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	<title>Morphem - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Morphem&amp;diff=2317&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;1234qwer1234qwer4: Kommaregeln der deutschen Sprache#Infinitivgruppe (via JWB)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Morphem&amp;diff=2317&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-04-07T01:54:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=Kommaregeln_der_deutschen_Sprache&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Kommaregeln der deutschen Sprache (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Kommaregeln der deutschen Sprache#Infinitivgruppe&lt;/a&gt; (via JWB)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Morphem&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Terminus|Fachausdruck]] der [[Linguistik]] für die kleinste Spracheinheit, die eine identifizierbare Bedeutung oder grammatische Funktion hat. Solche kleinste Einheiten sind oft als Bestandteile von Wörtern anzutreffen, daher ist der Begriff Morphem der Zentralbegriff&amp;lt;ref name=&amp;quot;linke2004:66&amp;quot;&amp;gt;Linke et al. (2004:66–67)&amp;lt;/ref&amp;gt; der [[Morphologie (Linguistik)|linguistischen Morphologie]]. Er ist jedoch dem Begriff des [[Wort]]es nicht direkt gegenüberzustellen, sondern kann sich mit ihm überschneiden: Ein Wort kann zerlegbar und somit aus mehreren Morphemen zusammengesetzt sein, aber ein unzerlegbares Wort stellt zugleich auch ein einziges Morphem dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
=== Bestimmung ===&lt;br /&gt;
Morpheme werden allgemein als „kleinste bedeutungstragende (sprachliche) Einheit“ definiert; genauer wie folgt: „Das Morphem ist die kleinste lautliche oder graphische Einheit mit einer Bedeutung oder grammatischen Funktion“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;linke2004:66&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Beispiel ist das Wort, das als {{Graphem|Ti·sche}} geschrieben und {{Phonem|&amp;#039;tıʃə}} gesprochen wird, aus zwei Morphemen aufgebaut: {{Morph|tisch}}{{Morph|-e}}; dabei ist {{Morph|tisch}} der [[Wortstamm]] mit der Bedeutung ‚Möbel mit Platte und Beinen‘ und {{Morph|-e}} ist die [[Suffix|Endung]] mit der Funktion ‚Mehrzahl‘, {{Morphem|Plural}}. Das Wort, das als {{Graphem|Wäl·der}} bzw. {{Phonem|&amp;#039;vɛl.dɐ}} erscheint, kann ebenfalls in zwei Wortteile, {{Morph|wäld}}{{Morph|-er}}, zerlegt werden. Dabei kommt das Morphem, das den Wortstamm ausmacht, in zwei verschiedenen Formen, sogenannten Morphen, vor: {{Morph|wald}} und {{Morph|wäld}} für {{Morphem|Singular}} bzw. {{Morphem|Plural}} (siehe auch unter [[Wortstamm#Stammveränderung und morphologische Analyse]]). Genauso hat das Morphem {{Morphem|Plural}} verschiedene Ausprägungen: {{Morph|-e}} bei {{Lexem|Tisch}} bzw. {{Morph|Umlaut}} + {{Morph|-er}} bei {{Lexem|Wald}}, und noch andere Formen bei anderen Substantiven: {{Morph|Auto}}{{Morph|-s}} usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Morphem hat auf der Inhaltsseite ([[Plerem]]) definitionsgemäß immer eine Bedeutung oder grammatische Funktion. Es kann auf der Ausdrucksseite ([[Kenem]]) entweder immer in der gleichen Form geäußert werden (vgl. „Tisch“), oder aber auch mehrere Varianten ([[Allomorph]]e) haben (vgl. „Wald – Wäld“ oder {{Morphem|Plural}}: {{Morph|-e, -er, -s …}}).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichte ===&lt;br /&gt;
Der Begriff Morphem wurde von [[Jan Baudouin de Courtenay|Baudouin de Courtenay]] vor 1881 entwickelt. [[Leonard Bloomfield]] adaptierte den Begriff und hat ihn allgemein bekannt gemacht, verwendete ihn allerdings mit verengter Bedeutung, sodass bei ihm das [[Glossem]] synonym zum modernen Morphem ist. Dessen Definition festigte sich erst mit [[Eugene Nida]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abweichend vom herrschenden Sprachgebrauch nennt der französische Sprachwissenschaftler [[André Martinet]] das Morphem im vorgenannten Sinne „[[Monem]]“. Ein freies Monem nennt Martinet „Lexem“, ein gebundenes „Morphem“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ulrich2002&amp;quot;&amp;gt;Ulrich (2002/Monem, /Morphem)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abgrenzung ===&lt;br /&gt;
