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	<title>Ritterorden - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<title>imported&gt;Fano: Die letzte Textänderung von Beast73 wurde verworfen und die Version 258988770 von SchlurcherBot wiederhergestellt. So jedenfalls nicht.</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Die letzte Textänderung von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Spezial:Beitr%C3%A4ge/Beast73&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/Beast73&quot;&gt;Beast73&lt;/a&gt; wurde verworfen und die Version &lt;a href=&quot;/index.php?title=Spezial:Permanenter_Link/258988770&quot; title=&quot;Spezial:Permanenter Link/258988770&quot;&gt;258988770&lt;/a&gt; von SchlurcherBot wiederhergestellt. So jedenfalls nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Ordem avis.jpg|mini|Der portugiesische [[Ritterorden von Avis|Ordem Militar de Avis]] ging aus einer 1162 gegründeten Bruderschaft von Rittern hervor, die sich dem Kampf gegen die [[Mauren]] verschrieben hatte. Vier Jahre später erkannte [[Alfons I. (Portugal)|Alfons&amp;amp;nbsp;I. von Portugal]] die Bruderschaft offiziell als Ritterorden an. 1789 säkularisierte [[Maria I. (Portugal)|Maria I. von Portugal]] den Orden und wandelte ihn in einen dreiklassigen Militär-Verdienstorden um. Seit 1918 besitzt der Orden fünf Klassen.]]&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ritterorden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine durch [[Ordensregel]]n verfasste [[Gemeinschaft]] von [[Ritter]]n mit dem Hauptzweck einer ideellen oder karitativen Aufgabe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ursprüngliche Ideal lag im &amp;#039;&amp;#039;monachus et miles&amp;#039;&amp;#039; ([[Mönch]] und Ritter), der sich im Orden ({{LaS|ordo|de=Ordnung, Stand}}) einem [[Christ|christlichen]] Zweck widmet. Die ersten Ritterorden waren geistliche [[Ordensgemeinschaft]]en, die zum Schutz und Geleit der Pilger ins [[Heiliges Land|Heilige Land]] gegründet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgehend von diesen im Hochmittelalter gegründeten geistlichen Ritterorden entstanden im Spätmittelalter auf [[Fürst|fürstliche]] Initiative hin weltliche Ritterorden wie zum Beispiel der burgundische [[Orden vom Goldenen Vlies]]. Diese waren mit der Dynastie verbunden, sollten deren Machtbasis verstärken beziehungsweise politisch vernetzen und bildeten einen Kern des sich entwickelnden [[Hofadel]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später wurden viele geistliche Ritterorden zu Trägern sozialer Einrichtungen, weltliche Ritterorden zu [[Verdienstorden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistliche Ritterorden ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ritterorden-Outremer-bis-1291.png|mini|Ursprünglicher Einsatzort der Ritterorden waren die [[Kreuzfahrerstaaten]] im Heiligen Land]]&lt;br /&gt;
Zur Zeit der [[Kreuzzug|Kreuzzüge]], im 11. Jahrhundert, entstanden aus einigen geistlichen [[Ordensgemeinschaft]]en die ersten geistlichen Ritterorden. Die Bezeichnung „Orden“ ist abgeleitet vom lateinischen Wort &amp;#039;&amp;#039;ordo&amp;#039;&amp;#039; (Ordnung, Stand). Den Ritterorden oblag neben rein religiösen Handlungen, die auch jeder Mönchsorden zu erfüllen hatte, wie Missionierung und Religionsübungen, sowie der Versorgung und Pflege kranker Pilger, der aktive Schutz und die Verteidigung christlicher Machtpositionen. Das umfasste den Schutz des [[Grabeskirche|Heiligen Grabes]], den Schutz von Pilgern sowie den Kampf gegen „Ungläubige“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DOE19&amp;quot;&amp;gt;Heinz Kirchner, Hermann-Wilhelm Thiemann, Birgit Laitenberger, Dorothea Bickenbach, Maria Bassier: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Orden und Ehrenzeichen&amp;#039;&amp;#039;. 