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	<title>Marktzins - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Marktzins&amp;diff=2437&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Vfb1893: BKL Rating aufgelöst</title>
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		<updated>2025-05-07T19:54:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;BKL &lt;a href=&quot;/index.php?title=Rating&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Rating (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Rating&lt;/a&gt; aufgelöst&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Marktzins&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|&amp;#039;&amp;#039;market interest rate&amp;#039;&amp;#039;}}) ist im [[Finanzwesen]] die allgemeine Bezeichnung für den [[Zinssatz]] auf einem [[Finanzmarkt]]. Da der Zinssatz allgemein als [[Preis (Wirtschaft)|Preis]] gilt, ist der Marktzins der Preis auf einem Finanzmarkt. Die Höhe des Marktzinses hängt von [[Laufzeit (Wirtschaft)|Laufzeit]], [[Marktbreite]], [[Marktliquidität]] und [[Währung]] eines [[Finanzprodukt]]s und der im [[Rating (Finanzwesen)|Rating]] zum Ausdruck kommenden [[Bonität]] des [[Emittent (Finanzmarkt)|Emittenten]] ab, im Marktzins ist also stets eine [[Risikoprämie]] eingepreist. Zudem spielen die Zinserwartungen der [[Marktteilnehmer]] im Hinblick auf die [[Marktentwicklung]] des Marktzinses eine Rolle. Aufgrund seines objektiven Zustandekommens durch die Gesetze des [[Marktmechanismus]] dient er auch außerhalb der [[Finanzwirtschaft]] bei [[Nichtbank]]en als [[Bezugswert]] oder [[Referenzzinssatz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Die Märkte, auf denen Zinsen in Erscheinung treten, sind primär Märkte für [[Geld]], [[Kapital]] und [[Kredit]] und sekundär für [[Ware]]n ([[Commodities]]), mit deren Handel finanzwirtschaftliche [[Transaktion (Wirtschaft)|Transaktionen]] verbunden sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=c4ThOZCtT-wC&amp;amp;pg=PA97&amp;amp;dq=marktzins+zins&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=marktzins%20zins&amp;amp;f=false Winfried Störrle, &amp;#039;&amp;#039;Der Marktzins in der unternehmerischen Investitionsentscheidung&amp;#039;&amp;#039;, 1970, S. 47]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Zins stellt hier einen auf die Laufzeit abgestellten Preis für die Nutzung von Geld, Kredit oder Kapital (oder Waren beim [[Warenkredit]]) dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Finanzmärkten gehört der [[Geldmarkt|Geld-]], [[Kapitalmarkt|Kapital-]] und der [[Kreditmarkt]],&amp;lt;ref&amp;gt;[[Erich Schäfer (Ökonom)|Erich Schäfer]], &amp;#039;&amp;#039;Die Unternehmung&amp;#039;&amp;#039;, 1963, S. 28&amp;lt;/ref&amp;gt; entsprechend gibt es Geldmarktzinsen, Kapitalmarktzinsen und Kreditzinsen bei den verschiedenen zinstragenden [[Finanzinstrument]]en. Deshalb existiert kein einheitlicher Marktzins, weil das [[Zinsniveau]] auf diesen [[Marktsegment]]en im Regelfall unterschiedlich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den einzelnen Teilmärkten tragen die Marktzinsen folgende Bezeichnungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;padding:1em; vertical-align:top; border:2px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! [[Teilmarkt]]&lt;br /&gt;
! [[Angebot (Volkswirtschaftslehre)|Angebot]]&lt;br /&gt;
! [[Nachfrage]]&lt;br /&gt;
! Marktzins&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Devisenmarkt]]&lt;br /&gt;
| [[Devisenangebot]] || [[Devisennachfrage]] || [[Swap (Wirtschaft)#Swapsatz|Swapsatz]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Geldmarkt]]&lt;br /&gt;
| [[Geldangebot]] || [[Geldnachfrage]] || [[Geldmarktzins]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Kapitalmarkt]]&lt;br /&gt;
