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	<title>Ermland - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Ermland&amp;diff=11326&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Khatschaturjan: /* Bevölkerung */</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Bevölkerung&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Altpreußische Landschaften im 13. Jahrhundert.png|mini|Unterteilung der &amp;lt;br&amp;gt;[[Preußen (historische Landschaft)|historischen Landschaft Preußen]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Map of East Prussia 1648.jpg|mini|Das vom [[Herzogtum Preußen]] (orange) umschlossene Ermland als Teil von [[Polnisch-Preußen]], 1648]]&lt;br /&gt;
Das östlich der unteren [[Weichsel]] gelegene &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ermland&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Altpreußische Sprache|prußisch]], polnisch und lateinisch &amp;#039;&amp;#039;Warmia&amp;#039;&amp;#039;) war ursprünglich das Siedlungsgebiet eines der [[Prußen|prußischen]] [[Stamm (Gesellschaftswissenschaften)|Volksstämme]]. Nach der Eroberung durch den [[Deutscher Orden|Deutschen Orden]] im 13. Jahrhundert war es ein [[Bistum]] innerhalb des [[Deutschordensstaat]]s. Bei der Teilung des Deutschordensstaats nach dem [[Zweiter Frieden von Thorn|Zweiten Frieden von Thorn]] 1466 wurde es vom Deutschordensstaat abgetrennt und kam als [[Fürstbistum Ermland]] an das im Wesentlichen westlich der unteren Weichsel gelegene autonome [[Polnisch-Preußen]] (es hatte sich freiwillig der Oberhoheit der polnischen Krone unterstellt). Bei der [[Erste polnische Teilung|ersten polnischen Teilung]] 1772 kam Polnisch-Preußen und somit auch das Ermland an [[Preußen]]. Als der größte Teil von Polnisch-Preußen ([[Westpreußen]]) nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wieder polnisch wurde, verblieb das Ermland bei [[Ostpreußen]]. Die bedeutendste Ortschaft dieser Landschaft war [[Braniewo|Braunsberg]], ferner die Burg [[Balga]]. Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] erhielt die [[Sowjetunion]] den Nordteil Ostpreußens, und der südliche Teil wurde der [[Volksrepublik Polen|polnischen]] Verwaltung unterstellt. Die Bevölkerung wurde daraufhin aus dem gesamten Ostpreußen [[Flucht und Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten|vertrieben]]. Am 15. März 1991 trat der [[Zwei-plus-Vier-Vertrag]] in Kraft, mit dem die faktische Zugehörigkeit des südlichen Ostpreußens, d. h. auch des Ermlands zu Polen völkerrechtlich bestätigt wurde. Das gesamte südliche Ostpreußen bildet heute die [[Polen|polnische]] [[Woiwodschaft Ermland-Masuren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste urkundliche Erwähnung „Warmia“ stammt aus dem Jahre 1249. Der Name kann zu [[Altpreußische Sprache|prußisch]] &amp;#039;&amp;#039;wormyan, warmun&amp;#039;&amp;#039; »rot« gestellt werden. „Wormeland“ heißt es 1262, und erst 1299 erscheint der Begriff „Ermelandt“, der deutsche Name der prußischen Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sage nach war Warmo der neunte Sohn des Königs [[Widowuto]], der das Land an der Nava (Mariensee) und der Bassora (Passarge) erhielt. Er baute sich eine Feste, die er Tolo nannte. Der deutsche Name Ermland geht dieser Legende nach zurück auf „Ermia“, die Frau des Warmo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geografie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Warmia Physical Map.png|mini|left|hochkant=1.4|Physische Karte von Ermland im Jahr 1905]]&lt;br /&gt;
