<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Lipasen</id>
	<title>Lipasen - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://demowiki.knowlus.com/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Lipasen"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Lipasen&amp;action=history"/>
	<updated>2026-04-06T23:03:13Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.44.2</generator>
	<entry>
		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Lipasen&amp;diff=2156&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Florian Blaschke: Blähwort oder Anglizismus korr.</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Lipasen&amp;diff=2156&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2024-11-05T19:16:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Blähwort oder Anglizismus korr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Protein&lt;br /&gt;
| Name =&lt;br /&gt;
| Bild =&lt;br /&gt;
| Bild_legende = &amp;lt;!-- nach {{PDB|ABCD}} --&amp;gt;&lt;br /&gt;
| PDB = &amp;lt;!-- {{PDB2|1YY1}}, {{PDB2|ABCD}} --&amp;gt;&lt;br /&gt;
|EC-Nummer=3.1.1.-&lt;br /&gt;
|Kategorie=Esterasen&lt;br /&gt;
|Reaktionsart=[[Hydrolyse]]&lt;br /&gt;
|Substrat=Lipide&lt;br /&gt;
|Produkte=Glycerin/Cholesterin + Fettsäuren&lt;br /&gt;
| Homolog_db =&lt;br /&gt;
| Homolog_fam =&lt;br /&gt;
| Taxon =&lt;br /&gt;
| Taxon_Ausnahme =&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lipasen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind  [[Enzym]]e, die von [[Lipid]]en wie [[Triglycerid|Glyceriden]] oder [[Cholesterinester]]n freie [[Fettsäuren]] abspalten ([[Lipolyse]]). Diese Enzyme spielen physiologisch eine wichtige Rolle, indem sie [[Fettverdauung|Fette verdauen]] und so die im Körper gespeicherten Fettreserven verfügbar machen. Außerdem gibt es eine Unzahl technischer Anwendungen für diese Proteine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im engeren Sinn bezeichnet &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lipase&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; in der medizinischen [[Diagnostik]] die pankreasspezifische enterale Lipase ([[Pankreaslipase]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
1834 erkannte [[Johann Eberle (Mediziner)|Johann Nepomuk Eberle]], dass Pankreassekrete [[Öle]] in [[Wasser]] [[Emulsion|emulgieren]] können. Aufbauend auf dieser Erkenntnis fand [[Claude Bernard (Mediziner)|Claude Bernard]] 1846 heraus, dass bei diesem Vorgang eine saure Reaktion abläuft. Zunächst wurde das [[Enzym]] als &amp;quot;Ferment émulsif&amp;quot; bezeichnet, 1896 nannte [[Maurice Hanriot]] (1854–1933) es dann Lipase. Dies wurde später der Sammelbegriff für die gesamte Gruppe. [[Marcel von Nenecki]] (1847–1901) zeigte, dass die Lipasen des Pankreas von der Galle aktiviert werden müssen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Wolf-Dieter Müller-Jahncke]], [[Christoph Friedrich (Pharmaziehistoriker)|Christoph Friedrich]], Ulrich Meyer |Hrsg= |Titel=Arzneimittelgeschichte |Auflage=2., überarbeitete und erweiterte Auflage |Verlag=[[Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft]] mbH |Ort=Stuttgart |Datum=2005 |ISBN=978-3-8047-2113-5 |Seiten=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Struktur echter Lipasen EC 3.1.1.3 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Esterasen unterscheiden sich in ihrem Substratspektrum. Demnach bevorzugen Lipasen [[lipophil]]e, wasserunlösliche Substrate. Sie sind aber auch in der Lage, [[Triglyceride]] aus [[Kurzkettige Fettsäuren|kurzkettigen Fettsäuren]] umzusetzen, die noch begrenzt wasserlöslich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu hydrolysieren die anderen Esterasen nur kurzkettige, wasserlösliche Substrate.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Brockerhoff, Robert G. Jensen: &amp;#039;&amp;#039;Lipolytic enzymes.&amp;#039;&amp;#039; Academic Press, New York 1974, ISBN 0-12-134550-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Außerdem unterscheiden sich die Esterasen von den Lipasen durch ihre [[Proteinstruktur]]en. Lipasen haben einen Deckel ([[Englische Sprache|engl.]] &amp;#039;&amp;#039;lid&amp;#039;&amp;#039;) über dem aktiven Zentrum, welcher bei Esterasen fehlt. Die Lipasen kommen außerdem in allen Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen als zelluläre oder extrazelluläre Proteine vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrike Schmid: &amp;#039;&amp;#039;Lipase-Katalysierte Synthese strukturierter Triglyceride. Verfahrensoptimierung und Erzeugung selektiver Lipasemutanten durch gerichtete Evolution.