den Meerschweinchen geheilt werden konnte. Damit leisteten sie eine wesentliche Voraussetzung&amp;lt;ref&amp;gt;K. R. Norum, H. J. Grav: &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|Axel Holst and Theodor Frolich--pioneers in the combat of scurvy}}.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;{{lang|no|Tidsskr Nor Laegeforen}}.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;122, Nr.&amp;amp;nbsp;17, Juni 2002, PMID 12555613, S.&amp;amp;nbsp;1686–1687 (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; zur Entdeckung des [[Ascorbinsäure|Vitamins&amp;amp;nbsp;C]] (Ascorbinsäure) als kausalen Faktor im Jahre 1932 durch den ungarischen Biochemiker [[Albert von Szent-Györgyi Nagyrápolt|Albert von Szent-Györgyi]] und den amerikanischen Forscher [[Charles Glen King]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Molekülstruktur von Ascorbinsäure per [[Kristallstrukturanalyse]] durch [[Walter Norman Haworth]] aufgeklärt worden war&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=M. Stacey |Titel=Haworth Memorial Lecture. The consequences of some projects initiated by Sir Norman Haworth |Sammelwerk=Chemical Society Reviews |Band=2 |Datum=1973 |Seiten=145–161 |Sprache=en |DOI=10.1039/CS9730200145}}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Nobelpreis für Chemie für seine &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen an Kohlenhydraten und Vitamin&amp;amp;nbsp;C&amp;#039;&amp;#039; 1937&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.nobelprize.org/nobel_prizes/chemistry/laureates/1937/ |titel=The Nobel Prize in Chemistry 1937 |werk=Nobelprize.org |sprache=en |abruf=2013-11-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) und [[Tadeus Reichstein]] die im großen Maßstab durchführbare [[Reichstein-Synthese]] entwickelt hatte, begann 1934 Roche mit der industriellen Vitamin-C-Synthese.&amp;lt;ref name=&amp;quot;SpiOn Vitaminschub&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Markus Grill |url=http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/nationalsozialismus-vitaminschub-fuer-den-volkskoerper-a-809998.html |titel=Nationalsozialismus: Vitaminschub für den Volkskörper |datum=2012-01-19 |abruf=2013-11-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert trat Skorbut massenhaft während des [[Russisch-Japanischer Krieg|Japanisch-Russischen Krieges]], des [[Erster Weltkrieg|Ersten]]&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Westphal, Theodor Wieland, Heinrich Huebschmann: &amp;#039;&amp;#039;Lebensregler. Von Hormonen, Vitaminen, Fermenten und anderen Wirkstoffen.&amp;#039;&amp;#039; 1941, S.&amp;amp;nbsp;46&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] sowie in den deutschen [[Konzentrationslager]]n und im sowjetischen [[Gulag]] auf. Demgegenüber trieben die Nationalsozialisten die [[Ascorbinsäure#Die Zeit des Nationalsozialismus|Versorgung der Bevölkerung]] mit den damals gerade erst entdeckten Vitaminen, insbesondere Vitamin&amp;amp;nbsp;C, aktiv voran.&amp;lt;ref name=&amp;quot;SpiOn Vitaminschub&amp;quot; /&amp;gt; In der [[Nachkriegszeit in Deutschland]] war Skorbut unter den [[Kind]]ern von [[Heimatvertriebene]]n verbreitet. Auch hier kam oft &amp;lt;!-- der bereits erwähnte --&amp;gt; Fichtennadelsud zum Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Skorbut ist eine häufige Begleiterscheinung von [[Unterernährung]] (andere solche Mangelkrankheiten sind etwa [[Beriberi]] oder [[Pellagra]]) und ist deshalb noch weltweit verbreitet, besonders in [[Am wenigsten entwickelte Länder|unterentwickelten Ländern]]. Da heute Obst und Gemüse ganzjährig verfügbar sind, tritt Skorbut in den Industrieländern nur noch selten auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Skorbut erfährt teilweise bei Kindern auch in entwickelten Ländern ein bemerkenswertes Wiederaufleben, wobei sich die Fallzahlen in den letzten fünf Jahren beispielsweise in den USA verdreifacht haben. Dies gilt insbesondere für Kinder mit einem schwachen sozioökonomischen Hintergrund.