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	<title>Geschlechtsorgan - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Geschlechtsorgan&amp;diff=10781&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler: /* Alte Bezeichnung */</title>
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		<updated>2025-09-25T04:17:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Alte Bezeichnung&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Mammalian vulvas 1.jpg|mini|Äußere weibliche Geschlechtsorgane verschiedener Säugetiere: Schäferhündin, Stute, Katze, Mensch]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mammal penis 1.jpg|mini|Äußere männliche Geschlechtsorgane unterschiedlicher Säugetiere: Haushund, Hengst, [[Richardson-Ziesel]] und Mensch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Geschlechtsorgan&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|Organum genitale}}; synonym &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fortpflanzungsorgan&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sexualorgan&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Geschlechtsteil&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Genitale&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Geschlecht&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist ein Organ von [[Lebewesen]] mit zwei oder mehreren [[Paarungstyp]]en (&amp;#039;&amp;#039;[[Biologisches Geschlecht|Geschlechtern]]&amp;#039;&amp;#039;), dessen Funktion im Zusammenhang mit der [[Geschlechtliche Fortpflanzung|sexuellen Fortpflanzung]] steht. Die Geschlechtsorgane werden auch als &amp;#039;&amp;#039;primäre&amp;#039;&amp;#039; [[Geschlechtsmerkmal]]e bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden vorrangig die Geschlechtsorgane von [[Wirbeltiere]]n einschließlich des [[Mensch]]en behandelt. Zu den Geschlechtsorganen von Pflanzen siehe [[Fruchtblatt]] und [[Staubblatt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeine Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
Funktional unterscheidet man zwischen den &amp;#039;&amp;#039;Sexualorganen&amp;#039;&amp;#039; – Organen, die der [[Begattung]] bzw. der Ausübung von [[Geschlechtsverkehr]] dienen – und den &amp;#039;&amp;#039;Reproduktionsorganen&amp;#039;&amp;#039;, welche die Fortpflanzung gewährleisten. Weiterhin werden &amp;#039;&amp;#039;äußere&amp;#039;&amp;#039; von &amp;#039;&amp;#039;inneren&amp;#039;&amp;#039; Geschlechtsorganen unterschieden. Bei männlichen Individuen kommt hinzu, dass der Penis eine dritte Funktion hat, denn er ist durch die [[Harnröhre]] ein Teil der [[Harnwege|ableitenden Harnwege]]. Unterschieden wird ferner zwischen den eigentlichen (primären) Geschlechtsdrüsen wie [[Hoden]] und [[Eierstock|Eierstöcke]] und (zusätzlichen) [[Akzessorische Geschlechtsdrüse|akzessorischen Geschlechtsdrüsen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reproduktionsorgane ===&lt;br /&gt;
Die Funktion als &amp;#039;&amp;#039;Reproduktionsorgane&amp;#039;&amp;#039; bei der Bildung und Reifung der [[Gamet]]en hängt von der Bildung und Ausschüttung von [[Releasing-Hormone]]n und von in der [[Hypophyse]] freigesetzten Steuerungshormonen ab, die ihrerseits die Bildung von Sexualhormonen in den [[Gonade]]n anregen. Die Ausprägung der Geschlechtsorgane wird schon beim [[Fötus|Ungeborenen]] sowie in der [[Kindheit]] und in der [[Pubertät]] entscheidend durch [[Sexualhormone]] beeinflusst.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Neil A. Campbell]], [[Jane B. Reece]]: &amp;#039;&amp;#039;Biologie&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Spektrum-Lehrbuch.&amp;#039;&amp;#039;). Spektrum, Akademischer Verlag, Heidelberg / Berlin 2003, ISBN 3-8274-1352-4, S. 1175–1185.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ulrich Schwabe]], D. Paffrath (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[https://books.google.de/books?hl=de&amp;amp;lr=&amp;amp;id=2hMdBgAAQBAJ&amp;amp;oi=fnd&amp;amp;pg=PA467&amp;amp;dq=Steuerungshormone&amp;amp;ots=pqmWqCVw1y&amp;amp;sig=SX_m1R7vzjcp9dHdqxG9FSfzQkg&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Steuerungshormone&amp;amp;f=false Arzneiverordnungsreport von 2002].&amp;#039;&amp;#039; S. 467.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sexualorgane ===&lt;br /&gt;