| [[Kapitalangebot]] || [[Kapitalnachfrage]] || [[Kapitalmarktzins]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Kreditmarkt]]&lt;br /&gt;
| [[Kreditangebot]] || [[Kreditnachfrage]] || [[Kreditzins]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Marktzinsen auf den einzelnen Teilmärkten unterscheiden sich teilweise erheblich voneinander, weshalb von einer [[Zinsstruktur]] gesprochen wird. Auch die Zinssätze innerhalb eines bestimmten Teilmarktes sind nicht einheitlich. So hängt beispielsweise die Höhe des Kapitalmarktzinses von der Art des [[Finanzierungstitel]]s ([[Aktie]]n haben eine [[Aktienrendite]], [[Anleihe]]n eine [[Umlaufrendite]]), seiner [[Laufzeit (Wirtschaft)|Laufzeit]] und der [[Bonität]] ([[Rating (Finanzwesen)|Rating]]) seines [[Emittent (Finanzmarkt)|Emittenten]] ab. Das gilt sinngemäß für alle Teilmärkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Geldmarkt bestehen als Marktzins die Zinssätze für den [[Tages- und Termingeldhandel]] oder für [[Geldmarktpapier]]e. Als wichtige Geldmarktzinsen gelten:&lt;br /&gt;
* [[Euro Short-Term Rate|€STER]] (&amp;#039;&amp;#039;Euro Short-Term Rate&amp;#039;&amp;#039;), vormals [[EONIA]] (&amp;#039;&amp;#039;Euro Over Night Index Average&amp;#039;&amp;#039;): Marktzins für [[Tages- und Termingeldhandel|Tagesgeld]].&lt;br /&gt;
* [[European Interbank Offered Rate|EURIBOR]] (&amp;#039;&amp;#039;European Interbank Offered Rate&amp;#039;&amp;#039;): Marktzins für kurzfristige Gelder am Terminmarkt bis zu 12 Monaten Laufzeit.&lt;br /&gt;
* [[London Interbank Offered Rate|LIBOR]] (&amp;#039;&amp;#039;London Interbank Offered Rate&amp;#039;&amp;#039;): Marktzins für kurzfristige Gelder bis zu 12 Monaten Laufzeit.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Singapore Interbank Offered Rate&amp;#039;&amp;#039; (SIBOR) in [[Singapur]], CHIBOR ([[Volksrepublik China]]), TIBOR ([[Tokio]]): wie LIBOR.&lt;br /&gt;
Insbesondere auf den Geldmärkten ist der Marktzins abhängig vom [[Leitzins]] der jeweiligen [[Zentralbank]], im [[Eurosystem]] vom [[Hauptrefinanzierungsinstrument]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalmarkt kennt als Marktzins die [[Dividendenrendite]] ([[Aktie]]n) und bei [[Anleihe]]n die [[Emissionsrendite]] ([[Primärmarkt]]) oder die [[Umlaufrendite]] ([[Sekundärmarkt]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld- und Kapitalmarktzinsen weisen außer der Höhe des Zinsniveaus auch weitere Unterschiede auf. Eine Untersuchung der deutschen Geldmarktzinsen im Zeitraum zwischen Januar 1996 und Januar 2006 zeigte fast jede Woche eine Marktzinsänderung, wobei die Häufigkeit der Änderungen mit zunehmender Zinsbindung zunahm.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=mq5m8SQWk78C&amp;amp;pg=PA83&amp;amp;dq=marktZins&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwi0-NaI-KTPAhWKfhoKHU_zAn8Q6AEILTAE#v=onepage&amp;amp;q=marktZins&amp;amp;f=false Andreas Rümmele, &amp;#039;&amp;#039;Zinsanpassungsverhalten von Banken bei der Festlegung von Zinssätzen im Retailbanking&amp;#039;&amp;#039;, 2009, S. 77]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Zinszyklen bei Kapitalmarktzinsen hingegen zeigten sich im Vergleich zu den Geldmarktzinsen im selben Zeitraum als weniger stark ausgeprägt.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Rümmele, &amp;#039;&amp;#039;Zinsanpassungsverhalten von Banken bei der Festlegung von Zinssätzen im Retailbanking&amp;#039;&amp;#039;, 2009, S. 78&amp;lt;/ref&amp;gt; Während die Marktzinsänderungsdauer auf dem Geldmarkt laufzeitabhängigen Schwankungen unterworfen war, konnte auf dem Kapitalmarkt kein Zusammenhang zwischen Zinsbindung und Anpassungshäufigkeit festgestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Volkswirtschaftslehre ==&lt;br /&gt;