Ein Morphem ist die kleinste funktionstragende Einheit der [[Sprache]] auf der Inhalts- und Ausdrucksebene im Sprachsystem ([[Langue]]). Morpheme sind abstrakte Einheiten der Langue, die durch [[Segmentierung (Linguistik)|Segmentierung]] gewonnen werden (d.&amp;amp;nbsp;h. durch einen Prozess, der den Sprachstrom in einzelne [[Konstituente]]n unterteilt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== {{Anker|Morph|Allomorph}}Morph und Allomorph ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Morph|Allomorph}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Morphe werden als Repräsentationseinheiten ([[Parole (Sprachwissenschaft)|Parole]]) bezeichnet und ein Morphem als Klasse äquivalenter Morphe (Langue).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Morphe, die Varianten ein und desselben Morphems sind, heißen Allomorphe bzw. allomorph zueinander. Allomorphe sind, da sie klassifiziert sind, Einheiten des Sprachsystems (Langue). Zum Beispiel sind {{Morph|Hund}} und {{Morph|hünd}} (in &amp;#039;&amp;#039;hündisch&amp;#039;&amp;#039;) zunächst zwei Morphe; hat man erkannt, dass sie die gleiche Funktion für unterschiedliche Kontexte darstellen, gelten sie als zwei Allomorphe des lexikalischen Morphems {{Lexem|Hund}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Graphem und Phonem ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Graphem|Phonem}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Morpheme werden [[Phonologie|lautlich]] als Phonemfolgen und [[Graphemik|schriftlich]] als Graphemfolgen realisiert (sofern nicht ein Nullmorphem angesetzt wurde). Die klassische Definition des Phonems als kleinste funktions&amp;#039;&amp;#039;unterscheidende&amp;#039;&amp;#039; Einheit ist von der Morphemdefinition als kleinster funktions&amp;#039;&amp;#039;tragender&amp;#039;&amp;#039; Einheit zu trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nicht inhaltstragenden, bedeutungsunterscheidenden Elemente eines Morphems heißen Phoneme, wenn sie lautlich geäußert werden, und Grapheme, wenn sie schriftlich geäußert werden (als Buchstaben, Ziffern).&amp;lt;ref name=&amp;quot;brandt-dietrich-schoen2006:4&amp;quot;&amp;gt;Brandt et al. (2006:4)&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt Schriftzeichen, die einem Morphem entsprechen, bspw. Ziffern oder viele [[Sinogramm]]e, und [[Logogramm]]e oder [[Morphogramm]]e genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Silbe ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Silbe}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Morphem ist nicht identisch mit der Silbe, und daher ist die traditionelle Bezeichnung „Nachsilbe“ für ein am Wortende angehängtes Morphem nicht korrekt. Selbst wenn ein Morphem für sich genommen eine Silbe darstellen könnte (z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;-er&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;-en&amp;#039;&amp;#039; in den Beispielen unten), kommt bei der Zerlegung des gesamten zusammengesetzten Wortes in Sprechsilben oftmals gerade eine andere Silbenaufteilung heraus:&lt;br /&gt;
{{Beispiel|Beispiele&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; „Segler“&amp;lt;ref name=&amp;quot;duerr-schlobinski2006:79&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
: Sprechsilben: „Seg-ler“&lt;br /&gt;
: Morpheme: „Segl-er“&lt;br /&gt;
; „zerlegen“&amp;lt;ref name=&amp;quot;gadler1998:95&amp;quot;&amp;gt;Gadler (1998:95–96)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
: Sprechsilben: „zer-le-gen“&lt;br /&gt;
: Morpheme: „zer-leg-en“}}&lt;br /&gt;
In der deutschen Orthographie entsteht bei der [[Worttrennung]] am Zeilenende oft eine direkte Konkurrenz zwischen Morphem- und Silbenaufteilung. Während in der deutschen Rechtschreibung vor 1996 weitgehend das Morphem auf einer Zeile zusammengehalten werden sollte, bevorzugt die [[Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996|neue Orthographie]] eine echte Silbentrennung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wort ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Wort}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Morphem unterscheidet sich vom Wort. Für ein Morphem ist es unerheblich, ob es selbständig vorkommen kann oder nicht; das Wort ist hingegen definiert als die kleinste Form, die selbständig stehen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;duerr-schlobinski2006:79&amp;quot;&amp;gt;Dürr/Schlobinski (2006:79)&amp;lt;/ref&amp;gt; Wörter bestehen aus mindestens einem Morphem.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brandt-dietrich-schoen2006:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Beispiel|Das Wort &amp;#039;&amp;#039;(du) lachst&amp;#039;&amp;#039; besteht aus dem lexikalischen Morphem {{Morph|lach}} und aus den grammatischen Morphemen {{Morphem|Tempus, Modus, Person/Numerus}} im Flexionsformativ {{Morph|Ø Ø -st}}.