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	<title>Rudiment - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Rudiment&amp;diff=12877&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-61847-7: →‎Siehe auch: schon im Artikel mit Wikilink und form</title>
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		<updated>2025-09-16T20:38:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;→‎Siehe auch: schon im Artikel mit Wikilink und form&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel| behandelt den Begriff &amp;#039;&amp;#039;Rudiment&amp;#039;&amp;#039; in der Biologie; zu den Grundübungen am Schlagzeug siehe [[Rudiment (Schlagzeug)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rudiment&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|rudimentum}} „Anfang“, „erster Versuch“, „Probestück“) wird in der [[Biologie]] ein in der Stammesentwicklung ([[Phylogenese]]) teilweise oder komplett funktionslos gewordenes rückgebildetes, aber noch vorhandenes Merkmal ([[Organ (Biologie)|Organ]], Organteil, Organstruktur oder auch [[Verhalten (Biologie)|Verhalten]]) bezeichnet. Rudimente treten im Gegensatz zu [[Atavismus|Atavismen]], die nur bei einzelnen Individuen auftreten, bei vielen oder allen Individuen einer Art auf. Rudimente können grundsätzlich bei allen Organismen auftreten und gelten als klassische [[Evolution]]sbelege.&lt;br /&gt;
Der Rückbildungsvorgang ist die &amp;#039;&amp;#039;Rudimentation&amp;#039;&amp;#039;. Sie ging von einem funktionsfähigen Stadium des Merkmals aus.&lt;br /&gt;
Einige Rudimentationen sind auch mit einem Funktionswechsel verbunden, wie am Beispiel [[Blinddarm]]/Wurmfortsatz beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt;F. Flor: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Abstammungslehre&amp;#039;&amp;#039;, Hamburg 1998, Diesterweg Verlag, S. 9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Rudimentation wird dadurch verursacht, dass sich an Stellen der [[DNA]], die keinem positiven [[Selektionsdruck]] unterworfen sind, [[Mutation]]en ansammeln können, ohne die [[Fitness (Biologie)|Fitness]] des Organismus negativ zu beeinflussen. Dies kann auf lange Sicht zur Verkümmerung des entsprechenden Merkmals in einer [[Population (Biologie)|Population]] führen.&amp;lt;ref&amp;gt;Patrick Zimmerschied: &amp;#039;&amp;#039;Darwin, Lamarck und die Epigenetik&amp;#039;&amp;#039;. Grin Verlag, 2009, S. 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das entsprechende Phänomen nennt man regressive Evolution.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/regressive-evolution/56042.html &amp;#039;&amp;#039;regressive Evolution&amp;#039;&amp;#039;]. Spektrum der Wissenschaft: Lexikon der Biologie, abgerufen am 8. August 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rudimentäre Organe bei Mensch und Tier ==&lt;br /&gt;
Die zurückgebildeten Organe verlieren im Laufe der Stammesgeschichte der Lebewesen im Zusammenhang mit der Veränderung der Lebensweise ihre ursprünglichen Funktionen, sie können aber dennoch Aufgaben haben (zum Beispiel [[Lymphatisches System|lymphatische]] Funktion im menschlichen [[Appendix vermiformis|Wurmfortsatz]] des Blinddarms). Rudimente können mitunter auch gesundheitliche Beschwerden verursachen. Beim Menschen sind das die [[Weisheitszahn|Weisheitszähne]] (heute: Fehlstellung, Entzündungen) oder Wurmfortsatz (heute: „[[Appendizitis|Blinddarmentzündung]]“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für teilweisen Funktionsverlust ist bei Säugetieren einschließlich des Menschen die [[Zirbeldrüse]]. In früheren Entwicklungsstufen war sie bedeutungsvoll als lichtsensitives [[Scheitelauge]] (auch: Parietalorgan, „drittes Auge“) direkt durch die Haut hindurch, wie heute noch bei einigen Amphibien, Vögeln und Reptilien. Bei Säugetieren ist sie für die Melatonin-Ausschüttung und den Tag-Nacht-Wechsel wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rudimente beim Menschen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Darwin-s-tubercle.jpg|mini|hochkant=1.5|Links: der Punkt, auf den der Pfeil zeigt, ist ein Darwin-Ohrhöcker. Rechts: Ein [[Homologie (Biologie)|homologer]] Punkt bei einem [[Javaneraffe]]n.