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	<title>Parasitismus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Parasitismus&amp;diff=2806&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Einsenkungsmarke: Defekten Weblinks gelöscht oder aktualisiert, Formatierungen</title>
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		<updated>2025-09-28T20:00:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Defekten Weblinks gelöscht oder aktualisiert, Formatierungen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Weiterleitungshinweis|&amp;#039;&amp;#039;Parasit&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Schmarotzer&amp;#039;&amp;#039;|Zur Bedeutung der Begriffe im zwischenmenschlichen Bereich siehe [[Sozialschmarotzer]].|mehrzahl=1}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Aedes0142.jpg|mini|Ein [[#Ekto- und Endoparasiten|Ektoparasit]] ([[Stechmücke]]) nimmt Körperflüssigkeit eines [[Wirt (Biologie)|Wirts]] ([[Mensch]]) auf]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Parasitismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von {{grcS|παρά|de=neben}}, und {{lang|grc|σιτεῖσθαι|de=essen}}), veraltet auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schmarotzertum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, bezeichnet den [[Ressource]]ngewinn von kleinen Lebewesen (genannt: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Parasiten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) durch erheblich größere Lebewesen (genannt: [[Wirt (Biologie)|Wirte]]) einer anderen [[Art (Biologie)|Art]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei diesem biologischen [[Phänomen]] wird der Wirt gesundheitlich beeinträchtigt, indem er von dem Parasit entweder gestochen oder gebissen wird und dies [[Infektion]]en hervorrufen kann oder der Parasit den Körper des Wirtes über eine längere Zeit als Lebensraum ausnutzt. Die Körperflüssigkeiten des Wirtes dienen als Nahrungsquelle. Zu den allgemein bekannten Parasiten gehören zum Beispiel [[Zecken]], [[Stechmücken]], [[Menschenläuse]], [[Flöhe]] und einige Arten der [[Würmer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Liste medizinischer Fachgebiete|medizinische Fachgebiet]], das sich mit den gesundheitlichen Aspekten des Parasitismus auseinandersetzt, ist die [[Parasitologie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortgeschichte ==&lt;br /&gt;
Parasit leitet sich [[Etymologie|etymologisch]] ab von {{grcS|παράσιτος|parásitos|de=bei einem Anderen essend, Schmarotzer}},&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Wilhelm Pape]], Max Sengebusch (Bearb.) |Titel=Handwörterbuch der griechischen Sprache |Auflage=3. Auflage, 6. Abdruck |Verlag=Vieweg &amp;amp; Sohn |Ort=Braunschweig |Datum=1914 |Seiten=498 |Online=http://images.zeno.org/Pape-1880/K/big/Pape-1880----02-0498.png |Abruf=2019-12-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt; das auf {{grcS|παρά|pará|de=neben}} sowie {{grcS|σῖτος|sītos|de=Getreide, [aus Getreide hergestelltes] Nahrungsmittel}}&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Wilhelm Pape]], Max Sengebusch (Bearb.) |Titel=Handwörterbuch der griechischen Sprache |Auflage=3. Auflage, 6. Abdruck |Verlag=Vieweg &amp;amp; Sohn |Ort=Braunschweig |Datum=1914 |Seiten=886 |Online=http://images.zeno.org/Pape-1880/K/big/Pape-1880----02-0886.png |Abruf=2019-12-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt; zurückgeht. Hiermit war ursprünglich der [[Vorkoster]] bei Opferfesten gemeint, der dadurch ohne Leistung zu einer Speisung kam. Von dort ging die Bedeutung über auf den &amp;#039;&amp;#039;[[parasitus]]&amp;#039;&amp;#039;, den „Speichellecker“ der antiken [[Griechische Komödie|griechischen]] und [[Theater der römischen Antike|römischen Komödie]], der sich durch schöne Worte kostenlose Mahlzeiten zu verschaffen sucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Wechsel auf eine biologische Bedeutung im Sinn eines Lebewesens, das in oder auf anderen lebt (siehe [[#Ekto- und Endoparasiten|Ekto- und Endoparasiten]]) und ihnen Nährstoffe entzieht, vollzog sich im 18. Jahrhundert. Von dort kehrte die Bedeutung bald wieder ins soziale Feld zurück, etwa in der [[Aufklärung|aufklärerischen]] Polemik gegen den [[Adel]] oder im [[Geschichte des Antisemitismus bis 1945|antisemitischen]] Stereotyp vom [[Jüdischer Parasit|jüdischen Parasiten]].&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Musolff: &amp;#039;&amp;#039;Metaphorische Parasiten und „parasitäre“ Metaphern. Semantische Wechselwirkungen zwischen politischem und naturwissenschaftlichem Vokabular&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Matthias Junge]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Metaphern und Gesellschaft. Die Bedeutung der Orientierung durch Metaphern&amp;#039;&amp;#039;. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2011, S. 109 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Um 1815 fasste [[Karl Wilhelm Stark]] Krankheit als Parasitismus auf.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort &amp;#039;&amp;#039;Schmarotzer&amp;#039;&amp;#039; für einen Parasiten stammt vom [[mittelhochdeutsch]]en {{lang|gmh|&amp;#039;&amp;#039;smorotzer&amp;#039;&amp;#039;}} ab, das so viel wie ‚[[Bettler]]‘ heißt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Parasiten sind in hohem Maße spezialisierte Lebewesen. Ihr [[Habitat]] ist in der Regel auf einige wenige Wirtsarten beschränkt, nicht selten findet sich nur eine einzige Wirtsart. Parasitismus zeigt sich in sehr vielfältigen Formen. Es gibt Zweifelsfälle, in denen Parasitismus von anderen [[Interspezifische Wechselbeziehungen|Interaktionen zwischen Arten]] schwer zu unterscheiden sind. Parasitismus ist beileibe kein seltenes Phänomen, denn die überwiegende Zahl aller [[Lebewesen]] parasitiert. Unter dem Vorbehalt, dass sich keine genauen Zahlen festlegen lassen, wird ein Verhältnis von bis zu 4:1 angenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Carl Zimmer: &amp;#039;&amp;#039;Parasitus Rex&amp;#039;&amp;#039;. Umschau/Braus, S. 19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Auftreten der nächsten Generation im Wirt wird als [[Patenz]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen ist ein Parasit stark von seinem [[Wirt (Biologie)|Wirt]] abhängig. Einen Teil seiner Entwicklung kann der Parasit dabei aber außerhalb des Wirtes in der Außenwelt verbringen (&amp;#039;&amp;#039;präparasitische Phase&amp;#039;&amp;#039;). Das Parasitieren kann sich auf verschiedene Wirtsfaktoren beziehen wie beispielsweise Körpersubstanz, Nahrungsangebot, Sauerstoffbedarf, Osmotik, pH-Verhältnisse oder Wärmehaushalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Fleabite.JPG|mini|[[Flöhe|Flohbisse]] beim Menschen]]&lt;br /&gt;
Parasitismus ist allgegenwärtig, so dass sich praktisch alle Lebewesen damit auseinandersetzen müssen. Nicht selten findet man auf bzw. in einem einzelnen Lebewesen Dutzende verschiedener Parasiten, die in ihrer Gesamtheit als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Parasitozönose&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet werden und eine Sonderform der [[Biozönose]] darstellt. Bei [[Waldmaus|Waldmäusen]] fand man nicht weniger als 47 parasitierende Arten.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Begon, Colin R. Townsend, John L. Harper: &amp;#039;&amp;#039;Ökologie.&amp;#039;&amp;#039; S. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Ausmaß des Parasitenbefalls ist die Belastung des Wirtes verschieden groß. Auch wenn Parasitenbefall den Wirt nicht lebensbedrohlich schädigt, wirkt er sich doch stets negativ auf dessen Wachstum, Wohlbefinden, Infektanfälligkeit, Fortpflanzung oder Lebensdauer aus. So können giftige Stoffwechselprodukte des Parasiten, zurückgebliebene innere oder äußere Verletzungen oder der Entzug von Nahrung eine Verkürzung des Lebens zur Folge haben, insbesondere bei weiteren ungünstigen Umweltbedingungen.&lt;br /&gt;
Wirte verhalten sich allerdings keineswegs passiv gegenüber ihren Parasiten, sondern sind meist imstande, Zahl und Schadeffekt durch geeignete Abwehrmechanismen zu begrenzen. In einer gemeinsamen Entwicklung ([[Koevolution]]) passten sich Wirte und ihre Parasiten einander an. Dadurch entwickelte sich in jedem Stadium der [[Evolution]] ein Gleichgewicht, bei dem der Parasit profitiert, ohne dem Wirt, der ja seine „Existenzgrundlage“ darstellt, mehr als nötig zu schaden oder ihn gar völlig zu vernichten (denselben Mechanismus gibt es bei [[Infektionskrankheit]]en zwischen Erreger und Wirt bezüglich [[Virulenz]], Krankheitsverlauf und [[Immunabwehr]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Parasiten schmarotzen während ihrer Entwicklung in verschiedenen Wirten. Man unterscheidet [[Wirt (Biologie)#Zwischenwirt|Zwischenwirte]] und den [[Wirt (Biologie)#Endwirt|Endwirt]]. Sexuelle Fortpflanzung findet meist nur im Endwirt statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Organismen, die befallen werden, ohne dass eine Fortsetzung des Entwicklungszyklus des Parasiten möglich ist, werden als [[Fehlwirt]] bezeichnet. Häufig ist der Parasit schlecht an seinen Fehlwirt adaptiert, so dass der Fehlwirt durch den Parasiten stärker geschädigt wird als der Wirt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anpassung von Parasiten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Mistletoe in White Poplar 1.jpg|mini|[[Misteln|Mistelbefall]] einer Birke (&amp;#039;&amp;#039;[[Betula pendula]]&amp;#039;&amp;#039;)]]&lt;br /&gt;