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation, Universität Stuttgart 2000. [https://elib.uni-stuttgart.de/handle/11682/694 PDF].&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie gehören zur Familie der Serin-Hydrolasen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Saulich&amp;quot;&amp;gt;Katja Saulich: &amp;#039;&amp;#039;Reaktionskinetische Experimente zur Lipase-katalysierten Hydrolyse von Rapsöl in Wasser-in-Öl-Emulsionen.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation, Brandenburgische Technische Universität Cottbus 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt; und haben für ihre spezifischen Reaktionen ein Reaktionsgleichgewicht, das vom Wassergehalt des Gesamtsystems abhängig ist.&amp;lt;ref&amp;gt;D. Han, H. Rhee, S. Lee: &amp;#039;&amp;#039;Lipase reaction in aot-isooctane reversed micelles. Effect of water on equilibria.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Biotechnology and Bioengineering&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 30 (1987), S. 381–388. PMID 18581372.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer wichtiger Unterschied zu Esterasen ist der, dass die Hydrolyse von Esterbindungen von Glycerinestern an einer Öl-Wasser-[[Phasengrenze|Grenzfläche]] stattfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lipasen besitzen oft keine klaren Übereinstimmungen in der [[Aminosäurensequenz]]. Bei Betrachtung der räumlichen Struktur hingegen wird klar, dass Lipasen gemeinsame Formen aufweisen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bommarius&amp;quot;&amp;gt;Andreas S. Bommarius, Bettina R. Riebel: &amp;#039;&amp;#039;Biocatalysis.&amp;#039;&amp;#039; Wiley-VCH, Weinheim 2004, ISBN 3-527-30344-8.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach bilden die Lipasen eine Familie von α/β-Hydrolase-Faltungen, die bei allen Lipasen vorhanden ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Joseph A. Schrag, Miroslaw Cygler: &amp;#039;&amp;#039;Lipases and α/β hydrolase fold.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Methods in Enzymology]]&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 284 (1997), S. 85–107, PMID 9379946. {{ISSN|0076-6879}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie besteht darin, dass im Zentrum der Lipasen acht nahezu parallel angeordnete β-Faltblätter platziert sind, die wiederum von α-Helices eingeschlossen sind, mit Ausnahme des zweiten β-Faltblattes, welches zudem invers in die Struktur eingeordnet ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Saulich&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wenigen Ausnahmen liegen die Aminosäuren,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bommarius&amp;quot; /&amp;gt; die für die [[Enzymkinetik|katalytische]] Wirkung der Lipasen verantwortlich sind, an denselben Positionen. Diese Aminosäuren bilden eine [[katalytische Triade]], die normalerweise aus den Aminosäuren Serin, Histidin und Asparaginsäure gebildet wird. Diese Triade ist funktionell, aber nicht strukturell verwandt mit der von [[Trypsin]] und [[Subtilisin]]. In der Aminosäurensequenz von α/β-Hydrolasen erscheinen die Aminosäuren in der folgenden Reihenfolge: Serin, Asparaginsäure, Histidin. Das Serin kommt üblicherweise im konservierten Pentapeptid von  Gly-Xaa-Ser-Xaa-Gly vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Louis Arpigny, Karl E. Jaeger: &amp;#039;&amp;#039;Bacterial lipolytic enzymes. Classification and properties.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Biochemical Journal&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 343 (1999), S. 177–183. PMID 10493927; {{PMC|1220539}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
