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	<title>Fungizid - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Fungizid&amp;diff=14157&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Dandelo: Änderungen von 87.175.114.152 (Diskussion) auf die letzte Version von Zyirkon zurückgesetzt</title>
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		<updated>2025-05-13T06:48:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Spezial:Beitr%C3%A4ge/87.175.114.152&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/87.175.114.152&quot;&gt;87.175.114.152&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:87.175.114.152&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:87.175.114.152 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) auf die letzte Version von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Zyirkon&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Zyirkon (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Zyirkon&lt;/a&gt; zurückgesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fungizid&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;fungi&amp;#039;&amp;#039;}} ‚Pilze‘, lat. {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;caedere&amp;#039;&amp;#039;}} ‚töten‘) ist ein chemischer oder biologischer [[Wirkstoff]], der [[Pilze]] oder ihre [[Sporen]] abtötet oder ihr Wachstum für die Zeit seiner Wirksamkeit verhindert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eigenschaft nennt man &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;fungizid&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; („pilzabtötend“), den Vorgang &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fungizidie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendungsbereiche ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Schimmel 050904.jpg|mini|Salami mit Schadschimmel]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Verschimmeltes Brot 2008-12-07.JPG|mini|Brot mit Schadschimmel]]&lt;br /&gt;
Fungizide werden vor allem in der [[Landwirtschaft]] als [[Pflanzenschutzmittel]] angewendet. Daneben dienen sie auch zur Bekämpfung von Schadpilzen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Schimmelpilz]]en) auf [[Holz]], Farbe, [[Textilie]]n, an Wänden ([[Echter Hausschwamm|Hausschwamm]]) und bei [[Lebensmittel]]n. Für Fungizide, die in der [[Medizin]] (z.&amp;amp;nbsp;B. gegen [[Hautpilz]]e) eingesetzt werden, ist der Begriff [[Antimykotika]] gebräuchlicher. Im Gegensatz zur Landwirtschaft werden auch fungizid wirkende [[Biozid]]e als [[Desinfektion#Chemische Desinfektionsmittel|Desinfektionsmittel]] eingesetzt. In diesem Bereich wird zwischen fungizider und sporizider Wirkung deutlich unterschieden, da das unschädlich Machen von (Schimmelpilz-)[[Spore]]n wesentlich aggressivere Chemikalien und höhere [[Einwirkzeit]]en erfordert als das Abtöten der biologisch aktiven [[Myzel]]zellen und Sporen bildenden Zellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
In früherer Zeit waren Ernteausfälle durch Pilzbewuchs keine Seltenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Jahren 1845/46 kam es in Irland zum Totalausfall der Kartoffelernte durch Pilzbefall.&lt;br /&gt;
Etwa eine Million Iren starben in der Hungersnot, zwei Millionen Iren wanderten in die USA aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Henningsen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael Henningsen |Titel=Moderne Fungizide: Pilzbekämpfung in der Landwirtschaft |Sammelwerk=[[Chemie in unserer Zeit]] |Band=37 |Nummer=2 |Datum=2003 |Seiten=98–111 |DOI=10.1002/ciuz.200300283}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gleiche Pilz führte in den Jahren 1916/1917 zu schweren Ernteausfällen bei der Kartoffelernte in Deutschland („[[Steckrübenwinter]]“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im [[Weinbau]] kam es zu großen Plagen durch Pilzbefall. Im Jahr 1848 wurden in Frankreich 80 % der Ernte vernichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Frühzeit]] nutzte man [[Schwefel]], [[Asche]], Kalk oder [[Urin]], um die Pflanzen vor Befall zu schützen.&lt;br /&gt;
1635 wurde [[Glaubersalz]], 1740 [[arsen]]haltiges [[Kupfersulfat]] eingesetzt (1786 wegen Vergiftungsgefahr verboten).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ullmann4&amp;quot;&amp;gt;Ullmann´s Encyklopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, Band 18, Stichwort: Pflanzenschutzmittel, Toxikologie, S. 4 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert schützte man Pflanzen mit Metallsalzen wie der [[Bordeauxbrühe]] aus [[Kupfersulfat]] und [[Calciumoxid]] sowie der [[Schwefelkalk]]brühe gegen [[Mehltau]].&lt;br /&gt;
