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	<title>Hämophilie - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<updated>2025-07-12T11:14:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:InternetArchiveBot&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:InternetArchiveBot (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;InternetArchiveBot&lt;/a&gt; hat 0 Archivlink(s) ergänzt und 1 Link(s) als defekt/tot markiert.) #IABot (v2.0.9.5&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| 01-CODE = D66&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG = Hereditärer Faktor-VIII-Mangel&lt;br /&gt;
| 02-CODE = D67&lt;br /&gt;
| 02-BEZEICHNUNG = Hereditärer Faktor-IX-Mangel&lt;br /&gt;
| 03-CODE = D68&lt;br /&gt;
| 03-BEZEICHNUNG = Sonstige Koagulopathien&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hämophilie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von {{grcS|αἷμα|haima}} „Blut“ und {{lang|grc|φιλία|philia}} „Neigung“), auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bluterkrankheit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, ist eine [[Erbkrankheit]], bei der die [[Blutgerinnung]] gestört ist. Das [[Blut]] aus Wunden gerinnt nicht oder nur langsam. Häufig kommt es auch zu spontanen Blutungen, die ohne sichtbare Wunden auftreten. Hämophilie tritt hauptsächlich bei Männern auf. Betroffene Personen werden umgangssprachlich auch als &amp;#039;&amp;#039;Bluter&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Formen ==&lt;br /&gt;
Es gibt zwei bekannte Formen (A und B) der Hämophilie im engeren Sinn sowie noch weitere Krankheitsbilder, die gelegentlich unscharf unter diesem Begriff subsumiert werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Hämophilie A&amp;#039;&amp;#039; heißt der X-chromosomal-rezessiv erbliche Gerinnungsdefekt durch Mangel an [[Faktor VIII]]. Hiervon sind fast ausnahmslos Männer betroffen, deren X-Geschlechtschromosom ein defektes Gen für den Faktor VIII (antihämophiles Globulin) trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Hämophilie B&amp;#039;&amp;#039; heißt der X-chromosomal-rezessiv erbliche Mangel an [[Faktor IX]] (Christmas-Faktor). Hiervon sind ebenfalls fast nur Männer betroffen; ihr defektes Gen führt zur Störung der Gerinnungskaskade mit verschiedenen Verläufen von Geburt an (leicht, mittelschwer, schwer) mit stark verlangsamtem Verlauf der Blutgerinnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Als &amp;#039;&amp;#039;[[Hämophilie C]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Rosenthal-Syndrom&amp;#039;&amp;#039; wird das klinische Bild bezeichnet, dem ein Mangel an [[Faktor XI]] (englisch: &amp;#039;&amp;#039;plasma thromboplastin antecedent;&amp;#039;&amp;#039; PTA) der Gerinnungskaskade zugrunde liegt. Hierbei treten vor allem bei Kindern leicht Blutungen in Gelenken oder bei minimalen Verletzungen auf. Wie bei Hämophilie A und B ist der [[Quickwert]] typischerweise normal, während die [[Partial Thromboplastin Time|PTT]] abhängig von der Ausprägung des Mangels verlängert ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Der sehr seltene autosomal-rezessiv erbliche Gerinnungsdefekt (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Stuart-Prower-Faktor]]-Mangel, Faktor X der Gerinnungskaskade) kann sich bei beiden Geschlechtern gleich stark ausprägen, da bei beiden Geschlechtern gleich viele [[Autosomen]] (nicht-geschlechtsgebundene Chromosomen) vorkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Parahämophilie&amp;#039;&amp;#039; (Hypoproakzelerinämie, Owren-Syndrom): autosomal-rezessiv erbliche Krankheit durch Mangel des [[Gerinnungsfaktor]]s V ([[Proaccelerin]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Angiohämophilie&amp;#039;&amp;#039; ([[Willebrand-Jürgens-Syndrom]]): Es ist die häufigste autosomal-dominant vererbte Gerinnungsstörung. Sie entsteht durch einen Strukturdefekt oder einen Mangel des [[Von-Willebrand-Faktor]]s unterschiedlicher Ausprägung. Der Von-Willebrand-Faktor ist ein Trägerprotein des [[Blutgerinnungsfaktor VIII|Blutgerinnungsfaktors VIII]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Symptome ==&lt;br /&gt;
