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	<title>Fasten - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<updated>2025-08-18T20:09:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel| befasst sich mit dem deutschen Begriff &amp;#039;&amp;#039;Fasten&amp;#039;&amp;#039; für Beschränkung der Nahrungsaufnahme oder Verzicht auf Nahrung und Genussmittel. Zu dem eingedeutschten Begriff &amp;#039;&amp;#039;Fasten&amp;#039;&amp;#039; für lateinisch [[Fasti]] siehe dort.}}&lt;br /&gt;
[[Datei:7315 - Milano - S. Maria della Passione - Daniele Crespi, Il digiuno di San Carlo - Foto Giovanni Dall&amp;#039;Orto, 26-Feb-2008.jpg|mini|[[Daniele Crespi]]  (1597–1630), &amp;#039;&amp;#039;Fasten d. Hl. [[Karl Borromäus]]&amp;#039;&amp;#039;, [[Santa Maria della Passione (Mailand)|S Maria della Passione (Mailand)]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fasten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird die völlige oder teilweise Enthaltung von allen oder bestimmten Speisen, Getränken und Genussmitteln über einen bestimmten Zeitraum hinweg, üblicherweise für einen oder mehrere Tage, bezeichnet. Wird nur eine ganz konkrete Art der Nahrung&amp;amp;nbsp;oder ein [[Genussmittel]] weggelassen oder eingeschränkt, spricht man von Enthaltung oder [[Abstinenz#Abstinenz gegenüber Nahrungsmitteln|Abstinenz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Der christliche Begriff kommt schon in allen altgermanischen Sprachen vor, so [[Gotische Sprache|gotisch]] &amp;#039;&amp;#039;(ga)fastan,&amp;#039;&amp;#039; [[Althochdeutsche Sprache|althochdeutsch]] &amp;#039;&amp;#039;fastēn,&amp;#039;&amp;#039; [[Altenglische Sprache|altenglisch]] &amp;#039;&amp;#039;fæstan&amp;#039;&amp;#039; und [[Altnordische Sprachen|altnordisch]] &amp;#039;&amp;#039;fasta&amp;#039;&amp;#039;. Die ursprüngliche Bedeutung ist unsicher. Sie könnte „(an den Geboten der [[Enthaltsamkeit]]) festhalten“ sein, wobei die gebotene Enthaltsamkeit als ein „Fest-Sein“ gedacht würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Kluge]], [[Alfred Götze (Philologe)|Alfred Götze]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache]].&amp;#039;&amp;#039; 20. Auflage. Hrsg. von [[Walther Mitzka]]. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 186.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach anderer Sicht könnte das germanische Wort ein alter Terminus für das kultische Fasten sein und als [[Indogermanische Ursprache|indogermanisch]] &amp;#039;&amp;#039;*pwost-to-&amp;#039;&amp;#039; „rein, rechtschaffen, gewissenhaft“ näher zu lateinisch &amp;#039;&amp;#039;pūrus&amp;#039;&amp;#039; „rein“ und lateinisch &amp;#039;&amp;#039;pius&amp;#039;&amp;#039; „rechtschaffen“ gehören.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache|Duden. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache]].&amp;#039;&amp;#039; 25. Auflage. Bearbeitet von [[Elmar Seebold]]. De Gruyter, Berlin / New York 2011, S.&amp;amp;nbsp;279.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Fasten als Gestaltungselement des Lebens ist historisch in zahlreichen Kulturen belegt und kommt in vielfältigen Formen sowie in teilweise festgelegten [[Ritual]]en vor: für bestimmte [[Jahreszeit]]en oder Zeitabschnitte, kollektiv oder individuell, als völliger oder teilweiser Verzicht auf Nahrungsmittel sowie auf Genussmittel, Fleisch, Alkohol, Sexualität u.&amp;amp;nbsp;a. Kulturhistorisch überwiegen Fastenzeiten zu bestimmten Terminen, wo sie neben religiösen Aspekten auch als medizinisch nützlich angesehen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die (religiöse) Fastenpraxis in Antike und Mittelalter unterschied drei Stufen:&lt;br /&gt;
* Vollfasten (lateinisch &amp;#039;&amp;#039;ieiunum naturale&amp;#039;&amp;#039;): keine Nahrungsaufnahme und kein Trinken&lt;br /&gt;
* Halbfasten (lateinisch &amp;#039;&amp;#039;ieiunum plenum&amp;#039;&amp;#039;): eine Mahlzeit pro Tag und erlaubte Flüssigkeitsaufnahme&lt;br /&gt;
* Abstinenz-Fasten (lateinisch &amp;#039;&amp;#039;ieiunum semiplenum&amp;#039;&amp;#039;): (im Gegensatz zum Vegetarismus periodischer) Verzicht auf bestimmte Speisen (etwa Fleisch von an Land oder in der Luft lebenden Warmblütern) und Getränke (etwa Wein)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gundolf Keil]]: &amp;#039;&amp;#039;Vegetarisch.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung.&amp;#039;&amp;#039; Band 34, 2015 (2016), S. 29–68, hier: S. 36 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen}}&lt;br /&gt;
