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	<title>Revolution - Versionsgeschichte</title>
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		<title>imported&gt;Randolph33: Änderungen von ~2025-57181-4 (Diskussion) wurden auf die letzte Version von Gustav von Aschenbach zurückgesetzt: Vandalismus</title>
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		<updated>2025-09-10T09:01:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2025-57181-4&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2025-57181-4&quot;&gt;~2025-57181-4&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:~2025-57181-4&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:~2025-57181-4 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) wurden auf die letzte Version von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Gustav_von_Aschenbach&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Gustav von Aschenbach (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Gustav von Aschenbach&lt;/a&gt; zurückgesetzt: Vandalismus&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Prise de la Bastille.jpg|mini|hochkant=1.3|Der [[Sturm auf die Bastille]] am [[Nationalfeiertag (Frankreich)|14. Juli 1789]] zu Beginn der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Revolution&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein grundlegender und nachhaltiger struktureller Wandel eines oder mehrerer Systeme, der meist abrupt oder in relativ kurzer Zeit erfolgt. Er kann friedlich oder gewaltsam vor sich gehen. Revolutionen gibt es in den verschiedensten Bereichen des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens. Als [[Antonym]]e gelten die Begriffe [[Soziokulturelle Evolution|Evolution]] und [[Reform]]: Sie stehen für langsamer ablaufende Entwicklungen beziehungsweise für Änderungen ohne radikalen Wandel. Die genaue Definition ist umstritten, eine allgemein gültige Revolutionstheorie über die notwendigen und hinreichenden Bedingungen bei der Entstehung jeder Revolution, die Phasen ihres Verlaufs und ihre kurzfristigen und langfristigen Folgen, liegt nicht vor. Ein an einer Revolution Beteiligter wird als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Revolutionär&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
=== Wortherkunft und Begriffsentwicklung ===&lt;br /&gt;
Das Fremdwort &amp;#039;&amp;#039;Revolution&amp;#039;&amp;#039; wurde im 15. Jahrhundert aus dem [[spätlatein]]ischen &amp;#039;&amp;#039;revolutio&amp;#039;&amp;#039; („Umdrehung“, wörtlich „das Zurückwälzen“) entlehnt und bezeichnete zunächst als Fachwort in der [[Astronomie]] den [[Umlaufbahn|Umlauf]] der [[Astronomisches Objekt|Himmelskörper]]. [[Nikolaus Kopernikus]] verwendete das lateinische Wort &amp;#039;&amp;#039;revolutio&amp;#039;&amp;#039; mit dieser Bedeutung in seinem Hauptwerk &amp;#039;&amp;#039;[[De revolutionibus orbium coelestium]]&amp;#039;&amp;#039; (1543).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im England des 17. Jahrhunderts wurde der Begriff in Bezug auf die [[Glorious Revolution]] im Jahr 1688 im Sinne einer Wiederherstellung des alten legitimen Zustandes verwendet (ein &amp;#039;&amp;#039;Zurückwälzen&amp;#039;&amp;#039; der gesellschaftlichen Verhältnisse).&amp;lt;ref&amp;gt;Cordula Koepcke: &amp;#039;&amp;#039;Revolution. Ursachen und Wirkungen.&amp;#039;&amp;#039; Günter Olzog Verlag, München 1971, S.&amp;amp;nbsp;16.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die heutige Hauptbedeutung &amp;#039;&amp;#039;gewaltsamer politischer Umsturz&amp;#039;&amp;#039; kam, ausgehend vom französischen {{lang|fr|&amp;#039;&amp;#039;révolution&amp;#039;&amp;#039;}}&amp;lt;ref&amp;gt;Duden: &amp;#039;&amp;#039;Das Herkunftswörterbuch.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage 2001, S. 673.&amp;lt;/ref&amp;gt;, im 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert auf. Im Geschichtsbild der [[DDR]] bildete sich mit dem Begriff &amp;#039;&amp;#039;[[Frühbürgerliche Revolution]]&amp;#039;&amp;#039; eine eigene Interpretation auf marxistischer Grundlage heraus.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Max Steinmetz (Historiker)|Max Steinmetz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die frühbürgerliche Revolution in Deutschland&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Studienbibliothek DDR-Geschichtswissenschaft. Forschungswege, Bilanz, Aufgaben&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 5). Akademie-Verlag, Berlin (Ost) 1985, ISSN 0232-9468.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hauptbedeutung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ereignisblatt aus den revolutionären Märztagen 18.