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	<title>Markt - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<title>87.159.62.47: /* Antike */</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Antike&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt einen Platz, an dem Güter gehandelt werden. Zu weiteren Bedeutungen siehe [[Markt (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Nuremberg, Hauptmarkt and Frauenkirche 4660.jpg|mini|hochkant=1.5|Hauptmarkt in [[Nürnberg]] ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Markt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von {{laS|mercatus}} ‚Handel‘, zu {{laS|merx}} ‚Ware‘) bezeichnet allgemeinsprachlich einen [[Ortschaft|Ort]], an dem [[Ware]]n regelmäßig auf einem meist zentralen [[Marktplatz (Städtebau)|Platz]] [[Handel|gehandelt]] werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Auf dem klassischen Markt findet [[Präsenzhandel]] statt, bei dem die [[Marktteilnehmer]] persönlich anwesend sind und dabei die vorhandenen Waren gegen [[Geld]] oder gegen andere Waren ([[Realtausch]]) tauschen. Das hat den Vorteil, dass die Tauschobjekte sofort übergeben werden können. Bei [[Warenbörse]]n sind dagegen die Marktteilnehmer und das [[Handelsobjekt]] Ware nicht präsent, was zu [[Erfüllungsrisiko|Erfüllungsrisiken]] bei den [[Kontrahent]]en führen kann. Bei modernen Märkten entfällt sogar noch der geografische Ort, sie finden als [[virtueller Marktplatz]] wie im [[E-Business]] oder bei [[Organisiertes Handelssystem|organisierten Handelssystemen]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
Warenmärkte gab es bereits in der [[Antike]], sie entstanden als so genannte &amp;#039;&amp;#039;Präsenzmärkte&amp;#039;&amp;#039;, auf denen die persönlich anwesenden [[Angebot (Volkswirtschaftslehre)|Anbieter]] den ebenfalls anwesenden [[Nachfrager]]n ihre physisch vorhandenen [[Handelsware]]n feilboten. Der freie [[Marktzutritt]] war üblich, ein Marktverbot erhielten meist Feinde. So wird beispielsweise der Ausschluss der [[Megara|Megarer]] von den Märkten [[Athen]]s 432 [[vor Christus]] als Ursache für den Ausbruch des [[Peloponnesischer Krieg|Peloponnesischen Kriegs]] angesehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=TaMoCQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA2&amp;amp;dq=m%C3%A4rkte+antike&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwih4ZX7x8bpAhWx1aYKHVsLA1YQ6AEIJzAA#v=onepage&amp;amp;q=m%C3%A4rkte%20antike&amp;amp;f=false Sitta von Reden, &amp;#039;&amp;#039;Antike Wirtschaft&amp;#039;&amp;#039;, 2015, S. 32]&amp;lt;/ref&amp;gt; Dort gab es neben der [[Agora (Athen)|Agora]] ({{grcS|ἀγορά}}, „Marktplatz“) als einem der ersten städtischen Märkte auch die [[Römische Agora]]. [[Rom]] selbst besaß neben dem [[Forum Boarium]] ({{laS|forum}}, „Markt“ und {{laS|bos}}, „Rind“) für Fleisch das Forum Holitorum für Gemüse und das Forum Suarium für Schweine.&amp;lt;ref&amp;gt;Sitta von Reden, &amp;#039;&amp;#039;Antike Wirtschaft&amp;#039;&amp;#039;, 2015, S. 32&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine weitere Form war das &amp;#039;&amp;#039;Emporion&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|ἐμπόριον}}, „Handels- und Marktplatz“) als eigenständiger Markt- und [[Handelsplatz]] einer Stadt, der als Umschlagplatz für fremde Waren fungierte oder als Handelsniederlassung außerhalb des Mutterlandes angelegt wurde. Die uralte Form des Realtauschs auf Märkten verbreitete sich über [[Pompeji]] und [[Ostia Antica|Ostia]] bis zum römischen [[Timgad]] ([[Algerien]]).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Fernand Braudel]], &amp;#039;&amp;#039;Sozialgeschichte des 15.-18. