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	<title>Kapitalmarkt - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<title>imported&gt;Ssgl: Cite Book -&gt; Literatur</title>
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		<updated>2025-02-01T19:55:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Cite Book -&amp;gt; Literatur&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Kapitalmarkt.jpg|mini|hochkant=2.2|Schematische Gliederung des Finanzmarktes]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kapitalmarkt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist derjenige [[Teilmarkt]] des [[Finanzmarkt]]es, auf dem der mittel- und langfristige [[Kapitalbedarf]] auf das [[Kapitalangebot]] trifft. Kurzfristige Transaktionen erfolgen auf dem [[Geldmarkt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Das [[Kompositum (Grammatik)|Kompositum]] „Kapitalmarkt“ setzt sich aus dem [[Homonym]] „Kapital“ und [[Markt (Wirtschaftswissenschaft)|Markt]] zusammen. Unter [[Kapital]] ist hier nicht der [[Produktionsfaktor]] zu verstehen, sondern die auf diesem Markt als [[Handelsobjekt]]e dienenden mittel- oder langfristigen [[Finanzierungsinstrument]]e. [[Marktteilnehmer]] sind alle [[Wirtschaftssubjekt]]e ([[Privathaushalt]]e, [[Unternehmen]], der [[Staat]] mit seinen Untergliederungen (wie [[öffentliche Verwaltung]] und [[Staatsunternehmen]] oder [[Kommunalunternehmen]]). Sie treten als [[Kapitalgeber]] ([[Anleger (Finanzmarkt)|Anleger]]), [[Finanzintermediär]]e ([[Kreditinstitut]]e, [[Versicherer|Versicherungen]], [[Investmentfonds]]) oder [[Kreditnehmer|Kapitalnehmer]] auf. Handelsobjekte sind konkret mittel- oder langfristige [[Kredit]]e ([[Investitionskredit]]e, [[Kommunalkredit]]e), [[Darlehen (Deutschland)|Darlehen]] ([[Hypothekendarlehen]], [[Immobilienfinanzierung]]en) oder [[Mezzanine-Kapital]] ([[Kreditmarkt]]), [[Anleihe]]n jeder Art ([[Rentenmarkt]]), [[Aktie]]n und [[Partizipationsschein]]e oder [[Genussschein]]e ([[Aktienmarkt]]). Sind die Handelsobjekte in Form von [[Wertpapier]]en [[Verbriefung|verbrieft]] ([[Effekten]]: Aktien, Anleihen und [[Investmentzertifikat]]e), so heißen sie &amp;#039;&amp;#039;Kapitalmarktpapiere&amp;#039;&amp;#039; und können wegen ihrer [[Verkehrsfähigkeit]] an der [[Wertpapierbörse]] gehandelt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/B%C3%B6rsen_Lexikon/IaJsDwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=kapitalmarktpapiere+lexikon&amp;amp;pg=PA229&amp;amp;printsec=frontcover#spf=1628079619852 Alfred B. J. Siebers/Martin M. Weigert (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Börsen-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 1998, S. 229]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[Preis (Wirtschaft)|Preis]] auf dem Kapitalmarkt ist verallgemeinernd der [[Kapitalmarktzins]], der jedoch wegen der Verschiedenartigkeit der [[Finanzprodukt]]e keinen einheitlichen [[Zins]] darstellt. Als [[Marktzins]] fungieren bei Anleihen die [[Emissionsrendite]] ([[Primärmarkt]]) oder die [[Umlaufrendite]] ([[Sekundärmarkt]]) bei Aktien die [[Dividendenrendite]], bei Krediten der [[Kreditzins]]. Den einzigen organisierten Kapitalmarkt bilden die [[Börse]]n mit dem [[Börsenkurs]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalmarkt unterscheidet sich vom Geldmarkt vor allem durch die [[Fristigkeit]] der Handelsobjekte. Diese Einteilung führte im Jahre 1909 der [[Ökonom]] [[Arthur Spiethoff]] ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Arthur Spiethoff, &amp;#039;&amp;#039;Die äußere Ordnung des Geld- und Kapitalmarktes&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Gustav von Schmoller (Ökonom)|Gustav von Schmoller]] (Hrsg.), Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft im Deutschen Reich, Heft 2, 1909, S. 17 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie betrifft auf dem Kapitalmarkt [[Laufzeit (Wirtschaft)|Laufzeiten]] oder [[Fälligkeit]]en von mehr als vier Jahren, wobei die Abgrenzung unterschiedlich vorgenommen wird. Die [[mittlere Frist]]igkeit (2–4 Jahre) wird in der [[Fachliteratur]] entweder dem Geldmarkt&amp;lt;ref&amp;gt;[[Joachim von Spindler]], &amp;#039;&amp;#039;Geldmarkt – Kapitalmarkt – Internationale Kreditmärkte&amp;#039;&amp;#039;, 1960, S. 34&amp;lt;/ref&amp;gt; oder dem Kapitalmarkt zugeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Friedrich Hagenmüller]], &amp;#039;&amp;#039;Kapitalmarkt&amp;#039;&amp;#039;, in: Handwörterbuch der Betriebswirtschaft, Band II, 1962, Sp. 3008&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Kapitalmarkt wird häufig auch auf den [[Wertpapiermarkt]] verengt, welcher sowohl Dividendenwerte, beispielsweise Aktien, als auch festverzinsliche Wertpapiere, wie Anleihen beinhaltet.&amp;lt;ref&amp;gt;Leif Steinhauer, &amp;#039;&amp;#039;Die Objektivierung des kapitalmarktorientierten Value Reporting&amp;#039;&amp;#039;, Band 13, 2007, S. 10 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marktstrukturen ==&lt;br /&gt;
