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	<title>Geisteskrankheit - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Geisteskrankheit&amp;diff=1362&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: /* Heutiger Gebrauch des Begriffs */ falschen Punkt entfernt</title>
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		<updated>2025-08-27T07:56:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Heutiger Gebrauch des Begriffs: &lt;/span&gt; falschen Punkt entfernt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
|01-CODE= F29&amp;lt;ref&amp;gt;Alphabetisches Verzeichnis zur ICD-10-WHO Version 2019. Band 3. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), Köln 2019, S. 315.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|01-BEZEICHNUNG= Nicht näher bezeichnete nichtorganische Psychose&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Geisteskrankheit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Geistesstörung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wurden früher unterschiedliche Verhaltensbilder und [[Krankheit]]en bezeichnet, die sich durch Verhaltensformen ausdrücken, die in der [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaft]] nicht akzeptiert werden (siehe Kapitel [[#Staatsmedizin|&amp;#039;&amp;#039;Staatsmedizin&amp;#039;&amp;#039;]]). Beide Bezeichnungen werden heute kaum noch verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Pschyrembel (Medizinisches Wörterbuch)|Pschyrembel klinisches Wörterbuch]]&amp;#039;&amp;#039;. 267. Auflage. Verlag de Gruyter, 2017, ISBN 978-3-11-049497-6; [https://www.pschyrembel.de/GEISTESKRANKHEIT/P0037/doc/ Stichwort Geisteskrankheit.] pschyrembel.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Geisteskrankheiten“ können heute als Oberbegriff für jede Art von [[Psychische Störung|psychischer Störung]] verstanden werden oder spezieller als [[Psychose]] (d.&amp;amp;nbsp;h. als Krankheitsgruppe mit schwerer ausgeprägter Symptomatik und eher ungünstiger Prognose).&amp;lt;ref name=&amp;quot;WPP&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutiger Gebrauch des Begriffs ==&lt;br /&gt;
Im [[Rechtswissenschaft|juristischen]] [[Diktion|Sprachgebrauch]] und insbesondere in der [[Forensische Psychiatrie|forensischen Psychiatrie]] findet der Begriff weiterhin Verwendung für psychische Störungen von erheblichem Ausmaß (wie [[Schizophrenie]] oder auch für [[geistige Behinderung]]) und bestimmte [[Persönlichkeitsstörung]]en, so etwa im [[Betreuungsrecht]], bei der [[Entmündigung]] und der [[Schuldunfähigkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[medizin]]ischen und [[Psychologie|psychologischen]] Sprachgebrauch wird der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Geisteskrankheit&amp;#039;&amp;#039; heute wegen definitorischer Schwierigkeiten dagegen kaum noch verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Roche Lexikon Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftlicher Dienst Hoffmann-La Roche:. Elsevier, München. 5. Auflage: Urban &amp;amp; Fischer, 2003; {{Webarchiv |url=http://www.tk.de/rochelexikon/ |text=tk.de |wayback=20130109145259 |archiv-bot=2022-11-06 11:46:07 InternetArchiveBot}} (Stichworteingabe „Geisteskrankheit“ erforderlich)&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die historische Verbreitung des Begriffs hat vor allem der Satz [[Wilhelm Griesinger]]s gesorgt: „Geisteskrankheiten sind Gehirnkrankheiten“ (siehe &amp;#039;&amp;#039;[[#Historische Wurzeln des Begriffs|Historische Wurzeln des Begriffs]]&amp;#039;&amp;#039;). Die Definitionsversuche des Begriffs können heute als eher mangelhaft angesehen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Rolf Kaiser: &amp;#039;&amp;#039;»Geisteskrankheiten sind Gehirnkrankheiten«. Eine historisch-kritische Untersuchung am Beispiel „Schizophrenie“.&amp;#039;&amp;#039; Pahl-Rugenstein-Verlag, Köln 1983.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man spricht anstelle von Geisteskrankheiten heute meist von [[Psychische Störung|psychischen Störungen]] oder &amp;#039;&amp;#039;seelischen Krankheiten&amp;#039;&amp;#039;. Aber noch in dieser Wortwahl macht sich das historische Erbe bemerkbar (vgl. auch [[#Historische Wurzeln des Begriffs|&amp;#039;&amp;#039;Historische Wurzeln des Begriffs&amp;#039;&amp;#039;]]). Von den Geisteskrankheiten wurden die [[Gemütskrankheit]]en als umschriebene affektive Psychosen und die &amp;#039;&amp;#039;[[Geistesschwäche]]&amp;#039;&amp;#039; als Störung mit klinisch schwächer ausgeprägter Symptomatik abgegrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Wurzeln des Begriffs ==&lt;br /&gt;