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brandt-dietrich-schoen2006:4&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lexem ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Lexem}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Lexem ist eine abstrakte Einheit, die Bedeutung, Laut-/Schriftbild, grammatische Merkmale und ggf. verschiedene [[Flexion]]s&amp;amp;shy;formen eines „Wortes“ zusammenfasst; dieser Begriff ist also zu unterscheiden von dem des „lexikalischen Morphems“, d.&amp;amp;nbsp;h. einem Morphem, das lexikalische Bedeutung trägt und als Basis für die Markierung grammatischer Information dienen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Notation ==&lt;br /&gt;
Die Schreibweise von Morphemen und Morphen erfolgt uneinheitlich. Oft werden Morph(em)grenzen mittels einfacher Striche (-) gekennzeichnet, aber viele Autoren verwenden zusätzliche visuelle Hilfsmittel, um Morpheme abzugrenzen.&lt;br /&gt;
; Trennstriche&lt;br /&gt;
: zer-leg-en&lt;br /&gt;
; Schrägstriche („/…/“)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ulrich2002&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
: /zer-/ /leg-/ /-en/&lt;br /&gt;
; runde Klammern&amp;lt;ref name=&amp;quot;homberger2000/morphem&amp;quot;&amp;gt;Beispiel von Homberger (2000/Morphem): Wort „sprang“ = Bedeutung (spring-) + Numerus (Sg.) + Tempus (Präteritum)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
: (zer-)(leg-)(-en)&lt;br /&gt;
; eckige Klammern&lt;br /&gt;
: [zer-][leg-][-en]&lt;br /&gt;
; eckige Klammern in Verbindung mit Großschrift&lt;br /&gt;
: [ZER-][LEG-][-EN]&lt;br /&gt;
: &amp;lt;span style=&amp;quot;font-variant:small-caps&amp;quot;&amp;gt;[zer-][leg-][-en]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
; geschweifte Klammern&lt;br /&gt;
: {zer-}{leg-}{-en}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Großschreibung oder [[Kapitälchen]] werden vor allem für grammatische Funktionsmorpheme verwendet&amp;lt;ref name=&amp;quot;clement2000:136&amp;quot;&amp;gt;Clément (2000&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;:136) verwendet „[PLURAL]“ für das Morphem Plural&amp;lt;/ref&amp;gt; und nicht für lexikale Inhaltsmorpheme oder Morphe. Im obigen Beispiel „zerlegen“ ist die Flexionsendung {{Morph|-en}} ein Fall (Morph) des abstrakten grammatikalischen Morphems {{Morphem|Infinitiv}}, das Präfix {{Morph|zer-}} ist ein konkretes Derivationsmorphem und {{Morph|-leg-}} ist der lexikalische [[Wortstamm]].&lt;br /&gt;
* {{Morph|zer|Klasse=Affix}}{{Morph|leg}}{{Morph|en|Funktion=Infinitiv}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einteilung in Klassen ==&lt;br /&gt;
Morpheme können nach unterschiedlichen Gesichtspunkten eingeteilt werden nach&lt;br /&gt;
# ihrer &amp;#039;&amp;#039;[[#Wortfähigkeit|Wortfähigkeit]]&amp;#039;&amp;#039; in Basen und Affixe,&lt;br /&gt;
# ihrem &amp;#039;&amp;#039;[[#Wortstatus|Wortstatus]]&amp;#039;&amp;#039; in freie und gebundene Morpheme,&lt;br /&gt;
# ihrer &amp;#039;&amp;#039;[[#Funktion|Funktion]]&amp;#039;&amp;#039; in lexikalische Inhaltsmorpheme und grammatikalische Funktionsmorpheme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wortfähigkeit ===&lt;br /&gt;
{{Anker|Stamm|Grundmorphem|Wurzelmorphem|Basis|Kern}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Grundmorpheme&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;duerr-schlobinski2006:83&amp;quot;&amp;gt;Dürr/Schlobinski (2006:83, 293)&amp;lt;/ref&amp;gt; (auch: „Wurzelmorpheme“,&amp;lt;ref name=&amp;quot;meibauer2007:29&amp;quot;&amp;gt;Meibauer (2007:29)&amp;lt;/ref&amp;gt; „Wurzeln“&amp;lt;ref name=&amp;quot;meibauer2007:29&amp;quot; /&amp;gt;, „Basis“ oder „Kerne“&amp;lt;ref name=&amp;quot;gadler1998:99&amp;quot;&amp;gt;Gadler (1998:99)&amp;lt;/ref&amp;gt; genannt) „sind die unverzichtbaren lexikalischen Kerne von Wörtern“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;meibauer2007:29&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Beispiel|Beispiele|&amp;#039;&amp;#039;ein, Haus, Auto&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;gadler1998:99&amp;quot; /&amp;gt;, &amp;#039;&amp;#039;rot, auf&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;meibauer2007:29&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wurzeln kommen „in der Regel“&amp;lt;ref name=&amp;quot;meibauer2007:29&amp;quot; /&amp;gt;, d.