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	<title>Industriestaat - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Industriestaat&amp;diff=6332&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Millbart: Änderungen von Masterarbeit-Umweltethik (Diskussion) auf die letzte Version von Sokrates 399 zurückgesetzt</title>
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		<updated>2025-06-01T09:26:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Spezial:Beitr%C3%A4ge/Masterarbeit-Umweltethik&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/Masterarbeit-Umweltethik&quot;&gt;Masterarbeit-Umweltethik&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Masterarbeit-Umweltethik&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:Masterarbeit-Umweltethik (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) auf die letzte Version von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Sokrates_399&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Sokrates 399 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Sokrates 399&lt;/a&gt; zurückgesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Industriestaat&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|industrialized state}}; oder &amp;#039;&amp;#039;Industrieland&amp;#039;&amp;#039;, veraltet auch Staaten der &amp;#039;&amp;#039;[[Westliche Welt#Kalter Krieg|Ersten Welt]]&amp;#039;&amp;#039;) ist ein [[Staat]], dessen [[Wirtschaftsstruktur]] durch [[Technologie]] und [[Industrie]] beherrscht wird und die [[Industrieproduktion]] einen hohen Anteil am gesamten [[Bruttoinlandsprodukt]] (BIP) oder [[Produktionswert]] in einer [[Volkswirtschaft]] aufweist. Pendant ist der [[Agrarstaat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die klassischen Industriestaaten der westlichen Welt entwickelten sich in den letzten Jahrzehnten vermehrt zu [[Dienstleistungsgesellschaft]]en und bekamen mehr und mehr Konkurrenz durch sogenannte [[Schwellenland|Schwellenländer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Der Industriestaat ist ein [[Erkenntnisobjekt]] der [[Wirtschaftsgeographie]]. Der Begriff wird häufig als Abgrenzung zu [[Entwicklungsland|Entwicklungs-]] und [[Schwellenland|Schwellenländern]] verwendet. Der Unterscheidung zwischen Industrie- und Agrarstaaten liegt der jeweils dominante [[Wirtschaftssektor]] ([[Industrieproduktion]] oder [[Agrarproduktion]]) oder der Anteil der [[Erwerbstätigkeit|Erwerbstätigen]] in jenen Sektoren&amp;lt;ref&amp;gt;Ute Arentzen, Eggert Winter (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Gabler Wirtschafts-Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; Band 3, 1997, Sp. 1855.&amp;lt;/ref&amp;gt; an den gesamten Erwerbstätigen zugrunde ([[Industriegesellschaft]]). Typische Industriestaaten sind die [[USA]] oder [[Deutschland]], typische Agrarstaaten liegen in [[Afrika]] oder [[Asien]]. Industriestaaten können [[Flächenstaat]]en sein wie [[Frankreich]], aber auch [[Zwergstaat]]en wie [[Singapur]]. Bei dieser Betrachtung darf jedoch nicht übersehen werden, dass fast jeder Industriestaat Gebiete in Form eines Flächenstaats enthält, die selbst entwicklungsbedürftig sind. So verfügen die USA oder [[Russland]] über großflächige Regionen, die als Entwicklungsländer bezeichnet werden müssten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=USVdeOi5pOcC&amp;amp;pg=PA345&amp;amp;dq=Industriestaat&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwj1rPPGgtjkAhXDepoKHYFqCQw4ChDoAQgyMAI#v=onepage&amp;amp;q=Industriestaat&amp;amp;f=false Erich Obst/Martin Schmithüsen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Staatengeographie&amp;#039;&amp;#039;, 1972, S. 343.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das schmälert jedoch nicht ihre Rolle als Industriestaat, weil hierbei die Gesamtbetrachtung maßgebend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung „Industriestaat“ wird der heutigen Bedeutung nicht mehr gerecht, weil die Einteilung der Staaten vorwiegend nicht mehr nach dem Grad ihrer [[Industrialisierung]] erfolgt, sondern überwiegend auf der Basis des Bruttoinlandsprodukts. Staaten mit einem starken [[Wirtschaftssektor#Tertiärsektor (Dienstleistungssektor)|Dienstleistungssektor]] nehmen dabei in der Rangfolge die vorderen Plätze ein, können jedoch faktisch Industriestaaten sein. In Veröffentlichungen werden deshalb Begriffe verwendet, wie „[[OECD]]-Staaten und übrige marktwirtschaftlich organisierte Industriestaaten“, „Staaten der Ersten Welt“ oder „fortschrittliche Staaten“ ({{enS|advanced economies}}). Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Erste Welt&amp;#039;&amp;#039; wurde zur Zeit des [[Kalter Krieg|Kalten Krieges]] für die hochindustrialisierten marktwirtschaftlichen Länder geprägt, während die [[Zentralverwaltungswirtschaft|planwirtschaftlich]] organisierten Staaten – durchaus auch Industriestaaten – als [[Westliche Welt#Kalter Krieg|Zweite Welt]] bezeichnet wurden. Mit dem Ende des Ost-West-Konflikts hat diese Einteilung an Bedeutung verloren. Dagegen ist die Bezeichnung [[Dritte Welt]] gebräuchlich geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Industriestaaten können eingeteilt werden in Industriestaaten ersten Grades ([[bevölkerung]]sreiche Staaten), zweiten Grades (bevölkerungsarme), [[Montanindustrie|Montanwirtschaftsstaaten]] und Agrar-Industriestaaten.&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Obst, Martin Schmithüsen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Staatengeographie.&amp;#039;&amp;#039; 1972, S. 344 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Während in Montanwirtschaftsstaaten der [[Bergbau]] dominiert, sind [[Landwirtschaft]] und [[Industrie]] in Agrar-Industriestaaten ähnlich stark vertreten. Streng genommen sind Montanwirtschaftsstaaten keine Industriestaaten, weil der Bergbau nicht zur Industrie gehört, sondern Teil der [[Wirtschaftssektor#Primärsektor (Urproduktion)|Urproduktion]] darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Statistisch gilt als Industriestaat, wenn der Anteil der Industrieproduktion am BIP höher ist als der Anteil der Agrarproduktion. Dabei ist es unerheblich, ob der höchste Anteil im Dienstleistungssektor zu finden ist, dann könnte genauer vom „Dienstleistungsstaat“ ([[Dienstleistungsgesellschaft]]) gesprochen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Bis zur [[Gründerzeit]] gab es weltweit ausschließlich Agrarstaaten. Mit der [[Industrialisierung]] begann in einzelnen Staaten auch der Wechsel vom Agrarstaat zum Industriestaat. Als erster Industriestaat weltweit gilt [[England]],&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hubert Kiesewetter]], &amp;#039;&amp;#039;Das einzigartige Europa&amp;#039;&amp;#039;, 1996, S. 173.&amp;lt;/ref&amp;gt; dessen Aufstieg das Land der Kohle und dem Eisen zu verdanken hatte. Ab 1765 trat dort ein Umschwung ein, der sich durch sinkende Getreideexporte ankündigte, die auch auf das Wachstum der Industrie und des Gewerbes zurückzuführen waren.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=_fcOAwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA140&amp;amp;dq=adam+smith+agrarstaat&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiApuumgOXkAhVQblAKHT-cBiM4ChDoAQhJMAY#v=onepage&amp;amp;q=agrarstaat&amp;amp;f=false Felix Salomon, &amp;#039;&amp;#039;William Pitt der Jüngere&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, 1906, S. 396 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; England legte die Weichen für einen bürgerlichen Industriestaat, den [[Arnold Toynbee]] 1882 als [[industrielle Revolution]] ({{enS|industrial revolution}}) bezeichnete.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=bsNzstFKr0QC&amp;amp;pg=PA151&amp;amp;dq=Industriestaat+england+1800&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwim4uOln9jkAhVhxaYKHdGBBjEQ6AEIMzAC#v=onepage&amp;amp;q=Industriestaat%20%20&amp;amp;f=false Hans-Dieter Gelfert, &amp;#039;&amp;#039;Kleine Geschichte der englischen Literatur&amp;#039;&amp;#039;, 2005, S. 151.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ende des [[Wiener Kongress]]es im Juni 1815 setzte in Deutschland der Prozess der [[Frühindustrialisierung]] ein. Hauptursachen waren unter anderem die Gründung der „Preußisch-Rheinischen Dampfschifffahrtsgesellschaft“ (Vorläuferin der [[Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt]]) im Oktober 1825,&amp;lt;ref&amp;gt;Gabriele Oepen-Domschky, &amp;#039;&amp;#039;Kölner Wirtschaftsbürger im deutschen Kaiserreich&amp;#039;&amp;#039;, 2003, S. 150.