Als Beispiele seien genannt:&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;[[Lipoproteinlipase]]&amp;#039;&amp;#039; (LPL) befindet sich auf der extrazellulären Membranseite von Endothelzellen in verschiedenen Geweben (unter anderem [[Fettgewebe]]); sie kann die im Blut an [[Lipoproteine]] gebundenen Fette spalten und damit für die zelluläre Aufnahme vorbereiten. Die [[hepatische Triglycerid-Lipase]] ist beispielsweise in der Leber lokalisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Beck-Sickinger, Hahn: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Biochemie&amp;#039;&amp;#039;, 2. Auflage, Wiley-VCH Verlag 2010, ISBN 3527326677&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;[[Pankreaslipase]]&amp;#039;&amp;#039; (synonym: &amp;#039;&amp;#039;Steapsin&amp;#039;&amp;#039;) wird in den [[exokrin]]en Drüsenzellen der Bauchspeicheldrüse synthetisiert und gelangt über den [[Ductus pancreaticus]] in das Duodenum. Dort spaltet sie die Nahrungsfette in Fettsäuren, Glycerin und Mono- beziehungsweise Diacylglycerine. Diese können dann in Form von [[Mizellen]] zusammen mit Hilfe von Gallensalzen in die [[Enterozyt]]en aufgenommen werden. Ist die exokrine Funktion der Bauchspeicheldrüse ([[exokrine Pankreasinsuffizienz]]) gestört, müssen Lipasen in Form von [[Pankreatin]]en oder (auch) [[Pilzenzym|Rizoenzymen]] substituiert werden, da unvollständig verdaute Fette mit schmerzhaften gastrointestinalen Symptomen wie massiven Blähungen und [[Steatorrhoe]] einhergehen.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Seifert, R. Ottenjann, M. Zeitz, J. Bockemühl: &amp;#039;&amp;#039;Ökosystem Darm III: Immunologie, Mikrobiologie, Morphologie Klinik und Therapie akuter und chronischer entzündlicher Darmerkrankungen&amp;#039;&amp;#039;. Springer-Verlag, 2013, ISBN 9783642770982, S. 265.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eine weitere wichtige Lipasenart ist die &amp;#039;&amp;#039;[[hormonsensitive Lipase]]&amp;#039;&amp;#039;. Sie spaltet die in Adipozyten gespeicherten Triglyceride und wirkt somit lipolytisch.&amp;lt;ref&amp;gt;Beat Knechtle: &amp;#039;&amp;#039;Aktuelle Sportphysiologie: Leistung und Ernährung im Sport&amp;#039;&amp;#039;. Karger Medical and Scientific Publishers, 2002, ISBN 9783805574570, S. 154.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;Magenlipase&amp;#039;&amp;#039; ist eine Lipase, welche von den gastrischen Hauptzellen (Chief cells) [[Sekretion|sezerniert]] wird und durch das LIPF-Gen encodiert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ncbi.nlm.nih.gov/gene/8513 LIPF lipase, gastric, Homo sapiens (human)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendungen in der Industrie und Technik ==&lt;br /&gt;
Lipasen werden in der [[Fettchemie]] zur Herstellung von [[Seife]]n, von Fetten mit verbesserter Streichfähigkeit und von [[Kakaobutteräquivalente]]n verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielen Waschmitteln wird Lipase zu Erhöhung der Reinigungsleistung beigemischt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Rohmilchkäse]] wirken sie aromabildend. Butter wird schneller ranzig. Beim [[Pasteurisieren]] werden die Lipasen der [[Milch]] größtenteils zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lipasen werden auch als [[Biokatalysator]]en in der organischen Synthese (z.&amp;amp;nbsp;B. zur Herstellung von [[Zuckerester]]n im Industriemaßstab) und in der [[Lebensmittelindustrie]] zur Geschmacksstoffherstellung verwendet. Des Weiteren finden sie Anwendung in der [[Racematspaltung#Kinetische Racematspaltung|kinetischen Racematspaltung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lipasen können aus einer Vielzahl unterschiedlicher Quellen isoliert werden, wobei für industrielle Zwecke zumeist Schweinepankreaslipase (PPL) oder Lipasen von bestimmten [[Mikroorganismus|Mikroorganismen]] genutzt werden. Schweinepankreaslipase ist die am genauesten beschriebene pankreatische Lipase und besteht aus 449 [[Aminosäure]]n mit 7 [[Disulfidbrücke]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Amylase]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Lipase|Lipasen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Esterase| Lipasen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Proteingruppe]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Florian Blaschke</name></author>
	</entry>
</feed>