Wie alle anderen Lebewesen wurden auch Parasiten im Verlauf der [[Evolution]] in vielfältiger Weise durch [[Mutation]], [[Rekombination (Genetik)|Rekombination]] und [[Selektion (Evolution)|Selektion]] an ihre Umgebung, hierbei natürlich insbesondere an ihre jeweiligen Wirtsorganismen, angepasst:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Haft- und Klammerorgane&amp;#039;&amp;#039; benutzen z.&amp;amp;nbsp;B. [[Tierläuse|Läuse]] (Klammerbeine), welche verhindern, dass der Parasit seinen Wirt verliert, was in der Regel seinen Tod zur Folge hätte.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Rückbildungen&amp;#039;&amp;#039; von Organen, die für parasitische Lebensweise nicht notwendig sind. Beispielsweise fehlen Läusen [[Flügel (Insekt)|Flügel]], die [[Weißbeerige Mistel]] hat keine Wurzeln, die [[Quendel-Seide]] kommt ohne Blätter aus und [[#Ekto- und Endoparasiten|endoparasitischen]] Würmern fehlen die Verdauungsorgane.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Große Eizahlen&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;komplizierte Entwicklungs- und Übertragungswege&amp;#039;&amp;#039; sichern die Fortpflanzung und das Auffinden eines Wirts. Beispielsweise werden mit jedem [[Bandwürmer|Bandwurmglied]], welches durch [[Kot]] nach außen gelangt, zehntausende [[Ei]]er freigesetzt. Diese können &amp;#039;&amp;#039;Zwischenwirte&amp;#039;&amp;#039; infizieren und in deren [[Leber]] ungeschlechtliche Vermehrungsstadien bilden (&amp;#039;&amp;#039;[[Finnenstadium|Finnen]]&amp;#039;&amp;#039;). Wird der finnenhaltige Zwischenwirt z.&amp;amp;nbsp;B. von Katzen oder [[Rotfuchs#Parasiten und Krankheiten|Füchsen]] gefressen, ist eine Neuinfektion sehr wahrscheinlich.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Verhaltensmodifikation beim Zwischenwirt&amp;#039;&amp;#039;: molekulare Signale vom Parasiten wie z.&amp;amp;nbsp;B. dem [[Kleiner Leberegel|kleinen Leberegel]] bewirken ungewöhnliche oder auffällige Verhaltensweisen des Zwischenwirtes, die dazu führen, dass er leichte Beute für den Endwirt wird. Auf diese Weise gelangt der Parasit in den Endwirt, in dem seine sexuelle Vermehrung stattfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Evolution aller Parasiten und ihrer Wirte beeinflusst sich wechselseitig, was als [[Koevolution]] bezeichnet wird und eine hochgradige Anpassung von Parasit und Wirt zur Folge hat. Auch der Lebensraum wirkt sich auf die Evolution aus, z.&amp;amp;nbsp;B. bei [[Meeresparasiten des Menschen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klassifizierung von Parasiten ==&lt;br /&gt;
Aufgrund der sehr unterschiedlichen Anpassung, Größe und Lebensweise verschiedener Parasiten und der unterschiedlichen Interaktionsformen zwischen Parasit und Wirt werden Parasiten nach einer Vielzahl verschiedener Kriterien eingeteilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikro- und Makroparasiten ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Varroa destructor on honeybee host.jpg|mini|[[Varroa]]milbe auf einer Honigbiene]]&lt;br /&gt;
Unterscheidet man Parasiten hinsichtlich ihrer Größe, ergeben sich die folgenden beiden Unterscheidungskriterien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Mikroparasiten ====&lt;br /&gt;
Mikroparasiten sind klein, manchmal extrem klein (und meist so zahlreich, dass man die Zahl von Parasiten im Wirt nicht angeben kann). Normalerweise ist es daher einfacher, die Zahl der befallenen Wirte zu untersuchen als die Anzahl der Parasiten. Mikroparasiten sind meist [[Protozoen]], die [[Tiere]] und [[Pflanzen]] als [[Krankheitserreger]] infizieren. Bei manchen Pflanzen gibt es mikroparasitisch lebende niedere [[Pilze]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Makroparasiten ====&lt;br /&gt;
Makroparasiten sind in der Regel so groß, dass man ihre Anzahl genau bestimmen oder wenigstens in ihrer Größenordnung schätzen kann. Bei Tieren findet man sie eher auf dem Körper oder in Körperhohlräumen (z.&amp;amp;nbsp;B. im [[Darm]]) als im Gewebe. Die Hauptmakroparasiten von Tieren sind [[Würmer]] (Band- und [[Saugwürmer]] sowie [[Fadenwürmer|Nematoden]]), aber auch Läuse, [[Zecken]], [[Milben]] und [[Flöhe]], außerdem auch einige Pilze. Makroparasiten der Pflanzen leben allgemein zwischen den Zellen (interzellulär) und gehören zu den höheren Pilzen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Mehltau]]), zu den [[Insekten]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Gallwespe]]) oder anderen Pflanzen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Seide (Gattung)|Teufelszwirn]] oder [[Sommerwurz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ekto- und Endoparasiten ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Parasitismus.jpg|mini|Von [[Milben]]larven parasitierter [[Weberknechte|Weberknecht]]]]&lt;br /&gt;