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ulrich Mutschler |Titel=Verdreifachung in fünf Jahren – Wiederaufleben von Skorbut auch bei Kindern in den USA |Sammelwerk=Pädiatrie |Band=36 |Nummer=5 |Datum=2024-10-01 |ISSN=2196-6443 |DOI=10.1007/s15014-024-5528-8 |Seiten=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Scharbockskraut]] hat seinen Namen, weil es im [[Frühjahr]] zur Behandlung von Skorbut gegessen wurde, ebenso wie [[Brennnessel]]n. Beide sind reich an Vitamin&amp;amp;nbsp;C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pflanzliche Mittel gegen Skorbut ==&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle zeigt einige pflanzliche Mittel gegen Skorbut sowie ihre historische und aktuelle Bedeutung.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
!Name&lt;br /&gt;
!Bild&lt;br /&gt;
!Beschreibung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Abendländischer Lebensbaum]] (&amp;#039;&amp;#039;Thuja occidentalis&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
|[[Datei:Thuja occidentalis 003.JPG|100px]]&lt;br /&gt;
|Der Abendländische Lebensbaum gilt als das erste überlieferte Heilmittel gegen Skorbut. Der Sud aus seinen Zweigen wurde auf den Expeditionen von [[Jacques Cartier]] erfolgreich eingesetzt, geriet jedoch schnell in Vergessenheit. Heute ist der Konsum des Suds jedoch aufgrund des neurotoxischen [[Thujone|Thujons]] problematisch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Roth&amp;quot;&amp;gt;K. Roth: &amp;#039;&amp;#039;Chemische Köstlichkeiten.&amp;#039;&amp;#039; Wiley-VCH, Weinheim 2010, S.&amp;amp;nbsp;114&amp;lt;/ref&amp;gt; Dennoch ist der Baum als Heckenpflanze beliebt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Zwiebel]] (&amp;#039;&amp;#039;Allium cepa&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
|[[Datei:Yellowonion-edit1.jpg|100px]]&lt;br /&gt;
|Auf Skorbut bezogen ist auch der Einsatz der Zwiebel eher historisch bedingt. Aufgrund ihres erhöhten Gehaltes an [[Ascorbinsäure|Vitamin&amp;amp;nbsp;C]] sowie der langen Haltbarkeit wurden sie häufig auf langen Seereisen eingesetzt und roh verzehrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Roth&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Sauerkraut]] (&amp;#039;&amp;#039;Brassica oleracea&amp;#039;&amp;#039; var. &amp;#039;&amp;#039;capitata&amp;#039;&amp;#039; f. &amp;#039;&amp;#039;alba&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
|[[Datei:Wesselburenkraut 19.06.2012 18-35-26.jpg|100px]]&lt;br /&gt;
|Der bei der [[Fermentation]] von [[Weißkohl]] erforderliche niedrige [[pH-Wert]] sorgt dafür, dass ein Teil des enthaltenen [[Ascorbinsäure|Vitamins&amp;amp;nbsp;C]] erhalten bleibt. Vor allem in Ost- und Nordeuropa war Sauerkraut darum ein beliebter [[Ascorbinsäure|Vitamin-C]]-Lieferant.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Roth&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Kartoffel]] (&amp;#039;&amp;#039;Solanum tuberosum&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
|[[Datei:Kartoffel Corinna 01 (fcm).jpg|100px]]&lt;br /&gt;
