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	<title>Ligatur (Typografie) - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-04-20T15:11:35Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Ligatur_(Typografie)&amp;diff=7159&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Klammern korrigiert</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Ligatur_(Typografie)&amp;diff=7159&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-09-20T14:02:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Klammern korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Garamond type ſi-ligature.jpg|mini|Bleiletter und Druckbild einer ſi-Ligatur (langes s, i) in 12p [[Garamond (Schriftart)|Garamond]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Holzlettern mit Ligaturen-8895.jpg|mini|[[Holzlettern]] mit Ligaturen (von links nach rechts, jeweils spiegelverkehrt)&amp;lt;br /&amp;gt;  &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;fl&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;ft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;ff&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;fi&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; in 25&amp;amp;nbsp;[[Cicero (Maß)|Cicero]] = 300&amp;amp;nbsp;[[Punkt (Einheit)#Typografie|Punkt]] = 112,8&amp;amp;nbsp;mm (Schriftart [[Futura (Schriftart)|Futura]] schmalfett)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ligatur&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von [[mittellatein]]isch &amp;#039;&amp;#039;ligatura&amp;#039;&amp;#039; ‚Verbindung‘, zu &amp;#039;&amp;#039;ligare&amp;#039;&amp;#039; ‚binden, verbinden‘) oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Buchstabenverbund&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet in der [[Typografie]] solche [[Glyphe]]n, die aus der Verschmelzung zweier oder mehrerer Buchstaben ([[Graph (Linguistik)|Graphen]]) einer [[Satzschrift]] entstanden sind. Auch in [[manuelles Schreiben|handschriftlichen Schriften]] (etwa [[Buchschrift]]en oder [[Schreibschrift]]en) kommen [[Ligatur (Paläographie)|Ligaturen]] vor. Dort entstanden diese entweder durch schnelle Schreibweise häufig genutzter Zeichenkombinationen oder zur optischen Korrektur. Die bekanntesten Beispiele für Ligaturen im Deutschen sind das &amp;quot;[[ß]]&amp;quot; und das Kaufmanns-Und &amp;quot;[[Et-Zeichen|&amp;amp;]]&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Satz (Druck)|Satz]] werden Ligaturen heute vor allem verwendet, wenn zwei Buchstaben mit [[Liniensystem (Typografie)|Oberlängen]] (z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;f, i, l, t&amp;#039;&amp;#039;) aufeinander folgen, da ohne Ligatur eine Lücke zwischen den Buchstaben entstünde oder es bei Anwendung der [[Unterschneidung (Typografie)|Unterschneidung]] zu unschönen Verbindungen der Oberlängen käme. Im [[Bleisatz]] sind Ligaturen zur Ermöglichung von Unterschneidungen zwingend nötig. Menge, Art und Gebrauch der Ligaturen unterscheiden sich je nach Sprache und Schriftsystem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeichensatz ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ligatures.svg|mini|Ligaturen in einer Antiqua-Schrift mit [[Langes s|langem Binnen-s]] (das seit seinem Verschwinden aus der Antiqua um 1800 üblicherweise nur in Fraktur-Schriften verwendet wird)]]&lt;br /&gt;
Ligaturen vermeiden optische Lücken, die das Erscheinungsbild und die Lesbarkeit eines Texts stören. Sie werden vor allem im professionellen [[Satz (Druck)|Satz]] verwendet, wurden aber aus zeitlichen und ökonomischen Gründen besonders im Zeitungssatz weggelassen. Ligaturen werden vor allem nach ästhetischen Gesichtspunkten gestaltet und nicht nur durch einfache Verringerung der [[Laufweite]] gebildet (siehe Abbildungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In deutschsprachigen Texten sind die Ligaturen &amp;#039;&amp;#039;ﬀ, ﬁ, ﬂ, ft&amp;#039;&amp;#039; sowie deren Kombinationen (&amp;#039;&amp;#039;ﬃ, ﬄ&amp;#039;&amp;#039; und so weiter) geläufig, weniger üblich sind Ligaturen etwa von &amp;#039;&amp;#039;fk, fj, fh, fb, fz, ll, st, ch, ck, ct, th, tt, tz, kk, Qu, ſi, ſſ, ﬅ, ſch&amp;#039;&amp;#039;. Je nach Schriftart sind diese zudem selten Ligaturen im engeren Sinne, da die einzelnen Buchstaben nur zur [[Unterschneidung (Typografie)|Unterschneidung]] näher aneinander gerückt sind, aber keine tatsächliche Verbindung eingehen. Die Anzahl der Ligaturen ist bei verschiedenen Schriftarten unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anwendung im Deutschen ===&lt;br /&gt;
