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	<title>Gestein - Versionsgeschichte</title>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Gestein&amp;diff=1439&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;MArcus Sinus: /* Literatur */ + Link zu R. Vinx</title>
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		<updated>2025-01-30T13:52:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; + Link zu R. Vinx&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Panská Skála - Okres Česká Lípa. (07).jpg|mini|Säulenbasalt in Tschechien]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gestein&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man mehr oder weniger stark verfestigte, natürlich auftretende, in der Regel mikroskopisch [[Heterogenität|heterogene]] Gemische aus [[Mineral]]körnern, Gesteinsbruchstücken, [[Organische Verbindung|organischen]] oder anorganischen Ausscheidungen oder Rückständen von [[Lebewesen]]. Das Mischungsverhältnis dieser Bestandteile schwankt innerhalb eines gegebenen Gesteinskörpers nur geringfügig, sodass dieser bei [[Freisichtigkeit|freiäugiger]] Betrachtung in der Regel einheitlich (homogen) wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Untersuchung der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lithogenese&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von {{grcS|λίθος|lithos}} „[[Stein]], [[Felsblock]], Gestein“ und [[-genese]]), &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Petrogenese&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|grc|πέτρος|petros}} „Stein“) oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gesteinsbildung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist zentrales Gebiet der [[Petrologie]] und [[Geologie]], aber auch der [[Geophysik]] und [[Geochemie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Gesteine der Erdkruste (und auch der übrigen terrestrischen Planeten) sind [[Silikatgestein]]e (Hauptbestandteile [[Quarz]], [[Feldspat|Feldspäte]], [[Amphibolgruppe|Amphibole]], [[Pyroxengruppe|Pyroxene]]), nur ein kleiner Teil der Gesteine besteht überwiegend aus [[Karbonat]]en oder anderen Mineralklassen oder Stoffgruppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein größeres Volumen eines bestimmten Gesteines, das sich in der Erdkruste befindet oder im Gelände [[Aufschluss (Geologie)|zu Tage tritt]], wird gemeinhin als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gesteinsformation&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet (nicht gleichzusetzen mit dem zwar ähnlichen, aber wesentlich exakter definierten [[Formation (Geologie)|Formationsbegriff]] in der [[Lithostratigraphie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsbestimmung ==&lt;br /&gt;
Der [[Geologie|geologische]] Gesteinsbegriff ist weiter gefasst als der umgangssprachliche und bezieht auch natürlich auftretende [[Metalle|Metall]]-[[Legierung]]en, [[vulkanisches Glas]], [[Eis]], lockeren [[Sand]] oder [[Kohle]] ein. Die Lehre von den Gesteinen, die [[Petrologie]], ist ein Teilgebiet der [[Geowissenschaften]]. Beispiele für verschiedene Gesteinsarten sind in der [[Liste der Gesteine]] zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Erde]] und die inneren [[Planet]]en des [[Sonnensystem]]s bauen sich aus sehr großen, räumlich zusammenhängenden Massen von Gesteinen auf. Jedoch sind diese nur an der Oberfläche der [[Erdkruste]] sichtbar und zugänglich, insbesondere in [[Gebirge]]n, die durch [[Tektonik|tektonische]] Vorgänge der [[Gebirgsbildung]] entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lehre von der Be- und Verarbeitung von Gesteinen und Erden, deren Charakter nichtmetallisch ist, nennt man [[Gesteinshüttenkunde]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Medizin spricht man bei der Bildung von [[Gallenstein]]en, [[Speichelstein]]en und [[Nierenstein]]en ebenfalls von einer Lithogenese.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung, Gefüge und Struktur ==&lt;br /&gt;
