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	<title>Norddeutschland - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<title>~2025-26995-02: /* Sprach- und Dialektgebiet, kulturelle Verbundenheiten */</title>
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		<updated>2025-09-28T12:54:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Sprach- und Dialektgebiet, kulturelle Verbundenheiten&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Norddeutschland&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden heute die nördlichen Teile der [[Deutschland|Bundesrepublik Deutschland]] bezeichnet. Bis 1945 zählten auch die nordöstlichen, [[Preußen|preußischen]] Gebiete des [[Deutsches Reich|Deutschen Reichs]] dazu. Das Gebiet ist geographisch nicht exakt definiert. Oft ist das [[Norddeutsches Tiefland|Norddeutsche Tiefland]] gemeint, in dem früher allgemein die [[niederdeutsche Sprache]] („Plattdeutsch“) gesprochen wurde, die in ländlichen Regionen bis heute verbreitet ist. Zur norddeutschen Identität gehören außerdem die Nähe zum Meer ([[Nordsee|Nord-]] und [[Ostsee]]) und, historisch damit verbunden, die [[Hanse]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben [[Schleswig-Holstein]], [[Hamburg]], [[Mecklenburg-Vorpommern]], [[Niedersachsen]] und [[Bremen]] werden gelegentlich auch [[Westfalen]] (in [[Nordrhein-Westfalen]]), die [[Altmark]] und der [[Elbe]]-[[Havel]]-Winkel in [[Sachsen-Anhalt]] sowie das nördliche [[Brandenburg]] mit der [[Prignitz]], der [[Uckermark]] und dem [[Barnim]] zu Norddeutschland gezählt. Unterteilt wird Norddeutschland oft in die Gebiete [[Nordwestdeutschland]] und [[Nordostdeutschland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Mittelalter und frühe Neuzeit ===&lt;br /&gt;
Im [[Ostfrankenreich]] bestand das heutige Norddeutschland bis ins 10. Jahrhundert im Wesentlichen aus dem [[Stammesherzogtum Sachsen]] und dem Sprachgebiet des [[Sachsen (Volk)|gleichnamigen Volks]]. Dieses Sprachgebiet dehnte sich im Zuge der [[Deutsche Ostsiedlung|deutschen Ostsiedlung]] auf hinzugewonnene, südlich der Ostsee gelegene Territorien des Reichs aus, zerfiel aber bis ins Spätmittelalter in zahlreiche Herzogtümer, Grafschaften, Bistümer und freie Städte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine exakte, beispielsweise administrative Abgrenzung von Norddeutschland zu Mittel- und Süddeutschland gab es nie. Am ehesten bietet sich die Verbreitung der Niederdeutschen Sprache als [[Distinktion (Soziologie)|Distinktionsmerkmal]] an. Darüber hinaus aber waren den norddeutschen Territorien schon in Mittelalter und [[Frühe Neuzeit|früher Neuzeit]] bestimmte politische Charakteristika gemeinsam. So erklärt sich aus der Nähe zum Meer, dass die weitaus meisten [[Hanse]]städte in Norddeutschland lagen. Außerhalb der Region hatte der [[Städtebund]] nur wenige Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kommt ab dem Spätmittelalter eine gewisse Reichsferne der norddeutschen Territorien. Der Einfluss der [[Römisch-deutscher Kaiser|römisch-deutschen Kaiser]], deren [[Hausmacht]] sich spätestens seit dem 15. Jahrhundert auf die [[Haus Habsburg|habsburgischen]] Gebiete Süddeutschlands konzentrierte, war im Norden sehr gering, und nahm weiter ab, als sich nach 1517 die meisten norddeutschen [[Reichsstand|Reichsstände]] der [[Reformation]] anschlossen. Unterbrochen wurde diese Entwicklung nur während einer kurzen Phase des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Kriegs]] als kaiserliche Truppen bis an Nord- und Ostsee vordrangen. Seit dem 18. Jahrhundert entwickelte sich mit Preußen eine norddeutsche, [[Protestantismus|protestantische]] Großmacht, die zunehmend in Konkurrenz zum süddeutschen Machtbereich der katholischen Kaiser trat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutscher Bund ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Deutscher Bund.svg|mini|Der Deutsche Bund von 1815 bis 1866 war ein loser Staatenbund, dessen Umwandlung in einen [[Deutsches Reich 1848/1849|Deutsches Reich]] genannten Bundesstaat 1848/1849 scheiterte.]]&lt;br /&gt;