Im Deutschen werden Ligaturen nur gesetzt, wenn die zu verbindenden Buchstaben im gleichen [[Morphem]] liegen, beispielsweise im [[Wortstamm]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Duden&amp;quot;&amp;gt;Duden: &amp;#039;&amp;#039;Ligaturen&amp;#039;&amp;#039;, In: &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Rechtschreibung&amp;#039;&amp;#039;, 22. völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Dudenverlag, 2001&amp;lt;/ref&amp;gt; Ligaturen werden in der Regel nicht gesetzt, wenn die Buchstaben über eine grammatikalische Fuge&amp;lt;ref name=&amp;quot;Duden&amp;quot; /&amp;gt; (z.&amp;amp;nbsp;B. eine [[Wortfuge]]) reichen. „Kaufläche“ &amp;#039;&amp;#039;(Kau-fläche)&amp;#039;&amp;#039; wird daher mit ﬂ-Ligatur geschrieben; „Kaufleute“ hingegen nicht, weil die Buchstaben &amp;#039;&amp;#039;f&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;l&amp;#039;&amp;#039; verschiedenen Wortteilen &amp;#039;&amp;#039;(Kauf-leute)&amp;#039;&amp;#039; angehören. Eine Ausnahme bilden [[Suffix|Nachsilben]], die mit &amp;#039;&amp;#039;i&amp;#039;&amp;#039; beginnen &amp;#039;&amp;#039;(-ig, -in, -ich, -isch)&amp;#039;&amp;#039;. Hier werden auch über die grammatikalische Fuge hinweg Ligaturen gesetzt. So wird beispielsweise „häufig“ trotz der Fuge &amp;#039;&amp;#039;(häuf-ig)&amp;#039;&amp;#039; mit ﬁ-Ligatur geschrieben. Im Zweifel wird der Gliederung des Wortes nach Sprechsilben gefolgt und entsprechend die Ligatur gesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Duden&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anwendung von Ligaturen ist nicht verbindlich geregelt, generell folgt man dem Grundsatz: Getrennt gesprochene Buchstaben werden nicht in Ligatur gesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bleisatz ===&lt;br /&gt;
Die Verwendung von Ligaturen hat im [[Bleisatz]] neben den ästhetischen auch technische Gründe. Ohne Ligaturen hätte man beim Buchstaben &amp;#039;&amp;#039;f&amp;#039;&amp;#039; nur die Wahl, ihn bündig auf den [[Letter|Kegel]] zu stellen, was ein den Lesefluss störendes ‚Loch‘ im Satzbild zur Folge hätte, oder ihn rechts frei über den Kegel hinausgehenzulassen, damit er zum Teil über den Kegel des nachfolgenden Buchstabens rage. Der so freigestellte Teil des &amp;#039;&amp;#039;f&amp;#039;&amp;#039; würde jedoch ohne den schützenden Kegel leicht abbrechen. Aus diesem Grund werden die betreffenden Kombinationen direkt zusammen auf einen Kegel gegossen (vgl. [[Logotype]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Computersatz ===&lt;br /&gt;
Der [[Desktop-Publishing|Computersatz]] erlaubt heute eine fast beliebige Positionierung der Buchstaben. Deshalb ist es möglich, den Abstand zwischen zwei Zeichen einzustellen und in vielen Fällen auf Ligaturen zu verzichten. Viele Schriftarten bieten spezielle Ligaturen an. Andere Ligaturen werden durch entsprechende Positionierung der typografischen Zeichen [[Emulation|emuliert]]. Die &amp;#039;&amp;#039;ß&amp;#039;&amp;#039;-Ligatur wird als ein Buchstabe behandelt und standardmäßig verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neue Schrifttechniken wie [[OpenType]], [[Graphite]] von [[SIL International|SIL]] oder [[Apple]]s wenig verbreitetes [[Apple Advanced Typography|AAT]] erlauben den manuellen oder auch automatischen Einsatz von Ligaturen, ohne den zugrundeliegenden Code zu verändern, sofern dies auch explizit in einer Schrift vorgesehen ist. Einige Programme wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[QuarkXPress]] (ab Version&amp;amp;nbsp;7) oder [[InDesign]] bieten diese Möglichkeit mit OpenType sowohl unter [[macOS]] als auch unter [[Microsoft Windows|Windows]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den meisten [[Microsoft]]-Programmen wie [[Microsoft Word|Word]] (bis Version 2007) müssen Ligaturen noch als Sonderzeichen eingefügt werden und verwirren daher die Rechtschreibprüfung. Das Emulieren mancher Ligaturen aus mehreren Einzelzeichen gelingt besser, wenn das Schriftdesign des [[Schriftart|Fonts]] darauf bereits angepasst ist. Microsoft Word 2010 ist die erste Version von Word, die OpenType-basierte Ligaturen offiziell unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:LaTeX ligature Computer Modern.png|mini|190px|Oben: automatische, falsche {{nowrap|ﬂ-Ligatur}} („Kau·fleute“).&amp;lt;br /&amp;gt;Unten: korrekt ohne Ligatur („Kauf·leute“).]]&lt;br /&gt;
