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	<title>Rotes Meer - Versionsgeschichte</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;audio erg.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Bucht&lt;br /&gt;
|NAME= &lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAME= &lt;br /&gt;
|BILD1= Red Sea topographic map-de.svg&lt;br /&gt;
|BILD1-TEXT= &lt;br /&gt;
|BILD2= Mer rouge1b.jpg&lt;br /&gt;
|BILD2-TEXT= Satellitenbild des Roten Meeres&lt;br /&gt;
|GEWÄSSER= [[Indischer Ozean]]&lt;br /&gt;
|LANDMASSE= [[Vorderasien]]/[[Nordafrika]]&lt;br /&gt;
|BREITENGRAD= 20/9/19/N&lt;br /&gt;
|LÄNGENGRAD= 38/38/49/E&lt;br /&gt;
|REGION-ISO= SA&amp;lt;!--XI SA/EG dim= 1927400--&amp;gt;&lt;br /&gt;
|KARTE= &lt;br /&gt;
|POSKARTE= keine&lt;br /&gt;
|BREITE-PRÄFIX=&lt;br /&gt;
|BREITE= 355&lt;br /&gt;
|BUCHTTIEFE-PRÄFIX=&lt;br /&gt;
|BUCHTTIEFE=2240&lt;br /&gt;
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|FLÄCHE=438000&lt;br /&gt;
|KÜSTENLÄNGE= &lt;br /&gt;
|INSELN= [[Tiran]], [[Sanafir]], [[Dahlak-Archipel]], [[St.-Johannes-Insel]], [[Shadwan]], [[Doumeira]], [[Kamaran]], [[Perim]], [[Farasan-Inseln]], [[Zubair-Archipel]], [[Hanisch-Inseln]]&lt;br /&gt;
|ZUFLÜSSE=[[Barka (Fluss)|Barka]], [[Haddas]], [[Wadi Gasus]], [[Karora (Fluss)|Karora]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Wādī al Ḩayqī, Wādī Yālūl, Wādī ‘Urfān, Wādī Ḑamīm, Wādī Nakhlah, Wādī Zabīd, Wādī Kuway‘, Wādī ‘Asālah, Wādī Sihām und hunderte weitere Wadis in Geonames--&amp;gt;&lt;br /&gt;
|MARK=Blue circle for diabetes.svg&lt;br /&gt;
|MARKSIZE=100&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rote Meer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{arS|البحر الأحمر|al-Ba&amp;amp;#x200B;hr al-ahmar}}; {{heS|&amp;#039;ים סוף|Yam Suf|Audio=LL-Q9288 (heb)-YaronSh-ים סוף.wav}}; {{tiS|ቀይሕ ባሕሪ|QeyH baHri}}; {{laS|Mare Rubrum, Mare Erythraeum}} sowie &amp;#039;&amp;#039;Sinus Arabicus&amp;#039;&amp;#039; („Arabischer Golf“),&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [https://brockhaus.de/ecs/enzy/article/sinus-arabicus Brockhaus].&amp;lt;/ref&amp;gt; {{grcS|Ἐρυθρὰ θάλασσα|Erythrà Thálassa}}, übertragen [[Erythräisches Meer]], in der römischen Antike unter diesem Namen bekannt&amp;lt;ref&amp;gt;Lionel Casson: &amp;#039;&amp;#039;The Periplus Maris Erythraei: text, translation, and commentary.&amp;#039;&amp;#039; Princeton University Press, Princeton 1989. S. 41 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!-- {{lang|grc|ἐρυθρός|erythrós}} bedeutet aber „rot“, siehe unten --&amp;gt;) ist ein schmales, 2240&amp;amp;nbsp;km langes, in seinem zentralen &amp;#039;&amp;#039;Suakin-Trog&amp;#039;&amp;#039; bis 3040&amp;amp;nbsp;m tiefes&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Dinwiddie: &amp;#039;&amp;#039;Ocean: The World&amp;#039;s Last Wilderness Revealed.&amp;#039;&amp;#039; Dorling Kindersley, London 2008, S. 452&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Nebenmeer]] des [[Indischer Ozean|Indischen Ozeans]] zwischen Nordost-[[Afrika]] und der [[Arabische Halbinsel|Arabischen Halbinsel]]. Der Rauminhalt des Meeres beträgt etwa 200.000&amp;amp;nbsp;km³, die Oberfläche etwa 438.000&amp;amp;nbsp;km² bei einer durchschnittlichen Wassertiefe von 538&amp;amp;nbsp;m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage, Gliederung und angrenzende Staaten ==&lt;br /&gt;
Zum Roten Meer gehören:&lt;br /&gt;
* [[Golf von Suez]] (nordwestlicher Teil): Verbindung durch den [[Suezkanal]] zum [[Mittelmeer]], angrenzender Staat: [[Ägypten]]&lt;br /&gt;
* [[Golf von Akaba]] (nordöstlicher Teil), angrenzende Staaten: [[Israel]] (Stadt [[Eilat]]), [[Jordanien]] (Stadt [[Akaba (Jordanien)|Akaba]]), [[Saudi-Arabien]], Ägypten&lt;br /&gt;