-19. März 1848 mit einer Barrikadenszene aus der Breiten Strasse, Berlin 01.jpg|mini|[[Märzrevolution]] 1848 in [[Berlin]], im Hintergrund das [[Berliner Schloss]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Revolution&amp;#039;&amp;#039; wird heute für tiefgreifende Veränderungen in den verschiedensten Bereichen verwendet, etwa in der [[Wissenschaft]], der [[Kultur]], der [[Mode]] usw. Als politische oder soziale Revolutionen werden heute [[krise]]nhafte [[Transformation (Politikwissenschaft)|Transformationsprozesse]] bezeichnet, in denen der gesetzmäßige oder konstitutionelle Entscheidungsvorgang außer Kraft gesetzt wird und die bis dahin herrschende [[Elite]] abgesetzt und ein anderes [[politisches System]] mit anderen Repräsentanten installiert wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Widmaier 607&amp;quot;&amp;gt;[[Ulrich Widmaier (Politikwissenschaftler)|Ulrich Widmaier]]: &amp;#039;&amp;#039;Revolution/Revolutionstheorien.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Everhard Holtmann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Politik-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;. 3. Auflage, Oldenbourg, München 2000, ISBN 978-3-486-79886-9, S. 607 (abgerufen über [[Verlag Walter de Gruyter|De Gruyter]] Online).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine [[Realdefinition]] liegt wegen der Unterschiedlichkeit der vielen als Revolution bezeichneten Prozesse nicht vor. So ist es etwa umstritten, ob eine Revolution notwendig von unten, das heißt von einer unterprivilegierten [[soziale Gruppe|sozialen Gruppe]] oder [[Soziale Klasse|Klasse]] getragen sein muss, ob Revolutionen immer [[gewalt]]sam verlaufen müssen oder ob auch erfolglose, das heißt niedergeschlagene Revolutionsversuche als Revolution zu bezeichnen sind oder in Abgrenzung dazu als [[Revolte]]n bzw. [[Aufstand|Aufstände]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Widmaier 607&amp;quot; /&amp;gt; Der Historiker [[Reinhart Koselleck]] klagte 1984, der Begriff sei durch seine ubiquitäre Verwendung derart „zerschlissen“, dass er, um weiter verwendet werden zu können, einer genauen und überprüfbaren Definition bedürfe, „und sei es nur, um Konsens über den Dissens zu finden“.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinhart Koselleck: &amp;#039;&amp;#039;Revolution.&amp;#039;&amp;#039; In: derselbe, [[Otto Brunner (Historiker)|Otto Brunner]], [[Werner Conze]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Geschichtliche Grundbegriffe]]. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; Band 5, Ernst Klett Verlag, Stuttgart, S. 788 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Typologie ==&lt;br /&gt;
Revolutionen lassen sich nach verschiedenen Kriterien klassifizieren. Verbreitet ist die Unterscheidung nach Trägerschichten, deren Interessen in der Revolution jeweils durchgesetzt werden sollen: So werden [[bürgerliche Revolution]]en identifiziert (wie etwa die [[Glorious Revolution]] 1688 oder die [[Französische Revolution]]), [[Proletariat|proletarische]] (wie die [[Oktoberrevolution]] 1917) und agrarische Revolutionen wie die [[mexikanische Revolution]], die [[chinesische Revolution]] und verschiedene [[Unabhängigkeitskrieg]]e im Prozess der [[Dekolonisierung]] nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Widmaier 607&amp;quot; /&amp;gt; Der Politikwissenschaftler [[Iring Fetscher]] nennt außerdem die „Intellektuellen-“ oder „Managerrevolution“.&amp;lt;ref&amp;gt; Iring Fetscher: Evolution, Revolution, Reform. In: derselbe und [[Herfried Münkler]] (Hrsg.): Politikwissenschaft. Begriffe – Analysen – Theorien. Ein Grundkurs. Rowohlt, Reinbek 1985, S. 399 – 431, zitiert nach [[Ulrich Weiß (Politikwissenschaftler)|Ulrich Weiß]]: &amp;#039;&amp;#039;Revolution/Revolutionstheorien.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Dieter Nohlen]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Politik.&amp;#039;&amp;#039; Band 7: &amp;#039;&amp;#039;Politische Begriffe.&amp;#039;&amp;#039; Directmedia, Berlin 2004, S. 561.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Klassifizierungskriterium ist die [[Ideologie]] der Protagonisten der Revolutionsbewegung: Demnach ist etwa zu unterscheiden zwischen [[Demokratie|demokratischen]], [[Sozialismus|sozialistischen]] und [[Faschismus|faschistischen]] Revolutionen.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Widmaier: &amp;#039;&amp;#039;Revolution/Revolutionstheorien.&amp;#039;&amp;#039; In: Everhard Holtmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Politik-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;. 3. Auflage, Oldenbourg, München 2000, ISBN 978-3-486-79886-9, S. 607 f. (abgerufen über [[Verlag Walter de Gruyter|De Gruyter]] Online).&amp;lt;/ref&amp;gt; Revolutionen lassen sich auch nach ihren Verursachungen klassifizieren, wobei man [[exogen]]e Faktoren (also etwa [[Krieg]]e und ökonomische Abhängigkeiten) und [[endogen]]e Faktoren (Unzufriedenheit der Bevölkerung, [[Modernisierung (Soziologie)|Modernisierungsprozesse]] und ihre teilweise negative Folgen – etwa der [[Pauperismus]] zu Beginn des [[Industrialisierung|industriellen Zeitalters]] – Wandel in den Werten und Ideologien, die in der Bevölkerung geteilt werden usw.) unterscheidet.