Sämtliche klassischen volkswirtschaftlichen [[Produktionsfaktor]]en werden auf [[Faktormarkt|Faktormärkten]] gehandelt, und zwar die [[Arbeit (Volkswirtschaftslehre)|Arbeit]] auf dem [[Arbeitsmarkt]], der [[Boden (Produktionsfaktor)|Boden]] auf dem [[Immobilienmarkt]], [[Geld]] auf dem [[Geldmarkt]] und das Kapital auf dem Kapitalmarkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;padding:1em; vertical-align:top; border:2px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! [[Markt]]&lt;br /&gt;
! [[Angebot (Volkswirtschaftslehre)|Angebot]]&lt;br /&gt;
! [[Nachfrage]]&lt;br /&gt;
! [[Preis (Wirtschaft)|Preis]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Arbeitsmarkt]]&lt;br /&gt;
| [[Arbeitsnachfrage]] || [[Arbeitsangebot]] || [[Arbeitsentgelt]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Gütermarkt]]&lt;br /&gt;
| [[Güterangebot]] || [[Güternachfrage]] || [[Marktpreis]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Geldmarkt]] &lt;br /&gt;
| [[Geldangebot]] || [[Geldnachfrage]] || [[Geldmarktzins]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kapitalmarkt&lt;br /&gt;
| [[Kapitalangebot]] || [[Kapitalnachfrage]] || [[Kapitalmarktzins]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Kreditmarkt]] &lt;br /&gt;
| [[Kreditangebot]] || [[Kreditnachfrage]] || [[Kreditzins]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Immobilienmarkt]]&lt;br /&gt;
| Angebot an [[Wohnimmobilie|Wohn-]] und &amp;lt;br/&amp;gt;[[Gewerbeimmobilie]]n,&amp;lt;br/&amp;gt; [[Agrarfläche|Agrar-]] und [[Waldfläche]]n || [[Nachfrage]] || [[Kaufpreis]]/[[Immobiliarmiete]]/&amp;lt;br/&amp;gt; [[Bodenrente]]/[[Pachtvertrag (Deutschland)|Pacht]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Arbeits- und Bodenangebot stark von [[Natur]]einflüssen abhängen ([[Witterung]], [[Bodenbeschaffenheit]]), wird das Geld- und Kapitalangebot ausschließlich von wirtschaftlichen Erwägungen beeinflusst.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Heller, &amp;#039;&amp;#039;Theoretische Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;, 1927, S. 144&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitalangebot ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kapitalmarktakteuere.jpg|mini|Kreditmarkt-/Kapitalmarktakteure]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;Kapitalangebot&amp;#039;&amp;#039; stammt von [[Anleger (Finanzmarkt)|Anlegern]], die bereit sind, ihr Kapital langfristig zwecks [[Geldvermögen]]sbildung zur Verfügung zu stellen. Das sind einerseits diejenigen Anleger, die von vorneherein hierzu bereit waren ([[Sparen|Sparer]]), und andererseits die Anleger, denen der [[Geldmarktzins]] auf dem Geldmarkt zu niedrig erscheint. Bei letzteren wirkt sich ihre Anlageentscheidung negativ auf das [[Geldangebot]] auf dem Geldmarkt und erhöhend auf das Kapitalangebot auf dem Kapitalmarkt aus. Steigt das Kapitalangebot bei gegebener Kapitalnachfrage, sinkt der Kapitalmarktzins und umgekehrt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=EImtBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA258&amp;amp;dq=Kapitalmarkt+kapitalAngebot&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjr3qfIkPjYAhVS3aQKHaY0D8cQ6AEITjAH#v=onepage&amp;amp;q=Kapitalmarkt%20kapitalAngebot&amp;amp;f=false Rüdiger Diedrigkeit, &amp;#039;&amp;#039;Atlas Geld und Wertpapiere: Handel der Banken mit Geld und Wertpapieren&amp;#039;&amp;#039;, 1987, S. 258]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[Grenzertrag]] nimmt für den Kapitalanbieter mit steigendem Kapitalangebot ab. Die Höhe des Kapitalmarktzinses ist einerseits ein Signal für die [[Knappheit]], andererseits auch stets ein [[Risikomaß]] für das mit der Kapitalüberlassung verbundene [[Kreditrisiko]]. Stammt das Kapitalangebot aus dem [[Ausland]], spricht man vom [[Kapitalimport]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitalnachfrage ===&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;Kapitalnachfrager&amp;#039;&amp;#039; kommen die [[öffentliche Hand]] ([[Kommunalanleihe]]n, [[Kommunalobligation]]en), die [[Privatwirtschaft]] ([[Industrie]]: [[Investitionskredit]]e, [[Unternehmensanleihe]]n; [[Immobilienwirtschaft]]: [[Wohnungsbau]], [[Gewerbeimmobilie]]n), der [[Staat]] ([[Staatsanleihe]]n) und [[Privathaushalt]]e ([[Immobilienfinanzierung]]) in Betracht. Kapitalnachfrager werden nur dann investieren, wenn die [[Grenzleistungsfähigkeit]] des Kapitals den aktuellen [[Marktzins]] übersteigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=XEWVBwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA111&amp;amp;dq=grenzleistungsf%C3%A4higkeit+des+kapitals&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=grenzleistungsf%C3%A4higkeit%20des%20kapitals&amp;amp;f=false Bernhard Felderer/Stefan Homburg, &amp;#039;&amp;#039;Makroökonomik und neue Makroökonomik&amp;#039;&amp;#039;, 1989, S. 110 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Steigt der Kapitalmarktzins über die Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals, sinkt die Kapitalnachfrage und umgekehrt. Steigt die Kapitalnachfrage bei gegebenem Kapitalangebot, steigt auch der Kapitalmarktzins und umgekehrt. Ausländische Kapitalnachfrage führt zum [[Kapitalexport]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marktgleichgewicht ==&lt;br /&gt;
Der Kapitalmarkt befindet sich im [[Marktgleichgewicht]], wenn das gesamtwirtschaftliche Kapitalangebot &amp;lt;math&amp;gt;K_A&amp;lt;/math&amp;gt; ([[Sparen]]) der gesamtwirtschaftlichen Kapitalnachfrage &amp;lt;math&amp;gt;K_N&amp;lt;/math&amp;gt; ([[Investition]]en) entspricht:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=jIWcBAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA18&amp;amp;dq=Kapitalmarkt+kapitalAngebot&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjQtJPFlPjYAhWOyKQKHS7SDr44ChDoAQg8MAQ#v=onepage&amp;amp;q=Kapitalmarkt%20kapitalAngebot&amp;amp;f=false Dietmar Wellisch, &amp;#039;&amp;#039;Finanzwissenschaft III: Staatsverschuldung&amp;#039;&amp;#039;, 2014, S. 18]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Angewandte_Makro%C3%B6konomik/34RfDwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=%22Nat%C3%BCrlicher+Lohn%22&amp;amp;pg=PA24&amp;amp;printsec=frontcover#spf=1629721631330 Herbert Müller, &amp;#039;&amp;#039;Angewandte Makroökonomik&amp;#039;&amp;#039;, 1999, S. 24]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;K_A = K_N&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;langfristige Marktgleichgewicht&amp;#039;&amp;#039; ist hergestellt, wenn sich die [[Kapitalintensität]] (Kapitalausstattung pro Kopf) nicht mehr verändert.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietmar Wellisch, &amp;#039;&amp;#039;Finanzwissenschaft III: Staatsverschuldung&amp;#039;&amp;#039;, 2014, S. 19&amp;lt;/ref&amp;gt; Befindet sich der Kapitalmarkt im Gleichgewicht, so gelangen [[Ersparnis]] und [[Investition]]en beim Gleichgewichtszinssatz zum Ausgleich. Ein hoher Kapitalmarktzins kann Privathaushalte zur Kapitalanlage (zu Lasten des Konsums) anregen und damit über ein höheres Kapitalangebot zur Reduzierung des Zinses beitragen und umgekehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufgabe der Intermediäre liegt darin, das Gleichgewicht zwischen Kapitalangebot und -nachfrage zu erleichtern, indem sie Transaktionen in den [[Zahlungsstrom|Zahlungsströmen]] der Kapitalnachfrager und -anbieter durchführen, den Informationsstand verbessern und Transaktionsabwicklungen unterstützen.&amp;lt;ref&amp;gt;Anja Benker, &amp;#039;&amp;#039;Vor- und Nachteile einer kapitalmarktorientierten Unternehmensführung&amp;#039;&amp;#039;, 2008, S. 9 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktionen von Kapitalmärkten ==&lt;br /&gt;
Zu unterscheiden ist zwischen der Allokations-, Informations- und Bewertungsfunktion&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Viktor O. Ledenyov/Dimitri O. Ledenyov |Titel= Forecast in capital markets |Verlag=LAP LAMBERT Academic Publishing |Ort=Saarbrücken |Datum=2016 |ISBN=978-3-659-91698-4 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Viktor O. Ledenyov/Dimitri O. Ledenyov |Titel=Investment in capital markets |Verlag=LAP LAMBERT Academic Publishing |Ort=Saarbrücken |Datum=2017 |ISBN=978-3-330-05708-1 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Viktor O. Ledenyov/Dimitri O. Ledenyov |Titel=Business cycles in economics |Verlag=LAP LAMBERT Academic Publishing |Ort=Düsseldorf |Datum=2018 |ISBN=978-613-8-38864-7 |Sprache=en }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Viktor O. Ledenyov/Dimitri O. Ledenyov |Titel= Money investment time|Verlag=LAP LAMBERT Academic Publishing |Ort=Düsseldorf |Datum=2018 |ISBN= 978-613-9-85998-6|Sprache=en }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
