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	<title>Nikolaiviertel - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Nikolaiviertel&amp;diff=10786&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Krd: /* Brunnen und Denkmäler */ Gerhard Thieme kann nicht in seinem Geburtsjahr diesen Entwurf gemacht haben.</title>
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		<updated>2025-09-13T07:40:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Brunnen und Denkmäler: &lt;/span&gt; Gerhard Thieme kann nicht in seinem Geburtsjahr diesen Entwurf gemacht haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:View Berlin TV Tower Jan2015 img4.jpg|mini|hochkant=1.5|Luftbild des Nikolaiviertels]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nikolaiviertel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; im [[Berlin]]er Ortsteil [[Berlin-Mitte|Mitte]] ist das älteste Siedlungsgebiet der Hauptstadt. Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] fast vollständig zerstört, wurde es 1980–1987 im Auftrag des [[Magistrat von Berlin#DDR|Magistrats]] von [[Ost-Berlin]] anlässlich der [[750 Jahre Berlin|750-Jahr-Feier]] der Stadt unter der Leitung des Architekten [[Günter Stahn]] wiederaufgebaut. Rund um die rekonstruierte [[Nikolaikirche (Berlin)|Nikolaikirche]] entstand auf annähernd [[Mittelalter |mittelalterlichem]] Grundriss ein [[Bauensemble]] aus fiktiv arrangierten [[Bürgerhaus|Bürgerhäusern]] in traditioneller Bauweise sowie Ortbetonbauten mit Vorhangfassaden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.berlin.de/landesdenkmalamt/denkmale/liste-karte-datenbank/denkmaldatenbank/daobj.php?obj_dok_nr=09011266 &amp;#039;&amp;#039;Nikolaiviertel&amp;#039;&amp;#039; in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Baudenkmal]] gehört heute zu den Sehenswürdigkeiten Berlins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
{{Linkbox Historische Stadtviertel in Berliner Stadtkern}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Nikolaiviertel ist eines von ehemals vier Vierteln im [[Berliner Bezirke#Kommunale Gliederung im 19. Jahrhundert|historischen Stadtteil]] [[Alt-Berlin]], der zum heutigen Ortsteil Mitte gehört. Von etwa 1870 bis 1884 gehörte laut Adressbuch das Karree zum Polizeirevier 21, und zum Rathaus-, Stralauerstraßen- und Nikolaikirchhofbezirk.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Berliner Adressbuch|1870|1399|1.– der Stadt-Bezirke … |Teil=Teil 5 |Seite=72}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der von der [[Nikolaikirche (Berlin)|Nikolaikirche]] abgeleitete Name existiert seit mindestens 1727&amp;lt;ref&amp;gt;C. E. Geppert: &amp;#039;&amp;#039;Chronik von Berlin von Entstehung der Stadt bis heute&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1840, S. 483; {{archive.org |bub_gb_Bd0AAAAAcAAJ |Blatt=483}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; und wird seit dem Wiederaufbau 1987 wieder verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stadtplanerisch gehört das Viertel ([[Lebensweltlich orientierte Räume]]) zum Prognoseraum „Zentrum 01“, das für die Statistik mit 01011303 bezeichnet wird: Bezirksregion 13 (Alexanderplatz) und darin Planungsraum 3 (Alexanderplatzviertel).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://sozialraumdaten.kiezatlas.de/seiten/2014/12/?lor=01011303 Migration, Staatsangehörigkeit und Altersverteilung.] Kiezatlas.de – Das Nikolaiviertel im Südwesten umfasst 5,8 [[Hektar|ha]] der 132 ha des [https://fbinter.stadt-berlin.de/fb/index.jsp?loginkey=zoomStart&amp;amp;mapId=k5_farbe@senstadt&amp;amp;bbox=390947,5819401,393056,5820529 Planungsraums].&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Spree ist im Planungsraum eingeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Begrenzende Straßen:&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Burgstraße&amp;#039;&amp;#039;, seit 1984: (zwischen Rathausstraße und Mühlendammbrücke) als Spreeufer&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Königstraße&amp;#039;&amp;#039;, seit 1951: Rathausstraße&lt;br /&gt;