6. Auflage. Carl Heymanns Verlag, Köln 2005, ISBN 3-452-25954-4, S. 19 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als erste Gründungen dieser Art gelten der [[Geschichte des Johanniterordens|Johanniter-]] und der [[Templerorden]]. Der Johanniterorden wurde 1099 als [[Hospitalorden]] gegründet und ging aus einer von italienischen Kaufleuten gegründeten Genossenschaft hervor, die in Jerusalem eine Herberge für christliche Wallfahrer unterhielt. Im 12. Jahrhundert übernahm er zusätzlich militärische Aufgaben. Der Templerorden wurde um 1118 als neuer Ritterorden französischer Prägung gestiftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DOE19&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedeutung gewann der [[Deutscher Orden|Deutsche Orden]], auch Deutschherren- oder Deutschritterorden genannt. Er wurde 1190 anlässlich einer Seuche während der [[Belagerung von Akkon (1189–1191)|Belagerung von Akkon]] als Gemeinschaft zur Krankenpflege gegründet und betrieb ein Hospital, kurz darauf übernahm er zusätzlich militärische Aufgaben. Während des [[Kreuzzug Heinrichs VI.|Deutschen Kreuzzugs]], im März 1198, wurde die Gemeinschaft auf Betreiben [[Wolfger von Erla|Wolfgers von Erla]] und [[Konrad von Querfurt († 1202)|Konrads von Querfurt]] in den Stand eines Ritterordens nach dem Vorbild der Templer und Johanniter erhoben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DOE192&amp;quot;&amp;gt;Heinz Kirchner, Hermann-Wilhelm Thiemann, Birgit Laitenberger, Dorothea Bickenbach, Maria Bassier: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Orden und Ehrenzeichen&amp;#039;&amp;#039;. 6. Auflage. Carl Heymanns Verlag, Köln 2005, ISBN 3-452-25954-4, S. 19 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistlichen Ritterorden rekrutierten ihre Mitglieder zumeist aus dem [[Adel]]. Die Ritterorden waren durch ein ordensähnliches Gemeinschaftsleben in [[Armut#Freiwillig gewählte Armut|Armut]], [[Gehorsam (Gelübde)|Gehorsamkeit]] und [[Christliche Ehelosigkeit|Keuschheit]] gekennzeichnet, welches verknüpft war mit [[Karitas|caritativen]] Aufgaben, bewaffnetem Pilgerschutz und militärischem Einsatz gegen äußere und gelegentlich auch innere Feinde der Christenheit. Die Orden bestanden aus ritterlichen Vollmitgliedern, die mit einer [[Ahnenprobe]] ihre adelige Abstammung nachzuweisen hatten, Priesterbrüdern ([[Kleriker]]), dienenden Laienbrüdern (die auch Waffendienst leisteten), Schwestern (siehe dazu: [[Deutschordensschwestern]]) und Bruderschaftsmitgliedern. Ritterorden waren streng hierarchisch organisiert. [[Großmeister (Ritterorden)|Hoch-]] bzw. [[Großmeister (Ritterorden)|Großmeister]] standen an der Spitze eines weitgespannten Netzes von [[Ordensprovinz|Provinzen]], [[Ballei]]en und [[Kommende#Kommenden der Ritterorden|Kommenden]]. Dies bildete die Voraussetzung für die vor allem in Grenzgebieten, in [[Palästina (Region)|Palästina]], [[Syrien]], auf der [[Iberische Halbinsel|Iberischen Halbinsel]] und Ostseeraum zu erfüllende Aufgabe eines schnell einsetzbaren [[Stehendes Heer|stehenden Heeres]]. Die dazu erforderliche Infrastruktur schufen die Ritterorden durch ein ausgedehntes [[Ordensburg|Burgensystem]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;elm2&amp;quot;&amp;gt;[[Kaspar Elm]]: &amp;#039;&amp;#039;Ritterorden&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Walter Kasper]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon für Theologie und Kirche (LThK)&amp;#039;&amp;#039;. 