Zwischen 1897 und 1930 wurden auch [[Quecksilber]] und [[Quecksilberorganische Verbindungen|organische Quecksilberverbindungen]] genutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ullmann4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1930 wurden in den USA [[Dithiocarbamate]], ab 1946 [[Dinocarb]] (erstes Fungizid mit selektiver Wirkung gegen Pilzbewuchs) gegen Schimmelpilze angewendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1960 und 1980 folgten viele neue Verbindungsklassen für Fungizide wie [[Carboxanilide]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Flutolanil]]), [[Piperazine]] ([[Triforin]]), [[Phthalimide]] ([[Captan]], [[Captafol]]), [[Morpholine]] ([[Tridemorph]]), [[Imidazole]] ([[Prochloraz]]), [[Benzimidazole]] ([[Carbendazim]], [[Benomyl]]) und [[Triazole]] ([[Propiconazol]]). Seit 1990 kamen die [[Azole]] ([[Bitertanol]], [[Hexaconazol]]) und später die [[Strobilurine]] ([[Azoxystrobin]]) auf den Markt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Winnacker&amp;quot;&amp;gt;Roland Dittmeyer, Wilhelm Keim, Gerhard Kreysa, Karl Winnacker, Leopold Küchler: &amp;#039;&amp;#039;Chemische Technik.&amp;#039;&amp;#039; Band 8, Ernährung, Gesundheit, Konsumgüter. 5. Auflage. Wiley-VCH, 2004, ISBN 3-527-30773-7, S. 218–223.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese letzteren Gruppen eroberten sehr schnell den Fungizidmarkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkungsweise ==&lt;br /&gt;
[[Pilze]] besitzen kein Chlorophyll und können daher nicht aus Kohlendioxid und Wasser Kohlenhydrate synthetisieren. Sie leben auf dem Gewebe anderer Organismen und beziehen ihre Nahrung aus dem Körper des Wirtes. [[Pilzenzym]]e bilden Pilzfäden, die die Zellwände des Wirtes auflösen können. Pilzsporen sind in der Luft und im Boden verstreut. Wenn sie auf eine günstige Umgebung treffen, wachsen schnell neue Pilzfäden heran.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fungizide können &amp;#039;&amp;#039;protektiv&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;kurativ&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;eradikativ&amp;#039;&amp;#039; wirken. Protektive Fungizide verhindern eine Sporenkeimung oder das Eindringen des Pilzes in das Pflanzengewebe. Das kann durch direkte Einwirkung auf die Spore (&amp;#039;&amp;#039;sporozide&amp;#039;&amp;#039; Wirkung) oder durch Änderung der [[Physiologie|physiologischen]] Bedingungen auf dem Blatt geschehen. Bei Anwendung protektiver Fungizide sind oft mehrere Spritzungen nötig, um während des Gefährdungszeitraums eine [[Infektion]] zu verhindern. Dies führt zu insgesamt hohen Aufwandmengen und hohen Arbeitskosten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Mitte der 1980er Jahre sind auch kurative und eradikative Fungizide erhältlich.&lt;br /&gt;
Kurative Fungizide können eine Infektion im Anfangsstadium stoppen. Eradikative Fungizide können Pilzbefall sogar dann noch erfolgreich bekämpfen, wenn bereits Befallssymptome sichtbar sind. Bisher gibt es eradikative Wirkstoffe nur für die Bekämpfung von [[ektoparasit]]ischen Pilzen wie z.&amp;amp;nbsp;B. dem [[Mehltau]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendungsort ==&lt;br /&gt;
Nach dem Anwendungsort bzw. der Anwendungsweise unterscheidet man &amp;#039;&amp;#039;Blatt-Fungizide&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Boden-Fungizide&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Beizmittel&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vollmer&amp;quot;&amp;gt;[[Günter Vollmer]] und Manfred Franz: &amp;#039;&amp;#039;Chemische Produkte im Alltag&amp;#039;&amp;#039;, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 1985, S.&amp;amp;nbsp;415–416, ISBN 3-13-670201-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blatt-Fungizide werden auf die oberirdischen Pflanzenteile gespritzt oder gestäubt, Boden-Fungizide werden in den [[Boden (Bodenkunde)|Boden]] eingebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Beizen (Pflanzenschutz)|Beizen]] als [[Saatgut]]behandlung soll Pilzsporen auf dem [[Same (Pflanze)|Samen]] abtöten und damit eine Infektion des Keimlings verhindern. Dabei kann das Saatgut in Fungizidlösung getaucht bzw. damit besprüht werden &amp;#039;&amp;#039;(Nassbeize)&amp;#039;&amp;#039; oder in Kontakt mit Fungizidpulver gebracht werden &amp;#039;&amp;#039;(Trockenbeize)&amp;#039;&amp;#039;. Heute wird praktisch das gesamte Getreidesaatgut vor der Aussaat gebeizt. Bis 1982 waren in Deutschland [[quecksilber]]haltige Beizmittel zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufnahme und Transport ==&lt;br /&gt;
