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	<title>Fastenzeit - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Fastenzeit&amp;diff=1224&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler am 27. August 2025 um 04:30 Uhr</title>
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		<updated>2025-08-27T04:30:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bruegel Lent.jpg|mini|„Frau Fasten“ als symbolische Verkörperung der Fastenzeit auf dem Gemälde &amp;#039;&amp;#039;[[Der Kampf zwischen Karneval und Fasten]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Pieter Brueghel der Ältere|Pieter Brueghel dem Älteren]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fastenzeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird in der [[Westkirche]] der vierzigtägige Zeitraum des [[Fasten]]s und [[Gebet|Betens]] zur Vorbereitung auf das [[Hochfest]] [[Ostern]] bezeichnet. In den [[Protestantismus|reformatorischen Kirchen]] ist hierfür der Begriff „[[Passionszeit]]“ gebräuchlich. In der römisch-katholischen Kirche wird seit dem [[Zweites Vatikanisches Konzil|Zweiten Vatikanischen Konzil]] auch die Bezeichnung „österliche Bußzeit“ verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{LThK|[[Andreas Heinz (Theologe)|Andreas Heinz]]|Fastenzeit|3|3|1194}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[orthodoxe Kirche|orthodoxen Kirchen]] nennen sie die &amp;#039;&amp;#039;heilige und große Fastenzeit&amp;#039;&amp;#039;, kennen daneben aber noch drei weitere längere Fastenzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historische Begriffe im deutschen Sprachraum sind „die Fast“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gundolf Keil]]: &amp;#039;&amp;#039;Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm.&amp;#039;&amp;#039; Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: &amp;#039;&amp;#039;Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes&amp;#039;&amp;#039;), S. 375 (&amp;#039;&amp;#039;Fast&amp;#039;&amp;#039;, etwa in „so die fast anget“, dort Fastenzeit vor Ostern).&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie „die große Faste“ und „die lange Faste“.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://woerterbuchnetz.de/DWB/?sigle=DWB&amp;amp;mode=Vernetzung&amp;amp;lemid=GF01173 &amp;#039;&amp;#039;faste&amp;#039;&amp;#039;.] [[Deutsches Wörterbuch]] von [[Brüder Grimm|Jacob Grimm und Wilhelm Grimm]], Bd. 3, Sp. 1350, auf woerterbuchnetz.de, abgerufen am 6. Februar 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die wichtigste lateinische Bezeichnung ist &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Quadragesima&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung auf [[Weihnachten]] gab es in der Westkirche eine zweite, ursprünglich ebenfalls vierzigtägige Bußzeit, den [[Advent]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkonfessionelle Entwicklung ==&lt;br /&gt;
Seit dem 2.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert ist ein zweitägiges [[Osterfasten|Trauerfasten]] an [[Karfreitag]] und [[Karsamstag]] bezeugt, das im 3.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert mancherorts auf die ganze [[Karwoche]] ausgedehnt wurde. Im 3.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert gab es in Rom eine dreiwöchige Fastenzeit, doch „seit dem 4. Jh. ist auf vielfältige Weise eine vierzigtägige Vorbereitungszeit auf das Osterfest bezeugt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Heinrich Bieritz: &amp;#039;&amp;#039;Der Gottesdienst im Kirchenjahr: Einführung in das proprium de tempore.&amp;#039;&amp;#039; In: Evangelisches Gottesdienstbuch, Ergänzungsband, S. 152.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Periode galt als [[Kirchenbuße |Bußzeit]] für öffentliche Sünder und gleichzeitig als Vorbereitungszeit der [[Katechumenat|Katechumenen]] (Taufbewerber) auf die Taufe, die damals nur in der [[Osternacht]] gespendet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biblische Motive und Symbolik ==&lt;br /&gt;
Biblischer Hintergrund für die Festsetzung der Fastenzeit auf 40 Tage und Nächte ist das ebenfalls vierzigtägige Fasten Jesu in der Wüste {{Bibel|Mt|4|2}}. Die Zahl 40 erinnert aber auch an die 40 Tage der [[Sintflut]] {{Bibel|Gen|7|4–6}}, an die 40 Jahre, die das Volk Israel durch die Wüste zog {{Bibel|Ex|16|35}}, an die 40 Tage, die [[Mose]] auf dem [[Sinai (Berg)|Berg Sinai]] in der Gegenwart Gottes verbrachte {{Bibel|Ex|24|18}}, und an die Frist von 40 Tagen, die der Prophet [[Jona]] der Stadt [[Ninive]] verkündete, die durch ein Fasten und Büßen Gott bewegte, den Untergang von ihr abzuwenden {{Bibel|Jona|3|4}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zählung ==&lt;br /&gt;
