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	<title>Gender - Versionsgeschichte</title>
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		<title>imported&gt;Jaenmssi am 31. August 2025 um 11:09 Uhr</title>
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		<updated>2025-08-31T11:09:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt das soziale Geschlecht – zu anderen Bedeutungen siehe [[Gender (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Redundanztext&lt;br /&gt;
|3=Geschlechtshabitus&lt;br /&gt;
|4=Geschlechterrolle&lt;br /&gt;
|5=Gender&lt;br /&gt;
|6=Geschlechtsidentität&lt;br /&gt;
|12=f|2=Oktober 2017|1=[[Benutzer:Zulu55|Zulu55]] ([[Benutzer Diskussion:Zulu55|Diskussion]]) &amp;lt;sub&amp;gt;&amp;lt;sub&amp;gt;[[Benutzer:Zulu55/Was man alles nicht weiß|Unwissen]]&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt; 13:23, 13. Okt. 2017 (CEST)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wie unterscheiden sich Geschlecht und Gender? kurzerklärt von Tagesschau.webm|mini|Kurzvideo über den Unterschied zwischen Gender und biologischem Geschlecht ([[Tagesschau (Marke)|Tagesschau]])]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gender&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (englisch [{{IPA|ˈdʒɛndɐ}}] oder [{{IPA|ˈdʒɛndə}}]; [[Lehnwort]] aus dem [[Englische Sprache|Englischen]]), &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;soziales Geschlecht&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Geschlechtlichkeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden Geschlechtsaspekte zusammengefasst, die eine Person in [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaft]] und [[Kultur]] in Abgrenzung zu ihrem rein [[Menschliche Geschlechtsunterschiede|biologischen Geschlecht]] (englisch &amp;#039;&amp;#039;sex&amp;#039;&amp;#039;) beschreiben. In den [[Sozialwissenschaften]] untersuchen die [[Gender Studies]] (Geschlechterforschung) seit den 1970er-Jahren das Verhältnis der Geschlechter zueinander, ihre unterschiedlichen [[Geschlechterrolle]]n und die [[soziokultur]]elle [[Geschlechterordnung]] sowie – in kritischer Absicht – insbesondere auch deren gesellschaftliche Entstehung bzw. Konstituierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etablierung ==&lt;br /&gt;
Die {{enS}}e Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;gender role&amp;#039;&amp;#039; ([[Geschlechterrolle]]) wurde 1955 erstmals vom britischen Sexualwissenschaftler [[John Money]] in einem Aufsatz über [[Hermaphroditismus]] verwendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Money 1955:301–319&amp;quot;&amp;gt;John Money, Joan G. Hampson, John Hampson: &amp;#039;&amp;#039;An Examination of Some Basic Sexual Concepts: The Evidence of Human Hermaphroditism.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Bulletin of the Johns Hopkins Hospital.&amp;#039;&amp;#039; Band 97, Nr. 4, 1. Oktober 1955, S. 301–319 (englisch; PMID 13260820).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Feministin [[Gayle Rubin]] etablierte &amp;#039;&amp;#039;gender&amp;#039;&amp;#039; in den 1970er-Jahren als Begrifflichkeit, [[Judith Butler]] entwickelte sie in der &amp;#039;&amp;#039;[[Queer-Theorie]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hannelore Bublitz]]: &amp;#039;&amp;#039;Judith Butler zur Einführung.&amp;#039;&amp;#039; 3., vollständig überarbeitete Auflage. Junius, Hamburg 2010, ISBN 978-3-88506-678-1, S. 58–59 (erstveröffentlicht 2002; {{Google Buch |BuchID=6euEDwAAQBAJ |Seite=58 |Linktext=Leseprobe}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paula-Irene Villa Braslavsky|Paula-Irene Villa]]: &amp;#039;&amp;#039;Judith Butler: Eine Einführung.&amp;#039;&amp;#039; 2., aktualisierte Auflage. Campus, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-593-39432-9, S. 99 ({{Google Buch |BuchID=TPrlAgAAQBAJ |Seite=99 |Linktext=Seitenvorschau}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; weiter. Später wurde die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Gender&amp;#039;&amp;#039; ins Deutsche übernommen, um auch hier, wie zuvor im [[Angloamerikanisch|anglo-amerikanischen]] Kulturraum, eine sprachlich erweiterte Unterscheidung zwischen [[Transsexuellengesetz|juristischem]], sozialem und [[Menschliche Geschlechtsunterschiede|biologischem Geschlecht]] einzuführen. Der [[Anglizismus]] &amp;#039;&amp;#039;Gender&amp;#039;&amp;#039; wird in diesem Kontext im deutschen Sprachraum meist mit „soziales Geschlecht“ übersetzt und dient vor allem zur analytischen [[Kategorisierung (Kognitionswissenschaft)|Kategorisierung]]. Entsprechende Ansätze werden in jüngerer Zeit im Forschungsfeld der [[Gender Studies]] („Geschlechterstudien, Geschlechterforschung“) zusammengefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine der frühesten und bis heute einflussreichen Thematisierungen von Geschlechterrollen stammt von [[Simone de Beauvoir]], die schon 1949 feststellte: „[[Das andere Geschlecht#Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es|Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es]].