<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ohr</id>
	<title>Ohr - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://demowiki.knowlus.com/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ohr"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Ohr&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-16T13:52:46Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.44.2</generator>
	<entry>
		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Ohr&amp;diff=2666&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;DeOxRiNuId: Lesefluss</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Ohr&amp;diff=2666&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-03-20T12:39:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Lesefluss&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ohr&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|Auris}}) ist Teil des [[Sinnesorgan]]s, mit dem [[Schall]], also [[Ton (Musik)|Töne]], [[Laut]]e, [[Klang|Klänge]] oder [[Geräusch]]e aufgenommen werden. Zum Innenohr gehört auch das [[Gleichgewichtsorgan]]. Die Ohrgegend wird als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Regio auricularis&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet und umfasst Ohrmuschel und Ohrbasis. Sie ist Teil der [[Kopfregionen]] (&amp;#039;&amp;#039;Regiones cranii&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Hörsystem (auch &amp;#039;&amp;#039;Gehör&amp;#039;&amp;#039;) bzw. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hörorgan&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Gehörorgan&amp;#039;&amp;#039;), das die [[auditive Wahrnehmung]] ermöglicht, gehören außer Außen-, Mittel- und Innenohr auch der [[Hörnerv]] und die Umschalt- und Verarbeitungsstationen im zentralen Nervensystem, bei Säugetieren also einige Areale im [[Hirnstamm]] und [[Zwischenhirn]], bis hinauf zur [[Auditiver Cortex|auditiven Hirnrinde]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Menschliche Ohrmuschel.jpg|mini|hochkant|[[Mensch]]liche [[Ohrmuschel]]]] &amp;lt;!-- Menschen mit Lesegeräten danken, wenn als erste Information Text und nicht ein Bild kommt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Das [[Germanische Sprachen|gemeingermanische]] Wort {{gmhS|ōr(e)}}, {{gohS|ōra}}&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Kluge]], [[Alfred Götze (Philologe)|Alfred Götze]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache]].&amp;#039;&amp;#039; 20. Auflage. hrsg. von [[Walther Mitzka]]. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 521.&amp;lt;/ref&amp;gt; beruht auf [[Indogermanische Ursprache|indogermanisch]] &amp;#039;&amp;#039;*ōus-&amp;#039;&amp;#039; „Ohr“ ({{laS|auris|}}; {{grcS|οὖς|us}}, Genitiv {{lang|grc|ὠτός|otós}}).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Das Herkunftswörterbuch |Reihe=[[Duden#Duden in zwölf Bänden (2017)|Der Duden in zwölf Bänden]] |BandReihe=7 |Auflage=Nachdruck der 2. |Verlag=Dudenverlag |Ort=Mannheim |Datum=1997 |Seiten=497! |Online={{Google Buch |BuchID=WwUeAQAAIAAJ |Hervorhebung=Ohr ore |Seite=497}}}} Siehe auch&lt;br /&gt;
{{Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache |Stichwort=Ohr |Abruf=2019-09-23}} Außerdem {{Literatur |Autor=[[Friedrich Kluge]] |Titel=[[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache]] |Auflage=7 |Verlag=Trübner |Ort=Straßburg |Datum=1910 |Seiten=336 |Online=http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0007/bsb00070228/images/index.html?&amp;amp;seite=358}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ohren im Allgemeinen ==&lt;br /&gt;