Die Dauer von „vierzig Tagen“ ist eher als symbolische und weniger als mathematische Größe verstanden worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Hansjörg Auf der Maur: &amp;#039;&amp;#039;Feiern im Rhythmus der Zeit I. Herrenfeste in Woche und Jahr.&amp;#039;&amp;#039; Regensburg 1983, ISBN 3-7917-0788-4 (&amp;#039;&amp;#039;Gottesdienst der Kirche. Handbuch der Liturgiewissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; Teil 5), S. 146.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ursprünglich&amp;amp;nbsp;– so etwa in Rom gegen Ende des 4.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts&amp;amp;nbsp;– scheint das Fasten am 6.&amp;amp;nbsp;Sonntag vor Ostern ([[Invocavit]]) begonnen zu haben, es endete am 40.&amp;amp;nbsp;Tag, dem [[Gründonnerstag]], an dem die Büßer wieder zum Empfang der [[Kommunion]] zugelassen wurden. Ab dem 5.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wurden die [[Fastensonntag|Sonntage]] (als „kleine“ Auferstehungstage) vom Fasten ausgenommen. Um auf eine vierzigtägige Fastenzeit zu kommen, wurde daher der Beginn des Fastens &amp;#039;&amp;#039;(caput ieiunii)&amp;#039;&amp;#039; auf den [[Aschermittwoch]] vorgezogen und auch die beiden Tage des Trauerfastens (Karfreitag und Karsamstag) noch mitgerechnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Adolf Adam (Theologe)|Adolf Adam]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Kirchenjahr mitfeiern.&amp;#039;&amp;#039; Herder Verlag, Freiburg/Basel/Wien 1979. S. 81ff.; Karl-Heinrich Bieritz: &amp;#039;&amp;#039;Das Kirchenjahr. Feste, Gedenk- und Feiertage in Geschichte und Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Union Verlag, Berlin 1988, ISBN 3-372-00012-9. S. 90–93.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer anderen Zählweise, welche die Sonntage einschließt, beginnt die Fastenzeit am Aschermittwoch und geht bis [[Palmsonntag]]. Mit dem Palmsonntag beginnt die [[heilige Woche]], die dann als gesonderter Abschnitt gerechnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die adventliche Fastenzeit umfasste ursprünglich 40 Tage und begann nach dem 11. November, dem [[Martinstag]]. Die Sitte, an diesem Abend noch eine [[Hausgans|Martinsgans]] zu essen, ist ebenso wie der Beginn der [[Karnevalssession]] am 11. November in Parallele zu den [[Fastnacht]]sbräuchen vor Aschermittwoch zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung in der Westkirche ==&lt;br /&gt;
Mit dem Auslaufen der öffentlichen [[Kirchenbuße]] gegen Ende des ersten Jahrtausends erhielt sich der Ritus der Bestreuung mit Asche als Zeichen der Buße und wurde an allen Gläubigen vorgenommen. Der Ritus der Auflegung der Asche fand Eingang in die Liturgie des  [[Aschermittwoch]]s. Auf der [[Synode von Benevent]] (1091) empfahl Papst [[Urban II.]] diesen Brauch allen Kirchen.&amp;lt;ref&amp;gt;Adolf Adam: &amp;#039;&amp;#039;Das Kirchenjahr mitfeiern.&amp;#039;&amp;#039; Herder Verlag, Freiburg/Basel/Wien 1979. S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[mittelalter]]lichen Fastenregeln erlaubten nur eine Mahlzeit am Tag, in der Regel am Abend. Der Verzehr von Fleisch, Milchprodukten, Alkohol und Eiern war verboten. Darauf geht die Tradition zurück, in den [[Fastnacht]]stagen Backwerk mit Zutaten wie Milch, Eiern, Zucker oder Schmalz herzustellen, wie etwa [[Krapfen (Hefeteig)|Krapfen]], um solche Vorräte vor der Fastenzeit aufzubrauchen. Der [[Fastnachtsdienstag]] wird im französischsprachigen Raum dementsprechend &amp;#039;&amp;#039;Mardi Gras&amp;#039;&amp;#039; („fetter Dienstag“), im englischsprachigen &amp;#039;&amp;#039;Pancake Tuesday&amp;#039;&amp;#039; („Pfannkuchendienstag“) genannt. 1486 erlaubte Papst [[Innozenz VIII.]] auch den Verzehr von [[Laktizinien]] in der Fastenzeit. Gegen Zahlung des sogenannten „Butterpfennigs“ konnte bis dahin von dem Verbot, Butter und andere Milchspeisen zu verzehren, [[Dispens]] erteilt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Fastenzeit in der römisch-katholischen Kirche ==&lt;br /&gt;
[[Datei:StMartin43-53.JPG|mini|Symbol der Passionszeit: das verhüllte Kreuz]]&lt;br /&gt;