Unterscheidet man die Parasiten hinsichtlich ihrer Eigenschaft, in den Körper des Wirtes einzudringen, ergeben sich die folgenden zwei Klassen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Ektoparasiten}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ektoparasiten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Außenparasiten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; leben auf anderen Organismen. Sie dringen nur mit den der Versorgung dienenden Organen in ihren Wirtsorganismus ein und ernähren sich von [[Haut]]substanzen oder nehmen [[Blut]] oder [[Gewebsflüssigkeit]] auf. Beispiele für Ektoparasiten sind [[Hämatophagie|blutsaugende]] [[Arthropoden]] wie etwa [[Stechmücke]]n, Läuse oder [[Zecken]]. Ektoparasiten sind häufig auch [[Krankheitsüberträger]] von Erkrankungen wie [[Malaria]] oder [[Lyme-Borreliose]]. Bei Malaria können heterozygote Träger der [[Sichelzellanämie]] einen Selektionsvorteil aufweisen, da es dort möglicherweise zur direkten Tötung der Parasiten kommt (siehe [[Sichelzellanämie#Bedeutung der Sichelzellanämie für Malaria|Bedeutung der Sichelzellanämie für Malaria]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Endoparasiten}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Endoparasiten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ento-&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Innenparasiten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) leben im Inneren ihres Wirtes. Zu ihnen zählen z.&amp;amp;nbsp;B.: [[Dasselfliegen]], [[Bandwürmer]], [[Nematoden|Fadenwürmer]] und einige [[Pilze]]. Sie besiedeln Hohlräume, [[Epithel]]ien, das Blut oder auch das Gewebe verschiedener Organe. Die von ihnen ausgelösten Krankheiten nennt man &amp;#039;&amp;#039;Endoparasitosen&amp;#039;&amp;#039;. Des Weiteren kann man die Endoparasiten nach ihren Eigenschaften beim Befall von Zellen in zwei Gruppen einteilen. Extrazelluläre Endoparasiten leben außerhalb von Zellen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Giardia]] auf Darmepithel), Intrazelluläre Endoparasiten leben dagegen vorwiegend innerhalb von Wirtszellen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Malaria]]erreger). Viele Endoparasiten halten sich während ihres Lebenszyklus sowohl extra- als auch intrazellulär auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fakultative und obligate Parasiten ===&lt;br /&gt;
Parasiten lassen sich anhand der Notwendigkeit eines Wirtes unterscheiden. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fakultative Parasiten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (oder auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gelegenheitsparasiten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) sind freilebende Lebewesen, die nur gelegentlich parasitieren. Ihre Entwicklung kann auch ohne parasitische Phase ablaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Obligate Parasiten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind für ihre Entwicklung zwingend auf einen Wirt angewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Temporäre und stationäre Parasiten ===&lt;br /&gt;
Auf Grund der Dauer der parasitischen Lebensphase unterscheidet man &amp;#039;&amp;#039;temporäre&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;stationäre&amp;#039;&amp;#039; Parasiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stationäre Parasiten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bleiben ständig über ihr ganzes Leben oder zumindest während einer Entwicklungsperiode einem Wirt treu. Ein Wirtswechsel findet nur bei engem Kontakt mit einem anderen möglichen Wirtstier oder beim Tod des ursprünglichen Wirtes statt (Beispiel: [[Filzlaus]] mit hoher Bindung an den Wirt, [[Flöhe|Floh]] mit bedingter Bindung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stationären Parasiten kann man in zwei Gruppen gliedern:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Periodische Parasiten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; leben nur in bestimmten Entwicklungsstadien parasitisch. Man unterscheidet Formen mit einfachem Wechsel zwischen parasitischen und nichtparasitischen Stadien sowie Formen mit mehrfachem Wechsel zwischen den Stadien, wie sie zum Beispiel bei den [[Saugwürmer]]n vorkommen. Bei dem einfachen Wechsel spricht man je nach Schmarotzerstadium von [[Larvalparasit]]ismus oder von Imaginal- oder Adultparasitismus, der häufig bei [[Fadenwürmer]]n zu beobachten ist.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Permanente Parasiten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; haben kein freies (nichtparasitisches) Lebensstadium. Man unterscheidet Formen, bei denen alle Entwicklungsstadien einen einzigen Wirt parasitieren, wie zum Beispiel die [[Tierläuse#Anoplura Echte Tierläuse|Echten Tierläuse]], denen die [[Menschenläuse]] angehören, und Formen, die je nach Entwicklungsstadium verschiedene Wirte parasitieren, wie zum Beispiel die [[Trichinen]] (&amp;#039;&amp;#039;Trichinella&amp;#039;&amp;#039;), eine Gattung winziger Fadenwürmer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hiepe&amp;quot;&amp;gt;[[Theodor Hiepe]]: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Parasitologie. Mit den Grundzügen der Immunologie, Diagnostik und Bekämpfung.&amp;#039;&amp;#039; Parey, 2005, ISBN 978-3-8304-4101-4, S. 7–8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Temporäre Parasiten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; besuchen einen Wirt nur für begrenzte Zeit. Sie suchen ihn z.&amp;amp;nbsp;B. nur kurzfristig zur Nahrungsaufnahme auf (Beispiel: [[Stechmücke]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtsspezifität und Wirtswechsel ===&lt;br /&gt;
