<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Pal%C3%A4ontologie</id>
	<title>Paläontologie - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://demowiki.knowlus.com/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Pal%C3%A4ontologie"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Pal%C3%A4ontologie&amp;action=history"/>
	<updated>2026-04-10T08:23:58Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.44.2</generator>
	<entry>
		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Pal%C3%A4ontologie&amp;diff=2963&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Fruchtzwerg94: Änderungen von 24.40.160.60 (Diskussion) auf die letzte Version von HorstKMahler zurückgesetzt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Pal%C3%A4ontologie&amp;diff=2963&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-05-16T09:28:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Spezial:Beitr%C3%A4ge/24.40.160.60&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/24.40.160.60&quot;&gt;24.40.160.60&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:24.40.160.60&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:24.40.160.60 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) auf die letzte Version von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:HorstKMahler&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:HorstKMahler (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;HorstKMahler&lt;/a&gt; zurückgesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Paläontologie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|παλαιός|palaiós}} „alt“, {{lang|grc|ὤν|ōn}}, [[Genitiv|Gen.]] {{lang|grc|ὄντος|óntos}} „seiend“&amp;lt;!-- &amp;quot;ōn&amp;quot; mit Omega/langem O ist Maskulinum; Neutrum wäre &amp;quot;on&amp;quot; mit Omikron/kurzem O. --&amp;gt; und [[-logie]]) ist die Wissenschaft von den [[Lebewesen]] und [[Lebewelt]]en der [[Geologische Zeitskala|geologischen Vergangenheit]]. Gegenstand paläontologischer Forschung sind [[Fossil]]ien ({{laS|fossilis}} „ausgegraben“), das heißt, in [[Sedimentgestein]]en vorkommende körperliche Überreste sowie sonstige Hinterlassenschaften und Zeugnisse von Lebewesen, die älter als 10.000&amp;amp;nbsp;Jahre sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der französische Zoologe und Anatom [[Henri Marie Ducrotay de Blainville|Henri de Blainville]] führte 1822&amp;lt;ref&amp;gt;BLAINVILLE, H. M. D. de (1822) – &amp;#039;&amp;#039;Analyse des principaux Travaux dans les Sciences physiques,publiés dans l’année 1821&amp;#039;&amp;#039;. &amp;#039;&amp;#039;Journal de Physique, de Chimie et d’Histoire naturelle&amp;#039;&amp;#039;, 94: LIV. ([https://www.biodiversitylibrary.org/page/6175616#page/62/mode/1up biodiversitylibrary.org])&amp;lt;/ref&amp;gt; den Begriff &amp;#039;&amp;#039;Paläontologie&amp;#039;&amp;#039; ein, der allmählich die älteren Bezeichnungen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Oryktologie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (griechisch {{lang|grc|ὀρυκτός|oryktós}} „ausgegraben“) und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Petrefaktenkunde&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (lateinisch {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;petrefactum&amp;#039;&amp;#039;}} „versteinert“) ersetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Georges Cuvier large.jpg|miniatur|Baron Georges Cuvier gilt als Begründer der Paläontologie.]]&lt;br /&gt;