Die vierzigtägige Fastenzeit der römisch-katholischen Kirche ist als österliche Bußzeit bestimmt und dient der Vorbereitung auf die Feier des Todes und der Auferstehung Christi. „[[Katechumenat|Katechumenen]] und Gläubige bereitet die Liturgie der vierzig Tage zur Feier des Ostergeheimnisses; die einen durch die verschiedenen Stufen der Aufnahme in die Kirche, die anderen durch Taufgedächtnis und tätige Buße“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Grundordnung des Kirchenjahres]] und des neuen Römischen Generalkalenders Nr. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Die Fastenzeit dauert von [[Aschermittwoch]] bis zum Beginn der [[Heilige Messe|Messe vom letzten Abendmahl]] am [[Gründonnerstag]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Amtliche [[Grundordnung des Kirchenjahres]] und des neuen Römischen Generalkalenders Nr. 28.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab [[Karfreitag]] bis zur Osternachtfeier schließt sich das [[Osterfasten]] an,&amp;lt;ref&amp;gt;Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders Nr. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt; als Trauerfasten zum Gedächtnis der [[Passion Jesu|Passion]] und der Grabesruhe Christi und zur Vorbereitung der Taufe oder Erneuerung der Taufversprechen in der Osternacht. Die Fastenzeit gilt als [[Geschlossene Zeit|geschlossene]] oder „gebundene“ Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anforderungen der katholischen Kirche an die Fastenpraxis sind detailliert in der [[apostolische Konstitution|apostolischen Konstitution]] &amp;#039;&amp;#039;[[Paenitemini]]&amp;#039;&amp;#039; Papst [[Paul VI.|Pauls VI.]] aus dem Jahr 1966 geregelt. Neben der Beachtung besonderer Speisegebote werden auch andere Formen der [[Askese]] und [[Buße (Religion)|Buße]] empfohlen. Die Gläubigen sind angehalten, das [[Gebet]] intensiver zu pflegen und vermehrt an [[Gottesdienst]]en und Andachten (etwa der [[Kreuzweg]]andacht) teilzunehmen. Ebenso sollen sie mehr Werke der Nächstenliebe verrichten und [[Almosen]] geben. Ein solches Bußwerk wird, wie auch eine spürbare finanzielle Spende, die in der Fastenzeit gegeben wird, &amp;#039;&amp;#039;Fastenopfer&amp;#039;&amp;#039; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den [[Fastensonntag]]en und [[Hochfest]]en, die in die Fastenzeit fallen (etwa dem [[Josefstag|Hochfest des heiligen Josef]] oder dem der [[Verkündigung des Herrn]]) wird nicht gefastet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele katholische Pfarrgemeinden kennen die Tradition des „Fastenessens“. Unter diesem Begriff versteht man ein Solidaritätsessen zugunsten von Projekten in der [[Dritte Welt|Dritten Welt]], für die auf den üblichen [[Braten (Gericht)|Sonntagsbraten]] verzichtet wird. Stattdessen wird oft ein einfacher Eintopf oder ein für das Projektland typisches Gericht verkauft oder gegen eine Spende gereicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Liturgiereform]] in der Folge des [[Zweites Vatikanisches Konzil|Zweiten Vatikanischen Konzils]] überließ die Ausgestaltung der Bestimmungen zum Fasten und der Lage der [[Quatember]]tage weitgehend den einzelnen [[Bischofskonferenz]]en.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Codex Iuris Canonici]], Can. 1253.&amp;lt;br /&amp;gt;[https://recht.drs.de/fileadmin/user_files/117/Dokumente/Rechtsdokumentation/4/4/2/95_23_16.pdf &amp;#039;&amp;#039;Partikularnorm Nr. 16 der Deutschen Bischofskonferenz zu cc. 1251, 1253 CIC, Bußordnung/Fasten-Abstinenz (Kirchliche Bußpraxis/Weisungen zur Bußpraxis)&amp;#039;&amp;#039;], 5. Oktober 1995, abgerufen am 6. November 2017 (pdf, 8 kB).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liturgie ===&lt;br /&gt;
Die [[Fastensonntag]]e  werden nach den Anfängen der liturgischen Messfeiern benannt, den lateinischen [[Antiphon (Musik)|Antiphonen]] zum [[Introitus (Gesang)|Introitus]] bzw. nach dem Ritus der Palmweihe am Palmsonntag (Palmarum).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Liturgie der Fastenzeit wird kein [[Halleluja]] gesungen, das [[Gloria]] nur an [[Hochfest]]en und [[Fest (Liturgie)|Festen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/veroeffentlichungen/arbeitshilfen/AH_215.pdf |titel=Grundordnung des Römischen Messbuchs. Vorabpublikation zum Deutschen Messbuch |hrsg=Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz |datum=2007-06-12 |seiten=132 |format=pdf; 532&amp;amp;nbsp;kB |abruf=2021-02-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem Gloria der Messe vom letzten Abendmahl am Gründonnerstag bis zum Gloria in der Osternacht werden keine Glocken geläutet, sondern stattdessen [[Ratschen]] verwendet. Auch die Orgel schweigt traditionell während des folgenden [[Triduum Sacrum]]. Ebenso ist Blumenschmuck im Altarraum während der Fastenzeit nur am vierten Fastensonntag [[Laetare]] sowie an Hochfesten und Festen erlaubt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Die liturgische Farbe der Fastenzeit ist Violett bzw. am vierten Fastensonntag Rosa (wobei auch Violett getragen werden darf). Gebotene [[Gedenktag]]e werden während der Fastenzeit wie ungebotene Gedenktage behandelt, in der Messe darf vom Gedenktag nur das [[Tagesgebet]] genommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Stundengebet|Stundenliturgie]] entfällt nach dem Eröffnungsvers &amp;quot;O Gott komm mir zu Hilfe&amp;quot; das Halleluja. Eine Änderung bzw. freie Wahl der Propriumstexte ist nicht gestattet. Das [[Te Deum]] wird nur an Festen und Hochfesten gesungen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Titel=Allgemeine Einführung in das Stundengebet |Hrsg=Kongregation für den Gottesdienst |Nummer= |Seiten= |Online=http://www.liturgie.de/liturgie/pub/litbch/aes.pdf}}&amp;lt;/ref&amp;gt; das Canticum „die Hochzeit des Lammes“ aus der Offenbarung des Johannes (vgl. {{B|Offb|19|1–7}}) der zweiten Sonntagsvesper wird durch ein Canticum aus dem ersten Petrusbrief ersetzt (vgl. {{B|1 Petr|2| 21–24}}). Die Benedictus- und Magnificat-Antiphonen beziehen sich immer auf das Evangelium des Tages. In der [[Lesehore]] wird während des ersten [[Leseordnung|Lesejahres]] Teile des Buches [[Deuteronomium]] sowie der [[Brief an die Hebräer|Hebräerbrief]] verlesen. Im zweiten Lesejahr werden Teile der Bücher [[Exodus (Bibel)|Exodus]], [[Levitikus]] und [[Numeri]] verlesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Eine Feier der Gedenktage der Heiligen ist in Form einer Kommemoration möglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem 5. Sonntag der Fastenzeit („[[Passionssonntag]]“) werden Kreuze und Standbilder durch violette Tücher verhüllt. Die [[Retabel]] von [[Triptychon|Triptychen]] und [[Flügelaltar|Flügelaltäre]]n sind in der Fastenzeit häufig zugeklappt und zeigen die einfacher gestaltete Rückseite der Flügel. Teilweise verhüllen [[Fastentuch|Fastentücher]] den ganzen Chorraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fasten außerhalb der Fastenzeit ===&lt;br /&gt;
Die [[Kirchengebote]] führen als viertes auf: „Du sollst die gebotenen Fasttage halten“. Bis zu den Reformen Papst Pauls VI. nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil galten als gebotene Fast- und Abstinenztage neben dem Aschermittwoch und dem Karfreitag auch die Freitage der Fastenzeit, der Karsamstag bis mittags und die Freitage der vier [[Quatember]]wochen. Daneben bestand das Fasten-, nicht aber das Abstinenzgebot auch am [[Vigil (Liturgie)|Vigiltag]] verschiedener Feste: am [[Heiliger Abend|Heiligen Abend]], und den Vigiltagen von [[Pfingsten]], [[Mariä Himmelfahrt]] und [[Allerheiligen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis in die 1960er-Jahre war Katholiken auch die Abstinenz von Fleischspeisen an den Freitagen  verbindlich vorgeschrieben (Codex des Kanonischen Rechtes)&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.vatican.va/archive/DEU0036/__P4O.HTM Can. 1251]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach Maßgabe der Bischofskonferenzen einiger Länder kann dieser Verzicht auch durch einen anderen Akt der Buße und des Verzichts ersetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Gläubige fasten aus persönlicher Frömmigkeit außer freitags zusätzlich auch mittwochs oder auch samstags. Zu den Verpflichtungen der Mitglieder einiger Skapulierbruderschaften, etwa der [[Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel|Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel]], gehört die Abstinenz von Fleischspeisen mittwochs, freitags und samstags.&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Freitagsopfer}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Fastenzeiten in den orthodoxen Kirchen ==&lt;br /&gt;
In der orthodoxen Kirche gibt es vier mehrtägige Fastenzeiten:&lt;br /&gt;
* Die „heilige und große vierzigtägige Fastenzeit“ beginnt sieben Wochen vor Ostern; sie zählt die Sonntage mit und dauert somit bis zum Freitag vor dem [[Lazarus-Samstag]] an. Davor liegt eine dreiwöchige Vorfastenzeit, deren letzte Woche „Milchwoche“ oder „Käsewoche“ heißt, in der kein Fleisch mehr, aber Milch, Milchprodukte und Eier, sowie, je nach Tradition, auch Fisch verzehrt werden. An die große Fastenzeit schließt unmittelbar das Fasten des Lazarus-Samstages, des Palmsonntages und der Karwoche an.&lt;br /&gt;