=== Systemische Xylem-Verteilung in der Pflanze ===&lt;br /&gt;
Fungizide, die über das Blatt oder die Wurzeln aufgenommen und vom Transport&amp;#039;&amp;#039;system&amp;#039;&amp;#039; der Pflanze verlagert werden, werden als &amp;#039;&amp;#039;systemische&amp;#039;&amp;#039; Fungizide bezeichnet. Vor allem junge Triebe werden durch systemische Fungizide gut geschützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkstoffgruppen wie [[Triazole]], [[Benzimidazol]]e und Morpholine (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Fenpropimorph|Corbel]] oder [[Tridemorph]]) sind voll wasserlöslich und legen kein Depot an. Sie werden mit dem Wasserstrom im Xylem „nach oben“ (= akropetal) systemisch verteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein bereits vorhandener stärkerer Krankheitsbefall hemmt die Verteilung in der Pflanze. Durch die Aufwärtsbewegung der Wirkstoffe entsteht ein Verdünnungseffekt in den älteren Pflanzenteilen. Die allgemeine Aussage, systemische Wirkstoffe würden „überall in der Pflanze“ verteilt, ist speziell im Getreide falsch. Aufgrund der Wuchsform der einkeimblättrigen Pflanzen erfolgt eine Verteilung nur von unten nach oben. Daraus folgt für den praktischen Einsatz, dass die Pflanze insbesondere im unteren Bereich gut mit Fungizid benetzt werden muss. Dazu werden spezielle Düsen verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teilsystemische Verteilung ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Lokal-systemische&amp;#039;&amp;#039; Wirkstoffe werden in die Pflanze aufgenommen, verteilen sich dort aber nur in geringem Maße. Speziell die Wirkstoffgruppe der [[Imidazole]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Prochloraz]]) dringt in das Gewebe ein, bleibt dort liegen und wird nicht im Wasserstrom transportiert. Es erfolgt also keine Verdünnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Depotwirkung und translaminare Durchfeuchtung ===&lt;br /&gt;
Verschiedene Wirkstoffgruppen, insbesondere die [[Strobilurine]], aber auch die Anilino-Pyrimidine, [[Chinolin]]e und [[Oxazolidin]]-dione legen in der Wachsschicht ein Depot an, aus dem heraus die Wirkstoffe langsam und kontinuierlich das Blattgewebe translaminar „durchfeuchten“, was eine lange Dauerwirkung mit sich bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kontaktwirkung ===&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;nicht-systemischen&amp;#039;&amp;#039; Fungizide oder &amp;#039;&amp;#039;Kontaktfungizide&amp;#039;&amp;#039; dringen nicht in die Pflanze ein, sondern verbleiben an ihrer Oberfläche. Bildet die Pflanze neue Blätter oder wurde das Fungizid durch Regen abgewaschen, muss erneut gespritzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fungizidresistenz ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Fungizidresistenz}}&lt;br /&gt;
Kontaktfungizide haben im Rahmen der Resistenzproblematik von Fungiziden im Getreidebau eine zunehmende Bedeutung, auch im Kartoffelanbau spielen sie eine sehr große Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkstoffe ==&lt;br /&gt;
Bei Fungiziden kann es sich um [[Anorganische Chemie|anorganische]], [[Organometallchemie|metallorganische]] oder [[Organische Chemie|organische]] Chemikalien oder um [[Lebewesen|Organismen]] handeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Anorganische Chemie|Anorganische]] Fungizide sind zum Beispiel die [[Bordeauxbrühe]] [CuSO&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;amp;nbsp;·&amp;amp;nbsp;Ca(OH)&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;] oder [[Kupferoxychlorid]] (basisches Kupferchlorid) [3&amp;amp;nbsp;Cu(OH)&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;)&amp;amp;nbsp;·&amp;amp;nbsp;CuCl&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;amp;nbsp;·&amp;amp;nbsp;n&amp;amp;nbsp;H&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O]. Von diesen Fungiziden werden [[Kupfer]](II)-[[Ion]]en freigesetzt, die in den Pilzsporen als [[Enzym]]gifte wirken und damit eine Keimung verhindern können. [[Kolloid]]aler, reiner [[Schwefel]] &amp;#039;&amp;#039;([[Netzschwefel]])&amp;#039;&amp;#039; ist ebenfalls ein anorganisches Fungizid. Er oxidiert auf der Pflanzenoberfläche zu [[Schwefeldioxid]], das die Sporenkeimung hemmt. Anorganische