Im Deutschen Bund (ab 1815) gab es eine gewisse Unterscheidung in Norddeutschland und [[Süddeutschland]] dadurch, dass der Norden von Preußen dominiert und beeinflusst wurde. Dem standen die Staaten in Süddeutschland, vor allem die [[Königreich Bayern|Königreiche Bayern]] und [[Königreich Württemberg|Württemberg]] sowie das [[Großherzogtum Baden]], und schließlich auch das [[Kaisertum Österreich]] gegenüber. Es ist damals aber nicht scharf voneinander abgegrenzt worden, welche Gebiete als „norddeutsch“ und welche als „mitteldeutsch“ galten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eindeutig norddeutsch waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der größte Teil des [[Königreich Preußen|Königreichs Preußen]], vor allem die Provinzen Preußen (Ost- und Westpreußen), Pommern, Brandenburg und teilweise Westfalen, nicht dagegen die Rheinprovinz und Schlesien&lt;br /&gt;
* das [[Königreich Hannover]]&lt;br /&gt;
* das [[Großherzogtum Oldenburg]]&lt;br /&gt;
* das [[Herzogtum Holstein]] und das [[Herzogtum Sachsen-Lauenburg|Herzogtum Lauenburg]]&lt;br /&gt;
* die beiden Herzogtümer [[Mecklenburg]] ([[Mecklenburg-Schwerin]] und [[Mecklenburg-Strelitz]]) und das [[Herzogtum Braunschweig]]&lt;br /&gt;
* die Fürstentümer [[Lippe (Land)|Lippe-Detmold]] und [[Schaumburg-Lippe|Lippe-Schaumburg]]&lt;br /&gt;
* die drei [[Hansestadt#Lübeck, Bremen und Hamburg|Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck]] als eigenständige Städte im Deutschen Bund&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herzogtümer Holstein und Lauenburg waren Mitglieder im Deutschen Bund, das [[Herzogtum Schleswig]], dessen [[Nordschleswig|Nordhälfte]] sprachlich und kulturell dänisch geprägt war, hingegen nicht. Alle drei [[Elbherzogtümer]] hatten den dänischen König in [[Personalunion]] zum Herzog und gehörten zum [[Dänischer Gesamtstaat|Dänischen Gesamtstaat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Deutsche Herbstkrise 1850 Karte.svg|mini|Die Erfurter Union, hier in gelb, wäre im Wesentlichen ein norddeutscher Bundesstaat geworden.]]&lt;br /&gt;
In den Jahren 1848 bis 1851 war die alte Ordnung des Deutschen Bundes gestört. Eine [[Provisorische Zentralgewalt|gesamtdeutsche Reichsregierung]] ersetzte den alten Bundestag. Die [[Paulskirchenverfassung|Verfassung des Deutschen Reiches]] vom März 1849 wurde [[Note der Achtundzwanzig|von 28 Staaten]] in Nord- und Mitteldeutschland sowie von Baden und schließlich auch Württemberg anerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preußen bzw. der preußische König hingegen lehnte die Reichsverfassung ab. Der König unternahm einen eigenen Versuch, Deutschland zu einigen. Seine „[[Erfurter Union]]“ jedoch konnte nur zeitweise die Unterstützung von [[Königreich Hannover|Hannover]] und [[Königreich Sachsen|Sachsen]] erringen. Beim Zusammentritt des [[Erfurter Unionsparlament|Unionsparlaments]] im März 1850 hatten beide Königreiche sich bereits losgesagt. Im Parlament waren nur noch Preußen, Baden und die Kleinstaaten in Nord- und Mitteldeutschland vertreten. Ende 1850 musste Preußen die Union aufgeben, nachdem es von Österreich in der [[Herbstkrise 1850|Herbstkrise]] unter Druck gesetzt worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in den nachfolgenden [[Reform des Deutschen Bundes|Debatten über eine Bundesreform]] kam der Gedanke immer wieder auf, Deutschland in Norden und Süden aufzuteilen. Beispielsweise nach dem [[Sardinischer Krieg|Italienischen Krieg]] 1859 schlug Preußen vor, das [[Bundesheer (Deutscher Bund)|Bundesheer]] im Norden dem preußischen König zu unterstellen, anstatt jeweils im Kriegsfall einen [[Bundesfeldherr]]n zu ernennen. Österreich und die Mittelstaaten lehnten eine solche Teilung des Heeres ab, da sie eine allgemeine Teilung des Deutschen Bundes vorbereitet hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Norddeutscher Bund ab 1867 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:NB 1866-1871.99.svg|mini|Norddeutscher Bund ab 1867. Durch den Beitritt der süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg, Baden und des südlichen Hessen-Darmstadt entstand 1871 das Deutsche Reich.]]&lt;br /&gt;