* Die Apostel-Fastenzeit, in der ein leichtes Fasten gilt, dauert vom ersten Sonntag nach Pfingsten bis zum Hochfest [[Peter und Paul]] am 29. Juni. Die Dauer hängt vom Osterdatum ab; dieses Fasten fällt im [[Neukalendarier|Neuen Kalender]] in manchen Jahren auch komplett aus.&lt;br /&gt;
* Die [[Marienfastenzeit|Fastenzeit vor Mariä Entschlafung]], in der streng gefastet wird, dauert vom 1. bis zum 14. August.&lt;br /&gt;
* Die [[Philippus-Fastenzeit]], die dem westlichen [[Advent]] entspricht, dauert vom 15. November bis 24. Dezember.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fastenstufen in den orthodoxen Kirchen ===&lt;br /&gt;
Je nach Tradition gibt es verschiedene Fastenstufen. Während der Fastenzeiten sollte sowohl die Anzahl der täglichen Mahlzeiten als auch deren Gehalt eingeschränkt werden. An Samstagen und Sonntagen wird das Fasten jeweils um eine „Stufe“ gelockert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der in den [[orthodoxe Kirchen|orthodoxen Kirchen]] verbreiteten Ansicht gilt jedoch das [[Gebet|Beten]] sowie die bestmögliche Enthaltung von [[Sünde]]n als der wichtigere Teil des Fastens. Die Nahrungseinschränkung wird als Unterstützung zur Erreichung dieser eigentlichen Ziele verstanden und nicht als Selbstzweck. Jeder Gläubige sollte seine Fastenregeln mit seinem [[Priester (Christentum)|Priester]] oder Beichtvater abklären. Fasten „auf eigene Faust“ wird nicht empfohlen. Die genaue Beachtung der Speiseregeln wird heute nur noch von einer kleinen Minderheit von Gläubigen vollständig eingehalten, in der [[Karwoche]] jedoch ist das Fasten weiterhin verbreitet üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Speisegebote kennen die orthodoxen Kirchen grundsätzlich drei Stufen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch die [[Fasten#Allgemeines|drei Stufen]] des &amp;#039;&amp;#039;ieiunums&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; des Fastens:&lt;br /&gt;
# Strenges Fasten: außer Honig werden keinerlei tierische Produkte verzehrt, außerdem weder Öl noch Alkohol.&lt;br /&gt;
# Leichtes Fasten: Über Stufe 1 hinaus sind Wein, Öl und [[Weichtiere]] erlaubt.&lt;br /&gt;
# Fisch: Über Stufe 2 hinaus ist auch noch Fisch erlaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Fastenstufen können von Kirche zu Kirche verschieden gehandhabt werden. Sie können auch durch den Priester für den einzelnen Gläubigen an dessen Möglichkeiten angepasst werden.&lt;br /&gt;
In Klöstern gibt es noch eine zusätzliche Form des Fastens, die &amp;#039;&amp;#039;Xerophagia&amp;#039;&amp;#039;, die sich durch kompletten Nahrungsverzicht bis zur neunten Stunde (15 Uhr) auszeichnet und danach nur Brot, Früchte und Wasser erlaubt. Diese Form ist für die große Fastenzeit vor Ostern vorgesehen und wird von [[Laie (Religion)|Laien]] bisweilen am „Reinen Montag“ (dem ersten Fastentag) und am Karfreitag eingehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fastenordnung der „großen Fastenzeit“ ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!Wochen || Montag || Dienstag || Mittwoch || Donnerstag || Freitag || Samstag || Sonntag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!1. Vorfastenwoche&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;7&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Fastenfrei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!2. Vorfastenwoche&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039; || style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Strenges Fasten || &amp;amp;nbsp; || style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Strenges Fasten || colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!3. Vorfastenwoche&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;7&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Milchwoche/Tyrophagia/[[Masleniza]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!1. Fastenwoche&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Strenges Fasten oder Xerophagia (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Reiner Montag&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) || colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Strenges Fasten || colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Leichtes Fasten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!2. Fastenwoche&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;5&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Strenges Fasten || colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Leichtes