Fungizide machen immer noch etwa die Hälfte der verkauften Fungizide aus. Sie dürfen auch im Rahmen der [[Ökologische Landwirtschaft|Ökologischen Landwirtschaft]], selbst in der [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Landwirtschaft]] (Demeter) verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Organometallchemie|Metallorganische]] Fungizidwirkstoffe wie die sehr giftigen und umweltschädlichen [[Quecksilber]]- und [[Zinn]]organika sind heute verboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gruppe der [[Organische Chemie|organischen]] Fungizidwirkstoffe ist sehr heterogen zusammengesetzt und schwer überschaubar. Bei den mengenmäßig wichtigen [[Getreide]]-Fungiziden werden heute vor allem Wirkstoffe aus den Klassen der [[Azole]], [[Morpholin]]e und [[Strobilurine]] eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derzeit ist in Deutschland ein biologischer Wirkstoff, der Sporen des [[parasit]]ischen Pilzes &amp;#039;&amp;#039;[[Coniothyrium minitans]]&amp;#039;&amp;#039; enthält, zur Bekämpfung von [[Sclerotinia]]-Pilzen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Weißstängeligkeit]] beim [[Raps]]) zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkstoffgruppen (Übersicht) ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Fungicide Resistance Action Committee#FRAC-Code|titel1=„FRAC-Code“ im Artikel Fungicide Resistance Action Committee}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tabelle ist nach den Anteilen am weltweiten Umsatz geordnet (siehe rechte Spalte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:90%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| class=&amp;quot;hintergrundfarbe6&amp;quot; colspan=&amp;quot;4&amp;quot; | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gruppe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;mcp&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Wolfgang Krämer, Ulrich Schirmer, Peter Jeschke, Matthias Witschel |Titel=Modern Crop Protection Compounds: Fungicides |Band=2 |Verlag=Wiley-VCH |Datum=2011 |ISBN=978-3-527-32965-6 |Seiten=1231 |Online={{Google Buch | BuchID = rZsaM-K2vdMC | Seite = 1231 }}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe5&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Fungizidgruppe || Enthält || Beispielverbindung || % am Weltumsatz&amp;lt;br /&amp;gt;(S.-Gruppe, 2004)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| DMI-Fungizide || [[Triazole]] || [[Datei:Epoxiconazole.svg|200px]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Epoxiconazol]] || 27,7&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| QoI-Fungizide || [[Strobilurine]] || [[Datei:Trifloxystrobin.svg|200px]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Trifloxystrobin]] || 19,1&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Dithiocarbamate || [[Dithiocarbamate]] || [[Datei:Maneb.svg|200px]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Maneb]] || 7,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer &amp;amp; Schwefel || Netzschwefel || [[Datei:Sulpherous Fumeroles.jpg|200px]] &amp;lt;math&amp;gt;S&amp;lt;/math&amp;gt; || 4,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| MBC-Fungizide || Benzimidazole und Thiophanate || [[Datei:Fuberidazole.svg|120px]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Fuberidazol]] || 3,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chlornitrile || Chlorthalonil || [[Datei:Chlorothalonil.png|120px]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Chlorthalonil]] || 3,3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Dicarboximide || Dicarboximide || [[Datei:Chlozolinat.svg|200px]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Chlozolinat]] || 2,9&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylamide || Acetylalanine || [[Datei:Benalaxyl structure.svg|200px]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Benalaxyl]] || 2,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Amine || Morpholine, Piperidine || [[Datei:Fenpropimorph.svg|200px]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Fenpropimorph]] || 2,7&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| AP-Fungizide || Anilinopyrimidine || [[Datei:Cyprodinil structure.svg|200px]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Cyprodinil]] || 2,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| MBI-Fungizide || || [[Datei:Tricyclazol.svg|120px]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Tricyclazol]] || 2,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| SDHI || [[Carbonsäureamide]] || [[Datei:Bixafen structure.svg|200px]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Bixafen]] || 1,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Entkoppler || || [[Datei:Fluazinam 200.svg|120px]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Fluazinam]] || 1,8&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkstoffgruppen im Getreidebau ==&lt;br /&gt;