* Die [[Ressourcenallokation|Allokationsfunktion]] betrifft die Verteilung von Kapitalangebot und -nachfrage. Die [[Kapitalallokation]] gilt als effizient, wenn diejenigen Kapitalnachfrager die angebotenen Finanzierungsmittel erhalten, die mit dem Kapitaleinsatz den höchsten [[Nutzen (Wirtschaft)|Nutzen]] erzielen können.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Pape: [https://books.google.de/books?id=5R5fCAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA11&amp;amp;dq=Kapitalmarkt+kapitalAngebot&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjQtJPFlPjYAhWOyKQKHS7SDr44ChDoAQhBMAU#v=onepage&amp;amp;q=Kapitalmarkt%20kapitalAngebot&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Grundlagen der Finanzierung und Investition&amp;#039;&amp;#039;.] 2015, S.&amp;amp;nbsp;11.&amp;lt;/ref&amp;gt; Effizienzmaßstab ist der Kapitalmarktzins.&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;Informationsfunktion&amp;#039;&amp;#039; hat für die Funktionsfähigkeit der Kapitalmärkte entscheidende Bedeutung, weil die Marktteilnehmer ihre [[Entscheidung]]en auf der Grundlage verfügbarer [[Information]]en treffen müssen. Kapitalanbieter müssen Zugang zu Informationen über ihr Kreditrisiko beispielsweise durch den [[Jahresabschluss]] der Kapitalnachfrager erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Pape: &amp;#039;&amp;#039;Grundlagen der Finanzierung und Investition&amp;#039;&amp;#039;, 2015, S. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;Bewertungs- und Preissetzungsfunktion&amp;#039;&amp;#039; entfaltet sich vor allem an Börsen, wo [[Börsenkurs]]e ([[Aktienkurs]]e oder [[Anleihekurs]]e) den zukünftigen Erfolg des [[Emittent (Finanzmarkt)|Emittenten]] reflektieren. Außerbörslich gehandelte [[Finanzkontrakt]]e werden durch [[Ratingagentur]]en oder Kreditinstitute ([[Kreditwürdigkeitsprüfung]])&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Pape: &amp;#039;&amp;#039;Grundlagen der Finanzierung und Investition&amp;#039;&amp;#039;, 2015, S. 11 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie durch die [[Risikoklasse]]n der Finanzkontrakte bewertet.&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;Koordinationsfunktion&amp;#039;&amp;#039; sorgt dafür, dass die dezentral erstellten und meist nicht miteinander harmonierenden [[Unternehmensplanung|Wirtschaftspläne]] der Kapitalmarktteilnehmer so weit wie möglich in Einklang gebracht werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Häuser: &amp;#039;&amp;#039;Kapitalmarkt&amp;#039;&amp;#039;, in: Wolfgang Gehrke (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handwörterbuch des Bank- und Finanzwesens&amp;#039;&amp;#039;, 1995, S.&amp;amp;nbsp;1124.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Individualschutz&amp;#039;&amp;#039;: Durch diese Schutzfunktion erhalten die Investoren einen Schutz gegenüber anderen Teilnehmern, die sich einen Vorteil mit Informationsvorsprüngen zu Lasten der Anleger verschaffen wollen.&amp;lt;ref&amp;gt;Leif Steinhauer: &amp;#039;&amp;#039;Die Objektivierung des kapitalmarktorientierten Value Reporting&amp;#039;&amp;#039;, Band 13, 2007, S.&amp;amp;nbsp;11&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Transformationsfunktionen ===&lt;br /&gt;
Man unterscheidet zwischen Mengentransformation, Fristentransformation, Losgrößentransformation und Risikotransformation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Mengentransformationen ====&lt;br /&gt;
Die Mengentransformation umfasst die Ansammlung der in einer Volkswirtschaft gebildeten Ersparnisse und deren Verteilung zu den Investoren in gewünschter Fristigkeit und Mengenordnung.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Ehrlicher: &amp;#039;&amp;#039;Kompendium der Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;, 5. Auflage, 1975, S. 386.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fristentransformation ====&lt;br /&gt;
Die [[Fristentransformation]] ermöglicht den Ausgleich der [[Frist]]en zwischen Kapitalgebern und -nehmern. Dabei handelt es sich um die Frist, während der ein Kredit durch einen Anleger in Anspruch genommen wird und um die Frist, die verstreicht, bis ein Sparer seine finanziellen Mittel zur Verfügung stellt. Diese Fristen weichen in der Regel voneinander ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Losgrößentransformation ====&lt;br /&gt;