Das Gebiet des Bistums Ermland erstreckte sich bis 1945 von einem schmalen Küstenstreifen des [[Frisches Haff|Frischen Haffs]] zwischen [[Frombork|Frauenburg]] und Braunsberg in südöstlicher Richtung bis zu den Masurischen Seen um [[Allenstein|Allenstein (Olsztyn)]] und [[Reszel|Rößel (Reszel)]]. Es umfasste den heute polnischen Teil Ostpreußens zwischen dem [[Oberland (Ermland-Masuren)|preußischen Oberland]] im Südwesten, [[Natangen]] und [[Barciany|Barten]] im Norden sowie [[Masuren]] im Südosten. Die wichtigsten Flüsse sind die [[Passarge (Fluss)|Passarge (Pasłęka)]] und die [[Łyna (Fluss)|Alle (Łyna)]]. Das Bistum umfasste eine Fläche von 4249&amp;amp;nbsp;km² und war von Norden nach Süden in die [[Kammeramt|Kammerämter]] Frauenburg, Braunsberg, Mehlsack, Heilsberg, Wormditt, Guttstadt, Rößel, Seeburg, Wartenburg und Allenstein gegliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Städte, die alle im Mittelalter gegründet wurden, gehörten zum Bistum (aufgezählt von der Küste ins Landesinnere, entsprechend der Besiedlung im Mittelalter): Frauenburg, Braunsberg, [[Pieniężno|Mehlsack]], [[Wormditt]], [[Dobre Miasto|Guttstadt]], [[Lidzbark Warmiński|Heilsberg]], [[Bisztynek|Bischofstein]], [[Reszel|Rößel]], [[Jeziorany|Seeburg]], [[Biskupiec|Bischofsburg]], [[Barczewo|Wartenburg]] und [[Allenstein]], heute die größte Stadt des polnischen Ostpreußen und Woiwodschafts-Hauptstadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Warmia Language Map 1905.png|mini|hochkant=1.4|Muttersprachen Ermlands, laut Volkszählung von 1905]]&lt;br /&gt;
Im 13. Jahrhundert war das spätere Ermland von den einheimischen [[Prußen]]stämmen der Warmen (im Nordwesten), Pogesanen und Gallindier (im Süden), Natanger und Barten im (Nordosten) bevölkert. Nach der Eroberung der Gebiete durch den [[Deutscher Orden|Deutschen Orden]] holte dieser Kolonisten aus Deutschland, die das Land von der Küste in Richtung des Landesinneren besiedelten. Die beiden ermländischen Städte an der Ostsee [[Frombork|Frauenburg]] und [[Braniewo|Braunsberg]] wurden nach dem [[Zweiter Prußenaufstand|Prußenaufstand]] der 1270er Jahre von Siedlern aus [[Lübeck]] gegründet (Familie Fleming), während in das mittlere Ermland, das erst in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erschlossen wurde, Kolonisten aus [[Schlesien]] zuzogen, deren eigenartige Mundart, das so genannte „[[Hochpreußisch|Breslau[i]sche]]“, sich bis in das 20. Jahrhundert erhielt (die „schlesischen“ Städte Ermlands waren [[Wormditt]], [[Dobre Miasto|Guttstadt]] und [[Lidzbark Warmiński|Heilsberg]]). Im Norden und Südosten des Ermlands wurde „[[Niederpreußisch|Käslausch]]“ gesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Tolksdorf (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ermländische Protokolle: Alltagserzählungen in Mundart.&amp;#039;&amp;#039; 1991, S. 540&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Spätestens in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurden die südlichen Kammerämter [[Olsztyn|Allenstein]], [[Barczewo|Wartenburg]], [[Jeziorany|Seeburg]], [[Rößel]] und [[Biskupiec|Bischofsburg]] neu besiedelt. Neben den prußischen Dörfern gab es Neugründungen der Kolonisten. Die einheimischen Prußen wurden im Ermland für die damalige Zeit vorbildlich behandelt. Sowohl der Bischof in seiner Residenz in [[Lidzbark Warmiński|Heilsberg]] als auch das Domkapitel in [[Frombork|Frauenburg]] betrieben Priesterschulen für die Prußen. Am bischöflichen Hofe zu Heilsberg beschäftigte man Prußen auch als Gefolgsleute des Bischofs, teilweise in hohen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Altpreußische Sprache|prußische Sprache]] jedoch starb im katholischen Ermland bereits im 16. Jahrhundert aus. Im benachbarten evangelischen Herzogtum Preußen pflegte Albrecht von Brandenburg-Ansbach-Preußen die preußische Sprache und ließ Übersetzungen anfertigen sowie Pastoren in der Sprache ausbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kriege des 15. Jahrhunderts verwüsteten insbesondere das südliche Ermland und hatten große Bevölkerungsverluste zur Folge. Im späten 15. und im 16. Jahrhundert waren indessen aufgrund von [[Religionskriege]]n kaum noch Siedler aus [[Deutschland]] zu gewinnen. Daher bemühte sich die ermländische Administration um Einwanderer aus dem Nachbarland Preußens, dem polnischen [[Masowien]].&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen}}&lt;br /&gt;