=== Kontaktwirkstoffe ===&lt;br /&gt;
Zu dieser Gruppe gehören&lt;br /&gt;
* Netzschwefel: Elementarer [[Schwefel]] gegen verschiedene [[Mehltau]]arten (Getreide, Gemüse, Wein, Obst). Dringt in die Pilzzellen ein und stört die Atmungskette in den Mitochondrien.&lt;br /&gt;
* [[Guazatin]]: In Beizmitteln gegen Septoria nodorum und Schneeschimmel&lt;br /&gt;
* [[Chlorthalonil]]: gegen Septoria, [[Helminthosporium-Blattdürre]] (HTR), Ramularia. Zunehmende Bedeutung gegen resistente Septoria-Stämme.&lt;br /&gt;
* [[Iprodion]]: gegen Septoria und HTR, auch gegen Rapskrebs in Raps&lt;br /&gt;
* [[Anilazin]]: gegen Septoria und HTR, derzeit nicht zugelassen, früher in Dyrene flüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Azole ===&lt;br /&gt;
Die größte und (neben Strobilurinen) die bedeutendste Fungizidgruppe. Sie unterteilt sich in Abhängigkeit von den Wirkungseigenschaften in die Untergruppen der [[Benzimidazole]], [[Triazole]] und [[Imidazole]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Benzimidazole („MBC“) ====&lt;br /&gt;
Wirkungsweise im Pilzstoffwechsel: Hemmung der Zellteilung (Mitose) durch Zerstörung der Bausteine des Spindelapparates. Nur ein Angriffspunkt im Stoffwechsel des Pilzes, deshalb hohe Resistenzgefahr. Zu dieser Gruppe gehören u.&amp;amp;nbsp;a. Wirkstoffe mit insbesondere Wirkung gegen Halmbruch und Schneeschimmel. Sie besitzen eine heilende (kurative) aber keine vorbeugende (protektive) Wirkung. Wirkstoffe sind u.&amp;amp;nbsp;a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Carbendazim]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Fungizid Harvesan und Beizmitteln)&lt;br /&gt;
* [[Thiophanatmethyl]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Cercobin)&lt;br /&gt;
* [[Fuberidazol]] (z.&amp;amp;nbsp;B. in Beizmitteln)&lt;br /&gt;
* [[Benomyl]] (nicht mehr zugelassen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Carbendazim ist der eigentliche Wirkstoff. Thiophanatmethyl und Benomyl werden in der Pflanze zu Carbendazim umgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Triazole ====&lt;br /&gt;
Alle Triazole werden systemisch in der Pflanze verteilt und haben eine unterschiedlich starke vorbeugende (= protektive), heilende (= kurative) und stoppende (= eradikative) Wirkung.&lt;br /&gt;
Sie gehören zu einer Untergruppe der SBI-Fungizide (Sterol Biosynthesis Inhibitors). Diese Untergruppe wird als DMI-Fungizide (Demethylase-Inhibitor) bezeichnet. Sie hemmt das Enzym C14-Demethylase, das Lanosterol im Ergosterolbiosyntheseweg von Pilzen demethyliert. Ergosterol erfüllt in pilzlichen Plasmamembranen die gleiche Funktion wie Cholesterol in tierischen und Phytosterole in pflanzlichen Plasmamembranen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wachstumsregulatorische Nebeneffekte: Triazole und insbesondere auch die [[Strobilurine]] (s. dort) haben alle mehr oder weniger starke positive Einflüsse auf Chlorophyllgehalt, verlängerte Assimilationszeit, verbesserte Photosynthese und Längenwachstum (Einkürzung). Sie hemmen die Bildung der Abreifehormone. Dies führt zu einer langsameren Abreife, damit zu einer längeren Korneinlagerung aber auch zu einem späteren Erntetermin und wird als „Grün-Effekt“ bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Anna-Katharina Girbig |Hrsg=[[Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz|NLWKN]] |Titel=Untersuchung auf ausgewählte Pflanzenschutzmittel im Einzugsgebiet der Fuhse: Bestandsaufnahme 2011 |Ort=Hildesheim |Datum=2013 |Seiten=8 f. |Online=[https://www.nlwkn.niedersachsen.de/download/83433/Untersuchung_auf_ausgewaehlte_Pflanzenschutzmittel_im_Einzugsgebiet_der_Fuhse_-_Oberirdische_Gewaesser_Band_34_....._Ausgabe_2_2013.pdf PDF] |DNB=1038716586}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Triazolen gehören u.