3. Auflage. Band 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999, Sp.&amp;amp;nbsp;1205f. ISBN 3-451-22008-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bernhard von Clairvaux]] bezeichnete die Ordensritter als „[[Ritter]] neuen Typs“, da sie die Kampfkraft des, in Teilen, [[Dekadenz|dekadenten]] Ritterstandes mit der [[Selbstdisziplin|Disziplin]] und der [[Christliche Ehelosigkeit|Enthaltsamkeit]] der [[Mönchsorden]] verbanden. Während die einzelnen Mitglieder der Armut verpflichtet blieben, wurden die Orden durch [[Erbschaft]]en, [[Schenkung]]en und [[Okkupation|Eroberung]] mit zu den reichsten Organisationen ihrer Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Templerorden]] war die älteste Institution, die seit ihrem Beginn als ritterlicher Orden bezeichnet werden kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kipa2&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kath.ch/newsd/vatikan-warnt-vor-nicht-anerkannten-ritterorden/ „Vatikan warnt vor nicht-anerkannten Ritterorden“], Katholische Internationale Presseagentur kipa/apic, 21. Oktober 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;zenitinitaliano12&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.zenitinitaliano.it/articolo/la-santa-sede-e-gli-ordini-cavallereschi-doverosi-chiarimenti-prima-parte |text=La Santa Sede e gli Ordini Cavallereschi: doverosi chiarimenti (Prima parte) |wayback=20150925050638}}, 16. Oktober 2012 (italienisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;zenitinitaliano22&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.zenitinitaliano.it/articolo/la-santa-sede-e-gli-ordini-cavallereschi-doverosi-chiarimenti-seconda-parte |text=La Santa Sede e gli Ordini Cavallereschi: doverosi chiarimenti (Seconda parte) |wayback=20150925060850}}, 22. Oktober 2012 (italienisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; Er ist der [[Vorbild|Prototyp]] eines Ritterordens.&amp;lt;ref name=&amp;quot;elm2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der bereits 1048 gegründete und 1113 vom Papst bestätigte [[Geschichte des Johanniterordens|Johanniterorden]] ist zwar älter als der Templerorden; er wurde aber erst in einem langsamen Prozess in den 1130er Jahren aus einem reinen [[Krankenpflegeorden|Hospitalsorden]] zum Ritterorden, der zum Schutz der Pilger militärische Aufgaben übernahm. Dafür heuerte er zunächst bezahlte Soldaten an, bis er schließlich, durch die Eigenrekrutierung von Ritterbrüdern und waffenfähigen Laienbrüdern, zu einer gleichermaßen karitativen und militärischen Gemeinschaft wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geistliche Orden im Sinne des Kirchenrechts wurden diese Gemeinschaften nur durch päpstliche Anerkennung einer eigenen verbindlichen Ordensregel und durch die Lösung aus der kirchlichen Diözesanorganisation, die Exemtion (Befreiung von der Zehntabgabe und der kirchlichen Strafgewalt). Einige Ritterorden wie z.&amp;amp;nbsp;B. die Templer existieren als kirchlich anerkannte Gemeinschaften nicht mehr. Daneben besteht eine Vielzahl von [[Römisch-katholische Kirche|katholischen]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;kipa2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;zenitinitaliano12&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;zenitinitaliano22&amp;quot; /&amp;gt;, [[evangelisch]]en (Bruderschaften) und [[Ökumenische Bewegung|ökumenischen]] Ritterorden bis in die Gegenwart fort. Vom mittelalterlichen Johanniterorden in Form des weiterhin bestehenden [[Römisch-katholische Kirche|katholischen]] [[Souveräner Malteserorden|Malteserordens]] teilte sich 1530/34 dessen [[Ballei Brandenburg]] als protestantischer [[Johanniterorden]] ab. 