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	<title>Humus - Versionsgeschichte</title>
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		<updated>2025-09-22T08:18:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderung &lt;a href=&quot;/index.php?title=Spezial:Diff/259946679&quot; title=&quot;Spezial:Diff/259946679&quot;&gt;259946679&lt;/a&gt; von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2025-61931-0&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2025-61931-0&quot;&gt;~2025-61931-0&lt;/a&gt; rückgängig gemacht; trivial&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschreibt den bodenkundlichen Begriff. Zu der orientalischen Speise siehe [[Hummus]]. Zu der syrischen Stadt siehe [[Homs]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Schwarzerde Tongrube Asel 100 0553.jpg|mini|[[Schwarzerde]]: Der mächtige humusreiche Oberbodenhorizont zeigt eine hohe Fruchtbarkeit des Bodens an ([[Schwarzerdeprofil Asel]])]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Soil profile.svg|mini|Neben den drei [[Bodenhorizont|Hauptbodenhorizonten]] (A) humushaltiger Oberboden, (B) Unterboden, wohin Humus durch Einwaschung, Bioturbation oder Wurzelstreu gelangt ist, und (C) Untergrund tragen einige Böden (O) oberflächlich einen organischen Horizont, darüber oft eine [[Streu (Ökologie)|Streuschicht]]. Hartes Grundgestein (in den USA als R-Horizont, in Deutschland als mC-Horizont bezeichnet) ist nicht im engeren Sinne Bestandteil des Bodens.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Humus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|humus}} ‚Erde‘, ‚Erdboden‘) bezeichnet in der [[Bodenkunde]] die Gesamtheit der fein zersetzten organischen Substanz eines [[Boden (Bodenkunde)|Bodens]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Scheffer&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schwerdtfeger&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kartieranleitung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Humus ist Teil der gesamten [[Organische Bodensubstanz|organischen Bodensubstanz]] und wichtiger Bestandteil des [[Mutterboden]]s. Er unterliegt vor allem der Aktivität der Bodenorganismen ([[Edaphon]]), die durch ihren Stoffwechsel laufend zum [[Stoffwechsel|Auf-, Um-]] oder [[Katabolismus|Abbau]] des Humus beitragen. Im eigentlichen Sinne gilt in der Fachliteratur nur der zersetzte organische Anteil im Boden als Humus, während der unzersetzte Anteil als [[Detritus (Bodenkunde)|Detritus]] bezeichnet wird. Da die jeweiligen Umwandlungsstufen fließend sind, ist eine genaue Abgrenzung nicht möglich. Weder Humus noch Detritus sind tote Substanz, sondern stark von [[Mikroorganismus|Mikroorganismen]] wie Boden[[bakterien]] und [[Pilze]]n durchsetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
Humus besteht aus einer Vielzahl komplexer Verbindungen. Nach dem Absterben wird organische Materie freigesetzt und sowohl mechanisch&amp;lt;ref&amp;gt;Lerch, S. 122&amp;lt;/ref&amp;gt; als auch [[enzym]]atisch durch Bodenorganismen umgewandelt. Die Verbindungen differieren erheblich bezüglich ihrer Abbaubarkeit und Wasserlöslichkeit. Niedermolekulare [[Kohlenhydrat]]e und [[Protein]]e werden schneller zersetzt, hochmolekulare Verbindungen wie [[Cellulose]] oder [[Lignin]] werden langsam abgebaut. Daher verweilen bestimmte Humusbestandteile nur wenige Wochen oder Monate im Boden ([[Humus#Nährhumus|Nährhumus]]), andere jedoch Jahrhunderte oder Jahrtausende lang ([[Humus#Dauerhumus|Dauerhumus]]). Unter bestimmten klimatischen und geologischen Bedingungen entsteht wenig Humus, so dass zum Beispiel im [[Tropischer Regenwald|tropischen Regenwald]] fast kein Humus zu finden ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Lerch, S. 123.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mechanische Phase ===&lt;br /&gt;
Zu Boden gefallene abgestorbene Pflanzenteile und [[Kadaver]] werden teilweise durch Tiere (z.&amp;amp;nbsp;B.: [[Saprobiont]]en) aufgenommen, während die restlichen Bestandteile grob zerkleinert und verstreut in der [[Streu (Ökologie)|Streuschicht]] zurückbleiben. Wind und Wasser tragen zur [[Dispersion (Chemie)|Dispersion]] der Teile bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestandteile der Streuschicht werden von [[Wenigborster]]n ([[Regenwürmer]], [[Enchytraeidae]]) und [[Gliederfüßer]]n ([[Insekten]], [[Tausendfüßer]], [[Spinnentiere]]) weiter zerkleinert und aufgenommen. Die [[Ausscheidung|ausgeschiedenen]] Stoffe werden durch die [[Makrofauna]] im Boden verteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Initialphase ===&lt;br /&gt;
