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	<title>Pippin der Jüngere - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Pippin_der_J%C3%BCngere&amp;diff=2856&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hutch: Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert, Kleinkram</title>
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		<updated>2025-07-17T05:36:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert, Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:PippinImperialChronicleCorpusChristiCollegeMS373Fol14.jpg|mini|Mittelalterliche Darstellung Pippins (um 1114)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Pippin aláírása.jpg|mini|Unterschrift Pippins um 750]]&lt;br /&gt;
[[Datei:St-Denis Pippin-Berthe.jpg|mini|Grabmal Pippins und seiner Ehefrau Bertrada der Jüngeren in der [[Basilika Saint-Denis]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pippin der Jüngere&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, genannt auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pippin III.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pippin der Kurze&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pippin der Kleine&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, französisch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pépin Le Bref&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[714]]; †&amp;amp;nbsp;[[24. September]] [[768]] in [[Saint-Denis (Seine-Saint-Denis)|Saint-Denis]] bei [[Paris]]) war ein [[Fränkisches Reich|fränkischer]] [[Hausmeier]] aus dem [[Adelsgeschlecht|Geschlecht]] der [[Karolinger]] und ab Ende 751 [[Liste der fränkischen Herrscher|König der Franken]]. Er war der jüngere Sohn [[Karl Martell]]s und der Vater der späteren Könige [[Karl der Große]] und [[Karlmann I.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Pippin wurde 714 als zweiter Sohn [[Karl Martell]]s und dessen erster Ehefrau [[Rotrude von Trier|Chrotrud]] geboren und im Kloster [[Abtei Saint-Denis|Saint-Denis]] erzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 741 teilte Karl Martell das Reich zwischen den Söhnen aus erster Ehe, [[Karlmann (Hausmeier)|Karlmann]] und Pippin, auf, wobei sich über Art und Durchführung die wenigen, späterer Zeit entstammenden [[Quelle (Geschichtswissenschaft)|Quellen]] widersprechen. Karlmann bekam [[Austrien]], [[Alemannien]] und [[Thüringen]], während Pippin [[Neustrien]], [[Burgund (Frankenreich)|Burgund]] und die [[Provence]] erhielt. Kurz vor seinem Tod änderte Karl Martell sein Testament. [[Grifo]], sein Sohn von [[Swanahild]], bekam nun auch seinen Teil. Nach dem Tode Karl Martells ergriff Karlmann seinen Halbbruder Grifo mit dessen Mutter und setzte beide in unterschiedlichen Klöstern fest. 742, nach dem Aquitanien-Feldzug, teilten Karlmann und Pippin in Vieux Poitiers den &amp;#039;&amp;#039;[[Annales regni Francorum]]&amp;#039;&amp;#039; zufolge das Reich endgültig unter sich auf. Da seine Macht jedoch nicht gefestigt schien, setzte Karlmann 743 mit [[Childerich III.]] erneut einen merowingischen König ein, um so seinem Amt als Hausmeier eine königliche Legitimierung zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Karlmann die [[Alamannen#Alamannien unter Merowingern und Karolingern|alamannische]] Oberschicht im [[Blutgericht zu Cannstatt]] 746 liquidiert und das weitgehend noch eigenständige Herzogtum beseitigt hatte,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Pierre Riché]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Karolinger. Eine Familie formt Europa.&amp;#039;&amp;#039; Deutsche Verlags-Anstalt, 2. Auflage, München 1992, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; hob Pippin dort auch die Herzogswürde auf und setzte in [[Bayern]] 749 Herzog [[Odilo (Bayern)|Odilos]] unmündigen Sohn [[Tassilo III.]] als Herzog unter fränkischer Oberhoheit ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen den beiden Brüdern scheint es grundsätzlich kein Einvernehmen und keine erfolgreiche Kooperation gegeben zu haben. Als Karlmann 747, laut den karolingerfreundlichen Quellen, seine Länder Pippin übergab und sich in die Klöster [[Monte Soracte]] und [[Abtei Montecassino|Monte Cassino]] zurückzog, scheint es zumindest Gerüchte gegeben zu haben, dass dieser Rückzug nicht ganz freiwillig war. Pippin ließ explizit in zeitgenössischen Quellen erwähnen, dass es allein der Entschluss seines Bruders gewesen sei. Er übernahm dann jedoch unter Umgehung möglicher Erbrechte von Karlmanns Kindern und von seinem Halbbruder Grifo die Regentschaft des ganzen [[Frankenreich]]s, die allerdings nicht unangefochten blieb. So musste er erneut eine Empörung Grifos unterdrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Pippin würzburg 1.jpg|miniatur|Statue Pippins auf der [[Alte Mainbrücke|Alten Mainbrücke]] in [[Würzburg]]]]&lt;br /&gt;