1826 wurde ein [[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland|britischer]] [[Order of Saint John|anglikanischer Zweig]] des Johanniterordens neu gegründet. Einige Ritterorden, wie der Johanniter- bzw. Malteserorden, der [[Lazarus-Orden]], der [[Deutscher Orden|Deutsche Orden]], dessen Balleien sich über ganz Europa erstrecken, und die [[Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem|Grabesritter]] haben heute noch durch ihre caritativen Werke große internationale Bedeutung. Der [[Souveräner Malteserorden|Malteserorden]] ist als souveräner Orden und [[Völkerrechtssubjekt|Subjekt des Völkerrechts]] sogar in 116 Staaten diplomatisch anerkannt.&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Liste geistlicher Ritterorden}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weltliche Ritterorden ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Marlborough-duke-first.jpg|links|mini|Der [[John Churchill, 1. Duke of Marlborough|Duke of Marlborough]] in der Ordenstracht und mit den Insignien des [[Hosenbandorden]]s. Das blaue Ordensband, dem der Orden seinen Namen verdankt, wird unter dem linken Knie getragen.]]&lt;br /&gt;
Neben den geistlichen Ritterorden entstanden ab der Mitte des 14. Jahrhunderts an vielen europäischen Fürstenhäusern &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;höfische Ritterorden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, die König [[Artus]]’ legendärer [[Tafelrunde]] nachempfunden waren und teilweise bis heute bestehen. Mit diesen konnten die Monarchen und Fürsten einerseits eine zuverlässige kirchenunabhängige Hausmacht schaffen und andererseits ihr Hofleben mit ritterlichen Tugenden verbinden. In dieser Zeit war die burgundische Hofkultur führend und so war auch der dort im Jahr 1430 gegründete Orden vom Goldenen Vlies für viele ein Vorbild im Sinn eines fürstlichen Ordens ausgerichtet nach den Idealen des christlichen Rittertums.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. u.&amp;amp;nbsp;a. Hermann Kamp &amp;quot;Burgund – Geschichte und Kultur&amp;quot; (2011), S. 82ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als politisches Gegengewicht zu den mächtiger werdenden Landesfürsten bildeten sich außerdem ab dem Spätmittelalter, vor allem in Südwestdeutschland, diverse [[Adelsgesellschaft]]en und [[Ritterbund|Ritterbünde]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Scheitern der Kreuzzugspolitik hatte den Niedergang der geistlichen Ritterorden zur Folge, die zunehmend den politischen Zielen und Machtkämpfen weltlicher Herrscher unterlagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KPM_Ritterorden&amp;quot;&amp;gt;Klaus-Peter Merta: [https://www.dhm.de/magazine/orden/ueber_ritter.htm Orden – Ritterorden]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;DOE20&amp;quot;&amp;gt;Heinz Kirchner, Hermann-Wilhelm Thiemann, Birgit Laitenberger, Dorothea Bickenbach, Maria Bassier: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Orden und Ehrenzeichen&amp;#039;&amp;#039;. 6. Auflage. Carl Heymanns Verlag, Köln 2005, ISBN 3-452-25954-4, S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem 13. und 14. Jahrhundert begannen die Landesherren damit, nach dem Vorbild der geistlichen, weltliche Ritterorden zu stiften. Im Gegensatz zu den geistlichen Ritterorden, die weitgehend unabhängig waren, sich selbst verwalteten und teilweise selbst staatenähnliche Gebilde darstellten, waren die weltlichen Ritterorden von vornherein ein Instrument weltlicher Herrscher, die zugleich als Großmeister all ihrer Orden fungierten. Ihre Statuten legten nicht nur die Aufnahmebedingungen fest, sondern auch [[Habit|Ordenstracht]] und