Die [[Losgrößentransformation]] ermöglicht durch eine Zusammenführung von mehreren Kapitalgebern eine Übereinstimmung, der durch die Kapitalnehmer nachgefragten Beträge, die ein einzelner Kapitalgeber nicht zur Verfügung stellen könnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Armin Varmaz: &amp;#039;&amp;#039;Rentabilität im Bankensektor Identifizierung, Quantifizierung und Operationalisierung werttreibender Faktoren&amp;#039;&amp;#039;, 1. Auflage, 2006, S.&amp;amp;nbsp;20&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Risikotransformation ====&lt;br /&gt;
Eine [[Risikotransformation]] findet auf Kapitalmärkten statt, wenn [[Finanzintermediär]]e zwischen die Marktteilnehmer mit unterschiedlicher Risikobereitschaft treten und das [[Ausfallrisiko]] verändern. Durch die Risikotransformation erhalten die Sparer die Möglichkeit, ihr [[Kreditrisiko]] abzusichern oder zu verteilen. Unsichere Zahlungsströme können so in sichere Zahlungsströme umgewandelt werden. So können beispielsweise Risiken durch schwankende Wechselkurse umgewandelt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Anja Benker: &amp;#039;&amp;#039;Vor- und Nachteile einer kapitalmarktorientierten Unternehmensführung&amp;#039;&amp;#039;, 2008, S.&amp;amp;nbsp;8&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Entwicklung der Kapitalmärkte ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Finanzkrise#Geschichte|titel1=„Geschichte“ im Artikel Finanzkrise}}&lt;br /&gt;
[[Marcus Tullius Cicero]] berichtete im Jahre 66 [[vor Christus]] darüber, dass eine [[Finanzkrise]] in der Provinz Asia wegen ihrer Verflechtungen auch Rom ansteckte: „Dieses Kreditwesen und diese Geldgeschäfte, welche in Rom, welche auf dem [[Forum Romanum|Forum]] getätigt werden, sind eng verflochten mit jenen Geldern in Asien“.&amp;lt;ref&amp;gt;Marcus Tullius Cicero, &amp;#039;&amp;#039;De Imperio Cn. Pompei&amp;#039;&amp;#039;, 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Spätmittelalter]] kam es zwischen der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts und dem Ende des 15. Jahrhunderts durch die herrschende Edelmetallknappheit und die hieraus resultierende monetäre Kontraktion zu einer [[Liquiditätskrise]]. Die europäische Edelmetallförderung versiegte, die Münzstätten verringerten ihre Produktion oder stellten sie sogar völlig ein. Das Geldangebot verknappte sich, weil auch die Kreditversorgung auf den Edelmetallvorräten beruhte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=n_3UcGo621EC&amp;amp;pg=PA38&amp;amp;dq=Liquidit%C3%A4tskrise+15.+Jahrhundert&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjD8bDg2YfZAhVD-aQKHb94A_0Q6AEIOjAE#v=onepage&amp;amp;q=Liquidit%C3%A4tskrise%2015.%20Jahrhundert&amp;amp;f=false Michael North, &amp;#039;&amp;#039;Kleine Geschichte des Geldes&amp;#039;&amp;#039;, 2009, S. 38]&amp;lt;/ref&amp;gt; Grund war aber nicht nur das geringere Edelmetallangebot, sondern auch die Hortung von Münzen. Zwischen 1331–1340 und 1491–1500 schätzte man den Rückgang der europäischen Münzproduktion auf 80 %.&amp;lt;ref&amp;gt;John Day, &amp;#039;&amp;#039;The question of Monetary Contraction in Late Medieval Europe&amp;#039;&amp;#039;, 1981, S. 20&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalmärkte begannen institutionell mit der Errichtung von Börsen. Die [[Antwerpen]]er Börse startete 1532 mit einem geregelten Handel von Anleihen, worunter sich niederländische Hofbriefe ([[Staatsanleihe]]n), Privat-Obligationen der niederländischen Staatsbeamten und Magnaten (für Rechnung der Regierung), Obligationen der niederländischen Provinzialstände, Stadtobligationen, Rentmeisterbriefe und Obligationen der englischen Krone und des Königs von Portugal befanden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=z6xRCgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA26&amp;amp;dq=anleihe+obligation+1537&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=anleihe%20obligation%201537&amp;amp;f=false Richard Ehrenberg, &amp;#039;&amp;#039;Die Weltbörsen und Finanzkrisen des 16. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;, 1922, S. 26 ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die erste Aktienbörse entstand mit der [[Amsterdamer Börse|Amsterdam Stock Exchange]] ({{nlS|&amp;#039;&amp;#039;Amsterdam beurs&amp;#039;&amp;#039;}}) im Jahre 1612. Sie gilt als erste Aktienbörse, die im 17. Jahrhundert einen dauerhaften Aktienhandel ermöglichte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=amDlDAAAQBAJ&amp;amp;pg=PT87&amp;amp;dq=Amsterdam+Stock+Exchange+1612&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Amsterdam%20Stock%20Exchange%201612&amp;amp;f=false Pravir Malik, &amp;#039;&amp;#039;Redesigning the Stock Market&amp;#039;&amp;#039;, 2011, o. S.