Schwierigkeiten können sich bei der Rechtschreibprüfung ergeben. Manche Satzprogramme unterstützen die Verwendung von Ligaturen nur in recht aufwändiger Weise. Einige Satzprogramme (zum Beispiel [[TeX]]) verlagern die Verwendung von Ligaturen daher in den Ausgabeprozess, was das Problem nur teilweise löst, da es kontextabhängig ist, ob ein Zeichen als Ligatur gesetzt werden muss oder nicht. Der Setzer muss explizit angeben können, ob eine Ligatur gesetzt werden soll oder nicht (z.&amp;amp;nbsp;B. in [[LaTeX]] &amp;lt;code&amp;gt;Kauf&amp;quot;|leute&amp;lt;/code&amp;gt;&amp;lt;!-- f\/l ist nicht die richtige Zeichenfolge, wie bei Kursivschrift deutlich wird --&amp;gt; oder HTML &amp;lt;code&amp;gt;Kauf&amp;amp;amp;zwnj;leute&amp;lt;/code&amp;gt; zur Unterbindung der automatischen Ligatur). Die automatisierte Setzung bzw. Unterdrückung von Ligaturen anhand der Silbentrennungswörterbücher wird bisher ausschließlich vom Satzprogramm [[LuaLaTeX]] mithilfe des Pakets „selnolig“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://tex.stackexchange.com/questions/28437/can-one-more-or-less-automatically-suppress-ligatures-for-certain-words/418829#418829 &amp;#039;&amp;#039;tex.stackexchange.com: Can one (more or less) automatically suppress ligatures for certain words?&amp;#039;&amp;#039;.] Mico Loretan, 14. September 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt; geleistet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungewollte „Ligaturen“ können entstehen, wenn Buchstaben zu eng zusammengerückt werden. Viele Schriftarten enthalten entsprechende Informationen zur Optimierung der Abstände von Buchstabenpaaren, sogenannte [[Unterschneidung (Typografie)|Unterschneidungspaare]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der universelle [[Zeichensatz]] – [[Unicode]] – bietet nur sehr beschränkte Unterstützung für Ligaturen. Nur einige wenige Ligaturen wie „ﬁ“ haben aus Kompatibilitätsgründen mit bestehenden Zeichensätzen/-kodierungen (u.&amp;amp;nbsp;a. [[Macintosh Roman]]) ihren Platz in Unicode. Das Unicode-Konsortium lehnt es grundsätzlich ab, weitere Ligaturen in Unicode aufzunehmen und begründet dies damit, dass Ligaturen ein Problem der Zeichen&amp;#039;&amp;#039;darstellung&amp;#039;&amp;#039;, nicht der [[Zeichenkodierung|Zeichen&amp;#039;&amp;#039;kodierung&amp;#039;&amp;#039;]] seien.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.unicode.org/faq/ligature_digraph.html &amp;#039;&amp;#039;Unicode FAQ. Ligatures, Digraphs and Presentation Forms&amp;#039;&amp;#039;.] Unicode Consortium, 9. Juni 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Steuerung der somit notwendigen automatischen Ligation soll mit dem [[Bindehemmer]] U+200C &amp;#039;&amp;#039;(Verbindung unterdrücken)&amp;#039;&amp;#039; und dem [[Breitenloser Verbinder|breitenlosen Verbinder]] U+200D &amp;#039;&amp;#039;(Verbindung erzwingen)&amp;#039;&amp;#039; geschehen, die in HTML als Zeichenentitäten &amp;lt;code&amp;gt;&amp;amp;amp;zwnj;&amp;lt;/code&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;(zero width non-joiner)&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;lt;code&amp;gt;&amp;amp;amp;zwj;&amp;lt;/code&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;(zero width joiner)&amp;#039;&amp;#039; aufgenommen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fraktursatz ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Fraktur-Zwangsligaturen.svg|mini|Zwangsligaturen &amp;#039;&amp;#039;ch&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;ck&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;ﬅ&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;tz&amp;#039;&amp;#039; bleiben im [[Sperrsatz|gesperrten Satz]] erhalten.]]&lt;br /&gt;
Im deutschsprachigen [[Fraktursatz]] gibt es eine Reihe von Ligaturen. Auch im Fraktursatz gilt in jedem Fall die Regel, dass eine Ligatur nicht über eine Wortfuge hinweg gesetzt werden darf (Beispiel: Ta-tz-e = tz-Ligatur, aber Lu-ft-z-ug = ft-Ligatur + z). Dies betrifft auch Familiennamen slawischer Herkunft auf -cky (z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;Ranicky&amp;#039;&amp;#039;), die – entsprechend der getrennten Aussprache – nicht mit ck-Ligatur, sondern getrennten Lettern c und k geschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Sperrsatz]] werden die Ligaturen &amp;#039;&amp;#039;ch, ck, ﬅ&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;tz&amp;#039;&amp;#039; nicht gesperrt.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard L. Niel: &amp;#039;&amp;#039;Satztechnisches Taschen-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;. Wien 1925, S.