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	<title>Henri Nannen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Henri_Nannen&amp;diff=13309&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Über-Blick am 7. August 2025 um 00:16 Uhr</title>
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		<updated>2025-08-07T00:16:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Henri Nannen.jpg|mini|Henri Nannen (links) bei der Verleihung des Gödecke-Parke-Davis-Preises in Freiburg (1987)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Henri Franz Theodor Max Nannen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[25. Dezember]] [[1913]] in [[Emden]]; † [[13. Oktober]] [[1996]] in [[Hannover]]) war ein deutscher [[Verleger]] und [[Publizist]]. Er war Gründer, langjähriger Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Stern (Zeitschrift)|Stern]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Ausbildung und Anfänge als Journalist ===&lt;br /&gt;
Henri Nannen, Sohn des Polizeibeamten Klaas Nannen und Elise Nannen, geb. Buitenduif,&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Habel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wer ist wer? Das deutsche who’s who.&amp;#039;&amp;#039; XV. Ausgabe von [[Degener &amp;amp; Co|Degeners]] wer ist’s?, Berlin 1967, S. 1364.&amp;lt;/ref&amp;gt; durchlief eine [[Buchhändler]]lehre, studierte von 1934 bis 1938 [[Kunstgeschichte]] in [[München]] und sammelte erste Berufserfahrung als freier Mitarbeiter in der Fachzeitung &amp;#039;&amp;#039;Die Kunst für alle. Malerei, Plastik, Graphik, Architektur&amp;#039;&amp;#039; des Verlegers [[Hugo Bruckmann]]. Noch als Student beschäftigte ihn der [[Reichssender München]] als [[Reporter|Rundfunkreporter]]. Bei der Direktübertragung des Festzugs anlässlich der ersten [[Große Deutsche Kunstausstellung|Großen Deutschen Kunstausstellung]] am 18. Juli 1937 erregte er unter den vier Reportern auf der Tribüne die Aufmerksamkeit der bereits prominenten Filmschaffenden [[Leni Riefenstahl]], die ihn für eine Filmkarriere geeignet hielt, und zwei Probeaufnahmen der [[Tobis-Tonbild-Syndikat|Tobis]] mit [[Brigitte Horney]] in Berlin veranlasste. Sie fielen zwar vielversprechend aus, doch entschied sich Nannen gegen eine Ausbildung zum Schauspieler, folgte aber am 24. November 1937 einem Angebot der [[Olympia-Film]] G.m.b.H. zu einem Vertrag für Arbeiten im [[Synchronisation]]s- und [[Überspielen|Überspiel-Atelier]] für den ersten Teil (&amp;#039;&amp;#039;Fest der Völker&amp;#039;&amp;#039;) von Riefenstahls Film &amp;#039;&amp;#039;[[Olympia (Film)|Olympia]]&amp;#039;&amp;#039; über die [[Olympische Sommerspiele 1936|Olympischen Spiele von 1936 in Berlin]]. Als ihr auffiel, dass dem Film eine Szene mit einem „deutschen Sprecher“ bei der Eröffnung der Spiele im Berliner Olympiastadion fehlte, wies sie an, sie nachzudrehen und die Rolle mit Nannen zu besetzen. So kam Nannen zu einem acht-Sekunden-Auftritt in ihrem Film. Der Auftritt, der später ein Anlass war, ihn für einen Nazi zu halten, entstand in einem Filmstudio. Dort sprach Nannen vor einer mit einer vollen Zuschauertribüne bespielten Leinwand in Mikrofon[[attrappe]]n.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe dazu [[Hermann Schreiber (Journalist)|Hermann Schreiber]]: &amp;#039;&amp;#039;Henri Nannen. Drei Leben&amp;#039;&amp;#039;. Bertelsmann, München 1999, ISBN 3-570-00196-2, S. 71–75, Auszug aus dem Vertrag S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nannen erhielt zu dieser Zeit ein Arbeitsverbot und den Verweis von der Universität wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt. Erst eine Intervention Bruckmanns bewirkte 1937 deren Aufhebung. Auch während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] betrieb Nannen Propaganda im Sinne des [[Nationalsozialismus]], unter anderem für die [[Schutzstaffel|SS]] (siehe unten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tätigkeit für die Waffen-SS ===&lt;br /&gt;
Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] diente Nannen zunächst bei der [[Luftwaffe (Wehrmacht)|Luftwaffe]] als [[Kriegsberichterstattung|Kriegsberichterstatter]] in einer [[Propagandakompanie]], später, soweit bekannt, in der Abteilung &amp;#039;&amp;#039;Südstern&amp;#039;&amp;#039; der [[SS-Standarte Kurt Eggers]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://books.google.com/books?id=ZiPkwIzdTzYC&amp;amp;pg=PA213&amp;amp;lpg=PA213&amp;amp;dq=nannen+stern+s%C3%BCdstern&amp;amp;source=web&amp;amp;ots=V7xb_UEGsQ&amp;amp;sig=pcqwUccmthi9e8P43_eveCXjTvY#PPA213,M1 Habbo Knoch, Die lange Dauer der Propaganda, S. 213. In: Geschichte für Leser: populäre Geschichtsschreibung in Deutschland im 20. Jahrhundert, Band 2004] und {{Webarchiv|url=http://handschriften.staatsbibliothek-berlin.de/de/neuerwerbungen/einblattmaterialien/ |wayback=20080224211852 |text=Südstern-Flugblätter im Bestand der Staatsbibliothek Berlin}}, die eingeleitet und kommentiert wurden in: Feindflugblätter des Zweiten Weltkriegs. Hrsg. v. Moritz Rauchhaus u. Tobias Roth. Verlag das kulturelle Gedächtnis Berlin 2020; abgerufen am 24. Juni 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; In seiner Tätigkeit als Kriegsberichterstatter überlebte er u.&amp;amp;nbsp;a. einen Absturz in einer [[He-111]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.phoenix.de/sendungen/dokumentationen/terra-x-history-reporter-a-4395522.html Dokumentation auf Phoenix: Kriegsreporter in Hitlers Krieg]&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Einheit verfasste Propaganda gegen den [[Italienfeldzug (Zweiter Weltkrieg)|Italienfeldzug]] der Westalliierten, wobei Nannen lt. NDR eine führende Rolle innehatte und auch verantwortlich war für [[Antisemitismus|antisemitische]] und [[Rassismus|rassistische]] Flugblätter.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.presseportal.de/pm/6561/5218729 STRG_F: Verleger Henri Nannen im Zweiten Weltkrieg an antisemitischer Propaganda beteiligt] Pressemeldung [[NDR]] vom 10. Mai 2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Nannens Familie bestreitet das und drohte dem [[NDR]] rechtliche Schritte gegen diese Behauptung an; für eine Beteiligung Nannens an der Gestaltung oder auch Verteilung gebe es laut der Familie bis zum heutigen Tag keinen einzigen Beweis. Der NDR verweist darauf, dass die eigenen Recherchen juristisch geprüft und ausführlich dokumentiert sind; Nannens Verantwortung sei „unstrittig“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/ex-stern-chef-henri-nannen-familie-droht-ndr-wegen-ns-geschichte-18151603.html|titel=Henri Nannens Familie droht|werk=[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]|abruf=2022-07-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu weiteren Beteiligten wie [[Hans Weidemann]] und [[Heinz Fehling]] unterhielt er auch nach dem Krieg enge Verbindungen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Han Park, Gunnar Krupp |url=https://www.zdf.de/funk/strgf-11384/funk-verleger-legende-henri-nannen-antisemitische-prodaganda---strg-f-110.html |titel=Verleger-Legende Henri Nannen: Antisemitische Prodaganda |werk=[[STRG F]] |hrsg=[[Funk (Medienangebot)|funk]] |abruf=2022-05-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;#039;&amp;#039;Südstern&amp;#039;&amp;#039;-Teileinheitszeichen soll Vorbild für das Logo des späteren Magazins &amp;#039;&amp;#039;[[Stern (Zeitschrift)|Stern]]&amp;#039;&amp;#039; gewesen sein. 1944 erschien sein Heftroman &amp;#039;&amp;#039;Störungsfeuer von „M 17“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Henri Nannen: &amp;#039;&amp;#039;Störungsfeuer von „M 17“. Ein Flaksoldat besteht seine Feuerprobe&amp;#039;&amp;#039;. Steiniger-Verlag Berlin, 1944.&lt;br /&gt;