** [[Spandauer Straße]]&lt;br /&gt;
** [[Molkenmarkt]]&lt;br /&gt;
** [[Mühlendamm (Berlin)|Mühlendamm]]&lt;br /&gt;
* Die Eiergasse ist mit 16 m die kürzeste befahrbare Straße in Berlins Mitte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wbm.de/gewerbe-berlin/das-nikolaiviertel/ Das Nikolaiviertel], auf www.wbm.de, abgerufen am 6. Dezember 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Fußgängerzone]] innerhalb des Viertels:&lt;br /&gt;
** Eiergasse: im regionalen Bezugssystem (RBS) mit 47 Metern als Fußweg eingetragen&lt;br /&gt;
** Nikolaikirchplatz, dazu die &amp;#039;&amp;#039;Nicolaikirchgasse&amp;#039;&amp;#039;: im regionalen Bezugssystem (RBS) sind 60 Meter als Fußweg und 120 Meter als Platz notiert&lt;br /&gt;
** [[Poststraße (Berlin)|Poststraße]]: im regionalen Bezugssystem (RBS) sind 113 Meter als Fußweg eingetragen&lt;br /&gt;
** Propststraße, bis 1723 &amp;#039;&amp;#039;Kannegießer-Gasse&amp;#039;&amp;#039;, bis 1845 &amp;#039;&amp;#039;Probstgasse&amp;#039;&amp;#039;: Im regionalen Bezugssystem (RBS) sind 290 Meter als Fußweg und 35 Meter als Platz eingetragen&lt;br /&gt;
** Am Nussbaum, 1984 als Fußgängerzone zwischen Spandauer Straße und Propststraße geschaffen, nach dem [[Zum Nußbaum|historischen Restaurant]] benannt. Im regionalen Bezugssystem (RBS) mit 113 Metern als Fußweg eingetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Nikolaikirchgasse Berlin ca. 1885.jpg|mini|Nikolaikirchgasse, um 1880]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Nikolaiviertel, Berlin 1880.jpg|mini|Nikolaikirchhof und Eiergasse, um 1880]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kern der Gründung der beiden Orte [[Alt-Berlin|Berlin]] und [[Alt-Kölln|Kölln]] war der zwischen 1220 und 1230 gebaute [[Mühlendamm (Berlin)|Mühlendamm]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Ribbe]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichte Berlins&amp;#039;&amp;#039;. Band 1. München 1987, S. 152 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Zentrum der Siedlung Berlin am östlichen Spreeufer wurde um das Jahr 1230 die Kirche St. Nikolai fertiggestellt, eine [[Romanik|spätromanische]] [[Basilika (Bautyp)|Feldsteinbasilika]]. Wachsende Wirtschaftskraft und relativer Wohlstand erlaubten es der [[Ständeordnung|Bürgerschaft]], ihr zentrales Bauwerk, die Nikolaikirche, schon um 1264 wesentlich umzubauen. Es entstand eine [[Gotik|gotische]] [[Hallenkirche]], die auch in den folgenden Jahrhunderten immer wieder verändert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wesentliches Merkmal der Kirche und des alten Berliner Stadtzentrums blieb bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die asymmetrische mittelalterliche Fassade mit dem einen, schlanken Turm, der erst in den 1870er Jahren durch einen [[Neugotik|neogotischen]] Doppelturm ersetzt wurde. Während Berlin sich ringsherum ständig ausdehnte und neue städtische Zentren sich bildeten, veränderte sich das Nikolaiviertel kaum; hauptsächlich Handwerker wohnten und arbeiteten in den engen, winkligen Gassen. Erst ab dem 19. Jahrhundert nahm ein beträchtlicher Teil des heutigen Nikolaiviertels teil an der Berliner [[Zentrumsbildung]] und wurde mit Geschäftsbauten bebaut, eines der größten Gebäude war ab Ende des 19. Jahrhunderts das fast den ganzen Bereich zwischen Spandauer, König-, Post- und Probststraße einnehmende [[Kaufhaus Nathan Israel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Umgestaltungspläne in der NS-Zeit ===&lt;br /&gt;
Im Zusammenhang mit der 700-Jahr-Feier Berlins im Jahr 1937 während der [[Zeit des Nationalsozialismus|NS-Zeit]] begannen Planungen, das Viertel um die Nikolaikirche grundlegend umzugestalten. Dazu war vorgesehen, die als minderwertig empfundene Bebauung, die sich in äußerst baufälligem, marodem und für die Bewohner teils unerträglichem Zustand befand, größtenteils abzutragen. An ihre Stelle sollte ein Freilichtmuseum treten. In diesem Forum wären Fassaden wertvoller historischer Bürgerhäuser aufgestellt worden, die an anderen Stellen der Stadt in Umsetzung der Planungen für die &amp;#039;&amp;#039;[[Welthauptstadt Germania]]&amp;#039;&amp;#039; abgetragen worden wären. In diesem Zusammenhang wurde 1938 die Nikolaikirche [[profan]]iert; die öffentliche Begründung lautete „Umnutzung als Musikdom“.&amp;lt;ref&amp;gt;Benedikt Goebel: &amp;#039;&amp;#039;Der Umbau Alt-Berlins zum modernen Stadtzentrum&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 2003&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-G1122-0600-090, Berlin, Nikolaikirche, Ruine.jpg|mini|Nikolaikirche und Knoblauchhaus, 1955]]&lt;br /&gt;
Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]], zwischen 1943 und 1945, wurde das Altstadtviertel im [[Luftangriffe der Alliierten auf Berlin|alliierten Bombenhagel]] und bei Straßenkämpfen zerstört.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://fbinter.stadt-berlin.de/fb/index.jsp?loginkey=zoomStart&amp;amp;mapId=gebschaden@senstadt&amp;amp;bbox=24672,20872,25621,21381 Gebäudeschäden 1945 am Nikolaiviertel]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Kriegsende wurden die Überreste beseitigt, auch einige weniger zerstörte Gebäude abgerissen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://fbinter.stadt-berlin.de/fb/index.jsp?loginkey=zoomStart&amp;amp;mapId=k_luftbild1953@senstadt&amp;amp;bbox=391454,5819492,392385,5819992 Erhaltene Bebauung an der Nikolaikirche auf Luftbild, 1953] (Maßstab 1:22.000)&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Berliner Stadtplanung spielte das Gebiet jahrzehntelang keine Rolle. Die Verwaltung [[Ost-Berlin]]s konzentrierte sich auf möglichst effektive Wohnraumbeschaffung und auf großräumig-repräsentative Bauvorhaben wie die &amp;#039;&amp;#039;[[Karl-Marx-Allee|Stalinallee]]&amp;#039;&amp;#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wiederaufbau des Nikolaiviertels ==&lt;br /&gt;
Die Planung des Nikolaiviertels als Aufbau mit historisierenden Fassaden ging vom Bezirksbauamt Ost-Berlin aus, dem höchsten zivilen Bauverwaltungsgremium der Stadt. Anders als andere große Bauprojekte begann sie nicht mit der Entscheidung eines staatlichen Organs, sondern dem [[Politbüro der SED]] wurden bereits weitgehend gediehene Pläne des Bezirksbauamtes zur historisierenden Gestaltung vorgelegt, die es am 29. Januar 1980 nur noch absegnete. Dafür waren weniger ästhetische, sondern vor allem ökonomische Gründe wie eine günstige Bauweise und die Attraktivität für Touristen, auch im Hinblick auf die 1987 anstehenden Feiern zum 750. Jubiläum der Gründung Berlins, ausschlaggebend.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Florian Urban |Titel=Designing the past in East Berlin before and after the German reunification |Sammelwerk=Progress in Planning |Band=68 |Nummer=1 |Datum=2007-07 |DOI=10.1016/j.progress.2007.07.001 |Seiten=1–55 |Online=https://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S0305900607000487 |Abruf=2024-05-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits ab 1976 waren im Bezirksbauamt Ideen zu einer historisierenden Bebauung erörtert worden. Während der Leiter des Amtes, Günter Peters, anfangs noch eine Mischung aus rekonstruierten, abgegangenen Gebäuden und umgesetzten Bürgerhäusern in Betracht zog, plädierten [[Heinz Mehlan]] als Bereichsleiter Historische Bauten und sein Mitarbeiter [[Rolf Ricken]] für ein Vorgehen, das historisierende und modernistische Elemente kombinierte. 1978 wurde dann ein Wettbewerb ausgeschrieben. In der Ausschreibung, deren grundlegende Prinzipien auf das Büro für Denkmalpflege von [[Peter Goralczyk]] zurückgingen und in den Details die Vorarbeit von Heinz Mehlan reflektierte, wurden unterschiedliche Grade historischer Korrektheit verlangt. So sollte der Abschnitt zwischen Eiergasse, Mühlendamm und Nikolaikirchplatz mit hoher historischer Akkuratesse ausgeführt werden, während andere Teile mehr Spielraum boten. Die wenigen erhaltenen Gebäude, Nikolaikirche, das [[Knoblauchhaus]] und drei verbliebene Häuser in der [[Poststraße (Berlin)|Poststraße]] sollten erhalten bleiben. Wieder aufgebaut werden sollte die (eigentlich auf der Fischerinsel gestanden habende) Gaststätte &amp;#039;&amp;#039;[[Zum Nußbaum]]&amp;#039;&amp;#039; und das [[Ephraim-Palais]]. Der dem Fernsehturm und [[Marx-Engels-Forum]] zugewandte Abschnitt an der Rathausstraße hingegen sollte nicht historisierend ausgeführt werden. Diese wie zahlreiche andere Vorgaben der Ausschreibung führten zu einer starken Ähnlichkeit der eingereichten Entwürfe. Gleich zwei erste Preise wurden vergeben, zum einen für das Kollektiv um [[Günter Stahn]] sowie