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	<title>Ragtime - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<title>imported&gt;FordPrefect42: /* Geschichte */ Stil</title>
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		<updated>2025-07-02T00:11:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte: &lt;/span&gt; Stil&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ragtime&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein in den [[Vereinigte Staaten|USA]] entstandener [[Archaischer Jazz|Vorläufer des Jazz]], der seine Blütezeit zwischen 1899 und 1914 hatte. Er gilt als „Amerikas klassische Musik“&amp;lt;ref&amp;gt;Scott Yanow: &amp;#039;&amp;#039;Jazz on the Record.&amp;#039;&amp;#039; San Francisco 2003, S. 4&amp;lt;/ref&amp;gt; und wird heute im Wesentlichen als Klavierstil wahrgenommen und praktiziert, wurde aber auch auf anderen Instrumenten, besonders auf dem [[Banjo]], aber auch in klein- und mittelformatigen Ensembleformationen gespielt.&lt;br /&gt;
[[Datei:RagtimeDanceJoplinCover.jpg|mini|The Ragtime Dance, 1906 (Scott Joplin).]]&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
Die im Musikschrifttum am häufigsten vertretene [[Etymologie|etymologische]] Deutung leitet den Namen Ragtime aus &amp;#039;&amp;#039;ragged time&amp;#039;&amp;#039; („zerrissene Zeit“) ab, was sich auf die von europäischen Hörern im Kontrast zum gleichförmigen [[Rhythmus (Musik)|Rhythmus]] der Begleitung als [[Synkope (Musik)|synkopiert]] wahrgenommene Melodieführung bezieht. Eine andere Deutung legt ein Hinweis im Musical Record von 1899 nahe, in dem es heißt: “The negroes call their clog-dancing ‘ragging’ and the dance a ‘rag’.” –  „Die Neger nennen ihren Holzschuhtanz ‚ragging‘ und den Tanz einen ‚rag‘.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während um 1900 mit Ragtime verschiedene Sparten des afro-amerikanischen Musik-Entertainments bezeichnet wurden und selbst [[John Philip Sousa]] orchestrierte Ragtimes in sein [[Repertoire]] übernahm und [[Blues]]musiker wie [[Blind Blake]] und [[Blind Boy Fuller]] den Ragtime auch auf die Gitarre übertrugen, versteht man heute darunter zumeist den auf dem Klavier gespielten „City-Ragtime“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere etymologische Beziehung glaubt der Musikjournalist Karl Gert zur Heide im arabischen Wort für ‚Tanz‘ ({{arS|رقص|d=raqṣ}}) gefunden zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle  |autor=Karl Gert zur Heide  |url=https://muslimworldmusicday.com/files/etymologies_of_rag.pdf  |titel=Etymologies of the American Vernacular rag  |datum=2010  |format=PDF  |sprache=en  |abruf=2023-08-10 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er verweist dabei auf stark beachtete US-Auftritte von [[Klassisch-orientalischer Tanz|orientalischen Tanzgruppen]] (&amp;#039;&amp;#039;Raqs Scharqi&amp;#039;&amp;#039;) im Entstehungszeitraum des Ragtimes, darunter auch bei der [[World’s Columbian Exposition|Weltausstellung 1893 in Chicago]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;KarlGert&amp;quot;&amp;gt;Karl-Gert zur Heide: [https://www.muslimworldmusicday.com/essays_karl.html &amp;#039;&amp;#039;The Orientalization of American Show Business - A Selective Timeline&amp;#039;&amp;#039;], The ARChive of Contemporary Music, 12. April 2011, abgerufen am 21. April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese aufgrund ihres spekulativen Charakters kontrovers diskutierte These&amp;lt;ref&amp;gt;Scott, Derek B.: Invention and Interpretation in Popular Music Historiography, in: Helms, Dietrich / Phleps, Thomas (Hg): &amp;#039;&amp;#039;Geschichte wird gemacht. Zur Historiographie populärer Musik&amp;#039;&amp;#039;, transkript-Verlag, Bielefeld, S. 41–54.