In der [[Neuzeit]] finden sich Formen des [[Heilfasten|therapeutischen Fastens]], etwa eine [[Diät]] begleitend oder in der Trauerarbeit, bis hin zu Formen des Protestes im [[Hungerstreik]] und des politischen Fastens, z.&amp;amp;nbsp;B. eines [[Mohandas Karamchand Gandhi|Mahatma Gandhi]]. Andererseits lässt sich der Trend erkennen, alte medizinische oder religiöse Traditionen neu zu entdecken.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Anita Arneitz |Titel=Urlaub in Österreich: Zum Fasten ins Kloster – ein Selbstversuch |Sammelwerk=Die Welt |Datum=2022-03-13 |Online=https://www.welt.de/reise/nah/article237439733/Urlaub-in-Oesterreich-Zum-Fasten-ins-Kloster-ein-Selbstversuch.html |Abruf=2022-12-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im religiösen Kontext schließlich dient das Fasten unter anderem der Reinigung der [[Seele]], der [[Buße (Christentum)|Buße im Christentum]], der Abwehr des Bösen, dem Streben nach Konzentration, Erleuchtung oder [[Erlösung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein soll das Fasten mittels Verzicht oder reduzierter Nahrungsaufnahme mehreren Zwecken dienen:&lt;br /&gt;
* der religiösen Praxis, unter anderem in der christlichen [[Fastenzeit]] und im islamischen Fastenmonat [[Ramadan]]&lt;br /&gt;
* in mehreren Religionen der Vorbereitung auf große Feiertage&lt;br /&gt;
* der [[Askese]] oder der [[Trauer]]&lt;br /&gt;
* einer Förderung der [[Wahrnehmung]]&lt;br /&gt;
* einer Erhöhung der Willenskraft und Vorbereitung auf spezielle Herausforderungen&lt;br /&gt;
* dem Zuwachs an psychischer und sozialer Kontrolle (siehe z.&amp;amp;nbsp;B. Mahatma Gandhi oder allgemein Hungerstreik)&lt;br /&gt;
* der Erhöhung der Lebenserwartung und einer Verzögerung des Alterungsprozesses (siehe Hauptartikel → [[Kalorienrestriktion]] beziehungsweise [[intermittierendes Fasten]])&lt;br /&gt;
* (bei gezielter Methodik) dem Abnehmen bzw. der Kontrolle des Körpergewichts&lt;br /&gt;
* im Rahmen einer Therapie von Krankheiten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Françoise Wilhelmi de Toledo, Andreas Michalsen, Stefan Drinda, Audrey Bergouignan, Franziska Grundler |Titel=Safety, health improvement and well-being during a 4 to 21-day fasting period in an observational study including 1422 subjects |Sammelwerk=PLOS ONE |Band=14 |Nummer=1 |Datum=2019-01-02 |ISSN=1932-6203 |DOI=10.1371/journal.pone.0209353 |PMC=6314618 |PMID=30601864 |Seiten=e0209353}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zeitweilige Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel während des Fastens wird nicht als [[Nahrungstabu]] behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== {{Anker|religiös motiviert}} Fasten in den Religionen ==&lt;br /&gt;
Viele Religionen kennen Tage oder Zeiten des Fastens. Im [[Altes Ägypten|alten Ägypten]] war das Fasten bekannt. Die Fastenkultur umfasste unter anderem den Verzicht auf Fischgerichte in der [[Laich]]zeit. Die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern sollen die ägyptischen [[Kopten]] so von ihren Vorfahren übernommen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In vielen Kulturen wird das Fasten praktiziert, um im Rahmen [[spirituell]]er Handlungen [[Transzendenzerfahrung]]en („Seelenreisen“) zu machen, die gehirnphysiologisch unter anderem mit der verstärkten [[Serotonin]]ausschüttung in Verbindung gebracht werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gerald Hüther]], Sabine Schmidt, Eckart Rüther: &amp;#039;&amp;#039;Essen Serotonin und Psyche. Die unbewußte nutritive Manipulation von Stimmungen und Gefühlen.&amp;#039;&amp;#039; [[Deutsches Ärzteblatt]] 95, Heft 9, 27. Februar 1998 (45), [https://www.aerzteblatt.de/pdf/95/9/a477-9.pdf pdf], abgerufen am 26. November 2021, S. A-478.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Askese-Kultur [[Ostasien]]s und im [[Hinduismus]] spielt die Enthaltsamkeit auch im [[Yoga]] eine Rolle. Das ritualisierte Fasten bis zum Tod gibt es als [[Sallekhana]] im [[Jainismus]] und als [[Prayopavesa]] im Hinduismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Judentum ===&lt;br /&gt;
Fasten bedeutet im [[Judentum]] am Fasttag vom Vorabend bis zum Abend des Tages (etwa 25 Stunden, aber nicht länger) nichts zu essen und nichts zu trinken. Auch Rauchen ist untersagt. Jeder Festtag und Fasttag beginnt am Vorabend, denn im [[Jüdischer Kalender|jüdischen Kalender]] dauert der Tag vom Vorabend bis zum Abend des Tages – nicht von 0 bis 24 Uhr. Als diese „langen“ Fasttage gelten [[Tischa beAv]] und [[Jom Kippur]]. Es gibt aber auch „kurze“ Fasttage, wie [[Assara beTevet]], [[Ta’anit Esther]], [[Fasten der Erstgeborenen]], [[Schiwa Assar beTammus]] und [[Zom Gedalja]]. An ihnen beginnt das Fasten nicht schon am Vorabend, sondern erst mit der Morgenröte, und dauern dann bis zum Einbruch der Nacht. Schwangere und