Ordenszeichen, also die [[Insigne|Insignien]], die die Ordensmitglieder nach außen hin kenntlich machen sollten, ein ständig zu tragendes Symbol war das äußere Zeichen der Zugehörigkeit zu der Gemeinschaft. In diesem Zusammenhang erlangten tragbare Ordenszeichen, [[Kleinod]]ien oft in Form eines Kreuzes oder Sterns, besondere Bedeutung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KPM_Ritterorden&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;DOE20&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufnahme in diese Orden war ein Akt landesherrlicher Gnade und höfischer [[Huldigung|Huld]], sie diente der engen Bindung an den [[Souverän]] und bedeutete Ansporn und Verpflichtung diesem gegenüber. Körperschaften dieser Art besaßen elitären Charakter, sie waren ausschließlich dem (Hoch-)Adel vorbehalten und ihre Mitgliederzahl war streng limitiert. Im Zuge dieser Entwicklung verblasste der ursprüngliche, religiöse Zweck der Ritterorden zusehends, [[Ordensgelübde]] verloren an Bedeutung, und schließlich besaßen die Orden keine speziellen Aufgaben oder Ziele mehr, die über die gemeinsamen dynastischen oder politischen Interessen ihrer Mitglieder hinausgingen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DOE20&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Scannen0001 dannebrogorde.jpg|mini|Der [[Dannebrogorden]] wurde 1671 von [[Christian V. (Dänemark und Norwegen)|Christian&amp;amp;nbsp;V.]] von Dänemark und Norwegen gestiftet. Der Legende nach soll er bis ins frühe 13. Jahrhundert zurück reichen. 1808 reformierte König [[Friedrich VI. (Dänemark und Norwegen)|Friedrich&amp;amp;nbsp;VI.]] den ehemaligen Ritter- bzw. Hausorden und machte daraus einen Verdienstorden nach dem Vorbild der Ehrenlegion.]]&lt;br /&gt;
Zu den bedeutendsten weltlichen Ordensgemeinschaften zählen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hosenbandorden]], gestiftet 1348 durch [[Eduard III. (England)|König Eduard III. von England]]&lt;br /&gt;
* [[Annunziaten-Orden]], gestiftet 1362 durch [[Amadeus VI. (Savoyen)|Amadeus VI., Graf von Savoyen]]&lt;br /&gt;
* [[Orden vom Goldenen Vlies]], gestiftet 1429 durch [[Philipp III. (Burgund)|Philipp III., Herzog von Burgund]]&lt;br /&gt;
* [[Elefanten-Orden|Elefantenorden]], gestiftet 1462 durch [[Christian I. (Dänemark, Norwegen und Schweden)|Christian I.]], König von Dänemark, Norwegen und Schweden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zur [[Erste Französische Republik|Abschaffung der Monarchie]] und zwischen [[Restauration (Frankreich)|Restauration]] und [[Julirevolution von 1830|Julirevolution]] gab es die französischen [[Ordre de Saint-Michel]] und [[Orden vom Heiligen Geist]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aktuell existierende weltliche Ritterorden ===&lt;br /&gt;
* [[Datei:Arms of the Most Noble Order of the Garter.svg|38x38px]] [[Hosenbandorden]], gegründet 1348 vom englischen König [[Eduard III. (England)|Eduard III.]] (siehe auch [[Liste der Mitglieder des Hosenbandordens]]).&lt;br /&gt;
* [[Datei:Goldene Flies.jpg|30x30px]] [[Orden vom Goldenen Vlies]], gegründet 1430 vom burgundischen Herzog [[Philipp III. (Burgund)|Philipp dem Guten]] (siehe auch [[Liste der Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies]]).&lt;br /&gt;
* [[Datei:Hubertusorden.jpg|30x30px]] [[Hubertusorden]] gegründet 3. November 1444 von [[Gerhard (Jülich-Berg)|Herzog Gerhard II. von Jülich-Berg]].&lt;br /&gt;