Der Hörsinn ist gegen den [[Pallästhesie|Vibrationssinn]] abzugrenzen. Letzterer nimmt Substratschall auf, etwa wenn der Untergrund vibriert. Hören, d.&amp;amp;nbsp;h. die Wahrnehmung rhythmischer Druckwellen in Luft oder Wasser, ist in der Evolution nur bei relativ wenigen Tiergruppen entstanden. Fast alle [[Landwirbeltiere]] (Tetrapoden), viele Fische und etliche Insektenarten können demnach hören, ebenso einige [[Kopffüßer]].&amp;lt;ref&amp;gt;T. Aran Mooney et al.: &amp;#039;&amp;#039;Potential for Sound Sensitivity in Cephalopods.&amp;#039;&amp;#039; In: Arthur Popper, Anthony Hawkins (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Effects of Noise on Aquatic Life.&amp;#039;&amp;#039; Springer 2012, ISBN 978-1-4419-7310-8. S. 125–128 ({{Google Buch |BuchID=beo6clij9YAC |Seite=125}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die meisten [[Wirbellose]]n leben jedoch in einer stummen Welt. Bei den [[Wirbeltiere]]n hat die Natur das Hören wahrscheinlich 2- bis 3-mal unabhängig voneinander erfunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NaturerfindetOhr&amp;quot; /&amp;gt; Die ersten Hörorgane entstanden im [[Devon (Geologie)|Devon]] vor etwa 380 Millionen Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Manley1998&amp;quot;&amp;gt;{{cite journal|last=Manley |first=G. A.|coauthors=C. Köppl |title=Phylogenetic development of the cochlea and its innervation |journal=Current Opinion in Neurobiology |year=1998 |volume=8 |pages=468–474 |pmid=9751658 |language=en }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein wesentlicher Schritt zum Erwerb eines guten Hörvermögens war danach die Entwicklung eines Mittel- und Innenohrs, inklusive eines Trommelfelles. Bei den [[Insekten]] entstand das Hörvermögen sogar mindestens 20-mal unabhängig voneinander.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NaturerfindetOhr&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.ardmediathek.de/radio/IQ-Wissenschaft-und-Forschung-Bayern/Evolution-des-H%C3%B6rens-Wie-die-Natur-die/Bayern-2/Audio-Podcast?documentId=19173212&amp;amp;bcastId=5941402 |titel=Evolution des Hörens – Wie die Natur die Ohren immer wieder neu erfindet |werk=[[ARD Mediathek]] |datum=2012-01-11 |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20150113082151/http://www.ardmediathek.de/radio/IQ-Wissenschaft-und-Forschung-Bayern/Evolution-des-H%C3%B6rens-Wie-die-Natur-die/Bayern-2/Audio-Podcast?documentId=19173212&amp;amp;bcastId=5941402 |archiv-datum=2015-01-13 |abruf=2014-07-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufbau und Platzierung der Hörorgane sind bei den verschiedenen Arten sehr unterschiedlich. Bei [[Heuschrecken]] sitzen die Ohren am Hinterleib oder den Beinen, bei [[Zikade]]n an den Beinen und bei [[Mücken]] und [[Fliegen]] an den Fühlern. Einige [[Eidechsen]]- und [[Salamander]]arten hören mit Brustkorb und Lunge. Äußere Ohren sind bei den meisten Säugetierarten und Vogelarten vorhanden, Ausnahmen finden sich bei einigen Delfinarten. Reptilien, Amphibien und Fische haben keine äußeren Ohren. Bei Reptilien und Amphibien sitzt dadurch das Trommelfell direkt an der Außenseite des Kopfes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Hörfläche|Hörbereich]] des menschlichen Ohrs reicht in jungen Jahren von etwa 16 [[Hertz (Einheit)|Hertz]] bis maximal 20.000 Hertz. Unter anderem können [[Elefanten]] noch tiefere Frequenzen wahrnehmen, den [[Infraschall]], während eine Reihe von Tieren, zum Beispiel [[Mäuse]], [[Haushund|Hunde]], [[Delfine]] und [[Fledermäuse]], noch wesentlich höhere Frequenzen, den [[Ultraschall]], hören können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Aufgabe des Hörens ist die Orientierung im Raum, also Schallquellen zu [[Lokalisation (Akustik)|lokalisieren]], das heißt, deren Richtung und Entfernung zu bestimmen. Seitlich