Stillende müssen nicht fasten. Kranke fragen einen Rabbiner, ob Fasten mit ihrer Krankheit vereinbar ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.chabad.org/library/article_cdo/aid/834692/jewish/Fasttage.htm Fasttage], Chabad. Abgerufen am 7. Januar 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Fasten sollen Mädchen ab 12 Jahren und Knaben ab 13 Jahren. Aber auch jüngere Kinder sollen an das Fasten herangeführt werden, beispielsweise indem sie sich nicht unbedingt „satt“ essen und auf Süßigkeiten verzichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der einzige jüdische Ruhe- und Fastentag, der in der [[Tora]] erwähnt wird, ist der Versöhnungstag (Jom Kippur). [[JHWH|Gott]] fordert das von ihm auserwählte Volk, das sich durch seine Beziehung zu Gott definiert und von den anderen Völkern unterscheidet,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Understanding Jewish History: Texts and Commentaries By Steven Bayme&amp;#039;&amp;#039;, S. 363.&amp;lt;/ref&amp;gt; zur Einhaltung seines ewigen Gesetzes des Fasten- und [[Schabbat|Ruhetages]] auf:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Ferner sprach der [[Adonai|Ewige]] zu [[Mose|Mosche]] wie folgt: ‚Hingegen am zehnten Tage dieses siebten Monats – es ist der Versöhnungstag – sollt ihr eine heilige Festverkündigung und einen Fasttag halten, auch ein Feueropfer dem Ewigen zu Ehren darbringen. An diesem Tage sollt ihr keinerlei Kunstarbeit verrichten, denn es ist der Versöhnungstag, an welchem ihr versöhnt werdet vor dem Ewigen eurem Gott. Denn jede Person, welche an diesem Tage nicht fastet, soll aus ihrer Nation ausgerottet werden. Und eine jede Person, die an eben diesem Tage irgendeine Kunstarbeit verrichtet, dieselbe Person will ich aus ihrer Nation vertilgen. Gar keinerlei Kunstarbeit sollt ihr an demselben tun. Dies sei ein ewiges Gesetz an allen euren Wohnplätzen. Es sei euch ein großer Ruhetag und ihr sollt fasten. Am neunten des Monats sollt ihr des Abends anfangen und von Abend bis Abend euren Ruhetag halten.‘&lt;br /&gt;
 |Autor=(&amp;#039;&amp;#039;[[Emor]], [[3. Buch Mose|Wajikra]] 23:26-32&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;PlautIII&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=W. Gunther Plaut, Annette Böckler [Autoris. Übers. u. Bearb.], Walter Homolka |Titel=Wajikra = Ṿa-yiḳra = Levitikus. |Auflage=3. Aufl., 1. Aufl. der Sonderausg. |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2008 |ISBN=978-3-579-05494-0 |Seiten=234 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
Mehrfach berichtet das [[Altes Testament|Alte Testament]] auch vom Fasten als Zeichen der Trauer oder um den Ernst eines Gebetes zu betonen {{Bibel|Esra|8|21|EU}}. So fastete König [[David]], als einer seiner Söhne todkrank wurde {{Bibel|2 Sam|12|15ff|EU}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Fasttage, die an bestimmte Ereignisse wie die Zerstörung des [[Herodianischer Tempel|Tempels]] in [[Jerusalem]] am [[Tischa beAv|neunten Tag des Monats Av]] erinnern, werden von [[Orthodoxes Judentum|orthodoxen]] und [[Ultraorthodoxes Judentum|ultraorthodoxen Juden]] begangen. Der auf den 10.&amp;amp;nbsp;Tag des Monats [[Tischri]] fallende Versöhnungstag Jom Kippur, der höchste Fastentag im jüdischen Kalender, wird auch von weniger frommen Juden eingehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Liste jüdischer Feste#Fastentage|titel1=Liste jüdischer Feste: Fastentage}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Christentum ===&lt;br /&gt;
Das christliche Fasten&amp;lt;ref&amp;gt;{{LexMA|4|304|307|Fasten, Fastenzeiten, Fastendispense, A: Christlicher Bereich, Lateinischer Westen|[[Walter Dürig (Theologe)|Walter Dürig]], Andreas Blasius, Helmut Hundsbichler, [[Hartmut Zapp]]}}&amp;lt;br /&amp;gt; {{LexMA|4|307|309|Fasten, -zeiten, -dispensen. B. Ostkirchen|[[Evangelos Konstantinou]]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; beruht auf jüdischer Tradition. Das [[Christentum]] kennt vornehmlich die 40 Tage der großen [[Fastenzeit]], die der Vorbereitung auf [[Ostern]] dient und an die 40 Tage erinnert, die [[Jesus Christus]] fastend und [[Versuchung Jesu|betend in der Wüste]] verbrachte. Der Aspekt des Fastens in der [[Advent]]szeit, die ebenfalls eine Buß- und Fastenzeit ist, tritt mittlerweile mehr in den Hintergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entwickelte sich in der Tradition eine Praxis, dass man wöchentlich am Mittwoch (dem Tag, an dem Jesus Christus verraten wurde) und am Freitag (dem Tag, an dem er gekreuzigt wurde), fastete (auch nach pharisäischer Vorgabe waren bereits zwei wöchentliche Fastentage durchgeführt worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Gundolf Keil: &amp;#039;&amp;#039;Vegetarisch.