&amp;lt;/ref&amp;gt; im Juni 1837 folgte die [[Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft]], im Oktober 1843 die [[Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft]]. Hiervon profitierten der [[Schiffbau|Schiff-]] und [[Eisenbahnbau]]. An der Spitze des Eisenbahnbaus stand die [[Borsig (Unternehmen)|Firma Borsig]], die 1841 ihre erste und 1858 bereits die tausendste [[Lokomotive]] herstellte und mit 1100 Beschäftigten zur drittgrößten Lokomotivfabrik der Welt aufstieg. Die industrielle Revolution setzte in den [[USA]] vergleichsweise spät ein, seit 1850 zügig&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=KxGm88BF4mcC&amp;amp;pg=PA78&amp;amp;dq=industrialisierung+usa&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=industrialisierung%20usa&amp;amp;f=false Peter Lösche (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Länderbericht USA&amp;#039;&amp;#039;, 2004, S. 81 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; und nach dem [[Sezessionskrieg]] ab 1865 deutlich erkennbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Deutsche Revolution 1848/1849]] markierte inzwischen den Übergang von der Frühindustrialisierung zur [[Zweite industrielle Revolution|zweiten industriellen Revolution]]. [[Johann von Zimmermann]] gründete im Jahr 1848 in Chemnitz die erste [[Werkzeugmaschine]]nfabrik Deutschlands. Wichtigster Industriezweig blieb jedoch 1850 in Deutschland mit 45,5 % der Beschäftigten immer noch die [[Textilindustrie]], deren Anteil 1859 nur noch 15,2 % betrug. Demgegenüber wuchs die [[Metallindustrie]] von 10,8 % (1850) auf 33,4 % (1859).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Walther G. Hoffmann]], &amp;#039;&amp;#039;Das Wachstum der deutschen Wirtschaft seit Mitte des 19. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;, 1965, S. 68 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einen zweiten Schub bekam die Textilindustrie ab etwa 1860 durch die [[Mechanisierung]] der Baumwollweberei.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Pohl, &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaft, Unternehmen, Kreditwesen, soziale Probleme&amp;#039;&amp;#039;, Teil 1, 2005, S. 250.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1870 setzte in Deutschland die [[Hochindustrialisierung]] ein, wobei sich endgültig der Wandel zum Industriestaat vollzog. Bis um das Jahr 1880 stand England als Industriestaat ohne Konkurrenz da und war allen anderen Staaten weit voraus. Erstmals im Jahre 1895 gab es in Deutschland in Industrie und Handwerk mit 38,5 % aller Erwerbstätigen mehr Erwerbstätige als in der Landwirtschaft (35,0 %) – der Wandel zum Industriestaat war aus Sicht der Volkswirtschaftslehre vollzogen. Der [[Nationalökonom]] [[Karl Oldenberg]] sah in einem Vortrag im Juni 1897 das Ende der deutschen Nation voraus, falls die industrielle Entwicklung sich in dem Maße wie in den letzten Jahrzehnten fortsetze.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Oldenberg, &amp;#039;&amp;#039;Deutschland als Industriestaat&amp;#039;&amp;#039;, Sonderausgabe, 1897, S. 6/14.&amp;lt;/ref&amp;gt; Definitionen des Begriffs Industriestaat waren noch landwirtschaftlich geprägt; [[Paul Voigt (Wirtschaftswissenschaftler)|Paul Voigt]] verstand 1898 unter Industriestaat einen Staat, „dessen landwirtschaftliche Produktion in einem so großen Missverhältnis zu dem Bedarf der industriellen Bevölkerung steht, dass die Einfuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen nicht mehr bloß ergänzend neben die heimische Urproduktion tritt…“.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Voigt, &amp;#039;&amp;#039;Deutschland und der Weltmarkt.