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Weiß: &amp;#039;&amp;#039;Revolution/Revolutionstheorien.&amp;#039;&amp;#039; In: Dieter Nohlen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Politik.&amp;#039;&amp;#039; Band 7: &amp;#039;&amp;#039;Politische Begriffe.&amp;#039;&amp;#039; Directmedia, Berlin 2004, S. 563.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Politikwissenschaftler [[Samuel P. Huntington]] unterscheidet zwischen Revolutionen des [[Westliche Welt|westlichen]] und den östlichen Typs: Jene wie zum Beispiel die Französische oder die [[Russische Revolution]] würden sich in schwachen traditionellen Regimen ereignen, die in einer Krise zusehends [[Desintegration|desintegrierten]]. Daher sei nur ein geringes Maß an Gewalt notwendig, um sie zu stürzen. Gewaltsamer sei im Anschluss die Auseinandersetzung zwischen gemäßigten und radikalen Revolutionären. Während dieses Kampfes weite sich die Revolution aus der [[Metropole]], in der sie entstand, auf die ländliche Bevölkerung aus. Demgegenüber würden Revolutionen des östlichen Typus dagegen entstünden in [[Kolonialismus|kolonialisierten]] Gebieten oder [[Militärdiktatur]]en: Da diese Regime stark seien, gingen sie von [[Guerilla]]s aus, die im ländlichen Raum agierten, von wo sie mit erheblichen Gewaltanstrengungen bis hin zum [[Bürgerkrieg]] die Hauptstadt eroberten. Beispiele für östliche Revolutionen seien die [[chinesische Revolution]] und der [[Vietnamkrieg]].&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel P. Huntington: &amp;#039;&amp;#039;Political Order in Changing Societies.&amp;#039;&amp;#039; Yale University Press, New Haven 1969, zitiert nach Robert H. Dix: &amp;#039;&amp;#039;The Varieties of Revolution.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Comparative Politics&amp;#039;&amp;#039; 15, No. 3 (1983), S. 281; [[Dieter Wolf (Politikwissenschaftler, 1940)|Dieter Wolf]] und [[Michael Zürn (Politikwissenschaftler)|Michael Zürn]]: &amp;#039;&amp;#039;Revolutionstheorien.&amp;#039;&amp;#039; In: Dieter Nohlen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Politik.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Politische Begriffe.&amp;#039;&amp;#039; Directmedia, Berlin 2004, S. 554 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem fügte der Politikwissenschaftler Robert H. Dix noch den [[Lateinamerika|lateinamerikanischen]] Typus hinzu, in dem sich eine [[Stadtguerilla]] mit urbanen Eliten verbündet und so das alte Regime stürzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert H. Dix: The Varieties of Revolution. In: Comparative Politics 15, No. 3 (1983), S. 281–294; Dieter Wolf und Michael Zürn: &amp;#039;&amp;#039;Revolutionstheorien.&amp;#039;&amp;#039; In: Dieter Nohlen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Politik.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Politische Begriffe.&amp;#039;&amp;#039; Directmedia, Berlin 2004, S. 554.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Theorien der Revolution ==&lt;br /&gt;
In der Vorstellungswelt traditioneller vorindustrieller Gesellschaften, die auf einer harmonischen Ordnung, einem Einklang von [[Mensch]], [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaft]] und [[Natur]] mit der göttlichen [[Schöpfung]] basierte, waren die [[Gemeinschaft]], einzelne Gruppen und auch der einzelne Mensch durch die &amp;#039;&amp;#039;corruptio&amp;#039;&amp;#039; (Verderbnis) bedroht, die immer dann gegeben ist, wenn eine Ordnung ([[Herrschaftsform]]) ihre positiven Züge verliert, wenn etwa freie Bürger von anderen einseitig abhängig werden, und wenn dabei die [[Tugend]] &amp;#039;&amp;#039;(virtus)&amp;#039;&amp;#039; verloren geht, die das eigene Wohl mit dem [[Gemeinwohl]] vereinigen soll. In einer solchen Situation ist es geboten, an den Ausgangspunkt zurückzukehren ([[Niccolò Machiavelli|Machiavelli]]: &amp;#039;&amp;#039;Ritorno ai principi&amp;#039;&amp;#039;), Unordnung wieder in Ordnung zurückzuführen. Tatsächlich ist bis in die [[Neuzeit]] bei revolutionären Bewegungen bis hin zu den Anfängen der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] immer wieder die anfängliche Forderung, zum „alten Recht“ zurückzukehren, zu finden. Dass eine „Revolution“ im heutigen Sinn [[Innovation|etwas Neues]] schaffe, hat sich erst nach der Revolution von 1789 als Auffassung durchgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Soziologischer Revolutionsbegriff {{Anker|Umwälzung}} ===&lt;br /&gt;