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Es folgten Börsen in [[Königsberg (Preußen)|Königsberg]] (1613), [[Lübeck]] (1614), [[Frankfurt am Main]] (1615) oder [[Leipzig]] (1635), die zunächst ausschließlich mit [[Wechsel (Wertpapier)|Wechseln]] und [[Sorten]] handelten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=mQHLBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA107&amp;amp;dq=b%C3%B6rse+anleihen&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=b%C3%B6rse%20anleihen&amp;amp;f=false Horst Gericke, &amp;#039;&amp;#039;Die Börsenzulassung von Wertpapieren&amp;#039;&amp;#039;, 1961, S. 107]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Schwarzer Freitag Wien 1873.jpg|mini|Wiener Börse – Schwarzer Freitag am 9. Mai 1873]]&lt;br /&gt;
Eine der ersten Kapitalmarktkrisen war der [[Gründerkrach]], der erstmals am 5. Mai 1873 zu größeren Kursverlusten an der [[Wiener Börse]] führte, wo die Kursstürze am 9. Mai 1873 ([[Schwarzer Freitag]]) ihren vorläufigen Höhepunkt erreichten. Die Krise übertrug sich vor allem im Wege des [[Contagion-Effekt]]s als [[Große Depression (1873–1896)|Große Depression]] auf das [[Deutsches Reich|Deutsche Reich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Volkswirt [[Rudolph Eberstadt]] hat für seine Monographie aus dem Jahre 1901 über den deutschen Kapitalmarkt sein Material hauptsächlich durch direkte Anfragen bei den Stadtverwaltungen beschafft. Er wies hierin darauf hin, dass die „dauernde Schwäche des deutschen Kapitalmarktes, die Unfähigkeit, zu produktiven Zwecken das nötige Kapital aufzubringen, dürfte durch die Ansprüche der Bodenverschuldung [Hypothekendarlehen, d. Verf.] … zur Genüge erklärt sein“.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolph Eberstadt, &amp;#039;&amp;#039;Der deutsche Kapitalmarkt&amp;#039;&amp;#039;, 1901, S. 236&amp;lt;/ref&amp;gt; Eberstadts Hinweis entstand noch in einer Zeit, als die Kapitalmärkte wenig entwickelt und noch weniger erforscht waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klassische Kapitalmarkttheorie ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Kapitalmarkttheorie}}&lt;br /&gt;
Die systematischen Untersuchungen über Kapitalmärkte begannen in der [[Volkswirtschaftslehre]] erst mit der Entstehung der Kapitalmarkttheorien. Die &amp;#039;&amp;#039;klassische Kapitalmarkttheorie&amp;#039;&amp;#039; analysiert, welche Wertpapierkurse oder Wertpapierrenditen sich im Marktgleichgewicht auf einem vollkommenen Kapitalmarkt einstellen. Sie beruht auf dem Prinzip, dass es eine [[Linearität (Mathematik)|lineare]] Beziehung zwischen [[Risiko]] und [[Rendite]] gibt, wonach höhere Renditen nur durch höheres Risiko erzielt werden können. Sie geht von der Existenz eines [[Vollkommener Kapitalmarkt|vollkommenen Kapitalmarktes]] aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die klassische Kapitalmarkttheorie entwickelte [[Harry Markowitz]] im Jahre 1952.&amp;lt;ref&amp;gt;Harry Markowitz, &amp;#039;&amp;#039;[[Portfolio Selection]]&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Finance, Vol. 7, 1952, S. 77 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[James Tobin]] wandte 1958 das Markowitz-Modell bei der Entwicklung seiner [[Geldnachfrage]]theorie an.&amp;lt;ref&amp;gt;James Tobin, &amp;#039;&amp;#039;Liquidity Preference as a Behavior Towards Risk&amp;#039;&amp;#039;, in: Review of Economic Studies, Vol. 26, 1958, S. 65 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei erweiterte er die klassische Theorie um die Möglichkeit einer risikofreien Kapitalanlage. [[William F. Sharpe]] definierte 1964 das Risiko einer Kapitalanlage ausschließlich als deren statistische [[Volatilität]], also das Ausmaß der Schwankungen der Börsenkurse.&amp;lt;ref&amp;gt;William F. Sharpe, &amp;#039;&amp;#039;Capital Asset Prices: A Theory of Market Equilibrium Under Conditions of Risk&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Finance, Vol. 19, September 1964, S. 425 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Jack Treynor]] trug 1965 mit der nach ihm benannten Kennzahl [[Treynor-Quotient]]&amp;lt;ref&amp;gt;Jack Treynor, &amp;#039;&amp;#039;How to rate management of investment funds&amp;#039;&amp;#039;, in: Harvard business review 43.1, 1965, S. 63 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum weiteren Verständnis des [[Capital Asset Pricing Model]] (CAPM) bei. [[Jan Mossin]] vervollständigte 1966 das nunmehr entstandene CAPM,&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Mossin, &amp;#039;&amp;#039;Equilibrium