Gesteine bestehen im Wesentlichen aus Mineralen, von denen aber nur etwa dreißig einen bedeutenden Anteil an der Gesteinsbildung haben, die darum ‚[[Gesteinsbildendes Mineral|gesteinsbildende Minerale]]‘ genannt werden. Vor allem sind dies [[Silikat]]e wie [[Feldspat|Feldspäte]], [[Quarz]], [[Glimmer]], [[Amphibolgruppe|Amphibole]] oder [[Olivin]], aber auch [[Karbonat]]e wie [[Calcit]] oder [[Dolomit (Mineral)|Dolomit]] sind wichtige Bestandteile von Gesteinen. Neben diesen &amp;#039;&amp;#039;Hauptgemengteilen&amp;#039;&amp;#039; (die mineralischen Komponenten, die mehr als 10 % der Gesamtmasse ausmachen) enthalten die meisten Gesteine noch so genannte &amp;#039;&amp;#039;Nebengemengteile&amp;#039;&amp;#039; (Komponenten, die zwischen 10 und 1 % ausmachen) oder &amp;#039;&amp;#039;[[Akzessorien]]&amp;#039;&amp;#039; (Komponenten, die nur zu &amp;lt;1 % enthalten sind). Häufig sind die Akzessorien für ein Gestein namensgebend. Des Weiteren ist durchweg ein gewisser Anteil Wasser vorhanden, als [[Kristallwasser]] oder [[Porenwasser]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Gefüge (Geologie)|Gefüge]] eines Gesteins bezeichnet man vor allem seine [[Textur (Geologie)|Textur]] – die räumliche Lage und Verteilung der Minerale in einem Gestein, die sich aus den Eigenschaften und dem Verhältnis der gesteinsbildenden Minerale zueinander ergibt – und die [[Struktur (Geologie)|Struktur]], die sich auf die geometrischen Eigenschaften der einzelnen Gesteinsbestandteile bezieht. Dazu gehören relative und absolute [[Korngröße|Größe]], die Form der [[Kristall]]e oder Mineralkörner und die Art des Kornverbandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesteinsklassen und Entstehung ==&lt;br /&gt;
Gesteine lassen sich entsprechend ihrer Entstehung (&amp;#039;&amp;#039;Genese&amp;#039;&amp;#039;) grob in drei Klassen unterteilen: [[Magmatisches Gestein|magmatische Gesteine]], [[Sedimente und Sedimentgesteine|Sedimentgesteine]], und [[Metamorphes Gestein|metamorphe Gesteine]]. Innerhalb dieser Klassen wird weiter untergliedert. Die gesamte Geschichte eines Gesteins, von seiner ursprünglichen Bildung bis zu seinem heutigen Zustand, wird als Petrogenese bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Geotechnik]] und zahlreichen verwandten Wissenschaften wie der [[Bodenkunde]] unterscheidet man Gesteine anhand ihrer mechanischen Eigenschaften grundsätzlich in zwei Gruppen, die [[Festgestein]]e und die [[Lockergestein]]e. Bei den Festgesteinen werden insbesondere unter dem Aspekt der Bearbeitbarkeit und Verwendbarkeit [[Hartgestein]]e von [[Weichgestein]]en unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Magmatische Gesteine ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Logan Rock from below.jpg|mini|[[Wollsackverwitterung|Charakteristisch verwitternder]] Granit in einem Aufschluss in Cornwall, Großbritannien]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Magmatisches Gestein}}&lt;br /&gt;
Magmatische Gesteine (Magmatite, Erstarrungsgesteine) entstehen durch das Erkalten und Auskristallisieren des geschmolzenen Materials aus dem Erdinneren, des so genannten [[Magma]]s. Die Nomenklatur von magmatischen Gesteinen nach ihrem [[Modaler Mineralbestand|Mineralbestand]] kann im [[Streckeisendiagramm]] abgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Findet das Erkalten tief in der [[Erdkruste]] (tiefer als 5 km) statt, spricht man von [[Plutonit]]en oder Intrusivgesteinen (Tiefengestein). Durch die verhältnismäßig gute Wärmeisolation der aufliegenden Gesteine kühlt sich die Magmaschmelze nur langsam ab, sodass große, das heißt mit bloßem Auge deutlich sicht- und unterscheidbare Mineralkristalle entstehen können. Beispiele für plutonische Gesteine sind [[Granit]], [[Granodiorit]], [[Syenit]], [[Diorit]] oder [[Gabbro]]. Das Magma kann riesige Gesteinsmassen bilden, die so genannten [[Pluton (Geologie)|Plutone]], die oft mehrere Tausend Kubikkilometer Gestein umfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magma kann jedoch auch in flüssigem Zustand als [[Lava]] an der Erdoberfläche austreten. Dort erkaltet sie schnell und bildet dann die so genannten [[Vulkanit]]e oder Effusivgesteine (Ergussgesteine). Durch die rasche Abkühlung können keine mit bloßem Auge sichtbare Kristalle wachsen, sodass Vulkanite, wie etwa [[Basalt]], [[Andesit]], [[Rhyolith]] und [[Trachyt]], überwiegend sehr feinkörnig sind. Bei Abschreckung durch Kontakt mit Wasser entsteht sogar überhaupt keine kristalline Ordnung, sondern vulkanisches Glas wie beispielsweise [[Obsidian]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ganggestein]]e bilden die Zwischenglieder von Plutoniten und Vulkaniten. Sie dringen in [[Spalte (Geologie)|Spalten]] zwischen Magmakammer und Erdoberfläche ein und erstarren dort als [[Gang (Geologie)|Gänge]]. Beispiele für Ganggesteine sind [[Granitporphyr]], [[Dolerit]] und [[Lamprophyr]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Metamorphe Gesteine ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Gneis2.jpg|mini|Ein Gneis-Handstück vom Baikalsee, Sibirien]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Metamorphes Gestein}}&lt;br /&gt;
Metamorphe Gesteine (Umwandlungsgesteine) entstehen aus älteren Gesteinen beliebigen Typs durch [[Metamorphose (Geologie)|Metamorphose]], das heißt durch Umwandlung unter hohem Druck beziehungsweise hoher Temperatur. Bei der Umwandlung ändert sich in der Regel die Mineralzusammensetzung des Gesteins, weil neue Minerale und Mineralaggregate gebildet werden; der Gesteinschemismus bleibt aber weitgehend gleich. Daneben kann auch das Gesteinsgefüge transformiert werden. Beispielsweise entsteht aus [[Quarzsandstein]]en durch Anwachsen von [[Quarz]]&amp;amp;shy;säumen an die Sedimentkörner und die daraus resultierende enge Verzahnung der Körner miteinander das metamorphe Gestein [[Quarzit]], aus Kalksteinen entsteht, durch Rekristallisation, der auf Bruchflächen typisch „zuckerkörnige“ [[Marmor]] (beides sind Beispiele für weitgehend monomineralische Gesteine, bei denen während der Metamorphose keine oder keine nennenswerten Änderungen im Mineralbestand erfolgen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiträumige Metamorphose von Gesteinen findet meist in großer Tiefe statt, lokale Transformationen können aber auch nahe der Erdoberfläche auftreten, meist im Zusammenhang mit Vulkanismus. Auch [[Meteoriteneinschlag|Meteoriteneinschläge]] führen zu Gesteinsmetamorphosen (sogenannte [[Impaktmetamorphose]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Regionalmetamorphose&amp;#039;&amp;#039; steht in Zusammenhang mit Gebirgsbildungen und ist häufig druckbetont. Die damit verbundene Faltung von Gesteinen durch Kompression führt zu Rekristallisation und Einregelung von Mineralen und der Ausbildung einer Schieferung. Ein Beispiel ist die Umwandlung von [[Tonmineral|tonigen]] Sedimenten in [[Schiefer]], oder von magmatischen Gesteinen in [[Gneis]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kontaktmetamorphose&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet die Gesteinsumwandlung durch Wärmeeinwirkung aus dem umgebenden Gestein heraus, entweder im Zentimetermaßstab durch Aufheizen des Gesteins um kleinere magmatische Gänge herum oder unterhalb der Sohle von [[Lavastrom|Lavaströmen]] bis hin zu kilometerbreiten [[Kontakthof (Geologie)|Kontakthöfen]], sogenannten Aureolen, die sich um große, plutonische Intrusionen herum bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sedimentgesteine ===&lt;br /&gt;