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung.&amp;#039;&amp;#039; Band 34, 2015 (2016), S. 29–68, hier: S. 36.&amp;lt;/ref&amp;gt;) Das Fasten der [[Katechumenat|Katechumenen]] vor der [[Taufe]] gab es schon im [[Frühchristentum]], die Fasten an den [[Vigil (Liturgie)|Vigiltagen]] einiger [[Hochfest]]e kamen später hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jesus Christus rief in der [[Bergpredigt]] {{Bibel|Mt|6|16–18|EU}} zur Demut bei der Übung des Fastens auf:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler! Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber, wenn du fastest,  salbe dein Haar und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein [[Gott der Vater|Vater]], der im Verborgenen ist; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Orthodoxe Kirchen ====&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen|Zumindest die letzten Änderungen sind unbelegt hinzugefügt worden. Lediglich in der Kommentarzeile wurde angegeben, an welche Quelle sie angelehnt seien. Die bisherige Version ist bezüglich ihrer Quellen auch schwer nachzuvollziehen}}&lt;br /&gt;
Die [[Orthodoxe Kirchen|orthodoxen Kirchen]] kennen vier Fastenzeiten im Jahr:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Osterfasten]] beginnt 40 Tage vor Beginn der Karwoche (am Fest zum Einzug des Herrn in Jerusalem, entsprechend dem westlichen [[Palmsonntag]]) und dauert bis Ostersonntag, dem Fest der [[Auferstehung Jesu Christi|Auferstehung des Herrn]]. Aufgrund der Bedeutung des Osterfestes ist sie die bedeutendste Fastenzeit und wird daher auch &amp;#039;&amp;#039;Große Fastenzeit&amp;#039;&amp;#039; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darauf folgt das Apostelfasten zwischen dem orthodoxen Allerheiligenfest (anders als in den Westkirchen am Sonntag nach Pfingsten) und dem 28. Juni, dem Vortag des Gedenktages der Heiligen Petrus und Paulus. Da das Osterfest und damit alle zur Osterzeit zählenden Feste (so auch Pfingsten) kalendarisch variabel sind, variiert auch die Dauer des Apostelfastens. Je nach Ostertermin und orthodoxer Landeskirche kann es bis zu 42 Tage dauern, im Falle eines sehr späten Osterfestes aber sogar gänzlich entfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;Marienfasten&amp;#039;&amp;#039; schließt sich den 15 Tagen vor dem Fest der Entschlafung der Gottesmutter an (entspricht dem westlichen Mariä Himmelfahrt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Philippus-Fastenzeit&amp;#039;&amp;#039; vom 15. November (dem Tag nach dem Gedenktag des Apostels [[Philippus]]) erstreckt sich über die gesamte Vorweihnachtszeit bis zum Vorabend des [[Weihnachten|Weihnachtsfests]], eben jenem heiligen Abend dem dieser Tag seinen Namen verdankt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus gibt es zur Vorbereitung auf einige Feste und Gedenktage z.&amp;amp;nbsp;B. von Heiligen einzelne Fastentage. Dies variiert jedoch je nach orthodoxer Landeskirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Essensregeln im orthodoxen Fasten variieren und sind von Faktoren abhängig wie Fastenzeit, Wochentag und besonderer Gedenktag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== {{Anker|Abstinenzgebot}} Römisch-katholische Kirche ====&lt;br /&gt;
Die [[Römisch-katholische Kirche|katholische Kirche]] hat körperlichen Ausdrucksformen der Bußpraxis von jeher viel Beachtung geschenkt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Jörg Jarnut]]: &amp;#039;&amp;#039;Konsumvorschriften im Früh- und Hochmittelalter.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Trude Ehlert]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Haushalt und Familie in Mittelalter und früher Neuzeit. Vorträge eines interdisziplinären Symposions vom 6.–9. Juni 1990 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Mit einem Register von Ralf Nelles.&amp;#039;&amp;#039; Thorbecke, Sigmaringen 1991, ISBN 3-7995-4156-X, S. 119–128, hier: S. 119–122 und 128.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis zu den Reformen durch Papst [[Paul VI.]] nach dem [[Zweites Vatikanisches Konzil|Zweiten Vatikanischen Konzil]] galten als gebotene Fast- und Abstinenztage neben dem Aschermittwoch und dem Karfreitag auch die Freitage der Fastenzeit, der Karsamstag bis mittags und die Freitage der vier [[Quatember]]wochen. Ursprünglich war auch der Mittwoch ein gebotener Abstinenztag.&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Schreiber: &amp;#039;&amp;#039;Die Wochentage im Erlebnis der Ostkirche und des christlichen Abendlandes&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Wissenschaftliche Abhandlungen der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen.&amp;#039;&amp;#039; Band 11). Köln/Opladen 1959.&amp;lt;/ref&amp;gt; Daneben bestand das Fasten-, nicht aber das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Abstinenzgebot&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; auch am [[Vigil (Liturgie)|Vigiltag]] verschiedener Feste: am [[Heiliger Abend|Heiligen Abend]], und den Vigiltagen von [[Pfingsten]], [[Mariä Himmelfahrt]] und [[Allerheiligen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch wurde seit etwa 1960 die entsprechende kirchliche Bußpraxis gelockert: als strenge [[Gebotener Fasttag|Fast- und Abstinenztage]] gelten nur noch [[Aschermittwoch]] und [[Karfreitag]]. Dabei ist unter Fasten zu verstehen, dass man nur einmal am Tag eine sättigende Mahlzeit, zu den anderen beiden Tischzeiten je eine kleine Stärkung zu sich nimmt. Bei der Abstinenz hat man sich jeglicher Fleischspeisen zu enthalten. Zum Halten des Fastengebotes sind die Erwachsenen bis zum 60. Lebensjahr verpflichtet, zur Abstinenz alle Gläubigen ab 14 Jahre bis zum Lebensende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine persönliche Form der Buße, das sogenannte [[Freitagsopfer]], ist an allen Freitagen des Kirchenjahres geboten (außer wenn ein Hochfest auf einen Freitag fällt). Viele Katholiken halten traditionell auch mittwochs und samstags Abstinzenz. In asketisch lebenden [[Ordensgemeinschaft|Orden]] verzichten die Mitglieder völlig oder zumindest an mehreren Tagen der Woche auf Fleisch von warmblütigen Tieren, teils auch auf Milchprodukte, Öl, Eier oder Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Einflüsse der Reformation ====&lt;br /&gt;
Die [[Reformator]]en des 16. Jahrhunderts kritisierten die kirchlichen Fastengebote als reine Äußerlichkeiten, durch die das Wohlwollen Gottes nicht erlangt werden könne. [[Ulrich Zwingli]]s [[Reformation]] in der Schweiz begann 1522 mit einem demonstrativen [[Wurstessen]] am ersten Sonntag der Fastenzeit. [[Martin Luther]] fastete zwar auch, äußerte aber, der Mensch werde „nicht durch das Fasten angenehm bei Gott, sondern [[Sola gratia|allein durch die Gnade]], [[Sola fide|allein durch den Glauben]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vergangenen Jahren haben neben den großen Kirchen auch [[evangelikal]]e und [[Charismatische Bewegung|charismatische]] Kreise das Fasten neu entdeckt und praktizieren oft auch bewussten Verzicht (auf Schlaf, um mehr Zeit für das Gebet zu haben, auf einzelne Mahlzeiten zugunsten von Hungernden usw.), allerdings nicht als Kirchengebote, sondern als freiwillige [[Spiritualität|spirituelle]] Erfahrung. Ähnlichen Zwecken dient die in vielen Pfarreien praktizierte „Fastensuppe“ anstelle des üblichen Mittagessens. Die kanadischen [[Mennoniten]] riefen vor dem letzten Golfkrieg zu weltweiten Fastentagen und Friedensgebeten auf. Dieses Fasten wurde inhaltlich von {{B|Jesaja|58|3–8}} hergeleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls hat sich in den vergangenen Jahren auch bei vielen evangelischen Christen die Aktion „[[7 Wochen Ohne]]“ durchgesetzt. Sie verzichten in dieser Fastenzeit bewusst auf Alkohol, Süßigkeiten oder auch auf anderes, etwa eingeschlichene Gewohnheiten, die als belastend empfunden werden (wie etwa Fernsehen). In vielen evangelischen Gemeinden wird diese Aktion, die jedes Jahr unter einem Motto steht, durch regelmäßige Treffen begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hinduismus ===&lt;br /&gt;
Fromme Hindus verzichten häufig völlig oder zeitweise auf bestimmte Nahrungsmittel. Je nach den verschiedenen Familienbräuchen, Vorgaben ihres [[Guru]]s oder aus politischen Gründen. Man fastet zu bestimmten Mondkonstellationen, Feiertagen oder zu persönlich gewählten Zeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://religion.orf.at/lexikon/stories/2566512/ |titel=Hinduistische Glaubenspraxis |werk=Lexikon der Religionen auf orf.at |datum=2014-04-23 |abruf=2017-12-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/f/fasten-im-hinduismus&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Islam ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Ramadan|Saum (Islam)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Islam]] ist das Fasten (&amp;#039;&amp;#039;[[Saum (Islam)|Saum]]&amp;#039;&amp;#039;) eine der [[Islam#Fünf Säulen|„fünf Säulen“]]. Während des Monats [[Ramadan]] besteht für alle Muslime (außer für Frauen in der Menstruation, Schwangere oder nach der Geburt), die in vollem Besitz ihrer Geisteskräfte &amp;#039;&amp;#039;(&amp;#039;aqil)&amp;#039;&amp;#039;, volljährig &amp;#039;&amp;#039;(baligh)&amp;#039;&amp;#039;, körperlich dazu imstande &amp;#039;&amp;#039;(qadir)&amp;#039;&amp;#039; und nicht auf Reisen sind, die Pflicht, von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang dem Körper keinerlei Substanzen zuzuführen. Das bedeutet, auf die Aufnahme von Speisen, Getränken und auf das Rauchen zu verzichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bahaitum ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Fasten im Bahaitum}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Bahaitum]] besteht das Fasten, wie in vielen Religionen&amp;lt;ref&amp;gt;Bernardo Fritzsche: &amp;#039;&amp;#039;Religiöses Fasten. Gesundheit für Leib und Seele.