für das um [[Dietrich Kabisch]]. Den Zuschlag erhielt dann Stahn, dessen Entwurf sich laut der Jury besonders eng an die Vorgaben gehalten habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem Wettbewerbsentwurf hatte Stahn noch zahlreiche modernistische Elemente verarbeitet. So sollte die Eingangsstraße Am Nussbaum nicht als Gasse, sondern als Folge kleiner Plätze gebaut und mit rechteckigen Bauten aus Stahlbeton flankiert werden. Die Fassaden aller Bauten sollten modern sein und viel weniger kleinteilig. Die Modelle aus den Jahren 1979, 1981 und 1983 sowie das finale Viertel zeigen jedoch deutlich, wie Stahn seinen Entwurf zunehmend historisierte, kleinere, winklige Straßen einfügte und die Gebäude kleiner wurden. Dabei legte Stahn weniger Wert auf historische Korrektheit, wies diese sogar zurück, sondern hob darauf ab, eine kollektive Vorstellung zu realisieren, die im Bewusstsein des Volkes vorhanden sei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das Nikolaiviertel am 14. Mai 1987 mit großem Pomp durch [[Erich Honecker]] in der Nikolaikirche eingeweiht wurde, bot es rund 800 Wohnungen für rund 2000 Bewohner (darunter Stahn selbst). Sechzig der Wohnungen waren in traditionellen Ziegelbauten untergebracht, der Rest war aus vorgefertigten Teilen errichtet worden. Als reine Fußgängerzone ausgeführt, bot das Nikolaiviertel 1900 m² Fläche für Geschäfte, mehrere Museen und 22 gastronomische Einrichtungen auf weniger als einem halben Quadratkilometer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-1987-0128-303, Berlin, Nikolaiviertel, Nikolaikirche, Rotes Rathaus, Fernsehturm.jpg|mini|Blick von der [[Fischerinsel (Berlin)|Fischerinsel]] auf das neue Nikolaiviertel, 1987]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf des Wiederaufbaus des Viertels wurden die wenigen vorhandenen Gebäude restauriert. Die im Zweiten Weltkrieg bis auf die Außenmauern zerstörte Nikolaikirche wurde, bis auf die Turmhelme, in ihrer bis zur Zerstörung bestehenden Form wiederhergestellt. Das 1936 am Mühlendamm abgetragene [[Ephraim-Palais]] wurde unter Verwendung von Originalteilen der Fassade um zwölf Meter versetzt von seinem ursprünglichen Standort neu aufgebaut. Das Gasthaus &amp;#039;&amp;#039;[[Zum Nußbaum]]&amp;#039;&amp;#039;, einst Stammlokal prominenter Künstler wie [[Heinrich Zille]], [[Otto Nagel]] und [[Claire Waldoff]], entstand als Kopie am Nikolaikirchplatz; das vermutlich 1571 erbaute Original befand sich bis zu seiner Zerstörung 1943 in der Fischerstraße 21 in Alt-Kölln.  Als weitere historische Gebäude im Nikolaiviertel wurden die [[Gerichtslaube (Berlin)|Gerichtslaube]] des [[Altes Rathaus (Berlin)|Alten Rathauses]], das Restaurant &amp;#039;&amp;#039;[[Zur Rippe]]&amp;#039;&amp;#039; in der Poststraße Ecke Mühlendamm und das Gasthaus &amp;#039;&amp;#039;Zum Paddenwirt&amp;#039;&amp;#039; am Nikolaikirchplatz Ecke Eiergasse rekonstruiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Uwe Kieling: &amp;#039;&amp;#039;Historische Adressen im Nikolaiviertel.&amp;#039;&amp;#039; VEB Tourist Verlag, Berlin / Leipzig 1989, ISBN 3-350-00311-7, S. 49–61. (Plan von 1812 und 1987, u. a. Gerichtslaube und kurfürstliche Münze).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Rekonstruktionen waren relativ frei ausgeführt, so stand die Gerichtslaube ursprünglich nördlich des Nikolaiviertels und war eher ein Puzzle aus Elementen, die das vielfach umgebaute Gebäude im Lauf seiner Existenz bis zum Abriss 1871 gehabt hatte. Auch das Lessinghaus, bereits Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen, war ein Neubau, der nur anhand einer alten Zeichnung angefertigt wurde. Diese und zahlreiche andere Bauten wurden von Stahn an das gewünschte Gesamtbild des Viertels „angepasst“ und orientieren sich oft nur vage am ursprünglichen Erscheinungsbild.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Reihe von kleinen Bürgerhäusern, vor allem im Umkreis der Kirche, entstand in historischen Formen vollständig neu, daneben wurden zahlreiche Neubauten errichtet, teils mit historisierenden Fassaden, teils in Ortbetonbauweise in „Berliner Wandbauweise“ mit vorgehängten Fassaden angereichert mit [[Giebel]]n, [[Ornament]]en und [[Schmiedeeisen|schmiedeeisernem]] [[Verzierung|Zierrat]], aber auch mit Kippfenstern und modern zugeschnittenen Wohnungen. Die Straßen und Gassen des Viertels sind bis auf die neuzeitlich gehaltene Straße Am Nußbaum nach historischen Vorbildern [[Pflaster (Belag)|gepflastert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegenwart ==&lt;br /&gt;