&amp;amp;nbsp;a. folgende Wirkstoffe: [[Propiconazol]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Desmel), [[Flusilazol]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Capitan), [[Metconazol]] (Caramba), [[Epoxiconazol]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Opus), [[Fluquinconazol]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Flamenco), [[Tebuconazol]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Folicur, viele Beizen), [[Prothioconazol]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Proline), [[Difenoconazol]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Spyrale), [[Cyproconazol]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Radius), [[Triadimenol]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Bayfidan), [[Bromuconazol]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Granit), [[Myclobutanil]]. Nicht mehr zugelassen sind [[Fenbuconazol]] und [[Bitertanol]] (z.&amp;amp;nbsp;B. früher in Baycor).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Imidazole ====&lt;br /&gt;
Teilsystemische Verteilung. Zwei wichtige Wirkstoffe sind Prochloraz (z.&amp;amp;nbsp;B. Mirage) und [[Imazalil]] (in Beizen gegen Streifenkrankheit der Gerste).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Morpholine ===&lt;br /&gt;
Morpholine sind eine weitere Untergruppe der SBI-Fungizide (Sterol-Biosynthese-Inhibiter). Sie hemmen zwei am Zellwandaufbau beteiligte Enzyme (eine Reduktase und eine Isomerase). Die dadurch entstehenden Löcher in der Zellwand führen zu einer raschen Austrocknung insbesondere bei Mehltaupilzen (= starke eradikative Wirkung). Aufgrund der zwei Angriffspunkte ist die Resistenzgefahr sehr niedrig bis fehlend.&lt;br /&gt;
Zu der Gruppe gehören die Wirkstoffe [[Fenpropimorph]] und [[Fenpropidin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Strobilurine ===&lt;br /&gt;
Sie bilden ein Wirkstoffdepot in der Wachsschicht mit anschließender translaminarer Verteilung und greifen in den Mitochondrien in den Energiestoffwechsel (Atmungskette) der Pilze ein. Sie blockieren dort nur ein Enzym und sind somit hoch resistenzgefährdet (monogenetische Resistenz gegen Mehltau und Septoria).&lt;br /&gt;
Zu den [[Strobilurine]]n gehören u.&amp;amp;nbsp;a. die Wirkstoffe [[Picoxystrobin]], [[Azoxystrobin]], [[Kresoxim-methyl]], [[Pyraclostrobin]], [[Fluoxastrobin]], [[Trifloxistrobin]], [[Dimoxystrobin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chinoline ===&lt;br /&gt;
Chinoline bilden ähnlich wie Strobilurine ein Depot in der Wachsschicht und zeigen eine translaminare Verteilung. Sie besitzen keine heilende (kurative) Wirkung, jedoch eine relativ lange Dauerwirkung. Wirkstoffe: [[Quinoxyfen]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Fortress) und [[Proquinazid]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anilino-Pyrimidine ===&lt;br /&gt;
Auch die Anilino-Pyrimidine bilden ähnlich wie Strobilurine ein Depot in der Wachsschicht mit anschließender translaminarer und systemischer Verteilung. Sie blockieren im Pilzstoffwechsel die Synthese der Aminosäure Methionin und hemmen damit das Eindringen in das Blatt (Appressorienbildung, Penetration) und das Wachstum im Blattgewebe (Bildung von Haustorien).&lt;br /&gt;
Wirkstoffe: [[Cyprodinil]], [[Mepanipyrim]] und [[Pyrimethanil]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oxazolidin-dione ===&lt;br /&gt;
Auch diese Wirkstoffgruppe bildet ähnlich wie Strobilurine ein Depot in der Wachsschicht mit anschließender translaminarer Verteilung. Sie verhindert das Auskeimen der Sporen durch Hemmung der Atmungskette in den Mitochondrien. Wirkstoff: [[Famoxadon]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Carbonsäureamide ===&lt;br /&gt;
Die BASF führte ab 2003 den Wirkstoff [[Boscalid]] am Markt ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=US EPA |url=https://www3.epa.gov/pesticides/chem_search/reg_actions/registration/fs_PC-128008_01-Jul-03.pdf |titel=US EPA - Pesticides - Fact Sheet for Boscalid |werk=www3.epa.gov |datum=2003-07 |sprache=en |abruf=2023-03-19}}&amp;lt;!--BASF: [http://www.basf.com/group/corporate/de/innovations/publications/innovation-award/2005/boscalid Boscalid – ein modernes Fungizid für Sonderkulturen]--&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