&amp;lt;/ref&amp;gt; geht auf einen seit den 1990er Jahren insbesondere im Umfeld der österreichischen Jazzforschung geführten Diskurs zurück, der durch die Arbeiten von [[Alfons M. Dauer]] initiiert und von [[Maximilian Hendler]] inhaltlich weiter zugespitzt wurde,&amp;lt;ref&amp;gt;Vergl. hierzu: Maximilian Hendler: &amp;#039;&amp;#039;Vorgeschichte des Jazz. Vom Aufbruch der Portugiesen zu Jelly Roll Morton.&amp;#039;&amp;#039; Beiträge zur Jazzforschung / Studies in Jazz-Research 13, ADEVA Akademische Druck &amp;amp; Verlagsanstalt, Graz 2008, ISBN 978-3-201-01900-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; und der darauf abzielt, die afroamerikanischen Einflüsse auf die Genese der Frühformen des Jazz in ihrem multikulturellen Umfeld zu betrachten und damit zu relativieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche hierzu die Kritik von Manfred Mayer (Wien) an Maximilian Hendler: [https://www.jazzseite.at/Jazz-Qualitaet/HendlersGegenkurs.html Manfred Mayer: Hendlers Gegenkurs], abgerufen am 10. August 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Musikalische Charakteristik ==&lt;br /&gt;
Kennzeichen des Ragtime sind zum einen eine freizügige Synkopierung in der Melodiestimme, die oft gegen eine einfache Basslinie im Zweiviertel- oder Vierviertel-Takt verläuft, zum anderen ein Satz verwandter Themen, die innerhalb eines Stücks durch Modulationen miteinander verbunden waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;digby&amp;quot;&amp;gt;[[Digby Fairweather]]: &amp;#039;&amp;#039;Ragtime.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Ian Carr]], [[Digby Fairweather]], [[Brian Priestley]]: &amp;#039;&amp;#039;Rough Guide Jazz. Der ultimative Führer zur Jazzmusik. 1700 Künstler und Bands von den Anfängen bis heute.&amp;#039;&amp;#039; Metzler, Stuttgart/Weimar 1999, ISBN 3-476-01584-X, S. 749.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spielweise ===&lt;br /&gt;
Für den „City-Ragtime“ charakteristisch ist die [[Stride Piano|stride]]-Technik der linken Hand, bei der auf die Achtelschläge 1 und 3 des ragtimetypischen 2/4 Taktes der Bass (meist in Oktavschlägen), und auf den 2. und 4. Achtelschlag die Akkorde gespielt werden. Die „Zerrissenheit“ ergibt sich aus der Tatsache, dass die von der rechten Hand dazu vor allem in Sechzehntel- und Achtelnoten notierte Melodie zeitliche Verschiebungen zum von der linken Hand stetig gespielten Takt aufweist, oft Sechzehntel-Notenüberbindungen über die Taktmitte oder den Taktstrich hinweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Habanera.PNG|mini|Ragtime-Rhythmus]]&lt;br /&gt;
Einigen Ragtime-Komponisten ist es bei einzelnen ihrer Werke gelungen, die afroamerikanischen Ursprünge der Ragtime-Synkopierung heraushörbar zu machen. In vielen Fällen ähnelt der Rhythmus der Habanera, der möglicherweise in Lateinamerika, weil dort Trommeln nicht verboten waren, direkt aus der afrikanischen Musik der Vorfahren überliefert ist und in den USA auf andere Instrumente übersetzt wurde.&amp;lt;!--Seitenangaben?--&amp;lt;ref&amp;gt;[[Billy Taylor]]: &amp;#039;&amp;#039;Jazz Piano.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wichtige Stilmittel des Ragtime sind [[Verzierung (Musik)#Schleifer|Schleifer]] (slurs) mit „[[Blue Note|blue notes]]“, chromatische Durchgänge, Verschränkung von Dur und Moll, und enge [[Cluster (Musik)|Tonhäufungen]] (cluster).&amp;lt;!--Konkreter belegen!--&amp;lt;ref&amp;gt;Billy Taylor, &amp;#039;&amp;#039;Jazz Piano&amp;#039;&amp;#039;, durch Notenanalyse&amp;lt;/ref&amp;gt;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ragtime ist zunächst komponierte Musik, und das Element der [[Improvisation (Musik)|Improvisationen]] ist keine unbedingt notwendige Zutat des Ragtime-Spiels. Es ist historisch nicht gesichert, welchen Stellenwert sie zunächst hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Allerdings erinnerte der Pianist Eubie Blake an „One Leg“ Willie Joseph: „Ragtime ist Synkopierung – und Improvisation – und Akzentuierung. Und wenn Du die alten Jungs spielen gehört hättest, wüßtest Du, was Improvisation ist – &amp;#039;&amp;#039;und Akzentuierung&amp;#039;&amp;#039;.