Hämophilie-Patienten bluten bei Verletzungen länger als gesunde Menschen. Abhängig vom Schweregrad können auch verlängerte Blutungen spontan auftreten, ohne sichtbare Verletzung; auch bei Gesunden können Spontanblutungen auftreten, heilen aber rasch und unbemerkt. Grundsätzlich kann Blut nur aus Blutgefäßen austreten, wobei bei Hämophilie-Patienten bestimmte Lokalisationen typisch sind, z.&amp;amp;nbsp;B. Einblutungen in [[Gelenk (Anatomie)|Gelenke]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine starke Blutung, die beispielsweise durch einen Unfall hervorgerufen wurde, kann bei schwerer Hämophilie allein durch Gabe von Gerinnungsfaktoren eingeschränkt werden. Ist diese Hilfe nicht rechtzeitig möglich, kann dies (auch bei weniger schweren Verletzungen) den Tod&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Friedrich Hopff: &amp;#039;&amp;#039;Ueber die Haemophilie oder die erbliche Anlage zu tödtlichen Blutungen.&amp;#039;&amp;#039; Medizinische Dissertation Würzburg 1828.&amp;lt;/ref&amp;gt; durch Verbluten bedeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kleine Schnitt-, Riss- und Schürfwunden führen bei den häufigsten Unterformen der Hämophilie zunächst nicht zu stärkerem Blutverlust als bei gesunden Menschen, da der Wundverschluss mit Krustenbildung dank der intakten Blutplättchen ([[Thrombozyt]]en) funktioniert. Doch die verzögerte Blutgerinnung führt oft dazu, dass es bei später wieder aufbrechenden Verkrustungen zu Blutungen kommt, die je nach Schweregrad der Hämophilie nur sehr langsam aufhören. Auch ohne äußere Einwirkung kann es zu [[subkutan]]en oder [[intramuskulär]]en [[Hämatome]]n kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Risiko innerer Blutungen ist bei Hämophilie-Patienten ebenfalls erhöht (z.&amp;amp;nbsp;B. Nierenblutungen mit starker [[Kolik]], Verschluss der [[Harnweg]]e durch [[Thrombus|Thromben]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei weiblichen Trägern eines X-chromosomal-rezessiven Gendefekts (sogenannten Konduktorinnen) kann eine verstärkte Blutungsneigung auftreten, die sich in verstärkten [[Menstruation|Regelblutungen]], Neigung zu blauen Flecken (Hämatomen), bei Bagatelleingriffen wie Zahnextraktionen oder während bzw. nach einer [[Entbindung]] zeigen kann. In seltenen Fällen können auch Blutungen auftreten, die denen von männlichen Betroffenen gleichen (z.&amp;amp;nbsp;B. Gelenkblutungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gelenkblutungen und ihre Folgen ===&lt;br /&gt;
Eine häufige Lokalisation für Blutungen sind die [[Gelenk (Anatomie)|Gelenke]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Hämarthros]]&amp;#039;&amp;#039;). Die erste Blutung in einem Gelenk (auch als Initialblutung bezeichnet) wird häufig durch einen [[Unfall]]/[[Trauma (Medizin)|Trauma]] verursacht. Besonders betroffen sind die großen Gelenke. Durch die Gelenkinnenhaut ([[Membrana synovialis]]) werden [[Enzym]]e freigesetzt, die das im Gelenk befindliche Blut abbauen. Bei großvolumigen Ergüssen vergrößert sich die [[Synovia]] („Gelenkschmiere“) dafür und wird stärker mit Blutgefäßen durchzogen. Daraus folgt eine höhere Wahrscheinlichkeit nachfolgender Blutungen oder Entzündungen. Ein Kreislauf von Entzündungen und Blutungen wird in Gang gesetzt und es entsteht eine so genannte [[Hämarthrose]]; insbesondere ungeführte Bewegungen sowie Torsionen und Überstreckungen (auch in der Nacht), „umknicken“, stolpern etc. können weitere Gelenkblutungen (meist Sprunggelenk-, Knie-, Ellenbogen-, Schulter- oder selten Hüftblutungen) zur Folge haben, was meistens mit starken Schmerzen verbunden ist. Da wirksame prophylaktische Therapien erst seit etwa 30 Jahren verfügbar sind, haben die häufigen Blutungsereignisse bei älteren Patienten meist Gelenkversteifungen z.&amp;amp;nbsp;T. schwerster Art, frühzeitige [[Arthrose]] – die evtl. operative Eingriffe (wie z.&amp;amp;nbsp;B. Knie-[[Arthroskopie]], [[Synovektomie]] bis hin zur [[Endoprothese]] (Gelenkersatz)), aber auch [[Orthopädie|orthopädische]] Hilfsmittel (orthopädische Schuhe), [[Gehhilfe]]n u.&amp;amp;nbsp;a. erforderlich machen – sowie Fehlbildungen der [[Muskulatur]] und des [[Knochen]]aufbaus zur Folge. Durch ständige [[Physiotherapie]] kann jedoch die [[Beweglichkeit|Mobilität]] der Gelenke auf einem gewissen Belastungsgrad gehalten bzw. verbessert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muskelblutungen und ihre Folgen ===&lt;br /&gt;