Sie bildeten eine eigene ermländische Mundart der [[Polnische Sprache|polnischen Sprache]] heraus, die im südöstlichen Ermland auf dem Lande vorherrschend war, vor allem im ehemaligen [[Landkreis Allenstein]]. Die Mundart überdauerte selbst die [[Zeit des Nationalsozialismus]], nicht aber die Volksrepublik Polen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minderheit der polnischsprachigen Ermländer fühlte sich nach dem [[Dritte Teilung Polens|Untergang Altpolens 1795]] jedoch nicht der polnischen Nation zugehörig. Sie waren loyale Untertanen des Fürstbischofs und des Domkapitels von Ermland und später vor allem der deutschstämmigen [[Hohenzollern|Könige von Preußen]]. So fielen auch bei den [[Volksabstimmungen in Ost- und Westpreußen 1920]] im [[Abstimmungsgebiet Allenstein]] ihre Stimmen in großer Mehrheit für den Verbleib des südlichen Ermlands bei Ostpreußen aus. In der [[Zwischenkriegszeit]] existierten unter dem Schutz des deutschen Staates im südlichen Ermland mehrere polnischsprachige Dorfschulen. Mit dem deutschen [[Überfall auf Polen]] am 1. September 1939 wurden die polnischsprachigen Schulen jedoch geschlossen und zahlreiche polnische Aktivisten und Lehrer verhaftet. Viele kamen anschließend in den nationalsozialistischen [[Konzentrationslager]]n ums Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach 1945 verließen auch viele polnischsprachige Ermländer als [[Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950|Heimatvertriebene]] und auch als [[Spätaussiedler]] ihre Heimat in Richtung der [[Westdeutschland|Bundesrepublik Deutschland]] oder – in Einzelfällen – der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]]. Zahlreiche von ihnen konnten über [[Schleswig-Holstein]] mit Unterstützung von Bischof [[Maximilian Kaller|Kaller]] ins [[Rheinland]] und/oder auch im Rahmen einer Großaktion auf den vormaligen [[Luftwaffenübungsplatz Ahrbrück]] übersiedeln, auf dessen Gelände mehrere Ermländersiedlungen entstanden, unter anderem im Dennbachtal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Ordensstaat ===&lt;br /&gt;
[[Datei:ErmlandÄmter.jpg|mini|Kammerämter des Ermlandes]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warmien wurde von Marienwerder aus vom Ritterorden erobert: 1237 fielen Elbing, 1239 Braunsberg und Balga. Mit seiner [[Päpstliche Bulle|Bulle]] von Rieti vom 3. August 1234 übertrug Papst [[Gregor IX.]] nach erfolgreicher Missionierung und Eroberung das Land der Prussen dem [[Hochmeister]] des [[Deutscher Orden|Deutschen Ordens]] „zu ewigem und freien Besitz“. Allerdings behielt sich der Heilige Stuhl die geistliche Verwaltung selbst vor und so beauftragte Papst [[Innozenz IV.]] am 29. Juli 1243 den [[Päpstlicher Legat|Legaten]] [[Wilhelm von Modena]] mit der Errichtung von vier Bistümern im preußischen Teil des Ordenslandes: Ermland, Kulm, Pomesanien und Samland. Die Namen der Bistümer orientierten sich an den alten prußischen Landschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum ersten Bischof des Ermlandes wurde 1250 der Ordenspriester [[Anselm von Meißen|Anselm]] geweiht. Entsprechend der päpstlichen Regelung standen ihm zwei Drittel der Kammerämter zur weltlichen Herrschaftsausübung zur Verfügung, und er wählte die Ämter Braunsberg, Heilsberg, Wormditt, Guttstadt, Rößel, Seeburg