Als Begründer der modernen, nach wissenschaftlichen Kriterien arbeitenden Paläontologie gilt der französische Naturforscher [[Georges Cuvier]] (1769–1832). Seine Ansicht, dass Katastrophen das Leben auf der Erde jeweils komplett auslöschten und der Mensch erst nach der letzten Eiszeit erschaffen wurde, widerlegte bereits der britische Geologe [[Charles Lyell]] (1797–1875), der die Eiszeittheorie beisteuerte. Parallel dazu erkannte der französische Amateurarchäologe [[Jacques Boucher de Perthes]] (1788–1868) als erster in Steinartefakten menschliche Schöpfungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Franzose [[Marcellin Boule]] (1881–1942) schuf mit seinem [[Geofakt|Eolithen]]-Experiment von 1905 die Möglichkeit, menschliche Werkzeuge von natürlich entstandenen Formen zu unterscheiden. Der Schweizer Arzt [[Otto Hauser (Archäologe)|Otto Hauser]] (1874–1932) machte in Frankreich ([[Moustérien|Le Moustier]]) den professionellen Einstieg in die [[Speläologie|Höhlen]]- und [[Abri]]forschung. Er stieß dort auf den Widerstand der einheimischen Forschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste deutsche Paläontologe, der [[Charles Darwin|Darwins]] Abstammungslehre vertrat, war [[Ernst Haeckel]] (1834–1919). Er war Zoologe und brachte die Entwicklung zum Menschen über die Hominiden in die Forschung ein. Er hatte [[Rudolf Virchow]] zum Gegner, der ihn den „Affenprofessor“ nannte. Haeckels Anregungen wurden von dem niederländischen Anatom, Geologen und Militärarzt [[Eugène Dubois]] (1858–1940) und dem deutschen Paläontologen [[Gustav Heinrich Ralph von Koenigswald]] (1902–1982) aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1997 und 2012 wurden in Deutschland 21 Paläontologie-Professuren aufgegeben, acht von 27 Hochschulstandorten wurden ganz gestrichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeit.de/2012/02/C-Kleine-Faecher/seite-5 Zeit:Wo gibt’s denn so was?]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilgebiete ==&lt;br /&gt;
Analog zur [[Biologie]] [[Rezent (Biologie)|rezenter]] Lebewesen, der [[Neontologie]] („Lehre vom neuen Seienden“), kann die Paläontologie als „historische Biologie“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gustav Heinrich Ralph von Koenigswald|G.H.R. von Koenigswald]]: &amp;#039;&amp;#039;Begegnungen mit dem Vormenschen.&amp;#039;&amp;#039; dtv 269, München 1965, S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt; folgendermaßen aufgegliedert werden:&lt;br /&gt;
* Die [[Paläozoologie]] umfasst&lt;br /&gt;
** die Paläontologie der [[Wirbellose Tiere|wirbellosen Tiere]], ein Teilgebiet ist die [[Paläoentomologie]], die Lehre von fossilen Insekten.&lt;br /&gt;
** die [[Wirbeltiere|Wirbeltierpaläontologie]], diese kann in die Paläontologie der [[Fische]] ([[Paläoichthyologie]]), der [[Amphibien]] und [[Reptilien]] ([[Paläoherpetologie]]), der [[Vögel]] ([[Paläornithologie]]) und die der [[Säugetiere]] ([[Paläomammalogie]]) unterteilt werden.&lt;br /&gt;
* Die [[Paläobotanik]] widmet sich den fossilen Pflanzen und beinhaltet unter anderem die [[Palynologie]], die Lehre von den fossilen [[Pollen]] und [[Sporen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kommt die [[Palichnologie]], die verschiedenste fossile Lebensspuren (u.&amp;amp;nbsp;a. [[Trittsiegel]] und [[Fährte]]n, Grabgänge, Fraßspuren) erforscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Paläontologie der [[Makrofossil]]ien unterscheidet sich in ihrer Methodik von der [[Mikropaläontologie]], die unter Zuhilfenahme verschiedener [[Mikroskopie]]-Techniken [[Mikrofossil]]ien und die noch kleineren [[Nannofossil]]ien untersucht. Mikrofossilien können sowohl Überreste von [[Mikroorganismen]] als auch mikroskopisch kleine Zeugnisse größerer Lebewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paläontologen untersuchen Fossilien und fossile Organismengruppen unter einer Vielzahl von Gesichtspunkten und Fragestellungen. Eine Einteilung in [[Geologie|geologisch]] und biologisch orientierte Teilgebiete wird vorgenommen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geologische Teilgebiete ===&lt;br /&gt;