einfallender Schall erreicht das zugewandte Ohr eher als das abgewandte und ist dort lauter, da das abgewandte Ohr durch den Kopf abgeschattet wird. Diese [[Laufzeitdifferenz]]en und [[Pegeldifferenz]]en zwischen beiden Ohren werden vom Gehirn ausgewertet und zur Richtungsbestimmung genutzt. Darüber hinaus erzeugt die [[Außenohr|Ohrmuschel]] je nach Richtung spezifische Veränderungen des [[Frequenzgang (System)|Frequenzgangs]], die ebenfalls ausgewertet und zur Richtungsbestimmung benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Lebewesen, auch der Mensch, können vorhandene Schallquellen lokalisieren, die Orientierung im Raum erfolgt aber vor allem mit Hilfe des [[Gleichgewichtssinn]]s und des [[Visuelle Wahrnehmung|Gesichtssinns]]. Delfine und Fledermäuse haben in der Evolution den Gehörsinn zu einem besonders hochstehenden Orientierungssystem entwickelt. Beide stoßen hochfrequente Signale im Ultraschallbereich aus (bis 200&amp;amp;nbsp;kHz) und orientieren sich anhand des [[Echo]]s. Dieses aktive Verfahren zur Orientierung nennt man [[Ortung]]. Bei den Fledermäusen hat das Gehör die [[Auge]]n weitgehend ersetzt, die in der [[Helligkeit|Dunkelheit]] von keinem großen Nutzen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Ohr des Menschen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Anatomy of the Human Ear.svg|lang=de|mini|Äußeres Ohr, Mittelohr und Innenohr mit Hörschnecke, Sacculus, Utriculus und Bogengängen (Das Trommelfell gehört zum Mittelohr).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufbau ===&lt;br /&gt;
Der anatomische Aufbau und die genauen Funktionen des Ohres waren im Mittelalter noch weitgehend unbekannt. Neuzeitliche Erkenntnisse darüber gewannen unter anderem [[Antonio Maria Valsalva]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 28.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie [[Andreas Vesalius]], [[Bartolomeo Eustachi|Bartolomaeus Eustachius]], [[Gabriele Falloppio|Gabriel Falloppius]] und [[Giovanni Filippo Ingrassia|Johannes Philippus Ingrassia]] (1510–1580).&amp;lt;ref&amp;gt;Christian von Deuster: &amp;#039;&amp;#039;Ohr.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner E. Gerabek]], Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]], Wolfgang Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1066.&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim Menschen und anderen Säugetieren wird das Ohr in drei Bereiche eingeteilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das [[Außenohr]] umfasst den Ohrknorpel, die [[Ohrmuschel]], das [[Ohrläppchen]] und den äußeren [[Gehörgang]] oder auch Ohrkanal und die Außenseite des Trommelfells. Es dient nicht nur dem Einfangen des Schalls, sondern auch dazu, eine bestimmte Einfallsrichtung des Schalls durch [[Frequenzspektrum|spektrale]] Minima und Maxima zu kodieren (siehe [[Lokalisation (Akustik)|Lokalisation]]). Die zahlreichen Erhebungen und Vertiefungen der Ohrmuschel bilden akustische [[Resonator]]en, die jeweils bei Schalleinfall aus einer bestimmten Richtung angeregt werden. Hierdurch entstehen richtungsabhängige Minima und Maxima im [[Frequenzspektrum]] des Ohrsignals, die vom Gehör zur Bestimmung der Einfallsrichtungen oben, unten, vorn oder hinten genutzt werden ([[Blauertsche Bänder|Richtungsbestimmende Bänder]]).&lt;br /&gt;