“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Simone de Beauvoir]]: &amp;#039;&amp;#039;Das andere Geschlecht: Sitte und Sexus der Frau.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt, Hamburg 1951, S. 265; Neuübersetzung: Rowohlt, Reinbek 1992, S. 334 (französisch 1949: &amp;#039;&amp;#039;Le Deuxième Sexe&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsgeschichte und Definitionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Michelina de Cesare.jpg|mini|Ausbruch aus der [[Geschlechterrolle]]: die [[Brigant]]in [[Michelina De Cesare]] in [[Süditalien]] (19.&amp;amp;nbsp;Jh.)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort „Gender“ ist ein Anglizismus, wobei das englische Wort &amp;#039;&amp;#039;gender&amp;#039;&amp;#039; ursprünglich entlehnt ist aus der [[Latein|lateinischen Sprache]], in der &amp;#039;&amp;#039;genere natus&amp;#039;&amp;#039; („Geburtsgeschlecht“) der grammatische [[Ablativ]] von &amp;#039;&amp;#039;genus&amp;#039;&amp;#039; ist, was „Gattung“ bedeutet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dictionary 1882:230&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Walter William Skeat |Titel=An Etymological Dictionary of the English Language |Verlag=Clarendon Press |Ort=Oxford |Datum=1882 |Seiten=230 |Sprache=en |Online=https://archive.org/details/etymologicaldict00skeauoft/page/n5}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Wort „Geschlecht“ wurde im Deutschen ursprünglich für die Herkunft beziehungsweise die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe verwendet, etwa im Kontext der [[Ständeordnung]] (vergleiche [[Geschlecht (Genealogie)|Genealogisches Geschlecht]]). Die Veränderung der Wortbedeutung hin zu der des lateinischen &amp;#039;&amp;#039;sexus&amp;#039;&amp;#039; für das [[Menschliche Geschlechtsunterschiede|biologische Geschlecht]] erfolgte erst später (vergleiche [[Sexus|Sexus in der Sprache]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Herkunftswörterbuch: {{Internetquelle |url=https://www.wissen.de/wortherkunft/geschlecht |titel=Woher kommt Geschlecht |werk=[[Wissen.de]] |abruf=2021-02-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Englischen wurden die Bezeichnungen &amp;#039;&amp;#039;gender&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;sex&amp;#039;&amp;#039; historisch [[synonym]] benutzt. Das &amp;#039;&amp;#039;Oxford Etymological Dictionary of the English Language&amp;#039;&amp;#039; von 1882 gibt die Bedeutung alternativ mit &amp;#039;&amp;#039;kind, breed, sex&amp;#039;&amp;#039; an (Art, Sorte, Geschlecht) und verweist auf das lateinische &amp;#039;&amp;#039;genere natus&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dictionary 1882:230&amp;quot; /&amp;gt; Danach geriet der Ausdruck vorübergehend in Vergessenheit und wurde bis in die 1950er-Jahre fast ausschließlich für das grammatische Geschlecht ([[Genus]]) verwendet, welches im Englischen nur rudimentär ist. Mit Beginn der [[Sexuelle Revolution|sexuellen Revolution]] in den [[Vereinigte Staaten|USA]] seit dem [[Kinsey-Report|Kinsey Report]] entstand ein Bedürfnis, die sozialen Geschlechterfragen sprachlich vom Wort &amp;#039;&amp;#039;sex&amp;#039;&amp;#039; zu trennen (&amp;#039;&amp;#039;sex gap&amp;#039;&amp;#039; vs. &amp;#039;&amp;#039;[[Gender-Gap|gender gap]]&amp;#039;&amp;#039;), und der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;gender&amp;#039;&amp;#039; kam wieder in Gebrauch.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=John Money |Hrsg=ISI |Titel=Man &amp;amp; woman, boy &amp;amp; girl |Sammelwerk=This Week’s Citation Classic |Nummer=11 |Verlag=University Press |Ort=Baltimore |Datum=1987-03-16 |Seiten=12 |Sprache=en |Online=[http://garfield.library.upenn.edu/classics1987/A1987G240300001.pdf PDF: 250&amp;amp;nbsp;kB, 1&amp;amp;nbsp;Seite auf upenn.edu]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute bezeichnet &amp;#039;&amp;#039;Gender&amp;#039;&amp;#039; darüber hinaus in den Sozialwissenschaften die gesellschaftliche [[Geschlechterrolle]] (englisch &amp;#039;&amp;#039;gender role&amp;#039;&amp;#039;) oder die sozialen Geschlechtsmerkmale. Er bezieht sich also auf alles, was in einer Kultur als typisch für ein bestimmtes Geschlecht angesehen wird (etwa Kleidung und Beruf); &amp;#039;&amp;#039;Gender&amp;#039;&amp;#039; verweist nicht unmittelbar auf körperliche Geschlechtsmerkmale &amp;#039;&amp;#039;(sex)&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Versuch der wissenschaftlichen Begründung ===&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung wurde in dieser Bedeutung zunächst für Personen verwendet, die sich als [[Intersexualität|Inter-]] oder [[Transgeschlechtlichkeit|Transgeschlechtliche]] nicht ohne Weiteres als männlich oder weiblich