&amp;amp;nbsp;871.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Duden, Band&amp;amp;nbsp;1, &amp;#039;&amp;#039;Rechtschreibung der deutschen Sprache&amp;#039;&amp;#039;. 20., neubearb. und erw. Auflage, 1991. Dudenverlag Mannheim, Wien, Zürich. Richtlinien für den Schriftsatz, S.&amp;amp;nbsp;73. ISBN 3-411-04010-6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Alle anderen üblichen Ligaturen &amp;#039;&amp;#039;(ﬀ, ﬁ, ﬂ, ll, ſi, ſſ, tt,&amp;#039;&amp;#039; seit Anfang des 20. Jahrhunderts auch &amp;#039;&amp;#039;ſch)&amp;#039;&amp;#039; werden gesperrt, also im Sperrsatz in Einzelbuchstaben aufgelöst. Bei &amp;#039;&amp;#039;ﬅ&amp;#039;&amp;#039; bestehe auch die Möglichkeit, dass es im Sperrsatz zwar nicht gesperrt, aber trotzdem aufgelöst werde.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Der Große Duden. Wörterbuch und Leitfaden der Deutschen Rechtschreibung&amp;#039;&amp;#039;. 16. Auflage. VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1968, S.&amp;amp;nbsp;682.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die reformierte deutsche Rechtschreibung belebt im Bereich der s-Schreibung eine Idee aus dem frühen 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wieder, die sogenannte [[Heysesche s-Schreibung]]. Im Heyseschen Fremdwörterbuch taucht für Doppel-s am Wortende eine eigens geschaffene Ligatur &amp;#039;&amp;#039;ſs&amp;#039;&amp;#039; auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;flitternikel&amp;quot;&amp;gt;[http://flitternikel.onlinehome.de/heyse-s.html Heysesche s-Schreibung].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung im Schriftsystem ==&lt;br /&gt;
In den europäischen Schriften ist eine Ligatur ein Element der grafischen [[Oberflächenstruktur]] der geschriebenen Sprache, das heißt, dass sie nicht notwendiger Bestandteil des Schriftsystems (der [[Orthografie]]) sind. Ihre Verwendung folgt allein [[Typografie|typografischen]] Regeln, die der optischen bzw. ästhetischen Gestaltung dienen, ohne für die Bedeutungsunterscheidung von Wörtern &amp;#039;&amp;#039;notwendig&amp;#039;&amp;#039; zu sein. Für das Funktionieren der deutschen Orthografie ist es zum Beispiel nicht notwendig, „knifflig“ mit der Ligatur für &amp;#039;&amp;#039;ffl&amp;#039;&amp;#039; zu schreiben. Die Verwendung von Ligaturen ist in keiner europäischen Sprache orthografisch vorgeschrieben, sie ist ein reines Stilmittel und variiert von Schriftart zu Schriftart. Ligaturen sind demnach keine [[Graphem]]e eines Schriftsystems.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesen echten, [[Synchronie|synchron]] als solche verwendeten Ligaturen sind Einheiten eines Schriftsystems zu unterscheiden, die ursprünglich ([[Diachronie|diachron]]) aus Ligaturen entstanden sind (vgl. auch die Entwicklung des [[Lateinisches Schriftsystem|lateinischen Schriftsystems]]). Zu diesen zählen Buchstaben wie &amp;#039;&amp;#039;[[w]], [[ß]], [[æ]], [[œ]]&amp;#039;&amp;#039; und Zeichen wie &amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;%&amp;#039;&amp;#039; (vgl.&amp;amp;nbsp;u.). Die Verwendung solcher Buchstaben unterliegt heute ([[Synchronie|synchron]]) &amp;#039;&amp;#039;orthografischen&amp;#039;&amp;#039; Regelungen, sie sind &amp;#039;&amp;#039;kleinste bedeutungsunterscheidende Einheiten&amp;#039;&amp;#039; eines Schriftsystems und damit [[Graphem]]e wie andere Buchstaben auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Ligaturen w und ß ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Szlig.svg|mini|Antiqua-ſs vs. [[Textura]]- und Fraktur-ſz]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|w|ß}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Buchstabe &amp;#039;&amp;#039;w&amp;#039;&amp;#039; hat sich als Ligatur aus zwei &amp;#039;&amp;#039;[[u]]&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;[[v]]&amp;#039;&amp;#039; entwickelt (zwischen den Buchstaben &amp;#039;&amp;#039;u&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;v&amp;#039;&amp;#039; wurde erst zu Beginn der Neuzeit unterschieden&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Laurent Pflughaupt, Gregory Bruhn (Übers.) |Titel=Letter by Letter: An Alphabetical Miscellany |Verlag=Princeton Architectural Press |Datum=2008 |Sprache=en |ISBN=978-1-56898-737-8 |Seiten=123–124}}&amp;lt;/ref&amp;gt;). In manchen Sprachen ist dieser Ursprung noch an der Buchstabenbezeichnung nachzuvollziehen ([[Englische Sprache|engl.]] &amp;#039;&amp;#039;double u&amp;#039;&amp;#039; „Doppel-u“, [[Spanische