“ Zitiert nach: Digby Fairweather: &amp;#039;&amp;#039;Ragtime.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Ian Carr]], [[Digby Fairweather]], [[Brian Priestley]]: &amp;#039;&amp;#039;Rough Guide Jazz. Der ultimative Führer zur Jazzmusik. 1700 Künstler und Bands von den Anfängen bis heute.&amp;#039;&amp;#039; Metzler, Stuttgart/Weimar 1999, ISBN 3-476-01584-X, S. 749.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Interpretation eines Rags ist jedoch durchaus individuell, man nehme nur die [[Scott Joplin|Scott-Joplin]]-Interpretationen von [[Marcus Roberts]] im Stile des [[Chicago-Jazz]]. Viele der ersten Jazz-Pianisten kamen allerdings vom Ragtime her, und einige der ersten [[Jazzstandard|Jazz-Standards]] waren Rag-Kompositionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Form ===&lt;br /&gt;
Die formelle Gliederung eines Rags folgt dem Aufbau eines [[Marsch (Musik)|Marsches]] (einige Rags tragen noch die Bezeichnung „March“ im Titel, der Abschnitt C wird gelegentlich als „Trio“ bezeichnet). Jeweils 16-taktige Abschnitte – sogenannte „Strains“ – sind häufig nach dem Schema AA-BB-A-CC-DD angeordnet, wobei die Strains C und D in der Regel in einer anderen Tonart – meist der [[Subdominante]] – stehen. Am Anfang steht oft eine kurze Einleitung, vor dem Abschnitt C gelegentlich eine kurze Überleitung. Alle Abschnitte werden in der Regel zweimal gespielt, Ausnahme ist meist die Wiederholung des Abschnitts A nach dem Abschnitt B. Eine [[Coda (Musik)|Coda]] ist eher selten (Beispiel: Magnetic Rag von [[Scott Joplin]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Beispiele:&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[The Entertainer]] (Scott Joplin): AA BB A CC Überl. aus Strain B DD&lt;br /&gt;
* [[Maple Leaf Rag]] (Scott Joplin): AA BB A CC DD&lt;br /&gt;
* Magnetic Rag (Scott Joplin): Einl. AA BB CC DD AA Coda&lt;br /&gt;
* Reindeer Rag ([[Joseph Lamb]]): Einl. AA BB A CC DD&lt;br /&gt;
* Grace and Beauty ([[James Scott (Komponist)|James Scott]]): Einl. AA BB A Überl. CC („Trio“) DD&lt;br /&gt;
* Black And White Rag ([[George Botsford]]): AA BB A CC B&lt;br /&gt;
* Pork And Beans ([[Luckey Roberts]]): AA B A C D C&lt;br /&gt;
* Pineapple Rag (Scott Joplin)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:EntertainerJoplinCover.JPEG|mini|Titelblatt des &amp;#039;&amp;#039;Entertainer&amp;#039;&amp;#039; (1902)]]&lt;br /&gt;
Mit dem [[Cakewalk]] kam in den 1890er Jahren eine Tanzmode auf, zu der synkopierte Musik gespielt wurde. Die Synkopierung der Melodien leitete sich aus der afroamerikanischen Rhythmik derjenigen Volksmusik ab, von der letztlich diese neue Tanzmusik herkam. Vorläufer lassen sich bereits seit etwa 1860 feststellen.&amp;lt;ref&amp;gt;So kann [[Stephen Foster]]s Komposition „&amp;#039;&amp;#039;The Glendy Burk&amp;#039;&amp;#039;“ (1860) nach seinem Melodieaufbau als Rag beschrieben werden, wobei die Synkopen allerdings erst durch Händeklatschen entstehen. Vgl. Blesh, Janis: &amp;#039;&amp;#039;The All Played Ragtime.&amp;#039;&amp;#039; S. 107.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Andre Asriel]] zufolge wurde volkstümliche, Ragtime-artige Klaviermusik im mittleren Westen und im Osten der USA schon lange vor der ersten Drucklegung von Ragtime-Kompositionen gespielt. „Dabei handelt es sich um naive Übertragungen der zur Begleitung des volkstümlichen Cake Walk gebräuchlichen Banjo-Spielweise auf das Klavier.“ Den voll entwickelten Ragtime aber gab es erst seit etwa 1885, als musikalisch ausgebildete Pianisten-Komponisten sich dieses Materials bemächtigten und „es auf eine höhere Stufe künstlerischer Vollkommenheit hoben“,&amp;lt;ref&amp;gt;Andre Asriel: &amp;#039;&amp;#039;Jazz – Aspekte und Analysen.