und Wartenburg. Über die übrigen drei Ämter übte das [[Domkapitel]] die herrschaftliche Macht aus, deren 16 geistliche Mitgliedern vom Bischof als geistlichem Oberhaupt des gesamten Bistums berufen wurden. Der Sitz des Kapitels war zunächst in Braunsberg, ab 1284 in Frauenburg. Der erste Bischofssitz befand sich von 1341 bis 1350 in Wormditt, danach residierten die Bischöfe bis 1795 im Heilsberger Schloss. Während der Preußenzeit (1795 bis 1945) war Frauenburg Bischofssitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fürstbistum ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Fürstbistum Ermland}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fürstbistum Ermland ({{plS|Biskupie Księstwo Warmińskie}}) war die weltliche [[Hochstift|Landesherrschaft]] der [[Liste der Bischöfe von Ermland|Bischöfe von Ermland]] in ihrer Eigenschaft als [[Fürst]]en des Ermlands innerhalb des [[Deutschordensstaat]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bistum wurde 1243 im Zuge der Eroberung [[Preußen (historische Landschaft)|Preußens]] durch den [[Deutscher Orden|Deutschen Orden (OT)]] vom päpstlichen Legaten [[Wilhelm von Modena]] gegründet, der Titel [[Fürstbischof]] wird auf Kaiser [[Karl IV. (HRR)|Karl IV.]] zurückgeführt. Im Spätmittelalter bildete sich auch das weltliche Territorium der Bischöfe aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Zweiter Frieden von Thorn|Zweiten Frieden von Thorn]] 1466 kam es an das autonome [[Polnisch-Preußen]], das sich freiwillig der Oberhoheit der polnischen Krone unterstellt hatte. Im Zuge der ersten polnischen Teilung von 1772 wurde es [[Säkularisation|säkularisiert]] und Teil des [[Königreich Preußen|Königreichs Preußen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reformationszeit ===&lt;br /&gt;
1525 wurde der Ordensstaat säkularisiert und nahm das lutherische Bekenntnis an. Die bischöfliche Regierung des Ermlandes hingegen hielt streng am katholischen Glauben fest. Bischof [[Mauritius Ferber]] erwirkte einen Erlass, nach dem Nichtkatholiken der dauerhafte Aufenthalt im Bistum untersagt wurde. Unter Bischof [[Lucas Watzenrode]] wurde das bis dahin kirchlich dem Erzbischof von Riga unterstellte [[Fürstbistum]] [[Exemtion|exempt]], also unmittelbar dem [[Heiliger Stuhl|Heiligen Stuhl]] unterstellt. Dabei blieb es bis 1930, als das Bistum Ermland als [[Suffragandiözese|Suffragan]] des [[Erzbistum Breslau|Erzbistums Breslau]] der Ostdeutschen Kirchenprovinz zugeordnet wurde. Der ermländische Fürstbischof [[Stanislaus Hosius]] (1551–1579) war gar Hauptinitiator der [[Gegenreformation]] in Polen. Er gründete das [[Lyceum Hosianum]], das ein Rückgrat der ermländischen Priesterausbildung werden sollte, und förderte das Kloster [[Heiligelinde]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuzeit ===&lt;br /&gt;
Während des [[Zweiter Nordischer Krieg|Zweiten schwedisch-polnischen Krieges]] (1655–1660) gewährte der schwedische König [[Karl X. Gustav|Karl Gustav]] dem Ermland kurzfristig die völlige Selbständigkeit von Polen als weltliches Fürstbistum, doch gelang es Polen mit dem Frieden von Wehlau (1657), die Oberherrschaft über das Ermland zurückzugewinnen. Den völligen Verlust seiner Souveränität erlitt das Land Ermland 1772 mit der [[Teilungen Polens|1. polnischen Teilung]], in deren Gefolge es an das [[Königreich Preußen]] fiel. Der Protest des letzten Fürstbischofs [[Ignacy Krasicki|Ignatius Krasicki]] beim Papst blieb erfolglos. Das Bistum Ermland blieb weiterhin exempt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Übergang des Ermlandes an Preußen verlor das Bistum den Status eines Fürstbistums und Ermland war nur noch Name einer Diözese. In der staatlichen Administration ging der