Sprache|span.]] &amp;#039;&amp;#039;doble uve&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;doble v&amp;#039;&amp;#039; „Doppel-v“, [[Französische Sprache|frz.]] &amp;#039;&amp;#039;double v&amp;#039;&amp;#039; „Doppel-v“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Druck wurde das kleine w bei nicht vorhandener Letter auf verschiedene Weise realisiert, im Fraktursatz beispielsweise mit [[Rundes r|rundem r]] als „rv“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch gesehen geht das ß („Eszett“) in der deutschen Sprache auf eine Ligatur aus [[Langes s|&amp;#039;&amp;#039;ſ&amp;#039;&amp;#039;]] („langes s“, ursprünglich ein weiterer Buchstabe des deutschen Alphabets) und &amp;#039;&amp;#039;[[z]]&amp;#039;&amp;#039; in den [[Gebrochene Schrift|gebrochenen Schriften]] zurück. Bedeutsam für die Form des ß in den heutzutage üblichen [[Antiqua]]-Schriftarten war jedoch auch eine Ligatur aus langem &amp;#039;&amp;#039;ſ&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;s&amp;#039;&amp;#039;. Diese Variante des Doppel-&amp;#039;&amp;#039;s&amp;#039;&amp;#039; geriet in den genannten Schriften im 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert gleichzeitig mit dem langen &amp;#039;&amp;#039;[[Langes s|ſ]]&amp;#039;&amp;#039; außer Gebrauch. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte sich der Buchstabe &amp;#039;&amp;#039;ß&amp;#039;&amp;#039; – nach dem Vorbild des Fraktursatzes – allmählich auch im Antiquasatz durch.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://typefoundry.blogspot.com/2008/01/esszett-or.html |titel=Esszet or ß |autor=James Mosley |hrsg= |werk= |datum= |archiv-url= |archiv-datum= |zugriff=2010-09-11 |sprache=en |format= |offline=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit Annahme der Beschlüsse der [[Orthographische Konferenz von 1901|orthographischen Konferenz von 1901]] wurde das &amp;#039;&amp;#039;ß&amp;#039;&amp;#039; auch im Antiquasatz zur offiziellen Regel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die [[Deutsche Rechtschreibung|aktuelle deutsche Rechtschreibung]] das ß auf die Verwendung nach langen Vokalen und Diphthongen beschränkt und damit nur den ß-Buchstaben anerkennt, benutzen Autoren und Verlage wie [[Diogenes Verlag|Diogenes]], die weiterhin die [[Deutsche Rechtschreibung im 20. Jahrhundert|Rechtschreibung des 20. Jahrhunderts]] benutzen, auch die [[Adelungsche s-Schreibung|ß-Ligatur nach Adelung]]. Beide Varianten werden aus linguistischer Sicht meist als gleichwertig betrachtet, während über die typographische Ebenbürtigkeit nach wie vor Uneinigkeit herrscht. Der „Erfinder“ der reformierten ß/ss-Schreibung jedenfalls, [[Johann Christian August Heyse]], hatte, nachdem heftige Kritik an seiner Schreibvariante geäußert worden war, 1826 vorgeschlagen, „ein neues Zeichen zu creiren [und] ein ſ zu verbinden mit einem s“. Diese neue Ligatur entsprach damit prinzipiell dem im 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert aus ſ und s neugeschaffenen ß für die Antiqua.&amp;lt;ref name=&amp;quot;flitternikel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Zeichen &amp;amp;, % und @ ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ampersand.svg|mini|Kaufmanns-Und (links) und ursprüngliche Et-Ligatur (rechts)]]&lt;br /&gt;
Das [[Et-Zeichen|&amp;amp;-Zeichen]] (Kaufmanns-Und) ist eine Ligatur aus den ursprünglichen Einzelbuchstaben „e“ und „t“ ({{laS|et}}, „und“). In der [[Schreibschrift]] hat es sich zunächst in eine Darstellung entwickelt, in der der Bogen vom kleinen &amp;#039;&amp;#039;e&amp;#039;&amp;#039; in den Stamm des kleinen &amp;#039;&amp;#039;t&amp;#039;&amp;#039; übergeht. Wird das &amp;#039;&amp;#039;E&amp;#039;&amp;#039; großgeschrieben, ergibt sich in vielen [[Schreibschrift|kursiven]] [[Schrift]]en die nebenstehende Darstellung. Daraus hat sich durch weitere Vereinfachung das heute bekannte Kaufmanns-Und ({{enS|Ampersand}}) gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Prozentzeichen]] % ist eine Ligatur von „per cento“ ([[Italienische Sprache|ital.]] „von hundert“), das [[@]]-Zeichen wird gemeinhin als eine Ligatur von „ad“ oder „at“ angesehen. Die Herkunft ist noch nicht geklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ligaturen in Inschriften ==&lt;br /&gt;