Damit die unmittelbar der Paarung dienenden &amp;#039;&amp;#039;Sexualorgane&amp;#039;&amp;#039; ihre physiologischen Funktionen entfalten können, ist [[sexuelle Erregung]] erforderlich. Diese stellt eine multiple Reaktion des [[Limbisches System|limbischen Systems]] im [[Gehirn]] dar, sie baut das Paarungsverlangen auf (siehe auch [[sexueller Reaktionszyklus]], &amp;#039;&amp;#039;Human sexual response cycle&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ontogenetische Entwicklung der Geschlechtsorgane ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Geschlechtsdetermination}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Geschlechtsorgane - Entwicklung 1.png|mini|hochkant=1.5|Unterschiedliche Entwicklung der menschlichen Geschlechtsorgane beim männlichen und weiblichen [[Fötus]] bis zum [[Neugeborenes|Neugeborenen]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der frühen [[Embryogenese]] bzw. [[Fetogenese]] weisen die [[Anlage (Biologie)|Anlagen]] für die Geschlechtsorgane bei Säugetierembryonen beiderlei Geschlechts indifferente Strukturen auf, die sich dann [[pränatal]] zu weiblichen oder männlichen Ableitungen entwickeln.&amp;lt;ref&amp;gt;Silvia Basanta, Laura Nuño de la Rosa: &amp;#039;&amp;#039;[https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/jmor.21544 The female orgasm and the homology concept in evolutionary biology]&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Morphology&amp;#039;&amp;#039;. 15. Dezember 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge der Entwicklung aus gemeinsamen frühembryonalen Anlagen haben einige – jedoch nicht alle – Geschlechtsorgane in einem Geschlecht eine [[Homologie (Biologie)|homologe]] Entsprechung in dem anderen Geschlecht. Der gesamte Prozess der sexuellen Differenzierung umfasst auch die in der [[juvenil]]en Phase stattfindende Entwicklung [[Sexualdimorphismus|sekundärer Geschlechtsmerkmale]]. Wegen der starken [[Sexuelle Selektion|sexuellen Selektion]], die die Struktur und Funktion der Genitalien beeinflusst, bilden sie ein Organsystem, das sich schneller als jedes andere entwickelt. Eine große Vielfalt an genitalen Formen und Funktionen ist daher bei Tieren zu finden.&amp;lt;ref&amp;gt;Menno Schilthuizen: &amp;#039;&amp;#039;Nature’s Nether Regions: What the Sex Lives of Bugs, Birds, and Beasts Tell Us About Evolution, Biodiversity, and Ourselves.&amp;#039;&amp;#039; Viking, New York (NY) 2014, ISBN 978-0-670-78591-9 ([https://books.google.nl/books?id=xqM7AgAAQBAJ&amp;amp;pg=PT2&amp;amp;dq=nature%27s+nether+regions&amp;amp;hl=nl&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=iV3xVOmpLob7PJaagRA&amp;amp;ved=0CCQQ6AEwAA#v=onepage&amp;amp;q=nature&amp;#039;s%20nether%20regions&amp;amp;f=false Google-books]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Anlage (Biologie)|Anlage]] der Keimdrüsen entsteht neben der [[Urniere]]. Dort bildet sich aus [[Coelom]]epithel, [[Mesenchym]] und Teilen der Urniere die [[Genitalleiste]]. Aus deren Mittelteil bildet sich das Gonaden[[blastem]], in welches aus dem [[Entoderm]] des [[Dottersack]]s und des [[Allantois]]stiels die [[Urkeimzelle]]n einwandern. Dabei entstehen unter Einbeziehung von weiteren Urnierenzellen die [[Keimstränge]]. Die weitere Entwicklung ist bei den meisten Säugetieren vom [[Sex determining region of Y|SRY-Gen]] abhängig. Dessen Anwesenheit führt zur Differenzierung der Keimdrüsenanlage zum [[Hoden]] und damit zur Ausprägung des männlichen Geschlechts. Fehlt das SRY-Gen, entstehen die [[Eierstock|Eierstöcke]] und die anderen weiblichen Geschlechtsorgane. Die weitere Entwicklung wird dann vor allem durch die Hormone der Keimdrüsen gesteuert. Der [[Urnierengang]] (Wolff-Gang) entwickelt sich unter dem Einfluss von [[Testosteron]] zu [[Nebenhoden]]kanal, [[Samenleiter]] und [[Bläschendrüse]], während er sich bei weiblichen Individuen weitestgehend zurückbildet. Bei den meisten Säugetieren wandern die Hoden um die Geburt herum aus dem Bauchraum durch den Leistenkanal in den Hodensack („Hodenabstieg“, [[Descensus testis]]). Bei weiblichen Tieren entstehen aus einem weiteren Gang seitlich des Urnierengangs, dem [[Müller-Gang]], die [[Eileiter]], die [[Gebärmutter]] und die [[Vagina der Säugetiere|Vagina]]. Bei männlichen Föten bilden die [[Sertoli-Zelle]]n der fetalen Hoden das [[Anti-Müller-Hormon]], welches zur Rückbildung der Müller-Gänge führt.&amp;lt;ref&amp;gt;Franz-Viktor Salomon, Hans Geyer, Uwe Gille (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Anatomie für die Tiermedizin.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage, 2020, ISBN 978-3-13-242675-7, S. 384–386.