Eine „Revolution“ bezeichnet in der [[Soziologie]] sowie umgangssprachlich einen [[Radikalismus|radikalen]] und meist, jedoch nicht immer, [[gewalt]]tätigen [[Sozialer Wandel|sozialen Wandel]] (Umsturz) der bestehenden politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Sebastian Haffner]] zitiert in &amp;#039;&amp;#039;Geschichte eines Deutschen&amp;#039;&amp;#039; eine juristische Definition, Revolution sei „die Änderung einer Verfassung mit anderen als den in ihr vorgesehenen Mitteln“, die jedoch auch nach seiner eigenen Ansicht den Sachverhalt nicht treffend beschreibt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gegebenenfalls kommt es dabei zu einer &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Umwälzung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; des kulturellen „Normensystems einer Gesellschaft“.&amp;lt;ref&amp;gt;H.-W. Kumwiede, B. Thibaut: &amp;#039;&amp;#039;Revolution – Revolutionstheorien.&amp;#039;&amp;#039; In: Dieter Nohlen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch Staat und Politik.&amp;#039;&amp;#039; Piper, München 1991, S.&amp;amp;nbsp;593&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Revolution wird entweder von einer organisierten, möglicherweise geheimen, Gruppierung von Neuerern (vgl. [[Avantgarde]], [[Elite]]) getragen und findet die Unterstützung größerer Bevölkerungsteile, oder sie ist von vornherein eine [[Massenbewegung (Soziologie)|Massenbewegung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teils wird der Begriff der [[Emanzipation]] hinzugenommen, d.&amp;amp;nbsp;h. die Idee der Befreiung von gewachsenen Strukturen und eines sozialen oder politischen [[Freiheit]]sgewinns für den Einzelnen. Der Stellenwert der einzelnen Kriterien für die Definition einer Revolution ist durchaus umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ohne tiefgreifenden (radikalen) [[Sozialer Wandel|sozialen Wandel]] nur eine kleine Organisation oder ein eng verknüpftes [[Soziales Netzwerk (Soziologie)|soziales Netzwerk]] mit relativ geringer Massenbasis einen gewaltsamen Umsturz unternimmt, wird das als [[Staatsstreich]] oder, insbesondere unter Beteiligung des [[Militär]]s, als [[Putsch]], bezeichnet. Nach erfolgreichen Staatsstreichen wird der Begriff der Revolution anschließend oft als [[Ideologie|ideologische]] Rechtfertigung genutzt, indem der Putsch zur Revolution umgedeutet wird. Putsche können aber auch im Sinne einer Revolution tiefgreifende Transformationsprozesse auslösen, der Übergang zwischen beiden Begriffen ist fließend.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Widmaier: &amp;#039;&amp;#039;Revolution/Revolutionstheorien.&amp;#039;&amp;#039; In: Everhard Holtmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Politik-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;. 3. Auflage, Oldenbourg, München 2000, ISBN 978-3-486-79886-9, S. 608 (abgerufen über [[Verlag Walter de Gruyter|De Gruyter]] Online).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitunter wird der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Revolution&amp;#039;&amp;#039; auch verwendet, um einen allgemeineren, tiefgreifenden Wandel der Gesellschaftsstruktur zu bezeichnen, auch wenn es sich dabei nicht zwangsläufig um besonders plötzlich und rapide auftretende Veränderungen handelt. So ist von der – global mehrere tausend Jahre dauernden – [[Neolithische Revolution|neolithischen Revolution]] oder von der sich zwischen 1750 und 1850 von England über den europäischen Kontinent ausbreitenden [[Industrielle Revolution|Industriellen Revolution]], die ihrerseits wiederum Vorbedingung für verschiedene politische Revolutionen in diesem Zeitraum war, die Rede.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für eine soziologische Revolutionstheorie ist der [[Marxismus]], der ausschließlich endogene, nämlich ökonomische Ursachen von Revolutionen annimmt:&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Weiß: &amp;#039;&amp;#039;Revolution/Revolutionstheorien.&amp;#039;&amp;#039; In: Dieter Nohlen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Politik.&amp;#039;&amp;#039; Band 7: &amp;#039;&amp;#039;Politische Begriffe.&amp;#039;&amp;#039; Directmedia, Berlin 2004, S. 563.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die eigendynamische, [[Dialektik|dialektische]] Entwicklung der [[Produktivkräfte]] würde die [[Klassenkampf|Klassengegensätze]] derart verschärfen, dass eine proletarische [[Weltrevolution]] mit naturwissenschaftlicher Sicherheit die Folge wäre. Diese [[Prognose]] erwies sich als irrig.&amp;lt;ref&amp;gt;Iring Fetscher: &amp;#039;&amp;#039;Von Marx zur Sowjetideologie. Darstellung, Kritik und Dokumentation des sowjetischen, jugoslawischen und chinesischen Marxismus.&amp;#039;&amp;#039; Diesterweg, Frankfurt am Main/Berlin/München 1972, S. 39 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politikwissenschaftlicher Revolutionsbegriff ===&lt;br /&gt;
Die [[Politikwissenschaft]] hat sich bislang nicht auf eine einheitliche Revolutionstheorie einigen können. Der Historiker [[Eberhard Weis]] etwa nennt fünf Hauptfaktoren, die wesentliche Voraussetzungen zur Entstehung einer Revolution darstellen, wobei er Entwicklungsländer nicht berücksichtigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Eine plötzliche [[Rezession]]&lt;br /&gt;
