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	<title>Katholizismus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Katholizismus&amp;diff=8358&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler: /* Katholizismus in Deutschland */</title>
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		<updated>2025-03-29T11:54:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Katholizismus in Deutschland&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel| behandelt den Begriff in seinem soziologischen Sinn; für die theologischen Bedeutungen siehe [[Katholizität#Kennzeichen der Katholizität|Katholizität]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{QS-Christentum}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Katholizismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet die Repräsentation des [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Christentums]] in der [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaft]], basierend auf der durch den katholischen [[Glaube (Religion)|Glauben]] geprägten [[Weltanschauung]] und [[Wertvorstellung]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;schubert&amp;quot;&amp;gt;Klaus Schubert, Martina Klein: &amp;#039;&amp;#039;Das Politiklexikon&amp;#039;&amp;#039;. 5., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies schließt insbesondere die sich daraus ergebenden politischen, staatlichen und sozialen Aktivitäten nicht nur der institutionellen Strukturen, sondern auch der katholischen Gläubigen, deren gesellschaftliche Organisationsformen und [[Brauchtum]] ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Entwicklung der [[Katholische Soziallehre|katholischen Soziallehre]] kam der Begriff des Katholizismus im 19. Jahrhundert mit einer politisch-programmatischen Bedeutung als Kontrast zu [[Marxismus]] und [[Liberalismus]] auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;schubert&amp;quot; /&amp;gt; Daraus ging der [[Politischer Katholizismus|politische Katholizismus]] hervor, der im [[Kulturkampf]] eine besondere Rolle spielte und die Grundlage der [[Deutsche Zentrumspartei|Deutschen Zentrumspartei]] bildete.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wissen.de&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle | url=https://www.wissen.de/lexikon/katholizismus | titel=Katholizismus | werk=[[wissen.de]] | zugriff=2015-07-16 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Antwort auf die sozialen Entwicklungen entstanden nach den Grundideen von [[Wilhelm Emmanuel von Ketteler]] und [[Adolph Kolping]] [[Gesellenverein|Gesellen-]] und [[Arbeiterverein]]en sowie der [[Volksverein für das katholische Deutschland]]. Zur Förderung der Wissenschaft wurden [[Görres-Gesellschaft]] und [[Österreichische Leo-Gesellschaft]] gegründet. In Deutschland stehen die seit 1848 stattfindenden [[Katholikentag]]e und international die [[Katholische Aktion]] in besonderer öffentlicher Wahrnehmung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wissen.de&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesellschaften vieler Staaten [[Europa]]s und [[Lateinamerika]]s sind katholisch geprägt, in manchen Staaten wie [[Irland]] und [[Polen]] bildet der Katholizismus einen Bestandteil der nationalen Identität. Im deutschsprachigen Raum ist er vor allem im Westen und Süden Deutschlands und in [[Österreich]] verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;[[Katholizität|katholisch]]&amp;#039;&amp;#039; stammt aus dem Griechischen und bedeutet dort ‚allumfassend, total, universell‘. Das griechische καθολικός leitet sich (auch heute) von κατά &amp;#039;&amp;#039;katá&amp;#039;&amp;#039; ‚von […] herab, über […] hin‘; ὅλος &amp;#039;&amp;#039;hólos&amp;#039;&amp;#039; „ganz, umfassend“ ab. In diesem Sinne wird er schon von [[Aristoteles]] oder [[Polybios]], aber auch von frühen christlichen Schriftstellern verwendet; so spricht etwa [[Justin der Märtyrer]] von der „katholischen Auferstehung“. Diese Bedeutung hat sich in der Bezeichnung [[Katholische Briefe]] für einige [[Neues Testament|neutestamentliche]] Bücher erhalten. Die Wortverbindung „[[katholische Kirche]]“ wurde erstmals von [[Ignatius von Antiochien]] um das Jahr 110 verwendet, um diese von Kleingruppen abzugrenzen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.newadvent.org/cathen/03449a.htm Engl. Erklärung aus der New Catholic Encyclopedia]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überblick ==&lt;br /&gt;