Auf einer Fläche von annähernd 50.000 m² leben rund 2000 Einwohner in mehr als 800 Wohnungen. 33 Ladengeschäfte, 22 Gaststätten und verschiedene [[Museum|museale]] Einrichtungen, wie die Nikolaikirche, das [[Knoblauchhaus]] und das [[Ephraim-Palais]] stehen den Besuchern zur Verfügung (Stand: 2010).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bebauung ==&lt;br /&gt;
=== Besondere Gebäude ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Gerichtslaube Berlin Aussen.jpg|mini|hochkant|Rekonstruierte [[Gerichtslaube (Berlin)|Gerichtslaube]] in der Poststraße (ursprünglicher Standort: Spandauer Straße Ecke Rathausstraße)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige herausragende Bauwerke stechen aus den ansonsten bürgerlichen Straßenzügen heraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Rand des Viertels wurde 1766 auf dem Grundstück Mühlendamm Ecke Poststraße das [[Ephraim-Palais]] fertiggestellt, ein außerordentlich gelungenes Beispiel Berliner [[Rokoko]]architektur. Der Hofjuwelier und Finanzier [[Friedrich II. (Preußen)|Friedrichs des Großen]], [[Veitel Heine Ephraim]], hatte sich hier einen repräsentativen Wohnsitz bauen lassen, geschmückt mit [[Putto|Putten]], steinernen Vasen und mit filigranen, vergoldeten Balkongittern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz in der Nähe steht das [[Knoblauchhaus]], ebenfalls um 1760 im Stil des [[Barock|Spätbarock]] erbaut, seit einem Umbau zu Beginn des 19. Jahrhunderts aber außen von eher [[Klassizismus |frühklassizistischer]] Anmutung; innen verweist noch manches Detail auf den Ursprung im Rokoko. Es war der Wohnsitz einer aus [[Ungarn]] eingewanderten Familie, die über mehrere Generationen hinweg betriebsame, wohlhabende und einflussreiche Bürger Berlins hervorbrachte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich ist das [[Kurfürstenhaus]] erwähnenswert. Es war ursprünglich ein [[Renaissance]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;bau aus rotem [[Sandstein]], im 18. Jahrhundert im Barockstil umgebaut. Seinen Namen erhielt es nach dem Kurfürsten [[Johann Sigismund (Brandenburg)|Johann Sigismund]] (1572–1619), der hier lebte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Berliner Denkmalliste zum [[Bauensemble]] Nikolaiviertel&amp;lt;ref&amp;gt;{{LDLBerlin|09011266}}&amp;lt;/ref&amp;gt; aufgenommene Baudenkmale:&lt;br /&gt;
* [[Kurfürstenhaus]], Spreeufer 5 und Poststraße 4/5&amp;lt;ref&amp;gt;{{LDLBerlin|09065021|Von Architekt Carl Gause 1895–1896 für Kaufmann Gustav Ebell errichtet, 1927 und 1954 umgebaut.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; mit einem Durchgang, den &amp;#039;&amp;#039;Kurfürstenhöfen&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Geschäftshaus Poststraße 30&amp;lt;ref&amp;gt;{{LDLBerlin|09011273|1905 entworfen von Architekten Hart und Lesser, erbaut 1906, Umbau um 1987}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* [[Knoblauchhaus]], Poststraße 23 und Nikolaikirchplatz&amp;lt;ref&amp;gt;{{LDLBerlin|09011272|Bauherr Nadlermeister und Seidenhändler Johann Christian Knoblauch, 1759–1761, Umbauten 1806, 1952, 1986–1989}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Geschäftshaus Poststraße 21/22 und Nikolaikirchplatz&amp;lt;ref&amp;gt;{{LDLBerlin|09011271|Erbaut um 1870 durch C. A. Schubert, nach 1956 umgebaut}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Ephraim-Palais]], Poststraße 16 Ecke Mühlendamm&amp;lt;ref&amp;gt;{{LDLBerlin|09011270|Ursprünglicher Bau unter Einbeziehung eines Gebäudes aus dem 17. Jahrhundert von Architekt Friedrich Wilhelm Diterichs 1762–1766 für Münzpächter und Hofjuwelier Veitel Ephraim errichtet // Als das schönste Rokokopalais Berlins 1936 abgerissen // 1985–1987 wurde es von VEB BMK Ingenieurbau Berlin (1979 Franz Klinger) nach historischem Vorbild unter Verwendung erhaltener Bauteile etwa zwölf Meter von seinem ursprünglichen Standort entfernt rekonstruiert.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Geschäftshaus Poststraße 13/14&amp;lt;ref&amp;gt;{{LDLBerlin|09011269|Von Architekt Paul Baumgarten d. Ä. entworfen, von Berliner Müllbeseitigung AG (BEMAG) um 1895 errichtet, 1935 und 1994 umgebaut}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Miets- und Geschäftshaus Poststraße 12 Ecke Spreeufer 3&amp;lt;ref&amp;gt;{{LDLBerlin|09011268|Durch Kaufmann Gasse 1893–1894 errichtet, um 1987 umgebaut}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Brunnen und Denkmäler ===&lt;br /&gt;