## nach einer Zeit wirtschaftlicher Blüte, steigenden Wohlstands und steigender Erwartungen in die Zukunft oder&lt;br /&gt;
## nach einer [[Naturkatastrophe]];&lt;br /&gt;
# eine [[öffentliche Meinung]], die die bestehenden Institutionen in Frage stellt;&lt;br /&gt;
# die Solidarisierung verschiedener Gruppen der Gesellschaft, die unterschiedliche Gründe haben, mit dem bestehenden Zustand unzufrieden zu sein, und die sich zum Umsturz der alten Ordnung vorübergehend verbünden;&lt;br /&gt;
# eine Ideologie;&lt;br /&gt;
# Schwäche, Uneinigkeit und Ineffizienz auf Seiten der Gegenkräfte, des Staates.&amp;lt;ref&amp;gt;Nach: Eberhard Weis, &amp;#039;&amp;#039;Der Durchbruch des Bürgertums. 1776–1847&amp;#039;&amp;#039;. Propyläen Geschichte Europas, Bd.&amp;amp;nbsp;4, Berlin 1978, S.&amp;amp;nbsp;96&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der amerikanische Soziologe [[Charles Tilly]] sieht als Voraussetzung jeder Revolution, die er als „eine mit Gewalt erzwungene Verlagerung der staatlichen Macht“ definiert, eine „revolutionäre Situation“: Darin stünden sich unversöhnlich zwei Machtblöcke gegenüber, die beide Anspruch auf die [[Souveränität]] im Staat erhöben. Insofern stelle eine Revolution „eine eskalierte Form des normalen [[Pluralismus (Politik)|pluralistischen]] Ringens gesellschaftlicher Gruppen um die Verteilung der Werte Herrschaft, Sicherheit und Wohlfahrt dar, die den legalen Rahmen des politischen Systems sprengen“. Für den Erfolg der revolutionären Gruppe sei nun nicht so sehr ausschlaggebend, wie groß die allgemeine Unzufriedenheit sei, sondern wie gut und wie nachhaltig es ihr gelinge, diese zur Mobilisierung größerer Anteile der Bevölkerung und zur Bildung von Koalitionen zu nutzen. Falls dies gelinge und falls sich die Inhaber der staatlichen Macht als unfähig erwiesen, die in Opposition zu ihr stehende Gruppierungen zu unterdrücken oder zu reintegrieren, entlade sich die Spannung in einem oder mehreren „revolutionären Ereignissen“: Es kommt zu Gewalt, und die revolutionäre Gruppe kann ihren Machtanspruch eventuell durchsetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Charles Tilly: &amp;#039;&amp;#039;Die europäische Revolution.&amp;#039;&amp;#039; C.H. Beck, München 1993, S. 25 (hier das erste Zitat) und passim; [[Dieter Wolf (Politikwissenschaftler, 1940)|Dieter Wolf]] und [[Michael Zürn (Politikwissenschaftler)|Michael Zürn]]: &amp;#039;&amp;#039;Revolutionstheorien.&amp;#039;&amp;#039; In: Dieter Nohlen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Politik.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Politische Begriffe.&amp;#039;&amp;#039; Directmedia, Berlin 2004, S. 561 ff (hier das zweite Zitat).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Revolution im Staatsrecht (Revolutionsrecht) ==&lt;br /&gt;
Das „Revolutionsrecht“ geht in Deutschland begrifflich auf philosophische Überlegungen [[Johann Gottlieb Fichte]]s zur Französischen Revolution (1793) zurück. Infolge der [[Novemberrevolution]] bildete sich in der [[Weimarer Republik]] das Revolutionsrecht in der zivilrechtlichen Rechtsprechung des [[Reichsgericht]]s aus,&amp;lt;ref&amp;gt;RGZ, 100, 25; vgl. zuvor bereits: RGSt 53, 65.&amp;lt;/ref&amp;gt; das 1926 auch vom [[Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich|Staatsgerichtshof]] verfassungsrechtlich anerkannt und übernommen wurde:&amp;lt;ref&amp;gt;[[:Datei:StaatsgerichtshofDR19101926.pdf|Entscheidung vom 16. Oktober 1926 in RGZ 114, Anhang, S.&amp;amp;nbsp;1&amp;amp;nbsp;ff. (6&amp;amp;nbsp;ff.)]]&amp;lt;/ref&amp;gt; {{Zitat|Das Reichsgericht hat sich in ständiger Rechtsprechung auf den Standpunkt gestellt, daß im Staatsleben der tatsächlichen Herrschaft, die sich gegenüber Widerständen durchzusetzen vermocht hat, rechtliche Anerkennung zukommt. Insbesondere ist der durch die Umwälzung neu geschaffenen [[Staatsgewalt]] die staatliche Anerkennung nicht versagt worden. Die Rechtswidrigkeit ihrer Begründung ist als kein Hindernis erachtet worden, weil die Rechtmäßigkeit der Begründung kein wesentliches Merkmal der Staatsgewalt ist […]. Damit ist das sogenannte Revolutionsrecht anerkannt worden.}} Diese Rechtsprechung und die damit verbundene Denkweise legitimierte später auch die [[Machtergreifung]] der Nationalsozialisten. Die &amp;#039;&amp;#039;[[normative Kraft des Faktischen|normative Kraft]] des Revolutionsrechts&amp;#039;&amp;#039; wurde 1952 nochmals vom [[Bundesgerichtshof]] bestätigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://research.wolterskluwer-online.de/document/295459f6-e507-4456-848a-86981f1a9ddb Urteil vom 8. Februar 1952 (V ZR 6/50)] in [[BGHZ]]&amp;amp;nbsp;5, S.&amp;amp;nbsp;76&amp;amp;nbsp;ff. (S.&amp;amp;nbsp;96).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Theoretiker und Praktiker der Revolution ==&lt;br /&gt;