* [[Bab al-Mandab]]: [[Meerenge]] im Süden zum [[Golf von Aden]] bzw. zum [[Indischer Ozean|Indischen Ozean]], angrenzende Staaten: [[Eritrea]], [[Dschibuti]], [[Jemen]]&lt;br /&gt;
* weiterer angrenzender Staat: [[Sudan]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie und Ozeanographie ==&lt;br /&gt;
Das Rote Meer markiert eine geologisch hochaktive [[Ozeanbodenspreizung|Spreizungszone]] mit aufquellendem [[Magma]] (analog dem [[Mittelatlantischer Rücken|Mittelatlantischen Rücken]]) und bewirkt dadurch das Auseinanderdriften der [[Afrikanische Platte|Afrikanischen]] und der [[Arabische Platte|Arabischen Platte]] seit 130 Millionen Jahren. Die Ausbildung einer Senke verdeutlichte sich „erst“ vor 38 Millionen Jahren im [[Eozän]], setzt sich im [[Ostafrikanischer Graben|Ostafrikanischen Graben]] fort und bereits vor 13 Mio. Jahren entstand die erste ozeanische Kruste, der Meeresgrund besteht heute bereits komplett aus dieser neugebildeten Kruste.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Nadja Podbregar |url=https://www.scinexx.de/news/geowissen/rotes-meer-ist-kein-baby-ozean-mehr/ |titel=Rotes Meer ist kein Baby-Ozean mehr - Riftzone begann die Bildung ozeanischer Kruste schon vor 13 Millionen Jahren |werk=scinexx.de |datum=2021-04-25 |abruf=2024-03-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zurzeit wird das Meer jedes Jahr im Norden um 0,8&amp;amp;nbsp;cm, im Süden um 1,6&amp;amp;nbsp;cm breiter. Nach mehrfacher Isolierung vom [[Indischer Ozean|Indischen Ozean]], vorübergehender Verbindung mit dem [[Mittelmeer]] und sogar Austrocknung erreichte das Rote Meer seinen jetzigen Zustand erst vor knapp 5000 Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Indischen Ozean, genauer gesagt zum [[Golf von Aden]], verengt sich das ansonsten bis 360&amp;amp;nbsp;km breite Meer bei [[Bab al-Mandab]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Arabische Sprache|arab.]]:&amp;#039;&amp;#039; „Tor der Tränen“) auf nur noch 29&amp;amp;nbsp;km und ist mit dem [[Arabisches Meer|Arabischen Meer]] verbunden, das ein Teil des [[Indischer Ozean|Indischen Ozeans]] ist. Zudem liegt an dieser Enge der Meeresboden nur 130&amp;amp;nbsp;m unter dem Wasserspiegel. Diese Schwelle behindert den Wasseraustausch enorm, was zur Folge hat, dass das Rote Meer einen ungewöhnlich hohen [[Salinität|Salzgehalt]] von 4,2 %, also 42&amp;amp;nbsp;g/l, (normal ~&amp;amp;nbsp;3,5 %; in der Nordsee bei Sylt 3,0 % bis 3,2 %) und relativ wenige Nährstoffe sowie einen [[Tidenhub]] von lediglich einem halben bis einem Meter aufweist. Dadurch kommt es wiederum zu vermindertem [[Plankton]]&amp;amp;shy;wachstum, was [[Sporttauchen|Taucher]] wegen der oft ausgezeichneten [[Sichtweite]] zu schätzen wissen, auch wegen über 2000&amp;amp;nbsp;km [[Koralle]]nriffen. Neben Korallengärten und -wänden ziehen einige berühmte [[Schiffswrack|Wracks]] die Unterwasserfreunde an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von gelegentlich auftretenden Wasserzuflüssen durch [[intermittierend]]e Zuflüsse wie [[Wadi]]s abgesehen ist es das einzige Meer, in das keine [[perennierendes Gewässer|perennierenden]] [[Fluss|Flüsse]] münden. Dies erklärt zudem die gute Sicht unter Wasser und die hohe [[Transparenz (Physik)|Transparenz]] für [[Ultraviolettstrahlung|UV-Strahlung]], da sich im Wasser wenige [[Schwebstoffe]] befinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Sebastian Overmans, Susana Agustí |Titel=Latitudinal Gradient of UV Attenuation Along the Highly Transparent Red Sea Basin |Sammelwerk=Photochemistry and Photobiology |Band=95 |Nummer=5 |Datum=2019-09 |ISSN=0031-8655 |DOI=10.1111/php.13112 |PMC=6852308 |PMID=31066904 |Seiten=1267–1279 |Online=https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/php.13112 |Abruf=2020-03-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Sebastian Overmans, Susana Agustí |Titel=Unraveling the Seasonality of UV Exposure in Reef Waters of a Rapidly Warming (Sub-)tropical Sea |Sammelwerk=Frontiers in Marine Science |Band=7 |Datum=2020 |ISSN=2296-7745 |Sprache=en |DOI=10.3389/fmars.2020.00111 |Online=https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fmars.2020.00111/full |Abruf=2020-03-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; An der Schwelle bei Bab al-Mandab steigt 16&amp;amp;nbsp;°C kühles [[Tiefenwasser]] aus dem Golf von [[Aden]] auf, was eine biologische Barriere für manche Arten darstellt. Dies ist eine Erklärung, warum es im ganzen Roten Meer keine [[Seeschlangen]] gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bauwerke ==&lt;br /&gt;
Bereits in der Antike gab es verschiedene [[Bubastis-Kanal|Kanalprojekte]], welche das Mittelmeer mit dem Roten Meer verbanden. Der im 19. Jahrhundert fertiggestellte [[Suezkanal]] ist die aktuelle künstliche Verbindung zwischen dem Roten Meer und dem [[Mittelmeer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Red Sea Dam]] ist ein spekulativer Makro-Engineering-Vorschlag zur Absperrung und Absenkung des Roten Meers mittels eines Staudamms aus den 1960er Jahren, der 2007 von der Universität Utrecht aufgegriffen und ausgebaut wurde.&lt;br /&gt;
{{Panorama|Eilat and Aqaba across the Red Sea.jpg|2000|Blick von [[Eilat]] über das Rote Meer (mit [[Akaba (Jordanien)|Akaba]] im Hintergrund)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Namensgebung ==&lt;br /&gt;
Die Namensgebung stammt wahrscheinlich aus dem althergebrachten System der Bezeichnung von Himmelsrichtungen durch Farben. Erstmals ist der Name zur Zeit des persischen [[Achämenidenreich]]es bezeugt: Für jenes [[Iranische Völker|iranische Volk]] lag dieses Meer im Süden, der durch die Farbe [[Rot]] symbolisiert wurde. Also bedeutete &amp;#039;&amp;#039;rotes Meer&amp;#039;&amp;#039; „Südsee“ (und analog das [[Schwarzes Meer|&amp;#039;&amp;#039;Schwarze Meer&amp;#039;&amp;#039;]] „Nordsee“).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rüdiger Schmitt: &amp;#039;&amp;#039;Considerations on the Name of the Black Sea.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Hellas und der griechische Osten.&amp;#039;&amp;#039; Saarbrücken 1996, S. 219–224.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Herodot]] nannte dieses Meer im Zusammenhang mit dem Kanalbau des [[Necho&amp;amp;nbsp;II.]] auch den „Arabischen Meerbusen“: Für die spätere Kanalerweiterung, die in mehreren Windungen vom [[Isthmus (Geographie)|Isthmus]] bei [[Ismailia]] bis zum Ende des schmalen Meerstreifens bei [[Sues|Suez]] in den „Arabischen Busen“ führte, gab er als Distanz [[Alte Maße und Gewichte (Antike)#Griechisches System|1.000 Stadien]] an und fügte hinzu, „dass der arabische Busen das ist, was man auch das rote Meer nennt“.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Herodot, &amp;#039;&amp;#039;Historien&amp;#039;&amp;#039;, II 158.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Strabon]] referiert in seiner Geographica die Ansichten des [[Agatharchides]] zu diesem Namen:&lt;br /&gt;
* rote Erde auf der Ostseite des Meeres&lt;br /&gt;
* Berge auf der Westseite sind durch die Sonne rot verbrannt&lt;br /&gt;
* Rotfärbung des Meeres durch die aufgehende Sonne&lt;br /&gt;
* Namensgebung durch [[Erythras (Rotes Meer)|Erythras]], Sohn des Perseus&lt;br /&gt;