&amp;amp;nbsp;h. nicht notwendig frei vor. Die Einteilung in Wurzelmorpheme und Affixe ist daher ähnlich, aber andere als die in freie und gebundene Morpheme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Affix}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;[[Affix (Linguistik)|Affixe]]&amp;#039;&amp;#039; sind Morpheme, die keine Grundmorpheme sind. Diese unterteilt man entweder nach ihrer Position in der [[Wortform]] in [[Präfix]], [[Suffix]], [[Infix (Linguistik)|Infix]] oder [[Zirkumfix]] oder nach ihrer Funktion in &amp;#039;&amp;#039;[[Derivation (Linguistik)|Derivations]]&amp;amp;shy;affixe&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Flexion]]s&amp;amp;shy;affixe&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wortstatus ===&lt;br /&gt;
Die Einteilung der Morpheme in freie und gebundene erfolgt danach, ob sie frei im Satz als Wörter auftreten können oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|freies Morphem}}&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;freies Morphem&amp;#039;&amp;#039; tritt als alleinige Wortform auf. In strenger Auslegung ist es nicht Teil eines Flexionsparadigmas: {{Morph|in, nur, und}}. Viele Autoren bezeichnen Morpheme auch dann als frei, wenn sie als eigenständige Wortform – meist die Nennform – neben anderen auftreten: {{Morph|Mensch, schön, Frucht}}.&amp;lt;ref name=&amp;quot;altmann2011:19&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hans Altmann |Titel=Prüfungswissen Wortbildung |Reihe=UTB |NummerReihe=3458 |Auflage=3., durchgesehene |Verlag=Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht |Ort=Göttingen |Datum=2011 |ISBN=978-3-8252-3458-4}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im ersten Fall ist also mit &amp;#039;&amp;#039;frei&amp;#039;&amp;#039; die Flexionsunabhängigkeit gemeint (vgl. [[Partikel (Grammatik)|Partikel]]), im zweiten die Bedeutungsautonomie (vgl. [[Semantem]], [[Lexem]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|gebundenes Morphem}}&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;gebundenes Morphem&amp;#039;&amp;#039; tritt nie als selbständige Wortform auf, sondern immer nur zusammen mit anderen Morphemen in einer Wortform.&amp;lt;ref name=&amp;quot;linke2004:66&amp;quot; /&amp;gt; In engerer Bedeutung wird darüber hinaus gefordert, dass das Morphem seine Bedeutung erst aus dieser Verbindung gewinnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebundene Morpheme im engen Sinne sind häufig [[Flexiv|Flexionsendungen]] (z.&amp;amp;nbsp;B. {{Morph|-en, -er, -st, -t}}) oder Affixe in [[Derivation (Linguistik)|Ableitungen]] (z.&amp;amp;nbsp;B. {{Morph|-lich, -sam, -ung}}). Im weiteren Sinne gehören auch einige lexikalische Morpheme (z.&amp;amp;nbsp;B. {{Morph|Him-}} in &amp;#039;&amp;#039;Himbeere&amp;#039;&amp;#039;, {{Morph|Schorn-}} in &amp;#039;&amp;#039;Schornstein&amp;#039;&amp;#039;) und syntaktische &amp;lt;!--gebundene ?--&amp;gt; Morpheme (z.&amp;amp;nbsp;B. {{Morph|-bibel}}) dazu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verbstämme werden in der deutschen Grammatik oft auch als gebundene lexikalische Morpheme angesehen, da sie im Deutschen immer mit einer Flexionsendung zusammen verwendet werden. Der Imperativ Singular hat eine Flexionsendung, die als Nullallomorph {{Morph|-}} oder als Allomorph {{Morph|-e}} auftritt. Als Ausnahme bleibt der [[Inflektiv]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;gebundenes&amp;#039;&amp;#039; Morphem benötigt mindestens ein weiteres (freies oder gebundenes) Morphem, um ein Wort bilden zu können; z.&amp;amp;nbsp;B. {{Morph|ent-}} und {{Morph|-en}}, welche sich an einen Verbstamm wie {{Morph|komm}} anhängen und {{Lexem|entkommen}} bilden. Ein Wort wie {{Lexem|Unbill}} besteht nur aus zwei gebundenen Morphemen. Solche Fälle sind häufig bei Morphemen, die aus anderen Sprachen kommen (wie {{Morph|bio-}} und {{Morph|-logie}}, die zwei gebundene Morpheme sind) oder deren eigenständige Bedeutung im Laufe der Sprachentwicklung verloren gegangen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob ein Morphem gebunden oder frei vorkommt, hängt von der jeweiligen Sprache ab. Im Deutschen heißt es &amp;#039;&amp;#039;Haus&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;mein Haus&amp;#039;&amp;#039;, im Türkischen &amp;#039;&amp;#039;ev&amp;#039;&amp;#039; ‚Haus‘ und &amp;#039;&amp;#039;evim&amp;#039;&amp;#039; ‚mein Haus‘.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kocsany83&amp;quot;&amp;gt;Kocsány (2010:83)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Funktion ===&lt;br /&gt;