Wetterbedingte Erosionskräfte (Nässe, Frost, Hitze) durchtränken und zerrütten die widerstandsfähig erscheinenden Feststoffe und fragmentieren hochpolymere Verbindungen durch [[Hydrolyse]] und [[Oxidation]] unter [[Sauerstoff]]verbrauch. Wasserlösliche Komponenten (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Polysaccharide]], [[Peptid]]e, [[organische Säuren]]) werden ausgewaschen. Dabei kommt es zu einer starken Vermehrung von Mikroorganismen, die von der Umsetzung der freigesetzten Stoffe leben.&lt;br /&gt;
[[Datei:Miñoca066eue.jpg|mini|[[Regenwürmer]] sind ein klassisches Beispiel für [[Saprobiont]]en wie Saprophage]]&lt;br /&gt;
Tote Substanz wird durch [[Saprobiont]]en besiedelt. Sie wird mit zersetzenden [[Mikroorganismen]] aus dem [[Mikrobiom]] der Aasfresser und Saprobionten behaftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wie entsteht Humus?.webm|mini|Video: Wie entsteht Humus?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ab- und Umbauphase ===&lt;br /&gt;
Durch die grabende Suche der Makrofauna nach Nährstoffen im Boden wird die Durchlässigkeit und Durchlüftung des Bodens intensiviert, was die Ausbreitung der [[Meiofauna|Mesofauna]] ([[Springschwänze]], [[Milben]], [[Fadenwürmer]]) begünstigt. Die Stoffe passieren so mehrmals den [[Verdauungstrakt]] verschiedener Organismen (Makrofauna – Mesofauna – Mikrofauna). Bei jeder [[Stuhlgang|Ausscheidung]] werden die [[Kot|Hinterlassenschaften]] mit anderen zersetzenden Mikroorganismen aus der [[Darmflora]] ausgestattet. Die organischen Bestandteile werden von Stufe zu Stufe enzymatisch immer weiter fragmentiert und es kommt zur Freisetzung einfacher anorganischer Komponenten wie [[Kohlenstoffdioxid|CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;]], [[Wasser|H&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O]], [[Ammonium|NH&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;+&amp;lt;/sup&amp;gt;]], [[Stickstoffdioxid|NO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;−&amp;lt;/sup&amp;gt;]], [[Nitrate|NO&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;−&amp;lt;/sup&amp;gt;]], [[Phosphate|PO&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;3−&amp;lt;/sup&amp;gt;]] ([[Mineralisierung]]). Schwer abbaubare Stoffe (Knochenfragmente, Cellulose, Lignin, [[Lipide]], [[Chitin]]) reichern sich im Boden an, werden aber langsam weiterhin durch Spezialisten (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Weißfäulepilz]]e) ab- und umgebaut (Ligninolyse).&amp;lt;ref&amp;gt;HongLi Huang, Guang Ming Zeng, Lin Tang, HongYan Yu, XingMei Xi, ZhaoMeng Chen, GuoHe Huang: &amp;#039;&amp;#039;Effect of biodelignification of rice straw on humification and humus quality by Phanerochaete chrysosporium and Streptomyces badius&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;International Biodeterioration &amp;amp; Biodegradation&amp;#039;&amp;#039;, Band 61, Nr. 4, 2008, S. 331–336, {{doi|10.1016/j.ibiod.2007.06.014}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sehr vielfältigen Boden-Mikroorganismen bestehen aus [[Bakterien]] und Pilzen und sind noch nicht vollständig untersucht. Die meisten sind [[Mesophilie|mesophil]] und gedeihen am besten zwischen 20 und 45&amp;amp;nbsp;°C, während in der Rotte [[Thermophilie|thermophile]] Mikroorganismen auftreten, die 45–80&amp;amp;nbsp;°C bevorzugen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. I. Khalil, M. S. Hassouna, H. M. A. El-Ashqar, M. Fawzi: &amp;#039;&amp;#039;Changes in physical, chemical and microbial parameters during the composting of municipal sewage sludge&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;World Journal of Microbiology and Biotechnology&amp;#039;&amp;#039;, Band 27, Nr. 10, 2011, S. 2359–2369 [https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s11274-011-0704-8.pdf (PDF)].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verhältnis zur Vegetation ===&lt;br /&gt;
Wenig bekannt war bisher die Bedeutung der Vegetation für die Humusbildung. Eine oft kaum beachtete Rolle bei der Humusbildung spielen auch die umstehenden Bäume, durch die Struktur und Inhaltsstoffe des Laubes, durch die Ausbildung ihres Wurzelgeflechtes und mittels ihrer [[Mykorrhiza]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Godefroid&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bart Muys: &amp;#039;&amp;#039;The influence of tree species on humus quality and nutrient availability on a regional scale (Flanders, Belgium)&amp;#039;&amp;#039;. In: L. O. Nilsson, R. F. Hüttl, U. T. Johansson: &amp;#039;&amp;#039;Nutrient Uptake and Cycling in Forest Ecosystems&amp;#039;&amp;#039;. Developments in Plant and Soil Sciences, Band 62, Springer, Dordrecht 1995, S. 649–660, {{doi|10.1007/978-94-011-0455-5_72}}, ISBN 978-94-010-4204-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lauf der humusbildenden Phasen entsteht Nährhumus (labile organische Substanz), im weiteren Stadium Dauerhumus (stabile organische Substanz). Verbleibende Faserstoffe und feste Rückstände binden [[Kapillarwasser]] und sorgen für eine langfristige Feuchthaltung des Bodens. Die Hauptmasse des Humus besteht aus der chemisch beständigeren, organischen Substanz.