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die äußeren Geschlechtsorgane entstehen durch Mesenchymbildungen, die als [[Genitalhöcker]] bezeichnet werden. Bei männlichen Föten verlängert sich dieser unter Testosteroneinfluss zum Phallus. An seiner Unterseite entsteht die [[Urogenitalrinne]], die von den beiden [[Urogenitalfalte]]n flankiert wird. Letztere werden beim weiblichen Fötus zu den Schamlippen. Seitlich der Geschlechtshöcker entstehen die [[Genitalwulst|Genitalwülste]], aus denen beim männlichen Fötus der Hodensack entsteht, während sie sich beim weiblichen Fötus weitgehend zurückbilden.&amp;lt;ref&amp;gt;Bertram Schnorr, Monika Kressin: &amp;#039;&amp;#039;Embryologie der Haustiere.&amp;#039;&amp;#039; Thieme, Stuttgart 2011, ISBN 3-8304-1147-2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben einer eindeutig männlichen oder weiblichen Ausprägung kann es zur Ausprägung von Merkmalen beider Geschlechter kommen, die [[Hermaphroditismus]] genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Entwicklung zum männlichen oder weiblichen Geschlecht bei Säugetieren unumkehrbar ist, können bei einigen Reptilien, Amphibien und Fischen auch adulte Tiere ihr Geschlecht im Laufe des Lebens verändern ([[Dichogamie]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Todd&amp;quot;&amp;gt;Erica V. Todd et al.: &amp;#039;&amp;#039;Stress, novel sex genes, and epigenetic reprogramming orchestrate socially controlled sex change&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Science Advances.&amp;#039;&amp;#039; Band 5, Nummer 7, Juli 2019, [[doi:10.1126/sciadv.aaw7006]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weibliche und männliche Geschlechtsorgane ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Menschliche Geschlechtsunterschiede}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die männlichen und weiblichen Organe des menschlichen Fortpflanzungssystems unterscheiden sich zwar sowohl in den äußerlich sichtbaren als auch in den inneren Strukturen, sie sind jedoch miteinander verwandt, denn sie teilen einen gemeinsamen Entwicklungspfad. Bei beiden Geschlechtern gibt es Organe, die hinsichtlich ihrer Lage und/oder funktionell eine Entsprechung im jeweils anderen Geschlecht haben. Da es auch Organe gibt, die nur bei einem Geschlecht ausgebildet werden, sind dennoch nicht alle als biologisch [[Homologie (Biologie)|homologe Organe]] zu betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weibliche Geschlechtsorgane der Säugetiere ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Weibliche Becken- und Genitalorgane 1.png|mini|hochkant=1.5|Schematische Darstellung der inneren und äußeren Geschlechtsorgane einer Frau]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Weibliche Geschlechtsgänge bei Säugetieren 1.png|mini|hochkant=1.5|Vagina und Uterus sind bei den [[Beuteltiere]]n paarig angelegt. Die [[Placentalia|Höheren Säugetiere]] haben nur eine Vagina.&amp;lt;br /&amp;gt;Ihr Uterus kann paarig oder unpaarig sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Wehner, Walter J. Gehring: &amp;#039;&amp;#039;Zoologie&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Flexibles Taschenbuch: Bio.&amp;#039;&amp;#039;). 22., völlig neubearbeitete Auflage, Thieme, Stuttgart 1990, ISBN 3-13-367422-6, S. 746.&amp;lt;/ref&amp;gt; ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den [[Theria]] finden sich in der Anatomie des Genitaltrakts interspezifische Unterschiede, wobei insbesondere bei den weiblichen Tieren starke Variationen bestehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Mihaela Pavlicev, Anna Nele Herdina, Günter Wagner: &amp;#039;&amp;#039;[https://academic.oup.com/icb/article/62/3/581/6582219?login=false Female Genital Variation Far Exceeds That of Male Genitalia: A Review of Comparative Anatomy of Clitoris and the Female Lower Reproductive Tract in Theria]&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Integrative &amp;amp; Comparative Biology&amp;#039;&amp;#039;. Band 62, Ausgabe 3, 3. September 2022, S. 581–601.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weiblichen Geschlechtsorgane (&amp;#039;&amp;#039;Organa genitalia feminina&amp;#039;&amp;#039;) werden wie folgt eingeteilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Äußere weibliche Geschlechtsorgane ====&lt;br /&gt;
Die [[Vulva]] bildet die Gesamtheit der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane. Beim Menschen verläuft sie vom [[Venushügel]] bis zum [[Perineum]]. Die äußeren [[Schamlippen]] schließen mit der Schamspalte die inneren Schamlippen, den [[Scheidenvorhof]], den Ausgang der [[Harnröhre]] sowie die [[Klitoris]] samt [[Klitorisvorhaut]] ein. Der Scheidenvorhof stellt die Verbindung zu den inneren weiblichen Geschlechtsorganen dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Innere weibliche Geschlechtsorgane ====&lt;br /&gt;