{{Anker|Wirtswechsel}}&lt;br /&gt;
Wenn Parasiten auf eine einzige Wirtsart (Solitärwirt) spezialisiert sind, nennt man sie &amp;#039;&amp;#039;monoxen&amp;#039;&amp;#039; (oder &amp;#039;&amp;#039;autoxen&amp;#039;&amp;#039;), sind es einige wenige Wirtsarten, nennt man sie &amp;#039;&amp;#039;oligoxen&amp;#039;&amp;#039;, und Parasiten mit vielen Wirtsarten heißen &amp;#039;&amp;#039;polyxen&amp;#039;&amp;#039; (oder &amp;#039;&amp;#039;pleioxen&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schaefer&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Matthias Schaefer |Titel=Wörterbuch der Ökologie |Auflage=4. |Verlag=Spektrum Akademischer Verlag |Ort=Heidelberg |Datum=2003 |ISBN=3-8274-0167-4}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Benötigen Parasiten für ihre Entwicklung nur einen Wirt, so dass kein Wirtswechsel stattfindet, bezeichnet man sie als &amp;#039;&amp;#039;homoxen&amp;#039;&amp;#039; (oder &amp;#039;&amp;#039;monoxen&amp;#039;&amp;#039;). Das Gegenteil sind &amp;#039;&amp;#039;heteroxene&amp;#039;&amp;#039; (oder &amp;#039;&amp;#039;heterözische&amp;#039;&amp;#039;) Parasiten, die während ihrer Entwicklung einen Wirtswechsel vollziehen. Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;heterözisch&amp;#039;&amp;#039; wird in einem allgemeineren Sinn auch für Parasiten verwendet, die nicht wirtsspezifisch sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schaefer&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Wirtswechsel ist unter anderem bei der [[Malaria]] zu beobachten. Einige Arten der Erreger, [[Plasmodien]] genannt, benutzen den [[Mensch]]en als Zwischenwirt, um letztlich in der [[Anopheles]]-Mücke, die als Endwirt fungiert, ihre vollständige Entwicklung bzw. weitere Zellteilung voranzutreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kleptoparasitismus ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Kleptoparasitismus}}&lt;br /&gt;
Als Kleptoparasitismus (von {{grcS|κλέπτειν|kléptein|de=stehlen}}) wird das Ausnutzen von Leistungen anderer Lebewesen bezeichnet, beispielsweise das Stehlen von [[Nahrung]] oder das Ausnutzen von [[Nest|Nistgelegenheiten]]. Insbesondere etliche Vogelarten sind dafür bekannt, dass sie sich zumindest gelegentlich kleptoparasitisch ernähren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sozialparasitismus ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel| Sozialparasitismus}}&lt;br /&gt;
Sozialparasitismus beschreibt eine Art der parasitären Wechselwirkung zwischen dem Parasiten und dem Wirt. Der Wirt besitzt hier soziale Strukturen, die der Parasit ausnutzt, um sich daran zu bereichern. Ein gutes Beispiel für eine Art, die sozialparasitisch handelt, ist die [[Kuckuckshummeln|Kuckuckshummel]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/sozialparasitismus/62259 |werk=Lexikon der Biologie, spektrum.de |titel=Sozialparasitismus |abruf=2025-09-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Brutparasitismus ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Brutparasitismus}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Eastern Phoebe-nest-Brown-headed-Cowbird-egg.jpg|mini|Brutparasitismus beim [[Kuhstärlinge|Kuhstärling]] (Molothrus)]]&lt;br /&gt;
Brutparasiten oder Brutschmarotzer sind Organismen, welche ihren eigenen Nachwuchs durch andere brutpflegende [[Art (Biologie)|Tierarten]] aufziehen lassen. Letztlich handelt es sich um eine besondere Form des Kleptoparasitismus.&lt;br /&gt;