Muskelblutungen treten seltener spontan auf als Gelenkblutungen und haben meistens Traumata als Ursache. Je nach Lage und Größe des Muskels können sie jedoch extrem langwierig werden und durch irreversible Muskelschädigung zu Verkrüppelungen führen. Muskelblutungen können auch nach intramuskulären Impfungen auftreten, die z.&amp;amp;nbsp;B. in den Gesäßmuskel, Oberarmmuskel gegeben werden. Bluterpatienten sollten daher Impfungen nur unter die Haut erhalten („subkutan“). Typische gefährliche Muskelblutungen finden sich z.&amp;amp;nbsp;B.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* im Psoasmuskel (verläuft vom Bauch durch das Becken zum Bein, so dass ein „Stillhalten“ während des Heilungsprozesses fast nicht möglich ist und die Blutung oft nach scheinbarer Heilung wiederkehrt). Die dadurch entstehenden Schmerzen wurden besonders vor Einführung von Ultraschalluntersuchungen mit einer Blinddarmentzündung verwechselt (sog. „Pseudoappendizitis“).&lt;br /&gt;
* im Wadenmuskel (Wadenblutungen führen zu einer Verkürzung des Muskels und dadurch zum Spitzfuß, der wiederum zu einer erhöhten Belastung der Wade beim Gehen und zu weiteren Blutungen führen kann)&lt;br /&gt;
* in den Unterarmen (Blutungen der Unterarme können auf die Handnerven drücken und neben extremen Schmerzen auch Unbeweglichkeiten und Fehlstellungen der Hände auslösen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Knochenblutungen und Pseudotumor ===&lt;br /&gt;
Selten kann es durch wiederholte Einblutungen in den [[Knochen]] zu einer zunehmenden [[Osteolyse]] kommen, mit Auftreibung und Verbreiterung des Knochens und seifenblasenartigem Aussehen im Röntgenbild, wodurch der Verdacht auf einen [[Knochentumor]] entstehen kann und weshalb vom „hämophilen Pseudotumor“ gesprochen wird. Durch den Stabilitätsverlust kommt es zu [[Pathologische Fraktur|pathologischen Knochenbrüchen]] und Sinterungen, die erneute Blutungen induzieren und auch zu einer Verkürzung besonders an den unteren Extremitäten beitragen können. Zur Therapie ist nur ein kompletter [[Allogene Transplantation|allogener]] Knochenersatz mit eventuellem Gelenkersatz ([[Endoprothese]]) benachbarter Gelenke möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Zeng Li, Xisheng Weng: &amp;#039;&amp;#039;Hemophilic pseudotumor.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[New England Journal of Medicine]].&amp;#039;&amp;#039; Band 382, Ausgabe 21, 21.&amp;amp;nbsp;Mai 2020, S. 2033. [[doi:10.1056/NEJMicm1914118]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Therapie ==&lt;br /&gt;
=== Behandlung mit dem fehlenden Faktor VIII (Hämophilie A) oder Faktor IX (Hämophilie B) ===&lt;br /&gt;
Das Verfahren zur Herstellung eines antihämophilen Faktors wurde 1964 von Judith Graham Pool von der Stanford University entdeckt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Judith G. Pool, Edwabd J. Hershgold, Albert R. Pappenhagen |Titel=High-potency Antihæmophilic Factor Concentrate prepared from Cryoglobulin Precipitate |Sammelwerk=Nature |Band=203 |Nummer=4942 |Datum=1964-07 |ISSN=0028-0836 |Seiten=312–312 |Online=https://www.nature.com/articles/203312a0 |Abruf=2019-05-20 |DOI=10.1038/203312a0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=B. Nascimento, L. T. Goodnough, J. H. Levy |Titel=Cryoprecipitate therapy |Sammelwerk=British Journal of Anaesthesia |Band=113 |Nummer=6 |Datum=2014-12 |Seiten=922–934 |Online=https://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S0007091217306487 |Abruf=2019-05-20 |DOI=10.1093/bja/aeu158}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und erstmals 1971 in den USA auf Antrag der Hoxworth Blood Center des [[University of Cincinnati]] Medical Center unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Cryoprecipitated AHF&amp;#039;&amp;#039; zugelassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.fda.gov/media/76356/download |titel=Alphabetical List of Licensed Establishments Including Product Approval Dates as of 30-APR-2019 |hrsg=FDA |abruf=2021-06-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das betreffende Verfahren wird als [[Plasmafraktionierung#Kryopräzipitation|Kryopräzipitation]] bezeichnet. Zusammen mit der Entwicklung eines Systems zum Transport und zur Lagerung von menschlichem Plasma im Jahr 1965 war dies das erste Mal, dass eine wirksame Behandlung für Hämophilie verfügbar wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Judith Graham Pool, Angela E. Shannon |Titel=Production of High-Potency Concentrates