&amp;lt;ref&amp;gt;Lerch, S. 123.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Produkte der Humusbildung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Humic acid.svg|mini|Beispiel einer typischen Huminsäure, zusammengesetzt aus vielfältigen kleinen [[Monomer]]en wie [[Chinone]], [[Phenole]], [[Brenzcatechin]]e und [[Monosaccharide]]n.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FJS&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die charakteristischen Stoffe des Humus sind die farbgebenden braunen [[Huminstoff]]e, hochkomplexe [[Makromoleküle]], die meist über Brücken und Seitenketten vernetzt sind und aus uneinheitlichen [[Monomer]]en bestehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FJS&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;F. Scheffer, B. Ulrich: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Agrikulturchemie und Bodenkunde: Humus und Humusdüngung. Bd. 1. Morphologie, Biologie, Chemie und Dynamik des Humus&amp;#039;&amp;#039;, F. Enke, 1960.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nährhumus ===&lt;br /&gt;
{{Quellen}}&lt;br /&gt;
Nährhumus sind die organischen Stoffe, die im Boden rasch abgebaut werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.sign-lang.uni-hamburg.de/galex/konzepte/l369.html |titel=Nährhumus |abruf=2023-04-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Hinzu kommt die Körpersubstanz aller abgestorbenen Bodenorganismen. Der Nährhumus pflanzlicher Herkunft hat folgende Zusammensetzung:&lt;br /&gt;
* [[Kohlenhydrate]] ([[Cellulose]], [[Zucker]], [[Stärke]]; meist über 50 %)&lt;br /&gt;
* [[Lignin]] (je nach Verholzungsgrad der [[Pflanze]]n 10–40 %)&lt;br /&gt;
* stickstoffhaltige Verbindungen (meist weniger als 10 %)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nährhumus dient den meisten Bodenorganismen als Nahrungsquelle und ist damit die Voraussetzung für die biologische Aktivität des Bodens.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.eppinger-garten.de/aufbau-unserer-boeden/ |titel=Aufbau unserer Böden – Eppinger Garten |sprache=de-DE |abruf=2023-04-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Flach eingearbeitet bzw. als Wurzelmasse fein verteilt (nach dem Abbau der Wurzeln bleibt ein fein verästeltes Röhrensystem zurück), fördert er die Durchlüftung und damit den Stoffumsatz. Mit dem Zellabbau werden die in der organischen Substanz gebundenen Pflanzennährstoffe wieder in den [[Stoffkreislauf]] zurückgeführt. Sie werden so für die Ernährung neuer Pflanzen verfügbar. Der Nährhumus liefert die Bausteine für den Aufbau der [[Huminstoff]]e des Dauerhumus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.hauke-erden.de/humus-im-boden-eigenschaften-entstehung-und-kreislauf.html |titel=Humus im Boden – Eigenschaften, Entstehung und Kreislauf |abruf=2023-04-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Referat Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit |url=https://www.landwirtschaft.sachsen.de/grundlagen-20438.html |titel=Grundlagen - Landwirtschaft - sachsen.de |sprache=de |abruf=2023-04-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dauerhumus ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum Nährhumus wird der Dauerhumus nur sehr langsam abgebaut. Er entsteht durch weiteren Abbau von Nährhumus oder im Endstadium der Kompostierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er kann sowohl Wasser als auch [[Nährstoff]]e binden und wieder an die Pflanzen abgeben. Das Wasser- und Nährstoffbindungsvermögen beträgt ein Vielfaches von dem des Tons. Dauerhumus ist ein wesentliches Bau- und Stabilisierungselement des [[Bodengefüge]]s durch Bildung von [[Ton-Humus-Komplex]]en und von stabilen Bodenaggregaten. Der Dauerhumus stellt den größten Teil der organischen Substanz des Bodens (im Allgemeinen über 90 %) und enthält die Hauptmasse des Bodenstickstoffs. Er verursacht die dunkle Farbe des humosen [[Oberboden]]s und fördert so die Erwärmung der Bodenoberfläche. Durch seine Eigenschaften bestimmt der Dauerhumus maßgeblich die [[Bodenfruchtbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erdgeruch ===&lt;br /&gt;