* Den Weg vom Absterben eines Individuums bis zum fertigen Fossil beschreibt die [[Fossilisation]]slehre (Taphonomie). Sie erklärt ebenfalls die Bildung von so genannten [[Fossillagerstätte]]n, in denen Reste fossiler Lebewesen besonders zahlreich ([[Konzentratlagerstätte]]n) oder besonders vollständig erhalten sind ([[Konservatlagerstätte]]n).&lt;br /&gt;
* Die zeitliche Einordnung und das Inbeziehungsetzen (Korrelation) von [[Sedimentgesteinsformationen]] und deren Schichtgliedern anhand ihres Fossilinhalts ist der Gegenstand der [[Biostratigraphie]]. Dafür werden von den Biostratigraphen unter anderem spezielle [[Leitfossil]]ien auserkoren.&lt;br /&gt;
* Die [[Biofaziesanalyse]] versucht den Bildungsraum eines Sedimentgesteins anhand seiner fossilen Lebewesen und Lebensspuren zu charakterisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Biologische Teilgebiete ===&lt;br /&gt;
* Mit Hilfe der [[Vergleichende Anatomie|Vergleichenden Anatomie]] werden fossile Lebewesen in das System der Organismen eingeordnet. Dabei wird die [[biologische Systematik]] angewandt.&lt;br /&gt;
* Die [[Phylogenetik]] erforscht die Verwandtschaftsverhältnisse fossiler Lebewesen. Sie erstellt [[Stammbaum|Stammbäume]] ([[Dendrogramm]]e). Die [[Stammesgeschichte]]n fossiler Tier- und Pflanzengruppen werden seit den 1980er Jahren zunehmend mit Hilfe der so genannten [[Kladistik]] analysiert, eine Methodik, die das [[Quantifizierung|Quantifizieren]] von Verwandtschaftsgraden erlaubt.&lt;br /&gt;
* Die funktionelle [[Morphologie (Biologie)|Morphologie]] interpretiert das Erscheinungsbild fossiler Lebewesen in Hinsicht auf ihre Funktion ([[Paläobiologie]]). Ergänzt werden solche Analysen durch Hinweise auf die physikalischen und biochemischen Lebensvorgänge fossiler Organismen, mit denen sich die [[Paläophysiologie]] befasst. Funktionsstörungen und Krankheitserscheinungen untersucht die [[Paläopathologie]] (dieser Begriff wird auch in der [[Archäologie]] bei der Untersuchung menschlicher Überreste verwendet).&lt;br /&gt;
* [[Wachstum (Biologie)|Wachstum]] und Entwicklung ([[Ontogenese]]) urzeitlicher Lebewesen werden anhand von Tier[[skelett]]en ([[Sklerochronologie]]; Knochen[[histologie]]) oder [[Sprossachse]]n fossiler Pflanzen ([[Dendrochronologie]]) untersucht. Wachstumsraten sowie innere und äußere Einflussfaktoren, die die Entwicklung eines Individuums steuern, können dadurch bestimmt werden. Die Dendrochronologie junger Holzreste wird für die [[Altersbestimmung (Archäologie)|Altersbestimmung]] archäologischer Fundstätten genutzt.&lt;br /&gt;
* Die Lebensweisen fossiler Organismen, ihre Beziehungen zur belebten und unbelebten Umwelt ([[Paläoenvironment]]) sowie urzeitliche [[Population (Anthropologie)|Populationen]] und [[Biozönose|Lebensgemeinschaften]] sind Forschungsgegenstand der [[Palökologie]]. Um urzeitliche [[Ökosystem]]e zu verstehen, ist die Berücksichtigung der [[Sedimentologie]] fossilführender Gesteine erforderlich.&lt;br /&gt;
* Die [[Paläobiogeographie]] untersucht den Wandel der Verbreitungsgebiete und die [[Tierwanderung|Migrationsrouten]] fossiler Lebewesen im Verlauf der [[Erdgeschichte]]. Sie liefert Hinweise zu früheren Kontinent-Ozean-Konfigurationen (siehe auch [[Plattentektonik]]) und deren Einfluss auf die [[Evolution]] der [[Biosphäre]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwandte Forschungszweige ==&lt;br /&gt;
* Die [[Geobiologie]] ist ein Forschungsgebiet, das sich mit den Wechselwirkungen zwischen der [[Biosphäre]] und den [[abiotisch]]en Komponenten des Systems Erde befasst. Da Hinweise zum Wandel der Biosphäre im Verlauf der [[Erdgeschichte]] im Wesentlichen in Form von Fossilien vorliegen, ist geobiologische Forschung auf paläontologische Erkenntnisse angewiesen.&lt;br /&gt;