Fasten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!3. Fastenwoche&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;5&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Strenges Fasten || colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Leichtes Fasten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!4. Fastenwoche&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;5&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Strenges Fasten || colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Leichtes Fasten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!5. Fastenwoche&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;5&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Strenges Fasten || colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Leichtes Fasten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!6. Fastenwoche&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;5&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Strenges Fasten || style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Leichtes Fasten (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lazarus-Samstag&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) || style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Fisch, Wein und Öl (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Palmsonntag&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!Große Woche (Karwoche)&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Strenges Fasten || style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Strenges Fasten oder Xerophagia (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Karfreitag&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) || style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Strenges Fasten (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Karsamstag&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) || style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;|Fastenbrechen (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ostersonntag&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fasten außerhalb der Fastenzeiten ===&lt;br /&gt;
Außer in den Wochen direkt nach Ostern und Pfingsten ([[Oktav (Liturgie)|Oktav]]) und in den zwei Wochen nach Weihnachten soll an jedem Mittwoch und Freitag streng gefastet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für orthodoxe [[Mönchtum|Mönche]] gelten weitere Regeln. Allgemein fasten sie zusätzlich an jedem Montag. Die weitere Ausgestaltung ist jedoch von Kloster zu Kloster verschieden. In den strengsten Klöstern kann ein einziges gekochtes Ei pro Jahr, am Ostersonntag, das maximal Erlaubte an tierischen Lebensmitteln sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Fastenzeiten in den evangelischen Kirchen ==&lt;br /&gt;
„Im evangelischen Bereich heißen die vierzig Tage Passionszeit – Zeichen dafür, dass das Motiv der Passion Jesu die gesamte Vorbereitungszeit auf Ostern bestimmt. Ursprünglich war solche Prägung auf die Karwoche beschränkt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl-Heinrich Bieritz]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Passionszeit&amp;#039;&amp;#039;. In: Evangelisches Gottesdienstbuch, Ergänzungsband, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Reformation|Reformatoren]] standen in der spätmittelalterlichen Tradition einer verinnerlichten Frömmigkeit: nicht die quantifizierbaren äußeren Akte seien wichtig, sondern die Gesinnung. In diesem Sinn äußert sich [[Martin Luther]] in seinem &amp;#039;&amp;#039;[[Predigt|Sermon]] [[von den guten Werken]]&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ich will jetzt davon schweigen, dass manche so fasten, dass sie sich dennoch vollsaufen; dass manche so reichlich mit Fischen und anderen Speisen fasten, dass sie mit Fleisch, Eiern und Butter dem Fasten viel näher kämen … Wenn nun jemand fände, dass auf Fische hin sich mehr [[Mutwille]]n regte in seinem Fleisch als auf Eier und Fleisch hin, so soll er Fleisch und nicht Eier essen. Andererseits, wenn er fände, dass ihm vom Fasten der Kopf wüst und toll oder der Leib und der Magen verderbt würde&amp;amp;nbsp;[…], so soll er das Fasten ganz gehen lassen und essen, schlafen, müßig gehen, so viel ihm zur Gesundheit nötig ist.}}&lt;br /&gt;