* [[Porphyr]]staub, der ins Meer gewaschen wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich wird zur Namenserklärung die [[Cyanobakterien|Blaualge]] &amp;#039;&amp;#039;Trichodesmium erythraeum&amp;#039;&amp;#039; mit ihrer rötlich-orangen [[Chlorophylle|Chlorophyll]]-Variante herangezogen: Während der periodisch auftretenden Algenblüten kann sie ganze Teppiche an der Wasseroberfläche ausbilden. In Reisehandbüchern wird des Öfteren über den rötlichen Schimmer von Meer und Bergketten bei Sonnenaufgang erzählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maggiolo - Portolankarte - 1541.png|miniatur|Das Rote Meer, eingefärbt auf [[Vesconte Maggiolo]]s Portolankarte von 1541]]&lt;br /&gt;
Möglich auch, dass die Bezeichnung „Rotes Meer“ von einer Übersetzung aus dem [[Altgriechische Sprache|Altgriechischen]] stammt. Die alten Griechen bezeichneten die Gebiete südlich von [[Oberägypten]] „Erythraia“ (altgriechisch {{lang|grc|ἐρυθρός|erythrós|de=rot}}), wohl wegen der Rotfärbung der dortigen Erde und des dort häufig vorkommenden [[Buntsandstein|roten Sandsteins]]. Das Erythräa vorgelagerte Meer wurde demnach das „Erythräische Meer“ genannt, ein Name, der später auf das heutige „Rote Meer“ ausgedehnt wurde. Die [[Römisches Reich|Römer]] übersetzten die Bezeichnung „erythros“ wortwörtlich mit „rot“. Das heutige Land [[Eritrea]] wurde nach der italienischen Schreibung dieses Wortes benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Erklärung geht auf das Volk der [[Himyar]]en zurück, das in der Antike im südwest-arabischen Raum herrschte. Der Name „Himjar“ ist auf das Wort „chumr“ zurückzuführen, das mit „rot“ oder „die Roten“ übersetzt werden kann. Dementsprechend wurde aus dem „Meer der Himjaren“ das „Meer der Roten“. Im Laufe der Zeit wurde daraus „Das Rote Meer“.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Frank Rainer Scheck: &amp;#039;&amp;#039;Die Weihrauchstraße.&amp;#039;&amp;#039; Gustav Lübbe Verlag, 1995, S. 146&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im frühen 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert war es üblich, das Rote Meer auf [[Seekarte]]n rot einzufärben.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. auch [[:Datei:1500 map by Juan de la Cosa-North up.jpg|Weltkarte des Juan de la Cosa]], [[Cantino-Planisphäre]], [[Caveri-Karte]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biologische Vielfalt ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Red Sea Corals4.JPG|mini|Intaktes Korallenriff nördlich von Marsa Alam]]&lt;br /&gt;
Vorherrschend sind [[Saumriff]]e nur wenige dutzend bis hunderte Meter vor der Küste oder in Inselnähe. An einigen wenigen flachen Stellen erheben sich [[Fleckriff]]e, wie im Nordosten von [[Hurghada]], vor [[Safaga]], südlich von [[Ras Ghalib]] (auch Marsa Ghalib, Port Ghalib) – wie das [[Elphinstone-Riff]] – und südlich von [[Marsa Alam]]. Ferner gibt es drei Riffgruppen weit vor der Küste, die von tiefem Wasser umgeben sind: nordöstlich von [[Al-Qusair]] (auch El Quseir) [[Ǧuzur al-Iḫwa]] ([[Al-Akhawein]]), südöstlich von Marsa Alam das [[Daedalus Riff]] ([[Abu el-Kizan]]) und an der Grenze zum [[Sudan]], auf der Höhe von [[asch-Schalatin]], [[St.-Johannes-Insel]] (Geziret Zabargad) und Rocky Island.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Grund der topographischen Verbreitungsbarrieren und besonderen ökologischen Situation mit stark wechselnden Bedingungen entwickelte sich eine Spielwiese der [[Evolution]] und viele Arten kommen [[Endemit|endemisch]] vor. Aber es finden sich auch fast alle Arten aus dem gesamten [[Indopazifik]], wenngleich die Faunenzusammensetzung ungewöhnlich stark differiert. Man findet [[Schildkröten]], seltener den [[Weißspitzen-Hochseehai]], [[Weißspitzen-Riffhai]], [[Grauer Riffhai|Grauen Riffhai]] und [[Mantarochen|Manta]]. Die raren [[Walhai]]e kommen meist nur in relativ kleinen Exemplaren