Je nach [[Boden (Bodenkunde)|Bodenart]] können dem Humus unterschiedliche Duftnoten entströmen. Die volatilen Bestandteile von Humus sind vielfältig und noch weitgehend unbestimmt. Vermutlich stammen sie von den Abbauprodukten von Mikroorganismen oder Pilzen. Untersucht wurde bisher nur die [[Moderfäule]] von Holz und der [[Modergeruch]]. Der [[Geruch]] von [[Regen]] auf trockener Erde wird [[Petrichor]] genannt. Eine der geruchsbildenden Komponenten darin ist [[Geosmin]], ein [[Cyclische Verbindungen|bicyclischer]] [[Tertiär (Chemie)|tertiärer]] [[Alkohole|Alkohol]], Ausscheidungsprodukt von [[Schimmelpilze]]n.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Legrum: &amp;#039;&amp;#039;Riechstoffe, zwischen Gestank und Duft&amp;#039;&amp;#039;. Vieweg &amp;amp; Teubner Verlag, 2011, S. 65, ISBN 978-3-8348-1245-2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== eDNA ===&lt;br /&gt;
Aus vielen abgebauten Organismen blieben nicht nur deren schwer abbaubare Substanzen und Festbestandteile zurück, sondern auch ein kleiner Teil ihrer [[Desoxyribonukleinsäure|DNA]]. Diese freie DNA wird als [[Umwelt-DNA]] ([[Englische Sprache|englisch]] &amp;#039;&amp;#039;environmental DNA&amp;#039;&amp;#039;, abgekürzt eDNA) bezeichnet. Die eDNA-Analyse ermöglicht, die [[Biodiversität]] der Pflanzen- und Kleintier-Zusammensetzungen von [[Biotop]]en anhand von Bodenproben zu bestimmen,&amp;lt;ref&amp;gt;Kristine Bohmann, Alice Evans, M. Thomas P. Gilbert, Gary R. Carvalho, Simon Creer, Michael Knapp, Douglas W. Yu, Mark de Bruyn: &amp;#039;&amp;#039;Environmental DNA for wildlife biology and biodiversity monitoring&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Trends in Ecology &amp;amp; Evolution&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 29, Nr. 6, Juni 2014, S. 358–367 [https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S016953471400086X/pdfft?casa_token=3FxrrFDqSbgAAAAA:PUYo-5FPL8O1MhI0tB5FiyjNul8sDIAOJAZEi3EYj43zQ4oey2RVxrJEwdfb16PSjsGV1ShSTpg&amp;amp;md5=304a9b9cc9a7f6e169b52308185d7bb9&amp;amp;pid=1-s2.0-S016953471400086X-main.pdf (PDF)].&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei natürlich die vielen Bodenorganismen und Mikroorganismen dominieren (über 2/3 der eDNA stammt meist von Springschwänzen).&amp;lt;ref&amp;gt;Noemi Rota, Claudia Canedoli, Chiara Ferrè, Gentile Francesco Ficetola, Alessia Guerrieri, Emilio Padoa-Schioppa: &amp;#039;&amp;#039;Evaluation of soil biodiversity in alpine habitats through eDNA metabarcoding and relationships with environmental features&amp;#039;&amp;#039;. &amp;#039;&amp;#039;Forests&amp;#039;&amp;#039;, Band 11, Nr. 7, Juli 2020, S. 738, {{doi|10.3390/f11070738}} [https://www.mdpi.com/1999-4907/11/7/738/pdf (PDF)].&amp;lt;/ref&amp;gt; In altem Humus etwa aus Permafrostböden kann eDNA Auskunft geben über vorgeschichtliche Biotopzusammensetzungen und so auch über das [[Paläoklimatologie|Paläoklima]].&amp;lt;ref&amp;gt;Laura S. Epp: &amp;#039;&amp;#039;A global perspective for biodiversity history with ancient environmental DNA&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Molecular Ecology&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 28, Nr. 10, 2019, S. 2456–2458 [https://kops.uni-konstanz.de/bitstream/123456789/46316/1/Epp_2-1az7n68x0beyj4.pdf (PDF)].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eigenschaften ==&lt;br /&gt;
Die Humusqualität kann am Stickstoffgehalt, und zwar am [[C/N-Verhältnis|Kohlenstoff/Stickstoff-Verhältnis]] (C/N) gemessen werden. In der frisch abgestorbenen Substanz ist das C/N-Verhältnis hoch, allerdings mit starken Unterschieden in Abhängigkeit von [[Pflanzenart]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Godefroid&amp;quot; /&amp;gt; (C/N-Verhältnis von Winterweizen: 71; Zuckerrübe: 20), Alter der Pflanzen oder Anbaumethode.&amp;lt;ref&amp;gt;D. I. Eremin: &amp;#039;&amp;#039;Changes in the content and quality of humus in leached chernozems of the Trans-Ural forest-steppe zone under the impact of their agricultural use&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Eurasian Soil Science&amp;#039;&amp;#039;, Band 49, Nr. 5, 2016, S. 538–545 [https://idp.springer.com/authorize/casa?redirect_uri=https://link.springer.com/content/pdf/10.1134/S1064229316050033.pdf&amp;amp;casa_token=fyVvbhSry8UAAAAA:Kb0_3xLHGt6TD61Oewc3Fa6rSNXSFran2rO0jDGS3cNvoRYbVx-RikD47_-z_W47JeelKcM9r6a6Y1lEbg (PDF)].&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch den Abbau im Boden verringert sich das C/N-Verhältnis. Ein optimales C/N-Verhältnis liegt bei 10 bis 15.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die überschlägige Berechnung des Stickstoffgehaltes des humosen Oberbodens spielen der Humusgehalt und die Mächtigkeit des [[Bodenhorizont|A-Horizontes]] eine Rolle. Dabei kann von einem Stickstoffgehalt in Höhe von 1/17 des Humusgehaltes und einem Gewicht des Krumenbodens von 1500 t/10&amp;amp;nbsp;cm/ha ausgegangen werden. Unter feucht-gemäßigten Klimaverhältnissen wird damit gerechnet, dass jährlich etwa 2–3 % des organisch gebundenen Stickstoffs der Krume umgesetzt und damit pflanzenverfügbar werden (= Stickstoffnachlieferung des Bodens).