[[Datei:CIL XIII,7801 Detail.jpg|mini|hochkant|Grabstein des römischen Soldaten Dasmenus aus [[Remagen]],&amp;lt;ref&amp;gt;{{CIL|13|7801|R=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Detail mit den Enden der Zeilen 2–4: In Zeile 2 wurden die Buchstaben C, V und S zur Platzersparnis zu einer Ligatur verschmolzen, in Zeile 3 ein I in das V „eingestellt“, in Zeile 4 die drei Buchstaben XXX zu einem einzigen Zeichen verschmolzen]]&lt;br /&gt;
Eine Sonderstellung nehmen Ligaturen in historischen [[Inschrift]]en ein, wo sie vor allem in der Antike häufig nicht aus gestalterischen Gründen, sondern zur Platzersparnis eingesetzt wurden. Auch wenn die Fläche, die zur Einmeißelung des vorgesehenen Textes benötigt wurde, zuvor grob abgeschätzt und die Größe des Steins sowie der Buchstaben entsprechend angepasst wurde, wurde häufig erst gegen Ende des Textes oder einer einzelnen Zeile deutlich, dass der Platz für die vorgesehenen Buchstaben nicht mehr ganz ausreichen würde. In diesem Fall griffen die Steinmetzen häufig zu Ligaturen, um die noch fehlenden Wörter trotzdem unterzubekommen. Neben den Buchstabenverschmelzungen, die aus Platzmangel spontan in den Text eingefügt wurden, finden sich in antiken Inschriften aber auch vereinzelt bewusst eingesetzte Beispiele bei häufig eingesetzten Wort- oder Buchstabenkombinationen. Die Nutzung solcher rein dekorativer Ligaturen nahm vor allem in der [[Spätantike]] zu; aus ihnen gingen schließlich auch die [[Monogramm]]e hervor.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred G. Schmidt: &amp;#039;&amp;#039;Lateinische Epigraphik. Eine Einführung.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2015, ISBN 978-3-534-26755-2, S. 21.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich waren Ligaturen ein charakteristisches Phänomen antiker [[Lateinische Epigraphik|lateinischer Inschriften]]. Ab der römischen Eroberung des griechisch geprägten östlichen Mittelmeerraumes kamen sie aber auch in [[Griechische Epigraphik|griechischen Inschriften]] teilweise in Gebrauch,&amp;lt;ref&amp;gt;Brian F. Cook: &amp;#039;&amp;#039;Greek inscriptions.&amp;#039;&amp;#039; British Museum Publications, London 1987, ISBN 0-7141-8064-5, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt; während sie in älteren Texten dort nur ganz selten und vereinzelt auftreten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Günther Klaffenbach]]: &amp;#039;&amp;#039;Griechische Epigraphik.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1966, S. 44.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im griechischen Kontext lassen sich die Ligaturen aber häufig nicht durch mangelhafte Kalkulation der Textverteilung auf dem Stein erklären, sondern scheinen Übernahmen aus der zeitgenössischen Kursive ([[Schreibschrift]]) gewesen zu sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Larfeld: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der griechischen Epigraphik.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Einleitungs- und Hilfsdisziplinen. Die nicht-attischen Inschriften.&amp;#039;&amp;#039; O. R. Reisland, Leipzig 1902, S. 407 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; In anderen Kulturkreisen sind solche Einflüsse aus der Kursive auf die Gestaltung von Inschriften allerdings sehr selten gewesen und die allermeisten Ligaturen erklären sich entweder durch die enge Zusammenrückung von Buchstaben aus ästhetischen Gründen oder aus dem Bemühen um Platzersparnis. Um diese unterschiedlichen Phänomene sprachlich besser voneinander differenzieren zu können, wird in der [[Epigraphik]] teilweise vorgeschlagen, den Begriff „Ligatur“ auf solche Buchstabenverbindungen zu beschränken, die durch die kontinuierliche Linienführung der Schreibschrift entstanden sind, und für die Mehrzahl der anderen Buchstabenverbindungen in Inschriften stattdessen die Bezeichnung „nexus litterarum“ („Verbindung der Buchstaben“) zu verwenden.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Deutsche Inschriften. Terminologie zur Schriftbeschreibung.&amp;#039;&amp;#039; Erarbeitet von den Mitarbeitern der Inschriftenkommissionen der Akademien der Wissenschaften in Berlin, Düsseldorf, Göttingen, Heidelberg, Leipzig, Mainz, München und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien. Reichert Verlag, Wiesbaden 1999, ISBN 3-89500-087-6, S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ligaturen in anderen Sprachen und Schriften ==&lt;br /&gt;
=== Lateinische Alphabete ===&lt;br /&gt;
[[Datei:muhammad-mit-ligatur-und-ohne.png|mini|Der Name [[Mohammed]] in arabischer Schrift, oben als Ligatur, unten auf der Grundlinie verbunden, wie in einfacheren Drucken üblich]]&lt;br /&gt;