of Antihemophilic Globulin in a Closed-Bag System: Assay in Vitro and in Vivo |Sammelwerk=New England Journal of Medicine |Band=273 |Nummer=27 |Datum=1965-12-30 |ISSN=0028-4793 |Seiten=1443–1447 |Online=https://www.nejm.org/doi/abs/10.1056/NEJM196512302732701 |Abruf=2019-05-20 |DOI=10.1056/NEJM196512302732701}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bis etwa 1970 gebräuchliche [[Therapie]] bei Hämophilie, Blutungen zu stoppen, bestand im Allgemeinen darin, direkte Blutspende, Blutkonserven oder [[Blutplasma]] bei stärkeren und akuten Blutungen zu verabreichen, Hämatome zu kühlen und blutende Wunden mit aus Rinderblut gewonnenem [[Fibrin]] zum Gerinnen zu bringen, was relativ selten gelang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktor-VIII.jpg|mini|Selbstbehandlung]]&lt;br /&gt;
Die heutige Therapie besteht im Allgemeinen darin, [[Krankheitsprävention|prophylaktisch]] oder bei Bedarf den fehlenden oder defekten Faktor zu substituieren, wobei Blutungen weitestgehend ausgeschlossen werden können und der [[Patient]] ein relativ normales Leben führen kann, aber z.&amp;amp;nbsp;B. von Sportarten wie Athletik, Boxen, Wintersport und extremer körperlicher Belastung absehen muss.&lt;br /&gt;
Die Therapie erfolgt z.&amp;amp;nbsp;B. in den Fällen Hämophilie A, B oder Willebrand-Syndrom durch Selbstbehandlung (intravenös) mit den fehlenden Faktoren. Diese Faktoren wurden bis ca. 2002 meistens aus menschlichem Blutplasma gewonnen, wobei in der Vergangenheit u.&amp;amp;nbsp;a. auch viele Bluter mit [[HIV]], [[Hepatitis C]] und [[Hepatitis B|B]] und anderen Viren infiziert wurden. Dies wurde als sogenannter „[[Infektionen durch HIV-kontaminierte Blutprodukte|Blutskandal]]“ bekannt. Die Möglichkeit der [[Infektion|Ansteckung]] kann seit ca. 1988 (das Hepatitis-C-Virus wurde erst Ende der 1980er Jahre entdeckt) jedoch so gut wie ausgeschlossen werden, wenn die existierenden Methoden der Blutreinigung und [[Virusinaktivierung]] bestimmungsgemäß angewendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit ca. 1989 wird der Faktor VIII (Hämophilie A) auch [[gentechnisch]] hergestellt, um eine Sicherheit vor Verunreinigungen des Faktors VIII z.&amp;amp;nbsp;B. mit Viren zu bieten und um jederzeit eine ausreichende Versorgung der Patienten sicherzustellen. Diese so genannten [[Rekombinante Blutgerinnungsfaktoren|rekombinanten]] Konzentrate gelten als sicherer als die aus menschlichem Blutplasma gewonnenen Präparate. Die Firmen [[Bayer AG|Bayer]], [[Novo Nordisk]], [[Takeda Pharmaceutical|Takeda]] und [[Pfizer]] sind die Hauptanbieter solcher &amp;#039;&amp;#039;rekombinanten&amp;#039;&amp;#039; Präparate.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.igh.info/assets/medikamentenliste/VIIIrec.html Gerinnungspräparate für Hämophilie A Patienten], abgerufen am 12. November 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Weiterentwicklung dieser Präparate besteht in der verlängerten [[Halbwertzeit]], damit nicht mehr alle 2–3 Tage gespritzt werden muss: Im Januar 2019 wurde so z.&amp;amp;nbsp;B. [[Damoctocog]] alfa pegol (Handelsname: Jivi; Hersteller Bayer) und im Juni 2019 [[Turoctocog]] alfa pegol (Handelsname &amp;#039;&amp;#039;Esperoct&amp;#039;&amp;#039;; Hersteller [[Novo Nordisk]]) in der EU zugelassen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.haemophilietherapie.de/therapie/rekombinante-faktor-viii-praeparate/ Gentechnisch hergestellte Faktor-VIII-Präparate mit verlängerter Halbwertzeit], abgerufen am 12. November 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Juni 2024 wurde [[Efanesoctocog]] alfa (Handelsname &amp;#039;&amp;#039;Altuvoct&amp;#039;&amp;#039;; Hersteller [[Swedish Orphan Biovitrum]] (SOBI)) in der EU zugelassen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sobi.com/en/press-releases/european-commission-grants-sobir-marketing-authorisation-altuvocttm-treatment-haemophilia-2245139 European Commission grants Sobi® Marketing Authorisation for ALTUVOCT™ for treatment of haemophilia A], PM SOBI vom 19. Juni 2024, abgerufen am 20. Juni 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Hoffmann-La Roche|Roche]] bietet zur Behandlung der Hämophilie A den [[Bispezifischer Antikörper|bispezifischen]], [[Monoklonaler Antikörper|monoklonalen Antikörper]] [[Emicizumab]] an (Handelsname: &amp;#039;&amp;#039;Hemlibra&amp;#039;&amp;#039;). (s.&amp;amp;nbsp;u. unter 3.2. Emicizumab).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Komplikation ====&lt;br /&gt;