Pippin war bestrebt, nach dem Amt des Hausmeiers auch den [[König]]stitel zu erlangen. Die faktische Macht lag schon lange bei den karolingischen Hausmeiern. Die [[Merowinger|merowingischen]] Könige waren nur noch dem Namen nach die Herrscher. Zur Legitimation dieser Titelübernahme bediente sich Pippin nach Darstellung der fränkischen [[Annales regni Francorum|Reichsannalen]] des [[Papst]]es [[Zacharias (Papst)|Zacharias]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Die Reichsannalen&amp;#039;&amp;#039;, in: Reinhold Rau (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Darmstadt 1987, S. 1–155, hier S. 14f. zum Jahr 749.&amp;lt;/ref&amp;gt; Pippin schickte dazu seine wichtigsten Ratgeber, [[Fulrad]] von Saint-Denis und Bischof [[Burkard]] von Würzburg, nach Rom zum Papst mit der Frage: „Wegen der Könige in Francia, die keine Macht als Könige hätten, ob das gut sei oder nicht.“ Wunschgemäß antwortete der Papst: „Es ist besser, den als König zu bezeichnen, der die Macht hat.“ Im November 751 ließ sich Pippin durch eine Versammlung der Franken in [[Soissons]] nach Absetzung Childerichs III., der in die [[Abtei Saint-Bertin]] (Sithiu) verwiesen wurde&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Heinrich Krüger]]: &amp;#039;&amp;#039;Sithiu / Saint - Bertin als Grablege Childerichs III . und der Grafen von Flandern.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Frühmittelalterliche Studien&amp;#039;&amp;#039; 8, 1974, S. 71–80.&amp;lt;/ref&amp;gt;, zum König &amp;#039;&amp;#039;(rex Francorum)&amp;#039;&amp;#039; ausrufen und beendete damit die Reihe der Könige aus dem Geschlecht der Merowinger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende des Vorjahres zum König erhoben, schenkte Pippin im Jahr 752 dem Bistum Würzburg den Zehnten von 26 Fiskalgütern (nicht Königshöfen): [[Ingelheim am Rhein]], Riedfeld im Rangau (heute Ortsteil von Neustadt/Aisch), Rügshofen im Volkfeld, [Bad] Kreuznach (an der Nahe), Nierstein (am Rhein), (Groß-)Umstadt, Albstatt (wüst auf der Gemarkung von Roßbrunn westl. Würzburg), (Gau-)Königshofen, Sonderhofen, Gollhofen, (Burg-)Bernheim, Ickelheim, Willanzheim, (Grafen-)Rheinfeld, Gänheim im Gozfeld, Prosselsheim, Hallstadt im Radenzgau, Königshofen an der Tauber, [Bad] Königshofen (i. Grabf.), Salz (bei Bad Neustadt/S.), Hammelburg, Iphofen, Dettelbach, (Ober-)Pleichfeld, Heilbronn und Lauffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Wagner: &amp;#039;&amp;#039;Die Zehnschenkung Pippins für Würzburg (751/2).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;1250 Jahre Bistum Würzburg. Archäologisch-historische Zeugnisse der Frühzeit. Begleitband zur Ausstellung im Marmelsteiner Kabinett vom 29. Mai bis 26. Juli 1992.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben von Jürgen Lenssen, Würzburg 1992, S. 35–38.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:737 CE, Europe.svg|mini|Territoriale Situation Europas im Jahre [[737|737 n. Chr.]]]]&lt;br /&gt;
Mit der Wahl Pippins zum König begann die Königsherrschaft der Karolinger im Frankenreich. Die exakte Rolle des Papstes bei diesem Vorgang wurde später unterschiedlich gesehen: Während Rom von einer Art autoritativer Aufforderung zur Krönung und damit einem päpstlichen Verfügungsrecht über das Königtum ausging, verstanden die weltlichen Großen das „Weistum“ des Papstes eher als eine Art Gutachten. Als der von den Langobarden bedrängte Papst [[Stephan II. (Papst)|Stephan II.]] in das Frankenreich kam, um Pippin um Hilfe zu bitten (6. Februar 754 in [[Ponthion]]), ließ sich dieser am 28. Juli 754 samt seinen Söhnen Karlmann und Karl in der [[Basilika Saint-Denis]] von ihm [[Salbung|salben]].&amp;lt;ref&amp;gt;Pierre Riché: &amp;#039;&amp;#039;Die Karolinger.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1987, S. 92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 755 zog Pippin nach Italien. Der [[Stammliste der Könige der Langobarden|Langobardenkönig]] [[Aistulf]], in [[Pavia]] belagert, zeigte sich entgegenkommend, brach aber nach Pippins Abzug seine Zusagen und belagerte den Papst in [[Rom]]. Pippin kehrte 756 zurück, zwang Aistulf zur Anerkennung der fränkischen Oberherrschaft und zur Abtretung des [[Exarchat von Ravenna|Exarchats von Ravenna]], das Pippin dem Papst schenkte ([[Pippinische Schenkung]]), und übernahm das Patriziat über die Stadt Rom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