Deutlich wird aus diesem Zitat, dass Luther das Fasten als eine Art individuelles Trainingsprogramm versteht. Daher kann nicht das gleiche Verzichtsverhalten allen gleichermaßen empfohlen oder gar verordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck des Fastens ist nach den lutherischen Bekenntnisschriften „den alten Adam zu zähmen“;&amp;lt;ref&amp;gt;Die Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche (BSLK), S.&amp;amp;nbsp;302.&amp;lt;/ref&amp;gt; das Fasten wird insbesondere zur Vorbereitung auf das [[Eucharistie|Abendmahl]] empfohlen: „Fasten und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine äußerliche Zucht“.&amp;lt;ref&amp;gt;BSLK, S.&amp;amp;nbsp;521.&amp;lt;/ref&amp;gt; Jedoch wird die Festschreibung des Fastens in kirchenrechtlichen Kategorien durchweg abgelehnt und „Freiheit in äußerlichen Ceremonien“ gefordert, programmatisch z.&amp;amp;nbsp;B. in der Augsburgischen Konfession, § 26 „Von Unterschied der Speis“: „Und wird also nicht das Fasten verworfen, sondern daß man einen notigen Dienst daraus auf bestimbte Tag und Speise, zu Verwirrung der Gewissen, gemacht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;BSLK, S.&amp;amp;nbsp;100–109, hier S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Luther formulierte: „Kein Christ ist zu den Werken, die Gott nicht geboten hat, verpflichtet. Er darf also zu jeder Zeit jegliche Speise essen.“ Seine theologische Pointe lag dabei in seiner  [[Rechtfertigungslehre]], weil Luther die Gefahr sah, dass der Mensch mit seinem Handeln Gott gefallen wolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im traditionellen Luthertum wird am [[Karfreitag]] bis zur Todesstunde Jesu um 15 Uhr strikt gefastet. Das Evangelische Gottesdienstbuch, das für die [[VELKD]] und die [[Union Evangelischer Kirchen|UEK]], also für fast alle evangelischen Landeskirchen in Deutschland, verbindlich ist, sieht vor, dass ab dem Beginn der Vorpassionszeit, also ab [[Septuagesimae]], „das Halleluja entfällt. Von Aschermittwoch bis Karsamstag entfällt auch das Ehre sei Gott in der Höhe (Ausnahme Gründonnerstag).“&amp;lt;ref&amp;gt;BSLK, S.&amp;amp;nbsp;292.&amp;lt;br /&amp;gt;Vgl. auch Evangelisches Gottesdienstbuch (EGb), S. 286 sowie S. 292 und öfter.&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich entfallen „von Palmsonntag bis Karsamstag&amp;amp;nbsp;[…] ‚Ehre sei dem Vater‘, ‚Halleluja‘ und ‚Ehre sei Gott in der Höhe‘ (Ausnahme: Gründonnerstag).“&amp;lt;ref&amp;gt;Evangelisches Gottesdienstbuch (EGb), S. 306.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am anderen Ende des evangelischen Spektrums, z.&amp;amp;nbsp;B. bei [[Pfingstler]]n oder [[Evangelikal]]en, aber auch bei vielen [[Reformierte Kirche|reformierten Christen]] werden geschichtlich gewachsene Traditionen wie die Fastenzeit eher skeptisch gesehen, manchmal provokativ durchbrochen wie beim [[Wurstessen|Zürcher Wurstessen an Invokavit 1522]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo in den evangelischen Kirchen die Fastenzeit neu entdeckt wird, geht es generell nicht um eine Rückkehr zu überlieferten Speiseregeln, sondern um das Aufbrechen eigener Gewohnheiten, um dem [[Heiliger Geist|Heiligen Geist]] Raum zu geben. Seit 1983 verbinden evangelische Christen diese geistliche Praxis auch wieder mit einer körperlichen: dem Verzicht auf liebgewonnene Gewohnheiten wie gut essen, rauchen, Alkohol trinken oder fernsehen. Kennzeichen für diese Entwicklung ist die Fastenaktion &amp;#039;&amp;#039;[[7 Wochen Ohne]]&amp;#039;&amp;#039; der Evangelischen Kirche. Inzwischen nehmen jedes Jahr viele Menschen an dieser Aktion teil, die sich aus einer Stammtischidee des Hamburger Pressepastors Hinrich Westphal entwickelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fastenzeiten in anderen Religionen ==&lt;br /&gt;
Auch andere Religionen wie das [[Judentum]] und der [[Islam]] kennen Zeiten des Fastens, in der sich die Gläubigen von morgens bis abends Speise und Trank enthalten. Das Judentum kennt Fastentage wie den [[Jom Kippur]] und [[Tischa beAv]].&amp;lt;ref&amp;gt; siehe dazu Artikel Fasting and Fasting Days in Jewish Encyclopedia &amp;lt;/ref&amp;gt; Im Islam ist der Fastenmonat der [[Ramadan]].&amp;lt;ref&amp;gt; s. Artikel Sawm, in Encyclopaedia of Islam &amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Alevitentum]] fastet man im Muharrem-Monat, 20 Tage nach dem [[Islamisches Opferfest|islamischen Opferfest]]. Im Februar findet noch das Hizir-Fasten statt, das dem Propheten [[al-Chidr]] gewidmet ist. Im [[Bahaitum]] beginnt die Fastenzeit Anfang März und endet 19 Tage darauf unmittelbar vor dem astronomischen Frühlingsanfang, wenn die Bahai das [[Nouruz]]-Fest begehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche&amp;#039;&amp;#039; (= BSLK). Göttingen 1992.&lt;br /&gt;