Um 1790 unterschied der Würzburger Mediziner [[Franz Heinrich Meinolph Wilhelm|Meinolph Wilhelm]] verschiedene Klassen von Geisteskranken: „Tollsinnige“, „[[Wahnsinn]]ige“, „Trübsinnige“ und „[[Schwachsinn|Blödsinnige]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Andreas Mettenleiter]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Juliusspital in Würzburg&amp;#039;&amp;#039;. Band III: &amp;#039;&amp;#039;Medizingeschichte&amp;#039;&amp;#039;. Herausgegeben vom Oberpflegeamt der Stiftung Juliusspital Würzburg anlässlich der 425jährigen Wiederkehr der Grundsteinlegung. Stiftung Juliusspital Würzburg, Würzburg 2001, ISBN 3-933964-04-0, S. 65.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach [[Klaus Dörner]] wurde der Begriff Geisteskrankheit maßgeblich durch [[Friedrich Wilhelm Schelling]] und seine [[Identitätsphilosophie]] um 1800 geprägt. Schelling wandte sich hier gegen [[Hegel#Seele|Hegel]], indem er behauptete, dass die Seele nicht erkranken könne, da sie göttlichen Ursprungs sei: „Nicht der Geist wird vom Leib, sondern umgekehrt der Leib vom Geist infiziert.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Wilhelm Joseph Schelling]]: &amp;#039;&amp;#039;Stuttgarter Privatvorlesungen&amp;#039;&amp;#039;. (1810) In: &amp;#039;&amp;#039;Werke&amp;#039;&amp;#039;. Band IV. Ed. Schröter, München 1927, S. 360.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Irre&amp;quot;&amp;gt;[[Klaus Dörner]]: &amp;#039;&amp;#039;Bürger und Irre&amp;#039;&amp;#039;. Zur Sozialgeschichte und Wissenschaftssoziologie der Psychiatrie. (1969) Fischer Taschenbuch, Bücher des Wissens, Frankfurt am Main 1975, ISBN 3-436-02101-6; (a)&amp;amp;nbsp;zu Stw. „Geisteskrankheit“, S. 263 f., 270 f. (Fußnote 224); (b)&amp;amp;nbsp;zu Stw. „Endogenität“, S. 56, 58, 98, 178, 260, 288, 339 f.; (c)&amp;amp;nbsp;zu Stw. „Degenerationslehre“, S. 187, 214, 267, 271, 309, 327, 329; (d)&amp;amp;nbsp;zu Stw. „Staatsmedizin“, S. 199, 202; (e)&amp;amp;nbsp;zu Stw. „Ausgrenzung der Unvernunft“, „ausgenzender Zwang“ usw.: siehe Text auf dem Cover (Rückseite) sowie Seiten 26–36, 43, 49, 55, 57, 73 f., 87–89, 119, 132, 137 f., 140, 144 f., 155, 164, 190–202, 211, 230, 239, 242–244, 251, 258, 274, 286, 332, 335; (f)&amp;amp;nbsp;zu Stw. „Pinel und Crouthon“, S. 159&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier liegen auch die Ursprünge für die deutsche [[Endogene Psychose|Endogenitätslehre]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Irre&amp;quot; /&amp;gt; und die französische [[Degenerationslehre]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Irre&amp;quot; /&amp;gt; sowie ihre vermutete Vorwegnahme körperlicher Begründbarkeit. Es handelte sich hierbei um den Standpunkt der [[Psychiker (Psychiatrie)|Psychiker]], wonach vor allem Sünde und moralische Verfehlungen eine Geisteskrankheit verursachen. Es musste dahingestellt bleiben, ob [[Seele]] oder [[Geist]] erkranken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KGP&amp;quot;&amp;gt;[[Erwin H. Ackerknecht]]: &amp;#039;&amp;#039;Kurze Geschichte der Psychiatrie.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Enke, Stuttgart 1985, ISBN 3-432-80043-6; (a)&amp;amp;nbsp;Standpunkt der Psychiker, S. 59; (b)&amp;amp;nbsp;Standpunkt der Somatiker, S. 61.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die Seelenkrankheit setzte sich im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert der Begriff [[Gemütskrankheit]] durch, für die Geisteskrankheit ab 1845 der Begriff [[Psychose]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;WPP&amp;quot;&amp;gt;[[Uwe Henrik Peters]]: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Psychiatrie und medizinischen Psychologie.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Urban &amp;amp; Schwarzenberg, München 1984; Lexikon-Stw. „Geisteskrankheit“, S. 212; Lexikon-Stw. „Gemütskrankheit“, S. 215.