Die [[Vagina]] ist die Verbindung zwischen den äußeren und inneren weiblichen Geschlechtsorganen. Die [[Vagina des Menschen]], auch Scheide genannt, mündet unten in den Scheidenvorhof und wird oberhalb durch den äußeren Muttermund abgeschlossen, der in den [[Gebärmutterhals]] (&amp;#039;&amp;#039;Cervix uteri&amp;#039;&amp;#039;) führt. In der [[Gebärmutter]] (Uterus) können sich befruchtete Eizellen bzw. [[Blastocyste]]n einnisten ([[Nidation]]).&lt;br /&gt;
Die Bildung und Reifung der Eizellen erfolgt in den [[Eierstock|Eierstöcken]], von wo aus sie über die [[Eileiter]], in denen sie befruchtet werden können, in die Gebärmutter gelangen. Die Eierstöcke sind gleichzeitig [[Hormondrüse]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Uterus-gravid-cat.jpg|mini|links|hochkant|Aufnahme der Gebärmutter einer trächtigen Katze]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Studien an Mäusen zeigten, dass bei der Entwicklung des Urogenitaltrakts vor allem die [[Hox-Gen]]e eine essentielle Rolle spielen, insbesondere die Gene HOXA9, A10, A11 und A13. In [[Tierversuch]]en wurde nachgewiesen, dass HOXA10 für die Uterusentwicklung, HOXA11 für den kaudalen [[Gebärmutter|Uterus]]- und Zervix-Anteil, HOXA13 für die obere Vagina und HOXA9 für die Eileiterentwicklung als [[Transkriptionsfaktor]]en verantwortlich sind.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Weibliche genitale Fehlbildungen.&amp;#039;&amp;#039; AWMF-Register Nr. 015/052, Klasse: S1 + IDA, Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), herausgebende Fachgesellschaft in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendgynäkologie, der Deutschen Gesellschaft für Urologie, der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik. [In Überarbeitung], S. 4; {{Webarchiv |url=https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-052l_S1_Weibliche_genitale_Fehlbildungen_2010_abgelaufen_01.pdf |text=awmf.org |format=PDF |wayback=20180730234813}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[Höhere Säugetiere|Höheren Säugetieren]] unterscheiden sich sowohl die Struktur der inneren Geschlechtsorgane als auch die Dauer der [[Trächtigkeit]] enorm. Während bei der [[Hausmaus]] 20 bis 23 Tage normal sind&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=https://www.umweltbundesamt.de/hausmaus |wayback=20240620060231 |text=&amp;#039;&amp;#039;Hausmaus. Fortpflanzung&amp;#039;&amp;#039;. |archiv-bot=2025-05-13 05:18:55 InternetArchiveBot }} [[Umweltbundesamt (Deutschland)|Umweltbundesamt]]; abgerufen am 12. Dezember 2023&amp;lt;/ref&amp;gt;, können bei [[Afrikanischer Elefant|Elefantenkühen]] bis zu 680 Tage zwischen Befruchtung und Geburt vergehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thieme.de/de/tiermedizin/elefantenschwangerschaft-23412.htm &amp;#039;&amp;#039;Elefanten: Rätsel um längste Schwangerschaft der Welt gelöst&amp;#039;&amp;#039;.] [[Thieme Gruppe|Thieme]] Tiermedizin; abgerufen am 12. Dezember 2023&amp;lt;/ref&amp;gt; Vor der Geburt entwickeln sich die [[Milchdrüse]]n und produzieren [[Milch]], mit der das Muttertier den Nachwuchs über [[Zitze]]n oder ein [[Euter]] [[Säugen|säugt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Akzessorische Geschlechtsdrüsen ====&lt;br /&gt;
* [[Paraurethraldrüse]]&lt;br /&gt;
* [[Glandula vestibularis major|Bartholinsche Drüsen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Männliche Geschlechtsorgane der Säugetiere ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Männliche Becken- und Genitalorgane 1.png|mini|hochkant=1.5|Schematische Darstellung der inneren und äußeren Geschlechtsorgane eines Mannes.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Penis der Säugetiere|Penis]] ist das Begattungsorgan des männlichen Tieres bzw. des Mannes. Darüber hinaus ist er gleichzeitig ein Teil der ableitenden Harnwege, indem er die [[Harnröhre]] umschließt. Der [[Hodensack]] (Skrotum) ist ein Hautsack unterhalb des Penis. Er umhüllt einen Teil der inneren Geschlechtsorgane: die [[Hoden]], die [[Nebenhoden]] und den dort beginnenden unteren Teil der [[Samenleiter]]. Die Einteilung der männlichen Geschlechtsorgane (&amp;#039;&amp;#039;Organa genitalia masculina&amp;#039;&amp;#039;) mag auf den ersten Blick erstaunen: Die Hoden liegen zwar außen, zählen aber dennoch zu den inneren Geschlechtsorganen. Dies ist darin begründet, dass die Hoden sich zunächst im Bauchraum entwickeln und bei den meisten Säugetieren erst bei oder nach der Geburt in den Hodensack wandern (Hodenabstieg, [[Descensus testis]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Äußere männliche Geschlechtsorgane ====&lt;br /&gt;