Name unter, das Ermland wurde in die preußischen [[Kreis Braunsberg|Kreise Braunsberg]], [[Landkreis Heilsberg|Heilsberg]], [[Landkreis Rößel|Rößel]] und [[Landkreis Allenstein|Allenstein]] aufgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei fast vollständigem Bevölkerungsaustausch überstand das Bistum (Episcopatus Warmiensis) als Institution den Wechsel von deutscher zu polnischer Hoheit nach 1945, allerdings 1946 bis 1972 unter provisorischer Verwaltung durch Vikare und apostolische Administratoren. [[Maximilian Kaller]], letzter deutscher Bischof von Ermland, war bei der Eroberung Ostpreußens durch die sowjetische [[Rote Armee]] von den deutschen Behörden zunächst dazu gebracht worden, in den Westen zu flüchten. Auf eigene Faust kehrte er jedoch nach der Einstellung der Kampfhandlungen in seine Diözese zurück. Anschließend wurde er jedoch vom [[Primas (römisch-katholisch)|Primas]] von Polen Kardinal [[August Hlond]] gezwungen, sein Amt aufzugeben. Im Jahre 1946 wurde er von Papst [[Pius XII.]] zum Bischof mit besonderen, bistumsübergreifenden Vollmachten für die Seelsorge der Heimatvertriebenen ernannt. Er widmete sich u.&amp;amp;nbsp;a. der Einrichtung eines Ermlandhauses als Anlaufstelle für die vertriebenen Ermländer (zunächst in [[Rulle]], dann auf dem Gut Honeburg bei [[Osnabrück-Haste]], seit 1961 in [[Münster]]) und der Gemeinschaft Junges Ermland (Gje).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.junges-ermland.de Gemeinschaft Junges Ermland], abgerufen am 28. Oktober 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1992 wurde Warmia zum Erzbistum erhoben. Auch politisch kehrte Warmia in Gestalt einer Woiwodschaft zurück, ab 1999 als [[Woiwodschaft Ermland-Masuren|Warminsko-Mazurskie]], deutsch &amp;#039;&amp;#039;Ermland-Masuren&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Mädchen in ermländischer Tracht.jpg|mini|Frauen in ermländischer Tracht (1920er Jahre)]]&lt;br /&gt;
* [[Nikolaus Kopernikus]] (1473–1543), Astronom, Mathematiker, Arzt, Domherr und Administrator&lt;br /&gt;
* [[Regina Protmann]] (1552–1613), Gründerin der [[Katharinenschwestern]], [[Seligsprechung|Selige]]&lt;br /&gt;
* [[Daniel Bärholz]] (1641–1688), Barockdichter&lt;br /&gt;
* [[Johann Heinrich Schmülling]] (1774–1851), Direktor des königlich katholischen Gymnasiums in Braunsberg und Professor der Philosophie am [[Lyceum Hosianum]]&lt;br /&gt;
* [[Eugen Drewello]] (1825–1876), Verwaltungsjurist&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Ernst Dorn]] (1848–1916), Physiker&lt;br /&gt;
* [[Hermann Ganswindt]] (1856–1934), Raketenpionier und Erfinder&lt;br /&gt;
* [[Hugo Haase]] (1863–1919), Politiker ([[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]] und [[Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands|USPD]])&lt;br /&gt;
* [[Josef Felix Pompeckj]] (1867–1930), Paläontologe und Geologe&lt;br /&gt;
* [[Feliks Nowowiejski]] (1877–1946), Komponist und Dirigent&lt;br /&gt;
* [[Arthur Kather]] (1883–1957), Kapitularvikar&lt;br /&gt;
* [[Erich Mendelsohn]] (1887–1953), Architekt&lt;br /&gt;
* [[Linus Kather]] (1893–1983), Jurist, Politiker (CDU bzw. GB/BHE) und Vertriebenenfunktionär&lt;br /&gt;
* [[Hans Kramer (Forstmann)|Hans Kramer]] (1896–1982), [[Oberforstmeister]] und Elchjägermeister&lt;br /&gt;
* [[Josef Engling]] (1898–1918), Mitglied der [[Schönstattbewegung]]&lt;br /&gt;
* [[Franz Bulitta]] (1900–1974), [[Geistlicher Rat]], kath. Pfarrer in [[Wielbark|Willenberg]], Bischöflicher Kommissar&lt;br /&gt;
* [[Klaus-Joachim Zülch]] (1910–1988), Neurowissenschaftler&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Fittkau]] (1912–2004), Theologe&lt;br /&gt;
* [[Eva Maria Sirowatka]] (1917–1988), Schriftstellerin&lt;br /&gt;