In den Jahren 2011 und 2012 wurden weitere Fungizide mit Wirkstoffen aus der Gruppe der [[Carbonsäureamide]] (Carboxamide) zugelassen. Für Bayer Crop Science waren dies Aviator Xpro, Input Xpro und Skyway Xpro (allesamt mit dem Wirkstoff [[Bixafen]]) und für BASF das Adexar (mit dem Wirkstoff [[Fluxapyroxad]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.agrar.basf.de/agroportal/de/de/produkte_/produktempfehlung/product_details_43969.html |text=Datenblatt Adexar |wayback=20160106193039 |archiv-bot=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;). Syngenta arbeitet ebenfalls an einem neuen Fungizid [[Isopyrazam]] aus dieser Wirkstoffgruppe. Er wurde 2010 in England erstmals zugelassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Chemie.de: [https://www.chemie.de/news/115727/syngenta-erhaelt-fuer-pflanzenschutzmittel-isopyrazam-erste-zulassung-in-europa.html Syngenta erhält für Pflanzenschutzmittel Isopyrazam erste Zulassung in Europa], 1. April 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Carboxamide hemmen den Komplex II der [[Atmungskette]], die [[Succinat-Dehydrogenase]]. Sie werden häufig in Kombination mit [[Azole]]n eingesetzt, damit Resistenzentwicklungen so lange wie möglich vermieden werden. Da Carboxamide vor allem das Keimen von Pilzsporen unterdrücken&amp;lt;!--- stimmt das so?---&amp;gt;, gelten die auch kurativ wirkenden Azole als geeignete Ergänzung.&amp;lt;ref&amp;gt;Stephan Weigand: &amp;#039;&amp;#039;Fungizidresistenz im Getreide – Aktuelle Situation in Bayern.&amp;#039;&amp;#039; März 2011 ([https://www.yumpu.com/de/document/view/10646401/fungizidresistenz-im-getreide-a-aktuelle-situation-in-bayern yumpu.com]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbrauchs- und Produktionsmengen ==&lt;br /&gt;
In Deutschland werden jährlich etwa 10.000 Tonnen Fungizide ([[Pflanzenschutzwirkstoff|Wirkstoff]]) verkauft und im [[Pflanzenschutz]] eingesetzt. 2017 wurden 13.271 Tonnen Fungizidwirkstoffe oder 33.376 Tonnen Fungizide (inkl. [[Bakterizid]]e und [[Viruzid]]e) abgegeben. Dies entspricht etwa einem Viertel der Gesamtmenge an [[Pflanzenschutzmittel]]n.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit]]: [https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/04_Pflanzenschutzmittel/01_meldungen_par_64/meld_par_64_2017.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 &amp;#039;&amp;#039;Absatz an Pflanzenschutzmitteln in der Bundesrepublik Deutschland&amp;#039;&amp;#039;]. 18. September 2018, abgerufen am 23. September 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Österreich beträgt der jährliche Fungizid-Verbrauch etwa 1400 Tonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa ist der Anteil der Fungizide an den verkauften Pflanzenschutzmitteln relativ groß. Wegen des feuchten [[Klima]]s und der dicht gesäten Getreidebestände ist hier die Gefahr von Pilzinfektionen größer als in anderen Teilen der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ &amp;#039;&amp;#039;Produktion Fungizide 2007 in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Statistisches Bundesamt, Fachserie 4, Reihe 3.1, Jahr 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe6&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Fungizid!!Produzierte Menge in Tonnen!!Umsatz in Mio. Euro&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Anorganische Erzeugnisse || 13.989 || 22,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Dithiocarbamate || 7.313 || 52,9&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Benzimidazole || 295 || 1,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Diazole, Triazole || 7.428 || 275,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Morpholine || 1.493 || 70,9&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Andere Fungizide || 13.750 || 417&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuere Entwicklungen ==&lt;br /&gt;
Es gibt Pilze, die Giftstoffe gegen andere Pilze produzieren.&lt;br /&gt;
Zwei wichtige Wirkstoffe konnten W. Steglich und T. Anke im Jahr 1977 isolieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Henningsen&amp;quot; /&amp;gt; Diese Wirkstoffe heißen [[Strobilurine]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[BASF]] und Zeneca ([[Syngenta]]) untersuchten diese Inhaltsstoffe bezüglich ihrer Anwendung im Pflanzenschutz.&lt;br /&gt;
Die natürlichen Strobilurine erwiesen sich als sehr instabil. Durch Luft und Licht verlieren die Wirkstoffe schnell ihre Aktivität.&lt;br /&gt;