753 und 757 führte er erfolgreich Kriege gegen die [[Sachsen (Volk)|Sachsen]] und trieb durch die Eroberung [[Narbonne]]s die [[Sarazenen]] über die [[Pyrenäen]]. 760 bis 768 unternahm er wiederholt Feldzüge gegen Herzog [[Waifar]] von [[Herzogtum Aquitanien|Aquitanien]]. Überdies konnte er Herzog [[Tassilo III.]] von Bayern 757 zur Leistung des Vasalleneides zwingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor seinem Tode teilte Pippin das Reich unter die Söhne [[Karl der Große|Karl]] (747 oder 748–814) und [[Karlmann I.]] (751–771) auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pippin starb am 24. September 768 in [[Saint-Denis (Seine-Saint-Denis)|Saint-Denis]] bei Paris und wurde im Westen vor der dortigen Klosterkirche, der heutigen [[Kathedrale von Saint-Denis]], beigesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Michael Imhof (Kunsthistoriker)|Michael Imhof]], Christoph Winterer: &amp;#039;&amp;#039;Karl der Große. Leben und Wirkung, Kunst und Architektur.&amp;#039;&amp;#039; Petersberg 2013, S. 26.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei der [[Plünderung der Königsgräber von Saint-Denis]] während der Französischen Revolution wurde sein Grab im August 1793 geöffnet und ausgeraubt, seine Überreste wurden in einem Massengrab außerhalb der Kirche beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von seiner Ehefrau [[Bertrada die Jüngere|Bertrada der Jüngeren]] hatte er außer Karl und Karlmann noch vier weitere Kinder:&lt;br /&gt;
* [[Gisela (Äbtissin)|Gisela]] (* 757, † 810) wurde 788 [[Abtei Chelles|Äbtissin von Chelles]]&lt;br /&gt;
* Pippin (* 759, † 761)&lt;br /&gt;
* Rothaid, begraben in [[Abtei Sankt Arnulf]] in [[Metz]]&lt;br /&gt;
* Adelheid, begraben in St. Arnulf in Metz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Gedenktafel für ihn fand Aufnahme in die [[Walhalla]] bei [[Regensburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kontroverse um Pippins Königssalbung ==&lt;br /&gt;
Die Rolle des [[Bonifatius]] bei Pippins Königssalbung von 751 wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Dass Bonifatius Pippin damals gesalbt habe, wird erst in Quellen berichtet, die ein bis zwei Generationen nach dem Ereignis entstanden ([[Reichsannalen]], [[Metzer Annalen]]), in zeitgenössischen Quellen wie der [[Fredegar]]-Fortsetzung und den Bonifatius-Briefen ist dies nicht erwähnt. In der Geschichtswissenschaft wird die Bonifatiussalbung daher teils skeptisch betrachtet,&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt-Ulrich Jäschke: &amp;#039;&amp;#039;Bonifatius und die Königserhebung Pippins des Mittleren, in: &amp;#039;&amp;#039;Aus Geschichte und ihren Hilfswissenschaften, Festschrift für Walter Heinemeyer zum 65. Geburtstag, Marburg 1979, S. 25–54.&amp;lt;/ref&amp;gt; teils aber auch für möglich gehalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jörg Jarnut]]: &amp;#039;&amp;#039;Wer hat Pippin 751 zum König gesalbt?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Frühmittelalterliche Studien]]&amp;#039;&amp;#039; 16, 1982, S. 45–57.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unklar ist auch, ob gegebenenfalls das Vorbild der [[Westgoten]] eine Rolle gespielt haben könnte, die bis zum Untergang ihres Reiches enge Kontakte zu den Franken gepflegt hatten und deren Herrscher spätestens seit [[Wamba]] gesalbt worden waren. Eine andere These bezieht sich darauf, dass Pippin nicht nur sich, sondern auch seine Frau salben ließ. Das Ritual ähnelt zunächst dem der Salbung [[Saul]]s durch den Propheten [[Samuel (Prophet)|Samuel]] im [[Altes Testament|Alten Testament]]. Doch durch die Einbeziehung seiner Frau werden die eventuellen Nachkommen in das Ritual einbezogen. Die Einbeziehung des Papstes und der Bischöfe sollte dabei für die entsprechende Aufmerksamkeit sorgen, da es innerhalb der Familie einen Streit um die Nachfolge gab und hier eine unbestreitbare Lösung präsentiert werden sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Ubl]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Karolinger. Herrscher und Reich.