Der Gründungsbrunnen (auch Wappenbrunnen genannt) befindet sich neben dem Eingang zur Nikolaikirche und wurde 1987 nach einem Entwurf von [[Gerhard Thieme]] errichtet. Der Brunnen besteht aus Sandstein und Stahl. Die schmiedeeiserne Bekrönung schuf der Kunstschmied Hans-Joachim Kunsch und die Bronzekette fertigte Stefan Kuschel an. Drei Stufen führen zu einem [[achteck]]igen Brunnenbecken von vier Metern Durchmesser. An den Seiten sind Wappen angebracht. In der Mitte steht eine sechs Meter hohe Säule, die von einem Bären bekrönt wird, der ein Wappen mit einem Adler hält. Der im ältesten Siedlungsgebiet Berlins aufgestellte Brunnen soll an die Gründung der Stadt erinnern. In der Eiergasse steht außerdem ein historischer Brunnen mit Metallarbeiten von Hans-Joachim Kunsch.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/brunnen/de/mit/13.shtml stadtentwicklung.berlin.de]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Nikolaikirchplatz befinden sich die Bronzeplastiken &amp;#039;&amp;#039;Allegorie der Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Klio&amp;#039;&amp;#039; von [[Albert Wolff (Bildhauer)|Albert Wolff]]. Sie waren Teil des 1860–1871 geschaffenen und in der [[Nachkriegszeit in Deutschland|Nachkriegszeit]] zerstörten [[Reiterstandbild Friedrich Wilhelms III.|Reiterstandbilds für Friedrich Wilhelm III.]] im [[Lustgarten (Berlin)|Lustgarten]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=https://www.berlin.de/landesdenkmalamt/denkmale/liste-karte-datenbank/denkmaldatenbank/daobj.php?obj_dok_nr=09060100 |wayback=20210420011922 |text=&amp;#039;&amp;#039;Allegorie der Wissenschaft und Klio&amp;#039;&amp;#039; in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Des Weiteren befindet sich am Spreeufer auf Höhe der Propststraße die 1849–1853 geschaffene Bronzeplastik &amp;#039;&amp;#039;[[Heiliger Georg (August Kiß)|Heiliger Georg]]&amp;#039;&amp;#039;. Sie gehört zu den Hauptwerken von [[August Kiß]] und stand zuvor im Eosanderhof des [[Berliner Schloss|Stadtschlosses]], danach im [[Volkspark Friedrichshain]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.berlin.de/landesdenkmalamt/denkmale/liste-karte-datenbank/denkmaldatenbank/daobj.php?obj_dok_nr=09060101 &amp;#039;&amp;#039;Denkmal Hl. Georg&amp;#039;&amp;#039; in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf Höhe des Mühlendamms befinden sich neben &amp;#039;&amp;#039;zwei Löwen&amp;#039;&amp;#039; eines unbekannten Bildhauers, die ursprünglich vor der [[Alte Münze (Berlin)|Reichsmünze]] am Molkenmarkt wachten, auch die Skulpturen &amp;#039;&amp;#039;Allegorie der Stärke&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Kriegswissenschaft&amp;#039;&amp;#039; von [[Reinhold Begas]], die vormals in der [[Ruhmeshalle Berlin|Ruhmeshalle]] des Zeughauses standen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.berlin.de/landesdenkmalamt/denkmale/liste-karte-datenbank/denkmaldatenbank/daobj.php?obj_dok_nr=09060114 &amp;#039;&amp;#039;Zwei Löwen&amp;#039;&amp;#039; in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;left&amp;quot; caption=&amp;quot;Bildergalerie&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
  Bundesarchiv Bild 183-1987-0514-029, Berlin, Nikolaikirche, Nikolaiviertel.jpg|Blick vom Rathausturm auf das neue Nikolaiviertel, 1987&lt;br /&gt;
  Bundesarchiv Bild 183-1987-0622-006, Berlin, Nikolaiviertel, Wohn- und Geschäftsstraße &amp;quot;Am Nußbaum.jpg|Wohn- und Geschäftsstraße &amp;#039;&amp;#039;Am Nußbaum&amp;#039;&amp;#039;, 1988&lt;br /&gt;
  Nikolaikirche Berlin April 2007.jpg|Doppelturmfassade der Nikolaikirche&lt;br /&gt;
  Nikolaiviertel 2a.jpg|[[Plattenbau]]ten mit historisierenden Formen, dahinter der [[Berliner Fernsehturm|Fernsehturm]]&lt;br /&gt;