&amp;#039;&amp;#039; Patmos-Verlag, 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;, aus der Enthaltung von Nahrung und Flüssigkeit. Die Fastenstunden beginnen nach Sonnenaufgang und enden mit dem Sonnenuntergang. Die Bahai-Fastenzeit beginnt am 1., 2. oder 3. März (je nach Sonnenstand) und endet 19&amp;amp;nbsp;Tage darauf unmittelbar vor der Tagundnachtgleiche im März bzw. dem astronomischen Frühlingsanfang, der auch im [[Badi-Kalender|Bahai-Kalender]] mit dem Feiern von [[Nouruz]] den Beginn des neuen Jahres markiert. Durch Krankheit oder Alter Geschwächte&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bahāʾullāh]], [[Kitab-i-Aqdas]], Absatz 10. Schwangere, stillende (Kitab-i-Aqdas, Abschnitt 16) und Monatsregel (Kitab-i-Aqdas, Abschnitt 13), schwächende Krankheit, ein Alter ab dem vollendeten siebzigsten Lebensjahr (Kitab-i-Aqdas, Fragen und Antworten Nr. 74 und Erläuterungen Nr. 14 und 25), Reisen unter bestimmten Bedingungen (Kitab-i-Aqdas, Abschnitt 22) und Schwerarbeit (Kitab-i-Aqdas, Fragen und Antworten Nr. 76) bezeichnet Bahāʾullāh als legitime Ausnahmen.&amp;lt;/ref&amp;gt; sind ausgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Untersuchungen stellen die positive medizinische Wirkung des religiösen Fastens nach dem Intervallmodell des Bahaitums&amp;lt;ref&amp;gt;Daniela Liebscher: &amp;#039;&amp;#039;Auswirkungen religiösen Fastens auf anthropometrische Parameter, Blutfettwerte und Hämodynamik normalgewichtiger gesunder Probanden.&amp;#039;&amp;#039; Dresden, 2012. Für eine journalistische Darstellung vgl. Aheimer: &amp;#039;&amp;#039;Bahá’í-Fasten bringt’s.&amp;#039;&amp;#039; In: [https://www.deutschlandfunk.de/neue-studie-bahai-fasten-bringt-s.886.de.html?dram:article_id=442705 www.deutschlandfunk.de].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Daniela A. Koppold-Liebscher, Caroline Klatte, Sarah Demmrich, Julia Schwarz, Farid I. Kandil |Titel=Effects of Daytime Dry Fasting on Hydration, Glucose Metabolism and Circadian Phase: A Prospective Exploratory Cohort Study in Bahá&amp;#039;í Volunteers |Sammelwerk=Frontiers in Nutrition |Band=8 |Datum=2021-07-29 |ISSN=2296-861X |DOI=10.3389/fnut.2021.662310 |PMC=8358295 |PMID=34395487 |Seiten=662310 |Online=https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fnut.2021.662310/full |Abruf=2022-03-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Anja Mähler, Carmen Jahn, Lars Klug, Caroline Klatte, Andreas Michalsen |Titel=Metabolic Response to Daytime Dry Fasting in Bahá’í Volunteers—Results of a Preliminary Study |Sammelwerk=Nutrients |Band=14 |Nummer=1 |Datum=2021-12-29 |ISSN=2072-6643 |DOI=10.3390/nu14010148 |PMC=8746620 |PMID=35011024 |Seiten=148 |Online=https://www.mdpi.com/2072-6643/14/1/148 |Abruf=2022-03-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; heraus. Auch wenn wissenschaftliche Erkenntnisse die gesundheitsfördernde Wirkung des Fastens nahelegen,&amp;lt;ref&amp;gt;Biesalski, Bischoff, Puchstein: &amp;#039;&amp;#039;Ernährungsmedizin.&amp;#039;&amp;#039; 4., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, 2010; Oliver Ploss: &amp;#039;&amp;#039;Naturheilkunde bei funktionellen Erkrankungen.&amp;#039;&amp;#039; Thieme, 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist im Bahaitum wie in anderen Religionen „der Sinn und Zweck des Fastens geistiger Natur“.&amp;lt;ref&amp;gt;Shoghi Effendi: &amp;#039;&amp;#039;Kitáb-i-Aqdas&amp;#039;&amp;#039;, Erläuterungen Nr. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Sarah Demmrich, Daniela Koppold-Liebscher, Caroline Klatte, Nico Steckhan, Raphaela Maria Ring |Titel=Effects of religious intermittent dry fasting on religious experience and mindfulness: A longitudinal study among Baha’is. |Sammelwerk=Psychology of Religion and Spirituality |Datum=2021-06-03 |ISSN=1943-1562 |DOI=10.1037/rel0000423 |Online=http://doi.apa.org/getdoi.cfm?doi=10.1037/rel0000423 |Abruf=2022-03-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gläubige soll aus Liebe zur „Schönheit Gottes“ und seiner Propheten fasten&amp;lt;ref&amp;gt;Baha&amp;#039;ullah, Kitáb-i-Aqdas, Abs. 4&amp;lt;/ref&amp;gt;, und der Tatsache gedenken, dass diese selbst während der „göttlichen Eingebung“ gefastet haben&amp;lt;ref&amp;gt;Duane L. Herrmann: &amp;#039;&amp;#039;Fasting – a Bahá’í Handbook.