Die [[Landserhefte]] der Serie „Kriegsbücherei der deutschen Jugend“ sollten junge Männer für den Krieg begeistern. „Dieser Kampf entscheidet über das Schicksal der nächsten 1000 Jahre der deutschen Geschichte“, heißt es im Klappentext. Das hatte der Führer erklärt und da sollte niemand zurückstehen. Nannens Geschichte erzählt von jungen Gefreiten Hans Pleschke, der todesmutig die letzten Gegner aus dem Bunker „M17“ auf der französischen Seite des Rheins vertreibt. Leseprobe: „Pleschke hat sich flach auf den Bauch gelegt. Mit dem Taschenmesser hat er eine Kerbe in sein Koppel gekratzt, wenn der Strich mit dem Rand des Bunkers abschneidet, hängt die Sprengladung eben über der Schießscharte. Es ist ein tollkühner Plan, den er da gefaßt hat, es kann ihm das Leben kosten. Aber es ist die letzte Ladung, jetzt muß er aufs Ganze gehen. Er stellt die Zündschnur auf vier Sekunden ein und läßt das Koppel bis zur Markierung herunter. Mit aller Gewalt preßt er sich gegen die Deckung. Ununterbrochen tackt das MG gegen den Fluß hin.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vollständige Text ist als pdf abrufbar unter: &amp;#039;&amp;#039;http://www.m.medien-gesellschaft.de/NANNEN.pdf&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;/ref&amp;gt; in der Serie &amp;#039;&amp;#039;[[Kriegsbücherei der deutschen Jugend]]&amp;#039;&amp;#039; (Band 144). Von 1939 bis 1945 erschienen 156 [[Der Landser|Landserhefte]] in dieser Reihe im Berliner Steiniger Verlag, unter den Autoren waren auch [[Fritz Otto Busch]] und [[Otto Mielke]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Krieg gründete Nannen 1946 die Tageszeitung &amp;#039;&amp;#039;[[Hannoversche Neueste Nachrichten]]&amp;#039;&amp;#039;, als deren Herausgeber er bis 1947 fungierte. Von 1947 bis 1949 war er Chefredakteur der &amp;#039;&amp;#039;[[Hannoversche Abendpost|Hannoverschen Abendpost]]&amp;#039;&amp;#039;. Bei der [[Landtagswahl in Niedersachsen 1947]] trat er für die [[Freie Demokratische Partei|FDP]] im [[Landtagswahlkreis Lingen|Wahlkreis Lingen]] an, unterlag jedoch gegen den Kandidaten des [[Deutsche Zentrumspartei|Zentrums]], [[Gregor Dall]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chefredakteur und Herausgeber des &amp;#039;&amp;#039;Stern&amp;#039;&amp;#039; ===&lt;br /&gt;
1948 erhielt Nannen von den Briten die Lizenz für ein Jugendmagazin namens „Zick-Zack“. Nannen wandelte das Blatt komplett um in eine Illustrierte für junge Leser, oft mit doppelseitigen Fotos gestaltet. Schon 1951 verkaufte er seine Anteile am &amp;#039;&amp;#039;Stern&amp;#039;&amp;#039;, unter anderem an den Druckereibesitzer [[Richard Gruner]] und die Wochenzeitung &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Gerd Bucerius]]. Von 1949 bis 1980 war er [[Chefredakteur]] des &amp;#039;&amp;#039;Stern&amp;#039;&amp;#039;, bis 1983 war er dessen Herausgeber. In der Anfangszeit wirkte auch [[Kurt Zentner]], der Begründer und erste Chefredakteur der nationalsozialistischen Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Der Stern (Zeitschrift, 1938/39)|Der Stern]]&amp;#039;&amp;#039;, neben Nannen ein halbes Jahr lang als dessen Stellvertreter.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Nils Minkmar]]: &amp;#039;&amp;#039;Die doppelte Wundertüte. Wie Henri Nannen den „Stern“ erfand&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Lutz Hachmeister]]/Friedemann Siering: &amp;#039;&amp;#039;Die Herren Journalisten. Die Elite der deutschen Presse nach 1945&amp;#039;&amp;#039;. C.H. Beck, München 2002, ISBN 3-406-47597-3, S. 185–195, hier S. 194f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch Nannens Engagement wurde aus der Illustrierten &amp;#039;&amp;#039;Stern&amp;#039;&amp;#039; Europas auflagenstärkstes Magazin. Mit seinen [[Reportage]]n löste der &amp;#039;&amp;#039;Stern&amp;#039;&amp;#039; eine Reihe öffentlicher Kontroversen aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel hierfür ist der sogenannte [[Madonnenraub]]: Nach dem Diebstahl einer [[Riemenschneider-Madonna (Volkach)|Riemenschneider-Madonna]] aus der Wallfahrtskirche im bayerischen [[Volkach]] ließ Nannen ein öffentliches Angebot von 100.000 DM für die Rückgabe der Figur machen. Der &amp;#039;&amp;#039;Stern&amp;#039;&amp;#039; schrieb dazu 1962: „... haben wir uns entschlossen, für die Rückgabe der Riemenschneider-Madonna ... die Summe von 100.000 DM auszusetzen. Der Stern wird diese 100.000 Mark ohne Ansehen der Person demjenigen aushändigen, der uns in die Lage versetzt, die Madonna im Rosenkranz der Gemeinde Volkach zurückzugeben. Wir sichern den Tätern oder ihren Mittelsleuten absolute Verschwiegenheit zu.