In skandinavischen Texten sind die Ligaturen von &amp;#039;&amp;#039;ſk&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;ſl&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;ſþ&amp;#039;&amp;#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Französische Sprache|französischen Sprache]] unterscheidet man ästhetische und orthographische Ligaturen. Die orthographischen Ligaturen sind bindend, dürfen nicht getrennt geschrieben werden und gelten als eigene Buchstaben ([[Æ]] und [[Œ]], {{frS|l’e-dans-l’a}} und {{lang|fr|&amp;#039;&amp;#039;l’e-dans-l’o&amp;#039;&amp;#039;}}).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umstritten ist die Stellung der Ligatur [[IJ]] als eigener Buchstabe im Alphabet des [[Niederländische Sprache|Niederländischen]]. Während staatliche Stellen von einem Digraphen sprechen, erinnert die praktische Verwendung mehr an einen eigenen Buchstaben, insbesondere dass beide Buchstaben stets zusammen großgeschrieben werden. Jedoch ist nicht jede Folge von I und J ein IJ, etwa in {{lang|nl|&amp;#039;&amp;#039;bijectie&amp;#039;&amp;#039;|de=[[Bijektion]]}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Griechisches Alphabet ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Griechisches Alphabet#Ligaturen|titel1=Griechisches Alphabet: Ligaturen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Griechischen werden drei Ligaturen verwendet:&lt;br /&gt;
* Das [[Stigma (Ligatur)|Stigma]] ({{Grek|Ϛ ϛ}}), eine Ligatur aus [[Sigma]] und [[Tau (Buchstabe)|Tau]], dient als [[Griechische Zahlen|Zahlzeichen]] für die Ziffer&amp;amp;nbsp;6 (im Computersatz inzwischen selten, der der Ligatur zugrundeliegende [[Digraph (Linguistik)|Digraph]] {{Grek|στ}} wird bevorzugt).&lt;br /&gt;
* Für {{lang|el|και|ke}}, deutsch „und“, ist die Ligatur {{Grek|Ϗ ϗ}} gebräuchlich, die analog zum lateinischen „[[Et-Zeichen|Kaufmanns-Und]]“&amp;amp;nbsp;(&amp;amp;) verwendet wird.&lt;br /&gt;
* Schon seit [[Byzantinisches Reich|byzantinischer Zeit]] wird gelegentlich für den Digraphen {{Grek|ου}} ([[Omikron]]-[[Ypsilon]], gesprochen&amp;amp;nbsp;{{IPA-Phonem|u}}), die Ligatur&amp;amp;nbsp;{{Grek|[[Ȣ]]}} verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kyrillische Alphabete ===&lt;br /&gt;
Der [[Kyrillisches Alphabet|kyrillische]] Buchstabe [[Ю]]&amp;amp;nbsp;(Ju) geht auf eine Ligatur der griechischen Buchstaben [[Iota]] und [[Omikron]] zurück. Das [[Serbische Sprache|Serbische]] verwendet die Ligaturen [[Љ]]&amp;amp;nbsp;(Lje) und [[Њ]]&amp;amp;nbsp;(Nje), zusammengesetzt aus&amp;amp;nbsp;Л bzw.&amp;amp;nbsp;Н und dem Weichheitszeichen&amp;amp;nbsp;Ь für die [[Palatalisation|palatalisierten]] Laute /{{IPA|lʲ}}/ und /{{IPA|nʲ}}/.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Arabische Alphabete ===&lt;br /&gt;
In der [[Arabische Schrift|arabischen Schrift]] ist die Form des Zeichens vom Kontext abhängig. Es gibt bis zu vier verschiedene Formen je Buchstaben: allein stehend, initial, medial und final. Die einzige Zwangsligatur im Arabischen ist das [[Lām-Alif]] ({{ar|لا&amp;amp;lrm;}}), das bei der Verbindung der Buchstaben {{ar|ل&amp;amp;lrm;}}&amp;amp;nbsp;(Lam) und {{ar|ا&amp;amp;lrm;}}&amp;amp;nbsp;(Alif) entsteht. Bei bestimmten Schriftarten kommt eine große Zahl von weiteren Ligaturen hinzu, deren Verwendung aber nicht obligatorisch ist, etwa die [[Tasliya]], [[Basmala]] und andere Ehrentitel Allahs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Indischer Schriftkreis ===&lt;br /&gt;
[[Datei:JanaSanskritSans ddhrya.svg|mini|Komplexe Ligatur &amp;#039;&amp;#039;ddhrya&amp;#039;&amp;#039; in der Devanagari-Schrift]]&lt;br /&gt;
In fast allen [[Indischer Schriftenkreis|indischen Schriften]] spielen Ligaturen eine wichtige Rolle. Hier sind sie nicht nur typografische Varianten, sondern haben einen [[graphem]]atischen Status, ihr Gebrauch ist also bedeutungsunterscheidend. In den indischen Schriften trägt jeder Buchstabe einen [[Inhärenter Vokal|inhärenten Vokal]] (meist&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;a&amp;#039;&amp;#039;). Wenn zwei [[Konsonant]]en unmittelbar ohne Vokal aufeinandertreffen, werden sie zu einer Ligatur verbunden. Vor allem in [[Sanskrit]]-Texten kommen teils sehr komplizierte Ligaturen mit drei oder mehr Bestandteilen vor. Manche Ligaturen sind in ihrer Bildungsweise einfach, z.&amp;amp;nbsp;B. ergeben in der [[Devanagari]]-Schrift स&amp;amp;nbsp;(sa) und न&amp;amp;nbsp;(na) die Ligatur स्न&amp;amp;nbsp;(sna). Bei anderen Verbindungen wie क्ष&amp;amp;nbsp;(kṣa) – aus क&amp;amp;nbsp;(ka) und ष&amp;amp;nbsp;(ṣa) – sind die Einzelbestandteile dagegen nicht mehr ohne weiteres zu erkennen. Allein die [[Tamil-Schrift|tamilische]] und die [[Singhalesische Schrift|singhalesische]] Schrift verwenden keine Ligaturen, sondern ein spezielles [[diakritisches Zeichen]], welches das Fehlen des inhärenten Vokals anzeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Japanische und Chinesische Schriftzeichen ===&lt;br /&gt;