&amp;#039;&amp;#039; Revised Edition, Oxford 2001, S. 28. Er zitiert Corinne True, die ein Tischgespräch mit Abdu’l-Baha aus dem Jahre 1907 in Chicago wiedergibt.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Weisheit des Fastengebotes werde darin erkannt, dass es die „Geistigkeit“ steigere und den Einfluss des „niederen Selbstes“ reduziere.&amp;lt;ref&amp;gt;Abdu’l-Bahá in einem Sendschreiben über die &amp;#039;&amp;#039;Weisheit des Fastens&amp;#039;&amp;#039; in Má‘´diyih Asmáni, Band 9, S.&amp;amp;nbsp;23, Teheran 1973, S. 23–25.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Annahme dieser spirituellen Übung liege ausschließlich in Gottes Hand.&amp;lt;ref&amp;gt;„Solltest Du den, der das Fasten brach, als einen ansehen, der es hielt, so wird ein solcher Mensch zu denen gezählt, die seit aller Ewigkeit das Fasten hielten. Und solltest Du bestimmen, dass einer, der das Fasten hielt, es gebrochen habe, so wird er zu denen gerechnet, die das Gewand Deiner Offenbarung mit Staub beschmutzten und sich weit entfernt haben von den kristallklaren Wassern dieser Lebensquelle.“ (Gebete, Bahá’í–Verlag GmbH, Hofheim-Langenhain, 1996, Nr. 233)&amp;lt;/ref&amp;gt; Fasten helfe den Gläubigen, alltägliche Gewohnheiten zu reflektieren, die eigene Willenskraft zu schulen, schlechte Gewohnheiten abzulegen und sich auf das Wichtige im Leben zu besinnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [https://www.deutschlandfunk.de/neue-studie-bahai-fasten-bringt-s.886.de.html?dram:article_id=442705 Aheimer].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heilfasten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als „Heilfasten“ wird ein Fasten verstanden, das zu einem höheren Wohlbefinden oder verbesserter Gesundheit führen soll. Die Bezeichnung „Heilfasten“ geht auf [[Otto Buchinger]] zurück, der nach einer dreiwöchigen Fastenkur nicht mehr an seiner [[Rheumatoide Arthritis|rheumatischen Arthritis]] litt und sich in der Folge der [[Forschung und Entwicklung]] des Heilfastens widmete.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Claus Bernet |Titel=Der Mediziner Otto Buchinger (1878–1966) |Sammelwerk=Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte (ZHG) |Nummer=Band 112 |Datum=2007 |Seiten=227–234 |Online=[https://www.vhghessen.de/inhalt/zhg/ZHG_112/12_Bernet_Der%20Mediziner%20Otto%20Buchinger.pdf PDF] |Abruf=2019-01-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Ansicht der [[Deutsche Gesellschaft für Ernährung]] sollen vorteilhafte Effekte bei bestimmten Krankheiten wie beispielsweise für das [[Metabolisches Syndrom|Metabolische Syndrom]], chronische Entzündungen oder [[Psychosomatik|psychosomatische]] Krankheiten belegt sein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.dge.de/presse/pm/heilfasten-basenfasten-intervallfasten/ |titel=Heilfasten, Basenfasten, Intervallfasten |werk=[[Deutsche Gesellschaft für Ernährung]] |datum=2018-02-27 |sprache=de |abruf=2022-12-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben einigen älteren [[Kur]]- und Fastenformen (siehe [[Pfarrer Kneipp]]) haben sich im 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert zahlreiche [[Alternativmedizin|alternativmedizinisch]] begleitete Formen des Fastens mit angestrebter „[[Entschlackung]]“ oder „Regeneration“ von Körper und Seele etabliert. Gemeinsam ist diesen, dass sie einige Tage der Vorbereitung erfordern, eine gezielte [[Darmentleerung]] anstreben und täglich etwa drei Liter zu trinken sind. Vorherige oder begleitende ärztliche Untersuchungen minimieren mögliche Risiken, und das Ende des Heilfastens (früher [[Fastenbrechen]] genannt) wird behutsam gestaltet. Auf [[Franz Volhard]] geht eine früher bei akuter diffuser Glomerulonephritis eingesetzte &amp;#039;&amp;#039;Hunger- und Durstkur&amp;#039;&amp;#039; zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wilhelm Stepp]]: &amp;#039;&amp;#039;Was leistet die Diät in der modernen Krankenbehandlung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Münchener Medizinische Wochenschrift.&amp;#039;&amp;#039; Band 95, Nr. 1, 2. Januar 1953, S. 25–31 (Vortrag vor den Ärzten Vorarlbergs in Dornbirn am 20. Mai 1952), hier: S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzzeitfasten in der onkologischen Forschung ==&lt;br /&gt;