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Madonnenräuberbande&amp;quot;&amp;gt;Rainer Zeh: Die Madonnenräuberbande, Dokumentation. Norderstedt: Books on Demand; Auflage: 1 (27. Oktober 2011), S. 41ff, ISBN 978-3-8448-0221-4&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Aufruf löste eine große Debatte im deutschen Feuilleton aus. Nannen wurde mehrfach wegen [[Hehlerei]] angezeigt, konnte jedoch alle Prozesse für sich entscheiden. Das Angebot des &amp;#039;&amp;#039;Stern&amp;#039;&amp;#039; führte im November 1962 zur Rückgabe des gestohlenen Kunstwerks.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Willi Winkler |url=https://www.sueddeutsche.de/leben/madonnenraub-volkach-nannen-stern-riemenschneider-1.5616994 |titel=Wie &amp;quot;Stern&amp;quot;-Chef-Nannen aus einem Madonnenraub eine PR-Aktion machte |datum=2022-07-13 |sprache=de |abruf=2023-07-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Dezember 1970 kam es zu einem von etwa 15 bis 20 Millionen Zuschauern gesehenen Fernsehduell zwischen Nannen, der die Politik von [[Willy Brandt]] eher bejahte, und dem Moderator des [[ZDF-Magazin|&amp;#039;&amp;#039;ZDF-Magazins&amp;#039;&amp;#039;]], [[Gerhard Löwenthal]], der sie ablehnte. Löwenthal warf Nannen vor, dieser beschäftige einen „Mann namens [[Hans Weidemann|Weidemann]]“, der während des Krieges im oberitalienischen [[Bevilacqua (Venetien)]] einen Partisanen und eine Geisel [[Hängen|gehängt]] habe, und Nannen sei in dieses [[Kriegsverbrechen]] verwickelt gewesen. Nannen ging dagegen gerichtlich vor, und der &amp;#039;&amp;#039;Stern&amp;#039;&amp;#039; setzte seine Reporter zur Klärung ein. Sie konnten die beiden verantwortlichen deutschen Unteroffiziere ausfindig machen und entdeckten zudem ein siebzigseitiges Manuskript, das eineinhalb Jahre zuvor Journalisten des [[Axel Springer SE|Axel Springer Verlages]] zusammengestellt hatten und das diese Vorwürfe enthielt. Sie waren allerdings [[Axel Springer]] und dem [[Die Welt|Welt]]-Chefredakteur [[Herbert Kremp]] für eine Veröffentlichung zu vage gewesen. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass die von Löwenthal und seinem Mitarbeiter Meyer veröffentlichten Texte in langen Passagen mit Springers Nannen-Dossier wörtlich übereinstimmten, schlossen die Parteien einen [[Vergleich (Recht)|Vergleich]]: Löwenthal und das ZDF erklärten öffentlich, „sorgfältige Recherchen“ hätten ergeben, „dass weder Weidemann noch ein Angehöriger seiner Einheit für Verhöre, Todesurteile und Hinrichtungen verantwortlich oder daran beteiligt waren“, und nahmen die gegen die politische Glaubwürdigkeit Nannens erhobenen Vorwürfe in aller Form zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Haug von Kuenheim]]: [http://www.zeit.de/1971/44/loewenthal-hisste-die-weisse-fahne?page=all &amp;#039;&amp;#039;Löwenthal hißte die weiße Fahne. „Stern“-Chef Nannen siegte über den ZDF-Moderator&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039; Nr. 44, 29. Oktober 1971 (abgerufen am 31. Januar 2011).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1970 stiftete Nannen den [[Egon-Erwin-Kisch-Preis]]. Dieser Medienpreis ging im Jahr 2005 in der Kategorie &amp;#039;&amp;#039;[[Reportage]]&amp;#039;&amp;#039; des neu geschaffenen [[Henri-Nannen-Preis]]es auf. Für den Skandal um die von [[Konrad Kujau]] gefälschten [[Hitler-Tagebücher]] übernahm Nannen 1983 insofern die Verantwortung, als er sich öffentlich der Verletzung der [[Journalismus|journalistischen]] Sorgfaltspflicht bezichtigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tätigkeit als Mäzen ===&lt;br /&gt;