von max. 5–6&amp;amp;nbsp;m vor. Nicht vergessen sollte man in der Aufzählung [[Napoleon-Lippfisch]]e, Büffelkopf-[[Papageifische]] (beide werden zuweilen verwechselt), [[Doktorfische|Doktor-]], [[Kaiserfische|Kaiser-]], [[Feuerfische|Rotfeuer-]], [[Kugelfische|Kugel-]] und [[Igelfische]], Blaupunkt[[stachelrochen]], [[Kraken]] und viele mehr. [[Muränen]], teils außerordentlich große Exemplare, sieht man vor allem Ende August bis Anfang September (vermutlich die Laichzeit) ungewöhnlicherweise auch tagsüber in freiem Wasser dahinschlängeln. Auffallend ist insgesamt die geringere Artenvielfalt im Vergleich zu tropischen Gebieten. Häufig trifft man bei Bootsfahrten, in seltenen Glücksfällen beim Schnorcheln und Tauchen auf den [[Großer Tümmler|Großen Tümmler]] und den [[Ostpazifischer Delfin|Spinner-Delfin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Artenvielfalt der Vögel ist naturgemäß gering, von einigen Kulturfolgern abgesehen. Trotzdem finden sich einige [[Ornithologie|ornithologisch]] interessante Vertreter. So lassen sich [[Palmtaube|Palm-]] (&amp;#039;&amp;#039;Streptopelia senegalensis&amp;#039;&amp;#039;, engl. {{lang|en|Laughing Dove}}) und [[Türkentaube]]n (&amp;#039;&amp;#039;Streptopelia decaocto&amp;#039;&amp;#039;, engl. {{lang|en|Collared Dove}}), die Große [[Raubseeschwalbe]] (&amp;#039;&amp;#039;Sterna caspia&amp;#039;&amp;#039;, engl. {{lang|en|Caspian Tern}}) und die [[Rußseeschwalbe]] (&amp;#039;&amp;#039;Sterna fuscata&amp;#039;&amp;#039;, engl. {{lang|en|Sooty Tern}}) sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Küstenreiher]] (&amp;#039;&amp;#039;Egretta gularis&amp;#039;&amp;#039;, engl. {{lang|en|Western Reef Heron}}, bis 55&amp;amp;nbsp;cm) präsentiert sich in einer schwarzen, einer weißen und einer Mischversion, ferner sind [[Schnepfenvögel|Strandläufer]] (engl. {{lang|en|Sandpiper}}) und [[Sperber (Art)|Sperber]] (&amp;#039;&amp;#039;Accipiter nisus&amp;#039;&amp;#039;, engl. {{lang|en|Sparrowhawk}}) zu beobachten. Vor allem im nördlichen Bereich des Roten Meeres können die ebenfalls raren [[Eisvogel|Eisvögel]] (&amp;#039;&amp;#039;Alcedinidae&amp;#039;&amp;#039;, engl. {{lang|en|Kingfisher}}) an der Meeresküste beim Sturzfischen gesichtet werden, während der [[Schwarzstorch|Afrikanische Schwarzstorch]] (&amp;#039;&amp;#039;Ciconia nigra&amp;#039;&amp;#039;, engl. {{lang|en|Black Stork}}) sich eher im südlichen Teil sehen lässt. Eine Besonderheit ist die endemische [[Weißaugenmöwe]]. Mit Glück sind [[Fischadler]] (&amp;#039;&amp;#039;Pandion haliaetus&amp;#039;&amp;#039;, bis 50&amp;amp;nbsp;cm; rüttelt manchmal wie ein Bussard über dem Riff) mit auffallend weißer Unterseite bei der Jagd über dem Riff zu beobachten. Im Frühjahr und Herbst dient die Region dem [[Vogelzug]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Solebecken}}{{Mehrere Bilder&lt;br /&gt;
| align       = right&lt;br /&gt;
| Richtung    = vertical&lt;br /&gt;
| Breite      = 250&lt;br /&gt;
| Bild1       = 43247 2022 482 Fig1 HTML.webp&lt;br /&gt;
| Untertitel1 = Lage und Temperaturen der Solebecken im Roten Meer&amp;lt;ref name=&amp;quot;Purkis2022&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Bild2       = 43247 2022 482 Fig2 HTML.webp&lt;br /&gt;
| Untertitel2 = Fotos der NEOM-Solebecken mit frm Sea-Bird [[CTD-Rosette|CTD-System]]. Die Grenzschicht zeigt einen deutlichen Dichteunterschied, hier besser sichtbar gemacht durch Injektion eines biologisch abbaubaren Farbstoffs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Purkis2022&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