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Band 2: Der Handel&amp;#039;&amp;#039;, 1986, S. 19 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das deutsche Wort „Markt“ geht auf das im Jahre 765 erstmals aufgetauchte [[althochdeutsch]]e „markāt“ zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gerhard Köbler]], &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Rechtswörterbuch&amp;#039;&amp;#039;, 1995, S. 262&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Im [[Mittelalter]] handelten die Marktteilnehmer gegenseitig die [[Marktpreis]]e aus. Spätestens seit 629 lag das [[Marktrecht]] beim König, als der [[Merowinger]] [[Dagobert I.]] der Kirche von [[Saint-Denis (Seine-Saint-Denis)|St. Denis]] gestattete, einmal pro Jahr einen vierwöchigen Markt in der Nähe von [[Paris]] abzuhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Claudia Beckers-Dohlen/Simone Baße, &amp;#039;&amp;#039;Markt, Turnier und Alltagsleben im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;, 2000, S. 64&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahre 862 mussten Märkte auch zu Zeiten der [[Karolinger]] unter König [[Karl der Kahle|Karl dem Kahlen]] durch Stiftung des Marktrechts genehmigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Claudia Beckers-Dohlen/Simone Baße, &amp;#039;&amp;#039;Markt, Turnier und Alltagsleben im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;, 2000, S. 66&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab dem 12. Jahrhundert entstand in Paris ein öffentlicher Markt, der wegen seiner Nähe zur [[Seine]] den Namen „[[Place de Grève]]“ ({{deS|„Strandplatz“}}) erhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;Lokoabschluss&amp;#039;&amp;#039; bestand aus vorrätiger, sofort lieferbarer, „greifbarer“ Ware.&amp;lt;ref&amp;gt;Julius Kähler, &amp;#039;&amp;#039;Welthandel und deutsche Einfuhr: Eine Schilderung der Produktionsgebiete, der Welthandelswaren und der Technik des Importgeschäftes&amp;#039;&amp;#039;, 1926, S. 351&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Märkte mussten [[Öffentlichkeit|öffentlich]] sein, um einen gerechten Handel zu ermöglichen. Eigens dafür ernannte Marktaufseher sollten die Aktivitäten im Auge behalten, abweichendes Verhalten mahnen und Ansprechpartner für Betroffene sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Bettina Emmerich, &amp;#039;&amp;#039;Geiz und Gerechtigkeit: ökonomisches Denken im frühen Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;, 2004, S. 97&amp;lt;/ref&amp;gt; Es handelte sich um städtische Bedienstete, die die Einhaltung der Marktordnung überwachten und das Marktgefälle einnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Heidelberger Akademie der Wissenschaften, &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Rechtswörterbuch&amp;#039;&amp;#039;, Band 9, 1992–1996, 1998, S. 253&amp;lt;/ref&amp;gt; Marktgefälle waren die [[Abgabe]]n der Händler und Bürger an den Marktherrn. Der Markt bildete das Handelszentrum einer Stadt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=7aYLqtdaiagC&amp;amp;pg=PA351&amp;amp;dq=Marktpolizei,+er+nahm+auch+die+Rechtsprechung+wahr.&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Marktpolizei%2C%20er%20nahm%20auch%20die%20Rechtsprechung%20wahr.&amp;amp;f=false Jan A. van Houtte (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Europäische Wirtschafts- und Sozialgeschichte im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;, Band 2, 1980, S. 351]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Marktgemeinde]]n besaßen in einigen Regionen Marktrechte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Hanse]] bildeten sich ab 1143 [[Handelsplatz|Handelsplätze]] wie [[Hansestadt|Hansestädte]] mit regem Marktbetrieb. Eine der ersten deutschsprachigen [[Marktordnung]]en ist 1190 für die österreichische Stadt [[Enns]] belegt. Im 13. Jahrhundert gab es in [[Nürnberg]] mindestens 4 überwachte Jahrmärkte (&amp;#039;&amp;#039;Walpurgismarkt&amp;#039;&amp;#039; am 1. Mai, &amp;#039;&amp;#039;Johannismesse&amp;#039;&amp;#039; am 24. Juni, &amp;#039;&amp;#039;Egidimesse&amp;#039;&amp;#039; am 1. September und die &amp;#039;&amp;#039;Michaelsmesse&amp;#039;&amp;#039; am 29. September). Um 1253 gab es eine [[Berlin]]er Markt- und Gewerbeaufsicht, die beispielsweise falsche Maße und Gewichte mit Geldstrafe ahndete und andere Marktvergehen unter Strafe stellte (Schupfstuhl, Schimpfsteine).