&amp;#039;&amp;#039; München 2014, S. 30–32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Josef Semmler]] stellte 2003 die den bisherigen Forschungsstand völlig in Frage stellende These auf, dass es 751 überhaupt keine Salbung gegeben habe, während die Salbung 754 durch Papst Stephan II. keine Königssalbung war, sondern nur eine so genannte „postbaptismale Taufsalbung“ gewesen sei, was seitdem kontrovers diskutiert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Josef Semmler: &amp;#039;&amp;#039;Der Dynastiewechsel von 751 und die fränkische Königssalbung&amp;#039;&amp;#039;, Düsseldorf 2003. Vgl. dazu die Rezension unter https://www.hsozkult.de/publicationreview/page Vgl. ferner Josef Semmler: &amp;#039;&amp;#039;Zeitgeschichtsschreibung und Hofhistoriographie unter den frühen Karolingern&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Johannes Laudage]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Von Fakten und Fiktionen. Mittelalterliche Geschichtsdarstellungen und ihre kritische Aufarbeitung.&amp;#039;&amp;#039; Köln 2003, S. 135–164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Falls Semmlers These zutreffend wäre, würde jedoch im Hinblick auf den [[Symbolische Kommunikation|symbolisch-rituellen]] Aspekt selbst eine nur fiktiv vollzogene Salbung von Bedeutung sein. Denn sie wurde als legitimierender Faktor in den karolingischen Quellen festgehalten und wurde somit wirksamer Bestandteil der symbolisch-politischen Kommunikation.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu Jan Clauss: &amp;#039;&amp;#039;Die Salbung Pippins des Jüngeren in karolingischen Quellen vor dem Horizont biblischer Wahrnehmungsmuster.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Frühmittelalterliche Studien&amp;#039;&amp;#039; 46, 2012, S. 391–417, hier S. 417.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beiname ==&lt;br /&gt;
Pippins Beiname „der Kurze“ oder „der Kleine“ kommt nicht, wie gelegentlich behauptet, von der falschen Übersetzung des lateinischen „Pippinus minor“ für „Pippin den Jüngeren“. Vielmehr war „Pippin der Kurze“ (lateinisch: &amp;#039;&amp;#039;Pippinus brevis&amp;#039;&amp;#039;) ein Beiname, der ursprünglich in Quellen des 11. und 12. Jahrhunderts [[Pippin der Mittlere|Pippin dem Mittleren]] beigelegt wurde (so bei [[Ademar von Chabannes]] und noch im 13. Jahrhundert in den [[Grandes Chroniques de France]]).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gaston Paris]]: &amp;#039;&amp;#039;La légende de Pépin «le bref»&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Mélanges de Littérature Française du Moyen Age.&amp;#039;&amp;#039; Paris 1966, S. 183–215, hier: S. 187 mit Anmerkung 1. (Erstdruck in den &amp;#039;&amp;#039;Mélanges Julien Havet&amp;#039;&amp;#039;, Paris 1895, S. 603–633).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Übertragung des Beinamens auf Pippin den Jüngeren dürfte ab dem 12. Jahrhundert unter Einfluss einer bereits 883/884 von [[Notker Balbulus]] aufgeschriebenen Anekdote erfolgt sein (&amp;#039;&amp;#039;Gesta Karoli Magni&amp;#039;&amp;#039;, Buch 2, Kap. 15). Danach habe Pippin der Jüngere einen Löwen mit dem Schwert besiegt und sich dabei mit dem kleinen [[David]], wie er dem großen [[Goliat]] gegenüberstand, sowie mit dem kleinwüchsigen [[Alexander der Große|Alexander dem Großen]] verglichen.&amp;lt;ref&amp;gt;Notker Balbulus: &amp;#039;&amp;#039;Gesta Karoli Magni imperatoris&amp;#039;&amp;#039;. ed. Hans F. Haefele, Berlin 1959 (= [[Monumenta Germaniae Historica|MGH]] SS rer. Ger. nova series 12), hier S. 78–80.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Gottfried von Viterbo]] nennt Pippin den Jüngeren in seinem „Königsspiegel“ (&amp;#039;&amp;#039;Speculum regum&amp;#039;&amp;#039;, 1183) sogar &amp;#039;&amp;#039;Pippinus nanus&amp;#039;&amp;#039;, also „Pippin den Zwerg“.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Gotifredi Viterbiensis Speculum regum&amp;#039;&amp;#039;. Ed. G. H. Pertz, in: MGH SS 22, S. 21–93, hier S. 92.