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verkümmerte [[Weisheitszahn|Weisheitszähne]] (Durchbruch erst nach dem 17. Lebensjahr). Herkunft: Alle [[Plesiomorphie|ursprünglichen]] [[Höhere Säugetiere|Plazentatiere]] besaßen in jeder Kieferhälfte drei [[Schneidezahn|Schneidezähne]], einen Eckzahn, vier [[Prämolar|Vorderbackenzähne]] und drei Backenzähne. Ihre [[Zahnformel]] lautet demnach 3 · 1 · 4 · 3, ihre Zahnzahl betrug 44.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Henke/Rothe&amp;quot;&amp;gt;[[Winfried Henke]], [[Hartmut Rothe]]: &amp;#039;&amp;#039;Stammesgeschichte des Menschen.&amp;#039;&amp;#039; Springer Verlag, Berlin 1999, S. 33–34.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Im Vergleich mit den Schneide- und Backenzähnen relativ großer und spitzer Eckzahn. Herkunft: Fressen von rohem Fleisch und soziales Signal im Zusammenhang mit [[Agonistisches Verhalten|agonistischem Verhalten]] und [[Imponierverhalten]].&amp;lt;ref&amp;gt;als Beleg für die soziale Funktion vergl. [[Gen Suwa]] et al.: &amp;#039;&amp;#039;Paleobiological Implications of the Ardipithecus ramidus Dentition.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Science.&amp;#039;&amp;#039; Band 326, Nr. 5949, 2009, S. 69, [[doi:10.1126/science.1175824]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Darwin-Ohrhöcker|Ohrhöcker]] am Außenrand der Ohrmuschel. Herkunft: spitze Ohren evolutionärer Vorfahren&lt;br /&gt;
* Rest der [[Nickhaut]]. Herkunft: dient als drittes Augenlid bei verwandten Säugetieren.&lt;br /&gt;
* [[Blinddarm]] mit Wurmfortsatz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zravy&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Zravý, Jan, Storch, David, Mihulka, Stanislav |Titel=Evolution Ein Lese-Lehrbuch |Verlag=Springer| Ort=Berlin/Heidelberg |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Herkunft: Rest eines früher größeren Darmanhanges zum Aufschluss schwer verdaulicher Nahrung. Hier liegt ein Funktionswechsel vor, da im Blinddarm Lymphgewebe gefunden wurde, so dass der Wurmfortsatz heute zu den lymphatischen Organen gerechnet wird. Er ist also heute ein Teil des Immunsystems.&lt;br /&gt;
* [[Steißbein]]: Rudiment einer Schwanzwirbelsäule.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Waldeyer&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Funktionslose [[Ohrmuskulatur|Muskeln der Ohrmuscheln]]. Herkunft: dienten zur Bewegung und Ausrichtung der Ohren.&lt;br /&gt;
* Segmentierte, parzellierte Bauchmuskeln. Herkunft: [[Segmentierung (Biologie)|Segmentierung]] des Körpers.&lt;br /&gt;
* [[Körperbehaarung]] beim Menschen. Herkunft: Fell.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rudimente bei Tieren ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Whale skeleton.png|mini|325px|Skelett eines [[Wale|Bartenwals]] mit rudimentären Hinterextremitäten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rudimentary hindlegs spurs in Boa constrictor snake.jpg|mini|hochkant=1.5|Rudimentäre Hinterextremitäten ([[Aftersporn]]e) bei einer Riesenschlange (&amp;#039;&amp;#039;Boa constrictor&amp;#039;&amp;#039;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Winzige Reste des [[Beckengürtel]]s bei [[Wale]]n (als Hinweis auf Abstammung von an Land lebenden Vorfahren)&amp;lt;ref name=&amp;quot;zravy&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Reste des Ober- und Unterschenkels beim [[Grönlandwal]]&lt;br /&gt;