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=rkBR28td3U0C&amp;amp;pg=PA226&amp;amp;dq=mittelalter+marktordnung&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=mittelalter%20marktordnung&amp;amp;f=false Dagmar Klose, &amp;#039;&amp;#039;Freiheit im Mittelalter am Beispiel der Stadt&amp;#039;&amp;#039;, 2009, S. 226]&amp;lt;/ref&amp;gt; Allein im Deutschen Reich gab es bis zum Jahre 1500 mindestens 5.000 periodisch stattfindende Märkte in etwa 500 Orten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=8mtKblQlka4C&amp;amp;pg=PA30&amp;amp;dq=m%C3%A4rkte+mittelalter&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjMt8XI1cbpAhXMBBAIHSGVDgIQ6AEIJzAA#v=onepage&amp;amp;q=m%C3%A4rkte%20mittelalter&amp;amp;f=false Michael Rothmann, &amp;#039;&amp;#039;Die Frankfurter Messen im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;, 1998, S. 30]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Vitten&amp;#039;&amp;#039; (Singular: &amp;#039;&amp;#039;Vitte&amp;#039;&amp;#039;; „Heringsanlandeplatz“) entwickelten sich im 13. Jahrhundert im Ostseeraum. Der [[Heringe|Hering]]s&amp;amp;shy;handel war im Mittelalter ein bedeutender Handelszweig, war doch der Hering für alle Bevölkerungsschichten eine für die Ernährung wichtige und erschwingliche [[Protein|Eiweißquelle]]. Große Heringsvorkommen im Bereich der dänisch-schwedischen [[Schonen|Ostseeküste]] führten zu saisonal bestehenden Handelsorten, den &amp;#039;&amp;#039;[[Witte (Fischverarbeitung)|Vitten]]&amp;#039;&amp;#039;, die jeweils im Besitz einzelner [[Hansestadt|Hansestädte]] waren. In der jeweiligen Fangsaison siedelten sich vorübergehend bis zu zwanzigtausend Menschen (Kaufleute, Handwerker, Fischer, [[Küfer|Böttcher]] usw.) an. Gegenstand der Tätigkeit in diesen Orten waren der Heringsfang, das Ausnehmen und Ein[[pökeln]] der Fische in Eichenfässern und der Handel und das Handwerk rund um diese Tätigkeiten. Die Größe der Fässer war weitgehend vorgeschrieben, so dass jedes Fass 900 bis 1000 Heringe enthielt (wobei das Salz ein Fünftel des Fassinhaltes ausmachte). Der Preis richtete sich nach der Zahl der Heringe, nicht nach dem Fassgewicht. Der weitere Vertrieb der eingepökelten und damit sehr haltbaren Heringe erfolgte auf dem gesamten Festland.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Schubert (Historiker)|Ernst Schubert]]: &amp;#039;&amp;#039;Essen und Trinken im Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, Sonderausgabe. Primus, Darmstadt 2010, ISBN 978-3-89678-702-6, S. 136f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Renaissance und Neuzeit ===&lt;br /&gt;
Im Hinblick auf den zunehmenden Handel mit [[Fungibilität|vertretbaren]] Waren ({{enS|[[Commodities]]}}) entwickelten sich die [[Warenbörse]]n als Sonderform des Marktes.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=UqS3cQwtjXwC&amp;amp;pg=PA24&amp;amp;dq=b%C3%B6rsenordnung+1739&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=b%C3%B6rsenordnung%201739&amp;amp;f=false Tilman Breitkreuz, &amp;#039;&amp;#039;Die Ordnung der Börse&amp;#039;&amp;#039;, 2000, S. 23]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die ersten Warenbörsen fungierten bereits teilweise nicht mehr als Präsenzbörsen. In [[Brügge]] entstand 1409 weltweit die erste dieser Art, sie fand vor dem Haus der reichen Kaufmannsfamilie van der Beurse ({{nlS|beurs}}, „Geldbeutel“) statt, die Güter waren nicht präsent. Die ältesten deutschen Warenbörsen entstanden 1540 in [[Augsburger Börse|Augsburg]] und [[Nürnberger Börse|Nürnberg]];&amp;lt;ref&amp;gt;Herbert Rosendorfer, &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Geschichte – Ein Versuch. Band 4: Der Dreißigjährige Krieg&amp;#039;&amp;#039;, 2007, S. 41&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die Nürnberger Börse wurden 1560 vom Rat Handelsregeln erlassen und als Marktordnung für alle sichtbar auf einer Tafel am Herrenmarkt angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Basar]]e ({{faS|بازار|d=Bāzār}}, „Markt“) entstanden wohl in ihrer heutigen Form erstmals im 16. Jahrhundert im persischen [[Täbris]],&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=OR5uDwAAQBAJ&amp;amp;pg=PT54&amp;amp;dq=basar+t%C3%A4bris&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjp9pq5icfpAhWiwcQBHezPBHYQ6AEIJzAA#v=onepage&amp;amp;q=basar%20t%C3%A4bris&amp;amp;f=false Bita Schafi-Neya, &amp;#039;&amp;#039;Gebrauchsanweisung für Iran&amp;#039;&amp;#039;, 2018, o. S.]