einordnen ließen. In diesem Kontext führte der US-amerikanische Psychologe John Money (1921–2006) im Jahr 1955 die Bezeichnungen &amp;#039;&amp;#039;gender role&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;gender identity&amp;#039;&amp;#039; ein, um die Diskrepanz zwischen erwartetem und tatsächlichem Verhalten solcher Personen diskutieren zu können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Money 1955:301–319&amp;quot; /&amp;gt; Zuvor wurden die Bezeichnungen &amp;#039;&amp;#039;sex role&amp;#039;&amp;#039; beziehungsweise &amp;#039;&amp;#039;sex identity&amp;#039;&amp;#039; verwendet, jedoch war gerade bei diesen Personen das [[Menschliche Geschlechtsunterschiede|körperlich-biologische Geschlecht]] (englisch &amp;#039;&amp;#039;sex&amp;#039;&amp;#039;) nicht eindeutig ausgebildet. John Money verwendete 1955 folgende Definition:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Der Begriff Geschlechtsrolle &amp;#039;&amp;#039;(gender role)&amp;#039;&amp;#039; wird benutzt, um all jene Dinge zu beschreiben, die eine Person sagt oder tut, um sich selbst auszuweisen als jemand, der oder die den Status als Mann oder Junge, als Frau oder Mädchen hat.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Money 1955:301–319&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Doing Gender]] wurde in seiner heutigen, [[Sozialkonstruktivismus|sozialkonstruktivistischen]] Konnotation von [[Harold Garfinkel]] etabliert,&amp;lt;ref&amp;gt;Regine Gildemeister: &amp;#039;&amp;#039;Doing Gender: Soziale Praktiken der Geschlechterunterscheidung.&amp;#039;&amp;#039; In: Ruth Becker, Beate Kortendiek (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung: Theorie, Methoden, Empirie.&amp;#039;&amp;#039; Wiesbaden 2010, S. 139.&amp;lt;/ref&amp;gt; der ihn auf den Fall der neunzehnjährigen [[Agnes (Transsexuelle)|Agnes]] anwandte, einer Patientin [[Robert Stoller]]s an der University of California. Agnes’ Geschichte wurde von Garfinkel Ende der 1950er durch Interviews mit ihr und den verantwortlichen Ärzten nachgezeichnet und bildete einen wichtigen Teil seiner 1967 erschienenen &amp;#039;&amp;#039;[[Studies in Ethnomethodology]]&amp;#039;&amp;#039;. Während in der soziologischen Verwendung des Genderbegriffs zunächst der Fokus auf Abweichungen von Geschlechtsnormen dominierte, rückten in den 1970er-Jahren auch Mädchen und Frauen, die Geschlechtsnormen entsprachen, in das Blickfeld der Forschung. Das Genderkonzept wurde in diesem Zug vor allem von der feministischen Forschung als Konzept entdeckt und weiterentwickelt. Die Unterscheidung von &amp;#039;&amp;#039;sex&amp;#039;&amp;#039; als natürlichem, unabänderlichem Geschlecht einerseits und &amp;#039;&amp;#039;gender&amp;#039;&amp;#039; als sozial ausgehandeltem, veränderlichem Konzept andererseits bildete dabei die Basis für Kritik an den Verhältnissen zwischen Männern und Frauen. So wurden etwa die psychologischen und physischen Zuschreibungen, auf denen der Ausschluss von Frauen von bestimmten Berufen basierte, hinterfragt, indem die Unterschiede zwischen einzelnen Ländern in Geschlechts- und Berufsbildern aufgezeigt wurden.&amp;lt;!--BELEG ?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Joan Wallach Scott]] definiert Gender als konstitutives Element gesellschaftlicher Beziehungen, das auf wahrgenommenen Differenzen zwischen den Geschlechtern basiert und in dem Machtbeziehungen eine wesentliche Bedeutung erhalten. Es umfasst nach Scott vier Elemente:&amp;lt;ref&amp;gt;Joan W. Scott: &amp;#039;&amp;#039;Gender. Eine nützliche Kategorie der historischen Analyse.&amp;#039;&amp;#039; In: Nancy Kaiser (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Selbst Bewußt. Frauen in den USA.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig 1992, S. 27–75, hier S. 52–55.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Symbolische Repräsentationen (etwa „Eva“ und „Maria“, Mythen der Reinheit und Verschmutzung)&lt;br /&gt;
* Normative Konzepte, die die Interpretation der Symbole und die Wahl von Alternativen einschränken (etwa die [[Viktorianisches Zeitalter|viktorianische]] Konzeption von „Häuslichkeit“)&lt;br /&gt;
* Bezüge zu gesellschaftlichen Institutionen (Ehe, Familie, Bildung, Arbeitsmarkt, Politik usw.)&lt;br /&gt;
* Subjektive Identitätsbildung – in diesem Bereich vollzieht sich die Reproduktion des sozialen Geschlechts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== David Reimer ===&lt;br /&gt;