* Die [[Astrobiologie]] erforscht, unter welchen Bedingungen auf [[planet]]aren Welten einfache Lebensformen, komplexe Lebensgemeinschaften und [[Zivilisation]]en entstehen. Die Paläontologie kann dafür Hinweise zum [[Entstehung des Lebens|Ursprung des Lebens]] auf der Erde, zur Evolution von Ökosystemen unter extremen Umweltbedingungen, zur Diversifizierung und Höherentwicklung des Lebens auf der Erde und zu den biologisch-geologischen Vorbedingungen der menschlichen [[Kultur]] und Zivilisation liefern.&lt;br /&gt;
* [[Paläoklimatologie]]: Die Rekonstruktion der (älteren) [[Klimageschichte]] erfolgt im Wesentlichen mit Hilfe fossiler Lebewesen: In den [[karbonat]]ischen [[Skelett]]en mariner Organismen (wie zum Beispiel [[Foraminiferen]]) sind die [[Sauerstoff]]-[[Isotop]]enverhältnisse, wie sie im Urozean zur Zeit der Skelettabscheidung vorherrschten, konserviert. Da sich die Isotopenverhältnisse oberflächennah je nach Wassertemperatur einstellen, kann aus den [[Massenspektrometrie|massenspektrometrischen]] Messungen dieser Verhältnisse eine Temperaturkurve abgeleitet werden. Fossilien liefern neben klimaindikativen Sedimenten wie [[Moräne]]nablagerungen oder [[Korallenriff|Riffkalksteinen]] auch Hinweise zur früheren Lage von [[Klimazone]]n. So lassen sich [[Ökozone]]n mit Hilfe von Pflanzen(mikro)fossilien nachzeichnen.&lt;br /&gt;
* Die [[Paläogeographie]] kann zur Rekonstruktion der früheren Lage von Kontinenten und Ozeanen die geographische Verbreitung fossiler Lebewesen ([[Biogeographie|Paläobiogeographie]]) hinzuziehen.&lt;br /&gt;
* Die [[Paläochemie]] beschäftigt sich u.&amp;amp;nbsp;a. mit der chemischen Untersuchung fossiler Funde.&lt;br /&gt;
* Die [[Paläoanthropologie]] befasst sich mit der [[Stammesgeschichte des Menschen]]. Sie ist als Teil der [[Anthropologie]] eine Hilfswissenschaft der [[Ur- und Frühgeschichte]] und wird als Teil derselben gelehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Methoden ==&lt;br /&gt;
=== Geologische Kartierung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Position of the remains of Seitaad ruessi.png|miniatur|[[Skelett]] des Dinosauriers &amp;#039;&amp;#039;[[Seitaad ruessi]]&amp;#039;&amp;#039; in Fundlage (B). Die weißen Knochen waren an der Oberfläche sichtbar. (Quelle: Sertich u. Loewen, 2010)&amp;lt;ref&amp;gt;Sertich JJW, Loewen MA (2010) &amp;#039;&amp;#039;A New Basal Sauropodomorph Dinosaur from the Lower Jurassic Navajo Sandstone of Southern Utah.&amp;#039;&amp;#039; [[PLoS ONE]] 5(3): e9789. {{DOI|10.1371/journal.pone.0009789}}&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Der gezielten Suche nach Fossilien in einer paläontologischen Grabung geht die [[geologische Kartierung]] der (mutmaßlich) fossilführenden Sedimentgesteine voraus. Ziel ist es, neue Fundpunkte zu finden, die Lage der bereits bekannten Fundhorizonte zu benachbarten Schichten und Gesteinseinheiten aufzuklären und den Ablagerungsraum [[Sedimentologie|sedimentologisch]] näher zu charakterisieren, zum Beispiel ob Sedimente in einem See oder in einem Meer gebildet wurden. Eine derartige Übersichtskartierung entfällt, falls das Alter, die [[Stratigraphie (Geologie)|stratigraphische Einordnung]] und die [[Lithologie]] der fossilführenden Gesteine bereits hinreichend bekannt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paläontologische Grabung ===&lt;br /&gt;
Eine systematische paläontologische Grabung erfolgt Schicht für Schicht vom [[Hangende]]n, das heißt beginnend mit der oben aufliegenden jüngsten Schicht, zum [[Liegendes|Liegenden]], das heißt in Richtung der darunter liegenden älteren Schichten. Begleitend zur Fossiliensuche ist die Geologie der abgetragenen Schichten [[Aufnahme (Geologie)|genau zu beschreiben]]. Die [[Horizont (Geologie)|Horizonte]] werden durchnummeriert. Die Nummerierung wird auf die Fossilfundstücke übertragen, so dass sie exakt den Horizonten zugeordnet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Falls größere Organismenreste (wie beispielsweise [[Dinosaurier]]-Skelette) Ziel der Grabung sind, ist die Lage einzelner Knochen und Skelettteile innerhalb einer Schicht mit Hilfe eines darüber gelegten Rasters exakt zu dokumentieren. Das ist wichtig, um z.