Anlässlich seines 70. Geburtstages schenkte der passionierte Kunstsammler zusammen mit seiner Frau Martha Nannen im Rahmen einer Stiftung seiner [[Ostfriesland|ostfriesischen]] Heimatstadt Emden seine bedeutende Kunstsammlung, die hauptsächlich aus Gemälden und Skulpturen deutscher Expressionisten bestand. Die dafür erbaute [[Kunsthalle in Emden]] wurde 1986 eröffnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.emden.de/kultur/sehenswertes |titel=Sehenswertes: Stadt Emden |abruf=2021-09-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1989 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde seiner Heimatstadt verliehen, in der er seit den 1980er Jahren wieder lebte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://kunsthalle-emden.de/kunsthalle/das-museum/stifter |titel=Die Stifter der Kunsthalle Emden |abruf=2021-09-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem wurde 2013 in Emden der &amp;#039;&amp;#039;Henri-Nannen-Platz&amp;#039;&amp;#039; anlässlich seines 100. Geburtstages nach ihm benannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.oz-online.de/artikel/118305/Hahnsche-Insel-wird-Henri-Nannen-Platz |titel=Hahnsche Insel wird Henri-Nannen-Platz |abruf=2021-09-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Privates ===&lt;br /&gt;
Nannen war in erster Ehe mit Monika, in zweiter mit Martha (geb. Kimm) verheiratet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Claus Lutterbeck |url=https://www.stern.de/gesellschaft/100--geburtstag-von-henri-nannen-raubein-mit-seele-3657450.html |titel=100. GEBURTSTAG VON HENRI NANNEN, Raubein mit Seele |werk=WWW.STERN.DE |hrsg=G+J Medien GmbH |datum=2013-12-25 |sprache=de |abruf=2023-03-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1990 bis zu seinem Tod war er in dritter Ehe mit [[Eske Nannen]] (geb. Nagel) verheiratet, die der Kunsthalle in Emden bis 2016 als Geschäftsführerin vorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Sohn Christian Nannen (* 1946),&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.abendblatt.de/hamburg/article107335790/Christian-Nannen-wie-der-Vater-so-nicht-der-Sohn.html Porträt] Hamburger Abendblatt, 13. Oktober 2007 &amp;lt;/ref&amp;gt; ist Miteigentümer des Hamburger Kofferherstellers &amp;#039;&amp;#039;Travelite&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt; [http://www.travelite.de/impressum.html Geschäftsführer von Travelite] Impressum der Website von Travelite &amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Enkelin (Christian Nannens Tochter) ist die Hamburger Journalistin Stephanie Nannen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Störungsfeuer von „M 17“. Ein Flaksoldat besteht seine Feuerprobe&amp;#039;&amp;#039;. Steiniger-Verlag, Berlin 1944.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Lieber Sternleser! Briefe an d. Leser 1958–1983&amp;#039;&amp;#039;. Hg. Rolf Winter, Gruner und Jahr, Hamburg 1984, ISBN 3-570-05673-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
* 1963: Ehrenbürgerschaft der Stadt Volkach&amp;lt;ref name=&amp;quot;Madonnenräuberbande&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1975: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse&lt;br /&gt;
* 1987: [[Ubbo-Emmius-Medaille]]&lt;br /&gt;
* 1989: Großes [[Bundesverdienstkreuz]]&lt;br /&gt;
* 1989: Ehrenbürgerschaft der Stadt Emden&lt;br /&gt;
* 1991: [[Niedersachsenpreis]] für Kultur&lt;br /&gt;