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/pflanzenbau/naehrstoffversorgung-pflanzen/stickstoffduengung/allgemein/bodensubstanz-nachlieferung.html &amp;#039;&amp;#039;Stickstoffnachlieferung aus der organischen Bodensubstanz&amp;#039;&amp;#039;], bioaktuell.ch, 31. März 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des hohen C-Gehaltes des Humus (fast 60 %) kann durch hohe Humusgehalte gleichzeitig Kohlenstoff im Boden gebunden werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=https://www.thuenen.de/de/thema/boden/humus-fuer-bodenfruchtbarkeit-und-klimaschutz/ |wayback=20200811001117 |text=&amp;#039;&amp;#039;Humus für Bodenfruchtbarkeit und Klimaschutz&amp;#039;&amp;#039; |archiv-bot=2023-06-02 00:54:27 InternetArchiveBot }}, [[Thünen-Institut|thuenen.de]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=W. Amelung, D. Bossio, W. de Vries, I. Kögel-Knabner, J. Lehmann |Titel=Towards a global-scale soil climate mitigation strategy |Sammelwerk=Nature Communications |Band=11 |Nummer=1 |Datum=2020-10-27 |ISSN=2041-1723 |DOI=10.1038/s41467-020-18887-7 |Seiten=5427 |Online=https://www.nature.com/articles/s41467-020-18887-7 |Abruf=2021-01-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen des Porenvolumens ihrer Kapillarräume können humusreiche Böden mehr Wasser speichern als andere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Humusformen ==&lt;br /&gt;
=== Auflagehorizonte ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Dystric cambisol.JPG|mini|Auflagehorizonte sind in der [[Gemäßigte Zone|gemäßigten Zone]] oft nur wenige Zentimeter mächtig.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Humusauflage eines naturbelassenen nicht durchnässten Bodens kann im herkömmlichen [[Modell]] drei [[Bodenhorizont]]e umfassen:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kartieranleitung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit L wird der Streu-Horizont (englisch &amp;#039;&amp;#039;litter&amp;#039;&amp;#039; – „Streu“) bezeichnet. Er enthält abgestorbene Pflanzenreste, die nicht oder nur wenig zersetzt sind. Diese sind als solche noch ohne Einschränkung erkennbar und nach Pflanzenart klassifizierbar. Der [[Volumenanteil]] an Feinsubstanz beträgt weniger als 10 %.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
O (von organisch) bezeichnet einen Horizont aus organischer Substanz mit einem Volumenanteil von mehr als  10 % Feinsubstanz. Pflanzenreste sind bereits deutlich zersetzt. Der Horizont enthält mineralische Substanz mit einem [[Massenanteil]] von weniger als 70 %. Der O-&amp;amp;zwj;Horizont lässt sich untergliedern in Of- und Oh-&amp;amp;zwj;Horizont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Moderhumus}}Of (vermodert, von schwedisch: Förmultningsskiktet) ist ein O-&amp;amp;zwj;Horizont, in dem der Volumenanteil der organischen Feinsubstanz mit 10 bis 70 % deutlich hervortritt. Durch [[Fermentation]] und Vermoderung hat bereits eine weitgehende Zersetzung der Pflanzenreste stattgefunden. Noch sind Strukturen pflanzlicher Gewebe erkennbar, diese sind jedoch bereits mit Humuspartikeln vermengt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oh (von &amp;#039;&amp;#039;humos&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet den Dauerhumus-Horizont mit dunkel gefärbten Huminstoffen. An dem darin enthaltenen Material sind keinerlei pflanzliche Strukturen mehr erkennbar. Die Zersetzung des Pflanzenmaterials hat ein weit fortgeschrittenes Stadium erreicht. Der Volumenanteil organischer Feinsubstanz überwiegt mit einem Wert von über 70 %.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht mit zur Humusauflage gehört der A&amp;lt;sub&amp;gt;h&amp;lt;/sub&amp;gt;-Horizont. Dieser ist der mineralische Oberboden und enthält meist durch tierische Aktivität (etwa Regenwürmer und Maulwürfe) oder menschliche Aktivität (zum Beispiel Pflügen) eingebrachten Humus. Der Massenanteil im Humus beträgt hier maximal 30 Prozent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie stark die Humusauflage ausgeprägt ist, und welche der beschriebenen Horizonte sie aufweist, hängt insbesondere davon ab, inwieweit durch die bestehenden Umweltbedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit, Boden&amp;amp;shy;versauerung, Nährstoff&amp;amp;shy;versorgung, Exposition, Lage, Breitengrad, Klima und anderes) Humus&amp;amp;shy;akkumulation begünstigt wird. Allgemein ist die Humus&amp;amp;shy;akkumulation umso stärker, je ungünstiger sich die Umwelt für die Aktivität der Mikroorganismen gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mull ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Mull (Humusform)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für die Humusform Mull ist leicht zersetzbares organisches Material (Laubstreu) und optimale Abbaubedingungen im mineralischen Oberboden. Dadurch bildet sich nur eine geringmächtige Humusauflage (L-Horizont). Streuzersetzung findet hauptsächlich im [[Bodenhorizont#Unterscheidung|Ah-Horizont]] statt. Mull ist maßgeblich an der Bildung eines hohlraumreichen, stabilen [[Krümelgefüge]]s basenreicher Böden beteiligt. Es überwiegen bodenwühlende Vertreter des [[Edaphon]]s wie Regenwürmer, Asseln, Tausendfüßler und Fliegenlarven. Regenwürmer sorgen durch ihre stetigen Kotablagerungen auf der Bodenoberfläche und in ihren Gängen dafür, dass der Oberboden fortwährend mit neu gebildetem Mull versorgt wird. Die im Mull gebildeten Humusstoffe sind hoch[[polymer]] und daher kaum mobil.