Durch ein wenige Tage andauerndes, sogenanntes [[Kurzzeitfasten]] (&amp;#039;&amp;#039;short-term fasting&amp;#039;&amp;#039;, STF) in den Tagen der Therapie wurde eine Steigerung der Verträglichkeit von [[Chemotherapie]]n [[Tierversuch|tierexperimentell]] und in [[Zellkultur]] beobachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stefanie de Groot et al. |Titel=Effects of short-term fasting on cancer treatment |Sammelwerk=Journal of experimental &amp;amp; clinical cancer research: CR |Band=38 |Nummer=1 |Datum=2019-05-22 |Sprache=en |DOI=10.1186/s13046-019-1189-9 |PMC=6530042 |PMID=31113478 |Seiten=209}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Francesco Plotti et al. |Titel=Diet and Chemotherapy: The Effects of Fasting and Ketogenic Diet on Cancer Treatment |Sammelwerk=Chemotherapy |Band=65 |Nummer=3–4 |Datum=2020 |Sprache=en |DOI=10.1159/000510839 |PMID=33197913 |Seiten=77–84}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Gemäß zugrundeliegender Hypothese (auch genannt Differential Stress Resistance) soll Fasten zu einer Stoffwechselreduktion gesunder Körperzellen führen, wogegen Krebszellen ausschließlich auf Wachstum programmiert sind. Sie nehmen daher Chemotherapeutika unvermindert auf – im Gegensatz dazu gelangen weniger Nährstoffe und weniger Toxine bzw. Zytostatika während des Fastens in gesunde Zellen. Kurzzeitfasten könnte eine vielversprechende Strategie zur Verbesserung der Effizienz und Verträglichkeit der Chemotherapie werden.&amp;lt;ref&amp;gt;How Far Are We from Prescribing Fasting as Anticancer Medicine? published 01.12.2020, PMID 33271979, abgerufen am 22. Dezember 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für aussagekräftige Schlüsse bei Krebspatienten bedarf es aber an noch mehr Daten aus [[Klinische Studie|klinischen Prüfungen]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Federico Bozzetti |Titel=Calorie restriction in cancer patients undergoing chemotherapy: Facts, phantasy or misunderstanding |Sammelwerk=Clinical Nutrition (Edinburgh, Scotland) |Band=41 |Nummer=6 |Datum=2022-06 |Sprache=en |DOI=10.1016/j.clnu.2022.04.020 |PMID=35552051 |Seiten=1316–1319}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswirkungen des Fastens auf den Stoffwechsel (Animation) ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Wie Fasten den Stoffwechsel verändert (CC BY 4.0).webm|mini|Video: animierte Darstellung Fasten und Stoffwechsel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie sich die verschiedenen Prozesse des Stoffwechsels beim Fasten verändern, zeigt der Animationsfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Kasteiung]]&lt;br /&gt;
* [[Fastenwandern]]&lt;br /&gt;
* [[Fastnacht]], [[Karneval]]&lt;br /&gt;
* [[Satyagraha#Fasten|Satyagraha]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Peter Gerlitz]], Hugo Mantel, Stuart George Hall, Joseph H. Crehan: &amp;#039;&amp;#039;Fasten/Fasttage I. Religionsgeschichtlich II. Judentum III. Biblisch und kirchenhistorisch&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Theologische Realenzyklopädie]] 11 (1983), S. 41–59 (histor. Überblick).&lt;br /&gt;
* Carolyn Walker Bynum: &amp;#039;&amp;#039;Holy Feast and Holy Fast. The Religious Significance of Food to Medieval Women.&amp;#039;&amp;#039; Berkeley 1987 (Zur mittelalterlichen Geschichte des Fastens).&lt;br /&gt;
* [[Rudolph Arbesmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Fasten, Fastenspeisen, Fasttage.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Reallexikon für Antike und Christentum. Sachwörterbuch zur Auseinandersetzung des Christentums mit der antiken Welt.&amp;#039;&amp;#039; Band 8. Stuttgart 1969, Sp. 447–524.&lt;br /&gt;
* Barbara Krug-Richter: &amp;#039;&amp;#039;Alltag und Fest. Nahrungsgewohnheiten im Magdalenenhospital in Münster 1558–1635.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Trude Ehlert]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Haushalt und Familie in Mittelalter und früher Neuzeit. Vorträge eines interdisziplinären Symposions vom 6.–9. Juni 1990 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Mit einem Register von Ralf Nelles.&amp;#039;&amp;#039; Thorbecke, Sigmaringen 1991, ISBN 3-7995-4156-X, S. 71–90, hier: S. 74–90.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|fasten}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Fasting|Fasten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4140275-3|LCCN=sh2003003108|NDL=00561269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Therapie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fasten| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tugend]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religionspsychologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video]]&lt;/div&gt;</summary>
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