&amp;amp;nbsp;B. Sterbehaltungen oder Ablagerungs- und Transportprozesse zu rekonstruieren und Knochen unterschiedlicher Individuen auseinanderzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Gewinnung von Mikrofossilien werden Gesteinsproben der einzelnen Horizonte genommen und später im Labor aufbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Präparation und Aufbereitung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Field fg06.jpg|miniatur|Präparationslabor im [[Field Museum of Natural History]] in Chicago, USA]]&lt;br /&gt;
Noch vor Ort werden bröcklige Fossilreste geklebt bzw. mit alkohollöslichen Chemikalien für die spätere [[Präparator|Präparation]] fixiert. Zum Schutz von Knochenfunden kann auch die Ummantelung mit [[Gips]] erforderlich sein. Falls Fossilien auf mehrere Gesteinsplatten verteilt sind, werden diese oft an der Bruchstelle wieder zusammengeklebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätere Präparation der Fossilien im Labor erfolgt meistens mechanisch, das heißt mit [[Skalpell]] und Präpariernadeln (Druckluftmeißel/Airtool) unter der Lupe oder unter Verwendung eines [[Stereomikroskop]]s. Mit Hilfe von [[Röntgenstrahlung]] können vom Gestein verdeckte Fossilienteile lokalisiert werden. Schädigungen bei der Präparation werden auf diese Weise vermieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oftmals lassen sich Mikrofossilien mit Hilfe von Säureätzung oder anderen nasschemischen Verfahren aus dem Gestein herauslösen (siehe [[Mikropaläontologie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dokumentation, Beschreibung, Klassifikation ===&lt;br /&gt;
Wichtig für die weitere Analyse der Fossilien ist die Darstellung mit verschiedenen Methoden, d.&amp;amp;nbsp;h. zeichnerisch, fotografisch und gegebenenfalls zur Sichtbarmachung filigraner Strukturen mit dem [[Rasterelektronenmikroskop]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fotografische und/oder zeichnerische Dokumentation bildet die Grundlage für die Beschreibung und Interpretation eines Fossilfunds und dessen [[Systematik (Biologie)|systematische Einordnung]]. In diesem Rahmen kann auch die [[Erstbeschreibung|Benennung eines neuen Taxons]] erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rekonstruktion ===&lt;br /&gt;
Aus der Fossilzeichnung kann unter Berücksichtigung bereits bekannter Exemplare und/oder Vertreter verwandter Gruppen der ursprüngliche Skelettzusammenhang (bei Tieren) oder Organzusammenhang (z.&amp;amp;nbsp;B. bei Pflanzen) rekonstruiert werden. Eine Rekonstruktion des Lebensbildes kann im Anschluss erfolgen. Dabei fließen Interpretationen zur Funktion, Lebens- und Fortbewegungsweise des fossilen Lebewesens mit ein. Gegebenenfalls wird auch der Todesvorgang des Tieres rekonstruiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Palökologische Auswertung der Geländedaten ===&lt;br /&gt;
Da die Fossilinhalte aller Fundschichten genau dokumentiert sind, kann in dem Fall, dass die jeweiligen Organismenreste nicht von verschiedenen Ursprungsorten antransportiert wurden, sondern aus demselben [[Ökosystem]] stammen, eine Analyse der [[Fauna|Faunen]]- und [[Flora|Florenzusammensetzung]] und im Anschluss eine Rekonstruktion des [[Nahrungsnetz]]es erfolgen. Die sedimentologische Beschreibung liefert ergänzende Hinweise zu Transport- und Ablagerungsprozessen, die zur Bildung des fossilführenden Gesteins führten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt liefern Fossilien den Geologen Aussagen zur Natur des Sedimentationsraums, zum Beispiel, wenn die vorherrschenden Fossiliengruppen nur unter ganz bestimmten Umweltbedingungen (z.&amp;amp;nbsp;B. am Meeresboden in ungetrübtem Wasser bei Temperaturen zwischen 18 und 20&amp;amp;nbsp;°C und einer [[Salinität]] &amp;lt; 2,5 %) vorkamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vertikalen Abfolge von Horizonten entspricht eine zeitliche: Durch den Vergleich der [[Biozönose|Lebensgemeinschaften]] verschiedener Horizonte kann auf die Entwicklungsgeschichte eines vorzeitlichen Ökosystems geschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Statistische Methoden ===&lt;br /&gt;