Der Psychologe und Sozialwissenschaftler [[John Money]] versuchte seine Theorie, der zufolge das [[Geschlechtsidentität|Identitätsgeschlecht]] eines Menschen erst mit etwa drei Jahren entwickelt und vorher beliebig veränderbar ist, 1966 an dem damals 22 Monate alten [[David Reimer|Bruce Reimer]] zu belegen, der nach einer missglückten [[Zirkumzision|Genitalbeschneidung]] durch Ärzte seinen Penis verlor. Money empfahl den Eltern, eine chirurgische [[Geschlechtsangleichende Maßnahme|Geschlechtsangleichung]] des Kindes vorzunehmen und es, verbunden mit einer Östrogenbehandlung, als Mädchen Brenda aufzuziehen. Trotz dieser Erziehung benahm und fühlte sich Brenda wie ein Junge und wurde aufgrund ihres maskulinen Gangs, ihrer Vorlieben und ihres Verhaltens in der Schule gehänselt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=John Colapinto |url=https://slate.com/technology/2004/06/why-did-david-reimer-commit-suicide.html |titel=Gender Gap: What were the real reasons behind David Reimer’s suicide? |werk=[[Slate (Magazin)|Slate.com]] |datum=2004-06-03 |sprache=en |abruf=2021-02-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Brenda mit 14 Jahren von ihrer Geschichte erfuhr, nahm sie den Namen David an und ließ die Angleichung rückgängig machen. Er heiratete und adoptierte die drei Kinder seiner Frau. [[David Reimer]] nahm sich 2004 im Alter von 38 Jahren das Leben. Moneys Experiment gilt als gescheitert, wenn auch dieser es als durchschlagenden Erfolg im Sinne seiner Theorie der geschlechtsneutralen Geburt mit anschließender erzieherischer Prägung in Richtung Mann oder Frau interpretierte. Der Sexualforscher Gunther Schmidt weist auf einen vergleichbaren Fall hin, in dem ein Junge nach Penisverlust als Mädchen erzogen wurde und heute als bisexuelle Frau in einem eher als männlich geltenden Beruf arbeitet.&amp;lt;ref&amp;gt;Gunter Schmidt: [https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-17483309.html &amp;#039;&amp;#039;Sexualität: Tragödie als Schurkenstück.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Spiegel]].&amp;#039;&amp;#039; 2. Oktober 2000, abgerufen am 7. Februar 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gender und biologisches Geschlecht in den Gender Studies ==&lt;br /&gt;
Ende der 1970er-Jahre entstehen erste Ansätze einer &amp;#039;&amp;#039;feministischen Anthropologie&amp;#039;&amp;#039;, weil viele Frauen sich von der [[Anthropologie]] („Menschenkunde“) Antworten zum Ursprung ihres geringeren [[Sozialer Status|sozialen Status]] erhoffen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OxfordHandbook 2014:156&amp;quot;&amp;gt;Kathleen Sterling: &amp;#039;&amp;#039;Man the Hunter, Woman the Gatherer? The Impact of Gender Studies on Hunter-gatherer Research (a Retrospective).&amp;#039;&amp;#039; In: Vicki Cummings, Peter Jordan, [[Marek Zvelebil]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Oxford Handbook of the Archaeology and Anthropology of Hunter-gatherers.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, Oxford 2014, ISBN 978-0-19-955122-4, S. 151–173, hier S. 156 (englisch; {{Google Buch |BuchID=M4lSAwAAQBAJ |Seite=156 |Linktext=Seitenvorschauen}}); Zitat: „The late 1970s marks the beginning of feminist anthropology. […]&amp;amp;nbsp;many women looked to anthropology seeking the origins of women’s lower status (Reiter 1975a).“&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bandbreite der Definitionen von Geschlecht innerhalb der Gender Studies ist extrem groß, wobei der zentrale Streitpunkt ist, inwiefern Geschlecht(lichkeit) durch &amp;#039;Natur&amp;#039; oder aber durch &amp;#039;Kultur&amp;#039; bestimmt wird und der naturalistische Pol durch den Ökofeminismus der 1970-80er Jahre, der radikal konstruktivistische Pol durch die Butler-Schule repräsentiert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Barbara Holland-Cunz]] 2021: Geschlecht (sex and gender). In: Kirchhoff, Thomas (Hg.): Online Encyclopedia Philosophy of Nature/Online Lexikon Naturphilosophie. Heidelberg, Universitätsbibliothek Heidelberg, [[doi:10.11588/oepn.2021.2.85090]]: S. 6f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Letztere erfuhr ihre Grundlegung durch die 1990 erschienene und bis heute sehr einflussreiche Schrift &amp;#039;&amp;#039;Gender Trouble&amp;#039;&amp;#039; (deutsch: &amp;#039;&amp;#039;[[Das Unbehagen der Geschlechter]]&amp;#039;&amp;#039;) der [[Feministische Philosophie|feministischen Philosophin]] [[Judith Butler]], in der sie die Probleme diskutiert, die sich aus der Zuschreibung und der Reproduktion von zweigeteilten [[Geschlechterordnung|Geschlechterverhältnissen]] ergeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GenderTrouble 2020&amp;quot;&amp;gt;[[Paula-Irene Villa Braslavsky|Paula-Irene Villa]] und Tatjana Schönwälder im Gespräch mit [[René Aguigah]]: [https://www.deutschlandfunkkultur.de/30-jahre-gender-trouble-von-judith-butler-explosiver.2162.de.html?dram:article_id=471344 &amp;#039;&amp;#039;30 Jahre „Gender Trouble“ von Judith Butler: Explosiver Klassiker der Geschlechterforschung.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Deutschlandfunk Kultur]].&amp;#039;&amp;#039; 1. März 2020, abgerufen am 14. März 2020 (mit Audio: 38:43&amp;amp;nbsp;Minuten).&amp;lt;br /&amp;gt;[[Ines Kappert]]: [https://taz.de/30-Jahre-Judith-Butlers-Gender-Trouble/!5664165/ &amp;#039;&amp;#039;30 Jahre Judith Butlers „Gender Trouble“: Gewissheiten in Frage stellen.