1996 wurde der Wirkstoff [[Azoxystrobin]] mit guter Beständigkeit und guter fungizider Wirkung gefunden und auf den Markt gebracht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Henningsen&amp;quot; /&amp;gt; Dieses Fungizid wird bei Septoria und Rost angewendet und findet Anwendung im Getreide-, Obst- und Gemüseanbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die BASF fand im gleichen Jahr den Wirkstoff [[Kresoxim-methyl]] gegen Mehltau an Getreide, Kernobst und Weinreben. Im Jahr 2003 führte die BASF einen weiteren neuen Wirkstoff, das [[Dimoxystrobin]], auf dem Markt ein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Henningsen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wirkstoffe ergaben einen gesteigerten Ertrag von etwa 10 % und ließen die Pflanzen länger grün bleiben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Henningsen&amp;quot; /&amp;gt; Die biochemischen Wirkungsketten bei der Hemmung der Pilzausbreitung können heutzutage besser analysiert werden. Der biochemische Stoff Ubichinon oder auch [[Coenzym Q]], der für den Elektronentransport verantwortlich ist, wird durch Strobilurine behindert. Dadurch können Pilze keine Energie gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In wenigen Jahren – bis zum Jahr 2000 – konnte der Gesamtumsatz an Strobilurinen auf 14,8 % der Welterzeugung an Fungiziden hochgeschraubt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch andere neue Wirkstoffe wurden in den letzten Jahren gefunden. Die Namen dieser Stoffe sind beispielsweise [[Famoxadon]] und [[Cyazofamid]].&lt;br /&gt;
Gegen die Steroidbiosynthese in Pilzen hat Bayer die Wirkstoffe Prothioconazol und das [[Spiroxamine]] entwickelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Henningsen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Schwierigkeit bei Neuentwicklungen von Fungiziden dürfte wohl die richtige Beratung der Landwirte, die genaue Erarbeitung von toxikologischen Untersuchungen, die richtige Ermittlung des speziellen Anwendungsbereiches sein, die Herausstellung des verbesserten Nutzspektrums im Vergleich zu anderen oder älteren Mitteln sein. Nach der Produktionsstatistik von 2007 für Deutschland besitzen auch die Fungizidgruppen von Dithiocarbamaten, Triazolen, Morpholinen, Benzimidazolen und sogar die anorganischen Fungizide ein erhebliches Marktpotenzial.&lt;br /&gt;
Überzeugend für den Verbraucher wäre ein möglichst geringer Fungizideinsatz je Hektar bei sehr guter Aktivität und ohne Nebenwirkungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mussten früher 2–5&amp;amp;nbsp;kg Schwefel als Fungizid für einen Hektar eingesetzt werden, um das Feld pilzfrei &amp;lt;!-- Pilzfreiheit ist nicht das Ziel der Anwendung, man will nur unter die Schadschwelle kommen --&amp;gt;zu bekommen, benötigte man für Dithiocarbamate nur noch 1500–2000&amp;amp;nbsp;g je Hektar. Durch [[Triadimefon]] konnte der Verbrauch auf nur 50–120&amp;amp;nbsp;g/Hektar gesenkt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zulassung ==&lt;br /&gt;
Fungizide, die als Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden sollen, durchlaufen vor ihrer Markteinführung ein amtliches Zulassungsverfahren, in welchem unter anderem Wirksamkeit gegen Schaderreger und Umweltverträglichkeit nachgewiesen werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zugelassenen Fungizide können online abgefragt werden. Die in der Schweiz zugelassenen Präparate und Wirkstoffe können beim [[Bundesamt für Landwirtschaft]] eingesehen werden, in Österreich ist die [[Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit]] (AGES) zuständig und in Deutschland das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Hinsichtlich der in der EU zugelassenen Wirkstoffe gibt die [[Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit]] Auskunft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PSM&amp;quot;&amp;gt;{{PSM-Verz|EU=DB |CH=DB |A=DB |D=DB |Abruf=2016-02-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2019 wurden aufgrund neuer Studien zu [[Chlorthalonil]], sowie der Metaboliten im Grundwasser (und in der Folge im Trinkwasser), in der EU und der Schweiz der Substanz die [[Chlorthalonil#Zulassung|Zulassung entzogen]] und der Verkauf ab Herbst 2019 verboten. Restbestände dürfen bis Ende Mai 2020 noch aufgebraucht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Antimykotikum]]&lt;br /&gt;
* [[Desinfektion#Chemische Desinfektionsmittel|Desinfektionsmittel]]&lt;br /&gt;
* [[Fungistatikum]]&lt;br /&gt;
* [[Resistenz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Michael Henningsen: &amp;#039;&amp;#039;Moderne Fungizide: Pilzbekämpfung in der Landwirtschaft.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Chemie in unserer Zeit]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 37, Nr. 2, 2003, S. 98–111, [[doi:10.1002/ciuz.200300283]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Pestizide}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fungizid| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Dandelo</name></author>
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