Folgende Einträge beschreiben die äußeren männlichen Geschlechtsorgane bei unterschiedlichen Säugetieren:&lt;br /&gt;
{{Mehrspaltige Liste |liste=&lt;br /&gt;
* [[Penis des Menschen]]&lt;br /&gt;
* [[Penis der Säugetiere]]&lt;br /&gt;
* [[Penis der Hunde]]&lt;br /&gt;
* [[Hodensack]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Innere männliche Geschlechtsorgane ====&lt;br /&gt;
Die [[Hoden]] sind die männlichen Keimdrüsen. Sie sind das Bildungsgewebe der männlichen Keimzellen, der [[Spermium|Spermien]], und sind gleichzeitig [[Endokrine Drüse|Hormondrüsen]]. Zu den inneren Geschlechtsorganen gehören hier des Weiteren die [[Nebenhoden]], [[Samenleiter]] sowie die [[Prostata]] und einige weitere Drüsen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Intersexualität – Stellungnahme.&amp;#039;&amp;#039; Deutscher Ethikrat, Berlin, 23. Februar 2012, ISBN 978-3-941957-27-5, S. 30–31; {{Webarchiv |url=http://www.ethikrat.org/dateien/pdf/stellungnahme-intersexualitaet.pdf |text=Volltext |wayback=20160318005607 |format=PDF}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Akzessorische Geschlechtsdrüsen ====&lt;br /&gt;
Entlang des Samenweges sind bei den männlichen Säugetieren bis zu vier paarige akzessorische (zusätzliche) Geschlechtsdrüsen ausgebildet. Dies sind die [[Samenleiter]]ampulle, die [[Bläschendrüse|Samenblasendrüse]], die [[Prostata]] und die [[Bulbourethraldrüse]]. Sie produzieren einen Großteil der Samenflüssigkeit ([[Ejakulat]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Alte Bezeichnung ====&lt;br /&gt;
Die alte Bezeichnung „&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gemächt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;“&amp;lt;!--fett wegen Weiterleitung hierher--&amp;gt; (von mittelhochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;gemaht&amp;#039;&amp;#039;/&amp;#039;&amp;#039;gemëht&amp;#039;&amp;#039;/&amp;#039;&amp;#039;gemëhte&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [[Gundolf Keil]]: &amp;#039;&amp;#039;Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm.&amp;#039;&amp;#039; Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: &amp;#039;&amp;#039;Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes&amp;#039;&amp;#039;), S. 388 (&amp;#039;&amp;#039;gemecht&amp;#039;&amp;#039;/&amp;#039;&amp;#039;gemehte&amp;#039;&amp;#039;: Hoden, Scrotum und Testiculi […], Genitalia).&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet das männliche Geschlechtsteil, wurde aber unter anderem auch in den Bedeutungen Geschlechtsteil(e), Geschlechtsorgane, Penis, [[Hoden]](sack) und (sowohl Frau als auch Mann betreffend) „Zeugungsglied“ verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Wahrig: &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Wörterbuch.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Mosaik-Verlag, München 1986, S. 539.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Lykke Aresin]], [[Helga Hörz]], [[Hannes Hüttner]], [[Hans Szewczyk]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Humansexuologie.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Volk und Gesundheit, Berlin 1990, ISBN 3-333-00410-0, S. 75 (&amp;#039;&amp;#039;Gemach&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe auch [[Joseph Hyrtl]]: &amp;#039;&amp;#039;Die alten deutschen Kunstworte der Anatomie.&amp;#039;&amp;#039; Braumüller, Wien 1884 / Neudruck: Fritsch, München 1966, S. 59 f. (dort „Frauenscham“, Hoden, Geschlechtsteil).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschlechtsorgane der übrigen Wirbeltiere ==&lt;br /&gt;
=== Vögel ===&lt;br /&gt;
Bei [[Vögel]]n liegen die Hoden vor den Nieren an den [[Nebenniere]]n. Der [[Samenleiter]] führt zum männlichen Begattungsorgan. Der [[Penis der Vögel]] liegt in der [[Kloake (Biologie)|Kloake]] und kann vorstülpbar oder in Form kleiner erigierbarer Höckerchen oder Falten ausgebildet sein. Die [[Erektion]] erfolgt durch [[Lymphe]]. Bei den weiblichen Vögeln sind in der Regel nur die linksseitigen Teile der Geschlechtsorgane ausgebildet, die rechtsseitigen werden zwar angelegt, bilden sich aber noch während der Embryonalentwicklung wieder zurück. Der (linke) [[Eierstock]] liegt vor der Niere und erscheint durch die vielen Dotterkugeln traubenförmig. Die weiteren Teile der weiblichen Geschlechtsorgane werden aufgrund des gewundenen Verlaufs als [[Legedarm]] (&amp;#039;&amp;#039;Oviductus&amp;#039;&amp;#039;, Ovidukt) bezeichnet. Er kann in fünf Abschnitte unterteilt werden und dient der Bildung der [[Hagelschnur|Hagelschnüre]], des [[Eiklar]]s, der [[Eischale]] und des Eioberhäutchens. Der Ovidukt mündet in die Kloake.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Günther Michel]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschlechtssystem.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Franz-Viktor Salomon]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Geflügelanatomie.&amp;#039;&amp;#039; G. Fischer, Stuttgart 1993, ISBN 3-334-60403-9, S. 197–226.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot; widths=&amp;quot;180&amp;quot; heights=&amp;quot;160&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Situs-oviduct.jpg|Eierstock mit Dotterkugeln (1) und Legedarm (2, 3) eines Haushuhns&lt;br /&gt;