* Reste von Hinterextremitäten bei [[Riesenschlangen]]&lt;br /&gt;
* Abstufungen der Augenrückbildung bei [[Höhlentier]]en&lt;br /&gt;
* Gehäusereste bei [[Nacktschnecke]]n&lt;br /&gt;
* Augen beim [[Maulwürfe|Maulwurf]]&lt;br /&gt;
* Schulter- und Beckengürtelreste bei [[Blindschleichen]]&lt;br /&gt;
* Stummelförmige Flügelreste beim [[Kiwis|Kiwi]]&lt;br /&gt;
* Nägel an den Flossen bei [[Seelöwen]] und [[Walross]]en&lt;br /&gt;
* [[Griffelbein]]e beim [[Pferde|Pferd]] sind rudimentäre Mittelhand- bzw. Mittelfußknochen&lt;br /&gt;
* [[Wolfskralle]] beim Hund&lt;br /&gt;
* reduzierte Eckzähne bei Hirschen (&amp;#039;&amp;#039;Rusa&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Cervus&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref name=&amp;quot;zravy&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rudimente bei Pflanzen ==&lt;br /&gt;
Ein Beispiel ist hier die &amp;#039;&amp;#039;Rudimentation&amp;#039;&amp;#039; der [[Staubblätter]] bei den [[Braunwurzgewächse]]n (Scrophulariaceae). Bei diesen nimmt innerhalb einer [[Progressionsreihe (Biologie)|Progressionsreihe]] die Zahl der Staubblätter von ursprünglich fünf bei [[Königskerzen|Verbascum]] über vier bei [[Fingerhüte|Digitalis]] zu zwei bei [[Ehrenpreis|Veronica officinalis]] ab, aber die funktionslosen Anlagen der restlichen Staubblätter werden dennoch ausgebildet.&amp;lt;ref&amp;gt;Strasburger et al.: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Botanik&amp;#039;&amp;#039;. 34. Auflage. Heidelberg 1999, S. 508, S. 709.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rudimentäres Verhalten ==&lt;br /&gt;
Etliche der Reflexe von menschlichen Säuglingen stellen rudimentäres Verhalten dar, das früher in der stammesgeschichtlichen Entwicklung überlebenswichtig war. Dies gilt beispielsweise für den [[Greifreflex]]. Bei Affenbabys ermöglicht er das Festkrallen des Neugeborenen im Fell seiner Mutter, während diese sich von Ast zu Ast hangelt oder sich auf allen Vieren auf dem Boden bewegt. Bei menschlichen Babys ist der Greifreflex für das Festhalten am weitgehend haarlosen Körper seiner Mutter nutzlos, die sich zudem nicht mehr auf vier, sondern auf zwei Beinen fortbewegt und den Säugling ohnedies im Arm trägt. Der menschliche Greifreflex ist schon ab der 32. Schwangerschaftswoche ausgebildet, im Mutterleib erscheint seine Funktion noch abwegiger. Der Eintrittszeitpunkt des Reflexes entspricht allerdings der Trächtigkeitsdauer der menschenverwandten Arten (zum Beispiel Bonobos von 220 bis 250 Tagen), das heißt, er wird bis heute zu jenem Entwicklungszeitpunkt ausgebildet, ab dem er bei den Vorfahren überlebenswichtig war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Analogie (Biologie)]]&lt;br /&gt;
* [[Homologie (Biologie)]]&lt;br /&gt;
* [[Konvergenz (Biologie)]]&lt;br /&gt;
* [[Akzessorischer Knochen]]&lt;br /&gt;
* [[Progressionsreihe (Biologie)|Progressions-]] und [[Regressionsreihe]]n (homologe Organe können oft als Abwandlungsreihen angeordnet werden)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Ulrich Kutschera]]: &amp;#039;&amp;#039;Evolutionsbiologie.&amp;#039;&amp;#039; 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-2851-8 (&amp;#039;&amp;#039;UTB&amp;#039;&amp;#039; 8318 &amp;#039;&amp;#039;Biologie&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|rudimentär}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Waldeyer&amp;quot;&amp;gt;Anton Waldeyer: &amp;#039;&amp;#039;Anatomie des Menschen.&amp;#039;&amp;#039; Gruyter Verlag, 2002, ISBN 978-3-11-016561-6, S. 637.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Evolution]]&lt;/div&gt;</summary>
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