&amp;#039;&amp;#039; In: Preußische Jahrbücher, Band 91, 1898, S. 240 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem schloss sich 1899 [[Paul Arndt (Nationalökonom)|Paul Arndt]] an, bei dem der Industriestaat als Staat galt, „dessen industrielle Produktion den Bedarf seiner Bevölkerung übersteigt, während seine landwirtschaftliche Produktion hinter dem Bedarf seiner Bevölkerung zurückbleibt“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=rK1RCgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA7&amp;amp;dq=Industriestaat&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjv--q79NfkAhXJdJoKHQv4DOMQ6AEILzAB#v=onepage&amp;amp;q=Industriestaat&amp;amp;f=false Paul Arndt, &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaftliche Folgen der Entwicklung Deutschlands zum Industriestaat&amp;#039;&amp;#039;, 1899, S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Reichskanzler [[Bernhard von Bülow|Graf Bernhard von Bülow]] stellte in einer Rede vor dem Reichstag am 2. Dezember 1901 fest: „Deutschland ist weder ein Industriestaat noch ein reiner Agrarstaat, sondern beides zugleich …“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=FQgqk-9ZbhAC&amp;amp;pg=PA50&amp;amp;dq=industriestaat+geschichte&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwihssahitjkAhWFY1AKHdfhBjUQ6AEIKDAA#v=onepage&amp;amp;q=industriestaat%20geschichte&amp;amp;f=false Reinhard Spree, &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der deutschen Wirtschaft im 20. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;, 2001, S. 50.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Hiermit wollte er die Einführung von Agrarzöllen begründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1900 erreichte diese Debatte auch [[Österreich]]: War die [[Donau-Monarchie]] ein Agrar- oder ein Industriestaat? Österreich-Ungarn führe mehr Nahrungsmittel ein, als es ausführe, daher sei die Doppelmonarchie ein Industriestaat.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Bruckmüller]], &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der österreichischen Land- und Forstwirtschaft im 20. Jahrhundert: Politik, Gesellschaft, Wirtschaft&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, 2002, S. 82.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahre 1920 übertraf in [[Japan]] beim BIP erstmals der industrielle Sektor den landwirtschaftlichen Sektor, das Land stieg zum Industriestaat auf.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=x8DyBQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA14&amp;amp;dq=agrarstaat+Japan&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwif9a37kuXkAhWk1aYKHVeSAlEQ6AEIKDAA#v=onepage&amp;amp;q=agrarstaat%20Japan&amp;amp;f=false Max Eli, &amp;#039;&amp;#039;Geschäftserfolge in Japan&amp;#039;&amp;#039;, 2004, S. 14.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit etwa 1969 machte die Schweiz den Wandel von einem Industriestaat zu einem Dienstleistungsstaat durch.&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Westermann Verlag (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geographische Rundschau.&amp;#039;&amp;#039; 1979, S. 399.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die modernen Industriestaaten entwickelten sich ab 1970 immer mehr zu Dienstleistungsgesellschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=Xmm-DgAAQBAJ&amp;amp;pg=PT11&amp;amp;dq=adam+smith+agrarstaat&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwitp66jkOXkAhUewsQBHZ3KC2o4FBDoAQgxMAI#v=onepage&amp;amp;q=industriestaat&amp;amp;f=false Achim Pollert/Bernd Kirchner/Javier Morato Polzin/Marc Constantin Pollert, &amp;#039;&amp;#039;Duden Wirtschaft von A bis Z&amp;#039;&amp;#039;, 2016, o. S.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die westliche [[Öffentlichkeit]] staunte im Oktober 1974 über die Nachricht, dass die [[DDR]] in der Weltrangliste der Industrieländer den zehnten Platz erobert habe; gemessen an der industriellen Produktion liege Ostdeutschland etwa zwischen [[Italien]] und [[Kanada]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41667148.html Der Spiegel 41/1974 vom 7. Oktober 1974, &amp;#039;&amp;#039;Nach 25 Jahren: „Die größte DDR der Welt“.&amp;#039;&amp;#039; S. 41.