Falls die Stichproben groß genug sind, das heißt von einer [[Art (Biologie)|Art]] genügend Individuen in einem Horizont gefunden und dokumentiert wurden, können diese als Äquivalent zu einer natürlichen Population in Hinsicht auf die [[Genetische Variabilität|Variabilität]] von Körpermerkmalen untersucht werden. Auch die Zusammensetzung des Ökosystems kann gegebenenfalls quantitativ erfasst werden (z.&amp;amp;nbsp;B. Räuber-Beute-Zahlenverhältnisse).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geochemische Analysen ===&lt;br /&gt;
Der Chemismus von Gewässern kann Einfluss auf die Zusammensetzung von Skeletten und Gehäusen haben. Oftmals sind in akkretionär wachsenden Hartteilen jahres- und tageszeitliche Schwankungen der chemischen und [[Isotop]]en-Zusammensetzung zu verzeichnen. Diese lassen sich zum Teil klimatisch interpretieren (siehe auch [[Paläoklimatologie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die chemische Zusammensetzung von Skeletten lässt sich z.&amp;amp;nbsp;B. mit Hilfe von [[Mikrosonde]]nanalysen aufklären. Die Analyse der Isotopenzusammensetzung erfordert [[Massenspektrometrie|massenspektroskopische]] Verfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Histologische Untersuchungen ===&lt;br /&gt;
Die mikroskopische Analyse von [[Dünnschliff]]en, die von Knochen oder Gehäusen angefertigt wurden, liefert Aussagen zum Wachstum und zur früheren Gewebebeschaffenheit der jeweiligen Hartteile. Sie enthalten mitunter wichtige Anhaltspunkte zur [[Physiologie]] und [[Ontogenese]] des Hartteilbildners.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Biomechanische Modelle ===&lt;br /&gt;
Bei vollständiger Erhaltung von Skeletten können Bewegungsabläufe fossiler Tiere in Form von Computermodellen simuliert werden. Auf diese Weise ist es möglich, bestimmte Verhaltens- und Lebensweisen auszuschließen oder als wahrscheinlich anzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Phylogenetische Analysen ===&lt;br /&gt;
Verwandtschaftsverhältnisse und Stammbäume fossiler Organismengruppen werden heute im Wesentlichen durch Methoden der rechnergestützten [[Kladistik]] ermittelt. Dabei werden Merkmalskombinationen der zu untersuchenden fossilen Arten miteinander verglichen und Stammbäume in Form von Verzweigungsschemata ([[Kladogramm]]en) nach dem Prinzip der Sparsamkeit errechnet. Dementsprechend repräsentieren die Ergebnisse dieser Analysen den mutmaßlichen Verlauf der [[Evolution (Biologie)|Evolution]] unter der Annahme möglichst weniger Evolutionsschritte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stratigraphische Beziehung (Korrelation) ===&lt;br /&gt;
Alle fossilen Arten, die eine Fundstätte hervorbringt, kommen in einem bestimmten relativ engen geologischen Zeitraum vor. Falls diese Arten auch von anderen Fundorten bekannt sind, folgt daraus ein möglicher gemeinsamer Bildungszeitraum der verschiedenen Fundschichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vergleich mehrerer Sedimentgesteinsabfolgen, die bestimmte Fossilien sowie durch [[Geochronologie|geochronologische]] Methoden datierbare [[Vulkanit]]e (wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Tuff]]e) enthalten, ermöglicht die Zuweisung genauerer Alter (das heißt solcher mit geringeren Fehlerspannen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders gut entwickelt ist die [[ELMMZ Neogen|biostratigraphische Untergliederung]] von überwiegend terrestrischen Sedimenten des [[Känozoikum]]s in Europa mit Hilfe von Landsäugetierresten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Fossilbericht]]&lt;br /&gt;