Brutparasitismus findet sich bei [[Vögel]]n, [[Fische]]n und [[Insekten]]. Meist werden die Wirtseltern einer anderen Art zur Aufzucht der Jungen des Brutparasiten genutzt. Gehören die Wirtseltern dagegen der eigenen Art an, handelt es sich nicht mehr um Parasitismus im engeren Sinne, wird manchmal aber als &amp;#039;&amp;#039;intraspezifischer Brutparasitismus&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Brutparasitismus bewahrt die parasitierenden Eltern vor vielerlei Investition, vom Nestbau über die Fütterung der Jungtiere bis zur Möglichkeit weiterer Verpaarungen während der Aufzuchtphase. Schließlich sinkt auch das Risiko eines vollständigen Gelegeverlusts durch Nesträuber, wenn die eigenen Eier auf zahlreiche Gelege verteilt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[David Attenborough]] |Titel=The Life of Birds |Auflage= |Verlag=[[Princeton University Press]] |Ort=New Jersey |Datum=1998 |ISBN=0-691-01633-X |Seiten=246 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Da Brutparasiten die [[Fitness (Biologie)|Fitness]] der Wirtseltern nachhaltig absenken, ist häufig eine intensive [[evolutionäre Anpassung]] („evolutionäres Wettrüsten“) zwischen Parasit und Wirt zu beobachten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=R. B. Payne |Titel=Avian brood parasitism |Hrsg=D. H. Clayton, J. Moore |Sammelwerk=Host-parasite evolution. General principles and avian models |Seiten=338–369 |Verlag=Oxford University Press |Ort=Oxford |Datum=1997 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parasitierende Pflanzen ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Phytoparasitismus}}&lt;br /&gt;
[[Datei:MonotropaHypopitys.jpg|mini|Chlorophyllfreier [[Fichtenspargel]] (&amp;#039;&amp;#039;Monotropa hypopitys&amp;#039;&amp;#039;)]]&lt;br /&gt;
Als Phytoparasiten bezeichnet man parasitische [[Pflanze]]n, welche einige lebensnotwendige [[Ressource]]n mittels einer Wirtspflanze erwerben. Bei parasitischen Pflanzen werden zwei Gruppen unterschieden, die parasitischen Blütenpflanzen und die myko-[[Heterotrophie|heterotrophen]] Pflanzen. Die &amp;#039;&amp;#039;parasitischen Blütenpflanzen&amp;#039;&amp;#039; schmarotzen direkt mit Hilfe besonderer Organe ([[Haustorien]]) auf anderen Blütenpflanzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt chlorophyllfreie (voll[[Mykotrophie|mykotrophe]]) Arten wie den [[Fichtenspargel]], aber auch Arten wie das [[Weißes Waldvöglein|Weiße Waldvöglein]], die noch Blattgrün besitzen und nur partiell myko-heterotroph oder [[mixotroph]] sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zoo- und Phytoparasiten ===&lt;br /&gt;
Tiere parasitierende Arten werden als Zooparasiten, auf und von Pflanzen lebende als [[Phytoparasitismus|Phytoparasiten]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parasitismus in der Ökologie ==&lt;br /&gt;
Der Einfluss von Parasiten in Ökosystemen ist immens und wird häufig wenig beachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Townsend, Harper, Begon: &amp;#039;&amp;#039;Ökologie&amp;#039;&amp;#039;. Springer, 2002, ISBN 3-540-00674-5, S. 275ff., 315ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deutlich kann sich ihr Einfluss bei [[Neobiota]] zeigen,&amp;lt;ref&amp;gt;Ingo Kowarik: &amp;#039;&amp;#039;Biologische Invasionen – Neophyten und Neozoen in Mitteleuropa.&amp;#039;&amp;#039; Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-3924-3.&amp;lt;/ref&amp;gt; falls im neuen Habitat die Parasiten nicht mit eingeschleppt wurden. In solchen Fällen können die Neobiota einen Vorteil in ihrer [[Biologische Fitness|Fitness]] gegenüber einheimischen Spezies besitzen und sich in der Folge übermäßig vermehren. Beispiele für solche Störungen von Ökosystemen durch Neobiota sind die [[Kastanienminiermotte]] oder die sog. „Killeralge“ &amp;#039;&amp;#039;[[Caulerpa taxifolia]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parasiten des Menschen ==&lt;br /&gt;
{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
|01-CODE= B89&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Alphabetisches Verzeichnis zur ICD-10-WHO Version 2019.&amp;#039;&amp;#039; Band 3. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), Köln 2019, S. 678.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|01-BEZEICHNUNG= Nicht näher bezeichnete parasitäre Krankheit&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Parasiten des Menschen}}&lt;br /&gt;
Parasitäre Infektionen (Infektionen durch Parasiten) beim Menschen sind [[Infektionen durch Protozoen]] bzw. [[Protista]] und [[Wurminfektionen]], wobei es sich bei Letzteren i.&amp;amp;nbsp;d.&amp;amp;nbsp;R. um eine [[Infestation]] handelt, also um einen Befall ohne Vermehrung. Infektionen führen schon bei Erstbefall zum Vollbild der Parasitose, Infestationen nur nach Akkumulation vieler Individuen aufgrund starker bzw. langer Exposition.&lt;br /&gt;
Einige Parasiten übertragen [[Krankheitserreger]] auf den Menschen, die zum Teil tödliche Krankheiten (Parasitosen) verursachen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa August Stich: &amp;#039;&amp;#039;Infektionen durch Parasiten. Häufige Parasiten.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Marianne Abele-Horn]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Antimikrobielle Therapie. Entscheidungshilfen zur Behandlung und Prophylaxe von Infektionskrankheiten.&amp;#039;&amp;#039; Unter Mitarbeit von Werner Heinz, Hartwig Klinker, Johann Schurz und August Stich, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Peter Wiehl, Marburg 2009, ISBN 978-3-927219-14-4, S. 289–295.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Auflistung ist unter Parasiten des Menschen zu finden. Auf viele Bakterien und Pilze trifft die Definition Parasit nicht zu; sie werden aufgrund ihrer medizinischen Bedeutung in den Fachgebieten [[Infektionskrankheit]]en, [[Bakteriologie]] und [[Mykologie]] innerhalb der [[Mikrobiologie]] behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung: Viren, Transposons und Prionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Phage S-PM2.png|mini|[[Elektronenmikroskop]]ische Aufnahme eines [[Bakteriophage]]n]]&lt;br /&gt;