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Tageszeitung|taz.de]].&amp;#039;&amp;#039; 14. März 2020, abgerufen am 14. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachfolgend entwickelt sich auch eine feministische [[Ethnologie]], die „kulturvergleichend die Bedeutung der Kategorie Geschlecht im alltäglichen Leben, in der Forschung und in Theorien“ untersucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kaufmann 2004&amp;quot;&amp;gt;Margrit E. Kaufmann: {{Webarchiv|url=http://www.journal-ethnologie.de/Deutsch/Schwerpunktthemen/Schwerpunktthemen_2004/Ethnologische_Geschlechterforschung/Geschlecht_thematisieren/index.phtml |wayback=20200716213036 |text=&amp;#039;&amp;#039;Geschlecht thematisieren: Feministische Ansätze in der Ethnologie.&amp;#039;&amp;#039; |archiv-bot=2023-05-09 18:46:55 InternetArchiveBot}} In: &amp;#039;&amp;#039;[[Museum der Weltkulturen#Journal-Ethnologie|Journal Ethnologie]].&amp;#039;&amp;#039; 2004, abgerufen am 14. März 2020 (Bremer Institut für Kulturforschung bik, Universität Bremen).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an der Unterscheidung von biologischem Geschlecht und Gender ==&lt;br /&gt;
Die begriffliche Trennung zwischen dem biologischen Geschlecht &amp;#039;&amp;#039;(sex)&amp;#039;&amp;#039; und dem sozialen Geschlecht &amp;#039;&amp;#039;(gender)&amp;#039;&amp;#039; erscheint seit den 1980er-Jahren im sozialwissenschaftlich-feministischen Diskurs als zentral.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Susanne Schröter]]: &amp;#039;&amp;#039;FeMale. Über Grenzverläufe zwischen den Geschlechtern.&amp;#039;&amp;#039; Fischer Taschenbuch, Frankfurt/M. 2002, ISBN 3-596-15716-1, S.&amp;amp;nbsp;39.&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut der Geschlechterforscherin [[Paula-Irene Villa Braslavsky|Paula-Irene Villa]] hat sich im Laufe wissenschaftlicher, auch naturwissenschaftlicher Einsichten die strikte Entgegensetzung des [[Menschliche Geschlechtsunterschiede|biologischen Geschlechts]] (&amp;#039;&amp;#039;sex:&amp;#039;&amp;#039; Natur) und des sozialen Geschlechts (&amp;#039;&amp;#039;gender:&amp;#039;&amp;#039; Kultur) ebenso wie ein Primat des biologischen oder des sozialen Geschlechts als nicht haltbar erwiesen. In den [[Gender Studies]] (Geschlechterforschung) gelte mittlerweile die Anerkennung der wechselseitigen Verklammerungen und Konstitutionsformen biologischer, erfahrungsbezogener, sozialer, historischer und weiterer Dimensionen von Geschlechtlichkeit als plausibel, wobei in den Genderstudien verschiedene Fassungen der „Sex/Gender“-Unterscheidung und Verklammerung genutzt würden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Villa 2019&amp;quot;&amp;gt;[[Paula-Irene Villa Braslavsky|Paula-Irene Villa]]: &amp;#039;&amp;#039;Sex – Gender: Ko-Konstitution statt Entgegensetzung.&amp;#039;&amp;#039; In: Beate Kortendiek, [[Birgitt Riegraf]], Katja Sabisch (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch zur Interdisziplinären Geschlechterforschung.&amp;#039;&amp;#039; Springer VS, Wiesbaden 2019, ISBN 978-3-658-22311-3, S. 23–32, hier S. 31 ([[doi:10.1007/978-3-658-12496-0_4]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sex und Gender als nicht trennscharf unterscheidbar ===&lt;br /&gt;
In den 1970er und 1980er Jahren begannen feministische Autorinnen darauf hinzuweisen, dass sich auch biologisches Geschlecht als konstruiert deuten ließe, was die Unterscheidung zwischen &amp;#039;&amp;#039;Sex&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Gender&amp;#039;&amp;#039; weniger trennscharf als zuerst angenommen erscheinen ließ. Einerseits spielten gesellschaftliche Normen auch für die Kategorisierung in biologische Kategorien eine Rolle, andererseits hätten auch Geschlechterrollen und gesellschaftliche Vorstellungen über Geschlecht (etwa in Bezug darauf, welchen und wie viel Sport Mädchen machen sollten) Auswirkungen auf biologische Prozesse.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Catherine Clune-Taylor |Titel=Is Sex Socially Constructed? |Sammelwerk=The Routledge Handbook of Feminist Philosophy of Science |Auflage=1 |Verlag=Routledge |Datum=2020 |ISBN=978-0-429-50773-1 |Seiten=187–200 |Online=https://www.taylorfrancis.com/books/9780429018213/chapters/10.4324/9780429507731-18 |Abruf=2022-09-03 |DOI=10.4324/9780429507731-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Judith Butler]] lehnt die Trennung zwischen Sex und Gender ab, denn diese sei rein artifiziell und gehe zurück auf den [[René Descartes|Kartesischen]] Dualismus, nämlich die von Descartes begründete philosophische Auffassung, dass Körper und Geist unabhängig voneinander, nebeneinander existierten. Die Trennung zwischen Sex und Gender impliziere, der Mensch bestehe, so wie auch Descartes die Dichotomie zwischen Körper und Geist aufmacht, zum Ersten aus seinem biologischen