[[Datei:The PEFO Tepees.jpg|mini|Hügel aus verschiedenfarbigen [[Siliziklastika|siliziklastischen]] Sedimentgesteinen der [[Trias (Geologie)|Trias]] ([[Chinle-Formation]]), Arizona, USA]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Sedimente und Sedimentgesteine}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sedimentgesteine (Sedimentite, Ablagerungsgesteine) entstehen&lt;br /&gt;
* durch Verwitterung und Erosion von Gesteinen und erneute Ablagerung der Verwitterungsprodukte, wobei diese zuvor transportiert werden durch Wind (zum Beispiel [[Düne]]nsand), Wasser (zum Beispiel [[Ton (Bodenart)|Ton]] und fluviatile [[Schotter]]) oder Eis (zum Beispiel [[Tillit]])&lt;br /&gt;
* durch Abscheiden von in Wasser gelösten Stoffen infolge Verdampfens des Wassers ([[Evaporit]])&lt;br /&gt;
* durch Ausfällen von Stoffen infolge des Stoffwechsels von Lebewesen (zum Beispiel [[Kalkstein]] und [[Radiolarit]])&lt;br /&gt;
So werden Sedimentgesteine nach Art ihrer Bildung in &amp;#039;&amp;#039;[[Sedimente und Sedimentgesteine#Klastische Sedimentgesteine|klastische]], [[Sedimente und Sedimentgesteine#Chemische Sedimente|chemische]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Organogenes Ablagerungsgestein|organogene]] (biogene) Ablagerungsgesteine&amp;#039;&amp;#039; unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden die Ablagerungen durch Sedimentation weiteren Materials bedeckt, verdichten sie sich durch Druck, Bindemittelzufuhr und erhöhte Temperatur unter zunehmendem Wasserverlust immer mehr, bis aus dem weichen Sediment ein hartes, sprödes Sedimentgestein entstanden ist. Diese Veränderungen nach der primären Sedimentation bezeichnet man als [[Diagenese]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele für Sedimentgesteine sind [[Sandstein]], [[Kalkstein]] und [[Steinsalz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sedimente lagern sich meist kumulativ in einer Abfolge horizontaler Schichten ab; durch die Reihenfolge der Ablagerung sind von Ausnahmefällen abgesehen höherliegende Schichten jünger als tieferliegende, eine Erkenntnis, die als &amp;#039;&amp;#039;Superpositionsprinzip&amp;#039;&amp;#039; oder [[Stratigraphisches Prinzip|Lagerungsgesetz]] auf den dänischen Arzt und Geologen [[Nicolaus Steno]] zurückgeht. Nach ihrer Entstehung können Sedimentgesteine starken Kräften unterliegen, wodurch die ehemals flachen Schichten gefaltet und gekippt werden, so dass die Lage des Gesteins im Raum so stark verändert sein kann, dass die ursprüngliche Schichtfolge lokal umgekehrt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sedimente lassen sich grob in &amp;#039;&amp;#039;terrestrische&amp;#039;&amp;#039; Land- und &amp;#039;&amp;#039;marine&amp;#039;&amp;#039; Meeressedimente unterteilen. Zu terrestrischen zählt man auch Ablagerungen in Süßwasserseen oder Flüssen, die aus Sand oder Schlamm entstanden sind, sowie die organischen Pflanzenreste, aus denen [[Kohle]] hervorgegangen ist. Auch [[Wüste]]n&amp;amp;shy;sedimente sowie Ablagerungen von [[Gletscher]]n werden dieser Gruppe zugeteilt. Ein Grenzfall zwischen Vulkaniten und Sedimenten sind vulkanische Aschen und [[Tuff]]e.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meeressedimente können durch Ablagerung von [[Erosion (Geologie)|Erosionsmaterial]] anderer Gesteine auf dem Meeresgrund, durch von biochemischen Vorgängen verursachte Ausfällung, zum Beispiel von [[Karbonat]]en, und durch Ablagerung anorganischer Skelette von Mikroorganismen wie [[Foraminiferen]], Coccolithophoriden (Haptophyta), [[Strahlentierchen]] (Radiolaria) und [[Kieselalgen]] (Bacillariophyta) entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meteoriten ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Eisen - Meteorit 02.jpg|mini|Polierte und angeätzte Scheibe eines Eisenmeteoriten ([[Gibeon (Meteorit)|Gibeon]]-Meteorit)]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Meteorit}}&lt;br /&gt;