&amp;#039;&amp;#039; Berlin (DDR) 1984, S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie etwa Ben Harney mit „[[You’ve Been a Good Old Wagon But You’ve Done Broke Down]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Entwicklungsschwerpunkt des Ragtime lag in [[Missouri]]. 1897 erschienen die ersten Ragtime-Kompositionen, zuerst der &amp;#039;&amp;#039;Louisiana Rag&amp;#039;&amp;#039; von Theodore Northrup. Der erste bedeutende Ragtime-Musiker und -Pianist war [[Tom Turpin]], dessen 1892 komponierter &amp;#039;&amp;#039;Harlem Rag&amp;#039;&amp;#039; ebenfalls 1897 veröffentlicht wurde. [[Eubie Blake]] überlieferte später einen Rag des reisenden Pianisten Jesse Pickett von 1897, ein Stück, das noch etwas essayistisch wirkte. Ebenso erschien im selben Jahr 1897 &amp;#039;&amp;#039;Ben Harney’s Ragtime Instructor&amp;#039;&amp;#039; mit von Theodore Northrup geschriebenen Ragtime-Arrangements populärer Melodien.&lt;br /&gt;
[[Datei:Magnetic Rag.jpg|mini|links|Edition von Scott Joplins &amp;#039;&amp;#039;Magnetic Rag&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Der [[Weltausstellung]] in [[St. Louis]] im Jahre 1904 ([[Louisiana Purchase Exposition]]), in deren Rahmen Tom Turpin einen großen Ragtime-Wettbewerb veranstaltet hatte, wurden etliche Ragtimes gewidmet, unter anderem der &amp;#039;&amp;#039;St. Louis Rag&amp;#039;&amp;#039; von Tom Turpin, der &amp;#039;&amp;#039;St. Louis Tickle&amp;#039;&amp;#039; von Theron Catlen Bennet und &amp;#039;&amp;#039;The Cascades&amp;#039;&amp;#039; in Erinnerung an die Weltausstellungswasserspiele von Scott Joplin. Der Ragtime hatte damit, also fünf Jahre nach Erscheinen von Joplins &amp;#039;&amp;#039;Maple Leaf Rag&amp;#039;&amp;#039; (Auflage 1/2 Mio.), den ersten emotionalen Höhepunkt für seine Musiker. Ein Hauptort des Ragtime wurde Joplins Wohnort [[Sedalia (Missouri)|Sedalia]], [[Missouri]], wo auch sein Verleger John Stark seit 1885 ansässig war. Ein weiteres Zentrum des Ragtime wurde [[Atlantic City (New Jersey)|Atlantic City]], wo damals [[Jens Bodewalt Lampe]] wirkte, der mit &amp;#039;&amp;#039;Creole Belles&amp;#039;&amp;#039; (1900) einen der erfolgreichsten Titel des Genres schrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1906 bis zum [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] war Ragtime die populäre Musik in den USA und wurde schließlich auch in Europa populär.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu auch Géza Gábor Simon: &amp;#039;&amp;#039;K.u.K. Ragtime. Die Ragtime-Ära der Österreichisch-Ungarischen Monarchie.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Pytheas, Budapest 2007. Simon zeigt, dass der Ragtime auch im Bereich der klassischen Musik Spuren hinterließ.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht mehr streng der Form der Ragtime-Komposition entsprechend, sondern nur noch Stilelemente des Rag benutzend, waren zu dieser Zeit die sogenannten Ragtime-Songs – Schlager im Stil der Zeit – weit verbreitet. Von den größeren Ragtime-Bands wurde die von [[James Reese Europe]] in New York besonders populär. Reine Saxophon-Ensembles präsentierten Ragtime auf neuartige Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Tode Scott Joplins im Jahre 1917 endete die Ragtime-Ära und wurde durch die Jazz-Ära abgelöst. Aber auch in dieser Zeit entstanden noch neue Rags, vorwiegend pianistisch verwegene Kompositionen, die man auch &amp;#039;&amp;#039;Novelty&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Novelty Ragtime&amp;#039;&amp;#039; nannte. Eubie Blake hatte zusammen mit [[Noble Sissle]] 1921 großen Erfolg mit der Broadway-Show &amp;#039;&amp;#039;[[Shuffle Along]]&amp;#039;&amp;#039;, die Musik, die sein &amp;#039;&amp;#039;Shuffle Along Orchestra&amp;#039;&amp;#039; dazu spielte, war geprägt vom Ragtime, aber auch schon vom Jazz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Ragtime ging in den 1920er und 1930er Jahren der [[Stride-Piano|Harlem Stride]] hervor, der auch nach dem Bebop weiterentwickelt wurde und so durchgängig in den Jazz Eingang fand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ragtime im frühen Jazz ===&lt;br /&gt;