=== Katholizismus in Deutschland ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Römisch-katholische Kirche in Deutschland}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der [[Reichsgründung]] 1871 waren die Katholiken mit etwa einem Drittel Bevölkerungsanteil eine Minderheit in [[Deutsches Kaiserreich|Deutschland]]. Das änderte sich nach 1945, als die vorwiegend protestantischen Gebiete des deutschen Nordostens verloren gingen bzw. Kerngebiete der Reformation in Mitteldeutschland zur sowjetischen Besatzungszone wurden. In der aus den verbliebenen westdeutschen Ländern gebildeten Bundesrepublik bildeten evangelische und katholische Christen jeweils knapp die Hälfte der Bevölkerung mit einem knappen evangelischen Überhang bis in die 1990er Jahre, wobei das politisch aktive und besonders im Rahmen der nun bewusst überkonfessionellen [[CDU]] stark engagierte katholische Milieu erhebliche Wirkung auch über seine engeren Grenzen hinaus entfalten konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bundesrepublik von 1949 bis 1989 hatte das römisch-katholische Milieu bis in die 1970er Jahre einen großen gesellschaftspolitischen Einfluss. Nicht nur Bundeskanzler wie [[Konrad Adenauer]] und [[Helmut Kohl]], sondern auch ein Kritiker wie [[Heinrich Böll]] waren besonders im rheinischen Katholizismus verwurzelt. Führungspersönlichkeiten wie die Kardinäle [[Joseph Frings]], [[Julius Döpfner]] und [[Joseph Höffner]] wurden stark beachtet, in etwa auch noch [[Karl Lehmann]]. Bis 1985 kritisierte das in Düsseldorf, Köln und Bonn verlegte &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Katholischen Filmkritik&amp;#039;&amp;#039; 6000 Filme aus den Jahren 1945 bis 1958. Bis 1948 hatte das Katholische Filmbüro München 160 Filmbesprechungen publiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Papst [[Benedikt XVI.]] anlässlich des [[Weltjugendtag]]es in Köln 2005 geforderte Hinwendung der Kirche in Deutschland dazu, „missionarisch“ zu werden, könnte eine neue, zum kulturellen Umfeld eher kontrastierende Tendenz begünstigen. Die starke ökumenische Orientierung der römisch-katholischen Kirche in Deutschland wird derzeit jedoch noch fortgesetzt. Diese ökumenische Ausrichtung wird von manchen Theologen kritisiert, da die römisch-katholische Kirche durch die Hinwendung zum Protestantismus ihre eigene Identität aufzugeben scheine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anteil der katholischen Kirchenmitglieder im Vergleich zur Gesamtbevölkerung in Deutschland liegt bei 27,2 Prozent (22.600.000). Die Kirchenaustritte lagen seit 2010 zwischen 118.000 und 273.000 Personen pro Jahr.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Bundeszentrale für politische Bildung |url=https://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61565/kirche |titel=Katholische und evangelische Kirche {{!}} bpb |sprache=de |abruf=2021-11-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach den Angaben der Deutschen Bischofskonferenz nahmen 2020 noch 5,9 Prozent (2019: 9,1 Prozent) der Katholiken „regelmäßig“ am Gottesdienst teil. Die Zahl der kirchlichen Trauungen lag 2020 bei 11.018 (2019: 38.537), die Zahl der Taufen bei 104.610 (2019: 159.043) und die Zahl der Erstkommunionen bei 139.752 (2019: 166.481). Die Veränderungen zum Vorjahr werden vor allem als [[COVID-19|coronabedingt]] erklärt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Deutsche Bischofskonferenz |url=https://www.dbk.de/presse/aktuelles/meldung/kirchenstatistik-2020 |titel=Kirchenstatistik 2020 |sprache=de |abruf=2021-11-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Katholizismus in Österreich ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Katholische Kirche in Österreich}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge des [[Josephinismus]] wies der österreichische Katholizismus während der [[Habsburgermonarchie]] eine ausgeprägte Nähe zum Staat auf. Während des [[Austrofaschismus]] von 1933 bis 1938 galt Österreich für manche konservativen Katholiken dann geradezu als „Musterstaat“. Österreichische Bischöfe haben den Anschluss 1938 an das Großdeutsche Reich überdies viel wohlwollender begrüßt als deutsche Bischöfe. Aus dieser historischen Situation heraus belastet, hat der Episkopat das [[Zweites Vatikanisches Konzil|II. Vatikanum]] zum Anlass genommen, sich weitgehend [[Liberale Theologie|liberal]] zu profilieren, doch verstärken sich seit etwa 1990 konservative Tendenzen. &amp;lt;!