* Zum [[Mittelohr]] gehören das [[Trommelfell]] und die [[Gehörknöchelchen]] [[Hammer (Anatomie)|Hammer]], [[Amboss (Anatomie)|Amboss]] und [[Steigbügel (Anatomie)|Steigbügel]]. Das [[Fenestra cochleae|Runde Fenster]] verbindet die Paukentreppe des Innenohrs mit dem Mittelohr. Die [[Eustachische Röhre]], auch Ohrtrompete genannt, verbindet Mittelohr und [[Nasopharynx|Nasenrachenraum]]. Im Mittelohr findet eine mechanische [[Akustische Impedanz|Impedanzwandlung]] statt, die eine optimale Übertragung des Signals vom Außenohr zum Innenohr ermöglicht. Da die akustische Impedanz von Wasser ca. 3000-mal so groß ist wie die von Luft, würde ohne das von den Gehörknöchelchen gebildete Hebelsystem nur ein geringer Teil der Schallenergie, die das Trommelfell erreicht, an das Innenohr weitergegeben werden.&lt;br /&gt;
* Das [[Innenohr]] liegt in einem kleinen Hohlraumsystem (knöchernes Labyrinth, lat. &amp;#039;&amp;#039;Labyrinthus osseus&amp;#039;&amp;#039;) innerhalb des [[Felsenbein]]es, eines Teils des Schläfenbeines. In diesem knöchernen Labyrinth befindet sich das membranöse oder häutige Labyrinth (lat. &amp;#039;&amp;#039;Labyrinthus membranaceus&amp;#039;&amp;#039;), bestehend aus der [[Hörschnecke]] (lat. &amp;#039;&amp;#039;Labyrinthus cochlearis&amp;#039;&amp;#039;, kurz: &amp;#039;&amp;#039;Cochlea&amp;#039;&amp;#039;), in der Schall in Nervenimpulse umgesetzt wird, und dem [[Gleichgewichtsorgan]] (lat. &amp;#039;&amp;#039;Labyrinthus vestibularis&amp;#039;&amp;#039;). Das Gleichgewichtsorgan besteht aus den [[Bogengänge]]n und zwei bläschenförmigen Anteilen, dem &amp;#039;&amp;#039;[[Gleichgewichtsorgan#Utriculus|Utriculus]]&amp;#039;&amp;#039; und dem &amp;#039;&amp;#039;[[Sacculus]]&amp;#039;&amp;#039;. Es dient dem Erkennen von Bewegungsänderungen und der Richtung der Erdanziehungskraft. Gehörschnecke und Gleichgewichtsorgan sind ähnlich gebaut: Beide sind mit zwei gemeinsamen parallelen Flüssigkeitssystemen ([[Perilymphe]] und [[Endolymphe]]) gefüllt und besitzen [[Haarzelle]]n. Die Haarzellen sind zylinderförmig und haben ihren Namen von den etwa 30 bis 150 haarartigen Fortsätzen am oberen Ende der Zelle ([[Stereozilien]]). Durch Bewegungen der Flüssigkeit werden die Härchen gebogen und lösen dabei Nervenimpulse aus. Am unteren Ende befindet sich eine [[Synapse]] mit einem [[Sensibilität (Medizin)|sensorischen]] [[Neuron]], die bereits im Ruhezustand [[Neurotransmitter]] ausschüttet. Werden nun durch Schallschwingungen oder Bewegungsänderungen des Kopfes die Haarfortsätze ausgelenkt, ändert sich die Menge der Neurotransmitter. Im Gleichgewichtsorgan sind die Haarfortsätze mit einer Art Gallertschicht überzogen, auf die kleine Kristalle von [[Calciumcarbonat]] aufgelagert sind, welche die Auswirkung von Bewegungen verstärken. Von der Gehörschnecke geht der [[Hörnerv]] gemeinsam mit den Nervenbündeln des Gleichgewichtsorganes als [[Nervus vestibulocochlearis]] in Richtung [[Gehirn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gehör ===&lt;br /&gt;
Die Wahrnehmung von akustischen Signalen wird wesentlich davon mitbestimmt, wie Schallschwingungen auf ihrem Weg vom Außenohr über das Mittelohr hin zu den Nervenzellen des Innenohrs jeweils umgeformt und verarbeitet werden. Das menschliche Gehör kann akustische Ereignisse nur innerhalb eines bestimmten Frequenz- und [[Schalldruckpegel]]bereichs wahrnehmen. Zwischen der [[Hörschwelle]] und der [[Schmerzschwelle]] liegt die [[Hörfläche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der leiseste wahrnehmbare [[Schalldruck]] bei normalhörenden Menschen ist bei einem Ton von 2.000 Hz etwa 20 Mikro-[[Pascal (Einheit)|Pascal]] (20 µPa = 2·10&amp;lt;sup&amp;gt;−5&amp;lt;/sup&amp;gt; Pa), das entspricht &amp;#039;&amp;#039;L&amp;lt;sub&amp;gt;p&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039; = 0 dB&amp;lt;sub&amp;gt;SPL&amp;lt;/sub&amp;gt; [[Schalldruckpegel]]. Diese [[Schallwechseldruck|Schalldruckveränderungen]] &amp;#039;&amp;#039;Δ p&amp;#039;&amp;#039; werden über das Trommelfell und die Mittelohrknöchelchen ins Innenohr übertragen, und im Ohr-Gehirnsystem