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Wie sich nach der [[Wende und friedliche Revolution in der DDR|Wende]] 1990 herausstellte, entbehrte die von westlichen Medien ungeprüft übernommene [[Propaganda]] jeder Grundlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1990 begann das [[Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen]] ({{enS|United Nations Development Programme}}, UNDP), ein differenziertes Bewertungskonzept im Hinblick auf Industrie- und Entwicklungsländer zu entwerfen. Dabei sollten zunehmend auch soziale Faktoren berücksichtigt werden. Der hieraus entstandene [[Index der menschlichen Entwicklung]] (HDI) wird im jährlich vom UNDP herausgegebenen &amp;#039;&amp;#039;Bericht über die menschliche Entwicklung&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|Human Development Report}}, HDR) veröffentlicht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) |Hrsg=Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.&amp;amp;nbsp;V. |Titel=Bericht über die menschliche Entwicklung 2015 |Verlag=Berliner Wissenschafts-Verlag |Ort=Berlin |Online=http://hdr.undp.org/sites/default/files/hdr_2015_web.pdf |Format=PDF |KBytes=9300 |Abruf=2016-11-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Typisch für einen Industriestaat ist der niedrige Anteil der Land- und Forstwirtschaft an der gesamten [[Wertschöpfung (Wirtschaft)|Wertschöpfung]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=Y8eoBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA39&amp;amp;dq=Industriestaat+produktionswert&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwj3oLKz1tnkAhUjMuwKHRTwCqk4ChDoAQhMMAc#v=onepage&amp;amp;q=Industriestaat%20produktionswert&amp;amp;f=false Rudolf Richter, &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung&amp;#039;&amp;#039;, 1966, S. 39.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Industriestaat stellt Industrieprodukte her, die sich in [[Investitionsgüter]] und [[Konsumgut|Konsumgüter]] einteilen lassen. Zu ersteren gehören auch [[Vorleistungsgut|Vorleistungsgüter]], letztere unterteilen sich in [[Gebrauchsgut|Gebrauchs-]] und [[Verbrauchsgut|Verbrauchsgüter]]. Diese Industrieprodukte dienen zunächst der [[Autarkie|eigenen Güterbedarfsdeckung]] innerhalb des Staates, bei einem [[Selbstversorgungsgrad]] von über 100 % werden sie [[export]]iert oder [[Lagern|gelagert]]. Die Industrie neigt zur [[Massenproduktion]], charakteristisch ist ihr hoher [[Automatisierung]]s-, [[Mechanisierung]]s- und [[Technisierung]]sgrad sowie die Anwendung industrieller [[Technologie]]n. Die Industrieproduktion unterliegt nicht so starken Schwankungen wie die [[witterung]]s- und [[Saisonbetrieb|saisonabhängige]] Agrarproduktion. Die [[Wertschöpfung (Wirtschaft)|Wertschöpfung]] ist in einem Industriestaat wesentlich höher als in einem Agrarstaat, weil jedes Glied einer [[Wertkette]] im Regelfall einen hohen [[Produktionswert]] erzielt. So beispielsweise liefert die [[Eisen#Erzgewinnung und -verarbeitung|Erzgewinnung]] und Eisenherstellung den [[Stahl]], aus welchem die [[Stahlerzeugung]] [[Karosserie]]n produziert, die letztlich in der [[Automobilindustrie]] als Vorleistungsgut benötigt werden. Das ist – neben dem [[Preisniveau|Preis-]] und [[Lohnniveau]] – der Grund, warum das [[Pro-Kopf-Einkommen]] in einem Industriestaat vergleichsweise höher ist als in einem Agrarstaat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stärke der wirtschaftlichen Leistung eines Industriestaats lässt sich durch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) messen.&amp;lt;ref&amp;gt;Nina Rösch: &amp;#039;&amp;#039;Die Finanzkrise und ihre Auswirkung auf den deutschen Mittelstand.&amp;#039;&amp;#039; 2009, S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim BIP pro Kopf führten 2018 weltweit ausschließlich Industriestaaten und Staaten, bei denen der Anteil des Dienstleistungssektors am höchsten ist (siehe [[Liste der Länder nach Bruttoinlandsprodukt pro Kopf]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste der Länder nach Wirtschaftsstruktur]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4026840-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4026840-8|VIAF=240780165}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Industriepolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatsmodell]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaftsgeographie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Millbart</name></author>
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