--Eine große Nähe zur [[ÖVP]] (Österreichische Volkspartei) ist kaum zu leugnen, die allerdings [[Franz König|Franz Kardinal König]] (1905–2004) etwas auflockerte.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Katholizismus in der Schweiz ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Römisch-katholische Kirche in der Schweiz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Situation der katholischen Kirche in der [[Schweiz]] ist noch schwieriger zusammenzufassen, da die konfessionelle und [[staatskirchenrecht]]liche Eigenart jedes einzelnen [[Kanton (Schweiz)|Kantons]] berücksichtigt werden muss. In manchen Kantonen üben staatliche Stellen über eigene Organe eine mittelbare Kontrolle kirchlicher Angelegenheiten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verhältnis der katholischen Kirche zur Politik und zivilen Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Weltreligionen.png|miniatur|Länder, in denen das Christentum die vorherrschende Religion ist, sind violett (kath.), blau (prot.) oder rötlich (orth.) gekennzeichnet]]&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen}}&lt;br /&gt;
Nachdem Papst [[Pius IX.]] im [[Syllabus errorum]] viele weltliche Auffassungen als falsch verurteilt hatte, setzte er 1870 die [[Dogma#Dogmen in der römisch-katholischen Kirche|die Dogmen von der päpstlichen Unfehlbarkeit in Lehrfragen und seiner allumfassenden Jurisdiktion]] durch. Diese „Geburtsurkunde“ des römischen Anspruchs in moderner Zeit bewirkte, außerhalb der eigentlich theologischen Probleme, eine eindeutige Zuordnung des Papsttums zum „geistlichen Bereich“. Die zunächst unfreiwillige Abkehr von päpstlich-kirchenstaatlicher Politik beseitigte zwangsläufig auch eine wesentliche Ursache der [[Intransigenz]] der Päpste [[Leo XII.]] bis [[Gregor XVI.]] Der so zugleich begründete päpstliche Internationalismus brachte Papst [[Leo XIII.]], dem Begründer der neueren katholischen Soziallehre (†&amp;amp;nbsp;1903), großes Ansehen ein. In der Konfrontation mit dem optimistischen [[Humanismus]] der Moderne kämpfte Papst [[Pius X.]] (1903–1914) um eine größere religiöse Wirksamkeit der Kirche in der Gesellschaft. Im Ersten Weltkrieg gelang es Papst [[Benedikt XV.]] überdies, den Katholizismus als überparteilich und supranational zu festigen. Seither hat die römisch-katholische Kirche die wesentlichen Forderungen der internationalen [[Friedensbewegung]] (Schiedsgerichtsbarkeit, Abrüstung) in ihr Programm integriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sturz vieler europäischer [[Monarchie]]n 1918 und die Befreiung der nichtkatholischen Staatskirchen von politischer Bevormundung eröffnete auch neue Möglichkeiten des interkonfessionellen Dialogs, der aber erst nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges breite Akzeptanz auf römisch-katholischer Seite fand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die programmatische Selbstkorrektur durch das [[Zweites Vatikanisches Konzil|Zweite Vatikanische Konzil]] (1962–65), vorbereitet durch die Päpste [[Pius XI.]] und [[Pius XII.]], durchgeführt von den Päpsten [[Johannes XXIII.]] und [[Paul VI.]], hat aber gerade in den typisch römisch-katholischen Milieus interne Krisen heraufbeschworen. In jedem der katholisch geprägten Länder war die Situation der Kirche noch nicht frei von Belastungen aus den politischen Konflikten. In Spanien fand die Kirche erst allmählich eine Distanz zum [[Franco-Regime]]. In Italien besteht auch heute noch Dissens, ob die &amp;#039;&amp;#039;civiltà cattolica&amp;#039;&amp;#039; eine eher christlich demokratische oder eine eher traditionell autoritätsbezogene politische Haltung begünstigt. Besonders gravierend ist die Situation in Frankreich, wo der nationale Katholizismus in Opposition zur Republik stand, so dass es (vor allem vor 1914 und nach 1945) auch zu Übertreibungen in der Gegenrichtung kam. Jüngere kirchliche Bewegungen in diesen Ländern werden seitens liberaler Theologie oft mit politischen Kategorien