* [[Karl-Heinrich Bieritz]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Gottesdienst im Kirchenjahr.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Evangelisches Gottesdienstbuch]] / Ergänzungsband.&amp;#039;&amp;#039; Verlagsgemeinschaft „Evangelisches Gottesdienstbuch“, Berlin 2002, ISBN 3-7461-0158-1, S. 164–169.&lt;br /&gt;
* {{TRE|11|41|59|Fasten/Fasttage I. Religionsgeschichtlich II. Judentum III. Biblisch und kirchenhistorisch|Peter Gerlitz, Hugo Mantel, Stuart George Hall, Joseph H. Crehan}} (historischer Überblick)&lt;br /&gt;
* [[Walter Dürig (Theologe)|Walter Dürig]], Andreas Blasius, Helmut Hundsbichler, [[Hartmut Zapp]]: &amp;#039;&amp;#039;Fasten, Fastenzeiten, Fastendispense, A: Christlicher Bereich, Lateinischer Westen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon des Mittelalters]].&amp;#039;&amp;#039; Band 4 (1989), Sp. 304–307.&lt;br /&gt;
* {{LThK|[[Martin Klöckener]]|Österliche Bußzeit|3|7|1174ff}}&lt;br /&gt;
* {{LexMA|4|307|309|Fasten, -zeiten, -dispensen. B. Ostkirchen|[[Evangelos Konstantinou]]}}&lt;br /&gt;
* Franz-Rudolf Weinert: &amp;#039;&amp;#039;Den Osterfestkreis verstehen und feiern&amp;#039;&amp;#039;. Friedrich Pustet, Regensburg 2001, ISBN 978-3-7917-1689-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Lent (fasting period)|Fastenzeit}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=http://kirchensite.de/index.php?myELEMENT=33350 |titel=Übersicht Fastenzeit und Ostern: Höhepunkt des Kirchenjahres |werk=[[Bistum Münster|kirchensite.de]] |archiv-url=https://web.archive.org/web/20150319145118/http://kirchensite.de/index.php?myELEMENT=33350 |archiv-datum=2015-03-19 |zugriff=2018-12-10 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=http://www.katholisch.de/19163.html |titel=Fastenzeit |werk=[[katholisch.de]] |archiv-url=https://web.archive.org/web/20120622113012/http://www.katholisch.de/19163.html |archiv-datum=2012-06-22 |zugriff=2018-12-10 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=http://www.karl-leisner-jugend.de/Fastenzeit.htm |titel=Fastenzeit für Anfänger |hrsg=[[Karl Leisner|Karl-Leisner-Jugend]] |zugriff=2018-12-10 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=http://sinn-des-fastens.de/ |titel=Vom Sinn der „leeren Schüsseln“: Über den Sinn des Fastens |werk=Sinn-des-Fastens.de |datum=2017-02-24 |zugriff=2018-12-10 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=http://www.russische-kirche-l.de/kalender/2010fastentage/liste-fa.htm#tabelle |titel=Kalender der russisch-orthodoxen Kirche: Fasten |hrsg=Russische Gedächtniskirche zu Leipzig |archiv-url=https://web.archive.org/web/20160815214738/http://russische-kirche-l.de/kalender/2010fastentage/liste-fa.htm |archiv-datum=2016-08-15 |zugriff=2018-12-10 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* [http://7wochenohne.evangelisch.de/ Die Fastenaktion der evangelischen Kirche – 7 Wochen Ohne]&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=https://diepresse.com/home/panorama/religion/538433/Fastenzeit_Kirche-raet-zu-Verzicht-auf-Auto-und-Fleisch |titel=Fastenzeit: Kirche rät zu Verzicht auf Auto und Fleisch |werk=[[DiePresse.com]] |datum=2010-02-09 |zugriff=2018-12-10 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Nikolaus Wyrwoll |url=http://www.oki-regensburg.de/quadrage.htm |titel=Fasten- und Osterzeit in den christlichen Kirchen |hrsg=[[Ostkirchliches Institut Regensburg]] |datum=2015-06-01 |zugriff=2018-12-10 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/40-tage-vorbereitung |titel=Fastenzeit: 40 Tage Vorbereitung |werk=katholisch.de |datum=2015-02-17 |zugriff=2018-12-10 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Sascha Stienen |url=https://www.katholisch.de/glaube/unser-kirchenjahr/40-tage-ohne |titel=Die Fastenzeit: 40 Tage ohne |werk=katholisch.de |datum=2015-02-01 |zugriff=2018-12-10 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Liturgisches Jahr}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4130216-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fastenzeit| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Osterliturgie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Osterdatum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fasten (Christentum)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Liturgischer Zeitraum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Passion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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