&amp;lt;/ref&amp;gt; von wo aus sie sich über ganz [[Arabische Welt|Arabien]] ({{arS|سوق|w=[[suq|sūq]]}}) verbreiteten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=x8pwDwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA52&amp;amp;dq=basar+lexikon&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiBgq6T_MbpAhVMyqQKHc3hCbEQ6AEIMDAB#v=onepage&amp;amp;q=basar%20lexikon&amp;amp;f=false Michael Gorges, &amp;#039;&amp;#039;Kleines Iran-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2019, S. 51 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ähnliche Marktplätze errichtete bereits zuvor der Statthalter Yazid ibn Hatim al-[[Muhallabiten|Muhallabi]] während seiner Regierungszeit (771–787) in [[Tripolis]]. Anders als die europäischen Märkte waren aus klimatischen Gründen die Basare meist in Gebäuden mit Gewölben oder in überdachten Ladenstraßen untergebracht. Die Überwachung der Preisbildung, der Waren und der Akteure übernahm im [[Islam]] der Sittenwächter ({{lang|ar-Latn|[[muhtasib]]}}). [[Adam Olearius]] berichtete 1656 in seinen Reisebeschreibungen über die persischen Basare.&amp;lt;ref&amp;gt;Adam Olearius, &amp;#039;&amp;#039;Newe Beschreibung Der Muscowitischen und Persischen Reyse&amp;#039;&amp;#039;, 1656, S. 600 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Märkte typischerweise lokale Märkte waren, an denen sich die Menschen mit den unmittelbar benötigten Gütern versorgten, tauchten sehr früh auch zwischenstaatliche Märkte auf. Dieser Handel über lange Distanzen war zwar mit größeren Schwierigkeiten verbunden als der lokale Handel, er konnte aber auch sehr profitabel sein. Eine ursprüngliche Form des Austausches von Gütern zwischen Händlern waren die [[Messe (Wirtschaft)|Messen]] ({{enS|fair}}, {{itS|feria}}).&amp;lt;ref&amp;gt;Max Weber, &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaftsgeschichte. Abriss der universalen Sozial- und Wirtschafts-Geschichte. Aus den nachgelassenen Vorlesungen&amp;#039;&amp;#039;, Herausgegeben von S. Hellmann u. Melchior Palyi. Duncker &amp;amp; Humblot, München u. a. 1923, S. 220 (4., unveränderte Auflage. Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 1981, ISBN 3-428-01650-5)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese fanden periodisch statt. Die meisten europäischen Händlermärkte gab es im Raum zwischen Italien und Flandern. Auf diesen Messen wurden wesentlich Güter des Südens, inklusive Gewürze aus Asien, mit Gütern aus dem Norden, vor allem Wolle aus England und Flandern ausgetauscht. Diese Messen hatten ihre Hochblüten zwischen dem 11. und dem 14. Jahrhundert.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Huvelin: &amp;#039;&amp;#039;Essai historique sur le droit des marchés &amp;amp; des foires.&amp;#039;&amp;#039; Rousseau, Paris, 1897; Charles Verlinden: &amp;#039;&amp;#039;Markets and Fairs.&amp;#039;&amp;#039; In: Michael M. Postan u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Cambridge economic history of Europe.&amp;#039;&amp;#039; Band 3: &amp;#039;&amp;#039;Economic Organization and Policies in the Middle Ages.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1963, S. 119–153&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Robert S. Lopez: &amp;#039;&amp;#039;The commercial revolution of the Middle Ages. 950–1350.&amp;#039;&amp;#039; Reprinted edition. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1976, ISBN 0-521-21111-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Messen waren nicht nur Ort des Handels. Auf ihnen fanden eine Reihe von festlichen und anderen Aktivitäten statt, welche den eigentlichen Austausch von Gütern einrahmten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Aufkommen der [[Wertpapierbörse]]n verschwand die Präsenz völlig. Anbieter und Nachfrager ließen sich durch [[Börsenhändler]] vertreten, die [[Standardisierung|standardisierten]] [[Handelsobjekt]]e ([[Aktie]]n, [[Anleihe]]n) lagerten woanders, die [[Börsenkurs]]e handelten nicht die Anbieter und Nachfrager untereinander aus, sondern überließen dies den [[Börsenmakler]]n. Diese Abwesenheit von Marktteilnehmern und Handelsobjekten erforderte strengere Regeln. Die erste [[Börsenordnung]] in Preußen stammte vom 25. Februar 1739, galt inhaltlich jedoch noch nicht als Börsenordnung im heutigen Sinne. Erst deren Neufassung vom Juli 1805 mit einem vollkommeneren und ausführlicheren „Börsen-Reglement“ erfüllte diese Voraussetzungen. Für [[Karl Marx]] galt 1848 der Markt mit seiner „gnadenlose[n], Grenzen überschreitende[n] Konkurrenz“ als zentraler Bestandteil des [[Kapitalismus]].&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Kocka, &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Kapitalismus&amp;#039;&amp;#039;, 2013, S. 10&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem weltweiten Vordringen des [[Internet]] ab April 1993 gründeten sich [[Netzwerk]]e ({{enS|[[Marketplace]]s}}), die den Austausch von Waren oder [[Dienstleistung]]en mittels [[Online-Handel]] oder [[Internet-Tauschbörse]]n (Ware gegen Ware) ermöglichten. Zu den ersten und heute größten gehören die Online-Händler [[Amazon]] (gegründet im Juli 1995) und [[eBay]] (September 1995). Beide nennen ihre [[Plattform-Unternehmen|Plattform]] für Kleinanzeigen „Marketplace“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marktrecht und Marktplatz ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Marktrecht (historisch)|Marktplatz (Städtebau)}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Spices1.jpg|mini|[[Gewürz]]e auf dem Markt im marokkanischen [[Agadir]]]]&lt;br /&gt;
Ein Marktplatz ist ein städtischer [[Platz]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Gendarmenmarkt]] in Berlin), auf dem regelmäßig Verkaufsveranstaltungen (Märkte) abgehalten werden oder wurden. Dieser sogenannte Marktplatz ist in der Regel der zentrale Platz in einer [[Stadt]], an dem auch das [[Rathaus]] errichtet wurde. In größeren Städten existierten oft mehrere Marktplätze, auf denen früher spezifische Waren angeboten wurden. Um Märkte nicht unter freiem Himmel abhalten zu müssen, wurden in vielen Städten [[Halle (Architektur)#Markthalle|Markthallen]] errichtet. Das Recht, einen Markt abzuhalten (Marktrecht) war im Mittelalter für die städtische Entwicklung entscheidend, und galt als erste Stufe zum [[Stadtrecht]]. Der [[Roland (Statue)|Roland]] als traditionelles Symbol der Markthoheit findet sich heute noch als Standbild in etlichen deutschen Städten, z.&amp;amp;nbsp;B. in [[Brandenburg an der Havel]], [[Halberstadt]], [[Stendal]], [[Wedel]] und [[Zerbst/Anhalt|Zerbst]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Markt“ ist auch in einigen Bundesländern wie zum Beispiel Bayern, Sachsen die offizielle Bezeichnung für eine Gemeinde, die einen Status zwischen Dorf und Stadt einnimmt. Dieser Status war früher mit der Verleihung des Marktrechts verbunden. In anderen Bundesländern gibt es dafür andere Bezeichnungen. In Bayern und Österreich ist der Begriff Markt bis heute teilweise offizieller Bestandteil des [[Ortsname]]ns. So weisen Ortsnamen wie [[Sobótka]], [[Szombathely]] oder [[Römerberg (Frankfurt am Main)|Samstagsberg]] auf das [[Samstag|samstägliche]] Marktrecht hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Betriebsformen des Einzelhandels ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Funchal Mercado.jpg|mini|[[Mercado dos Lavradores]] in [[Funchal]] auf [[Madeira]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Street food vendor in Cambodia.jpg|mini|Eine Marktfrau bereitet frisch gegrillten Fisch und Hähnchen in [[Kambodscha]] zu.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Marche berlin002.jpg|mini|Wochenmarkt auf dem Karl-August-Platz im Berliner Bezirk [[Charlottenburg-Wilmersdorf]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem ortsbezogenen Marktbegriff hat sich im Laufe der Zeit ein auf die [[Betriebsform]] des [[Einzelhandel]]s bezogener Marktbegriff abgeleitet. Heute unterscheidet man eine ganze Reihe unterschiedlicher Märkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Märkte als offene Verkaufsveranstaltung ===&lt;br /&gt;