bewertet, ohne dass dies dem spirituellen Anliegen des &amp;#039;&amp;#039;[[renouveau catholique]]&amp;#039;&amp;#039; entspräche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwerpunkt des weltweiten Katholizismus hat sich seit den 1980er Jahren nach Lateinamerika, Afrika und allmählich auch Asien verlagert. Afrika südlich der Sahara wendet sich verstärkt dem Christentum zu. Die römisch-katholische Kirche in Lateinamerika steht aber, wegen ihrer langen Bindung an die europäisch-katholische Tradition, vor besonders gravierenden Herausforderungen. Hier wurde seit den 1960er Jahren der Versuch einer [[Befreiungstheologie]] unternommen, die von der Kirche jedoch als Rückfall in Konzepte, die eine [[politische Theologie]] begünstigen, jetzt aber unter marxistischer Perspektive zu sehen sei, bekämpft wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im anglo-amerikanischen Kulturraum hat die römisch-katholische Kirche seit dem 19. Jahrhundert nach und nach an Akzeptanz gewinnen können, ist aber noch immer als [[konfession]]elle Minderheit zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt steht der Katholizismus zu Beginn des 21. Jahrhunderts erst am Anfang der ihm vom Zweiten Vatikanischen Konzil gestellten Aufgabe, gleichermaßen die religiöse Tradition fortzuführen und zugleich inmitten des jeweiligen kulturellen Umfeldes „auf der Höhe der Zeit“ mitzuwirken. Papst [[Johannes Paul II.]] versuchte in seinem Pontifikat, den Selbstvollzug der Kirche als Weltkirche in einem universalen und interreligiösen Horizont persönlich zu verorten; mit seinen Reisen und Lehrschreiben, den [[Weltjugendtag]]en und [[Heiligsprechung]]en erlangte er dabei große Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbare Sonderrechte innerhalb der Staatsordnungen strebt der Katholizismus ausdrücklich nicht mehr an. So vereinbarten Italien und der [[Heiliger Stuhl|Heilige Stuhl]] im Jahre 1984 den Verzicht auf die römisch-katholische Staatsreligion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wissenschaft ==&lt;br /&gt;
Der Begriff Katholizismus&amp;lt;ref&amp;gt;Einen Literaturbericht zur Katholizismus-Forschung ab 1990 bis 2000 bietet [[Karl-Egon Lönne]]: Literaturbericht. Katholizismus-Forschung. In: [[Geschichte und Gesellschaft]] 26 (2000), S. 128–170. Lönne sieht in der Katholizismus-Forschung neben der Säkularisierung auch Begriffe wie Dechristianisierung und Rechristianisierung, Modernisierung und Verkirchlichung als notwendig an, um Entwicklungen adäquat beschreiben zu können (ebd., S. 128).&amp;lt;/ref&amp;gt; wird wissenschaftlich von der [[Konfessionskunde]], der [[Phänomenologie]] und [[Soziologie]] benutzt, um die Praxis des katholischen Glaubens durch den einzelnen Gläubigen, aber auch die gesellschaftliche Relevanz des katholischen Glaubens zu beschreiben. Entsprechendes gilt für das Wort Protestantismus, das dies bei den protestantischen Christen beschreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Katholizismus gilt traditionell sowohl in Bezug auf [[Moral]] als auch politisch als [[Konservatismus|konservativ]], aber auch volkstümlich ([[Volksfrömmigkeit]]). Eine große Rolle spielen weiterhin das Gemeinschaftsbewusstsein sowie die religiös-kulturelle Tradition. Innerhalb des Katholizismus bestehen auch diverse Strömungen, die häufig mit der Politik entlehnten Begriffen zusammengefasst werden (insbesondere [[Linkskatholizismus]]) bzw. als „Progressisten“ und „Traditionalisten“ bezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Hintergrund globaler gesellschaftlicher Veränderungen befindet sich der Katholizismus, jedenfalls sofern er selbst einen traditionellen Kulturkreis prägte, zwar in einem grundlegenden Umgestaltungsprozess. Unter der Jugend in Europa ist der überlieferte Katholizismus auch weiterhin ein Minderheitenphänomen. Die Auflösung der typisch katholischen Milieus bewirkt bei progressiven wie konservativen Kräften aber entgegengesetzte Reaktionen. Die Gegenwehr des [[Integralismus]] vermag nur eine sehr geringe Minderheit der Katholiken anzuziehen (z.&amp;amp;nbsp;B. Lefebvre-Bewegung, mit der höchstens 0,015 % der 1,1 Mrd. Katholiken sympathisieren), da die traditionelle Volksfrömmigkeit stark nachlässt. Aus sozialwissenschaftlicher Sicht wirken die konfessionellen Milieus jedoch auch dann noch auf die persönlichen Verhaltensmuster, wenn die eigentlich kirchliche Bindung bereits nicht mehr bewusst empfunden wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anspruch des Papsttums ==&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen}}&lt;br /&gt;