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kartieranleitung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rohhumus ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pinos ascendentes.JPG|mini|Die schwer zersetzbare Nadelstreu der Gattung &amp;#039;&amp;#039;[[Kiefern|Pinus]]&amp;#039;&amp;#039; sorgt für eine dicke Rohhumusauflage]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rohhumus besteht aus weitgehend noch nicht zersetzten Vegetationsrückständen. Ein saures Milieu, ein zu kühles oder feuchtes Klima führen zu mangelhafter Umsetzung der Pflanzenabfälle.&amp;lt;ref&amp;gt;Lerch, S. 124.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispielsweise ist die Streu der [[Nadelbäume]] schwerer zersetzbar als die vieler Laubbäume. Im Allgemeinen sind Bestandteile wie [[Wachs]]e, [[Harz (Pflanze)|Harze]] sowie [[Gerbstoff]]e und auch [[Lignin]] schwer umsetzbar, folglich überdauern abgestorbene Pflanzenteile mit hohen Anteilen dieser Stoffe auch wesentlich länger. Das unzersetzte Streumaterial und die wenige vorhandene organische Feinsubstanz sind manchmal deutlich voneinander abgegrenzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hypersoil.uni-muenster.de/0/04/05.htm#Humusformen Humifizierung], Absatz &amp;#039;&amp;#039;Humusformen und Humusarten&amp;#039;&amp;#039;, Menüsystematik: Boden Information/Bodenentwicklung/Humifizierung, Projekt Hypersoil – Lern- und Arbeitsumgebung zum Themenfeld „Boden“ im Unterricht, Westfälische Wilhelms-Universität Münster u.&amp;amp;nbsp;a., 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Oberboden können die Huminstoffe weiter in den Unterboden (B-Horizont) ausgewaschen werden. Dazu kommt, dass schlecht zersetzte Streu eines Rohhumusbodens organische Säuren bilden kann. Dadurch wird auch das Eisen im Boden verstärkt wanderungsfähig und kann ebenfalls in den B-Horizont ausgewaschen werden. Rohhumus fördert damit die [[Podsolierung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hydromorphe Humusformen ===&lt;br /&gt;
Sehr hohe Wassergehalte hemmen die Sauerstoffversorgung eines Bodens und somit die Zersetzung organischer Substanz, die sich demzufolge anreichert. Entsprechend dem Wasserhaushalt werden die dabei entstehenden Humusformen als Feuchthumus, Nasshumus und Sumpfhumus bezeichnet. Extrem nasse Standorte führen zur [[Torf]]&amp;amp;shy;bildung. Am Grund von Gewässern gibt es den Seehumus (siehe [[Mulm]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feuchthumusformen bilden sich in Oberböden, die überwiegend im Winter bis an die Oberfläche vernässen, im Sommer aber belüftet sind. Die Humusformen ähneln denen aeromorpher Böden, enthalten aber einen höheren Anteil an organischer Substanz. Die Übergänge sind fließend. Feuchthumusformen sind typisch für höhere Mittelgebirgslagen, insbesondere bei hohen Jahresniederschlägen und niedriger Jahresmitteltemperatur, langer Schneeschmelze und einem stauenden Unterboden. Drei Formen werden unterschieden: Feuchtmull mit 8–15 % organischer Substanz bildet sich unter Einfluss von lange hochanstehendem Hang- oder Grundwasser. Unter langfristigem Einfluss von stagnierendem basenarmem Grund- oder Stauwasser entsteht schmieriger Feuchtmoder. Bei langanhaltend hochstehendem basenarmen Wasser kann ebenfalls schmieriger Feuchtrohhumus entstehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kartieranleitung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter starkem Einfluss von langfristig oberflächennahem Grund- oder Stauwasser ist der Abbau organischer Substanz noch stärker eingeschränkt als bei Feuchthumusformen. Es bildet sich die Nasshumusform [[Anmoor]], mit Humusgehalten zwischen 15 und 30 % in einem dunkel gefärbten Horizont.