Einen Sonderfall unter den Gesteinen bilden die Meteoriten, Gesteinskörper aus dem [[Weltraum]]. Meteoriten sind Zeugnisse der Frühgeschichte des [[Sonnensystem]]s und enthalten zahlreiche Minerale, die sich nicht in anderen Gesteinen irdischen Ursprungs finden lassen. Sie lassen sich nach ihrem Mineralgehalt einteilen in [[Steinmeteorit]]en, die in erster Linie aus [[Silikat]]en wie [[Olivin]] oder [[Pyroxen]] bestehen, [[Eisenmeteorit]]en, die sich häufig aus den Eisen-Nickel-Mineralen [[Kamacit]] und [[Taenit]] zusammensetzen und [[Stein-Eisen-Meteorit]]en, die einen Mischtyp darstellen. Die Größe von Meteoriten liegt zwischen der von [[Mikrometeorit]]en und riesigen, tonnenschweren Gesteinskörpern. Fast alle der Wissenschaft bekannten Meteoriten gingen, in [[Geologische Zeitskala|geologischen Zeitmaßstäben]] betrachtet, vor sehr kurzer Zeit auf der Erde nieder. Nur ein sehr geringer Teil liegt als sogenannte „fossile Meteoriten“ vor. Derartige Stücke sind in [[Schweden]] in mehrere hundert Millionen Jahre alten Sedimentgesteinen nachgewiesen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Birger Schmitz, Mario Tassinari: &amp;#039;&amp;#039;Fossil Meteorites.&amp;#039;&amp;#039; S.&amp;amp;nbsp;319–331 in: Bernhard Peucker-Ehrenbrink, Birger Schmitz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Accretion of Extraterrestrial Matter Throughout Earth’s History.&amp;#039;&amp;#039; Springer Science+Business Media, New York 2001, ISBN 978-1-4613-4668-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irdischen Ursprungs, aber durch Meteoriteneinschläge gebildet, sind die [[Tektit]]e, zentimetergroße Glasobjekte, die durch einschlagbedingtes Schmelzen irdischen Gesteins und darauf folgendes schnelles Abkühlen an der Luft entstehen, und die [[Impaktit]]e, die durch die starken mechanischen und thermischen Einwirkungen bei einem Meteoriteneinschlag aus den am Einschlagsort vorhandenen Gesteinen entstehen, wie etwa [[Suevit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesteinskreislauf ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gesteinskreislauf.svg|mini|Gesteinskreislauf]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Kreislauf der Gesteine}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magmatische, metamorphe und Sedimentgesteine werden durch geodynamische Prozesse wie [[Erosion (Geologie)|Erosion]], [[Metamorphose (Geologie)|Gesteinsmetamorphose]] oder [[Sedimentation]] ineinander umgewandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So unterliegen durch Erosion des Deckgesteins freigelegte metamorphe und magmatische Intrusivgesteine ebenso wie die an der Oberfläche gebildeten Sediment- und magmatischen Extrusivgesteine der Verwitterung und Erosion. In erster Linie durch wind- oder wasserbedingten Transport lagern sich die Verwitterungsbestandteile als Sedimente ab und bilden durch Verdichtung schließlich Sedimentgesteine. Diese wandeln sich wie auch magmatische Intrusivgesteine in großer Tiefe unter hohem Druck und hoher Temperatur in metamorphe Gesteine um. Der Kreislauf schließt sich, wenn diese entweder wieder an die Oberfläche gelangen oder durch weitere Absenkung ins Erdinnere aufgeschmolzen werden und damit das Rohmaterial für die Entstehung magmatischer Gesteine bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das älteste Gestein ==&lt;br /&gt;