   Lessing-haus.nikolaiviertel.berlin-mitte.JPG|[[Lessinghaus (Berlin-Mitte)|Lessinghaus]] mit Gedenktafel am Nikolaikirchplatz&lt;br /&gt;
  Im Nikolaiviertel.jpg|Plattenbauten mit Ladenschildern in der Propststraße&lt;br /&gt;
  Gruendungsbrunnen Berlin2007.jpg|Gründungsbrunnen auf dem Nikolaikirchplatz&lt;br /&gt;
  MitteEiergasse.jpg|Historischer Brunnen in der Eiergasse&lt;br /&gt;
  Mitte Nikolaikirchplatz-001.jpg|Rekonstruierte Bürgerhäuser am Nikolaikirchplatz&lt;br /&gt;
  Nikolaiviertel - Propststraße 02.jpg|Propststraße&lt;br /&gt;
  Gaststätte Zum Nußbaum.jpg|Rekonstruierte Gaststätte &amp;#039;&amp;#039;[[Zum Nußbaum]]&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;small&amp;gt;(ursprünglicher Standort: Fischerinsel)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
  Museum Knoblauchhaus 2016.jpg|Museum [[Knoblauchhaus]] in der Poststraße Ecke Nikolaikirchplatz&lt;br /&gt;
  Berlin, Mitte, Nikolaiviertel, Palais Ephraim.jpg|Museum [[Ephraim-Palais]] in der Poststraße Ecke [[Mühlendamm (Berlin)|Mühlendamm]]&lt;br /&gt;
  Berlin-Kurfürstenhaus-1-Asio.JPG|[[Kurfürstenhaus]] am Spreeufer von der [[Rathausbrücke (Berlin)|Rathausbrücke]] aus gesehen&lt;br /&gt;
  Wasserpumpe poststraße nikolaiviertelberlin - 1.jpg|[[Schwengelpumpe]] in der Ecke Post- und Propststraße&amp;lt;ref&amp;gt;Dieser aktive Notwasser-Straßenbrunnen befindet sich in dem 1895 von [[Otto Stahn]] entworfenen Gehäuse. Diese auf Veranlassung des Berliner Magistrats in der [[Kunst- und Glockengießerei Lauchhammer]] hergestellten Brunnen wurden teilweise zur [[750 Jahre Berlin|750-Jahr-Feier 1987]] restauriert und neu aufgestellt. Diese Brunnen wurden erstmals 1897–1900 im (damaligen) Berliner Stadtgebiet aufgestellt. Im Nikolaiviertel steht ein Brunnen vom Lauchhammer-Brunnen Typ II mit Drachenkopf als Wasseraustritt und Drachen-Symbolen am Schaft und auf dem Kegelabschluss.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
  St. Georg-Denkmal im Nikolaiviertel Berlin.jpg|Plastik &amp;#039;&amp;#039;[[Heiliger Georg (August Kiß)|Heiliger Georg]]&amp;#039;&amp;#039; von [[August Kiß]] am Spreeufer&lt;br /&gt;
  Klio hinten.jpg|Plastik &amp;#039;&amp;#039;Klio&amp;#039;&amp;#039; von [[Albert Wolff (Bildhauer)|Albert Wolff]] auf dem Nikolaikirchplatz&lt;br /&gt;
  Heinrich Zille Thorsten Stegmann Poststraße Berlin.jpg|Skulptur &amp;#039;&amp;#039;[[Heinrich Zille]]&amp;#039;&amp;#039; von Thorsten Stegmann, Poststraße; die schlanke Figur ehrt den Schauspieler [[Walter Plathe]] in der Rolle des Heinrich Zille&amp;lt;ref&amp;gt;lt. der vor der Skulptur aufgestellten Informationstafel; März 2024&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rezeption ===&lt;br /&gt;
In der ostdeutschen Architekturkritik bekam das Nikolaiviertel keine guten Noten. [[Bruno Flierl]] sprach 1985 von einem „Weihnachtsmarkt“ und resümierte die zeitgenössische Debatte in der DDR später mit den Worten „Wir haben immer gesagt es sei ein bisschen wie [[Las Vegas]] und ein bisschen wie ein Puppenhaus“. Andere Stimmen nannten es den „Schwanengesang der Architektur der DDR“, ein „städtebauliches Experiment an der Grenze zwischen Architektur und Theaterkulisse“ oder eine „Innenstadtfantasie, geträumt mit wissenschaftlichen Mitteln“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zeitgenössische [[West-Berlin]]er Presse hingegen lobte das neue Nikolaiviertel. Ekkehard Schwerk sprach im &amp;#039;&amp;#039;[[Tagesspiegel]]&amp;#039;&amp;#039; vom liebevollen und aufwändigen Wiederaufbau, dessen Ahistorik typisch für Berlin sei und dem neuen Kiez nichts von seiner Attraktivität nehme. Peter Gärtner schrieb im &amp;#039;&amp;#039;[[Spandauer Volksblatt |Volksblatt]]&amp;#039;&amp;#039; und später in &amp;#039;&amp;#039;[[Zitty]]&amp;#039;&amp;#039; von den schön restaurierten Gebäuden und der überwiegenden Begeisterung der Ostberliner für das Nikolaiviertel. Selbst die konservative &amp;#039;&amp;#039;[[Berliner Morgenpost]]&amp;#039;&amp;#039; lobte das Nikolaiviertel als bunten und interessanten Kiez und verteidigte es gegen Kritiker, die ihm vorwarfen, ein sozialistisches Disneyland und eine synthetische Innenstadt zu sein. Darin klang auch