Oviduct-hen.jpg|Legedarm eines Haushuhns: 1 Infundibulum, 2 Magnum, 3 Isthmus, 4 Uterus, 5 Vagina mit Ei&lt;br /&gt;
Situs of a male chicken.jpg|[[Situs]] eines Haushahns (ohne Verdauungsorgane): 3 Hoden&lt;br /&gt;
Mallard with visible penis (cropped).jpg|Penis einer [[Stockente]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reptilien ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rattlesnake hemipene.jpg|mini|hochkant|Hemipenis einer [[Klapperschlangen|Klapperschlange]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[Reptilien]] liegen die Hoden in der Bauchhöhle. Der Nebenhoden ist als langer Gang ausgebildet und fehlt bei [[Schlangen]]. Der Samenleiter (&amp;#039;&amp;#039;Vas deferens&amp;#039;&amp;#039;) führt in die Kloake. Bei den [[Schuppenkriechtiere]]n ist ein paariger [[Hemipenis]] ausgebildet, bei der Begattung wird aber nur einer dieser beiden Kopulationsorgane benutzt. Die [[Schildkröten]] haben einen unpaaren Penis. Die weiblichen Geschlechtsorgane sind paarig angelegt, bei den [[Blindschlangen]] werden die der linken Seite jedoch zurückgebildet. Die Eierstöcke liegen in der Bauchhöhle. Über den Eileitertrichter gelangen die Dotterkugeln in den Eileiter. Hier finden die Befruchtung und die Bildung der übrigen Eianteile statt. Er mündet auf einem kleinen Zapfen, der [[Genitalpapille]], in die Kloake.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra Kölle: &amp;#039;&amp;#039;Echsen und Schlangen: Heimtier und Patient.&amp;#039;&amp;#039; Thieme, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-8304-1225-0, S. 128–129.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Amphibien ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bufonidae male reproductive system de.svg|mini|hochkant|Schematische Darstellung der männlichen Geschlechtsorgane einer Kröte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den [[Amphibien]] entstehen aus der Anlage der Keimdrüsen zusätzlich ein Fettkörper und bei Kröten auch das [[Biddersches Organ|Bidder-Organ]]. Die Hoden liegen beidseits an der rückenseitigen Bauchwand. Ihre 3–30 ableitenden Kanälchen (&amp;#039;&amp;#039;Ductuli efferentes&amp;#039;&amp;#039;) vereinigen sich zu größeren Sammelgängen, welche in den vorderen Pol der [[Urniere]] ziehen, der damit de facto als Nebenhoden fungiert. Dort gewinnen sie Anschluss an die [[Nierenkanälchen|Nierentubuli]] und damit an den [[Urnierengang]] (Wolff-Gang), welcher bei männlichen Amphibien somit ein gemeinsamer Harn-Samenleiter (&amp;#039;&amp;#039;Ductus urogenitalis&amp;#039;&amp;#039;) ist. Dieser hat im Bereich seiner Mündung in die Kloake artspezifische Modifikationen (Ampulle, Samenbläschen, gewundener Wollf-Gang oder Sinus urogenitalis), die als Samenspeicher dienen. Begattungsorgane fehlen den Amphibien.&amp;lt;ref&amp;gt;Maria Oielska: &amp;#039;&amp;#039;Reproduction of Amphibians.&amp;#039;&amp;#039; CRC Press, Raton (FL) 2009, ISBN 978-1-4822-8013-5, S. 44–47.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Eierstöcke liegen ebenfalls in der Leibeshöhle. Die Eizellen werden in die [[Coelom]]höhle abgegeben, von dort gelangen sie in den Ovidukt, der wie bei anderen Wirbeltieren aus dem [[Müller-Gang]] entsteht. Hier bekommen sie eine mehrlagige klebrige Hülle, die das Zusammenkleben der Eipakete ermöglicht. Der Ovidukt mündet in die Kloake. Der Urnierengang ist bei den weiblichen Amphibien ein reiner Harnleiter.&amp;lt;ref&amp;gt;Dev Raj Khanna, P. R. Yadav: &amp;#039;&amp;#039;Biology of Amphibia.&amp;#039;&amp;#039; Discovery Publishing House, New Delhi 2005, ISBN 81-7141-932-1, S. 241.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fische ===&lt;br /&gt;