Der schwedische [[Ökonom]] [[Knut Wicksell]] unterschied 1898 zwischen dem „natürlichen Zins“ und dem Marktzins („Geldzins“).&amp;lt;ref&amp;gt;Knut Wicksell, &amp;#039;&amp;#039;Geldzins und Güterpreise&amp;#039;&amp;#039;, 1898, S. 93 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für ihn war der „natürliche Zins“ ein Zins, bei dem gerade so viel [[Sparen|gespart]] wird wie [[Kapitalbedarf]] für [[Investition]]en vorhanden ist. Der Marktzins ergab sich aus dem Geschäftsgebaren der [[Kreditinstitut]]e und war ein Ungleichgewichtszins. Beide Zinsarten stimmten überein, wenn die Banken bei ihrem Geschäftsgebaren von ihrer [[Geldschöpfung]]smöglichkeit keinen Gebrauch machten, so dass es keine Auswirkungen auf das [[Preisniveau]] der Güterpreise gebe.&amp;lt;ref&amp;gt;Knut Wicksell, &amp;#039;&amp;#039;Geldzins und Güterpreise&amp;#039;&amp;#039;, 1898, S. 93&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellungen von [[John Maynard Keynes]] ähnelten sehr Wicksells Thesen. In seinem 1930 erschienenen Buch „A Treatise on Money“ versteht Keynes unter Marktzins den Zusammenhang zwischen langfristigem [[Umlaufrendite|Anleihezins]] und kurzfristigem [[Sollzins|Bankzins]].&amp;lt;ref&amp;gt;John Maynard Keynes, &amp;#039;&amp;#039;Vom Gelde&amp;#039;&amp;#039;, 1930, S. 163&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Trägheit des Marktzinses ist nach Keynes auf die Unvollkommenheiten des [[Kreditmarkt]]es zurückzuführen.&amp;lt;ref&amp;gt;John Maynard Keynes, &amp;#039;&amp;#039;Vom Gelde&amp;#039;&amp;#039;, 1930, S. 465&amp;lt;/ref&amp;gt; Später verwendete Keynes den Marktzins in seinem Buch [[Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes]] vom Februar 1936, um nachzuweisen, wann sich eine Investition noch lohnt. Wenn die [[Grenzleistungsfähigkeit]] des eingesetzten Kapitals größer als der Marktzins ist, werden sich die [[Unternehmer]] für [[Investition]]en entscheiden und umgekehrt. Der tatsächliche Investitionsumfang wird demnach ausgedehnt, bis „es keine Klasse von Kapitalgütern mehr gibt, deren Grenzleistungsfähigkeit den aktuellen Zinssatz übersteigt“.&amp;lt;ref&amp;gt;John Maynard Keynes, &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes&amp;#039;&amp;#039;, 1936, S. 136&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liegt ein optimaler Kapitalbestand vor, entspricht die Grenzleistungsfähigkeit des eingesetzten Kapitals &amp;lt;math&amp;gt;i_r&amp;lt;/math&amp;gt; in einer [[Gleichungsarten ökonomischer Modelle#Verhaltensgleichung|Verhaltensgleichung]] dem Marktzins &amp;lt;math&amp;gt;i&amp;lt;/math&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;i = i_r&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei einem Kapitalbestand unterhalb des Optimums ist die Grenzleistungsfähigkeit des eingesetzten Kapitals höher als der Marktzins und umgekehrt,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=2JeFBAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA499&amp;amp;dq=Wicksell+marktzins&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=snippet&amp;amp;q=marktzins&amp;amp;f=false Artur Woll, &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;, 2011, S. 326]&amp;lt;/ref&amp;gt; es kommt solange zu Investitionen, bis die Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals mit dem Marktzins übereinstimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsfragen ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Zinswucher}}&lt;br /&gt;