Neben den Parasiten existieren auch pathogene und teilweise auch infektiöse Moleküle und Molekülkomplexe, welche die Kriterien für [[Lebewesen]] wie Metabolismus, autonome Replikation oder Kompartimentierung nicht erfüllen, z.&amp;amp;nbsp;B. [[Viren]],&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Brigitte Loos-Frank, Richard P. Lane |Titel=Biologie von Parasiten |Auflage=3., aktualisierte und überarbeitete |Verlag= |Ort=Berlin |Datum=2018 |ISBN=978-3-662-54862-2 |Seiten=4 |Online={{Google Buch |BuchID=WaRMDwAAQBAJ}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Viroid]]e, [[Transposon]]s, [[Retroelement]]e, [[eigennützige DNA]] und die ausschließlich [[Protein]]-basierten [[Prion]]en. Sie besitzen einige parasitäre Eigenschaften wie den Ressourcenerwerb und einen Größenunterschied, ohne Parasiten zu sein. Diese [[Pathogen]]e werden thematisch von der [[Virologie]] behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Viren]] stellen hierbei eine besondere Form dar. Da sie keinen eigenen Stoffwechsel besitzen, gehören sie auch nicht zu den Parasiten. Sie schädigen den Erkrankten mittels eines minimalen [[Genom]]s, das nur aus einem Typ [[Nukleinsäure]] (entweder [[Desoxyribonukleinsäure|DNA]] oder [[RNA]]) besteht. Dieses lediglich der [[Fortpflanzung]] dienende Genom zwingt der infizierten Zelle Funktionen auf, die zu einer nichtselbständigen [[Replikation]] des Virus führen. Der sich hieraus oftmals ergebende [[Apoptose|Zelltod]] kann zu erheblichen Schädigungen des Erkrankten führen. Handelt es sich bei dem infizierten Organismus um ein Bakterium, bezeichnet man das Virus als [[Bakteriophage]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fossile Belege ==&lt;br /&gt;
Beispiele für Parasitismus sind auch aus der Paläontologie bekannt. So sind im Baltischen [[Bernstein]] Inklusen überliefert, die Schmarotzertum belegen (z.&amp;amp;nbsp;B.: Milbenlarven an einer Langbeinfliege, einer Stelzmücke oder einer Rindenlaus; Fadenwurm an einer [[Zuckmücken|Zuckmücke]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonstige Begriffe ==&lt;br /&gt;
* Die [[Wissenschaft]], die sich mit Parasiten befasst, wird &amp;#039;&amp;#039;[[Parasitologie]]&amp;#039;&amp;#039; genannt und ist sowohl Teilbereich der [[Ökologie]] als auch der Medizin ([[Infektiologie]]).&lt;br /&gt;
* Die Reihenfolge verschiedener, sich ablösender Parasiten, welche die einzelnen Entwicklungsstadien ihres Wirts befallen, nennt man eine &amp;#039;&amp;#039;Parasitenfolge&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* Bei [[Insekten]], bei denen ein Parasitismus in unterschiedlichen Entwicklungsstadien auftreten kann, unterscheidet man &amp;#039;&amp;#039;Ei-, Larven-, Puppen- und Imaginalparasiten&amp;#039;&amp;#039;, bei anderen Lebewesen spricht man von &amp;#039;&amp;#039;Jugend- und Altersparasiten&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* Eine durch Parasiten verursachte Krankheit oder Schwächung nennt man &amp;#039;&amp;#039;Parasitose&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Zoonose]]n&amp;#039;&amp;#039; sind von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragbare Infektionskrankheiten (Beispiel: [[Tollwut]]).&lt;br /&gt;
* Eine &amp;#039;&amp;#039;[[Anthroponose]]&amp;#039;&amp;#039; ist eine allein auf den Menschen beschränkte Parasitose.&lt;br /&gt;
* Als &amp;#039;&amp;#039;Parasitozönose&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man die Gesamtheit der in einem Organ oder in einem Wirt lebenden parasitischen Organismen.&lt;br /&gt;
* Befällt ein Parasit einen anderen Parasiten, so spricht man von &amp;#039;&amp;#039;[[Hyperparasiten|Hyperparasitismus]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Superparasitismus&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet eine Belegung des Wirtsorganismus durch mehr parasitische Individuen einer Art als normalerweise üblich, z.&amp;amp;nbsp;B. durch zufällige gleichzeitige Mehrfachbelegung. Dies führt in der Regel dazu, dass sich nicht alle Parasiten vollständig entwickeln können.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Multiparasitismus&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet die mehrfache Belegung eines Wirts durch zwei oder mehrere Parasitenarten. Dies führt in der Regel zu einem Konkurrenzkampf der verschiedenen Parasiten.&lt;br /&gt;