=== Soziologische Theoretiker der Revolution ===&lt;br /&gt;
(Siehe auch die Werkverzeichnisse in den Personenartikeln.)&lt;br /&gt;
* [[Vilfredo Pareto]] („Revolution“ als eine besondere Form der Elitenablösung)&lt;br /&gt;
* [[Max Weber]] (in Europa/Nordamerika bedurfte der [[Kapitalismus]] anfangs einer radikalen nichtwirtschaftlichen – religiösen – Mentalitätsänderung, und zwar in Gestalt des [[Protestantismus]])&lt;br /&gt;
* [[Eugen Rosenstock-Huessy]] (die europäischen Revolutionen als Abfolge von [[Ständegesellschaft|Ständerevolutionen]], beginnend mit der „papalen Revolution“ des [[Papst]]tums gegen das mittelalterliche [[Kaiser]]tum und endend mit der „[[Proletariat|proletarischen]] Revolution“)&lt;br /&gt;
* [[Pitirim Sorokin]] (soziologische Typenbildung)&lt;br /&gt;
* [[Crane Brinton]] (sozialhistorisch abgestützte Typenbildung)&lt;br /&gt;
* [[Ralf Dahrendorf]] („Revolution“ als (1) &amp;#039;&amp;#039;radikaler&amp;#039;&amp;#039; und (2) &amp;#039;&amp;#039;rapider&amp;#039;&amp;#039; [[sozialer Wandel]], bedingt durch (1) &amp;#039;&amp;#039;[[Intensität (Soziologie)|intensive]]&amp;#039;&amp;#039; beziehungsweise (2) &amp;#039;&amp;#039;[[gewalt]]same&amp;#039;&amp;#039; [[Sozialer Konflikt|soziale Konflikte]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Theoretisch argumentierende Revolutionäre ===&lt;br /&gt;
* [[Karl Marx]] (jede Gesellschaft, in der es eine Form des Besitzes an Produktionsmitteln erlaubt, sich menschliche [[Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] zu unterwerfen, endet zwangsläufig durch Revolution oder Untergang; zu unterscheiden sind „Revolutionen der Produktivkräfte“ von den durch sie ausgelösten „Revolutionen der Produktionsverhältnisse“).&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Engels]] (Arbeit und deren Beherrschung durch [[Eigentum]] löste die &amp;#039;&amp;#039;erste&amp;#039;&amp;#039; Revolution nach dem [[Urkommunismus]] aus, die die „Wildheit“ durch die [[Barbarei]] ablöste und der &amp;#039;&amp;#039;Beginn der [[Geschichte]]&amp;#039;&amp;#039; war, und Arbeit und Eigentum werden durch die &amp;#039;&amp;#039;letzte&amp;#039;&amp;#039; Revolution – die [[Weltrevolution]] – optimal disponiert werden, in der das Ende des „Reichs der Notwendigkeit“ und der Beginn des „Reichs der [[Freiheit]]“ möglich werden wird).&lt;br /&gt;
* [[Rosa Luxemburg]] (der [[Imperialismus]] ist dabei die letzte Verteidigungsmöglichkeit des Kapitalismus vor der abschließenden weltweiten proletarischen Revolution – im Bündnis mit dem Proletariat der Kolonialmächte).&lt;br /&gt;
* [[Wladimir Iljitsch Lenin|Lenin]] (durch den Aufbau einer [[Kader]]partei von Berufsrevolutionären kann selbst dann, wenn das [[Proletariat]] noch eine Minderheit darstellt, die Revolution der [[Produktionsverhältnis]]se vorverlegt werden – vgl. auch [[Revolutionäre Situation]]).&lt;br /&gt;
* [[Anton Pannekoek]] (Parteien und Gewerkschaften – einschließlich der leninistischen – sind untaugliche Formen für den Kampf der Arbeiterklasse um ihre Emanzipation, alles kommt auf die [[Selbstorganisation]] der Arbeiterinnen und Arbeiter an).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowie (alphabetisch) [[Michail Alexandrowitsch Bakunin|Bakunin]], [[Simon Bolivar|Bolívar]], [[Georges Danton|Danton]], [[Guy Debord|Debord]], [[Che Guevara|Guevara]], [[Ho Chi Minh]], [[Mao Zedong]], [[Jean-Paul Marat|Marat]], [[Giuseppe Mazzini|Mazzini]], [[Kwame Nkrumah|Nkrumah]], [[Robespierre]], [[Antoine de Saint-Just|Saint-Just]], [[Ali Schariati|Schariati]], [[Camilo Torres|Torres]], [[Leo Trotzki|Trotzki]] und andere Revolutionäre des 18. bis 20. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
=== Herrschaftssysteme und Politik ===&lt;br /&gt;
[[Datei:La Liberté guidant le peuple - Eugène Delacroix - Musée du Louvre Peintures RF 129 - après restauration 2024.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;[[Die Freiheit führt das Volk]]&amp;#039;&amp;#039;, Gemälde von [[Eugène Delacroix]] 1830]]&lt;br /&gt;
==== Revolutionen von unten ====&lt;br /&gt;
* Die als [[Bauernkrieg]]e bezeichneten Aufstände, die vom 14. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert hinein immer wieder in Europa aufflammten, wurden regelmäßig blutig niedergeschlagen. In der [[Marxismus|marxistischen]] Geschichtsbetrachtung wird insbesondere der [[Deutscher Bauernkrieg|Deutsche Bauernkrieg]] 1524–1526 als „[[frühbürgerliche Revolution]]“ bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Josef Foschepoth]]: &amp;#039;&amp;#039;Reformation und Bauernkrieg im Geschichtsbild der DDR. Zur Methodologie eines gewandelten Geschichtsverständnisses&amp;#039;&amp;#039;. Duncker und Humblot, Berlin 1976, passim.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der erste als „Revolution“ bezeichnete Umsturz war die &amp;#039;&amp;#039;[[Emder Revolution]]&amp;#039;&amp;#039; von 1595 in [[Ostfriesland]].&lt;br /&gt;