entsteht dann der Höreindruck. Weil das Trommelfell als [[Sensor]] mit dem Ohrsystem die Eigenschaften eines [[Druckempfänger|Schalldruckempfängers]] hat, beschreibt der Schalldruckpegel als [[Schallfeldgröße]] die Stärke des Höreindrucks am besten. Die [[Schallintensität]] &amp;#039;&amp;#039;J&amp;#039;&amp;#039; in W/m² ist als [[Schallenergiegröße]] hingegen nicht geeignet, den Höreindruck zu beschreiben; aufgrund der komplexen Impedanz des Außen- und Mittelohres bei gleichem Schalldruckpegel. Gleiches gilt sinngemäß für die [[Schallschnelle]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das menschliche Gehör vermag bereits eine äußerst geringe [[Schallleistung]] aufzunehmen. Der leiseste wahrnehmbare Schall erzeugt eine Leistung von weniger als 10&amp;lt;sup&amp;gt;−17&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;amp;nbsp;W im Innenohr. Innerhalb einer zehntel Sekunde, die das Ohr braucht, um dieses Signal in Nervenimpulse umzusetzen, wird durch eine [[Energie]] von etwa 10&amp;lt;sup&amp;gt;−18&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;amp;nbsp;Joule schon ein Sinneseindruck erzeugt. Daran wird deutlich, wie empfindlich dieses Sinnesorgan eigentlich ist.&amp;lt;!-- die Zehntelsekunde *an der Hörgrenze* müsste belegt werden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Schmerzgrenze]] liegt bei über 130 dB&amp;lt;sub&amp;gt;SPL&amp;lt;/sub&amp;gt;, das ist mehr als der dreimillionenfache Schalldruck des kleinsten hörbaren (63,246:0,00002 = 3.162.300). Vor allem das Innenohr und hier die Haarzellen und deren Stereozilien, nehmen bei hohem Schalldruck Schaden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim [[Lokalisation (Akustik)|Richtungshören]] und bei der Kopfhörer-Stereofonie spielen [[Laufzeitdifferenz|Laufzeitunterschiede]] und [[Pegeldifferenz|Pegelunterschiede]] [[Interaural|zwischen beiden Ohren]] und somit auch der individuelle [[Ohrabstand]] eine gewisse Rolle, sowie [[Spektraldifferenz|spektrale]] Eigenschaften der [[Ohrsignal]]e.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Techniken zur Untersuchung der Hörfähigkeit werden unter dem Begriff [[Audiometrie]] zusammengefasst. Ein Ergebnis eines Hörtests, der das Hörvermögen bei verschiedenen Frequenzen untersucht, nennt sich [[Audiogramm]]. Aus diesem lässt sich meistens die [[Hörschwelle]] ablesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerhalb des eigentlichen Ohres liegen jedoch die Nervenbahnen, die zum [[Hörzentrum]] des Hirns führen, sowie das Hörzentrum selbst. Sind diese beeinträchtigt, so kann auch bei einem funktionsfähigen Ohr die Schallwahrnehmung beeinträchtigt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg des Schalls: Ohrmuschel → Gehörgang → Trommelfell → Gehörknöchelchen → Hörschnecke → Hörnerv&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krankheiten ===&lt;br /&gt;
[[Datei:2022-02-19 Ear inspection.jpg|mini|Untersuchung des Ohres mit einem [[Otoskop]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das menschliche Ohr kann auf verschiedenartige Weisen erkranken, die jeweils für den betroffenen Teil des Ohres spezifisch sind.&lt;br /&gt;
* Das &amp;#039;&amp;#039;Außenohr&amp;#039;&amp;#039; ist durch seine relativ dünne Haut im Gehörgang und in der Ohrmuschel empfänglich für Infektionen mit Bakterien oder Pilzen. Diese führen zur häufig beobachteten Ohrenentzündung ([[Otitis externa]]). Durch geschwächte Abwehr und mangelhafte Behandlung kann die Infektion ([[Phlegmone]], Otitis externa diffusa, bzw. Gehörgangs[[furunkel]], Otitis externa circumscripta) auf den Knochen, der den Gehörgang umgibt, übergreifen und dessen Vereiterung (Otitis externa maligna) verursachen. Bei Befall der Ohrmuschel spricht man von einer [[Perichondritis|Ohrmuschelperichondritis]].&lt;br /&gt;