Es gibt Indizien dafür, dass ein Teil eines bei der Mondmission [[Apollo 14]] gefundenen Steins ursprünglich auf der Erde kristallisierte, dies wäre mit einer Datierung von 4,0–4,1 Ga der wahrscheinlich älteste Stein der Erde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.nationalgeographic.com/science/2019/01/earths-oldest-rock-found-on-moon-get-facts-apollo-14-zircons/ |titel=This may be Earth&amp;#039;s oldest rock—and it was collected on the moon |datum=2019-01-25 |abruf=2019-01-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das älteste bisher sicher datierte Gestein stammt aus der [[Acasta-Gneis]]-Formation des Slave-Kratons im Nordwesten [[Kanada]]s mit 4,031 ± 0,003 Milliarden Jahren (datiert 1999).&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel A. Bowring, Ian S. Williams: &amp;#039;&amp;#039;Priscoan (4.00–4.03Ga) orthogneisses from northwestern Canada.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Contributions to Mineralogy and Petrology.&amp;#039;&amp;#039; Volume 134, Issue 1, 1999, S. 3–16, {{bibcode|1999CoMP..134....3B}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Forscher der McGill-Universität in Kanada behaupteten 2008, im [[Nuvvuagittuq-Grünsteingürtel]] an der [[Hudson Bay]] im nördlichen Kanada ein noch älteres Gestein mit 4,28 Milliarden Jahren gefunden zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.scienceticker.info/2008/09/26/kurzmeldungen-am-freitag-2692008/ |wayback=20090203015409 |text=&amp;#039;&amp;#039;Ältestes Gestein der Welt.&amp;#039;&amp;#039;}} auf: &amp;#039;&amp;#039;scienceticker.info&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Datierung ist umstritten,&amp;lt;ref&amp;gt;Catherine Brahic: [http://www.newscientist.com/article/dn14818 &amp;#039;&amp;#039;Discovery of world’s oldest rocks challenged.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;New Scientist.&amp;#039;&amp;#039; 26. September 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;R. Andreasen, M. Sharma: &amp;#039;&amp;#039;Neodymium-142 evidence for Hadean mafic crust: Comment.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Science.&amp;#039;&amp;#039; Band 325, 2009, S. 267–269 ([http://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download?doi=10.1.1.179.1701&amp;amp;rep=rep1&amp;amp;type=pdf Online-Version]; PDF, 153 kB).&amp;lt;/ref&amp;gt; das Alter dieser Gesteine ist weiterhin Gegenstand der Forschung.&amp;lt;ref&amp;gt;John Adam u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Hadean greenstones from the Nuvvuagittuq fold belt and the origin of the Earth’s early continental crust.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Geology.&amp;#039;&amp;#039; v. 40, 2012, S. 363–366.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Körner aus Mineralen, die besonders widerstandsfähig gegen [[Verwitterung]] sind, beispielsweise [[Quarz]], können mehrfach zumindest den exogenen Teil des [[Gesteinskreislauf]]s durchlaufen, sie „überleben“ quasi das Gestein, in dem sie ursprünglich entstanden sind. Körner aus Mineralen, die zudem einen besonders hohen Schmelzpunkt haben, können sogar komplette Zyklen durchlaufen. Ein solches Mineral ist [[Zirkon]], und die ältesten datierten Zeugnisse einer festen Kruste auf der Erde sind Zirkonkörner. Diese entstammen Metasedimenten in den Jack Hills (West-Australien), die vor 3 Milliarden Jahren abgelagert wurden. Einige der Zirkone darin waren jedoch schon vor 4,4 Milliarden Jahren aus einem Magma auskristallisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://austhrutime.com/jack_hills.htm Jack Hills, Western Australia] auf &amp;#039;&amp;#039;austhrutime.com&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 24. Januar 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=A. D. Burnham, A. J. Berry|Titel=Formation of Hadean granites by melting of igneous crust|Sammelwerk=Nature Geoscience|Band=advance online publication|Datum=2017-05-08|ISSN=1752-0908|DOI=10.1038/ngeo2942|Online=http://www.nature.com/ngeo/journal/vaop/ncurrent/full/ngeo2942.html|Abruf=2017-05-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2020 ergaben Spurenelementuntersuchungen an diesen Mineralen die besten Übereinstimmungen mit Mineralen, die heute in andesitischen Magmen kristallisieren, ähnlich den Magmen die heute an Inselbögen entstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.nature.com/articles/s41467-020-14857-1&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Gesteine