Erleichterung darüber an, dass es nicht zu einer befürchteten Plattenbausiedlung geworden sei. Der anscheinende Zuspruch durch [[Ost-Berlin]]er Bürger und Touristen gleichermaßen trug dazu bei, kritische Stimmen über die nachgeahmt historischen Fassaden zu befrieden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang 2018 wurde das Nikolaiviertel in die Berliner Denkmalliste aufgenommen. Laut dem [[Landesdenkmalamt Berlin]] sei es das „prominenteste Beispiel einer veränderten Baupolitik der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] in den 1980er Jahren“ und stehe für eine „Phase der Rückbesinnung auf die urbanen Qualitäten gewachsener Stadtteile“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.berlin.de/sen/kulteu/aktuelles/pressemitteilungen/2018/pressemitteilung.666989.php |titel=Nikolaiviertel unter Denkmalschutz |datum=2018-01-18 |sprache=de |abruf=2019-01-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der [[Städtebauförderung]] soll das Nikolaiviertel bis 2027 saniert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/aemter/stadtentwicklungsamt/stadtplanung/staedtebaufoerderung/staedtebaulicher-denkmalschutz/artikel.1137545.php Bezirksamt Mitte]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Mitte/Alt-Berlin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Günter Stahn]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Nikolaiviertel am Marx-Engels-Forum – Ursprung, Gründungsort und Stadtkern Berlins.&amp;#039;&amp;#039; Verlag für Bauwesen, Berlin 1985.&lt;br /&gt;
* [[Nikolaus Bernau]]: &amp;#039;&amp;#039;Architekturführer Nikolaiviertel Berlin.&amp;#039;&amp;#039; Stadtwandelverlag, Berlin 2009; ISBN 978-3-86711-069-3.&lt;br /&gt;
* Uwe Kieling: &amp;#039;&amp;#039;Historische Adressen im Nikolaiviertel.&amp;#039;&amp;#039; VEB Tourist Verlag, Berlin, Leipzig 1989, ISBN 3-350-00311-7 (Plan von 1812 und 1987, u. a. Rotes Rathaus, Gerichtslaube und kurfürstliche Münze).&lt;br /&gt;
* Uwe Kieling, Johannes Althoff: &amp;#039;&amp;#039;Das Nikolaiviertel. Spuren der Geschichte im ältesten Berlin.&amp;#039;&amp;#039; Berlin-Edition, 2001, ISBN 3-8148-0080-X.&lt;br /&gt;
* Benedikt Goebel: &amp;#039;&amp;#039;Der Umbau Alt-Berlins zum modernen Stadtzentrum.&amp;#039;&amp;#039; Verlagshaus Braun, Berlin 2003, ISBN 3-935455-31-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{LDLBerlin|09011266|ja}}&lt;br /&gt;
* [https://www.jeder-qm-du.de/ueber-die-platte/detail/nikolaiviertel-berlin/ Nikolaiviertel Berlin: Historisches Zentrum – neu entworfen], „Jeder m² du – Das Plattenportal“&lt;br /&gt;
* [https://www.deutschlandfunkkultur.de/nikolaiviertel-berlin-102.html &amp;#039;&amp;#039;Berliner Nikolaiviertel – Halb Disneyland, halb Puppenstube&amp;#039;&amp;#039;] Feature von  Marietta Schwarz, [[Deutschlandfunk Kultur]], Berlin, Sendung vom 29. November 2023.&lt;br /&gt;
* [https://blog.inberlin.de/2024/04/die-eiergasse-ist-berlins-kuerzeste-strasse/ &amp;#039;&amp;#039;Die Eiergasse ist Berlins kürzeste Straße.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;inBerlin-Blog&amp;#039;&amp;#039;, 24. April 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=52/31/0/N |EW=13/24/26/E |type=landmark |region=DE-BE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesprochene Version&lt;br /&gt;
|datei      = De-Nikolaiviertel-article-01.ogg&lt;br /&gt;
|länge      = 12:45&lt;br /&gt;
|größe      = 13,1 MB&lt;br /&gt;
|sprecher   = Sarah Oltmanns&lt;br /&gt;
|geschlecht = weiblich&lt;br /&gt;
|dialekt    = Hochdeutsch&lt;br /&gt;
|version    = 161772943&lt;br /&gt;
|datum      = 2019-10-10&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4128063-5|LCCN=nr93037944|VIAF=155216767|REMARK=Ansetzungsform GND: „Nikolai-Viertel Berlin“.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort in Berlin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Berlin-Mitte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rekonstruiertes Bauwerk in Berlin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nikolaus von Myra als Namensgeber]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baudenkmal in Berlin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Krd</name></author>
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