Das Jahr 1866 bedeutete für die Geschichte Deutschlands einen scharfen Einschnitt: Nach dem [[Deutscher Krieg|Deutschen Krieg]] wurde der [[Auflösung des Deutschen Bundes|Deutsche Bund aufgelöst]]. Im Prager Frieden wurde vereinbart, dass Preußen einen Bundesstaat nördlich des [[Main]]s gründen darf. Daher stammt die [[Mainlinie (Politik)|Mainlinie]], die manchmal als Grenze zwischen Norddeutschland und dem Rest Deutschlands bzw. als Nordgrenze Süddeutschlands angesehen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Bundesstaat erhielt am 1. Juli 1867 seine Verfassung und darin den Namen Norddeutscher Bund. Er hatte 22 nord- und mitteldeutsche Gliedstaaten nördlich der Mainlinie sowie das preußische Gebiet Hohenzollern im heutigen Baden-Württemberg. Die Staatsangehörigen der Gliedstaaten wurden zu den Staatsangehörigen des Bundesstaates, den „Norddeutschen“, wie sie in der Verfassung hießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung des gemeinsamen Bundesstaates ===&lt;br /&gt;
Der Bundesstaat hat im Laufe der Zeiten neue Verfassungen und Namen erhalten: ab 1871 Deutsches Reich und ab 1949 Bundesrepublik Deutschland. Es ist dennoch derselbe Staat. In Bezug auf Norddeutschland hat es seitdem bedeutende Gebietsveränderungen gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nach dem Ersten Weltkrieg verlor Deutschland den [[Nordschleswig|Norden der preußischen Provinz Schleswig-Holstein]] an Dänemark. Im Nordosten verlor Deutschland mehrere Gebiete an Polen und Litauen, Danzig wurde ein eigener Staat.&lt;br /&gt;
* Deutschland verlor die [[Ostgebiete des Deutschen Reiches|Ostgebiete jenseits der Oder-Neiße-Linie]] de facto nach dem Zweiten Weltkrieg, de jure spätestens mit dem 2+4-Vertrag im Jahre 1990. Bis dahin wurden in den alten Bundesländern bisweilen (z.&amp;amp;nbsp;B. in Schulbüchern oder auf Schulwandlandkarten) [[Ostpreußen]] und [[Hinterpommern]] und Teile [[Westpreußen]]s noch als Teil Norddeutschlands bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb des deutschen Staates bedeutete das Ende des Ersten Weltkriegs durch das damit verbundene Abdanken der Fürsten einen Einschnitt. Die Gebietsveränderungen in Norddeutschland waren eher geringfügig. So legte im Jahr 1937 das nationalsozialistische Regime mit dem [[Groß-Hamburg-Gesetz]] vor allem in Norddeutschland einige Gebiete zusammen. Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich dann der Zuschnitt der Gliedstaaten: Preußen wurde aufgelöst, so dass auf seinem ehemaligen Gebiet heutige Bundesländer wie zum Beispiel Schleswig-Holstein und Niedersachsen entstanden. Teils wurden diese Bundesländer durch das Zusammenlegen von Gliedstaaten gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Gebiet der [[DDR]] lagen von 1949 bis 1990 die heutigen norddeutschen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Von 1952 bis 1990 gab es anstelle dieser Länder allerdings [[Bezirk (DDR)|Bezirke]], nämlich die Bezirke [[Bezirk Rostock|Rostock]], [[Bezirk Schwerin|Schwerin]], [[Bezirk Neubrandenburg|Neubrandenburg]], [[Bezirk Magdeburg|Magdeburg]], [[Bezirk Potsdam|Potsdam]] und [[Bezirk Frankfurt (Oder)|Frankfurt (Oder)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprach- und Dialektgebiet, kulturelle Verbundenheiten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Benrather und Speyerer Linie.png|miniatur|hochkant=1.8|Die [[Benrather Linie]] markiert die südliche Grenze des niederdeutschen Sprachraumes]]&lt;br /&gt;