Markt ist ebenfalls die Bezeichnung der Verkaufsveranstaltung an sich, zu der in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen an einem bestimmten Ort – meist dem Marktplatz in der Stadtmitte – [[Händler]] zusammenkommen, um [[Ware]]n des täglichen [[Bedarf]]s an Ständen zu verkaufen, [[Krämermarkt|Krämer- oder Krammärkte]], oft in Form eines [[Wochenmarkt|Wochen-]] oder [[Jahrmarkt]]es. Werden auf einem Markt gebrauchte Waren wie beispielsweise benutzte Haushaltsgegenstände oder Kleidung aus zweiter Hand angeboten, spricht man von [[Flohmarkt]] oder Trödelmarkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben solchen allgemeinen Marktveranstaltungen hat sich im Lauf der Geschichte eine ganze Reihe spezieller Veranstaltungen in Marktform entwickelt; hierzu zählen beispielsweise spezielle Obstmärkte, Fischmärkte und ähnliche Produktgruppenmärkte, wie auch [[Viehmarkt|Viehmärkte]] (zu denen es historisch in Städten auch jeweils spezielle [[Marktplatz (Städtebau)|Plätze]] gab), neuer auch [[Bauernmarkt|Bauernmärkte]] (Märkte der Direktvermarktung), aber auch [[Handwerk]]smärkte, [[Kunstmarkt|Kunstmärkte]], [[Weihnachtsmarkt|Weihnachtsmärkte]] und Fach- und Spezialmessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Traditionelle lokale Märkte ===&lt;br /&gt;
Hervorgegangen aus den auf [[Tauschhandel]] basierenden Märkten der frühen Geschichte oder [[indigene]]r Kulturen existieren heute vor allem in den Entwicklungsländern lokale Märkte für die Produkte [[Traditionelle Wirtschaftsform|traditionellen Wirtschaftens]], bei denen die Erzeuger „direkt“ ihre Waren verkaufen oder gegen andere Güter eintauschen. Das entscheidende Merkmal solcher Märkte ist die reine Versorgungsorientierung; Gewinnerwirtschaftung und Profit spielen hier keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Großmärkte, Supermärkte ===&lt;br /&gt;
Ein [[Großmarkt]] ist ein Ort (oft eine [[Großmarkthalle]]), an dem zum Beispiel [[Lebensmittel]] und [[Blume]]n an [[Wiederverkäufer]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Einzelhandel]]s&amp;amp;shy;geschäfte, [[Gastronomie]]) verkauft werden ([[Großhandel]]). [[Einzelhandelsgeschäft]]e tragen ab einer bestimmten [[Verkaufsfläche]] oft den Zusatz „Markt“. Dazu gehören der [[SB-Warenhaus|SB-Markt]] mit mindestens 2000 m² Verkaufsfläche, im Ausland als &amp;#039;&amp;#039;[[Hypermarkt]]&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|hypermarket}}) bezeichnet, der [[Verbrauchermarkt]] mit 1500–4999&amp;amp;nbsp;m² Verkaufsfläche und der [[Supermarkt]] mit einer Verkaufsfläche von mindestens 400&amp;amp;nbsp;m² und weniger als 1500&amp;amp;nbsp;m².&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?redir_esc=y&amp;amp;hl=de&amp;amp;id=BJe0wOKjMYQC&amp;amp;q=400#v=snippet&amp;amp;q=400&amp;amp;f=false Oliver Everling/Olaf Jahn/Elisabeth Kammermeier, Rating von Einzelhandelsimmobilien: Qualität, Potenziale und Risiken sicher bewerten, 2009, S. 40]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Marktbrunnen]]&lt;br /&gt;
* [[Marktkreuz]]&lt;br /&gt;
* [[Marktplätze in Deutschland]]&lt;br /&gt;
* [[Schlesischer Tippelmarkt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Markets}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{SEP|https://plato.stanford.edu/entries/markets/|Markets|[[Lisa Herzog (Philosophin)|Lisa Herzog]]}}&lt;br /&gt;
* Ralf Ahrens, Marcus Böick, Marcel vom Lehn (Hrsg.): [https://zeithistorische-forschungen.de/3-2015 &amp;#039;&amp;#039;Vermarktlichung&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeithistorische Forschungen]]&amp;#039;&amp;#039; 12 (2015), Heft 3 (Themenheft zu verschiedenen Aspekten).&lt;br /&gt;
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== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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