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	<title>Orient - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Orient&amp;diff=5740&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;El Cazangero: Füllwörter</title>
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		<updated>2025-05-15T00:41:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Füllwörter&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den Kulturraum. Zu weiteren Bedeutungen siehe [[Orient (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Orient&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Mittelhochdeutsch|mhd.]] &amp;#039;&amp;#039;orient&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;orjent&amp;#039;&amp;#039;; von {{lang|la|lateinisch &amp;#039;&amp;#039;sol oriens&amp;#039;&amp;#039;}}, „[[Sonnenaufgang|aufgehende Sonne]]“), von Luther [[Morgenland]] genannt, ist ursprünglich eine der vier römischen [[Weltgegenden]]. Zwischen Norden ([[Mitternachtspunkt|Mitternacht]]) und Süden ([[Mittagspunkt|Mittag]]) liegt der Orient, ihm gegenüber der Okzident ([[Abendland]]). Vgl. [[Levante]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutungswandel ==&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen}}&lt;br /&gt;
Der Begriff Orient unterliegt historischen Veränderungen und wurde (und wird noch heute) durch unterschiedliche Diskurse geprägt. So spielen geographische, politische, sprachwissenschaftliche und kulturelle Überlegungen eine Rolle bei dem Versuch, genauere Aussagen zu dem Begriff Orient zu treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich fungierte der Begriff „Orient“ bzw. „Morgenland“ als Richtungsangabe (vgl. Sonnenaufgang), wobei der Bezugsort je nach Standort des Sprechers variieren konnte. So stand das Wort „Morgenland“ im Alten Testament für die Gebiete östlich von Israel bzw. Juda. Mit der Verschiebung der kulturellen Zentren im Bewusstsein des abendländischen Christentums nach Mittel- bzw. Westeuropa verschob sich auch der „Orient“ westwärts. Dadurch lagen dann im europäischen Hochmittelalter auch die Gebiete der [[Ostkirchen]] (Teile Osteuropas, Südosteuropa, [[Balkanhalbinsel|Balkan]]) „im Orient“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgegriffen wurde der Begriff wiederum im Kontext der von den Römern definierten Weltgegenden (lat. &amp;#039;&amp;#039;plagae mundi&amp;#039;&amp;#039;). Unter der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;plaga orientalis&amp;#039;&amp;#039; verstand man eine von vier Weltgegenden. Im [[Neugriechische Sprache|Griechischen]] nennt man den Orient heute &amp;#039;&amp;#039;anatoli&amp;#039;&amp;#039; (ανατολή, siehe [[Anatolien]]) und im [[Italienische Sprache|Italienischen]] und [[Spanische Sprache|Spanischen]] &amp;#039;&amp;#039;levante&amp;#039;&amp;#039; (Partizip Präsens zu &amp;#039;&amp;#039;levare&amp;#039;&amp;#039; „aufgehen“). Mit dem geografischen Begriff &amp;#039;&amp;#039;[[Levante]]&amp;#039;&amp;#039; sind die an das östliche Mittelmeer angrenzenden Länder gemeint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lauf der Geschichte wandelte sich die Bedeutung des Begriffs weiter. Den Orient gab es als zusammenhängendes Reich oder als Staat nie.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://kulturshaker.de/orientalismus-das-morgenland-als-projektion/ &amp;#039;&amp;#039;Orientalismus: Der Orient als Projektion.&amp;#039;&amp;#039;] Kulturshaker, 3. November 2016&amp;lt;/ref&amp;gt; Während der Neuzeit wurde er im deutschen Sprachraum zur Bezeichnung für einen feststehenden geographischen und kulturellen Raum. Im 19. Jahrhundert erlangte der Begriff „Orient“ schließlich ein enormes Bedeutungsspektrum. So bezeichnete der Begriff zu dieser Zeit ganz [[Asien]], das heißt die arabischen Länder, sowie [[Iran]], [[Indien]], [[China]] und [[Japan]]. Darüber hinaus wurden auch die Länder Südosteuropas und des Balkans, die zu dieser Zeit zum [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reich]] gehörten, zum Orient gezählt. Neben diesen aus mittel- bzw. westeuropäischer Perspektive östlich liegenden Gebieten umfasste der Begriff „Orient“ auch aus dieser Perspektive eigentlich südlich liegende Gebiete. So wurde im 19. Jahrhundert fast durchweg auch der ganze [[afrika]]nische Kontinent zum Orient gerechnet. Darüber hinaus galten teilweise sogar [[Spanien]], Süditalien, Kreta und Zypern als orientalisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heutige Sprachgebrauch im deutschsprachigen Raum tendiert dazu, den Begriff auf die überwiegend islamischen Regionen [[Vorderasien]] und [[Nordafrika]] – einschließlich [[Iran]] und [[Afghanistan]], aber ohne die islamischen Staaten [[Südasien|Süd-]] und [[Südostasien]]s – zu beziehen (vgl. [[MENA-Region]], [[Großraum Mittlerer Osten]]). Bei geopolitischen Betrachtungen werden die islamischen Länder zwischen Marokko und Afghanistan häufig als &amp;#039;&amp;#039;Vorderer und Mittlerer Orient&amp;#039;&amp;#039; zusammengefasst.