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kartieranleitung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Felshumusboden ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Felshumusboden2.JPG|mini|Erste Moosbesiedlung des Felses – Die Initialphase des Felshumusbodens]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Spaltenhumus&amp;#039;&amp;#039; oder [[Felshumusboden]] bezeichnet die Entstehung von Humus in Gesteinen und Bergwänden; die Humifizierung vollzieht sich von innen nach außen durch die Biozönose verschiedener [[Lithobionten]]. Er besteht aus lehmgelben bis kastanienbraunen kalkigen Tonen und besitzt hohe Feuchtigkeit und hohen Detritusgehalt. Auf Felsen entsteht er auf sogenannten [[Karrenfeld]]ern und ergibt die Basis für alpine [[Immergrüne Pflanzen|immergrüne Gewächse]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Humusgehalt der Böden ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Humusgehalt.jpg|miniatur| Der Humusgehalt kann anhand der Textur, der Bodenfarbe und des pH-Wertes grob abgeschätzt werden. Eine genaue Bestimmung der organischen Substanz erfolgt laboranalytisch. &amp;lt;br /&amp;gt;Die dargestellten Bodenproben haben folgende Humusgehalte (von links nach rechts): &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1. schluffiger Lehm – 0,7 g/100 g &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. schluffiger Lehm – 1,7 g/100 g &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. sandiger Lehm – 3,1 g/100 g &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
4. toniger Lehm – 5,4 g/100 g &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
5. toniger Lehm – 6,5 g/100 g &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
6. toniger Lehm – 7,9 g/100 g &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
7. toniger Lehm – 9,9 g/100 g &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
8. toniger Lehm – 12,5 g/100 g &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
9. sandiger Lehm – 21,4 g/100 g &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
10. Moorboden – 84,0 g/100 g]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Humusgehalt der Böden kann in weiten Grenzen schwanken. Er lässt sich aus Messwerten für den Gehalt des Bodens an organischem Kohlenstoff berechnen, indem man diese Werte mit dem Faktor 1,72 (bei Torfen und Auflagehumus Faktor 2) multipliziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kartieranleitung&amp;quot;/&amp;gt; Abhängig ist der Humusgehalt vom [[Bodenhorizont]], der [[Pflanzendecke]], vom [[Klima]], von der [[Bodenfeuchte]] und der [[Bodennutzung]]. Auch hinsichtlich der Verteilung des Humus im [[Boden (Bodenkunde)|Boden]] bestehen große Unterschiede: In Waldböden liegt die Hauptmasse des Humus als mehr oder weniger mächtige Auflage (siehe Humusformen) über dem Mineralboden (Auflagehumus, Rohhumus). In landwirtschaftlich genutzten Mineralböden ist der Humus mit dem Mineralanteil innig vermischt. Der Gehalt nimmt von oben nach unten rasch ab. Der mittlere Humusgehalt beackerter Mineralböden liegt in der Krume bei 1,8–2,5 %, bei Grünlandböden im Mittel der oberen 10&amp;amp;nbsp;cm bei 5–8 %. Höhere Humusgehalte sind typisch für tonige Böden, feuchte bis nasse Böden und Böden in niederschlagsreichem Klima. Stark durchlüftete, sandige Böden haben niedrigere Humusgehalte (1–2 %).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Boden (Bodenkunde)|Boden]] findet ein ständiger Abbau und Aufbau von Humus statt. In einem stabilen [[Ökosystem]] (zum Beispiel [[Wald]], altes [[Grünland]]) halten sich beide Vorgänge die Waage, d.&amp;amp;nbsp;h. der Humusgehalt verändert sich kaum. Die [[Bodenbearbeitung]] verstärkt den Humusabbau. Deshalb muss eine ausreichende Zufuhr von organischer Substanz (Humusversorgung) erfolgen. Der Einfluss des Ackerbaus auf den Humusgehalt des Bodens lässt sich gut an Grünlandumbrüchen zeigen: Die unter Grünland höheren Humusgehalte sinken in den ersten Jahren der Ackernutzung rasch ab und stellen sich allmählich auf einen von Standort zu Standort unterschiedlichen, niedrigen Wert ein. Bei Neuansaat von Grünland nehmen sie allmählich wieder zu. Wenn der Resthumusgehalt, wie er in unseren Ackerböden vorkommt, auch relativ stabil ist, so ist er doch nicht unangreifbar. Er kann zum Beispiel durch den Anbau von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Humuszehrern&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wie [[Zuckerrübe]]n, [[Kartoffel]]n, Silomais oder Gemüse heruntergewirtschaftet werden. Im Rahmen von [[Cross Compliance]] wird auf die Erhaltung der organischen Substanz im Boden großer Wert gelegt. In bestimmten Fällen sind landwirtschaftliche Betriebe dazu verpflichtet, den Humusgehalt durch eine [[Bodenuntersuchung]] ermitteln zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organische Düngung ==&lt;br /&gt;
Durch die Entdeckung des [[Edaphon]]s und der Funktionen des Humus gab es die Möglichkeit, nach Alternativen in Form einer organischen [[Düngung]] zu suchen, nachdem im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts der mineralische Dünger zunehmend in die Kritik geraten war (siehe [[Dünger#Geschichte|Geschichte des Düngers]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zufuhr organischer Substanz erfolgt herkömmlich durch&lt;br /&gt;