Zentrales Element im Verständnis der römisch-katholischen Kirche ist die kirchliche Hierarchie mit dem [[Papst]] als oberstem [[Bischof (Römisch-katholische Kirche)|Bischof]]. Die als „petrinisches Prinzip“ bezeichnete Funktion des [[Bischof von Rom|Bischofs von Rom]] unterscheidet diese Kirche sichtbar von anderen Konfessionen. Als Nachfolger des Apostels Petrus gilt der Papst in der römisch-katholischen Kirche als Fels der Gesamtkirche und Stellvertreter Christi auf Erden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Vorwurf, dass sich das Papsttum in die Politik einmische, wird von der römisch-katholischen Kirche entgegengehalten, dass der christliche Glaube über die politischen und gesellschaftlichen Sphären hinaus reiche. Das petrinische Prinzip etabliert einen religiösen Internationalismus, einen weltweiten öffentlichen Anspruch. Das wiederum findet sich in der ursprünglich Wortbedeutung von „katholisch“ als „allgemein“ wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge dieses Anspruchs, die Religion der Politik und der Gesellschaft überzuordnen, setzte sich der Heilige Stuhl mit dem jeweiligen Gegenüber im staatlichen Bereich auseinander. Mit ihrer jahrhundertelangen [[Diplomatie]] weisen die päpstlichen Institutionen einen großen Erfahrungsschatz auf. Heute wird die Institution des Papsttums (nicht nur der Vatikanstaat) von fast allen Staaten der Welt auch völkerrechtlich anerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bereich der lateinischen Kirche trat der Anspruch des päpstlich formulierten [[Papstprimat|Primats]] mit besonderer Deutlichkeit im 11. Jahrhundert in Erscheinung ([[Gregor VII.]], &amp;#039;&amp;#039;[[Dictatus Papae]]&amp;#039;&amp;#039;, 175).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zeit seit dem Spätmittelalter nahm die Machtfülle der Territorialstaaten zu. Diese nutzten die Reformation zum Zweck weiterer Steigerung ihrer Autorität aus, übrigens auch in den katholischen Monarchien. Seit dem Westfälischen Frieden von 1648 deshalb fast vom „diplomatischen Parkett“ verschwunden, schien das Papsttum vor 1789 den absoluten Monarchien insgesamt unterlegen zu sein. In nachnapoleonischer Zeit gelang jedoch ein schrittweiser Wiederaufstieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Manfred Becker-Huberti]], Ulrich Lota: &amp;#039;&amp;#039;Katholisch A bis Z. Das Handlexikon.&amp;#039;&amp;#039; Herder-Verlag, Freiburg im Breisgau 2009, ISBN 978-3-451-32199-3.&lt;br /&gt;
* [[Jean Guitton]]: &amp;#039;&amp;#039;Le Catholicisme hier, aujourd’hui et demain.&amp;#039;&amp;#039; 1972.&lt;br /&gt;
* [[Lothar Gassmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Kleines Katholizismus-Handbuch.&amp;#039;&amp;#039; 2006.&lt;br /&gt;
* [[Henri de Lubac]]: &amp;#039;&amp;#039;Catholicisme. Les aspects sociaux du dogme.&amp;#039;&amp;#039; 1938.&lt;br /&gt;
* [[Johannes Meier (Theologe)|Johannes Meier]]: &amp;#039;&amp;#039;Bis an die Ränder der Welt: Wege des Katholizismus im Zeitalter der Reformation und des Barock.&amp;#039;&amp;#039; Aschendorff, Münster 2018, ISBN 978-3-402-13256-2.&lt;br /&gt;
* [[Émile Poulat]]: &amp;#039;&amp;#039;L’église c’est un monde.&amp;#039;&amp;#039; 1986.&lt;br /&gt;
* [[Benedikt XVI.|Joseph Ratzinger]]: &amp;#039;&amp;#039;Kirche, Ökumene und Politik.&amp;#039;&amp;#039; Einsiedeln 1987.&lt;br /&gt;
* [[Otto B. Roegele]]: &amp;#039;&amp;#039;Der deutsche Katholizismus im sozialen Chaos.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Hochland.&amp;#039;&amp;#039; Band 41. Februar 1949, S. 15 ff.&lt;br /&gt;
* [[Alfred Stoecklin]]: &amp;#039;&amp;#039;Schweizer Katholizismus. Eine Geschichte der Jahre 1925–1975. Zwischen Ghetto und konziliarer Öffnung.&amp;#039;&amp;#039; Zürich 1978.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4030027-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Katholizismus| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christliche Konfession]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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