* Von &amp;#039;&amp;#039;Opportunismus&amp;#039;&amp;#039; spricht man, wenn eigentlich harmlose Parasiten unter bestimmten Umständen (z.&amp;amp;nbsp;B. bei geschwächtem [[Immunsystem|Wirtsimmunsystem]]) zur ernsten Erkrankung oder gar zum Tode des Wirtes führen.&lt;br /&gt;
* {{Anker|Neuroparasit}}Ein &amp;#039;&amp;#039;[[Neuroparasit]]&amp;#039;&amp;#039; kann Verhaltensänderungen seines Wirts auslösen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Daniela Albat |url=https://www.scinexx.de/dossier/fremdgesteuert/ |titel=Fremdgesteuert |werk=scinexx.de |datum=26. April 2019 |abruf=2025-09-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Simone Einzmann |Online=https://www.spektrum.de/magazin/die-marionettenspieler/1015357 |Titel=Die Marionettenspieler |Sammelwerk=[[Gehirn und Geist]] |Nummer=1-2 |Datum=2010 |Seiten=62–67}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Beispiel: [[Toxoplasmose]].&lt;br /&gt;
* Innerhalb einer Wirtspopulation haben die Mehrheit der Wirte keine oder nur wenige Parasiten. Eine sehr kleine Anzahl von Wirten trägt jedoch eine große Anzahl an Parasiten. Man spricht davon, dass Parasiten durch eine [[aggregative Verteilung]] charakterisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Toxoplasma gondii]]&lt;br /&gt;
* [[Kleptoplastid]]ie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Jörg Blech]] |Titel=Leben auf dem Menschen. Die Geschichte unserer Besiedler |Auflage=Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe |Verlag=Rowohlt |Ort=Reinbek |Datum=2010 |ISBN=978-3-499-62494-0 |Reihe=Rororo – Sachbuch |BandReihe=62494}}&lt;br /&gt;
* Johannes Dönges: &amp;#039;&amp;#039;Parasitologie. Mit besonderer Berücksichtigung humanpathogener Formen.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Thieme, Stuttgart 1988, ISBN 3-13-579902-6.&lt;br /&gt;
* Michael Begon, Colin R. Townsend, John L. Harper: &amp;#039;&amp;#039;Ökologie.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Berlin 2003, ISBN 3-540-00674-5.&lt;br /&gt;
* [[Paul Schmid-Hempel]]: &amp;#039;&amp;#039;Parasites in Social Insects.&amp;#039;&amp;#039; Princeton University Press, Princeton NJ 1998, ISBN 0-691-05923-3.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Weitschat: &amp;#039;&amp;#039;Jäger, Gejagte, Parasiten und Blinde Passagiere. Momentaufnahmen aus dem Bernsteinwald.&amp;#039;&amp;#039; In: Björn Berning, Sigitas Podenas (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Amber. Archive of Deep Time.&amp;#039;&amp;#039; Land Oberösterreich – Oberösterreichische Landesmuseen, Linz 2009, ISBN 978-3-85474-204-3, S. 243–256 (&amp;#039;&amp;#039;Denisia&amp;#039;&amp;#039; 26 = &amp;#039;&amp;#039;Kataloge der Oberösterreichischen Landesmuseen&amp;#039;&amp;#039; NS 86; Ausstellungskatalog, Linz, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, 3. April 2009 – 18. Oktober 2009; {{ZOBODAT|pfad=pdf/DENISIA_0026_0243-0256.pdf}}).&lt;br /&gt;
* Peter Wenk, Alfons Renz: &amp;#039;&amp;#039;Parasitologie – Biologie der Humanparasiten.&amp;#039;&amp;#039; Thieme, Stuttgart 2003, ISBN 3-13-135461-5.&lt;br /&gt;
* [[Carl Zimmer (Publizist)|Carl Zimmer]]: &amp;#039;&amp;#039;Parasitus Rex.&amp;#039;&amp;#039; Umschau/Braus, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-8295-7502-5.&lt;br /&gt;
* Richard Lucius, Brigitte Loos-Frank: &amp;#039;&amp;#039;Biologie von Parasiten&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Springer-Lehrbuch.&amp;#039;&amp;#039;). 2. Auflage, Springer, Berlin / Heidelberg 2008, ISBN 978-3-540-37707-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Parasit}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|parasitär}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Schmarotzer}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|schmarotzen}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Rüdiger Suchsland |url=https://www.telepolis.de/features/Die-Biologisierung-des-Sozialen-3439287.html |titel=Die Biologisierung des Sozialen. „Es gibt kein System ohne Parasiten! |werk=[[Telepolis]] |datum=2005-04-08 |abruf=2025-09-28 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=https://www.spektrum.de/lexikon/biologie-kompakt/parasitismus/8662 |werk=Kompaktlexikon der Biologie, spektrum.de |titel=Parasitismus |abruf=2025-09-28 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |werk=scinexx.de |url=https://www.scinexx.de/dossier/fremdgesteuert/ |autor=Daniela Albat |titel=Fremdgesteuert. Wenn Parasiten die Kontrolle übernehmen |datum=26. April 2019 |abruf=2025-09-28 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4173322-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parasitologie|!Parasitismus]]&lt;/div&gt;</summary>
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