dienten in der Menschheitsgeschichte als erster [[Werkstoff]] zur Herstellung von [[Werkzeug]], den [[Steingerät]]en, und sind somit auch der Namensgeber für die älteste kulturhistorische Erdepoche, die [[Steinzeit]]. Archäologische Funde aus jener Zeit sind meist Stein[[Artefakt (Archäologie)|artefakte]]. Steine bilden das älteste feste [[Baumaterial]] der menschlichen Kultur und die ältesten bekannten überlieferten Schriftträger menschlicher [[Schrift]]&amp;amp;shy;kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kunst, Steine zu bearbeiten, nennt man [[Lithurgik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In früheren Zeitepochen wurden aus Gesteinen gesamte Bauwerke erstellt. Heute sind sie ein wesentlicher Bestand im Innenausbau ([[Bodenbelag]], [[Treppe]], [[Fensterbank]], [[Waschtisch]] und [[Küchenarbeitsplatte]]) und im Außenbau ([[Fassade]]n&amp;amp;shy;bekleidung oder [[Pflaster (Bodenbelag)|Pflasterstein]]). Des Weiteren sind sie Grundlage bildlicher Darstellungen in der Kunst, besonders in der [[Lithografie]] und als Ausgangsmaterial der [[Bildhauerei]]. [[Schmuckstein]]e, Edelsteine und Halbedelsteine sind als [[Schmuck]] beliebt. [[Lesesteinhaufen]] und [[Trockenmauer|Trockensteinmauern]] dienten früher als Markierung von [[Acker|Äckern]] und sind heute wertvolle [[Biotop]]e. Ein [[Grenzstein]] wird zur Abgrenzung von Gebieten verwendet. [[Fossilien]] in Form von Versteinerungen zeugen von Lebewesen früherer Äonen, Epochen und Perioden und spielen eine große Rolle für das Studium vergangener Lebensformen, der Evolutionsgeschichte sowie für die [[Datierung]] von Gesteinsschichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Biorock-Technologie]]&lt;br /&gt;
* [[Geothermobarometrie]]&lt;br /&gt;
* [[Geschiebe]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Gesteine nach Genese]]&lt;br /&gt;
* [[Naturstein]]&lt;br /&gt;
* [[Stratigraphie (Geologie)]]&lt;br /&gt;
* [[Gestein des Jahres]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Sortierung? --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Hermann Harder (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon für Mineralien- und Gesteinsfreunde.&amp;#039;&amp;#039; Luzern/Frankfurt am Main 1977.&lt;br /&gt;
* W. Maresch, H.P. Schertl, O. Medenbach: &amp;#039;&amp;#039;Gesteine – Systematik, Bestimmung, Entstehung.&amp;#039;&amp;#039; 3., korrigierte Auflage. Schweizerbart, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-510-65341-6.&lt;br /&gt;
* Peter Rothe: &amp;#039;&amp;#039;Gesteine. Entstehung – Zerstörung – Umbildung.&amp;#039;&amp;#039; 2., durchgesehene Auflage. Primus, Darmstadt 2005, ISBN 3-89678-536-2.&lt;br /&gt;
* [[Roland Vinx]]: &amp;#039;&amp;#039;Gesteinsbestimmung im Gelände&amp;#039;&amp;#039;. Spektrum Akademischer Verlag, München 2005, ISBN 3-8274-1513-6.&lt;br /&gt;
* Friedrich Müller: &amp;#039;&amp;#039;Gesteinskunde.&amp;#039;&amp;#039; 7. Auflage. Ebner, Ulm 2005, ISBN 3-87188-122-8.&lt;br /&gt;
* Hans Murawski, Wilhelm Meyer: &amp;#039;&amp;#039;Geologisches Wörterbuch.&amp;#039;&amp;#039; 11. Auflage. Spektrum-Akademischer Verlag, München 2004, ISBN 3-8274-1445-8.&lt;br /&gt;
; Zur Kulturgeschichte des Steins:&lt;br /&gt;
* Matthias Bärmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Buch vom Stein – Texte aus 5 Jahrtausenden.&amp;#039;&amp;#039; Jung &amp;amp; Jung, Salzburg/Wien 2005, ISBN 3-902497-02-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Rocks|Gestein}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4020734-1}}&lt;br /&gt;
* {{Alpha Centauri|137}}&lt;br /&gt;
* [http://www.gesteine-projekt.de/ Gesteine – Baumaterial unserer Erde]&lt;br /&gt;
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== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;MArcus Sinus</name></author>
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