Die [[Rechtsprechung]] entwickelte zum Zwecke des [[Verbraucherschutz]]es zunächst Kriterien, um übermäßigen Zinsforderungen von Kreditinstituten in Kreditverträgen Einhalt zu gebieten. Die Obergrenze sollte der [[Zinswucher]], eine Unterart des [[Wucher]]s, sein. Liegt der [[Tatbestand]] des Zinswuchers vor, so sind die betroffenen Kreditverträge [[Unwirksamkeit|nichtig]] mit der Folge, dass auch die übermäßigen Zinsforderungen nicht gelten. Im Jahre 1966 begann der [[Bundesgerichtshof]] (BGH) damit, den Tatbestand des Zinswuchers anzuwenden. Er hielt das Kriterium des Wuchers bei kleineren Geschäftskrediten mit einem Jahreszins von 114,3 % und 130,9 % für erfüllt.&amp;lt;ref&amp;gt;BGH WM 1966, 399, 400&amp;lt;/ref&amp;gt; Benutzte er hier noch absolute Zinshöhen, so begann er im Juli 1982 bei [[Ratenkredit]]verträgen mit einem Vergleich zwischen Vertragszins und Marktzins.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Marktzins lässt sich aus offiziellen Zinsstatistiken der Bundesbank und der EZB entnehmen&amp;lt;/ref&amp;gt; Wucher liegt demnach vor, wenn der effektive Vertragszins den Marktzins relativ um 97 % überschreitet,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.prinz.law/urteile/bgh/III_ZR__21-81 BGH, Urteil vom 8. Juli 1982, Az.: III ZR 21/81]&amp;lt;/ref&amp;gt; also ungefähr die doppelte Zinshöhe erreicht. Der BGH zieht jedoch eine berechtigte Grenze. Danach handelt es sich nicht um Zinswucher, wenn ein ungewöhnlich hohes [[Kreditrisiko]] für die vereinbarte Zinshöhe spricht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Rspr|BGH NJW 1994, 1275}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Gesetz]] erwähnt den Marktzins als [[Rechtsbegriff]] etwa bei der [[Bewertung (Rechnungswesen)|Bewertung]] der [[Rückstellung]]en in {{§|253|hgb|juris}} Abs. 2 Satz 2 [[Handelsgesetzbuch|HGB]], wonach diese [[Bilanzposition]] mit einer [[Laufzeit (Wirtschaft)|Restlaufzeit]] von mehr als einem Jahr mit dem entsprechenden durchschnittlichen Marktzins [[Abzinsung und Aufzinsung|abzuzinsen]] ist. Für [[Pensionsrückstellung]]en und ähnliche langfristige Rückstellungen ist ein durchschnittlicher Marktzins mit einer Restlaufzeit von 15 Jahren zugrunde zu legen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Bausparkasse]]n müssen sich gemäß {{§|2|bausparkv_2015|juris}} Bausparkassenverordnung einem [[Stresstest (Finanzwirtschaft)|Stresstest]] unterziehen, wobei ein Basisszenario insbesondere die von der Bausparkasse erwartete Entwicklung der Ertrags- und Liquiditätslage unter Berücksichtigung des erwarteten Marktzinsniveaus über einen bestimmten Zeitraum darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Der Marktzins ist auf [[Pareto-Optimum|effizienten]] Finanzmärkten höher als der [[risikofreier Zinssatz|risikofreie Zinssatz]], denn beim Marktzins wird als [[Agio|Aufschlag]] eine [[Risikoprämie]] berechnet, die zusätzlich neben dem risikofreien Zinssatz von Marktteilnehmern bezahlt werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Kreditderivate_und_Kreditrisikomodelle/IH25mqfx198C?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Risikofreier+Zinssatz+risikopr%C3%A4mie&amp;amp;pg=PA3&amp;amp;printsec=frontcover Marcus R.W. Martin/Stefan Reitz/Carsten Wehn, &amp;#039;&amp;#039;Kreditderivate und Kreditrisikomodelle&amp;#039;&amp;#039;, 2006, S. 3]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Marktzinssatz &amp;lt;math&amp;gt;i_M&amp;lt;/math&amp;gt; ergibt sich aus dem risikolosen Zinssatz &amp;lt;math&amp;gt;i&amp;lt;/math&amp;gt; und der Risikoprämie &amp;lt;math&amp;gt;x&amp;lt;/math&amp;gt; (auch [[Spread (Wirtschaft)|Spread]] genannt):&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Makro%C3%B6konomie/kbPBqRDa40YC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=risikofreie+Zinssatz+marktzins&amp;amp;pg=PA665&amp;amp;printsec=frontcover Olivier Blanchard/Gerhard Illing, &amp;#039;&amp;#039;Makroökonomie&amp;#039;&amp;#039;, 2009 , S. 665]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;i_M = i + x&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der Marktzins ist mit dem risikofreien Zinssatz bei [[langfristig]]er Laufzeit nur im Falle von mit einem [[Triple A (Finanzanalyse)|Triple A-Rating]] versehenen [[Staatsanleihe]]n und bei [[kurzfristig]]er Laufzeit mit dem [[Interbankenzins]] für unbesicherte Interbankgeschäfte (etwa LIBOR) identisch. Die englischsprachige [[Fachliteratur]] nennt allgemein die 3-Monats-[[Treasury Bills]] der US-Regierung, da diese durch die kurze Laufzeit kaum durch Inflation oder Zinsänderungen verändert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;John Downes/Jordan Elliot Goodman, &amp;#039;&amp;#039;Dictionary of Finance and Investment Terms&amp;#039;&amp;#039;, 4. Auflage, Barron&amp;#039;s Educational Series, 1995, S. 428&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marktzins ist als [[Referenzzinssatz]] im [[Kreditgeschäft]] der Kreditinstitute Bestandteil in [[Kreditvertrag|Kreditverträgen]] aller Art ([[Dispositionskredit]]e, [[Konsumkredit]]e, [[Lombardkredit]]e, [[Kontokorrentkredit]]e, [[Investitionskredit]]e, [[Immobilienfinanzierung]]en), auch im [[Internationaler Kreditverkehr|internationalen Kreditverkehr]] ([[Fazilität]]en/[[Kreditlinie]]n, [[Stand-by-Kredit]]e, [[Roll-over-Kredit]]e, [[Revolving Credit Facility]]). In Kreditverträgen ist der Marktzins (Kreditzins) näher zu definieren, insbesondere ob er als [[Festzins]] oder [[variabler Zins]] gelten soll, wie lange er als vereinbart gilt ([[Zinsbindungsfrist]], [[Zinsgleitklausel]]) und welche [[Kreditmarge]] einem Referenzzinssatz zugeschlagen wird. Das gilt auch für alle [[Anleihe]]n. Im [[Passivgeschäft]] bestimmt der Marktzins ([[Habenzins]]) die Preise für zinsorientierte [[Finanzprodukt]]e ([[Sichteinlage]]n, [[Termingeld]]er, [[Spareinlage]]n oder [[Sparbrief]]e). Hier gelten die gleichen Transparenzvorschriften wie im Kreditgeschäft. Bei Investitionen ist der Marktzins für Unternehmer die Vergleichsgröße bei der Ermittlung der Grenzleistungsfähigkeit des eingesetzten Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufig wird der Begriff Marktzins auch für den Vergleichswert des „marktüblichen Zinses“ verwendet. Hierunter versteht der [[Bundesfinanzhof]] (BFH) einen Zinssatz für vergleichbare Darlehen, den Banken ihren Kunden im fraglichen Zeitraum gewährten, wofür er deshalb die Zinsstatistik der Bundesbank zu Rate zieht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://datenbank.nwb.de/Dokument/206524/ BFH, Urteil vom 4. Mai 2006, Az.: VI R 28/05]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Veröffentlichung]]en verschiedener Marktzinsen gibt es beim [[Basiszinssatz]] oder bei den seit Januar 2003 einheitlich in allen [[EU-Mitgliedstaaten]] erhobenen MFI-Zinsstatistiken der [[Bundesbank]] und [[EZB]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Statistiken/Geld_und_Kapitalmaerkte/Zinssaetze_und_Renditen/Einlagen_und_Kreditzinssaetze/einlagen_und_kreditzinssaetze.html Deutsche Bundesbank, &amp;#039;&amp;#039;Einlagen- und Kreditzinssätze&amp;#039;&amp;#039;, August 2016]&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese weisen Durchschnittszinssätze aus, die sich aus den von Kreditinstituten im Kreditgeschäft angewandten Zinssätzen ergeben. Die Zinssätze werden als volumengewichtete Durchschnittssätze über alle im Laufe des Berichtsmonats abgeschlossenen Neuvereinbarungen für Einlagen und Kredite berechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Marktzinsmethode]]&lt;br /&gt;
* [[Negativzins]]&lt;br /&gt;
* [[Rendite]]&lt;br /&gt;
* [[Realzins]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4140803-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bankwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzierung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zinsgeschäft]]&lt;/div&gt;</summary>
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