* [[Fossiliensammler]]&lt;br /&gt;
* [[Liste von Paläontologen]]&lt;br /&gt;
* [[Liste paläontologischer Museen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Michael J. Benton]]: &amp;#039;&amp;#039;Paläontologie der Wirbeltiere&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München 2007, ISBN 978-3-89937-072-0.&lt;br /&gt;
* Michael J. Benton, David A. T. Harper: &amp;#039;&amp;#039;Basic Palaeontology.&amp;#039;&amp;#039; Pearson, Harlow 1997, ISBN 0-582-22857-3.&lt;br /&gt;
* Patrick J. Brenchley, David A. T. Harper: &amp;#039;&amp;#039;Palaeoecology. Ecosystems, environments and evolution.&amp;#039;&amp;#039; Chapman &amp;amp; Hall, London 1998, ISBN 0-412-43450-4.&lt;br /&gt;
* Zoë Lescaze: &amp;#039;&amp;#039;Paläo-Art. Darstellungen der Urgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. Taschen, Köln 2017, ISBN 978-3-8365-6584-4. Daneben veröffentlichte der Verlag das gleiche Buch in englischer, französischer und spanischer Sprache.&lt;br /&gt;
* Jörg Mutterlose, Bernhard Ziegler: [https://www.schweizerbart.de/9783510654154 Einführung in die Paläobiologie I: Allgemeine Paläontologie.] 6. neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Schweizerbart, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-510-65415-4.&lt;br /&gt;
* Arno Hermann Müller: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Paläozoologie. Band 1: Allgemeine Grundlagen.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. Fischer, Jena 1992, ISBN 3-334-60378-4.&lt;br /&gt;
* Hans D. Pflug: &amp;#039;&amp;#039;Die Spur des Lebens – Paläontologie chemisch betrachtet.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Berlin 1984, ISBN 0-387-13465-4.&lt;br /&gt;
* Derek Turner: &amp;#039;&amp;#039;Paleontology: A Philosophical Introduction.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press 2011, ISBN 978-0-521-13332-6, &amp;lt;small&amp;gt;Alan C. Love: [http://ndpr.nd.edu/news/27863-paleontology-a-philosophical-introduction/ Review], Notre Dame Philosophical Reviews (NDPR) 18. Dezember 2011.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Paleontology|Paläontologie}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Paläontologe}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4044375-9}}&lt;br /&gt;
* [http://web.archive.org/web/20190322155117/http://www.paleoweb.net/pal-ges/pal-intro.htm Einführung in die Paläontologie] ([[Web-Archivierung#Begrifflichkeiten|Memento]] vom 22. März 2019 im &amp;#039;&amp;#039;[[Internet Archive]])&amp;#039;&amp;#039;– Webpräsenz der Österreichischen Paläontologischen Gesellschaft&lt;br /&gt;
* [http://www.palaeo.de/edu/ Geology, Palaeontology and Geobiology for Students, Teachers and Everybody] – Wissenswertes rund um die Paläontologie und eng verwandte Geowissenschaften (Domain betrieben von Reihold Leinfelder, aktuell gehostet auf dem Server der FU Berlin; teils Deutsch, teils Englisch)&lt;br /&gt;
* [http://www.equisetites.de/palbot/teach/palaeoteach.html Teaching Documents about Palaeontology and Palaeoecology] – Liste von Links auf Websites, Webpages von Medienplattformen und Literatur(empfehlungen) zum Thema Paläontologie (englisch)&lt;br /&gt;
* [http://paleobiodb.org The Paleobiology Database] – Wissenschaftliche Datenbank, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Fossilbericht der Tiere und Pflanzen möglichst vollständig zu erfassen (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4044375-9|LCCN=sh85097123|NDL=00566692}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Palaontologie}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Paläontologie| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biologische Disziplin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Fruchtzwerg94</name></author>
	</entry>
</feed>