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	<title>Harz (Material) - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-04-06T22:48:06Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Harz_(Material)&amp;diff=9532&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler: genauer</title>
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		<updated>2025-08-09T03:36:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;genauer&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:2013-04-14 12-33-48-resine.jpg|mini|Ein Harztropfen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Tannzapfen mit Harz.jpg|mini|Aus einem Fichtenzapfen austretendes Harz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Harze.jpg|mini|Naturharze, die in der europäischen Tafelmalerei verwendet wurden/werden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Harze&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden grundsätzlich in &amp;#039;&amp;#039;Naturharze&amp;#039;&amp;#039; (im [[Oberdeutsche Dialekte|oberdeutschen Sprachraum]], zum Beispiel in Österreich, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pech&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt) und &amp;#039;&amp;#039;Kunstharze&amp;#039;&amp;#039; unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[#Naturharz|Naturharze]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind Gemische von festen, [[Amorphes Material|amorphen]], nichtflüchtigen, [[Lipophilie|lipophilen]] Pflanzenprodukten. Sie treten nach natürlichen oder künstlichen Verletzungen als zähflüssige Masse aus bestimmten Pflanzen, überwiegend [[Baum|Bäumen]], aus. Dabei sind sie entweder in einem [[Ätherisches Öl|ätherischen Öl]] wie [[Terpentin]] gelöst – dann heißen sie [[Balsame]] oder [[Oleoresin]]. Oder die Harze treten als [[Emulsion]]en oder [[Suspension (Chemie)|Suspensionen]] in wässrigen [[Schleimstoffe|Schleimstoff]]lösungen mit wenig ätherischem Öl aus der Pflanze aus – dann heißen sie nach Eintrocknen [[Gummiharz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich dienen Harze den Pflanzen vor allem zum Verschließen von Verletzungen und zur [[Pflanzliche Abwehr von Herbivoren|Abwehr]] von [[Schadinsekt]]en. Bei Balsamen härtet die zähflüssige Masse durch Verdunsten der ätherischen Öle, und zurück bleibt das mehr oder weniger harte, gelbliche bis bräunliche Harz. Reine Naturharze werden beim Erwärmen weich und schließlich flüssig. Sie lösen sich nahezu nicht in Wasser, aber in ätherischen oder [[Fettes Öl|fetten Ölen]] sowie in [[Polarität (Chemie)#Unpolare Stoffe|apolaren]] [[Lösungsmittel]]n. Im Gegensatz zu reinen Harzen haben Gummiharze mit den Schleimstoffen auch einen wasserlöslichen Anteil.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Eberhard Tuescher, Matthias F. Melzig, Ulrike Lindequist |Titel=Biogene Arzneimittel. Ein Lehrbuch der Pharmazeutischen Biologie. |Verlag=Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft |Ort=Stuttgart |Datum=2012 |ISBN=978-3-8047-2495-2}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Karl Hiller, Matthias F. Melzig |Titel=Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen |Auflage=2. |Verlag=Spektrum Akademischer Verlag |Ort=Heidelberg |Datum=2010 |ISBN=978-3-8274-2053-4}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch wurden Harze vielseitig verwendet, unter anderem in der Medizin, im [[Schiffbau]] und in der [[Malerei]] als [[Bindemittel]] und [[Firnis]]. Heute werden Naturharze, vor allem in der Industrie, weitestgehend durch Kunstharze ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[#Kunstharz|Kunstharze]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden heute vorwiegend im industriellen, aber auch im künstlerischen sowie restauratorischen Bereich verwendet. In der Industrie dienen sie als reaktive Zwischenstufe zur Herstellung von [[Duroplaste|duroplastischen]] [[Kunststoff]]en&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gold Book&amp;quot;&amp;gt;{{Gold Book|resin|RT07166|Version=2.3.3}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und sind Komponenten in [[Lack]]en und [[Klebstoff]]en. Sie sind weiche Feststoffe oder [[Viskosität|hochviskose]] Substanzen, die üblicherweise [[Prepolymer]]e mit reaktiven [[Funktionelle Gruppe|funktionellen Gruppen]] enthalten. Entgegen den Empfehlungen der [[International Union of Pure and Applied Chemistry|IUPAC]] werden in der Kunststoffindustrie gelegentlich auch vernetzte Kunststoffe (Duroplaste) als „Harze“ bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerd Collin, Rolf Mildenberg und Mechthild Zander: &amp;#039;&amp;#039;Resins, Synthetic.&amp;#039;&amp;#039; S.&amp;amp;nbsp;1–2, In: &amp;#039;&amp;#039;Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry.&amp;#039;&amp;#039; Wiley-VCH, Weinheim 2005, {{DOI|10.1002/14356007.a23_089}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Malerei werden sie als Bindemittel ([[Acrylfarbe]]) und als Abschlussfirnis, in der Restaurierung als Bindemittel für die Retusche und ebenfalls als Abschlussfirnis verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgangssprachlich spricht man auch vom &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Verharzen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, wenn [[härtende Öle]] [[Polymerisation|polymerisieren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Naturharz ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Harztropfen an Holz.jpg|mini|Harz, das aus Bauholz austritt. Ein Tropfen zieht einen Faden mit aushärtender faltiger Haut, oben folgt ein frischer, rundlich glänzender Tropfen nach.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Naturharz2.jpg|mini|Am Stamm einer Rottanne austretendes Harz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Resin with insect (aka).jpg|mini|Baumharz mit eingeschlossenem Insekt]]&lt;br /&gt;
[[Datei:pecher.jpg|mini|Gewinnung von Baumharz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Protium Sp. MHNT.BOT.2016.24.54.jpg|mini|Harz von &amp;#039;&amp;#039;Protium Sp.&amp;#039;&amp;#039; aus der Gattung der [[Balsambaumgewächse]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naturharze sind eine Mischung verschiedener chemischer Substanzen. Die mengenmäßig vorherrschenden Verbindungen sind [[Harzsäuren]], die zu den [[Carbonsäure]]n zählen. Frische Harze bestehen weiterhin zu einem nicht unwesentlichen Teil aus flüchtigen und [[Aromaten|aromatischen]] Verbindungen. Verdunsten diese, wird das verbleibende Material zäher und härter. Daneben führen [[Polymerisation]]s-, [[Vernetzung (Chemie)|Vernetzungs-]] und [[Oxidation]]sreaktionen zum Erstarren der Ausscheidung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das in den meisten Nutzungen vorherrschende Harz von [[Kiefernartige|Nadelbäumen]], vor allem [[Kiefern]], ist eine zähe, [[Klebrigkeit|klebrige]] und stark riechende Flüssigkeit. Es ist in [[Öle|Öl]] leicht, in [[Ethanol|Alkohol]] gut und in [[Motorenbenzin|Benzin]] teilweise löslich, Edelterpentine auch in [[Ammoniumhydroxid|Salmiakgeist]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man unterscheidet [[Rezent (Biologie)|rezente]], [[rezentfossil]]e bzw. [[halbfossil]]e