Die meisten [[Fische]] sind getrenntgeschlechtlich. Die meist paarigen Hoden bzw. Eierstöcke liegen unterhalb der Schwimmblase im Bauchraum und können in der [[Laichzeit]] beträchtlich an Größe zunehmen. Bei etwa 500 der 28.000 Fischarten aus 27 Familien können auch adulte Tiere sich unter bestimmten Umweltbedingungen zum anderen Geschlecht entwickeln. Dieser Vorgang wird [[Dichogamie]] genannt. Bei &amp;#039;&amp;#039;[[Thalassoma bifasciatum]]&amp;#039;&amp;#039; entstehen sogar nahezu immer zunächst Weibchen ([[Rogen]]er), bei Abwesenheit eines dominanten Männchens wechselt ein Rogener sein Geschlecht zum Männchen ([[Milchner]], &amp;#039;&amp;#039;Proterogynie&amp;#039;&amp;#039;). Diese Geschlechtstransformation dauert nur etwa 8 bis 10 Tage.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Todd&amp;quot; /&amp;gt; Bei [[Anemonenfische]]n ist es umgekehrt, hier lebt ein Weibchen mit mehreren Männchen, stirbt das Weibchen, bildet sich bei einem Milchner der Hoden zum Eierstock um (&amp;#039;&amp;#039;Proterandrie&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;Daphne G. Fautin, Gerald R. Allen: &amp;#039;&amp;#039;Anemonenfische und ihre Wirte.&amp;#039;&amp;#039; Tetra-Verlag, Melle 1994, ISBN 3-89356-171-4, S. 139.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Schleimaale]] haben nur eine unpaarige zwittrige Keimdrüse, die männlichen und weiblichen Keimzellen ([[Gameten]]) entstehen aber zeitversetzt, so dass eine Eigenbefruchtung ([[Autogamie]]) weitgehend ausgeschlossen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Gunde Rieger, Wolfgang Maier: &amp;#039;&amp;#039;Myxinoida, Schleimaale, Inger.&amp;#039;&amp;#039; In: W. Westheide, R. Rieger: &amp;#039;&amp;#039;Spezielle Zoologie.&amp;#039;&amp;#039; Teil 2: &amp;#039;&amp;#039;Wirbel- oder Schädeltiere.&amp;#039;&amp;#039; Spektrum, München 2004, ISBN 3-8274-0307-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot; widths=&amp;quot;180&amp;quot; heights=&amp;quot;160&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gelege pflegende perculas.png|[[Echter Clownfisch]], eine dichogame Fischart, bei der ein Männchen zum Weibchen werden kann (Proterandrie)&lt;br /&gt;
Trinidadian guppy (Poecilia reticulata) male and female.png|[[Guppy]]: unten Weibchen, oben Männchen mit [[Gonopodium]]&lt;br /&gt;
Torskens indre organer.jpg|Innere Organe eines [[Atlantischer Kabeljau|Kabeljaus]], Nr. 3: [[Eierstock]]&lt;br /&gt;
Spinydogfish reproductive organs.jpg|Reproduktionsorgane eines weiblichen [[Dornhai]]s&lt;br /&gt;
Somniosus rostratus uterus JGF.jpg|Uteri eines Kleinen [[Schlafhaie|Schlafhais]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hoden der meisten Fische haben keine Tubuli seminiferi, die Spermien werden in ihnen entsprechenden runden Bildungen, den [[Spermienampulle]]n gebildet. Die Spermienampullen werden zur Laichsaison gebildet und anschließend wieder zurückgebildet.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Sherwood Romer, Thomas S.Parsons. &amp;#039;&amp;#039;The Vertebrate Body&amp;#039;&amp;#039;. Holt-Saunders International, Philadelphia 1977, ISBN 0-03-910284-X, S. 385–386.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei [[Rundmäuler]]n, [[Lachsfische]]n, [[Aale]]n werden die Keimzellen ([[Gamet]]en) direkt in die Bauchhöhle und von dort über eine Bauchöffnung freigesetzt. Andere Fischarten haben spezielle Ausführungsgänge. Die Befruchtung findet bei den meisten Fischarten durch Abgabe der [[Rogen|Eier]] und des [[Sperma]]s ins Wasser statt, Begattungsorgane sind dafür nicht notwendig. Bei lebendgebärenden [[Haie]]n und Knochenfischen gibt es eine innere Befruchtung, die männlichen Begattungsorgane werden bei ihnen [[Klaspern]] genannt, sie entstehen aus umgewandelten [[Flosse|Bauchflossen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Arnold Brass: &amp;#039;&amp;#039;Abriss der Zoologie.&amp;#039;&amp;#039; Engelmann, Leipzig 1882, S. 131.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Gonopodium]] der [[Lebendgebärende Zahnkarpfen|lebendgebärenden Zahnkarpfen]] ist eine umgestaltete Afterflosse.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Gelhaar: &amp;#039;&amp;#039;Aquarien-Fischzucht. Lehrmeister Bücherei Nr. 1029.&amp;#039;&amp;#039; A. Philler, Minden 1957, S. 20–22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Gentzsch, Matthias Trauzettel: &amp;#039;&amp;#039;Xiphophorus […].&amp;#039;&amp;#039; In: Claus Schaefer, Torsten Schröer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das große Lexikon der Aquaristik.&amp;#039;&amp;#039; Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-7497-9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschlechtsorgane der Wirbellosen ==&lt;br /&gt;