Geschlecht, das heißt seinem Sex, seinem biologischen, unhinterfragbaren, natürlich gegebenen Körper, und zum Zweiten aus seinem sozialen Geschlecht, das heißt seinem Gender, seinem vom Körper unabhängig quasi frei wählbaren Geschlecht. Nach Butler erscheint aber nicht nur das soziale Geschlecht als Konstruktion, sondern auch das biologische Geschlecht als hinterfragbare Wahrheit oder als eine kulturelle Interpretation des Körperlichen. Das, was man als Gender leben könne, sei letztlich abhängig davon, welche körperlichen Möglichkeiten man habe. Und diese körperlichen Möglichkeiten wiederum würden bereits kulturell interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Judith Butler]]: &amp;#039;&amp;#039;Variationen zum Thema Sex und Geschlecht. Beauvoir, Wittig und Foucault.&amp;#039;&amp;#039; In: Nunner-Winkler: &amp;#039;&amp;#039;Weibliche Moral. Die Kontroverse um geschlechtsspezifische Ethik.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt/Main 1991, ISBN 3-593-34338-X, S. ?? (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Sally Hines]] verweist außerdem darauf, dass im alltagssprechlichen Englisch &amp;#039;&amp;#039;sex&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;gender&amp;#039;&amp;#039; häufig synonym verwendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Sally Hines |Titel=Sex wars and (trans) gender panics: Identity and body politics in contemporary UK feminism |Sammelwerk=The Sociological Review |Band=68 |Nummer=4 |Datum=2020-07 |ISSN=0038-0261 |Seiten=699–717 |Fundstelle=S. 710 |Online=http://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0038026120934684 |Abruf=2022-09-20 |DOI=10.1177/0038026120934684}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Komplikation sind [[Intersexualität|inter-]] und [[Transgeschlechtlichkeit|transgeschlechtliche]] (&amp;#039;&amp;#039;transgender&amp;#039;&amp;#039;) Menschen, die ihren Körper und dessen Geschlechtsmerkmale in vielen Fällen bewusst verändern und deren Körper (teilweise von vornherein) nicht in das Modell eines strikt zweigeteilten biologischen Geschlechts passt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Myra J. Hird |Titel=Gender&amp;#039;s nature: Intersexuality, transsexualism and the ‘sex’/’gender’ binary |Sammelwerk=Feminist Theory |Band=1 |Nummer=3 |Datum=2000-12 |ISSN=1464-7001 |Seiten=347–364 |Online=http://journals.sagepub.com/doi/10.1177/146470010000100305 |Abruf=2023-05-13 |DOI=10.1177/146470010000100305}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nützlichkeit der Sex-Gender-Unterscheidung ===&lt;br /&gt;
Einige feministische Denkerinnen stellen in Frage, inwiefern die Unterscheidung der beiden Kategorien politisch nützlich sei. Sie verweisen dabei unter anderem auf den in der Unterscheidung implizierten „[[Dualismus|Körper-Geist-Dualismus]]“, der häufig mit einer Abwertung des Körperlichen verbunden sei. Weil „Körperlichkeit“ mit „Weiblichkeit“ assoziiert sei, werde auch &amp;#039;&amp;#039;Sex&amp;#039;&amp;#039; vor allem mit Frauen verbunden. Außerdem lege die Unterscheidung, so [[Mari Mikkola]], auch eine eliminativistische Sichtweise nahe: weil &amp;#039;&amp;#039;Gender&amp;#039;&amp;#039; sozial-konstruiert sei, ließe es sich auch durch veränderte soziale Praktiken eliminieren. Weil viele Menschen aber durchaus positive Gefühle aus ihrer Geschlechtszugehörigkeit zögen, müsse ihnen diese Perspektive unattraktiv erscheinen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Mari Mikkola |Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender |Sammelwerk=The Stanford Encyclopedia of Philosophy |Auflage=Fall 2022 |Verlag=Metaphysics Research Lab, Stanford University |Datum=2022 |Online=https://plato.stanford.edu/archives/fall2022/entries/feminism-gender/ |Abruf=2022-09-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele von Kulturen mit mehr als zwei Geschlechtern ==&lt;br /&gt;
* Die Ethnie der [[Kallawaya]] in der bolivianischen Stadt [[Amarete]] kennt zehn Geschlechterkategorien, bei denen neben dem biologischen Geschlecht auch das Geschlecht des Ackerlandes und des ausgeübten Amtes eine Rolle spielen. Deren zehn Gender unterliegen einer strengen sozialen Hierarchie.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rösing 2005-06-27&amp;quot;&amp;gt;[[Ina Rösing]]: &amp;#039;&amp;#039;Kulturanthropologie: Die zehn Geschlechter von Amarete.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Spektrum der Wissenschaft]].&amp;#039;&amp;#039; 27. Juni 2005, abgerufen am 25. Oktober 2021 ([https://www.spektrum.de/magazin/die-zehn-geschlechter-von-amarete/837494 bezahlpflichtig]; nachträgliche Korrektur im September 2005, S. 8: &amp;#039;&amp;#039;Errata:&amp;#039;&amp;#039; [https://www.spektrum.de/artikel/833700 PDF: 87&amp;amp;nbsp;kB, 3&amp;amp;nbsp;Seiten] auf spektrum.de).&amp;lt;br /&amp;gt;Spätere Artikelversion: Ina Rösing: &amp;#039;&amp;#039;Eine Kultur gerät ins Schleudern: Gefährliche Nebenwirkungen einer »Weltkulturerbe«-Ernennung durch die UNESCO.