Historisch und traditionell wurde in Norddeutschland nördlich der [[Benrather Linie]] und der [[Uerdinger Linie]] die [[niederdeutsche Sprache]] gesprochen, die vor allem in ländlichen Regionen noch immer verbreitet ist. Etwa 15 % der Bevölkerung Norddeutschlands beherrscht die Sprache auf muttersprachlichem Niveau (nach eigener Aussage). Unter 20-Jährigen geben nur noch 0,8 % an, Niederdeutsch auf dieser Ebene sprechen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Astrid Adler et al.: {{Webarchiv |url=http://www.ins-bremen.de/fileadmin/ins-bremen/user_upload/umfrage2016/broschuere-umfrage.pdf |wayback=20180313031748 |text=&amp;#039;&amp;#039;Status und Gebrauch des Niederdeutschen 2016, Erste Ergebnisse einer repräsentativen Erhebung&amp;#039;&amp;#039;}}, S.&amp;amp;nbsp;15, in: &amp;#039;&amp;#039;[[Institut für Deutsche Sprache]]&amp;#039;&amp;#039;, 2016, abgerufen am 9. Mai 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Regional wird dem Gebrauch des Niederdeutschen durch die Verwendung zweisprachiger Ortsschilder Rechnung getragen. Das Niederdeutsche hat auch einen gewissen Schutz- und Förderstatus über die [[Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen|Europäische Sprachencharta]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im Mittelalter haben sich Schreibkundige im Norden verstärkt nach dem Süden hin orientiert. Um das Jahr 1500 gingen viele von ihnen wegen der [[Lutherbibel]] auf diejenige Sprachform über, die sich schließlich zur deutschen Standardsprache entwickelte. Das war zunächst vor allem ein Wechsel beim Schreiben. Später sprachen die Eliten in den Städten das Standarddeutsche auch.&lt;br /&gt;
Die breite Bevölkerung folgte erst in der Zeit der preußischen Schulpolitik im 19. Jahrhundert, durch die sie das Schreiben in der Standardsprache lernte. Wichtige Faktoren um 1900 waren Wanderungsbewegungen durch die Industrialisierung sowie später die Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]]. Auch Radio und Fernsehen trugen dazu bei, dass immer weniger Norddeutsche im Alltag einen niederdeutschen Dialekt sprachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen im Norden sprechen heute meist Standarddeutsch oder Dialekte des Standarddeutschen. Niederdeutsche Dialekte verwenden daneben eher ältere Menschen, die im ländlichen Raum leben. Auch diese niederdeutschen Dialekte sind stark vom Standarddeutschen beeinflusst. [[Datei:Ortseingangsschild Weesterlön.JPG|mini|Zweisprachiges Ortseingangsschild in Westerland (deutsch-nordfriesisch)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heute deutschen Teil [[Herzogtum Schleswig|Schleswigs]] wird daneben auch noch [[Dänische Sprache|Dänisch]] und insbesondere im schleswigschen [[Nordfriesland]] noch [[Nordfriesische Sprache|Nordfriesisch]] gesprochen. Auch hier finden sich häufig zweisprachige Ortsschilder. Sprachlich, historisch und kulturell bestehen enge Kontakte mit den [[Niederlande]]n, [[Dänemark]] und weiteren – meist protestantisch geprägten – Anliegern der [[Nordsee|Nord-]] und [[Ostsee]], wie [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]], dem übrigen [[Skandinavien]] und dem [[Baltikum]]. Im deutschen Sprachgebrauch, beispielsweise des [[Norddeutscher Rundfunk|Norddeutschen Rundfunks]], wird Norddeutschland gelegentlich als Teil [[Nordeuropa]]s betrachtet, während die Zugehörigkeit des übrigen Teils Deutschlands zu [[Mitteleuropa]] weniger in Frage gestellt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ndr.de/ratgeber/reise/mecklenburg/Schloss-Guestrow-Renaissance-in-Mecklenburg-,schlossguestrow113.html Güstrow wird im Artikel des NDR als „Teil Nordeuropas“ bezeichnet], www.ndr.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ndr.de/ratgeber/reise/mecklenburg/ Die Festung Dömitz wird im Artikel des NDR als „Festung in Nordeuropa“ bezeichnet], www.ndr.