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies war allerdings auch der Zeitpunkt, ab dem die allgemeine Geltung der Psychiker ins Wanken geriet. Psychische Störung meint ebenfalls eher den naturwissenschaftlich definierten Begriff von Krankheit, vgl. die Unterscheidung von [[Psyche]] und Seele und die von [[Johann Christian Reil]] geprägte Bezeichnung [[Psychiatrie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das von [[Wilhelm Griesinger]] mit seinem Lehrbuch &amp;#039;&amp;#039;Pathologie und Therapie der psychischen Krankheiten&amp;#039;&amp;#039; 1845 verkündete Fazit „Geisteskrankheiten sind Gehirnkrankheiten“ erforderte ein Umdenken der Psychiatrie im Sinne der [[Somatiker]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;KGP&amp;quot; /&amp;gt; Damit kam die Forschung aber erst recht auf die Bahn einer Suche nach somatischen Befunden bei [[Psychose]]n, wie sie vor allem die [[klassische deutsche Psychiatrie]] vertrat. Die Sichtweise [[Sigmund Freud|Freuds]] und der von ihm behandelten [[Neurose]]n erschien daher wie ein Rückfall in die [[romantische Medizin]]. Gesellschaftspolitische Bezüge wurden so aber eher nicht hergestellt, sondern ärztlicherseits meist ein rein naturwissenschaftliches [[Paradigma]] ohne gesellschaftliches Engagement behauptet, siehe Kap. [[#Staatsmedizin|&amp;#039;&amp;#039;Staatsmedizin&amp;#039;&amp;#039;]]. Ein [[triadisches System]] der Psychiatrie und die mit ihm verbundene [[multikonditionale Betrachtungsweise]] ([[Ernst Kretschmer]]) bildeten sich erst nach und nach heraus. Auch die Sichtweise einer Mitbedingtheit psychischer Erkrankungen durch körperliche &amp;#039;&amp;#039;und&amp;#039;&amp;#039; seelische Faktoren, wie sie die [[psychosomatische Medizin]] mit Modellvorstellungen von [[Psychophysische Korrelation|psychophysischer Korrelation]] vertritt, ist ein erst vergleichsweise junger Entwicklungsschritt in der seit zwei Jahrhunderten währenden Geschichte der Erforschung von Geisteskrankheiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Thure von Uexküll]]: &amp;#039;&amp;#039;Grundfragen der psychosomatischen Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg 1963, Stw. „Geisteskrankheit“ S.&amp;amp;nbsp;44 ff., 72, 98 f., 215.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Staatsmedizin ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pinel fait enlever les fers aux aliénés de Bicetre-Charles-Louis Mullet.jpg|mini|350px|[[Charles Louis Müller]] (1820–1895) Pinel befreit die Irren von ihren Ketten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland waren die Anfänge der institutionellen Psychiatrie im 19. Jahrhundert weitestgehend durch eine [[Staatsmedizin]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Irre&amp;quot; /&amp;gt; bestimmt, die ihre staatstragenden ideologischen Anleihen vorwiegend aus den [[Moralische Behandlung|Morallehren]] der Philosophie und der Religion übernahm, die aber auch durch die beginnende Industrialisierung zunehmend sozialökonomische Gesichtspunkte in die staatspolitischen Überlegungen aufnahm. Das Vorhandensein staatlicher Präsenz erschien vor allem deshalb unerlässlich, weil man von der Grundannahme der [[Einfühlung|Uneinfühlbarkeit]] und [[Verständlichkeit|Unverständlichkeit]] des tätigen Verhaltens bei Geisteskrankheiten ausging, so insbesondere auch von der Gefahr der [[Tobsucht]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Jaspers]]: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Psychopathologie.&amp;#039;&amp;#039; 9. Auflage. Springer, Berlin 1973, ISBN 3-540-03340-8, 4. Teil: Die Auffassung der Gesamtheit des Seelenlebens; §&amp;amp;nbsp;2 Die Grundunterscheidungen im Gesamtbereich des Seelenlebens, II. Wesensunterschiede d) Gemütskrankheiten und Geisteskrankheiten (natürliches und schizophrenes Seelenleben) „Uneinfühlbarkeit und Unverständlichkeit“, S. 483 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies bewirkte, dass man Geisteskranke teilweise in Fortsetzung der [[absolutistisch]]en &amp;#039;&amp;#039;Ausgrenzung von Unvernunft&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Michel Foucault]]: &amp;#039;&amp;#039;Wahnsinn und Gesellschaft. Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft&amp;#039;&amp;#039;. Suhrkamp, stw 39, 1973, ISBN 3-518-27639-5 (Histoire de la folie. Paris 1961). Das Vorwort verwendet Begriffe wie &amp;#039;&amp;#039;„Absplitterung“&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;„Abgrenzung“&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;„Geschichte der Grenzen“&amp;#039;&amp;#039; als gängige Vokabel für das &amp;#039;&amp;#039;Verhältnis von Vernunft und Unvernuft&amp;#039;&amp;#039;, um das Anliegen des Werks verdeutlichen, siehe insbesondere Seite 9&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Irre&amp;quot; /&amp;gt; –&amp;amp;nbsp;etwa durch die Methoden des [[Hôpital général]]&amp;amp;nbsp;– potentiell als [[gemeingefährlich]] hielt. Die Grundannahme der Gemeingefährlichkeit begünstigte die Befürwortung von [[Zwangsbehandlung|Zwangsmaßnahmen]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Rudolf Degkwitz (junior)|Rudolf Degkwitz]] u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Psychisch krank&amp;#039;&amp;#039;. Einführung in die Psychiatrie für das klinische Studium. Urban &amp;amp; Schwarzenberg, München 1982, ISBN 3-541-09911-9; – (a)&amp;amp;nbsp;zu Stw. „Psychische Erkrankungen im Urteil der Fachwelt und der Bevölkerung“ S. 7, Sp. 1; (b)&amp;amp;nbsp;zu Stw. „Gemeingefährlichkeit und Zwangsunterbringung“, S. 402–404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Philippe Pinel]] (1745–1826) wird allgemein dafür gerühmt, die Kranken von ihren Ketten befreit zu haben, weil er die Grundannahme der Gemeingefährlichkeit umkehrte und gegenüber dem jakobinischen Schreckensmann [[Georges Couthon]] vor den Anstaltsinsassen behauptete, die Tobsüchtigen seien deshalb aggressiv, weil sie wegen der Zwangsmaßnahmen dieses Verhalten angenommen hätten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Irre&amp;quot; /&amp;gt; Eine reale Befreiung von Ketten durch Pinel ist allerdings nicht nachweisbar.&amp;lt;ref&amp;gt;Magdalena Frühinsfeld: &amp;#039;&amp;#039;Kurzer Abriß der Psychiatrie.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Anton Müller. Erster Irrenarzt am Juliusspital zu Würzburg: Leben und Werk. Kurzer Abriß der Geschichte der Psychiatrie bis Anton Müller.&amp;#039;&amp;#039; Medizinische Dissertation, Würzburg 1991, S. 70. &amp;#039;&amp;#039;Kurzer Abriß der [[Geschichte der Psychiatrie]]&amp;#039;&amp;#039;, S. 9–80 / &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Psychiatrie in Würzburg bis Anton Müller&amp;#039;&amp;#039;, S. 81–96.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Begriff Geisteskrankheit spielte daher auch in rechtlicher Hinsicht eine entscheidende Rolle. Bis Ende 1991 war der Begriff „Geisteskrankheit“ gemäß {{§§|URL|2=https://lexetius.com/BGB/6|3=§ 6 BGB}} gesetzestextlich verankert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Situation seit den 1980er Jahren ==&lt;br /&gt;
Annahmen aus den 1960er und 1970er Jahren, dass von psychiatrischen Patienten kein höheres Risiko für die Allgemeinheit ausgehe als von den übrigen Mitbürgern, wurden seit den 1980er Jahren durch zahlreiche psychiatrisch-[[Epidemiologie|epidemiologische]] Untersuchungen in Nordeuropa, Großbritannien und Nordamerika in Frage gestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Ludwig Kröber, Dieter Dölling, Norbert Leygraf, Henning Saß (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der forensischen Psychiatrie&amp;#039;&amp;#039;. Band 4: &amp;#039;&amp;#039;Kriminologie und forensische Psychiatrie&amp;#039;&amp;#039;. Springer-Verlag, 2009, ISBN 978-3-7985-1746-2, S. 322 ff.; [https://books.google.de/books?id=dUQeBAAAQBAJ&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;hl=de%20-%20v=onepage&amp;amp;q=Kr%C3%B6ber&amp;amp;f=false#v=onepage&amp;amp;q=Nordeuropa&amp;amp;f=false Google Books]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Volavka: &amp;#039;&amp;#039;Neurobiology of Violence&amp;#039;&amp;#039;. 2., überarbeitete Auflage. American Psychiatric Publishing, Washington DC 2008, ISBN 978-1-58562-782-0, S. 234 ff.; [https://books.google.de/books?hl=de&amp;amp;lr=&amp;amp;id=5eerwIWolXIC&amp;amp;oi=fnd&amp;amp;pg=PR7&amp;amp;ots=LcJ2LVJeiE&amp;amp;sig=zSzk2iA1zF8fviy_21uD2BroW54#v=snippet&amp;amp;q=Brennan%202000&amp;amp;f=false Google Books]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig von kriminalstatistischen Erkenntnissen wird der Schutz der Allgemeinheit jedoch in modernen [[Rechtsstaat]]en für konkrete Gefahren im Einzelfall gesetzlich geregelt, zum Beispiel in Deutschland durch den [[Maßregelvollzug]] und in Österreich durch den [[Maßnahmenvollzug]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{SEP|https://plato.stanford.edu/entries/mental-disorder/}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4047734-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychische Störung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Psychiatrie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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