* Es gibt angeborene und erworbene [[Ohrmuschelfehlbildung]]en. Die häufigste angeborene Ohrmuschelfehlbildung sind die [[Abstehende Ohren|abstehenden Ohren]], seltener sind zweit- oder drittgradige Ohrmuschelfehlbildungen wie die [[Mikrotie]]. Erworbene Ohrmuschelfehlbildungen entstehen durch äußere Einwirkungen, wie z.&amp;amp;nbsp;B. Unfälle oder auch Tierbissverletzungen.&lt;br /&gt;
* Auch das &amp;#039;&amp;#039;Mittelohr&amp;#039;&amp;#039; kann von einer Entzündung und Vereiterung betroffen sein. Man unterscheidet die [[akute Mittelohrentzündung]] (Otitis media acuta) von der [[Chronische Mittelohrentzündung|chronischen Mittelohrentzündung]] (Otitis media chronica). Durch die Entzündung können auch die Gehörknöchelchen angegriffen und zerstört werden. Das Mittelohr kann auch durch große Schalldrücke beschädigt werden, wie sie bei Explosionen entstehen. Zusammen mit anderen hieraus entstandenen Schäden spricht man vom Explosionstrauma. Die Mittelohrentzündung kann auch Ausgangspunkt einer [[Mastoiditis]] sein (druckschmerzhafte [[Ödem|ödematöse]] Schwellung hinter dem Ohr, die rasch zu einem [[Fluktuation|fluktuierenden]] [[Periost|subperiostalen]] [[Abszess]] wird).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Häufige Erkrankungen des &amp;#039;&amp;#039;Innenohres&amp;#039;&amp;#039; treten im Zusammenhang mit dauerhafter [[Lärm]]belastung und [[Knalltrauma]]ta auf. Hierbei werden die Haarzellen geschädigt. Die Umwandlung der mechanischen Reize in Nervenimpulse ist dann nicht mehr möglich und eine [[Schwerhörigkeit]] ist die Folge. In diesem Zusammenhang tritt auch oft [[Tinnitus]] auf. Das Innenohr ist auch Ziel von [[Virusinfektion|viralen Infektionen]] wie [[Meningitis]], [[Masern]] und [[Mumps]]. Auch einige Medikamente (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Gentamicin]]) können das Innenohr schädigen. &lt;br /&gt;
:Die Ursachen des sogenannten [[Hörsturz]]es, bei dem ein plötzlicher Hörverlust, Tinnitus und Schwindel auftreten können, sind unbekannt. Ähnliche Symptome können auch infolge einer [[Bogengangsdehiszenz]] (ein Knochendefekt im Innenohr) auftreten.&lt;br /&gt;
* Die Infektionskrankheit [[Mumps]] befällt insbesondere auch die [[Ohrspeicheldrüse]] (sie liegt etwas unter dem Ohr in der Nähe des [[Kiefergelenk]]s).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Diagnostik von Erkrankungen des Ohres, dessen pathologische Anatomie [[Joseph Toynbee]] um 1845 wissenschaftlich&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 40.&amp;lt;/ref&amp;gt; darstellte, stehen, insbesondere der [[Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde]], neben den allgemein üblichen Methoden der Medizin wie [[Röntgen]]untersuchungen, serologischen und visuellen Untersuchungen auch [[Audiometrie|Hörtests]] zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ohrabdruck ==&lt;br /&gt;
Der Abdruck der Ohren kann zur [[Identitätsfeststellung|Identifizierung]] einer Person dienen. Dabei hat der Ohrabdruck einen ähnlich hohen Beweiswert wie ein [[Fingerabdruck]]. Die [[Kriminalistik]] kann auf Basis der hinterlassenen Ohrabdrücke, z.&amp;amp;nbsp;B. beim Lauschen an Fenstern oder Haustüren, durchaus [[Straftäter]] überführen. Vorteil gegenüber dem Fingerabdruck ist, dass ein Ohrabdruck meist nicht zufällig entsteht. Fingerabdrücke sind meist von vielen Personen am Tatort zu finden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,830468,00.html &amp;#039;&amp;#039;Einbrecher mittels Ohrabdrücken überführt&amp;#039;&amp;#039;.] [[Spiegel Online]]; abgerufen am 30. April 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das menschliche Außenohr wächst nach der [[Adoleszenz]] langsam weiter, mit durchschnittlich etwa 0,2&amp;amp;nbsp;mm pro Jahr.