und [[fossil]]e Harze. Während rezente Harze von noch heute existierenden Bäumen stammen ([[Terpentin]], [[Balsame]], [[Gummilack]], [[Kolophonium]], Weihrauch, [[Sandarak]] und [[Mastix]]), sind rezentfossile Harze aus früheren Vertretern von Baumarten entstanden, die teilweise aber auch heute noch existieren. Diese nennt man [[Copal (Baumharz)|Kopale]]. Fossiles Harz wird als [[Bernstein]] bezeichnet. Die Ursprungsbäume sind meist nicht mehr feststellbar. Für Baltischen Bernstein nimmt man an, dass er von einer prähistorischen [[Kieferngewächse|Koniferenart]] stammt. Fossile Harze sind in Alkohol schlecht löslich&amp;lt;!-- jedoch gut in heißem Öl --&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pflanzliche Ausscheidungen ohne Harzfraktion setzen sich meist aus [[Polysaccharide]]n zusammen und sind wasserlöslich. Sie zählen nicht zu den Naturharzen. Mischformen aus wasserlöslichen und harzhaltigen Komponenten stellen die [[Gummiharze]] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildung und Gewinnung ===&lt;br /&gt;
Baumharze sind sekundäre Stoffwechselprodukte der Pflanzen, die über [[Harzkanal|Harzkanäle]] an die Pflanzenoberfläche geleitet werden (siehe auch [[Terpen#Biosynthese|Biosynthese von Terpenen]]). Im normalen Lebenszyklus bilden harzerzeugende Bäume „physiologisches Harz“. Nach Verletzungen steigt die gebildete Menge, das „pathologische Harz“ dient dem Wundverschluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die systematische Gewinnung von Baumharz geschieht durch das [[Harzer (Beruf)|Harzen]]. Dabei werden künstliche Verletzungen durch Anritzen der Rinde herbeigeführt und das austretende Harz in einem Behälter gesammelt. Verwendete Bäume sind unter anderem Kiefer, [[Lärche]] und der [[Sandarakbaum]]. Fossile Baumharze wie Bernstein werden durch Absuchen vorkommenreicher Flächen (z.&amp;amp;nbsp;B. Strände), durch [[Prospektion (Geologie)|Prospektion]] oder [[Bergbau]] gewonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verarbeitung und Verwendung ===&lt;br /&gt;
Das wohl bekannteste natürliche Harzprodukt ist [[Kolophonium]], das vorwiegend aus dem Harz von [[Kiefern]] (Pinus-Arten wie die [[Waldkiefer]]) und [[Fichten]] gewonnen wird und in vielen Produkten Verwendung findet, zum Beispiel als Klebstoff für Heftpflaster, in Kaugummi und zur Behandlung der Bogenhaare bei Streichinstrumenten. Kolophonium ist der feste Rückstand, der beim Erhitzen von Nadelbaumharz nach [[Destillation|Abdestillieren]] des [[Terpentinöl]]s anfällt. Mit Alkali verseiftes oder durch eine [[Diels-Alder-Reaktion]] mit [[Maleinsäureanhydrid]] modifiziertes Kolophonium wird in der [[Papier]]herstellung eingesetzt, um dieses zu hydrophobieren. Durch diesen [[Leimung]] genannten Prozess wird die Beschreibbarkeit und Bedruckbarkeit des Papiers verbessert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der europäischen [[Ölmalerei]] spielten Harze sowohl von Nadelbäumen ([[Terpentin]]) als auch die von Laubbäumen ([[Mastix]], [[Dammar]]) eine große Rolle. Sie dienten seit dem [[15. Jahrhundert]] in Kombination mit anderen Substanzen als Bindemittel der [[Pigment|Farbpigmente]]. Die Qualität der Öl-Harz-Farben hatte mehrere Vorteile gegenüber den davor üblichen Malfarben, vor allem ermöglichte sie aufgrund besserer Mischbarkeit einen größeren Nuancenreichtum durch weichere Farbübergänge. Die [[Tempera]]malerei, deren Bindemittel Emulsionen sind, und die noch frühere [[Wachsmalerei]] wurden somit verdrängt. Außerdem werden Harze schon seit der Antike für die Herstellung von [[Firnis|Lacken]] verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Griechenland wird das Harz der [[Aleppo-Kiefer]] zum Wein gegeben, was diesem ein besonderes Aroma verleiht. Dieser Wein wird [[Retsina]] genannt. Einige tropische Harze wie [[Elemi]] und [[Copal (Baumharz)|Copal]] sowie vor allem [[Myrrhe]] und [[Weihrauch]] werden bis heute als [[Räuchern (Zeremonie)|Räucherwerk]] verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Resine werden Extraktstoffe aus dehydrierten Naturharzen bezeichnet. Sie werden als Zwischenprodukte in der chemischen Industrie eingesetzt, zum Beispiel als Synthesekautschuk, für Schiffsfarben oder zur Pigmentherstellung. Seifen aus Resinen, ebenfalls zur industriellen Verwendung, heißen [[Dresinate]]. [[Resorcin]], ein Destillat aus Naturharzen, wird als &amp;#039;&amp;#039;Haftvermittler&amp;#039;&amp;#039; im Reifenbau verwendet, daneben auch zur Herstellung von Farbstoffen, Kunststoffen, Klebstoffen und Flammschutzmitteln sowie in Pharmazeutika.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Verwendung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Spirituslacke&amp;#039;&amp;#039; enthalten traditionell Bindemittel wie Kolophonium, Copal oder [[Schellack]] (bzw. heute auch [[Novolake]], [[Alkydharz]]e und [[Vinylpolymerisat]]e) in flüchtigen organischen Lösungsmitteln wie [[Ethanol]].&lt;br /&gt;
* als [[Flussmittel (Löten)|Flussmittel]] in Elektronikloten&lt;br /&gt;
* als [[Lampe]]n- oder [[Kerze]]nbrennstoff&amp;lt;ref&amp;gt;{{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070629134720/http://www.bautz.de/bbkl/s/soubirous_b.shtml |autor=Hubertus R. Drobner|artikel=SOUBIROUS, Bernadette|band=10|spalten=839-843}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* als Rauschmittel, zum Beispiel [[Weihrauch]] oder [[Haschisch]], das Harz von der Hanfpflanze&lt;br /&gt;
* zur Verbesserung der Ballhandhabung z.&amp;amp;nbsp;B. im [[Handball#Spielball]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=handball-world |url=https://www.handball-world.news/o.red.r/news-1-1-1-84724.html |titel=Kommentar: Warum Handballer Harz brauchen und lieben |abruf=2022-05-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Markt ===&lt;br /&gt;
Der jährliche Bedarf der chemischen Industrie in Deutschland an Naturharzen wird auf 31.000&amp;amp;nbsp;t geschätzt (einschließlich Naturwachse). Jährlich importiert Deutschland 5.000 bis 16.000&amp;amp;nbsp;t dehydrierte Naturharze.&amp;lt;ref&amp;gt;Statistisches Bundesamt, 2008: Daten zu Importen und Exporten von Rohstoffen und ausgewählten Produkten. Datenstand Sept. 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die mengenmäßig vorherrschende Verwendung von Naturharzen ist die Herstellung von Farben, Lacken und Klebstoffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kunstharz ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kunstharze&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;synthetische Harze&amp;#039;&amp;#039; genannt) sind nach &amp;#039;&amp;#039;ISO 4618:2014 Beschichtungsstoffe – Begriffe&amp;#039;&amp;#039; durch [[Kettenpolymerisation|Polymerisations]]-, [[Polyaddition]]s- oder [[Polykondensation]]sreaktionen synthetisch hergestellte Harze.&amp;lt;ref&amp;gt;[[ISO]] 4618:2014(de), &amp;#039;&amp;#039;Beschichtungsstoffe — Begriffe.