Die [[Komplikation|Hauptkomplikation]] bei der Hämophilie-A-Therapie liegt heute in der Bildung von neutralisierenden Antikörpern gegen den Faktor VIII (FVIII), den sogenannten inhibitorischen [[Antikörper]]n oder auch [[Inhibitor|Hemmkörpern]]. Die Antikörper verringern die Wirkung des gegebenen FVIII sehr stark, sodass die nötige Erhöhung des Faktorspiegels nicht erreicht wird, und es in der Folge wieder zu Blutungen kommt. Diese Komplikation wird auch als &amp;#039;&amp;#039;Hemmkörperhämophilie&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Immunhemmkörperhämophilie&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Weltweite Studien zeigen, dass etwa 30 % der behandelten Patienten oder Blutern inhibitorische Antikörper entwickeln. Es wird weiterhin diskutiert, ob die [[Inhibitor|Inhibition]] allein durch die Blockierung der FVIII-Aktivität erfolgt, oder ob es zu einer erhöhten Beseitigung (engl.: [[Clearance (Medizin)|clearance]]) des FVIII durch die Erkennung der Antikörper kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Hemmkörperhämophilie kann auch bei Substitution von Faktor IX, das heißt bei der Behandlung der Hämophilie B auftreten. Sie kommt jedoch deutlich seltener vor – in 2 bis 5 Prozent der Fälle.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Herbert Renz-Polster|H. Renz-Polster]], S. Krautzig: &amp;#039;&amp;#039;Basislehrbuch Innere Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Urban &amp;amp; Fischer-Verlag, München 2008, ISBN 978-3-437-41053-6, S. 342 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Behandlung mit dem Antikörper Emicizumab ===&lt;br /&gt;
Japanischen Forschern ist es gelungen, einen sogenannten [[Bispezifischer Antikörper|bispezifischen]], [[Monoklonaler Antikörper|monoklonalen Antikörper]] zu entwickeln, der die Rolle von Faktor VIII übernimmt. Zusätzlich wird er nicht durch gegen Faktor VIII gerichtete Antikörper (Hemmkörper, s.&amp;amp;nbsp;o. „Komplikation“) inaktiviert. Im November 2017 wurde Emicizumab seitens der [[Food and Drug Administration|US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA]] zugelassen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fda.gov/NewsEvents/Newsroom/PressAnnouncements/ucm585567.htm &amp;#039;&amp;#039;FDA approves new treatment to prevent bleeding in certain patients with hemophilia A.&amp;#039;&amp;#039;] PM FDA, 16. November 2017, abgerufen am 5. Mai 2021. (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Zulassung für die EU erfolgte im Februar 2018. Emicizumab hat sich auch bei Patienten ohne inhibitorische Antikörper bewährt. Im März 2019 erfolgte eine EU Zulassungserweiterung für Patienten mit schwerer Hämophilie A ohne Hemmkörper für alle Altersstufen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hemmkörper&amp;quot;&amp;gt;[https://www.roche.com/media/releases/med-cor-2019-03-14.htm &amp;#039;&amp;#039;European Commission approves Roche’s Hemlibra for people with severe haemophilia A without factor VIII inhibitors.&amp;#039;&amp;#039;] PM Roche, 14. März 2019, abgerufen am 5. Mai 2021. (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber der Substitution mit Faktor VIII hat der Antikörper den Vorteil, dass er nur [[subkutan]] entweder 1× pro Woche oder alle 2 bzw. 4 Wochen gespritzt werden muss und nicht [[intravenös]] zwei- bis dreimal wöchentlich.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://go.roche.de/dok/Hemlibra-reg-inj-fachinfo-0-na-attach.pdf Fachinformation Hemlibra], Quelle Roche, abgerufen am 5. Mai 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=J. Mahlangu, J. Oldenburg, I. Paz‑Priel, C. Negrier, M. Niggli, M.&amp;amp;nbsp;E. Mancuso, C.&amp;amp;nbsp;Schmitt, V.&amp;amp;nbsp;Jiménez‑Yuste, C.&amp;amp;nbsp;Kempton, C.&amp;amp;nbsp;Dhalluin, M.&amp;amp;nbsp;U. Callaghan, W.&amp;amp;nbsp;Bujan, M.&amp;amp;nbsp;Shima, J.&amp;amp;nbsp;I. Adamkewicz, E.&amp;amp;nbsp;Asikanius, G.&amp;amp;nbsp;G. Levy, R.