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Universität Ulm|Uniulm intern: Universitätsmagazin]]&amp;#039;&amp;#039; Jahrgang 35, Nr. 277, Dezember 2005, S. 22–25 ([https://oparu.uni-ulm.de/xmlui/bitstream/handle/123456789/890/vts_5498_7168.pdf?sequence=1&amp;amp;isAllowed=y#page=22 PDF: 1,3&amp;amp;nbsp;MB, 32&amp;amp;nbsp;Seiten] auf uni-ulm.de).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Volksgruppe der [[Bugis]] auf der indonesischen Insel [[Sulawesi]] hat traditionell fünf bezeichnete soziale Geschlechter, wo neben den biologischen (zwei) Geschlechtern drei soziale Gender-Identitäten &amp;#039;&amp;#039;(calalai, calabai, bisu)&amp;#039;&amp;#039; bestehen. Bisu, die die Aspekte von Männern und Frauen vereinen, werden, meist in ihrer Funktion als [[Schamane]]n, hoch geschätzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Sharyn Graham Davies: &amp;#039;&amp;#039;Challenging Gender Norms: Five Genders among Bugis in Indonesia.&amp;#039;&amp;#039; Thompson Wadsworth, Boston 2007, ISBN 978-0-495-09280-3 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Muxe]]s&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Marimachas&amp;#039;&amp;#039; sind bei den Einwohnern der südmexikanischen Stadt [[Juchitán de Zaragoza]] als [[Cross-Gender]] sozial anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefanie Graul (Ethnologin) im Gespräch: [https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/transsexualitaet-muxe-in-mexiko &amp;#039;&amp;#039;Transsexualität in Mexiko: Muxe – ein drittes soziales Geschlecht.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Deutschlandfunk Nova]].&amp;#039;&amp;#039; 21. November 2019 (mit Audio: 6:12&amp;amp;nbsp;Minuten; ursprüngliche Aufgabe der Muxe ist, den Müttern eine Hilfe zu sein).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die [[Femminiello]]s&amp;lt;!--[[:en:Femminiello]]--&amp;gt; in [[Neapel]] nehmen als [[Homosexualität|homosexuelle]] Männer mit explizit weiblichem Geschlechtsausdruck eine Position zwischen männlich und weiblich ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Jeff Matthews: {{Webarchiv |url=http://faculty.ed.umuc.edu/~jmatthew/naples/femm.html |text=&amp;#039;&amp;#039;The „Femminiello“ in Neapolitan Culture.&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20110515005531}} In: &amp;#039;&amp;#039;ed.umuc.edu.&amp;#039;&amp;#039; November 2009, abgerufen am 13. April 2020 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Drittes Geschlecht#Liste dritter Geschlechter|Liste von Geschlechter(rolle)n weltweit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Gender-Symbol]]&lt;br /&gt;
* [[Genderkompetenz]] (Fachbildung)&lt;br /&gt;
* [[divers]] (dritte rechtliche Geschlechtsoption in Deutschland und Österreich)&lt;br /&gt;
* [[nichtbinäre Geschlechtsidentität]]en (weder eindeutig männlich noch weiblich)&lt;br /&gt;
* [[drittes Geschlecht]] (Konzept)&lt;br /&gt;
* [[Geschlechterordnung]]&lt;br /&gt;
* [[Geschlechterwissen]]&lt;br /&gt;
* [[Gleichstellung der Geschlechter]] (gesellschaftspolitische Zielsetzungen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--alphabetisch:--&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Simone de Beauvoir]]: &amp;#039;&amp;#039;Das andere Geschlecht: Sitte und Sexus der Frau.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt, Hamburg 1951; Neuübersetzung: Rowohlt, Reinbek 1992 (französisch 1949: &amp;#039;&amp;#039;Le Deuxième Sexe. Tome I: Les Faits et les Mythes. Tome II: L‘expérience vécue&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* [[Mechthild Bereswill]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschlecht.&amp;#039;&amp;#039; In: Nina Baur, [[Hermann Korte (Soziologe)|Hermann Korte]] u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch Soziologie.&amp;#039;&amp;#039; Springer VS, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-15317-9, S. 97–116.&lt;br /&gt;
* [[Judith Butler]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Unbehagen der Geschlechter.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-11722-X (englische Originalausgabe 1990: &amp;#039;&amp;#039;Gender Trouble. Feminism and the Subversion of Identity&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* [[Anne Conrad]], Johanna E. Blume, Jennifer J* Moos (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Frauen – Männer – Queer: Ansätze und Perspektiven aus der historischen Genderforschung.&amp;#039;&amp;#039; Röhrig, St. Ingbert 2015, ISBN 978-3-86110-574-9.&lt;br /&gt;
* [[Nina Degele]]: &amp;#039;&amp;#039;Gender/Queer Studies: Eine Einführung.&amp;#039;&amp;#039; Fink, München 2008, ISBN 978-3-05-004404-0 ([https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/708/716 Rezension auf querelles-net.de]).&lt;br /&gt;