&amp;#039;&amp;#039; [https://www.iso.org/obp/ui/#iso:std:iso:4618:ed-2:v1:de iso.org]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach den Konventionen der [[International Union of Pure and Applied Chemistry|IUPAC]] sind sie weiche Feststoffe oder [[Viskosität|hochviskose]] Substanzen, die üblicherweise [[Prepolymer]]e mit reaktiven [[Funktionelle Gruppe|funktionellen Gruppen]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gold Book2&amp;quot;&amp;gt;{{Gold Book|resin|RT07166|Version=2.3.3}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Synthetische Harze bestehen bei der Verarbeitung in der Regel aus zwei Hauptkomponenten. Die Vermischung beider Teile (Harz und Härter) ergibt eine reaktionsfähige Harzmasse. Bei der Härtung steigt die [[Viskosität]] an und nach abgeschlossener Härtung erhält man einen unschmelzbaren [[Kunststoff]] ([[Duroplaste|Duroplast]]). Nach der IUPAC sollen die duroplastischen Produkte (engl.: &amp;#039;&amp;#039;thermosets&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gold Book3&amp;quot;&amp;gt;{{Gold Book|thermosetting polymer|TT07168|Version=2.3.3}}&amp;lt;/ref&amp;gt; nicht als Harze bezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kunstharze können durch Naturstoffe, zum Beispiel [[Fette|pflanzliche oder tierische Öle]] beziehungsweise natürliche Harze, modifiziert sein, wie z.&amp;amp;nbsp;B. bei [[Alkydharze]]n. Als Kunstharze werden jedoch auch natürliche Harze bezeichnet, die durch [[Veresterung]] oder [[Verseifung]] modifiziert wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNT&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Der Brockhaus, Naturwissenschaft und Technik.&amp;#039;&amp;#039; 3. Bände, Spektrum Akademischer Verlag, Mannheim/Heidelberg 2003, ISBN 978-3-8274-1168-6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im weiten Sinn und entgegen den Empfehlungen der IUPAC werden in der Industrie (besonders im englischen Sprachraum) alle [[Polymer]]e, die die Basis für Kunststoffe, organische Beschichtungen oder Lackierungen u.&amp;amp;nbsp;ä. sind, als Harze bezeichnet. So wird ohne Notwendigkeit [[Polyethylen]] als &amp;#039;&amp;#039;Polyethylenharz&amp;#039;&amp;#039; bzw. im Englischen als &amp;#039;&amp;#039;polyethylene resin&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. ISO 472:2013 &amp;#039;&amp;#039;Kunststoffe – Begriffe&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iso.org/obp/ui/#iso:std:iso:472:ed-4:v1:de &amp;#039;&amp;#039;iso.org: ISO 472:2013; Kunststoffe — Begriffe&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; schafft ein hoch inhomogenes, kaum nützliches Begriffsfeld. Das Wort &amp;#039;&amp;#039;Harz&amp;#039;&amp;#039; wird dort direkt oder indirekt mit dem Wort &amp;#039;&amp;#039;Kunststoff&amp;#039;&amp;#039; sowie die in einem Produktionsverfahren verwendete &amp;#039;&amp;#039;Formmasse&amp;#039;&amp;#039; oder allgemein mit &amp;#039;&amp;#039;Polymer&amp;#039;&amp;#039; gleichgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eigenschaften und Verarbeitung ===&lt;br /&gt;
Synthetische Harze sind in der Regel flüssige oder feste [[Amorphes Material|amorphe]] Produkte ohne scharfen Siede- oder [[Schmelzpunkt]]. Für die technische Anwendung sind die Harze oft in Form einer [[Emulsion]] oder [[Suspension (Chemie)|Suspension]] erhältlich bzw. werden in dieser Form hergestellt. Viele dieser Harze sind prinzipiell auch als echte [[Lösung (Chemie)|Lösungen]] einsetzbar, da es sich jedoch bei den dafür meist notwendigen [[Lösungsmittel]]n um [[flüchtige organische Verbindungen]] handelt, wird dieser Anteil immer geringer. Bei klassischen Harzen, wie Phenolharzen, erfolgt die Härtung über eine Polykondensation; sie werden daher [[Kondensationsharz]]e genannt und müssen unter hohem Druck verarbeitet werden. Wichtig für Industrie sind Harze, die ohne Abspaltung flüchtiger Komponenten zu Duroplasten