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Norddeutsches Tiefland ==&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Norddeutschland&amp;#039;&amp;#039; beschrieb ursprünglich das gesamte [[Norddeutsches Tiefland|Norddeutsche Tiefland]], auch in den Niederlanden bis ins Baltikum. Gemeint sind damit die [[Geest]]- und [[Marsch (Schwemmland)|Marschgebiete]] entlang der [[Küste]]n von [[Nordsee|Nord-]] und [[Ostsee]], das Hügelland des [[Baltischer Landrücken|Baltischen Landrückens]], die [[Grundmoräne]]n, [[Endmoräne]]n, [[Sander]] und [[Urstromtal|Urstromtäler]], [[Sumpf|Bruche]] und [[Luch (Landform)|Luche]], die ihre jetzige Ausformung durch die [[Weichsel-Eiszeit]] erhielten. Dies steht landschaftlich im Gegensatz zu den [[Mittelgebirge]]n Deutschlands, von denen allerdings [[Harz (Mittelgebirge)|Harz]], [[Solling]] und [[Teutoburger Wald]] gelegentlich zu Norddeutschland gerechnet werden, da auch dort überwiegend niederdeutsche Dialekte verbreitet waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mittelgebirge erschwerten die Kontakte zwischen den Siedlungen und einten den Kulturraum im Norden in Abgrenzung zum Süden; eine der südlichsten West-Ost-Verbindungen nördlich der Mittelgebirge wurde zu einer wichtigen Handelsroute, dem [[Westfälischer Hellweg|Hellweg]], an dem heute die [[Bundesstraße 1|B1]] und teilweise die [[Bundesautobahn 2|A2]] verläuft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Ansätze ==&lt;br /&gt;
=== Länder an der Küste ===&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Nordstaat}}&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;norddeutsche Länder&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;norddeutsche Küstenländer&amp;#039;&amp;#039; gelten diejenigen [[Land (Deutschland)|Länder]], die an der [[Küste]] der [[Nordsee]] und/oder der [[Ostsee]] liegen bzw. über einen [[Seehafen]] verfügen. Diese Definition trifft zu auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Freie Hansestadt Bremen|Bremen]]&lt;br /&gt;
* [[Hamburg]]&lt;br /&gt;
* [[Mecklenburg-Vorpommern]]&lt;br /&gt;
* [[Niedersachsen]]&lt;br /&gt;
* [[Schleswig-Holstein]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Niedersachsen als Übergangsbereich ===&lt;br /&gt;
Niedersachsen besitzt verschiedene Regionen, die häufig als untypisch für Norddeutschland angesehen werden. So wurde im [[Oberharz]] oder im Raum [[Bad Sachsa]] historisch nicht Niederdeutsch gesprochen. Das [[Emsland]], das [[Oldenburger Münsterland]], das [[Unteres Eichsfeld|Untereichsfeld]] und einige kleinere Regionen sind traditionell vom römischen [[Katholizismus]] geprägt, im Gegensatz zum evangelisch-lutherisch oder reformiert geprägten übrigen Norddeutschland. [[Südniedersachsen]] befindet sich nicht im Norddeutschen Tiefland, sondern im Mittelgebirge und wird daher auch häufig eher als Übergangsbereich zu [[Mitteldeutschland]] angesehen. Hinzu kommt, dass nach dem Zweiten Weltkrieg viele Flüchtlinge aus Regionen, in denen [[mitteldeutsche Dialekte]] gesprochen wurden und die nicht selten römisch-katholisch geprägt waren, nach Niedersachsen kamen. Hinzu kamen seit 1945 viele Menschen aus ostmitteldeutschsprachigen Regionen der ehemaligen DDR, die in den folgenden Jahrzehnten in Niedersachsen, wo sich auch die wichtige Übergangsstelle Helmstedt und das Durchgangslager Friedland befanden, ansässig wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geographisch ===&lt;br /&gt;
Aus geographischer Sicht können zudem die Bundesländer oder Teile davon als Norddeutschland bezeichnet werden, die auf dem Gebiet der [[Norddeutsches Tiefland|Norddeutschen Tiefebene]], auch Norddeutsches Tiefland, liegen. Dies gerade vor dem Hintergrund, dass beispielsweise Teile der Altmark in Sachsen-Anhalt, wie die [[Salzwedel|Hansestadt Salzwedel]] und der [[Luftkurort]] [[Arendsee (Altmark)|Arendsee]], geographisch nördlicher liegen als die niedersächsischen Städte Hannover, Wolfsburg, Braunschweig und Meppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierbei ist allerdings beachtlich, dass die Tiefebene nach Osten hin immer weiter nach Süden reicht, so dass nach dieser Definition auch Leipzig in Sachsen zu Norddeutschland zählen würde. Demnach wären folgende Länder oder Teile davon zusätzlich auch zu Norddeutschland zu zählenː&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Teile von [[Nordrhein-Westfalen]] ([[Münsterland]], [[Mindener Land]])&lt;br /&gt;