&amp;lt;ref&amp;gt;Hardy Ostry, Gerrit F. Schlomach: [https://www.kas.de/c/document_library/get_file?uuid=38ed619a-e939-0d1f-2e65-4e8240104cc3&amp;amp;groupId=252038 &amp;#039;&amp;#039;Vorderer und Mittlerer Orient blutigste Weltregion. Politischer Kurzbericht.&amp;#039;&amp;#039;] Konrad-Adenauer-Stiftung, 31. Januar 2006, Länderkarte S. 2&amp;lt;/ref&amp;gt; Teilweise wird das Studiengebiet um Länder des südlichen [[Zentralasien]] erweitert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wiso.uni-hamburg.de/fachbereich-sowi/professuren/jakobeit/forschung/akuf/kriegearchiv/vorderer-und-mittlerer-orient.html &amp;#039;&amp;#039;Vorderer und Mittlerer Orient.&amp;#039;&amp;#039;] Universität Hamburg&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== „Orient“ in anderen Sprachen ==&lt;br /&gt;
Im Englischen wird der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Orient&amp;#039;&amp;#039; auch heute noch auf die südasiatischen Länder [[Indien]] und [[Pakistan]], [[Ostasien|ostasiatische]] Länder wie [[China]] und [[Japan]] sowie auf die südostasiatischen Länder [[Indonesien]], [[Thailand]] und die [[Philippinen]] angewandt. Dementsprechend definieren sich diese Länder selbst gelegentlich ebenfalls als &amp;#039;&amp;#039;oriental&amp;#039;&amp;#039;, wie am [[Shanghai]]er Fernsehturm, dem [[Oriental Pearl Tower]], zu sehen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultureller Aspekt ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Orient&amp;#039;&amp;#039; hat neben dem geografisch-politischen auch einen religiös-kulturellen Aspekt. Der als Orient bezeichnete Raum umfasst heute die [[islam]]ischen Länder des [[Naher Osten|Nahen Ostens]] einschließlich [[Nordafrika]]s, deshalb wurden „Orient und Islam […] oft zusammengedacht“.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://kulturshaker.de/orientalismus-das-morgenland-als-projektion/ &amp;#039;&amp;#039;Orientalismus: Der Orient als Projektion.&amp;#039;&amp;#039;] Kulturshaker, 3. November 2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die orientalische Welt inspirierte viele Dichter und Schriftsteller, siehe [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethes]] &amp;#039;&amp;#039;[[West-östlicher Divan]]&amp;#039;&amp;#039;, [[Hermann Hesse|Hesses]] Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Morgenlandfahrt]]&amp;#039;&amp;#039;, [[Wilhelm Hauff|Hauffs]] &amp;#039;&amp;#039;[[Die Geschichte von dem kleinen Muck]]&amp;#039;&amp;#039; und [[Karl May]]s sogenannter [[Orientzyklus]]. Sie lieferten vielen Generationen [[Stereotyp]]e über den Orient.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://kulturshaker.de/orientalismus-das-morgenland-als-projektion/ &amp;#039;&amp;#039;Orientalismus: Der Orient als Projektion.&amp;#039;&amp;#039;] Kulturshaker, 3. November 2016&amp;lt;/ref&amp;gt; Der genannten Literatur liegt eine romantische Verklärung des Orients zugrunde, wie sie erst nach 1683 entstehen konnte, als mit dem Rückzug der osmanischen Truppen am Ende der [[Zweite Wiener Türkenbelagerung|Zweiten Wiener Türkenbelagerung]] für Europa die Gefahr einer Eroberung durch den Osten geringer eingeschätzt wurde. Der Orient von Ägypten bis China wurde im 18. und 19. Jahrhundert zu einer Traumwelt, die in der Malerei der [[Orientalismus (Kunst)|Orientalisten]] phantasievoll abgebildet wurde. Kuppeln und Rundbögen von osmanischen und [[Mauren|maurischen]] Sakral- und Palastbauten fanden sich in gänzlich anderem Sinnzusammenhang in der [[Orientalisierende Architektur|orientalisierenden Architektur]] europäischer Großstädte wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb eines im 19. und 20. Jahrhundert geführten Diskurses, verstand man unter „Orient“ bzw. „Osten“ auch ein als spirituell charakterisiertes Indien in Abgrenzung gegenüber einem als materialistisch empfundenen „Westen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein einzelnes Merkmal, das zur Bestimmung und Abgrenzung der unterschiedlichen Konzepte von Orient taugt, lässt sich nicht finden. Stattdessen werden Ähnlichkeiten und Beziehungslinien innerhalb der zum Orient gezählten Phänomene erkennbar, die [[Andrea Polaschegg]] mit [[Ludwig Wittgenstein]]s Theorie der [[Familienähnlichkeit]] beschreibt. Der Begriff Orient umfasst demnach ein lose zusammenhängendes Konstrukt mit verschwimmenden Grenzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Andrea Polaschegg, 2005, S. 97&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1970er Jahren hat das Konzept einer Trennung von Orient und Okzident heftige Kritik erfahren &amp;#039;&amp;#039;([[Orientalismus]]debatte).