&amp;amp;nbsp;Kruse‑Jarres |Titel=Emicizumab Prophylaxis in Patients Who Have Hemophilia A without Inhibitors |Sammelwerk=The New England Journal of Medicine |Band=379 |Nummer=9 |Datum=2018 |Seiten=811-822 |DOI=10.1056/NEJMoa1803550}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dhg.de/behandlung/neue-behandlungsmoeglichkeiten.html#c44 Behandlung der Hämophilie A mit Hemlibra® (Emicizumab)], auf der Website der Deutschen Hämophiligesellschaft (DHG), abgerufen am 5. Mai 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.haemophilietherapie.de/therapie/antikoerper/ Die neueste Entwicklung], www.haemophilietherapie.de, abgerufen am 5. Mai 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach über 3 Jahren sind über 80 % der Patienten ohne behandelte Blutungen, fast 92 % ohne behandelte Spontanblutung und 90 % ohne behandelte Gelenkblutung bzw. über 94 % ohne behandelte Zielgelenkblutung. Insgesamt fielen über 95 % der früheren Zielgelenke unter Therapie nicht mehr in die Zielgelenks-Definition, da in diesen Gelenken nach über 52 Wochen zwei oder weniger Blutungen (traumatisch oder spontan) aufgetreten waren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=M. Callaghan, C. Negrier, I. Paz-Priel u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Long-term outcomes with emicizumab prophylaxis for hemophilia A with or without FVIII inhibitors from the HAVEN 1-4 studies |Sammelwerk=Blood |Band=137 |Nummer=16 |Datum=2021 |Seiten=2231–2242 |DOI=10.1182/blood.2020009217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gentherapie ===&lt;br /&gt;
Bereits seit Jahrzehnten wird daran geforscht, [[Gentherapie]]n zu entwickeln, die eine lebenslange Hämophilietherapie durch eine einzige Behandlung ersetzen könnte. Im Dezember 2017 wurde eine erfolgversprechende [[Klinische Studie#Phasen einer Arzneimittelstudie|Phase-I/II-Studie]] im [[New England Journal of Medicine]] (NEJM) publiziert, in der sich erstmals eine Gentherapie der Hämophilie B über einen längeren Zeitraum als wirksam erwies.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Lindsey A. George u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Hemophilia B Gene Therapy with a High-Specific-Activity Factor IX Variant |Sammelwerk=New England Journal of Medicine |Nummer=377 |Datum=2017 |Seiten=2215–2227 |DOI=10.1056/NEJMoa1708538}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Januar 2020 wurde im NEJM eine Studie zur Gentherapie bei 15 Erwachsenen mit schwerer Hämophilie A veröffentlicht. In der Zusammenfassung heißt es: &amp;#039;&amp;#039;Die Behandlung mit AAV5-hFVIII-SQ führte zu einem nachhaltigen, klinisch relevanten Nutzen, gemessen an einer deutlichen Reduktion der jährlichen Blutungsraten und dem vollständigen Verzicht auf den prophylaktischen Faktor VIII bei allen Teilnehmern.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=K. John Pasi u. a. |Titel=Multiyear Follow-up of AAV5-hFVIII-SQ Gene Therapy for Hemophilia A |Sammelwerk=New England Journal of Medicine |Nummer=382 |Datum=2020 |Seiten=29–40 |DOI=10.1056/NEJMoa1908490}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 2022 wurde &amp;#039;&amp;#039;Roctavian&amp;#039;&amp;#039; ([[Valoctocogen roxaparvovec]]) als erste Gentherapie zur Behandlung der schweren Hämophilie &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;A&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; in der EU zugelassen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ema.europa.eu/en/news/meeting-highlights-committee-medicinal-products-human-use-chmp-20-23-june-2022 Meeting highlights from the Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) 20-23 June 2022], PM der EMA vom 24. Juni 2022, abgerufen am 28. November 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://investors.biomarin.com/2022-08-24-First-Gene-Therapy-for-Adults-with-Severe-Hemophilia-A,-BioMarins-ROCTAVIAN-TM-valoctocogene-roxaparvovec-,-Approved-by-European-Commission-EC &amp;#039;&amp;#039;First Gene Therapy for Adults with Severe Hemophilia A, BioMarin’s ROCTAVIAN™ (valoctocogene roxaparvovec), Approved by European Commission (EC).&amp;#039;&amp;#039;]{{Toter Link|url=https://investors.biomarin.com/2022-08-24-First-Gene-Therapy-for-Adults-with-Severe-Hemophilia-A,-BioMarins-ROCTAVIAN-TM-valoctocogene-roxaparvovec-,-Approved-by-European-Commission-EC |date=2025-07 |archivebot=2025-07-12 11:14:14 InternetArchiveBot }} PM Biomarin, 24. August 2022, abgerufen am 28. November 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ema.europa.eu/en/news/first-gene-therapy-treat-severe-haemophilia &amp;#039;&amp;#039;First gene therapy to treat severe haemophilia A.