* [[Glorious Revolution]] 1688 in [[England]], die die Herrschaft der [[Haus Stuart|Stuarts]] beendete&lt;br /&gt;
* [[Amerikanische Revolution]] 1776–1781, oft auch als [[Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg]] bezeichnet&lt;br /&gt;
* [[Französische Revolution]] 1789–1799&lt;br /&gt;
* [[Haitianische Revolution]] 1791–1804&lt;br /&gt;
* [[Julirevolution von 1830]] (Frankreich)&lt;br /&gt;
* [[Februarrevolution von 1848]] (Frankreich)&lt;br /&gt;
* die gescheiterte [[Europäische Revolutionen 1848/1849|Revolution von 1848/1849 in mehreren Staaten Europas]]&lt;br /&gt;
* [[Russische Revolution]]en 1917: [[Februarrevolution 1917|Februarrevolution]] und [[Oktoberrevolution]]. Für die Oktoberrevolution werden heute zum Teil die Begriffe &amp;#039;&amp;#039;Putsch&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;Staatsstreich&amp;#039;&amp;#039; verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dietrich Geyer]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Russische Revolution.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage, Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1985, S. 106; Armin Pfahl-Traughber: &amp;#039;&amp;#039;Staatsformen im 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; I: &amp;#039;&amp;#039;Diktatorische Systeme.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Alexander Gallus (Historiker)|Alexander Gallus]] und [[Eckhard Jesse]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Staatsformen. Modelle politischer Ordnung von der Antike bis zur Gegenwart. Ein Handbuch.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2004, S. 230; [[Gerd Koenen]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Farbe Rot. Ursprünge und Geschichte des Kommunismus.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 2017, S. 750; Steve A. Smith: &amp;#039;&amp;#039;Die Russische Revolution.&amp;#039;&amp;#039; Reclam, Stuttgart 2017, S. 58; [[Manfred Hildermeier]]: Die Russische Revolution und ihre Folgen. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Aus Politik und Zeitgeschichte]]&amp;#039;&amp;#039; 34–36 (2017), S. 13 ([https://www.bpb.de/apuz/254458/die-russische-revolution-und-ihre-folgen online], Zugriff am 18. Juni 2019).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Novemberrevolution]] in [[Deutschland]] 1918/1919, einschließlich der [[Räterepublik]]en in [[Bayern]] ([[Münchner Räterepublik]]) und [[Bremen]] ([[Bremer Räterepublik]]) sowie einzelne im Ruhrgebiet&lt;br /&gt;
* die [[Nationalsozialismus|nationalsozialistische]] [[Machtergreifung]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans-Ulrich Wehler]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Gesellschaftsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 4: &amp;#039;&amp;#039;Vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1914–1949&amp;#039;&amp;#039;. C.H. Beck, München 2003, S.  S. 601 f. und 619 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Anwendung des Revolutionsbegriffs ist in diesem Fall umstritten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Horst Möller]]: &amp;#039;&amp;#039;Die nationalsozialistische Machtergreifung. Konterrevolution oder Revolution?&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte&amp;#039;&amp;#039; 31 (1983), Heft 1, S.&amp;amp;nbsp;25–51, das Zitat S.&amp;amp;nbsp;48 ([https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1983_1_2_moeller.pdf PDF], Zugriff am 22. Februar 2017).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die [[kubanische Revolution]] 1953–1959&lt;br /&gt;
* [[Islamische Revolution]] im [[Geschichte des Iran|Iran]] 1979 und die anschließenden Maßnahmen zum Umbau von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft&lt;br /&gt;
* Die [[nicaraguanische Revolution]] von 1979, nach der kubanischen Revolution die zweite erfolgreiche lateinamerikanische Revolution im Kalten Krieg&lt;br /&gt;
* Die [[Wende und friedliche Revolution in der DDR|friedliche Revolution]] in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] 1989/1990. Die Anwendung des Revolutionsbegriffs ist in diesem Fall umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Revolutionen von oben ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Revolution von oben}}&lt;br /&gt;
* [[Meiji-Restauration]], Erneuerung der kaiserlichen Macht in Japan ab 1868&lt;br /&gt;
* [[Weiße Revolution]], Reformprogramm von Schah [[Mohammad Reza Pahlavi]] im [[Iran]] (1963)&lt;br /&gt;