in a Capital Asset Market&amp;#039;&amp;#039;, in: Econometrica, Vol. 34, Oktober 1966, S. 768 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; das als das wichtigste Preisbildungsmodell auf dem Kapitalmarkt gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Eugene Fama]] entwickelte 1970 den Begriff der [[Markteffizienzhypothese|Markteffizienz]]. Demnach ist ein Markt effizient, wenn seine Marktpreise alle verfügbaren Informationen reflektieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Eugene Fama, &amp;#039;&amp;#039;The Behavior of Stock Market Prices&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Business, Januar 1965, S. 34 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Robert C. Merton]] erweiterte 1973 die CAPM durch die Mitarbeit am [[Black-Scholes-Modell]] zur Bewertung von Finanzoptionen.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert C. Merton, &amp;#039;&amp;#039;A intertemporal Capital Asset Pricing Model&amp;#039;&amp;#039;, in: Econometrica, September 1973, S. 867 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die von [[Stephen Ross]] 1976 entwickelte [[Arbitragepreistheorie]] fordert im Gegensatz zum CAPM kein Marktgleichgewicht mehr, sondern lediglich einen [[Arbitragefreiheit|arbitragefreien]] Wertpapiermarkt.&amp;lt;ref&amp;gt;Stephen Ross, &amp;#039;&amp;#039;The Arbitrage Theory of Capital Asset Pricing&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Economic Theory, Dezember 1976, S. 343 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== {{Anker|Akteure}} Neoklassische Kapitalmarkttheorie ===&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;neoklassische Kapitalmarkttheorie&amp;#039;&amp;#039; baut auf der durch [[John von Neumann]] und [[Oskar Morgenstern]] 1944 entwickelten [[Erwartungsnutzen]]theorie&amp;lt;ref&amp;gt;Oskar Morgenstern/John von Neumann, &amp;#039;&amp;#039;Theory of Games and Economic Behavior&amp;#039;&amp;#039;, 1944, S. 1&amp;lt;/ref&amp;gt; auf, bei der rational handelnde &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Akteure&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; den Erwartungswert ihrer Risikonutzenfunktion maximieren. Sie bildet die Grundlage rationalen Handelns bei [[Entscheidung unter Risiko|Entscheidungen unter Risiko]]. Sie postuliert, dass, wenn die [[Präferenz (Wirtschaftswissenschaften)|Präferenz]] eines entscheidenden Akteurs bezüglich riskanter Handlungsalternativen die Axiome der Vollständigkeit, Stetigkeit und Unabhängigkeit erfüllt, eine [[Nutzenfunktion (Mikroökonomie)|Nutzenfunktion]] existiert, deren Erwartungsnutzen die Präferenz abbildet.&amp;lt;ref&amp;gt;Günter Bamberg/Adolf Gerhard Coenenberg, &amp;#039;&amp;#039;Betriebswirtschaftliche Entscheidungslehre&amp;#039;&amp;#039;, 1996, S. 74&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitalmarktunvollkommenheit ===&lt;br /&gt;
Sowohl die Klassiker als auch die neoklassische Kapitalmarkttheorie gehen zunächst vom idealtypischen Zustand vollkommener Kapitalmärkte aus. In der Realität liegt jedoch aufgrund von [[Transaktionskosten]], [[Informationsasymmetrie]]n, begrenzt [[Rationalität|rationalem]] Verhalten, [[Liquidation]]skosten und nicht [[Risikodiversifizierung|risikodiversifizierten]] [[Portfolio]]s eine [[Kapitalmarktunvollkommenheit]] vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Andrei Shleifer, &amp;#039;&amp;#039;Inefficient Markets: An Introduction to Behavioral Finance&amp;#039;&amp;#039;, 2000, S. 1857 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidungskriterien ==&lt;br /&gt;
Kapitalmärkte werden anhand des Organisationsgrads und der Einteilung in Primär- oder Sekundärmärkte unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hauptsegmente ===&lt;br /&gt;
Der Kapitalmarkt wird in der Praxis in zwei Hauptsegmente gegliedert, den [[Primärmarkt]] und den [[Sekundärmarkt]]. Der Primärmarkt liefert Informationen über den Emittenten und dessen Finanzprodukt und ist daher besonders für die Anleger von großer Bedeutung. Der Sekundärmarkt umfasst die Durchführung und Abwicklung der Wertpapiergeschäfte. Der Primärmarkt beschäftigt sich mit dem Angebot von neu herausgebrachten Wertpapieren, die von Investoren nachgefragt werden sollen. Dieser Markt wird auch als [[Emission (Wirtschaft)|Emissionsmarkt]] bezeichnet, da unter diesem Segment die Erstplatzierung der Aktien und Anleihen während des Emissionsverlaufs zu verstehen ist. Der Sekundärmarkt, auch als Zirkulationsmarkt bezeichnet, umfasst den [[Wertpapierhandel]] zwischen den Marktteilnehmern, also den Wiederverkauf der neu emittierten Wertpapiere durch den Ersterwerber an die neuen Anleger. Der bekannteste Ort des Sekundärmarktes sind die [[Wertpapierbörse]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisationsgrad ===&lt;br /&gt;