&amp;#039;&amp;#039;] Erläuterung der EMA, 24. Juni 2022, abgerufen am 24. Juni 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den USA ist &amp;#039;&amp;#039;Roctavian&amp;#039;&amp;#039; nicht zugelassen. Im November 2022 erhielt das Unternehmen [[CSL Behring]] von der US-amerikanischen [[Food and Drug Administration]] (FDA) die Zulassung für &amp;#039;&amp;#039;Hemgenix&amp;#039;&amp;#039; ([[Etranacogen dezaparvovec]]) zur Gentherapie von Hämophilie B,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fda.gov/news-events/press-announcements/fda-approves-first-gene-therapy-treat-adults-hemophilia-b &amp;#039;&amp;#039;FDA Approves First Gene Therapy to Treat Adults with Hemophilia B&amp;#039;&amp;#039;], Pressemitteilung der FDA vom 22. November 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; im Februar 2023 folgte eine [[Bedingte Zulassung|bedingte EU-Zulassung]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ec.europa.eu/health/documents/community-register/html/h1715.htm &amp;#039;&amp;#039;Eintrag EU/1/22/1715&amp;#039;&amp;#039;] im Unionsregister, abgerufen am 27. Februar 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ema.europa.eu/en/news/first-gene-therapy-treat-haemophilia-b &amp;#039;&amp;#039;First gene therapy to treat haemophilia B.&amp;#039;&amp;#039;] Europäische Arzneimittelagentur, 16. Dezember 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kosten für die Therapie, die als eine einmalige Verabreichung erfolgt, liegen in den USA Meldungen zufolge bei etwa 3,5 Millionen US-Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;S. Siebenand: [https://www.pharmazeutische-zeitung.de/erste-gentherapie-bei-haemophilie-b-137076/ &amp;#039;&amp;#039;Erste Gentherapie bei Hämophilie B.&amp;#039;&amp;#039;] Pharmazeutische Zeitung, 30. November 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 2025 gab [[Pfizer]] bekannt, dass man die Entwicklung und Vermarktung seiner Hämophilie-B-Gentherapie [[Fidanacogene elaparvovec]] (Handelsname &amp;#039;&amp;#039;Durveqtix&amp;#039;&amp;#039; in der EU; &amp;#039;&amp;#039;Beqvez&amp;#039;&amp;#039; in den USA) einstellt. Zur Begründung hieß es &amp;quot;zu geringes Interesse seitens der Patienten&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.reuters.com/business/healthcare-pharmaceuticals/pfizer-says-it-will-end-global-development-gene-therapy-beqvez-nikkei-reports-2025-02-20/ Pfizer stops commercialization of hemophilia gene therapy Beqvez], Reuters vom 21. Februar 2025, abgerufen am 24. Februar 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vererbung ==&lt;br /&gt;
Die Erkrankung wird gonosomal-X-rezessiv vererbt. Frauen können Träger für die [[Vererbung (Biologie)|Vererbung]] der Hämophilie A oder B sein, ohne selbst an der Krankheit zu leiden. Beispiel: Eine Trägerin ([[Konduktor]]in) des fehlerhaften Gens für die Hämophilie, bei der das Merkmal nicht ausgeprägt ist, bekommt Söhne, bei denen die Wahrscheinlichkeit 50 % ist, Bluter zu sein (siehe auch [[Erbinformation]]). Bekommt diese Trägerin Töchter, können diese mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % das Gen auf die nächste Generation weitervererben, ohne selbst von der Krankheit betroffen zu sein. Sobald diese Mädchen wieder männliche Nachkommen haben, ist es dann ebenso möglich, dass diese Bluter sind. Aufgrund dieser Wahrscheinlichkeit kann aber die Krankheit auch mehrere Generationen überspringen, sofern immer wieder Töchter als Träger vorhanden waren. Wenn männliche Bluter Söhne bekommen, vererben sie die Krankheit an diese nicht weiter, da sie X-chromosomal vererbt wird. Männliche Bluter können die Krankheit somit nur an ihre Töchter vererben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seltenen Fällen ist die Hämophilie A bzw. B bei Frauen möglich. Wenn der Vater Bluter und die Mutter Überträgerin ist und die Tochter von der Mutter das merkmalstragende X-Chromosom vererbt bekommt (50-prozentige Wahrscheinlichkeit), wird die Tochter Bluter sein. Des Weiteren besteht die Möglichkeit im Zusammenhang mit dem [[Turner-Syndrom]] als Frau an Hämophilie zu erkranken, da in diesem Fall nur ein X-Chromosom vorhanden ist. Es gibt jedoch nur einzelne, meist sehr schlecht dokumentierte Fälle von Hämophilie bei Frauen. Die gelegentliche Erwähnung von hämophilen Frauen in Literatur und Belletristik wird mit einer Fehlzuschreibung anderer Gerinnungsstörungen erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Erbgang Bluterkrankheit.svg|mini|hochkant=1.8|Erbgang der Bluterkrankheit unter den Nachkommen [[Victoria (Vereinigtes Königreich)|Königin Victorias]] (siehe auch [[Stammbaumanalyse]]).]]&lt;br /&gt;