* [[Datei:Annuziaten-Orden.jpg|30x30px]] [[Annunziaten-Orden]], gegründet 1362 von [[Amadeus VI. (Savoyen)|Amadeus&amp;amp;nbsp;VI.]] von Savoyen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Historische höfische Ritterorden ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Datei:Insignia Hungary Order I.V.I.S.H.F.S.svg|28x28px]] [[Sankt-Georg-Ritterorden (Ungarn)|Sankt-Georg-Ritterorden]] (ungar. &amp;#039;&amp;#039;Szent György Lovagrend&amp;#039;&amp;#039;), gegründet 1326 vom ungarischen König Karl&amp;amp;nbsp;I. Robert.&lt;br /&gt;
* [[Datei:Insignia Hungary Order Ordo Draconum History.svg|25x25px]] [[Drachenorden]], gegründet 1408 von König [[Sigismund (HRR)|Sigismund von Ungarn]].&lt;br /&gt;
* [[Datei:Saint Michel-Order.jpg|27x27px]] [[Ordre de Saint-Michel]], gegründet 1469 vom französischen König [[Ludwig XI.]]&lt;br /&gt;
* [[Datei:Cross of the Order of the Holy Spirit (heraldry).svg|34x34px]] [[Orden vom heiligen Geist]], gegründet 1578 vom französischen König [[Heinrich III. (Frankreich)|Henri III.]] (siehe auch [[Liste der Ritter des Ordens vom Heiligen Geist]]).&lt;br /&gt;
* der [[Orden des Sterns (Frankreich)|Orden vom Stern]], gegründet im August 1066 vom französischen König [[Robert II. (Frankreich)|Robert&amp;amp;nbsp;II.]], dann von [[Philipp VI. (Frankreich)|Philipp&amp;amp;nbsp;VI.]] stillgelegt und 1352 von [[Johann II. (Frankreich)|Johann&amp;amp;nbsp;II.]] neu gegründet.&lt;br /&gt;
* [[Datei:Ster Militaire Sint-Hendriks Orde Saksen.jpg|20x20px]] [[Militär-St.-Heinrichs-Orden|St.-Heinrichs-Orden]], gegründet durch Kurfürst Friedrich August&amp;amp;nbsp;II. von Sachsen König August III. von Polen – Litauen am 7.&amp;amp;nbsp;Oktober 1736 ist der älteste deutsche Verdienstorden&lt;br /&gt;
* der [[Orden der goldenen Stola]] (oder &amp;#039;&amp;#039;Stola d&amp;#039;oro&amp;#039;&amp;#039;), war ein venezianischer Ritterorden.&lt;br /&gt;
* der [[Schwanenorden]] – ältester Orden des [[Preußen|preußischen Hauses]], der 1440 gestiftet wurde, um der Entsittlichung des märkischen Adels entgegenzuwirken und die Rauf- und Fehdelust einzudämmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rittergesellschaften ==&lt;br /&gt;
Ritterbünde sind keine Ritterorden im klassischen Sinne. Sie sind eher als politische oder wertorientierte Interessengemeinschaft zu sehen. Die meisten aktuellen Ritterbünde sind heute nach dem Vereinsrecht geregelt und werden als solche angesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalterliche Ritterbünde ===&lt;br /&gt;
Im späten Mittelalter entstanden, vor allem in Südwestdeutschland, diverse ([[Reichsritter|reichsritterliche]]) [[Adelsgesellschaft]]en. Als politische Interessenverbände versuchten sie – mit unterschiedlichem Erfolg, aber in Form der [[Reichsritterschaft]] bis zum Ende des Alten Reiches – ein Gegengewicht zur aufstrebenden Macht der Städte und Landesfürsten zu bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Moderne Ritterbünde ===&lt;br /&gt;
Mit der [[Romantik]] kam es zur Wiederbelebung des mittelalterlichen Ritterideals. 1790 gründete der österreichische Hofrat [[Anton David Steiger]] als &amp;#039;&amp;#039;„Hainz am Stain der Wilde“&amp;#039;&amp;#039; die „[[Wildensteiner Ritterschaft auf blauer Erde]]“. Die Altritterliche Gesellschaft wurde 1823 auf Betreiben von Fürst [[Klemens Wenzel Lothar Nepomuk von Metternich|Metternich]] aufgelöst. Vermutlich trafen sich die Mitglieder fortan im Geheimen. Beim [[Wiener Kongress]] wurde infolge der [[Mediatisierung]] von Fürstentümern u.&amp;amp;nbsp;a. auf Initiative von [[Joseph von Laßberg]] und [[Werner von Haxthausen]] der geheime Ritterbund [[Adelskette]] gegründet. Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden vermehrt Ritterbünde in Bayern und Österreich; 1859 entstand in Prag die [[Schlaraffia]], die bis heute mit ca. 10.000 Mitgliedern weltweit aktiv ist. 1884 sollen 32 derartige Vereinigungen existiert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der meisten Ritterorden in der [[Zeit des Nationalsozialismus]] kam es in den 1950er Jahren zu einer Wiederbelebung einiger Bünde sowie zu Neugründungen, vor allem in Deutschland (derzeit 20 Bünde) und Österreich (etwa 21 Bünde).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Liste geistlicher Ritterorden]]&lt;br /&gt;