&amp;lt;ref&amp;gt;Fabrizio Schonauer, Stefano De Luca, Sergio Razzano und Guido Molea: &amp;#039;&amp;#039;Do the ears grow with age?&amp;#039;&amp;#039; European Archives of Oto-Rhino-Laryngology 269, 2012, [[doi:10.1007/s00405-012-1957-z]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Gerhard Heldmeier, Gerhard Neuweiler |Titel=Vergleichende Tierphysiologie |Band=Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Neuro- und Sinnesphysiologie&amp;#039;&amp;#039; |Verlag=Springer |Ort=Berlin / Heidelberg / New York |Datum=2003 |ISBN=3-540-44283-9}}&lt;br /&gt;
* [[Andreas Mettenleiter]]: &amp;#039;&amp;#039;Vor 150 Jahren wurde in Würzburg das Gehörorgan entdeckt.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Blick.&amp;#039;&amp;#039; 2000, Nr. 1,S. 120–121.&lt;br /&gt;
* John R. Pierce: &amp;#039;&amp;#039;Klang. Musik mit den Ohren der Physik.&amp;#039;&amp;#039; Spektrum akademischer Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-8274-0544-0.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Uwe Gille |Hrsg=F.-V. Salomon, H. Geyer, Uwe Gille |Titel=Ohr, Auris |Sammelwerk=Anatomie für die Tiermedizin |Auflage=2. erw. |Verlag=Enke |Ort=Stuttgart |Datum=2008 |ISBN=978-3-8304-1075-1 |Seiten=612–621}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Werner Müller, Stephan Frings |Titel=Tier- und Humanphysiologie. Eine Einführung |Auflage=4 |Verlag=Springer |Ort=Heidelberg / Berlin / |Datum=2009 |ISBN=978-3-642-00462-9}}&lt;br /&gt;
* Christian von Deuster: &amp;#039;&amp;#039;Ohrenkrankheiten.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner E. Gerabek]], Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]], Wolfgang Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1066 f.&lt;br /&gt;
* Marianne Abele-Horn: &amp;#039;&amp;#039;Antimikrobielle Therapie. Entscheidungshilfen zur Behandlung und Prophylaxe von Infektionskrankheiten.&amp;#039;&amp;#039; Unter Mitarbeit von Werner Heinz, Hartwig Klinker, Johann Schurz und August Stich, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Peter Wiehl, Marburg 2009, ISBN 978-3-927219-14-4, S. 103–105 (&amp;#039;&amp;#039;Infektionen der Ohren&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentation ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das Wunder des Hörens.&amp;#039;&amp;#039; Regie: Ralph Loop, Produktion: Irene Höfer, ZDF, Deutschland, 53 Minuten, 2019&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Ears|Ohr}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4133604-5}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.dasp.uni-wuppertal.de/ars_auditus/physiologie/inhaltphysio.htm |text=&amp;#039;&amp;#039;Bebilderte Ausführungen um die Physiologie des Ohrs&amp;#039;&amp;#039;. |wayback=20130517135100}} uni-wuppertal.de&lt;br /&gt;
* &amp;lt;!-- Autor: --&amp;gt; [http://edoc.hu-berlin.de/habilitationen/klingebiel-randolf-2002-10-01/HTML/front.html Evaluation neuer radiologischer Bildgebungstechniken in der otologischen Diagnostik.] (Habilitationsschrift mit Bildern).&lt;br /&gt;
* [http://www.hoerkomm.de/wie-funktioniert-hoeren.html Wie funktioniert Hören?] – Infothek des Projekts hörkomm.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4133604-5|LCCN=sh85040383|NDL=00567653}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ohr| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anatomie des Ohrs| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hören]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Körperöffnung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;DeOxRiNuId</name></author>
	</entry>
</feed>