* 1995: [[Maecenas-Ehrung]] des Arbeitskreises selbständiger Kultur-Institute e.&amp;amp;nbsp;V. – AsKI&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Markus Behmer]]: [https://www.deutsche-biographie.de/ppn11858636X.html Henri Nannen], in: [[NDB-online]] vom 1. Juli 2023.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;100 Jahre Henri Nannen.&amp;#039;&amp;#039; Der Mann, der den &amp;#039;&amp;#039;stern&amp;#039;&amp;#039; erfand. Sonderheft des Stern. &amp;#039;&amp;#039;stern&amp;#039;&amp;#039;-edition Nr. 2. Verlag Gruner + Jahr, Hamburg 2013. Beiträge von Jürgen Althans und andere:  [[Hermann Schreiber (Journalist)|Hermann Schreiber]], [[Manfred Bissinger]], Michael Seufert, [[Theo Sommer]], [[Alice Schwarzer]], [[Wibke Bruhns]], [[Stefan Aust]], [[Angelika Jahr]] und viele andere sowie Interviews mit [[Robert Lebeck]], [[Julia Jäkel]], [[Mathias Döpfner]] und Stephanie Nannen. Inhaltsverzeichnis hier[https://d-nb.info/1034540831/04]&lt;br /&gt;
* Claus Lutterbeck, Stern, 25. Dezember 2013: [https://www.stern.de/gesellschaft/100--geburtstag-von-henri-nannen-raubein-mit-seele-3657450.html &amp;#039;&amp;#039;Raubein mit Seele. 100. Geburtstag Henri Nannens.&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* Stephanie Nannen: &amp;#039;&amp;#039;Henri Nannen – Ein Stern und sein Kosmos.&amp;#039;&amp;#039; C.Bertelsmann, München 2013, ISBN 978-3-570-10152-0.&lt;br /&gt;
* Nils Minkmar: &amp;#039;&amp;#039;Die doppelte Wundertüte. Wie Henri Nannen den „Stern“ erfand.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Lutz Hachmeister]], Friedemann Siering (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Herren Journalisten.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 2002, ISBN 3-406-47597-3, S.&amp;amp;nbsp;185–195.&lt;br /&gt;
* [[Hermann Schreiber (Journalist)|Hermann Schreiber]]: &amp;#039;&amp;#039;Henri Nannen. Drei Leben&amp;#039;&amp;#039;. Bertelsmann, München 1999, ISBN 3-570-00196-2.&lt;br /&gt;
* [[Horst Janssen]]: &amp;#039;&amp;#039;Brief an Mynher Henri Nannen zu Emden. Katalog zu Kunsthalle Emden: Horst Janssen – Zeichnungen, Aquarelle, Gouachen, Radierungen und Lithographien vom 10. Juli–4. September 1988&amp;#039;&amp;#039;. St. Gertrude, Hamburg 1988, [https://d-nb.info/943369665 Link zu diesem Datensatz].&lt;br /&gt;
* [[Erich Kuby]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Fall „Stern“ und die Folgen.&amp;#039;&amp;#039; Konkret Literatur, Hamburg 1983, ISBN 3-922144-33-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Henri-Nannen-Schule]]&lt;br /&gt;
* [[Nannen Preis]]&lt;br /&gt;
* [[Küchenzuruf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|11858636X}}&lt;br /&gt;
* {{IMDb}}&lt;br /&gt;
* https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kfa1941_1942/0077/image,info Pressebeitrag 1941&lt;br /&gt;
* {{Zeugen des Jahrhunderts |Zeitzeuge= |Interviewer=Hans Herbert Westermann |ID=DouVLwQ1KV8 |Datum=10. September 1989 |Teil= |Laufzeit=1:01:39 |hm= }}&lt;br /&gt;
* {{YouTube |id=89ebHDhGdkg |titel=Verleger-Legende Henri Nannen: Antisemitische Propaganda |uploader=[[STRG F]] |upload=2022-05-10 |laufzeit=21:13 min}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=11858636X|LCCN=n82019417|VIAF=267830419}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Nannen, Henri}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verleger (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Angehöriger einer Propagandakompanie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Angehöriger der Waffen-SS]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Italiens 1943–1945)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Geboren 1913]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Person des Antisemitismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Nannen, Henri&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Nannen, Henri Franz Theodor Max &lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Verleger und Publizist&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=25. Dezember 1913&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Emden]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=13. Oktober 1996&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Hannover]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Über-Blick</name></author>
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