In der Tiefsee des Roten Meeres gibt es zahlreiche [[Unterwasser-Solebecken|Solebecken]] ({{enS|brine pools}}), [[hyperhalin|hypersaline]] [[anoxisch]]e Umgebungen mit [[Extremophilie|extremophil]]en [[Mikroorganismus|Mikroorganismen]]. Das Fehlen von Sauerstoff schließt dagegen eine die Sedimente durchwühlende [[Megafauna]] aus. Daher bleibt in diesen Becken die ursprüngliche Erhaltung der Sedimentabfolge in der Regel ungestört erhalten. Beispiele für solche Solebecken im Roten Meer sind u.&amp;amp;nbsp;a.: Afifi Pool, Erba Deep, Atlantis II Deep,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eder1999&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eder2001&amp;quot;/&amp;gt; Discovery Deep,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nigro2016&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;NCBI_HQ530528&amp;quot;/&amp;gt;{{#tag:ref|Der Name Discovery wird für Tiefstellen in verschiedenen Meeren benutzt, außer der hier bezeichneten Discovery Deep im Roten Meer gibt es eine im [[östliches Mittelmeer|östlichen Mittelmeer]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Varella2020&amp;quot;/&amp;gt; und noch eine im antarktischen [[Rossmeer]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gorman2023&amp;quot;/&amp;gt;|group=&amp;quot;A.&amp;quot;}} Nereus Deep,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eder1999&amp;quot;/&amp;gt; Kebrit Deep,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eder1999&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eder2001&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vestheim2015&amp;quot;/&amp;gt; Shaban Deep,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eder2001&amp;quot;/&amp;gt; Oceanographer Deep,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eder1999&amp;quot; /&amp;gt; und Conrad Deep im zentralen Suakin-Trog, sowie die NEOM Brine Pools im Golf von Akaba.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Purkis2022&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltschäden und -schutz ==&lt;br /&gt;
Vor [[Hurghada]] haben zum einen der [[Massentourismus]], der sich rasant nach Süden ausbreitet, zum anderen [[Gewässerverschmutzung]] durch das Einleiten ungeklärter Abwässer, wildes Ankern und die [[Korallenbleiche]] viele Korallen irreversibel stark beschädigt oder ganz vernichtet. Es wird davon ausgegangen, dass die Zerstörung selbst in den südlichsten Teilen, an der Grenze zum [[Sudan]], rasch voranschreiten wird. Massenhafte [[Tauchsafari]]s haben dabei einen erheblichen Anteil. Das illegale Fischen an geschützten [[Korallenriff]]en ist üblich, selbst Fleisch von Meereskühen und Haifischen wird gelegentlich in Hurghada angeboten. Die Population der [[Gabelschwanzseekühe]] scheint vor dem Zusammenbruch zu stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[HEPCA]] (Hurghada Environmental Protection and Conservation Association) ist eine 1992 gegründete [[Nichtregierungsorganisation]], die sich des Schutzes des ägyptischen Meeresteils mit sämtlichen Tieren über und unter Wasser angenommen hat. Dazu gehören unter anderem die Installation von über 1000 [[Mooring-Boje]]n, um Schäden durch wildes Ankern zu vermeiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 19. Juni 2010 wurde bekannt, dass durch ein Leck an einer Ölplattform nahe Hurghada eine bisher unbestimmte Menge Öl ausgelaufen ist (offizielle Stellen sprechen von 20–40 [[Barrel]], Umweltschützer gehen von einer weit höheren Verschmutzung aus), das nach Auskunft des verantwortlichen Ölkonzerns das Küstengebiet auf einer Länge von 160&amp;amp;nbsp;km verschmutzte. Ein nach offiziellen Angaben etwa 20 Meilen langer Ölteppich trieb vor Hurghadas Küste. Am 25. Juni 2010 verlautbarte das ägyptische Erdölministerium, dass der Ölteppich vermutlich nicht von einem Leck an einer Bohrinsel verursacht wurde, sondern von einem Öltanker, der bei der Reinigung auf hoher See Ölrückstände verlor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2012 wurde im [[Gouvernement al-Bahr al-ahmar|Gouvernement des Roten Meeres]] durch die vor Ort tätige [[Dolphin Watch Alliance]] das Aufklärungsprojekt &amp;#039;&amp;#039;Care for Dolphin&amp;#039;&amp;#039; gestartet. Das Projekt führte 2013 zu einem amtlichen [[Verhaltenskodex]] für Delfinbeobachtungstouren sowie zur temporären Sperrung der vom Massentourismus bedrohten Ruheplätze der Delfine im Bereich Hurghada.