In der funktionellen Betrachtung unterscheidet man zwischen lexikalischen und grammatischen Morphemen:&lt;br /&gt;
{{Anker|lexikalisches Morphem|l-Morphem|Inhaltsmorphem}}&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;lexikalischen&amp;#039;&amp;#039; Morpheme (&amp;#039;&amp;#039;l-Morpheme&amp;#039;&amp;#039;) oder &amp;#039;&amp;#039;[[Inhaltsmorphem]]e&amp;#039;&amp;#039; bezeichnen reale oder gedachte Personen, Gegenstände, Sachverhalte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;pelz1996:116&amp;quot;&amp;gt;Pelz (1996:116)&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie sind also Morpheme mit einer referentiellen Funktion.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gadler1998:99&amp;quot; /&amp;gt; Lexeme bilden den „Grundbestandteil eines Wortes“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;duerr-schlobinski2006:83&amp;quot; /&amp;gt; Sie bilden die [[Wortstamm|Stämme]] oder Wurzeln der Wörter, stellen also das Grundinventar der Wörter einer Sprache dar. Das Inventar der lexikalischen Morpheme ist offen, d.&amp;amp;nbsp;h. beliebig erweiterbar.&lt;br /&gt;
{{Beispiel|Im Wort „Kinder“ ist das Morphem {{Morph|kind}} ein lexikalisches und das Morphem {{Morph|er}} ein funktionales Morphem.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|grammatisches Morphem|funktionales Morphem|Funktionsmorphem|f-Morphem|Grammem}}&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;grammatischen&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;funktionalen&amp;#039;&amp;#039; Morpheme (&amp;#039;&amp;#039;f-Morpheme&amp;#039;&amp;#039;) oder &amp;#039;&amp;#039;[[Funktionsmorphem]]e&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;Grammeme&amp;#039;&amp;#039;, hingegen bilden keine Wörter, sondern verändern diese gemäß grammatischen Regeln und tragen grammatische Informationen. Sie werden weiter unterteilt in Flexionsmorpheme und Wortbildungsmorpheme.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gadler-kuehn&amp;quot;&amp;gt;nach Gadler (1998:99), sind nur Flexionsmorpheme grammatische Morpheme und bilden die Wortbildungsmorpheme eine eigene, dritte Kategorie. Kühn (1994:17) unterscheidet einerseits Grund- und Basismorpheme und andererseits Wortbildungsmorpheme, Flexions- und grammatische Morpheme&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Flexionsmorphem|flexives Morphem}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;[[Flexionsmorphem]]e&amp;#039;&amp;#039; oder [[Flexion|flexive]] Morpheme zeigen syntaktische Eigenschaften des Stammes an, den sie flektieren, das heißt, sie drücken seine grammatischen Merkmale aus.&lt;br /&gt;
{{Beispiel|{{Morph|t}} in &amp;#039;&amp;#039;(er) geh-t&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;gadler1998:99&amp;quot; /&amp;gt; drückt das Merkmal {{Morphem|3. Person Singular}} aus.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Wortbildungsmorphem|derivatives Morphem|Derivationsmorphem}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;[[Wortbildungsmorphem]]e&amp;#039;&amp;#039; oder [[Derivation (Linguistik)|derivative]] Morpheme leiten neue Wörter aus den schon vorhandenen ab und ändern dabei oft die Wortklasse oder [[Wortart]], das heißt ihre Funktion betrifft die Wortbildung.&lt;br /&gt;
{{Beispiel|{{Morph|-lich}} in &amp;#039;&amp;#039;glücklich&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gadler1998:99&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da auch unzerlegbare Wörter als Morpheme gelten, können gegebenenfalls auch [[Artikel (Wortart)|Artikel]], [[Konjunktion (Wortart)|Konjunktionen]] und Ähnliches unter die grammatischen Morpheme fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonderfälle ==&lt;br /&gt;
=== Nullmorphem ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Nullmorphem}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Sonderfall stellt das Nullmorphem {{Morph|∅}} dar. Dies ist ein Morphem, das nicht lautlich oder schriftlich realisiert ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Nullmorphem kann unter anderem aus beschreibungstechnischen Gründen gerechtfertigt werden, beispielsweise beim Wechsel zwischen Flexions[[Affix (Linguistik)|affix]]en und deren Fehlen im [[Paradigma]] eines Wortes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Beispiel|Wenn man die Deklination deutscher Substantive betrachtet, so stellt man fest, dass der Nominativ Singular keine eigene Flexionsform aufweist. Lautet der Genitiv Singular von &amp;#039;&amp;#039;Haus&amp;#039;&amp;#039; auf {{Morph|-es}} (&amp;#039;&amp;#039;Haus-es&amp;#039;&amp;#039;), so hat der Nominativ keine Endung. Will man nun auch für den Nominativ Singular eine Endung ausweisen, so kann die Form nur &amp;#039;&amp;#039;Haus-∅&amp;#039;&amp;#039; lauten mit {{Morph|-∅}} für das angesetzte Nullmorphem. Es handelt sich in diesem Fall um kein Nullallomorph, da der Nominativ Singular nie eine eigene Endung aufweist. (In dieser Hinsicht unterliegen die substantivierten Adjektive wie &amp;#039;&amp;#039;Angestellter, Kranker, Verletzter&amp;#039;&amp;#039; anderen Regeln.