* [[Georg Hermanowski]] (1918–1993), Schriftsteller, Journalist&lt;br /&gt;
* [[Hans-Jürgen Wischnewski]] (1922–2005), Politiker ([[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]])&lt;br /&gt;
* [[Rainer Barzel]] (1924–2006), Politiker ([[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]])&lt;br /&gt;
* [[Gerd-Helmut Komossa]] (1924–2018), [[Militärischer Abschirmdienst|MAD]]-Chef von 1977 bis 1980&lt;br /&gt;
* [[Ernst Josef Fittkau]] (1927–2012), Zoologe&lt;br /&gt;
* [[Georg Sterzinsky]] (1936–2011), Kardinal und Erzbischof von Berlin&lt;br /&gt;
* [[Hartmut Bagger]] (1938–2024), General und [[Generalinspekteur der Bundeswehr]]&lt;br /&gt;
* [[Wolf Lepenies]] (* 1941), Soziologe, Wissenschaftspolitiker und wissenschaftlicher Schriftsteller&lt;br /&gt;
* [[Christian Hacke]] (* 1943), Politikwissenschaftler&lt;br /&gt;
* [[Adrian Kasnitz]] (* 1974), Schriftsteller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige der bekanntesten Persönlichkeiten auf dem ermländischen Bischofsstuhl waren [[Lucas Watzenrode]], der Onkel des Astronomen [[Nicolaus Copernicus]], und Enea Silvio Piccolomini, der spätere Papst [[Pius II.]] Zu erwähnen gilt es auch den Historiker und Gelehrten [[Martin Cromer]] sowie eine der wichtigsten Gestalten und Mitbegründer der europäischen [[Gegenreformation]] auf dem Konzil von [[Trient]], Kardinal [[Stanislaus Hosius]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorfahren aus dem Ermland haben:&lt;br /&gt;
* [[Rainer Maria Woelki]], Kardinal und Erzbischof von Köln&lt;br /&gt;
* [[Horst Eberlein]], Weihbischof in Hamburg und Titularbischof von [[Titularbistum Tisedi|Tisedi]]&lt;br /&gt;
* [[Winfried Kretschmann]], Ministerpräsident von Baden-Württemberg&lt;br /&gt;
* [[Stefan Zekorn]], Weihbischof in [[Münster]]&lt;br /&gt;
* [[Petra Reski]], Journalistin und Buchautorin&lt;br /&gt;
* [[Isolde Hausser]], Physikerin&lt;br /&gt;
* [[Matthias Foremny]], Dirigent und Hochschullehrer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Deutschordensstaat]]&lt;br /&gt;
* [[Erzbistum Ermland]]&lt;br /&gt;
* [[Woiwodschaft Ermland-Masuren]]&lt;br /&gt;
* [[Kreis Braunsberg]]&lt;br /&gt;
* [[Kreis Heilsberg]]&lt;br /&gt;
* [[Landkreis Allenstein]]&lt;br /&gt;
* [[Kreis Rößel]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Bischöfe von Ermland]]&lt;br /&gt;
* [[Ostpreußen]]&lt;br /&gt;
* [[Prußen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;in der Reihenfolge des Erscheinens&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[George Adalbert von Mülverstedt]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Namen Ermeland und Warmien. Die Heidenburgen des Bartergaues. Heinrich von Sorbaum, Bischof von Ermeland.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Preußische Provinzial-Blätter&amp;#039;&amp;#039;, Jahrgang 1857 (= &amp;#039;&amp;#039;Neue preußische Provinzial-Blätter&amp;#039;&amp;#039;, Band XI), Königsberg 1857, S. 65–73 ([http://books.google.de/books?id=OiIBAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA65 Google Books]), S. 179–198 ([http://books.google.de/books?id=OiIBAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA179 Google Books]) und S. 283–296 ([http://books.google.de/books?id=OiIBAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA283 Google Books]).&lt;br /&gt;
* [[Joseph Bender]]: &amp;#039;&amp;#039;Die altpreußischen Landschaften innerhalb der ermländischen Diözese&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für die Geschichte und Altertumskunde Ermlands&amp;#039;&amp;#039;, Band 2, Jahrgang 1861–1863, Mainz 1863, S. 359–386 ([http://books.google.de/books?id=qNgAAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA359 Google Books]).&lt;br /&gt;