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einige spätere Autoren sind ihm darin gefolgt, so [[Sicardus von Cremona]] in seiner Universalchronik (&amp;#039;&amp;#039;Chronica universalis&amp;#039;&amp;#039;, 1213).&amp;lt;ref&amp;gt;Sicardi Cronicon, in: [[Jacques Paul Migne|Migne]], Patrologia Latina Bd. 213, Sp. 441–540, hier Sp. 491 A (&amp;#039;&amp;#039;Pippinus Nanus rex Francorum&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Zuweisung des Beinamens „der Kurze“ an Pippin den Jüngeren spielte wohl ebenso eine Rolle, dass man die Größe seines Sohnes Karls &amp;#039;&amp;#039;des Großen&amp;#039;&amp;#039; mit einem &amp;#039;&amp;#039;kleinen&amp;#039;&amp;#039; Vorgänger kontrastieren wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Gaston Paris: &amp;#039;&amp;#039;La légende de Pépin «le bref»&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Mélanges de Littérature Française du Moyen Age.&amp;#039;&amp;#039; Paris 1966, S. 183–215, hier: S. 191.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer Erklärungsansatz geht davon aus, dass sich der Beiname „der Kurze“ auch aus dem Namen Pippin heraus angeboten hat, da „Pippin“ als „Kleiner“ (ursprünglich ein Kosename für ein kleines Kind) gedeutet werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Leo Spitzer]]: &amp;#039;&amp;#039;Etudes d’anthroponymie ancienne française&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Publications of the modern language association of America 58&amp;#039;&amp;#039;. Heft 3/September 1943, S. 589–596, hier S. 593–596: &amp;#039;&amp;#039;II. Pépin le Bref&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der heutigen deutschen Geschichtswissenschaft ist der Beiname „der Kurze“ ungebräuchlich; allgemein wird von Pippin dem Jüngeren gesprochen, was auf seine Stellung als dritter und jüngster Hausmeier dieses Namens zurückgeht. Im Englischen (&amp;#039;&amp;#039;Pepin the Short&amp;#039;&amp;#039;) und Französischen (&amp;#039;&amp;#039;Pépin le Bref&amp;#039;&amp;#039;) ist die Bezeichnung dagegen noch heute geläufiger, vergleiche den Buchtitel von I. Gobry (2001).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* [[Reinhold Rau (Historiker)|Reinhold Rau]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 1. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1955; ND Darmstadt 1987, ISBN 3-534-06963-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Patrick Breternitz, [[Karl Ubl]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Pippin der Jüngere und die Erneuerung des Frankenreichs&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Relectio.&amp;#039;&amp;#039; Band 3). Thorbecke, Ostfildern 2020, ISBN 978-3-7995-2803-0.&lt;br /&gt;
* [[Matthias Becher]]: &amp;#039;&amp;#039;Merowinger und Karolinger.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-534-15209-4.&lt;br /&gt;
* Matthias Becher, [[Jörg Jarnut]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Dynastiewechsel von 751. Vorgeschichte, Legitimationsstrategien und Erinnerung.&amp;#039;&amp;#039; Scriptorium, Münster 2004, ISBN 3-932610-34-2.&lt;br /&gt;
* [[Erich Caspar (Historiker)|Erich Caspar]]: &amp;#039;&amp;#039;Pippin und die römische Kirche. Kritische Untersuchungen zum fränkisch-päpstlichen Bunde im 8. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1973, ISBN 3-534-05699-X (Reprint der Ausgabe Berlin 1914).&lt;br /&gt;
* Ivan Gobry: &amp;#039;&amp;#039;Pépin le Bref.&amp;#039;&amp;#039; Pygmalion, Paris 2001, ISBN 2-85704-717-7.&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Hahn (Historiker)|Heinrich Hahn]]: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbücher des fränkischen Reichs. 741–752.&amp;#039;&amp;#039; Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 1975, ISBN 3-428-03365-5 (Reprint der Ausgabe Leipzig 1863).&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Oelsner]]: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbücher des fränkischen Reichs unter König Pippin.&amp;#039;&amp;#039; Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 1871.&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Schieffer]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Karolinger.&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Die Karolinger&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Urban-Taschenbücher.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 411). 5., aktualisierte Auflage, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-17-023383-6.&lt;br /&gt;