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Nullmorphem ermöglicht es, dass man das Flexionssystem der Substantive insgesamt einheitlich mit Wortstamm + Endung darstellen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Diskontinuierliches Morphem ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Diskontinuierliches Morphem}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Sonderfall sind die diskontinuierlichen Morpheme, bei denen eine Folge voneinander getrennter Morphe zusammen ein Morphem bilden. Sie kommen in der [[Derivation (Linguistik)|Ableitung]] ebenso wie in der [[Flexion]] vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gebundenes lexikalisches Morphem ===&lt;br /&gt;
Lexikalische Morpheme treten auch als gebundene Morpheme auf, die keine Affixe sind. Die Verbstämme werden mitunter derart aufgefasst, da sie immer nur in Verbindung mit Flexions- oder Ableitungsmorphemen und nie allein verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Konfix}}&lt;br /&gt;
[[Konfix]]e haben eine stärkere lexikalische Grundbedeutung und können im Gegensatz zu unikalen Morphemen in mehreren Umgebungen in Verbindung mit [[Derivation (Linguistik)|Derivation]] oder [[Komposition (Grammatik)|Komposition]] auftreten.&lt;br /&gt;
{{Beispiel|&amp;#039;&amp;#039;Fanat-iker, Fanat-ismus, fanat-isch, fanat-isier-en&amp;#039;&amp;#039; → {{Lexem|Fanat}}&amp;lt;ref name=&amp;quot;meibauer2007:31&amp;quot;&amp;gt;nach Meibauer (2007:31)&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|unikales Morphem}}&lt;br /&gt;
[[Unikales Morphem|Unikale Morpheme]] kommen nur in einer einzigen Kombination vor und haben nur in Verbindung mit einem speziellen Kombinationspartner eine eigene Bedeutung; so z.&amp;amp;nbsp;B. {{Morph|lier-}} in &amp;#039;&amp;#039;ver-lier-en&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Sprachen mit [[Inkorporation (Linguistik)|Inkorporation]] gibt es auch gebundene Nomina bzw. Verben, die morphologisch in ein Verb integriert werden; sie werden in diesem Zusammenhang überdies als Affixe bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Diane Massam: &amp;#039;&amp;#039;Noun Incorporation: Essentials and Extensions.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Language and Linguistics Compass.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 3, Nr. 4, 2009, S. 1076–1096, {{doi|10.1111/j.1749-818X.2009.00140.x}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
{{Beispiel|Kombination der Morphemklassen|Beispiele: &lt;br /&gt;
; frei, lexikalisch: &amp;#039;&amp;#039;Schrank&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Mensch&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Liebe&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
: Diese Morpheme können als selbständige Wörter im [[Satz (Grammatik)|Satz]] stehen und haben eine Bedeutung.&lt;br /&gt;
; frei, grammatisch: &amp;#039;&amp;#039;der&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;in&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;aber&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
: Auch diese Morpheme stehen als selbständige Wörter im Satz, aber sie haben keine eigene Bedeutung. Sie haben eine grammatische Funktion, und man kann ihnen eine Bedeutung zuordnen, aber diese Bedeutung ist immer abhängig von einem lexikalischen Morphem. Beim bestimmten Artikel &amp;#039;&amp;#039;der&amp;#039;&amp;#039; ist allerdings umstritten, ob er nicht besser als Basis &amp;#039;&amp;#039;d-&amp;#039;&amp;#039; und Affix &amp;#039;&amp;#039;-er&amp;#039;&amp;#039; bestimmt werden sollte.&lt;br /&gt;
; gebunden, unikal: &amp;#039;&amp;#039;Him(beere)&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Lor(beer)&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;Him-&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Lor-&amp;#039;&amp;#039; haben keine eigenständige Bedeutung oder Funktion mehr. Sie kommen heute ausschließlich in dieser einen Kombination vor und können ausschließlich in dieser Verbindung sinnvoll benutzt werden. Sie werden nach dem englischen Standardbeispiel auch Cranberry-Morphe genannt. Die Einzelbedeutung dieser Morpheme ging mit dem Sprachwandel verloren (z.&amp;amp;nbsp;B. „Him-“ von mhd. Hinde, „Hirschkuh“).&lt;br /&gt;