* [[Sachsen-Anhalt]] ([[Altmarkkreis Salzwedel]], [[Landkreis Stendal]])&lt;br /&gt;
* [[Brandenburg]]&lt;br /&gt;
* [[Berlin]]&lt;br /&gt;
* [[Sachsen]] (nördlicher Teil, z.&amp;amp;nbsp;B. um Leipzig)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;#039;&amp;#039;Die Hanse&amp;#039;&amp;#039; ===&lt;br /&gt;
Als weiterer Ansatz kann das Verbreitungsgebiet im Handelsverbund der [[Hanse]] herangezogen werden, in der auf deutscher Seite hauptsächlich norddeutsche Städte vertreten waren. Auch heute sind die deutschen [[Hansestadt|Hansestädte]] vornehmlich im norddeutschen Tiefland zu finden. Ähnlich, wie bei der geographischen Einordnung, reicht das Verbreitungsgebiet in etwa von den Küsten bis zum Harz, Teile des Nordwestens und Nordostens in den Grenzen der Bundesrepublik inbegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Weißwurstäquator]]&lt;br /&gt;
* [[Süddeutschland]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [http://www.christoph-weinert.regieverband.de Christoph Weinert] u. Ingo Helm: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte Norddeutschlands.&amp;#039;&amp;#039; Hoffmann &amp;amp; Campe, Hamburg 2005, 352&amp;amp;nbsp;S. m. zahlr. Abb.; ISBN 3-455-09520-8; Buch zur NDR-Fernsehreihe&lt;br /&gt;
* [AutorInnenkollektiv]: &amp;#039;&amp;#039;DreiStromLand. Ems – Weser – Elbe. Die große EWE-Medienkassette über das Land zwischen den drei Strömen: alle Städte, Samtgemeinden und Gemeinden in Wort, Bild, Karten und Film.&amp;#039;&amp;#039; Bremen 2005; darin:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das große EWE-Handbuch der Städte, Samtgemeinden und Gemeinden zwischen Ems, Weser und Elbe.&amp;#039;&amp;#039; Band 1–3, 376+344+240&amp;amp;nbsp;S. m. zahlr. Abb.&lt;br /&gt;
* Margot Böse, Jürgen Ehlers, Frank Lehmkuhl: &amp;#039;&amp;#039;Deutschlands Norden – vom Erdaltertum zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2018, ISBN 978-3-662-55372-5.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Titel=Norddeutscher Sprachatlas |Autor=[[Michael Elmentaler]], Peter Rosenberg |Verlag=Olms |Ort=Hildesheim |Kommentar=2015–2022 |Umfang=2 Bände}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Filme ==&lt;br /&gt;
* Christoph Weinert und Ingo Helm: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte Norddeutschlands.&amp;#039;&amp;#039; Szenische Dokumentation von historischen Ereignissen im Bereich des NDR-Sendegebietes in 6 Episoden. Deutschland 2005, 6 × 45 min. Produziert von ecomedia, Hamburg. Erstausstrahlung Dezember 2005 im NDR. 2 × DVD, Gesamtspieldauer 270 min.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;DreiStromLand. Die große EWE-Filmchronik über das Land zwischen Ems, Weser und Elbe in Geschichte und Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; DVD 1: Wie es einmal war, 120 Min. Spieldauer; DVD 2: Wie es heute ist, Spieldauer 150 Min.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4075454-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Regionen Deutschlands}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4075454-6|VIAF=248978203}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Region in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Region in Deutschland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Norddeutschland| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2025-26995-02</name></author>
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