In den frühen Jazzbands wurden neben Bluesstücken auch Rags gespielt und zur Grundlage der [[Kollektivimprovisation]]en im Stil des [[New Orleans Jazz]] genommen. So ist für Bandleader wie [[Papa Jack Laine]] oder [[John Robichaux]] bekannt, dass sie zum großen Teil Rags aus dem &amp;#039;&amp;#039;Red Back Book&amp;#039;&amp;#039; aufführten,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://ragtime-society.de/Englisch/redback.htm |titel=The Red Back Book |abruf=2023-12-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; einer 1911–1912 in [[St. Louis]] von der &amp;#039;&amp;#039;Stark Music Company&amp;#039;&amp;#039; herausgegebenen Sammlung von Ragtime-Arrangements. Kompositionen wie &amp;#039;&amp;#039;Alexander’s Ragtime Band&amp;#039;&amp;#039; von [[Irving Berlin]] (das von seiner Form her kein Rag ist) spielen auf diese Tendenz an, zumal man manchmal auch den frühen Jazz als „Ragtime“ bezeichnete, bevor sich der Begriff [[Jazz]] in den frühen 1920er Jahren etablierte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;digby&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutende Komponisten und Interpreten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:12thStreetRag1915.jpg|mini|Meistverkaufte Komposition, hier Ausgabe 1915]]&lt;br /&gt;
Die bekanntesten Rags sind heute [[Scott Joplin]]s &amp;#039;&amp;#039;The Entertainer&amp;#039;&amp;#039; von 1902, der durch seine Verwendung im Film &amp;#039;&amp;#039;[[Der Clou]]&amp;#039;&amp;#039; 1973 großen Erfolg hatte, und die als Notenausgabe und als Schallplattenaufnahme (mit [[Pee Wee Hunt]] (1948)) meistverkaufte Ragtime-Komposition &amp;#039;&amp;#039;Twelfth Street Rag&amp;#039;&amp;#039; von Euday Bowman aus dem Jahr 1914, als das Ende der Ragtime-Ära begann. Zu den Hauptvertretern des klassischen auskomponierten Ragtime gehören neben Scott Joplin [[Tom Turpin]], [[James Scott (Komponist)|James Scott]] und [[Joseph Lamb]]. Bereits weniger notengebunden und damit jazzmäßiger spielte [[Jelly Roll Morton]] in [[New Orleans]], der von sich selbst behauptete, im Jahre 1902 den Jazz erfunden zu haben. Seine Jazzkompositionen stehen dem Ragtime entweder sehr nah oder sind ausgewiesene Rags wie sein &amp;#039;&amp;#039;Perfect Rag&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedeutend als Vorbild für einige der ersten Jazz-Pianisten war [[Eubie Blake]], der in Baltimore, Atlantic City und New York aktiv war, und ab 1899 Rags komponierte. Seine Rags sind ein Beispiel dafür, dass es sich bei diesen Werken durchaus um anspruchsvolle Klavierliteratur handelt. Das gilt für die Rags sowohl von afro-amerikanischen (z.&amp;amp;nbsp;B. Joplin und Blake) als auch euro-amerikanischen Komponisten (z.&amp;amp;nbsp;B. der junge [[George Gershwin]]). Einer der schönsten Rags ist der von [[Louis Chauvin]], dem Gewinner des Wettbewerbs von St. Louis, und Scott Joplin gemeinsam komponierte &amp;#039;&amp;#039;Heliotrope Bouquet&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannte moderne Interpreten des Ragtime sind der klassische Pianist [[William Bolcom]] und der Jazzpianist [[Marcus Roberts]]. Ein Pianist, der sich auf seinen Aufnahmen ausschließlich dem Ragtime widmet, ist [[Reginald R. Robinson]]. Auf den Alben des norwegischen Pianisten [[Morten Gunnar Larsen]] finden sich neben Titeln aus dem frühen Jazz ebenfalls Rags. Ein Orchester, das sich intensiv mit Ragtime beschäftigt, ist das amerikanische &amp;#039;&amp;#039;Paragon Ragtime Orchestra&amp;#039;&amp;#039; unter der Leitung von Rick Benjamin. Als in heutiger Zeit besonders authentischer