; gebunden, derivativ: &amp;#039;&amp;#039;-keit&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;ent-&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;-ier(-en)&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
: Diese Morpheme können nicht selbständig vorkommen. Sie sind immer an ein lexikalisches Morphem gebunden, dessen [[Wortklasse]] sie oft ändern. &amp;#039;&amp;#039;heiter → Heiterkeit&amp;#039;&amp;#039; ändert beispielsweise die Wortklasse von [[Adjektiv]] in [[Substantiv]].&lt;br /&gt;
; gebunden, flexiv: &amp;#039;&amp;#039;-t&amp;#039;&amp;#039; (Allomorphe des Morphems {{Morphem|3. Person Singular Indikativ Präsens}} bzw. der Morphemkombination {{Morphem|3. Person}}{{Morphem|Singular}}{{Morphem|Indikativ}}{{Morphem|Präsens}})&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;-en&amp;#039;&amp;#039; (Allomorph des Morphems {{Morphem|Infinitiv}})&lt;br /&gt;
: Auch diese Morpheme kommen nur an lexikalische Morpheme gebunden vor. Ihre Funktion ist die Beugung ([[Flexion]]) der Wörter. Das Allomorph &amp;#039;&amp;#039;-t&amp;#039;&amp;#039; z.&amp;amp;nbsp;B. beugt das [[Verb]] &amp;#039;&amp;#039;gehen&amp;#039;&amp;#039; (die Verbindung heißt dann &amp;#039;&amp;#039;geht&amp;#039;&amp;#039;) nach Person (3.), Zahl (Einzahl), Zeit (Präsens) und [[Modus (Grammatik)|Modus]] (Indikativ).}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zahl der Morpheme im Deutschen ==&lt;br /&gt;
Zu der Frage, aus wie vielen Morphemen deutsche Wörter aufgebaut sind, sind folgende Hinweise zu finden: Bühler schätzt, dass ca. 34.000 Wörter mit über 2000 „Sinnsilben“ gebildet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Bühler: &amp;#039;&amp;#039;Sprachtheorie. Die Darstellungsfunktion der Sprache.&amp;#039;&amp;#039; Ullstein, Frankfurt am Main/Berlin/Wien 1978, ISBN 3-548-03392-X, Seite&amp;amp;nbsp;34. Erstmals 1934 erschienen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei ist nicht ganz klar, was mit „Sinnsilbe“ gemeint ist. Muss man sie mit [[Morph]] oder Morphem gleichsetzen, oder sind zum Beispiel grammatische Morphe/Morpheme dabei nicht berücksichtigt? Eine nicht näher benannte Computeranalyse eines Wörterbuchs von Wahrig hat ergeben, dass dem darin enthaltenen Wortschatz „fast 5000 deutschstämmige“ und insgesamt „fast 10.000 Morpheme“ zugrunde liegen. Es fehlt hier der Hinweis, wie umfangreich der Wortschatz dieses Wörterbuches ist. Bünting ist sich bewusst, dass diese Zahlenangaben nicht zu stimmen brauchen, nimmt aber an, damit die Dimension in etwa getroffen zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Dieter Bünting: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Linguistik.&amp;#039;&amp;#039; 9. Auflage. Athenäum, Königstein 1981, Text und Fußnote 3, ISBN 3-7610-2011-2, Seite&amp;amp;nbsp;96.&amp;lt;/ref&amp;gt; König gibt – ebenfalls ohne Quellenangabe – an, das Deutsche verfüge über „ca. 4000 Grundmorpheme“.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner König: &amp;#039;&amp;#039;dtv-Atlas Deutsche Sprache.&amp;#039;&amp;#039; 15., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-03025-9, Seite&amp;amp;nbsp;115.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bluhme behandelt in seinem Buch einen Grundwortschatz, der aus 3800 einsilbigen Morphemen besteht, von denen jedoch 1757 (46 %) Entlehnungen sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Bluhme: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch des deutschen Grundwortschatzes.&amp;#039;&amp;#039; LINCOM Europa, München 2005, ISBN 3-89586-805-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Golston &amp;amp; [[Richard Wiese|Wiese]] erstellen eine Datenbank der lexikalischen Wurzeln auf der Basis mehrerer Wörterbücher und erhalten 6512 Einträge.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Chris Golston, Richard Wiese |Titel=The structure of the German root |Hrsg=Wolfgang Kehrein, Richard Wiese |Sammelwerk=Phonology and Morphology of the Germanic Languages |Verlag=Max-Niemeyer-Verlag |Ort=Tübingen |Datum=1998 |ISBN=978-3-484-30386-7 |Seiten=165-185}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Problem bei diesen Angaben besteht darin, dass sie nur sinnvoll sind, wenn man sie auf eine bekannte Größe des Wortschatzes bezieht. Je größer der zugrundegelegte Wortschatz ist, desto größer ist auch die Zahl der Morpheme, wie sich in einer ähnlich gelagerten Untersuchung zu Morphtypes gezeigt hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl-Heinz Best]]: &amp;#039;&amp;#039;Quantitative Untersuchungen zum deutschen Wortschatz.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Glottometrics&amp;#039;&amp;#039; 14, 2007, Seite&amp;amp;nbsp;32–45, Bezug: Seite&amp;amp;nbsp;37f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Morphologische Kategorie]]&lt;br /&gt;