aushärten. Diese Harze werden [[Reaktionsharz]]e genannt. Ein Beispiel hierfür sind [[Acrylharz|photoinitiiert härtende Acrylate]], wobei eine radikalische Polymerisation durch UV- oder sichtbares Licht erfolgt. Epoxide härten hingegen über eine Polyaddition, ebenfalls ohne Abspaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als härtbare Formmassen bezeichnet man meist rieselfähige Massen, die in einem Warmformungsvorgang mit unmittelbar anschließender irreversibler Aushärtung bei erhöhter Temperatur zu Formteilen und Halbzeugen verarbeitet werden. Hierbei sind häufig hohe Drücke zur kompletten Füllung der Form notwendig. Die Verarbeitung von Kunstharz erfolgt häufig im Gussverfahren. Hierbei wird das [[Gießharz]] in eine wiederverwendbare oder eine [[verlorene Form]] gegossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichte ===&lt;br /&gt;
* 1902: Entwicklung des ersten technisch brauchbaren Kunstharzes ([[Carl Heinrich Meyer (Chemiker)|Carl Heinrich Meyer]]): Phenol-Formaldehydharz (Laccaïn), Ersatz für [[Schellack]]&lt;br /&gt;
* 1907: „Hitze und Druckpatent“ von [[Leo Hendrik Baekeland]] → Aushärtung von [[Phenolharz]]en: erste duroplastische Kunststoffe ([[Bakelit]])&lt;br /&gt;
* 1910: Patent für Dr. Kurt Albert und Dr. Ludwig Berend für das erste öllösliche Lackkunstharz aus Phenolen und Formaldehyd („Albertole“), vgl. auch [[Autolack]]&lt;br /&gt;
* bis heute: Entstehung vieler Typen von Kunstharzen und Modifizierung der Eigenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chemische Unterteilungen ===&lt;br /&gt;
* [[Phenoplast|Phenolharze]] (Phenol-Formaldehyd-Harz, PF-Harz)&lt;br /&gt;
** Herstellung: Polykondensation von Formaldehyd und Phenol&lt;br /&gt;
** Verwendung: Gehäuse von elektrischen Geräten (zwischen den Weltkriegen); guter Isolator für elektrischen Strom; heute immer noch vielseitige Verwendung ([[Ionenaustauscher]])&lt;br /&gt;
* [[Aminoplast]]e: [[Harnstoffharz|Harnstoff-Formaldehyd]] (UF-Harz), [[Melaminharz|Melamin-Formaldehyd-Harz]] (MF-Harz)&lt;br /&gt;
** Herstellung: Polykondensation von Formaldehyd mit Harnstoff (engl. &amp;#039;&amp;#039;urea&amp;#039;&amp;#039;) bzw. Melamin&lt;br /&gt;
* [[Epoxidharz]]e:&lt;br /&gt;
** wichtigste Herstellung: Polyaddition und -kondensation von mehrwertigen Phenolen und Epichlorhydrin (mit Alkalilauge)&lt;br /&gt;
** Verwendung als Gießharz; Verbundwerkstoff; Klebstoff&lt;br /&gt;
* [[Polyesterharz]] (UP-Harze)&lt;br /&gt;
** Herstellung auf Basis von ungesättigten Polyestern (mit weiteren Kunststoffkomponenten, wie [[Styrol]])&lt;br /&gt;
** Härtung: Über Peroxid-induzierte radikalische Polymerisation&lt;br /&gt;
** Verwendung: Lacke, Gießharze; Verstärkung der Festigkeit durch Glasfaserzusätze, Schlauchliningverfahren (Kanalsanierung)&lt;br /&gt;
* Polyesterharze (gesättigte Polyester)&lt;br /&gt;
** Herstellung aus v.A. gesättigten Bausteinen mit Hydroxy/Carboxy-Überschuss&lt;br /&gt;
** Verwendung: Lacke, flüssig oder pulverförmig&lt;br /&gt;
** Härtung: Vernetzung mit [[Melaminharz|Melaminen]], Isocyanaten oder Epoxiden&lt;br /&gt;
* ABS-Harze&lt;br /&gt;
** Mischung von Harz und [[Elastomer]]&lt;br /&gt;
** Grundmonomere: [[Acrylnitril]], [[1,3-Butadien]], Styrol&lt;br /&gt;
** Wichtige Eigenschaften: Festigkeit, Schlagfestigkeit und Oberflächenhärte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Weitere Beispiele&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Polyacrylate]]&lt;br /&gt;
* [[Alkydharze]]&lt;br /&gt;
* [[Polyurethane|Polyurethanharze]]&lt;br /&gt;
* [[Polyamide|Polyamidharz]]&lt;br /&gt;
* [[Vinylesterharz]]&lt;br /&gt;