* [[Kulturrevolution]], eine Reihe von Kampagnen in der [[Volksrepublik China]] 1966–1976 mit dem Ziel, kapitalistische und traditionelle Elemente aus Kultur und Gesellschaft zu eliminieren und die Dominanz der [[Maoismus|maoistischen]] Orthodoxie in der [[Kommunistische Partei Chinas|KPCh]] abzusichern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gesellschaft, Technik, Wissenschaft ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Adolph Menzel - Eisenwalzwerk - Google Art Project.jpg|mini|Das Gemälde &amp;#039;&amp;#039;[[Eisenwalzwerk (Moderne Cyklopen)|Das Eisenwalzwerk]]&amp;#039;&amp;#039; (1872–1875) von [[Adolph Menzel]] ist die erste größere künstlerische Darstellung von Industriearbeit]]&lt;br /&gt;
* [[Neolithische Revolution]], der Übergang vom [[Jäger und Sammler|Jäger- und Sammlertum]] zu [[Ackerbau]] und [[Viehzucht]] (Übergang zur [[Jungsteinzeit]], ca. 15.000 v.&amp;amp;nbsp;Chr.)&lt;br /&gt;
* [[Industrielle Revolution]], der Übergang von der [[Agrargesellschaft]] zur [[Industriegesellschaft]] seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
* Wissenschaftliche Revolutionen, z. B. die [[Genom#Sequenzierte Genome|Sequenzierung („Entschlüssung“)]] des menschlichen [[Genom]]s als &amp;#039;&amp;#039;[[Biologie|Biologische]] Revolution&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Joachim Winckelmann: &amp;#039;&amp;#039;Wer vollendet die biologische Revolution?&amp;#039;&amp;#039; In: [[Dominik Groß]], Monika Reininger: &amp;#039;&amp;#039;Medizin in Geschichte, Philologie und Ethnologie: Festschrift für Gundolf Keil.&amp;#039;&amp;#039; Königshausen &amp;amp; Neumann, 2003, ISBN 978-3-8260-2176-3, S. 203–227.&amp;lt;/ref&amp;gt; Siehe auch [[Paradigmenwechsel]].&lt;br /&gt;
* [[Sexuelle Revolution]] in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die die überkommenen Moralvorstellungen umwarf.&lt;br /&gt;
* [[Grüne Revolution]], die Entwicklung landwirtschaftlicher Hochertragssorten und deren Verbreitung in der [[Dritte Welt|Dritten Welt]] ab Ende der 1960er Jahre.&lt;br /&gt;
* Elektronische bzw. [[Digitale Revolution]] ab etwa 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Tocqueville-Effekt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- nach Jahr, neuere zuerst --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Frank Jacob (Historiker)|Frank Jacob]], [[Riccardo Altieri]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Revolution. Beiträge zu einem historischen Phänomen der globalen Moderne.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftlicher Verlag Berlin WVB, Berlin 2019, ISBN 978-3-96138-158-6.&lt;br /&gt;
* [[Gunnar Hindrichs]]: &amp;#039;&amp;#039;Philosophie der Revolution&amp;#039;&amp;#039;. Suhrkamp, Berlin 2017, ISBN 978-3-518-58707-2.&lt;br /&gt;
* Florian Grosser: &amp;#039;&amp;#039;Theorien der Revolution zur Einführung&amp;#039;&amp;#039;. Junius, Hamburg 2013, ISBN 978-3-88506-075-8.&lt;br /&gt;
* Immanuel Ness (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The International Encyclopedia of Revolution and Protest: 1500 to the Present.&amp;#039;&amp;#039; Wiley &amp;amp; Sons, Malden, MA u.&amp;amp;nbsp;a. 2009, ISBN 978-1-4051-8464-9.&lt;br /&gt;
* [[Karl Marx]] und [[Friedrich Engels]]: [[Das Kommunistische Manifest]]. Eine moderne Edition. Mit einer Einleitung von Eric Hobsbawm. Argument-Verlag, Hamburg/Berlin 1999, ISBN 3-88619-322-5.&lt;br /&gt;
* [[Charles Tilly]]: &amp;#039;&amp;#039;Die europäischen Revolutionen&amp;#039;&amp;#039;. C.H. Beck, 1993, ISBN 978-3-406-37703-7.&lt;br /&gt;
* H.-W. Krumwiede, B. Thibaut: &amp;#039;&amp;#039;Revolution – Revolutionstheorien.&amp;#039;&amp;#039; In: Dieter Nohlen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch Staat und Politik.&amp;#039;&amp;#039; Piper, München 1991, ISBN 3-492-11179-3, S.&amp;amp;nbsp;593&amp;amp;nbsp;ff.&lt;br /&gt;
* [[Kurt Lenk]]: &amp;#039;&amp;#039;Theorien der Revolution&amp;#039;&amp;#039;. UTB, 1981, ISBN 3-7705-0795-9.&lt;br /&gt;
* [[Hannah Arendt]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Über die Revolution]]&amp;#039;&amp;#039;. München 1963, ISBN 3-492-11746-5.&lt;br /&gt;
* [[Eric Hobsbawm]]: &amp;#039;&amp;#039;Europäische Revolutionen 1789 bis 1848&amp;#039;&amp;#039;. Zürich 1962 (Nachdruck: Parkland-Verlag, Köln 2004, ISBN 3-89340-061-3).&lt;br /&gt;
* [[Pitirim Sorokin]]: &amp;#039;&amp;#039;Sociology of revolution.&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Die Soziologie der Revolution.&amp;#039;&amp;#039; Lehmann, München 1928, {{DNB|368435768}})&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Revolutions|Revolution}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Revolutionär}}&amp;lt;!--WL hierher--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|revolutionär}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4049680-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Revolution| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Marxistischer Begriff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialer Wandel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Randolph33</name></author>
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