* die bei der Ernte auf dem Feld verbleibenden Ernterückstände ([[Wurzel (Pflanze)|Wurzeln]], [[Stoppelfeld|Stoppeln]], [[Stroh]], Sprossmasse),&lt;br /&gt;
* den gezielten Anbau von Zwischenfrüchten zur [[Gründüngung]]&lt;br /&gt;
* [[Wirtschaftsdünger]] ([[Mist]], [[Gülle]], [[Kompost]], [[Klärdünger]])&lt;br /&gt;
* [[Rindenhumus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menge der dem Boden zugeführten organischen Substanz wird von einer Vielzahl von Faktoren (z.&amp;amp;nbsp;B.: Pflanze, Ertrag, Düngung, Abfuhr des Strohs) bestimmt. Es kommt weniger darauf an, dass dem Boden Nährstoffe in großen Mengen zugeführt werden, sondern dass sie vom Boden „verarbeitet“ werden können. Ernterückstände, Zwischenfrüchte, Stallmist und Gülle sind in ihrer Wirkung auf den Humusgehalt unterschiedlich zu bewerten.&lt;br /&gt;
Generell handelt es sich um zersetzliche Substanzen, deren Abbau in Abhängigkeit ihrer stofflichen Zusammensetzung erfolgt. Dabei wird Lignin-haltiges (verholztes) Material langsamer abgebaut als beispielsweise frisches Gras, bei dem die Nährstoffe schneller verfügbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilme ==&lt;br /&gt;
* Humus – Die vergessene Klima-Chance, 2009&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.schulfilme-online.de/de/Wirtschaftskunde/c/1231/Humus-Die-vergessene-Klima-Chance/p/109911]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kiss the Ground&amp;#039;&amp;#039;, 2020&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://kissthegroundmovie.com/ |titel=Kiss the Ground Film |werk= |hrsg= |datum= |abruf=2021-01-24 |sprache=en-US}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Annie Francé-Harrar]]: &amp;#039;&amp;#039;Bodenleben und Fruchtbarkeit.&amp;#039;&amp;#039; Bayerischer Landwirtschaftsverlag, 1957.&lt;br /&gt;
* Adolf Kloke: &amp;#039;&amp;#039;Humusstoffe des Bodens als Wachstumsfaktoren.&amp;#039;&amp;#039; 1963.&lt;br /&gt;
* Gerhard Lerch: &amp;#039;&amp;#039;Pflanzenökologie.&amp;#039;&amp;#039; WTB Akademie Verlag, Berlin 1971, ISBN 978-3-528-06027-5.&lt;br /&gt;
* [[Othmar Nestroy]]: &amp;#039;&amp;#039;Den Boden verstehen. Aufbau, Typen, Fruchtbarkeit.&amp;#039;&amp;#039; Stocker, Graz 2015, ISBN 978-3-7020-1193-2.&lt;br /&gt;
* W. Amelung, [[Hans-Peter Blume]], H. Fleige, R. Horn, [[Ellen Kandeler]], [[Ingrid Kögel-Knabner]], R. Kretschmar, [[Karl Stahr]], B.-M. Wilke: [[Fritz Scheffer]], [[Paul Schachtschabel]]: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Bodenkunde.&amp;#039;&amp;#039; 17. Auflage. Heidelberg 2018, ISBN 978-3-662-55870-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=0|video=1}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.humus-derfilm.at/ | wayback=20100315090330 | text=humus-derfilm.at/}}&lt;br /&gt;
* [https://www.bodenwelten.de/content/was-ist-humus bodenwelten.de: Humus]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;FJS&amp;quot;&amp;gt;F. J. Stevenson: &amp;#039;&amp;#039;Humus Chemistry: Genesis, Composition, Reactions&amp;#039;&amp;#039;. John Wiley &amp;amp; Sons, New York 1994.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Godefroid&amp;quot;&amp;gt;Sandrine Godefroid, Wim Massant, Nico Koedam: &amp;#039;&amp;#039;Variation in the herb species response and the humus quality across a 200‐year chronosequence of beech and oak plantations in Belgium&amp;#039;&amp;#039;, In: &amp;#039;&amp;#039;Ecography&amp;#039;&amp;#039;, Band 28, Nr. 2, 2005, S. 223–235 [https://www.jstor.org/stable/pdf/3683817.pdf?casa_token=mh0BbdQNssgAAAAA:g6V_PkMRnSp6gzc5J3U3EKAU963bxpx_hxFlEpQ9NJTjwStbQi7R9JzZvHYC8l4SWOMQdZyLlJ_XM4cMxFphvFxtkwSvCdG9snwdNImpPHi01Tsbhc2F (PDF)].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kartieranleitung&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Bodenkundliche Kartieranleitung.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. Hannover 2005, ISBN 3-510-95920-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Scheffer&amp;quot;&amp;gt;Scheffer/Schachtschabel: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Bodenkunde.&amp;#039;&amp;#039; 15. Auflage. 2002, ISBN 3-8274-1324-9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schwerdtfeger&amp;quot;&amp;gt;Kuntze/Roeschmann/Schwerdtfeger: &amp;#039;&amp;#039;Bodenkunde.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. 1994, ISBN 3-8252-8076-4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4160800-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bodenökologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Agrarwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bodenkunde]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Blech</name></author>
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