* [[Suppletion]]&lt;br /&gt;
* [[Successor Variety]]&lt;br /&gt;
* [[Kopf (Grammatik)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
=== Allgemeine linguistische Einführungsliteratur ===&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Patrick Brandt, Rolf-Albert Dietrich, Georg Schön |Titel=Sprachwissenschaft |Reihe=UTB |Auflage=2 |Verlag=Böhlau |Ort=Köln |Datum=2006 |ISBN=3-8252-8331-3}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Gerhard Augst]] |Titel=Lexikon zur Wortbildung – Morpheminventar A–Z (3 Bände) |Reihe=Forschungsberichte des Instituts für deutsche Sprache |Verlag=Gunter Narr |Ort=Tübingen |Datum=1975 |ISBN=3-87808-624-5}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Hadumod Bußmann]] |Titel=Lexikon der Sprachwissenschaft |Auflage=3. aktualisierte und erweiterte |Verlag=Kröner |Ort=Stuttgart |Datum=2002 |ISBN=3-520-45203-0}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Danièle Clément |Titel=Linguistisches Grundwissen |Auflage=2 |Datum=2000}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Michael Dürr, [[Peter Schlobinski]] |Titel=Deskriptive Linguistik |Datum=2006 |ISBN=3-525-26518-2}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Hanspeter Gadler |Titel=Praktische Linguistik |Auflage=3 |Datum=1998 |ISBN=3-8252-1411-7}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Dietrich Homberger |Titel=Sachwörterbuch zur Sprachwissenschaft |Datum=2000}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Piroska Kocsány |Titel=Grundkurs Linguistik. Ein Arbeitsbuch für Anfänger |Verlag=Fink |Ort=Paderborn |Datum=2010}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Angelika Linke, Markus Nussbaumer, Paul R. Portmann |Titel=Studienbuch Linguistik |Auflage=5., erweiterte |Verlag=Max Niemeyer |Ort=Tübingen |Datum=2004}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Jörg Meibauer |Titel=Einführung in die germanistische Linguistik |Auflage=2 |Verlag=Metzler |Ort=Stuttgart |Datum=2007 |ISBN=978-3-476-02141-0 |Seiten=15–69}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Heidrun Pelz |Titel=Linguistik |Datum=1996 |ISBN=3-455-10331-6}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Winfried Ulrich]] |Titel=Linguistische Grundbegriffe |Reihe=HIRTs Stichwörterbücher |Auflage=5 |Verlag=Gebrüder Borntraeger |Ort=Berlin/Stuttgart |Datum=2002 |ISBN=3-443-03111-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spezielle linguistische Einführungsliteratur ===&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Henning Bergenholtz, Joachim Mugdan |Titel=Einführung in die Morphologie |Verlag=Kohlhammer |Ort=Mainz u. a. |Datum=1979 |ISBN=3-17-005095-8}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Ingrid Kühn]] |Titel=Lexikologie |Datum=1994 |ISBN=3-484-25135-2}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Franz Simmler |Titel=Morphologie des Deutschen |Verlag=Weidler |Ort=Berlin |Datum=1998 |ISBN=3-89693-304-3}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Christine Römer |Titel=Morphologie der deutschen Sprache |Verlag=Francke |Ort=Tübingen/Basel |Datum=2006 |ISBN=3-8252-2811-8}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Ernst Tugendhat]], [[Ursula Wolf (Philosophin)|Ursula Wolf]] |Titel=Logisch-semantische Propädeutik |Reihe=Universal-Bibliothek |NummerReihe=8206 |Verlag=Reclam |Ort=Stuttgart |Datum=1983 |ISBN=3-15-008206-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vertiefende Literatur ===&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Susanne Bartke |Titel=Experimentelle Studien zur Flexion und Wortbildung |Verlag=Niemeyer |Ort=Tübingen |Datum=1998 |ISBN=3-484-30376-X}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4136928-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4136928-2|LCCN=sh85087341}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wortform]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Linguistische Morphologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;1234qwer1234qwer4</name></author>
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