* [[Furanharz]]e&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verwendung ===&lt;br /&gt;
Entsprechend der Vielzahl unterschiedlicher Harztypen existiert ein breites Anwendungsspektrum. Typisch sind Verwendungen für [[Leim]]e, [[Klebstoff]]e, [[Lack]]e, aber auch zur Herstellung von Formteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Harze werden unter anderem in folgenden Anwendungsbereichen verwendet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* als Bestandteil von [[Gießharz]]en&lt;br /&gt;
* zur Herstellung von Klebstoffen&lt;br /&gt;
* zur Herstellung von [[Schaumstoff]]en&lt;br /&gt;
* als Imprägnierharze (zum Beispiel für Elektromotoren)&lt;br /&gt;
* zur Herstellung von [[Faser-Kunststoff-Verbund]]en (Glasfaserverstärkter Kunststoff [[Glasfaserverstärkter Kunststoff|GfK]], Kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff [[Kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff|CFK]] …)&lt;br /&gt;
* zur Herstellung von [[Holzwerkstoff|Holzfaserwerkstoffen]]&lt;br /&gt;
* zum Umpressen von [[Integrierter Schaltkreis|integrierten Schaltkreisen]] durch härtbare Formmassen&lt;br /&gt;
* in Lacken und Beschichtungen&lt;br /&gt;
* als Bestandteil von [[Liste gebräuchlicher Betone#Polymerbeton (PC)|Polymerbeton]]&lt;br /&gt;
* zur Gebäude- und Fußbodenanhebung durch Injektion in den Baugrund, z.&amp;amp;nbsp;B. nach Setzungen&lt;br /&gt;
* zur Sicherung geologischer Strukturen durch [[Lackabzug|Lackabzüge]]&lt;br /&gt;
* zur Herstellung von [[Zahnersatz|Zahnprothesen]]&lt;br /&gt;
* zur Herstellung von [[Injektionspräparat]]en&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* [[Karl Hasel]], [[Ekkehard Schwartz]]: &amp;#039;&amp;#039;Forstgeschichte. Ein Grundriss für Studium und Praxis.&amp;#039;&amp;#039; 2., aktualisierte Auflage, Kessel/Remagen 2002, ISBN 3-935638-26-4.&lt;br /&gt;
* [[Egon von Vietinghoff]]: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch zur Technik der Malerei.&amp;#039;&amp;#039; DuMont Verlag, Köln 1983, (1991), (1994), ISBN 978-3-7701-1519-8.&lt;br /&gt;
* {{RömppOnline|ID=RD-08-00494|Name=Harze|Abruf=2014-06-13}}&lt;br /&gt;
* Hans Dominighaus: &amp;#039;&amp;#039;Kunststoffe.&amp;#039;&amp;#039; Otto Maier Verlag, Ravensburg 1974, ISBN 978-3-473-35405-4.&lt;br /&gt;
* Jean H. Langenheim: &amp;#039;&amp;#039;Plant Resins – Chemistry, Evolution, Ecology, and Ethnobotany.&amp;#039;&amp;#039; Timber Press, Portland (USA)/Cambridge (UK) 2003, ISBN 978-0-88192-574-6.&lt;br /&gt;
* Ernst Schwenk: &amp;#039;&amp;#039;80 Jahre Kunstharze – Fast vergessene Erfinder.&amp;#039;&amp;#039; Hoechst Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main 1982, {{OCLC|312302809}}.&lt;br /&gt;
* Klemens Fiebach: &amp;#039;&amp;#039;Resins, Natural.&amp;#039;&amp;#039; S.&amp;amp;nbsp;1–2. In: &amp;#039;&amp;#039;Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry.&amp;#039;&amp;#039; Wiley-VCH, Weinheim 2005, {{DOI|10.1002/14356007.a23_073}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Resin|Harz}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Harz}}&lt;br /&gt;
* Didaktik der Chemie FU Berlin, [http://www.chemie.fu-berlin.de/chemistry/kunststoffe/epoxidharze.htm &amp;#039;&amp;#039;Kunststoffe zum Kennenlernen: Epoxidharze&amp;#039;&amp;#039;] (13. März 2006)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4130013-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Harz|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Beschichtungswerkstoff]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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