Die wahrscheinlich früheste Erwähnung der Krankheit findet sich im 5.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert im [[Talmud]], der einen Knaben von der rituellen Beschneidung befreit, dessen zwei Brüder bei der Beschneidung gestorben seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer beschrieben wurde die hereditäre Hämophilie erstmals 1803 durch John Conrad Otto (1774–1844).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Vergangenheit litten überdurchschnittlich viele Mitglieder des europäischen Hochadels und der Herrscherfamilien an Hämophilie, weshalb diese auch den Namen „Krankheit der Könige“ erhielt. Bekannte Beispiele dafür sind die [[Britische Königsfamilie|britische Königs]]- und die [[Russland|russische]] [[Zar]]enfamilie. Ausgangspunkt als Trägerin der Krankheit war hier vermutlich Königin [[Victoria (Vereinigtes Königreich)|Victoria]] von Großbritannien, deren Enkelin [[Alix von Hessen-Darmstadt]] den [[Nikolaus II. (Russland)|Zaren Nikolaus&amp;amp;nbsp;II.]] heiratete und die Hämophilie von Typ B auf ihren gemeinsamen Sohn [[Alexei Nikolajewitsch Romanow|Alexei]], den letzten [[Zarewitsch]], übertrug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Erworbene Hämophilie]] (Faktor-VIII-Autoantikörper)&lt;br /&gt;
* [[Deutsches Hämophilieregister]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Mario von Depka Prondzinski, Karin Kurnik: &amp;#039;&amp;#039;Hämophilie. Ein Leitfaden für Patienten&amp;#039;&amp;#039;. Trias-Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8304-3432-0.&lt;br /&gt;
* Mario von Depka: &amp;#039;&amp;#039;Blutgerinnung. Aktuelle Aspekte der Physiologie, Pathophysiologie, Klinik, Diagnostik, Prophylaxe und Therapie&amp;#039;&amp;#039;. UNI-MED, Bremen / London / Boston 2002, ISBN 3-89599-554-1.&lt;br /&gt;
* Stephen Pemberton: &amp;#039;&amp;#039;The Bleeding Disease: Hemophilia and the Unintended Consequences of Medical Progress&amp;#039;&amp;#039;. The Johns Hopkins University Press, 2011, ISBN 978-1-4214-0115-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://www.igh.info/ Interessengemeinschaft Hämophiler]&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
* [https://www.bluter.at/ Österreichische Hämophilie Gesellschaft]&lt;br /&gt;
* [https://www.shg.ch/ Schweizer Hämophiliegesellschaft]&lt;br /&gt;
* [https://www.dhg.de/ Deutsche Hämophiliegesellschaft]&lt;br /&gt;
* [https://www.wfh.org/ World Federation of Hemophilia] (englisch, spanisch, französisch)&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
   |autor=Siegfried Sormann&lt;br /&gt;
   |url=http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/haemophilie.htm&lt;br /&gt;
   |titel=Bluterkrankheit (Hämophilie)&lt;br /&gt;
   |werk=NetDoktor.at&lt;br /&gt;
   |datum=2004-10&lt;br /&gt;
   |offline=1&lt;br /&gt;
   |archiv-url=https://web.archive.org/web/20090326052410/https://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/haemophilie.htm&lt;br /&gt;
   |archiv-datum=2009-03-26&lt;br /&gt;
   |abruf=2019-11-05&lt;br /&gt;
   |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
   |autor=Astrid Leitner&lt;br /&gt;
   |url=https://www.netdoktor.at/krankheit/haemophilie-7594&lt;br /&gt;
   |titel=Hämophilie (Bluterkrankheit)&lt;br /&gt;
   |werk=NetDoktor.at&lt;br /&gt;
   |datum=2019-10&lt;br /&gt;
   |abruf=2019-11-05&lt;br /&gt;
   |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* Miryam Naddaf: [https://www.spektrum.de/news/haemophilie-das-3-5-millionen-dollar-medikament/2091675 &amp;#039;&amp;#039;Das 3,5-Millionen-Dollar-Medikament.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Spektrum.de]].&amp;#039;&amp;#039; 20. Dezember 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4072214-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Hamophilie}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krankheitsbild in Hämatologie und Onkologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbkrankheit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;InternetArchiveBot</name></author>
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