* [[Hausorden]]&lt;br /&gt;
* [[Bruderschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Orden und Ehrenzeichen]]&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Abbildungen und Beschreibung aller hoher Geistlichen, Weltlichen, und Frauenzimmer Ritter-Orden in Europa&amp;#039;&amp;#039;. Bürglen, Augsburg 1792 (Nachdruck: Reprintverlag Leipzig, ISBN 3-8262-1807-8); weitere Ausgabe: Stage, Augsburg 1792 ([https://www.google.de/books?id=7REMAAAAYAAJ Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* Alain Demurger: &amp;#039;&amp;#039;Die Ritter des Herrn. Geschichte der geistlichen Ritterorden&amp;#039;&amp;#039;. C.&amp;amp;nbsp;H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50282-2.&lt;br /&gt;
* [[Kaspar Elm]]: &amp;#039;&amp;#039;Ritterorden&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Walter Kasper]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon für Theologie und Kirche (LThK)&amp;#039;&amp;#039;. Band 8, Herder, Freiburg im Breisgau 1999, ISBN 3-451-22008-3, Sp.&amp;amp;nbsp;1205f.&lt;br /&gt;
* Giorgio Falco: &amp;#039;&amp;#039;Geist des Mittelalters – Kirche, Kultur, Staat&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Heinrich Scheffler, Frankfurt am Main 1958.&lt;br /&gt;
* Feliciano Novoa Portela, Carlos de Ayala Martínez (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ritterorden im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;. Theiss, Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-1974-5 (Aufsatzsammlung).&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Sarnowsky]]: &amp;#039;&amp;#039;Die geistlichen Ritterorden. Anfänge – Strukturen – Wirkungen&amp;#039;&amp;#039;. Kohlhammer, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-17-022579-4.&lt;br /&gt;
* [[Rodney Stark]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Rodney Stark#Rezensionen zu God’s Battalions: The Case for the Crusades (deutsch: Gottes Krieger. Die Kreuzzüge in einem neuen Licht)|Gottes Krieger. Die Kreuzzüge in neuem Licht]]&amp;#039;&amp;#039;. Haffmans Tolkemitt GmbH, Berlin 2013, ISBN 978-3-942989-85-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4178244-6}}&lt;br /&gt;
* [https://www.deutscher-orden.de/ Deutscher Orden]&lt;br /&gt;
* [https://www.ordinecostantiniano.it/ Religiöser und Militärischer Constantinischer Orden des Heiligen Georg]&lt;br /&gt;
* [https://www.st-lazarus.net/ Militärischer und Hospitalischer Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem – Lazarus-Orden]&lt;br /&gt;
* [https://www.orderofmalta.int/?lang=de Militärischer und Hospitalischer Orden des Heiligen Johannes von Jerusalem – Malteser-Orden]&lt;br /&gt;
* [https://www.patriarchalischerorden.de/ Patriarchalischer Orden vom Heiligen Kreuz zu Jerusalem]&lt;br /&gt;
* [http://www.ordenskreuz.com/ Informationsseite zu Orden in Deutschland, Österreich und der Schweiz]&lt;br /&gt;
* [https://www.dhm.de/archiv/magazine/orden/ueber_ritter.htm DHM Magazin – Deutsches Historisches Museum]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;{{Navigationsleiste Phaleristik}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ritterorden| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Fano</name></author>
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