&amp;#039;&amp;#039; Ausgehend von den bis heute einflussreichen Thesen [[Edward Said]]s wurde konstatiert, das westliche Bild des Orients sei voller unbewusster [[Vorurteil]]e und Verzerrungen, die der Realität nicht gerecht würden. Das Konzept von Abendland und Morgenland sei weniger alt als behauptet, vielmehr sei es erst im 18. Jahrhundert entstanden. In seinem fast zeitgleich mit Saids Buch erschienenen Werk &amp;#039;&amp;#039;Structure du sérail&amp;#039;&amp;#039; (1979, engl. &amp;#039;&amp;#039;The Sultan’s Court&amp;#039;&amp;#039;) untersucht [[Alain Grosrichard]] die Vorstellungen von orientalischer Despotie, die sich französische Philosophen des 18. Jahrhunderts gemacht haben, und zeigt auf, dass diese als Folie dienen, um die eigenen, westlichen politischen Systeme zu konturieren. [[Slavoj Žižek]] nannte das Buch einen „Klassiker der Theorie der Ideologie“, es leiste in der Tiefe, was Saids &amp;#039;&amp;#039;Orientalismus&amp;#039;&amp;#039; in der Breite gelungen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.versobooks.com/products/1629-the-sultan-s-court |titel=The Sultan&amp;#039;s Court |werk=Verso Books |sprache=en |abruf=2024-04-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Mittlerer Osten]]&lt;br /&gt;
* [[Alter Orient]]&lt;br /&gt;
* [[Orientalistik]]&lt;br /&gt;
* [[Orientalismus]]&lt;br /&gt;
* [[Deutsche Orient-Gesellschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Politische Geschichte der Christen im Orient]]&lt;br /&gt;
* [[Orientalische Bibliothek]]&lt;br /&gt;
* [[Dioecesis Orientis]]&lt;br /&gt;
* [[Leibniz-Zentrum Moderner Orient]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Abbas Amin: &amp;#039;&amp;#039;Ägyptomanie und Orientalismus: Ägypten in der deutschen Reiseliteratur (1175–1663). Mit einem chronologischen Verzeichnis der Reiseberichte (383–1845)&amp;#039;&amp;#039;. Walter de Gruyter, Berlin 2013 (= Studien Zur Deutschen Literatur, Bd. 202) e-ISBN 978-3-11-029923-6, ISBN 978-3-11-029893-2.&lt;br /&gt;
* Anton Escher: &amp;#039;&amp;#039;Die geographische Gestaltung des Begriffs Orient im 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; In: Burkhard Schnepel, Gunnar Brands, Hanne Schönig (Hrsg.): [http://berlin.icro.ir/uploads/4_626692920270913943_281510.pdf &amp;#039;&amp;#039;Orient – Orientalistik – Orientalismus: Geschichte und Aktualität einer Debatte.&amp;#039;&amp;#039;] Transcript, Bielefeld 2011, S. 123–149&lt;br /&gt;
* [[Andrea Polaschegg]]: &amp;#039;&amp;#039;Der andere Orientalismus. Regeln deutsch-morgenländischer Imagination im. 19. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin/New York 2005, S. 63&amp;amp;nbsp;f. (Teil II, 2: &amp;#039;&amp;#039;Wo liegt der Orient?&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Alfred Schlicht: &amp;#039;&amp;#039;Die Araber und Europa. 2000 Jahre gemeinsamer Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Kohlhammer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-17-019906-4.&lt;br /&gt;
* Gereon Sievernich, Hendrik Budde (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Europa und der Orient 800–1900.&amp;#039;&amp;#039; Eine Ausstellung des 4. Festivals der Weltkulturen Horizonte ‘89 im Martin-Gropius-Bau, Berlin, 28. Mai–27. August 1989. Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh/München 1989, ISBN 978-3-570-05076-7.&lt;br /&gt;
* [[Michael Sommer (Historiker)|Michael Sommer]]: &amp;#039;&amp;#039;Der römische Orient.&amp;#039;&amp;#039; Zwischen Mittelmeer und Tigris. Konrad Theiss, Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-1999-0.&lt;br /&gt;
* [[Reinhard Stewig]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Orient als Geosystem&amp;#039;&amp;#039;. Leske + Budrich. Opladen 1977, ISBN 978-3-8100-0213-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
* [http://kulturshaker.de/orientalismus-das-morgenland-als-projektion/ Orientalismus: Das Morgenland als Projektion]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4075699-3|VIAF=317276245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Orient| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturraum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alte Welt]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;El Cazangero</name></author>
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