* {{NDB|20|469|472|Pippin|Rudolf Schieffer|118594540}}&lt;br /&gt;
* [[Reinhard Schneider (Historiker)|Reinhard Schneider]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Frankenreich&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Oldenbourg Grundriss der Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 5). 4. überarbeitete und erweiterte Auflage. Oldenbourg, München 2001, ISBN 3-486-49694-8.&lt;br /&gt;
* [[Hans K. Schulze]]: &amp;#039;&amp;#039;Vom Reich der Franken zum Land der Deutschen: Merowinger und Karolinger. Das Reich und die Deutschen.&amp;#039;&amp;#039; Siedler, Berlin 1987, ISBN 3-88680-058-X.&lt;br /&gt;
* Jürgen Strothmann: &amp;#039;&amp;#039;Das Königtum Pippins als Königtum der Familie und die Bedeutung der Clausula de unctione Pippini.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte]]&amp;#039;&amp;#039;. &amp;#039;&amp;#039;Germanistische Abteilung&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 125, 2008, {{ISSN|0323-4045}}, S. 411–429.&lt;br /&gt;
* {{ADB|26|155|162|Pippin (fränkischer Hausmeier)|Heinrich Hahn|ADB:Pippin (fränkischer Hausmeier)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Pépin le Bref|Pippin der Jüngere}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118594540|TYP=Literatur über|NAME=Pippin den Jüngeren}}&lt;br /&gt;
* Urkunde Pippins für Kloster Fulda, 760, {{LBALink|2621}}.&lt;br /&gt;
* Maren Gottschalk: [https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/koenig-pippin-100.html &amp;#039;&amp;#039;24.09.0768 – Todestag von König Pippin III.&amp;#039;&amp;#039;] [[WDR]] [[ZeitZeichen (Hörfunksendung)|ZeitZeichen]] vom 24. September 2018 (Podcast)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personenleiste&lt;br /&gt;
|AMT=[[Hausmeier|Hausmeier von Neustrien, Burgund und der Provence]]&lt;br /&gt;
|ZEIT=741–751&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER=[[Karl Martell]]&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER=&amp;#039;&amp;#039;Amt erloschen&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|AMT2=[[Liste der fränkischen Herrscher|Hausmeier von Austrien, Alemannien und Thüringen]]&lt;br /&gt;
|ZEIT2=747–751&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER2=[[Karlmann (Hausmeier)|Karlmann]]&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER2=&amp;#039;&amp;#039;Amt erloschen&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|AMT3=[[Liste der fränkischen Herrscher|König der Franken]]&lt;br /&gt;
|ZEIT3=751–768&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER3=[[Childerich III.]]&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER3=[[Karlmann I.]] im südlichen Reichsteil&amp;lt;br /&amp;gt;[[Karl der Große]] im nördlichen Reichsteil, ab 771 im Gesamtreich&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118594540|LCCN=n/84/128337|VIAF=264661907}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Pippin Der Jungere}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied der Karolinger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:König (Franken)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hausmeier (Austrasien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Walhalla]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hausmeier (Neustrien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied (Karl der Große)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 714]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 768]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Pippin der Jüngere&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Pippin III.; Pippin der Kleine; Pippin der Kurze; Pépin III; Pépin le Bref&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=fränkischer Hausmeier&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=714&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=24. September 768&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Saint-Denis (Seine-Saint-Denis)|Saint-Denis]] bei [[Paris]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hutch</name></author>
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