Auch die Keimdrüse bei Wirbellosen wird als Testis (Hoden) bzw. Ovar (Eierstock) bezeichnet. Viele Wirbellose, beispielsweise die [[Plattwürmer]], sind [[Hermaphroditismus|Zwitter]], das heißt, sowohl Hoden als auch Eierstöcke sind in einem Individuum angelegt, bei Bandwürmern enthält sogar jedes [[Proglottis|Bandwurmglied]] sowohl Hoden als auch Eierstock.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/plattwuermer/52295 &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Biologie: Plattwürmer&amp;#039;&amp;#039;] Auf: &amp;#039;&amp;#039;spektrum.de&amp;#039;&amp;#039;; abgerufen am 22. Juni 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt aber auch Zwitter, bei denen bei jedem Individuum nur eines der beiden Gonaden aktiv ist. Bei einigen Wirbellosen wie [[Lungenschnecken]] oder [[Hinterkiemerschnecken]] sind Hoden und Eierstock zu einem Organ verschmolzen, der [[Ovotestis]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Volker Storch, Ulrich Welsch |Titel=Kurzes Lehrbuch der Zoologie |Auflage=7. |Verlag=G. Fischer |Ort=Stuttgart / Jena / New York |Datum=1994 |ISBN=3-437-20507-2 |Seiten=256}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei einigen Tieren erfolgt die Fortpflanzung über Jungfernzeugung ([[Parthenogenese]]), die Nachkommen entstehen aus unbefruchteten Keimzellen. [[Ringelwürmer]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spektrum.de/lexikon/biologie-kompakt/annelida/668 &amp;#039;&amp;#039;Annelida.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Kompaktlexikon der Biologie.&amp;#039;&amp;#039; Auf: &amp;#039;&amp;#039;spektrum.de&amp;#039;&amp;#039;; abgerufen am 16. Dezember 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;, viele [[Fadenwürmer]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/fadenwuermer/23532 &amp;#039;&amp;#039;Fadenwürmer.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Biologie.&amp;#039;&amp;#039; Auf: &amp;#039;&amp;#039;spektrum.de&amp;#039;&amp;#039;; abgerufen am 16. Dezember 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt; und die [[Gliederfüßer]] sind getrenntgeschlechtlich. Die Abgabe der Geschlechtszellen erfolgt durch spezielle Öffnungen wie den [[Gonoporus]], bei einigen finden sich auch Kopulationsorgane wie [[Bursa copulatrix]], [[Gonopodium]], [[Aedeagus]], [[Pedipalpus]] oder [[Ovipositor]], teilweise auch als Penis oder Phallus bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/begattungsorgane/7775 &amp;#039;&amp;#039;Begattungsorgane.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Biologie.&amp;#039;&amp;#039; Auf: &amp;#039;&amp;#039;spektrum.de&amp;#039;&amp;#039;; abgerufen am 16. Dezember 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot; widths=&amp;quot;180&amp;quot; heights=&amp;quot;160&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Euphaedra cyparissa female genitalia - ZooKeys-298-001-g010.jpg|Seitliche Aufnahme der weiblichen Geschlechtsorgane des [[Edelfalter]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Euphaedra cyparissa]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
Aegista diversifamilia - Genital morphology.png|Die Geschlechtsorgane der [[Lungenschnecken|Lungenschnecke]] Aegista diversifamilia&lt;br /&gt;
Mating Great Grey Slug 4124.jpg|Als [[Hermaphroditismus|Zwitter]] begatten sich [[Schnecken]], wie diese [[Tigerschnegel]], wechselseitig&lt;br /&gt;
Placobdelloides sirikanchanae (10.3897-zookeys.882.35229) Figure 6.jpg|[[Rasterelektronenmikroskop]]ische Aufnahme der [[Gonoporus|Gonoporen]] eines [[Plattegel]]s&lt;br /&gt;
Taenia solium tapeworm proglottids 5261 lores.jpg|Glied des [[Schweinebandwurm]]s mit Geschlechtsorganen&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Uwe Gille: &amp;#039;&amp;#039;Harn- und Geschlechtsapparat, Apparatus urogenitalis&amp;#039;&amp;#039;. In: Franz-Viktor Salomon, Hugo Černý: &amp;#039;&amp;#039;Anatomie für die Tiermedizin.&amp;#039;&amp;#039; Enke, Stuttgart 2004, ISBN 3-8304-1007-7, S. 368–403.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Reproductive system|Geschlechtsorgan|audio=1|video=1}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Geschlechtsteil}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4020555-1}}&lt;br /&gt;
* Duden: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Geschlechtsorgan Geschlechtsorgan]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4020555-1|LCCN=sh85053822|NDL=00570440}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Andrologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschlechtsorgan| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reproduktionsmedizin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Urologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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