Das [[Japanische Schrift|Japanische]] kennt Ligaturen wie die [[Katakana]]-Ligatur {{lang|ja|𪜈}}&amp;amp;nbsp;([[Tomo (Kana)|tomo]]) oder die [[Hiragana]]-Ligatur {{lang|ja|ゟ}}&amp;amp;nbsp;([[Yori (Kana)|yori]]). Davon zu unterscheiden sind [[Silbe|mehrsilbige]] Schriftzeichen wie Katakana {{lang|ja|ヿ}}&amp;amp;nbsp;([[Koto (Kana)|koto]]), das nicht auf eine Ligatur zurückgeht, sondern auf das einzelne [[Kanji]] {{lang|ja|事}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kanji wiederum gibt es ebenfalls Ligaturen, insbesondere für die modernen Äranamen ([[Nengō]]) und die gleichlautenden posthumen [[Tennō|Kaiser]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;namen:&lt;br /&gt;
* ㍾ (明治, [[Meiji-Zeit|Meiji]] von Tennō [[Meiji|Mutsuhito]], 1868–1912)&lt;br /&gt;
* ㍽ (大正, [[Taishō-Zeit|Taishō]] von Tennō [[Taishō|Yoshihito]], 1912–1926)&lt;br /&gt;
* ㍼ (昭和, [[Shōwa-Zeit|Shōwa]] von Tennō [[Hirohito]], 1926–1989),&lt;br /&gt;
* ㍻ (平成, [[Heisei-Zeit|Heisei]] von Tennō [[Akihito]], 1989–2019) und&lt;br /&gt;
* ㋿ (令和, [[Reiwa-Zeit|Reiwa]] von Tennō [[Naruhito]], seit 2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaiser [[Meiji]] führte das System 一世一元&amp;amp;ensp;(deutsch etwa: „Eine Regentschaft, ein Name“) im Jahr 1868 ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Jan Tschichold]]: &amp;#039;&amp;#039;Meisterbuch der Schrift&amp;#039;&amp;#039;. Ravensburg 1952, 2. Auflage 1965, 1979, 1992; ISBN 3-473-61100-X.&lt;br /&gt;
* [[Albert Kapr]]: &amp;#039;&amp;#039;Schriftkunst&amp;#039;&amp;#039;. Verlag der Kunst, Dresden 1955, 1971, 1996, Sauer, München 1983, Hamburg 2004, ISBN 3-598-10463-4.&lt;br /&gt;
* Georg Kandler: &amp;#039;&amp;#039;Alphabete. Erinnerungen an den Bleisatz&amp;#039;&amp;#039;. Minner Verlag, Kornwestheim 1995 (Band&amp;amp;nbsp;1), 2001 (Band&amp;amp;nbsp;2); ISBN 3-922545-21-1, ISBN 3-922545-23-8.&lt;br /&gt;
* Carl Faulmann: &amp;#039;&amp;#039;Das Buch der Schrift&amp;#039;&amp;#039;. Wien 1880, Hildesheim 1986, Eichborn, Frankfurt 1990; ISBN 3-8218-1699-6.&lt;br /&gt;
* Robert Bringhurst: &amp;#039;&amp;#039;The Elements of Typographic Style&amp;#039;&amp;#039;. 2. Auflage. Hartley &amp;amp; Marks, Point Roberts 2002, ISBN 0-88179-133-4.&lt;br /&gt;
* Eberhard Dilba: &amp;#039;&amp;#039;Typographie-Lexikon und Lesebuch für alle.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, [[Books on Demand]], Norderstedt 2008, ISBN 978-3-8334-2522-6.&lt;br /&gt;
* Thomas Nehrlich: &amp;#039;&amp;#039;Phänomenologie der Ligatur. Theorie und Praxis eines Schriftzeichens zwischen Letter und Lücke.&amp;#039;&amp;#039; In: Mareike Giertler, Rea Köppel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Von Lettern und Lücken. Zur Ordnung der Schrift im Bleisatz&amp;#039;&amp;#039;. Wilhelm Fink, München 2012, S.&amp;amp;nbsp;13–38.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Ligatures}}&lt;br /&gt;
* [https://www.typolexikon.de/ligatur/ Ligaturen] auf Typolexikon&lt;br /&gt;
* [http://www.bleikloetzle.de/html/ligaturen___co_.html Ligatur-Beispiele in Bleischrift]&lt;br /&gt;
* [https://www.janaszek.de/t/ligaturen.htm Ligaturen]&lt;br /&gt;
* [https://www.typografie.info/3/page/artikel.htm/_/wissen/ligaturen-alles-was-man-wissen-muss-r96 Ligatur] bei Typografie.info&lt;br /&gt;
* [http://flitternikel.onlinehome.de/heyse-s.html Bilder von Frakturligaturen einschließlich des Heyse’schen ſs]&lt;br /&gt;
* [http://www.users.globalnet.co.uk/~ngo/golden.htm Möglichkeiten der Benutzung der Private Use Area für ausgefallene Ligaturen]&lt;br /&gt;
* [https://webjournal.ch/article.php?article_id=1258 «Ätsch ätt»] – Glosse zur Herkunft der Ligatur «ad»&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Sylburg]]: [https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00038447/image_25 Griechische Ligaturen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Ligatur #(Typografie)}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Typografie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochdruck]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
	</entry>
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