|Obwohl das [[Nachtschattengewächse|Nachtschattengewächs]] schon 1555 nach [[Europa]] kam, wurde es in [[Deutschland]] erst zu Beginn des 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts als Hauptnahrungsmittel eingesetzt. Die Knolle ist extrem vitaminreich, auch an [[Ascorbinsäure|Vitamin&amp;amp;nbsp;C]]. Darum stellte sie damals vor allem die Hauptnahrungsquelle der armen Bevölkerung dar, sodass nach schweren Kartoffelmissernten durch Schädlingsbefall regelmäßig Skorbut auftrat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Roth&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Paprika]] (&amp;#039;&amp;#039;Capsicum annuum&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
|[[Datei:Paprika jm26984.jpg|100px]]&lt;br /&gt;
|Der Legende nach bekam der Chemiker und spätere Nobelpreisträger [[Albert Szent-Gyorgyi|Albert Szent-Györgyi]] eines Tages von seiner Frau Paprika zum Abendbrot serviert. Da er keinen Appetit hatte, untersuchte er die (aus botanischer Sicht) [[Beere]] und fand heraus, dass diese reich an [[Ascorbinsäure|Vitamin&amp;amp;nbsp;C]] ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Roth&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Acerola]] (&amp;#039;&amp;#039;Malpighia glabra&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
|[[Datei:Acerola Malpighia glabra.jpg|100px]]&lt;br /&gt;
|Der [[Fruchtsaft]] der [[Frucht]] enthält bis zu 4,5 % [[Ascorbinsäure|Vitamin&amp;amp;nbsp;C]], der Gehalt des Vitamins ist bei ungereiften Früchten höher. Aufgrund des hohen Gehaltes an [[Ascorbinsäure|Vitamin&amp;amp;nbsp;C]] wird der getrocknete Acerolasaft heutzutage als natürlicher [[Lebensmittelzusatzstoff]] in [[Bio-Lebensmittel|Bioprodukten]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Gummibärchen]]) eingesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Roth&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* D. Léger: &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|Scurvy: reemergence of nutritional deficiencies}}.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|Canadian Family Physician}}.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;54, Oktober 2008, S.&amp;amp;nbsp;1403–1406, PMID 9059387. Review PMID 18854467&lt;br /&gt;
* Malte Stamm: &amp;#039;&amp;#039;Skorbut. Pest der See.&amp;#039;&amp;#039; Shaker Verlag, Düren 2021, ISBN 978-3-8440-7887-9&lt;br /&gt;
* Sabine Streller, Klaus Roth: &amp;#039;&amp;#039;Von Seefahrern, Meerschweinchen und Citrusfrüchten. Der lange Kampf gegen Skorbut.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Chemie in unserer Zeit.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;43, 2009, S.&amp;amp;nbsp;38–54. [[doi:10.1002/ciuz.200900481]]&lt;br /&gt;
* [[Otto Westphal (Chemiker)|Otto Westphal]], [[Theodor Wieland]], Heinrich Huebschmann: &amp;#039;&amp;#039;Lebensregler. Von Hormonen, Vitaminen, Fermenten und anderen Wirkstoffen.&amp;#039;&amp;#039; Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1941 (= &amp;#039;&amp;#039;Frankfurter Bücher. Forschung und Leben.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;1), S.&amp;amp;nbsp;44–47 &amp;#039;&amp;#039;(Der Schrecken der alten Seefahrer)&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Ludwig Weissbecker: &amp;#039;&amp;#039;Vitamin&amp;amp;nbsp;C-Avitaminose (Möller-Barlowsche Krankheit, Skorbut, Scharbock, Scurvy).&amp;#039;&amp;#039; In: [[Ludwig Heilmeyer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Inneren Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Springer-Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1955; 2.&amp;amp;nbsp;Auflage ebenda 1961, S.&amp;amp;nbsp;1096–1098&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Scurvy|Skorbut}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4232112-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hypovitaminose]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krankheitsbild in der Zahnmedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
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