Beim [[Organisationsgrad]] wird unterschieden in &amp;#039;&amp;#039;organisierte Märkte&amp;#039;&amp;#039; und in &amp;#039;&amp;#039;nicht organisierte Märkte&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Organisierte Märkte ====&lt;br /&gt;
Ein hoch organisierter Kapitalmarkt, wie der börslich organisierte Markt, zeichnet sich durch kostengünstige, schnelle, sichere und jederzeit handelbare, staatlich genehmigte [[Transaktion (Wirtschaft)|Transaktionen]] aus. Die Wertpapierbörsen, wie beispielsweise die [[Frankfurter Wertpapierbörse]], sind die höchst organisierten Kapitalmärkte weltweit. Der organisierte Kapitalmarkt untergliedert sich unter anderem in die Aktien- und Rentenmärkte, [[Emission (Wirtschaft)|Emissionsmärkte]] und Märkte für [[Schuldscheindarlehen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nicht organisierte Märkte ====&lt;br /&gt;
Der freie Kapitalmarkt und der [[Interbankenhandel]] weisen hingegen, mit nur wenigen [[Marktregulierung]]en, einen sehr geringen Grad an Organisation auf. Dort finden hauptsächlich Transaktionen ohne Mitwirkung von Banken, Börsen und Versicherungen statt, die meist unsicher und nicht überschaubar sind. Der in Deutschland am geringsten organisierte Markt wird als [[Grauer Kapitalmarkt]] bezeichnet, an dem beispielsweise der Handel von Anteilen an [[Immobilienfonds]] im Vordergrund steht.&amp;lt;ref&amp;gt;Holger von Daniels, &amp;#039;&amp;#039;Private equity secondary transactions: Chancen und Grenzen des Aufbaus eines institutionalisierten secondary market&amp;#039;&amp;#039;, 1. Auflage, 2004. S. 78 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Theoretische Modelle ===&lt;br /&gt;
Sowohl in der [[Volkswirtschaftslehre]] als auch in der [[Betriebswirtschaftslehre]] wird versucht, die oben genannten charakteristischen Merkmale durch Modelle abzubilden. Dabei kommen insbesondere die theoretischen Konstruktionen des vollkommenen und unvollkommenen Kapitalmarktes zur Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für dieses vereinfachte theoretische Modell des &amp;#039;&amp;#039;vollkommenen Kapitalmarktes&amp;#039;&amp;#039; ist, dass die Handelsobjekte auf dem Markt [[Homogenität (Wirtschaft)|homogen]] sind und vollkommene [[Markttransparenz]] vorliegt. Die Möglichkeiten der Aufnahme und Anlage von Kapital sind unbegrenzt. Die Teilnehmer des Marktes können schnell auf Änderungen von Menge und Preis reagieren, da es keine [[Verzögerungseffekt|Zeitverzögerungen]] ({{enS|&amp;#039;&amp;#039;time lags&amp;#039;&amp;#039;}}) gibt. Auf dem vollkommenen Kapitalmarkt werden [[Eigenkapital|Eigen-]] und [[Fremdkapital]] nicht unterschieden, womit es folglich nur einen einheitlichen und gleich bleibenden [[Marktzins]] gibt. Diese Annahmen werden schrittweise an die Realität angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von einem unvollkommenen Kapitalmarkt (auch &amp;#039;&amp;#039;imperfekter Kapitalmarkt&amp;#039;&amp;#039; genannt) spricht man, wenn mindestens eine der vorangegangenen Annahmen nicht erfüllt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von einem [[Vollständiger Kapitalmarkt|vollständigen Kapitalmarkt]] wird gesprochen, wenn durch [[Linearkombination]]en der gehandelten Zahlungsströme ([[Wertpapier]]e) der gesamte [[Zustandsraum (Stochastik)|Zustandsraum]] abgebildet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Kapitalmarktrecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Stefan Wilhelm: &amp;#039;&amp;#039;Kapitalmarktmodelle&amp;#039;&amp;#039;, in Schriften des Instituts für Finanzen Vol. 3, Universität Leipzig, 2001.&lt;br /&gt;
* Manfred J. Matschke/Thomas Hering/Heinz E. Klingelhöfer: &amp;#039;&amp;#039;Finanzanalyse und Finanzplanung&amp;#039;&amp;#039;, 1. Auflage, München : Oldenbourg-Verlag, 2002.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Kürsten/Bernhart Nietert (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kapitalmarkt, Unternehmensfinanzierung und rationale Entscheidungen&amp;#039;&amp;#039;, Springer, 2006, ISBN 978-3-540-27691-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4029578-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzmarkt| Kapitalmarkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Ssgl</name></author>
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