* [[Ulrich Enderwitz]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Sexualisierung der Geschlechter: Eine Übung in negativer Anthropologie.&amp;#039;&amp;#039; Ça Ira, Freiburg im Breisgau 1999, ISBN 3-924627-60-6.&lt;br /&gt;
* [[Astrid M. Fellner]], Anne Conrad, Jennifer J* Moos (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Gender überall!? Beiträge zur interdisziplinären Geschlechterforschung.&amp;#039;&amp;#039; Röhrig, St. Ingbert 2014, ISBN 978-3-86110-559-6.&lt;br /&gt;
* Anne Fleig (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Zukunft von Gender: Begriff und Zeitdiagnose.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt am Main / New York 2014, ISBN 978-3-593-50084-3.&lt;br /&gt;
* Genus – Münsteraner Arbeitskreis für Gender Studies (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kultur, Geschlecht, Körper.&amp;#039;&amp;#039; Agenda, Münster 1999, ISBN 3-89688-061-6.&lt;br /&gt;
* [[Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz]]: &amp;#039;&amp;#039;Frau – Männin – Menschin: Zwischen Feminismus und Gender.&amp;#039;&amp;#039; Butzon &amp;amp; Bercker, Kevelaer 2009, ISBN 978-3-7666-1313-4.&lt;br /&gt;
* [[Marlis Hellinger]], [[Hadumod Bußmann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Gender Across Languages: The Linguistic Representation of Women and Men.&amp;#039;&amp;#039; Band 3. John Benjamins, Amsterdam 2003, ISBN 1-58811-210-1 (englisch).&lt;br /&gt;
* [[Barbara Holland-Cunz]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschlecht (sex and gender)&amp;#039;&amp;#039;. In: Kirchhoff, Thomas (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;[https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/oepn/index Online Encyclopedia Philosophy of Nature/Online Lexikon Naturphilosophie]&amp;#039;&amp;#039;. Universitätsbibliothek Heidelberg, Heidelberg 2021, [[doi:10.11588/oepn.2021.2.85090]]: S. 6f.&lt;br /&gt;
* Sabine Koloch: &amp;#039;&amp;#039;Wissenschaft, Geschlecht, Gender, Terminologiearbeit.&amp;#039;&amp;#039; Epodium, München 2017, ISBN 978-3-940388-65-0 ([https://www.epodium.de/epodium-digital/keine-reihentitel/ Downloadseite]).&lt;br /&gt;
* [[Claudia Koppert]], [[Beate Selders]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hand aufs dekonstruierte Herz: Verständigungsversuche in Zeiten der politisch-theoretischen Selbstabschaffung von Frauen.&amp;#039;&amp;#039; Ulrike Helmer, Königstein im Taunus 2003.&lt;br /&gt;
* Judith Lorber: &amp;#039;&amp;#039;Genderparadoxien.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Leske &amp;amp; Budrich, Opladen 2003, ISBN 3-8100-3743-5 (Erstauflage: 1999; aus dem Englischen von Hella Beister).&lt;br /&gt;
* [[John Money]], Anke A. Eberhardt: &amp;#039;&amp;#039;Man and Woman, Boy and Girl: Gender Identity from Conception to Maturity.&amp;#039;&amp;#039; Johns Hopkins University Press, Baltimore 1972, ISBN 0-8018-1405-7.&lt;br /&gt;
* [[Matthias Morgenstern]]: &amp;#039;&amp;#039;Judentum und Gender.&amp;#039;&amp;#039; Lit, Berlin u.&amp;amp;nbsp;a. 2014, ISBN 978-3-643-12699-3.&lt;br /&gt;
* Laia Sánchez Guerrero, Pia S. Schober, Birgit Derntl: Prenatal Exposure to Androgens and Gender Socialisation Effects on Children’s Academic Interests, in: [[Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie|KZfSS]], November 2023,&lt;br /&gt;
* Ursula Pasero, Christine Weinbach (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Frauen, Männer, Gender Trouble: Systemtheoretische Essays.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-29237-4.&lt;br /&gt;
* [[Paula-Irene Villa Braslavsky|Paula-Irene Villa]]: &amp;#039;&amp;#039;Sexy Bodies: Eine soziologische Reise durch den Geschlechtskörper.&amp;#039;&amp;#039; Leske &amp;amp; Budrich, Opladen 1999, ISBN 3-8100-2452-X.&lt;br /&gt;
* [[Waltraud Wende]]: &amp;#039;&amp;#039;Gender/Geschlecht.&amp;#039;&amp;#039; In: Renate Kroll (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Metzler Lexikon. Gender Studies. Geschlechterforschung. Ansätze – Personen – Grundbegriffe.&amp;#039;&amp;#039; Metzler, Stuttgart 2002, S. 141‒142.&lt;br /&gt;
* [[Theresa Wobbe]], [[Gesa Lindemann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Denkachsen. Zur theoretischen und institutionellen Rede vom Geschlecht.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* Bibliographie: [https://www.information-philosophie.de/?a=1&amp;amp;t=7979&amp;amp;n=2&amp;amp;y=2&amp;amp;c=51 &amp;#039;&amp;#039;Gender&amp;#039;&amp;#039;] auf [[Information Philosophie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gender| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Differentielle und Persönlichkeitspsychologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklungspsychologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialpsychologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziologische Theorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jaenmssi</name></author>
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