Interpret auf dem Piano gilt [[John Arpin]]. Insbesondere für die Gitarre verfasste im 21. Jahrhundert [[Allan Jaffe (Gitarrist)|Allan Jaffe]] einige Rags, der auch als Interpret hervorgetreten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ragtime fand auch Eingang in die europäische Kunstmusik, so komponierte [[Claude Debussy]] die Rag-Miniatur &amp;#039;&amp;#039;[[The Little Negro]]&amp;#039;&amp;#039; und mit &amp;#039;&amp;#039;Golliwogg’s Cakewalk&amp;#039;&amp;#039; (aus &amp;#039;&amp;#039;[[Children’s Corner]])&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Général Lavine – eccentric&amp;#039;&amp;#039; zwei Ragtime- und [[Cakewalk]]-Parodien. Auch [[Igor Strawinsky]] (etwa in seiner &amp;#039;&amp;#039;[[Histoire du soldat]]&amp;#039;&amp;#039;) und [[Paul Hindemith]] komponierten neoklassizistisch verfremdete Rags.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste von Pianisten#Ragtime-Pianisten|Liste von Ragtime-Pianisten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hörbeispiele ==&lt;br /&gt;
* {{Audio|Ragtime Betty.ogg|Ragtime Betty}} ([[Ogg]]-Datei)&lt;br /&gt;
* Scott Joplin, {{Audio|Ragdance.mid|Ragtime Dance}} ([[MIDI]]-Datei)&lt;br /&gt;
* Liste von [https://www.rtpress.com/titles.htm Ragtimes und Ragtimern] (Darunter auch Ragtime Songs wie Eubie Blakes &amp;#039;&amp;#039;Goodnight Angeline&amp;#039;&amp;#039; und Ragtime Blues sowie ein paar doch eher schon dem Jazz zuzuordnende Titel)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur (chronologisch) ==&lt;br /&gt;
* [[Rudi Blesh]], Harriet Janis: &amp;#039;&amp;#039;They All Played Ragtime. The True Story of an American Music.&amp;#039;&amp;#039; 1950. 4. Auflage: Oak Publ., New York 1971, ISBN 0-8256-0091-X.&lt;br /&gt;
* David Jansen, [[Trebor Tichenor]]: &amp;#039;&amp;#039;Rags and Ragtime, a Musical History.&amp;#039;&amp;#039; New York 1978.&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Hunkemöller]]: &amp;#039;&amp;#039;Ragtime.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Handwörterbuch der musikalischen Terminologie]].&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;5, hrsg. von [[Hans Heinrich Eggebrecht]] und [[Albrecht Riethmüller]], Schriftleitung Markus Bandur, Steiner, Stuttgart 1984 ([http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0007/bsb00070513/images/index.html?fip=193.174.98.30&amp;amp;seite=231&amp;amp;pdfseitex= Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* [[John Edward Hasse]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ragtime: Its History, Composers and Music.&amp;#039;&amp;#039; Schirmer, New York 1985.&lt;br /&gt;
* Jürgen Hunkemöller: &amp;#039;&amp;#039;Was ist Ragtime?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Archiv für Musikwissenschaft]].&amp;#039;&amp;#039; Band 42, Heft 2, 1985, S. 69–86.&lt;br /&gt;
* Ingeborg Harer: &amp;#039;&amp;#039;Ragtime. Versuch einer Typologie.&amp;#039;&amp;#039; Schneider, Tutzing 1989, ISBN 978-3-7952-0593-5.&lt;br /&gt;
* H. Loring White: &amp;#039;&amp;#039;Ragging It: Getting Ragtime Into History (and Some History Into Ragtime).&amp;#039;&amp;#039; Lincoln NE, 2005.&lt;br /&gt;
* [[Gildo De Stefano]]: &amp;#039;&amp;#039;Ragtime, [[jazz]] &amp;amp; dintorni&amp;#039;&amp;#039;. Preface by [[Amiri Baraka]]. Sugarco, Mailand 2007, ISBN 978-88-7198-532-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Ragtime}}&lt;br /&gt;
* [http://lcweb2.loc.gov/diglib/ihas/html/ragtime/ragtime-home.html Ragtime], Performing Arts Encyclopedia, Library of Congress&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4176879-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik (Vereinigte Staaten)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musikgenre]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;FordPrefect42</name></author>
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