&amp;lt;ref&amp;gt;Phil Simha: [https://www.dolphinwatchalliance.org/images/pdf/201310_unterwasser.pdf &amp;#039;&amp;#039;Revolution für die Delfine&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Unterwasser (Zeitschrift)|Unterwasser]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr.&amp;amp;nbsp;10/2013, S.&amp;amp;nbsp;78–83, abgerufen am 1. Oktober 2018 (PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt; 2016 wurden zwei [[Meeresschutzgebiet]]e für die Delfine vor Hurghada ausgewiesen und werden seither patrouilliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Schilfmeer]]&lt;br /&gt;
* [[Totes-Meer-Kanal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{RE|VI,1|592|601|Ἐρυθρὰ θάλασσα|[[Ernst Hugo Berger]]|RE:Ἐρυθρὰ θάλασσα}}&lt;br /&gt;
* Timothy Power: &amp;#039;&amp;#039;The Red Sea from Byzantium to the Caliphate: AD 500-1000.&amp;#039;&amp;#039; The American University in Cairo Press, Cairo 2012.&lt;br /&gt;
* Axel Ehrhardt, Christian Hübscher: &amp;#039;&amp;#039;The Northern Red Sea in Transition from Rifting to Drifting-Lessons Learned from Ocean Deeps.&amp;#039;&amp;#039; In: Najeeb M.&amp;amp;nbsp;A. Rasul, Ian C.&amp;amp;nbsp;F. Stewart (Hrsg.): [[doi:10.1007/978-3-662-45201-1|&amp;#039;&amp;#039;The Red Sea: The Formation, Morphology, Oceanography and Environment of a Young Ocean Basin&amp;#039;&amp;#039;]], Springer Earth System Sciences, Springer, Berlin, Heidelberg, 1. Januar 2015, S.&amp;amp;nbsp;99–121; [[doi:10.1007/978-3-662-45201-1_5]] ({{enS}}). Siehe insbes. Tbl.&amp;amp;nbsp;1 (Koordinaten von Conrad Deep, Shaban Deep, Kebrit Deep).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Red Sea|Rotes Meer}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references group=&amp;quot;A.&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;NCBI_HQ530528&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[National Center for Biotechnology Information|NCBI]] Nucleotide: [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/nuccore/HQ530528 Uncultured bacterium clone Discovery_d …] GenBank: HQ530528.1.&amp;lt;!--Koordinaten: 21.2832 N 38.0508 E--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{{Cite journal |last1=Vestheim |first1=Hege |last2=Kaartvedt |first2=Stein |date=2015-02-26 |title=A deep sea community at the Kebrit brine pool in the Red Sea |journal=Marine Biodiversity |volume=46 |issue=1 |pages=59–65 |doi=10.1007/s12526-015-0321-0 |issn=1867-1616|language=en}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4050664-2|VIAF=155944421}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Binnenmeer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meer (Indischer Ozean)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tauchtourismus]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Geographie (Asien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geologie Asiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rotes Meer| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grenze zwischen Ägypten und Sudan]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;RaveDog</name></author>
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