* [[Andreas Thiel (Bischof)|Andreas Thiel]]: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte Ermlands. Von den Anfängen desselben bis zu seinem Anfall unter Polnische Oberherrschaft ([[Zweiter Frieden von Thorn|Friede von Thorn 1466]])&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für die Geschichte und Altertumskunde Ermlands&amp;#039;&amp;#039;, Band 3, Jahrgang 1864–1866, Braunsberg 1866, S. 662–688 ([http://books.google.de/books?id=3dgAAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA662 Google Books])&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Scriptores rerum Warmiensium&amp;#039;&amp;#039; (herausgegeben von [[Carl Peter Woelky]] und [[Johann Martin Saage]]). Band 1, Braunsberg 1866 ([http://books.google.de/books?id=hDgOAAAAQAAJ&amp;amp;printsec=frontcover Google Books]).&lt;br /&gt;
* Hermann Hoffmann: &amp;#039;&amp;#039;Der ländliche Grundbesitz im Ermlande von der Eroberung Preussens durch den deutschen Ritterorden bis zum Jahre 1375&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Altpreussische Monatsschrift&amp;#039;&amp;#039;, Band 14, Königsberg i. Pr. 1877, S. 51–100 ([https://books.google.de/books?id=GjrB7FtPKPIC&amp;amp;pg=PA51 Google Books]) und S. 193–250 ([https://books.google.de/books?id=GjrB7FtPKPIC&amp;amp;pg=PA193 Google Books]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hermann Frischbier]]: &amp;#039;&amp;#039;Preußisches Wörterbuch. Ost- und Westpreußische Provinzialismen in alphabetischer Folge&amp;#039;&amp;#039;. 2 Bände. Enslin, Berlin 1882–1883 (reprographischer Nachdruck: Olms, Hildesheim 1971).&lt;br /&gt;
* Hans-Joachim Perk: &amp;#039;&amp;#039;Verfassungs- und Rechtsgeschichte des Fürstbistums Ermland&amp;#039;&amp;#039;. Diss., Albertus-Universität Königsberg 1931.&lt;br /&gt;
* Franz-Josef Herrmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das ermländische Bauernvolk. Sein Erbe und sein Schicksal&amp;#039;&amp;#039;. Bischof-Maximilian-Kaller-Stiftung, Münster 1962.&lt;br /&gt;
* Werner Thimm: &amp;#039;&amp;#039;Die Ordnungen der ermländischen Kapitelsburgen Allenstein und Mehlsack aus dem Jahre 1563. Ein Beitrag zur Geschichte des Herrschaftsgefüges im Hochstift Ermland&amp;#039;&amp;#039;. In: Zeitschrift für die Geschichte und Altertumskunde Ermlands, Bd. 33 (1969), Heft 94, S. 53–160.&lt;br /&gt;
* Aloys Sommerfeld: &amp;#039;&amp;#039;Juden im Ermland – ihr Schicksal nach 1933&amp;#039;&amp;#039;. Fromm, Osnabrück 1991.&lt;br /&gt;
* Dierk Loyal: &amp;#039;&amp;#039;Sakrale Backsteingotik im Ermland. Eine bautopographische Untersuchung&amp;#039;&amp;#039;. Kulturstiftung der Deutschen Vertriebenen, Bonn 1995, ISBN 3-88557-124-2.&lt;br /&gt;
* Andrzej Kopiczko: &amp;#039;&amp;#039;Die neueste Geschichte der Diözese Ermland in der polnischen Historiographie nach 1945&amp;#039;&amp;#039;. In:&amp;#039;&amp;#039; Religions- und Kulturgeschichte in Ostmittel- und Südeuropa&amp;#039;&amp;#039;, herausgegeben von [[Rainer Bendel]]. Band 2, Lit Verlag, Berlin 2006, ISBN 3 8258 6178 3, S. 139–152 ([http://books.google.de/books?id=cplpM0l3nd8C&amp;amp;pg=PA139 eingeschränkte Vorschau])&lt;br /&gt;
* Robert Traba: &amp;#039;&amp;#039;Der politische Katholizismus im Ermland. Eine Studie zur deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte 1871–1914&amp;#039;&amp;#039;. Aschendorff, Münster 2016.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://www.familie-schwark.de/Zeittafel/zeittafel.html Zeittafel der ermländischen Geschichte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{{Navigationsleiste Gebiete des Deutschordenslandes}}&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Balten]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Khatschaturjan</name></author>
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