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	<title>Edvard Beneš - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Edvard_Bene%C5%A1&amp;diff=7764&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Wheeke: /* Würdigungen */</title>
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		<updated>2025-07-26T10:36:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Würdigungen&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Edvard Beneš.jpg|mini|Edvard Beneš (um 1942)&lt;br /&gt;
[[Datei:Edvard Beneš podpis.jpg|rahmenlos|rechts|Unterschrift Edvard Beneš’]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Edvard Beneš&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; [{{IPA|ˈɛdvart ˈbɛnɛʃ}}] {{Audio|Cs-Edvard Benes.ogg|anhören}} (dt. auch Eduard Benesch; * [[28. Mai]] [[1884]] in [[Kožlany]], damals [[Kronland (Österreich)|Kronland]] [[Böhmen]], [[Österreich-Ungarn]]; † [[3. September]] [[1948]] in [[Sezimovo Ústí]], [[Tschechoslowakei]]) war ein [[Tschechoslowakei|tschechoslowakischer]] [[Politiker]] ([[Česká strana národně sociální|ČSNS]]), einer der Mitbegründer der Tschechoslowakei sowie tschechoslowakischer Außenminister (1918–1935), Ministerpräsident (1921–1922) und [[Staatspräsident]] (1935–1938 und 1945–1948 als Staatspräsident sowie 1940–1945 Präsident im Londoner Exil). Er ist Namensgeber der [[Beneš-Dekrete]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jugend ==&lt;br /&gt;
Edvard Beneš war das zehnte Kind eines Kleinbauern und wurde auf den Namen Eduard getauft (als Kind „Edek“ genannt), später änderte er seinen Namen auf Edvard. Nach seinem Studium in [[Prag]] und in [[Frankreich]] ([[Paris]] und [[Dijon]]) arbeitete Beneš zunächst als Hochschullehrer für [[Soziologie]] an der [[Karls-Universität Prag]].&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. seine Studie &amp;#039;&amp;#039;Stranictví. Sociologická studie&amp;#039;&amp;#039;, Prag 1912.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Tätigkeit während des Ersten Weltkriegs ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Versailleská smlouva.jpg|mini|Beneš beim [[Friedensvertrag von Versailles]] (rechts am Ende des linken Tischs)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] gründete Beneš zusammen mit anderen die tschechische anti-[[Österreich-Ungarn|österreichische]] Widerstandsorganisation [[Maffie]]. Ab 1915 setzte er sich (zusammen mit vor allem [[Tomáš Garrigue Masaryk]] und dem Slowaken [[Milan Rastislav Štefánik]]) von Paris aus für tschechische und slowakische nationale Bestrebungen ein: Er hielt Vorlesungen zum [[Slawentum]] an der [[Sorbonne]] und war Mitbegründer und Generalsekretär des 1916 gegründeten [[Tschechoslowakischer Nationalausschuss (1918)|Tschechoslowakischen Nationalausschusses]] (anfangs kurz „Tschechischer Nationalrat“ genannt). 1916 veröffentlichte er in Paris das Manifest „Détruisez l&amp;#039;Autriche-Hongrie“, in dem er zur Zerschlagung der [[Österreich-Ungarn|Österreich-ungarischen Monarchie]] aufrief.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://archive.org/details/dtruisezlautri00bene/page/2 „Détruisez l&amp;#039;Autriche-Hongrie“] (1916)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit seinem Engagement für die tschechische Sache erwirkten er und andere im Frühjahr 1917 die Aufstellung der [[Tschechoslowakische Legionen|Tschechoslowakischen Legionen]]. Sie erreichten, dass der [[Tschechoslowakischer Nationalrat|Tschechoslowakische Nationalrat]] 1918 von Frankreich als alleiniger Vertreter des geplanten tschechoslowakischen Staates anerkannt wurde und ein Recht auf Mitsprache bei den Verhandlungen zum [[Vertrag von Versailles]] bekam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Außenminister der Tschechoslowakei (1918 bis 1935) ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Edvard Benes with his wife in 1934.jpg|mini|hochkant|Edvard Beneš mit Ehefrau (1934)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-2010-0420-500, Belgrad, Benesch, Titulescu, Jevtitsch.jpg|mini|Konferenz der Kleinen Entente in Belgrad, Beneš mit [[Nicolae Titulescu]] (ro) und [[Bogoljub Jevtić]] (yu)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1918 bis 1935 war Beneš ununterbrochen Außenminister der [[Erste Tschechoslowakische Republik|ČSR]] unter Staatspräsident [[Tomáš Garrigue Masaryk]], 1935 wurde er dessen Nachfolger. 1921–1922 war er auch Regierungschef.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch beheimatet war er in der [[Tschechoslowakische Volkssozialistische Partei|Tschechoslowakischen Volkssozialistischen Partei]] (&amp;#039;&amp;#039;Československá strana národně socialistická&amp;#039;&amp;#039;, kurz &amp;#039;&amp;#039;ČSNS&amp;#039;&amp;#039;), deren stellvertretender Vorsitzender er bis 1935 auch war. Zu dieser Partei stieß er mehr oder weniger unfreiwillig, da er vom Kabinett von 1923 als Außenminister nur geduldet wurde, wenn er seine politische Unabhängigkeit formal aufgab und einer der Parlamentsparteien beitrat.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel E. Miller: &amp;#039;&amp;#039;Forging Political Compromise. Antonín Švehla and the Czechoslovak Republican Party 1918–1933.&amp;#039;&amp;#039; Pittsburgh 1999, S. 122.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie besteht bis heute und hatte zu keiner Zeit Verbindungen zum deutschen [[Nationalsozialismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinsichtlich der tschechisch-slowakischen Beziehungen zählte er zu den führenden Verfechtern des [[Tschechoslowakismus]]. So erklärte er 1943 im Londoner Exil:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ich vertrete unerschütterlich die Ansicht, dass die Slowaken Tschechen sind und die slowakische Sprache ein Dialekt der tschechischen Sprache ist, so wie es sich mit dem [[Hantec|Hanakischen]] oder anderen Dialekten der tschechischen Sprache verhält. Ich hindere niemanden daran von sich zu sagen, er sei ein Slowake, aber nie werde ich die Erklärung zulassen, es gäbe eine slowakische Nation.|ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;SLKul&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Chmel: &amp;#039;&amp;#039;Zum nationalen Selbstverständnis der Slowaken im 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Alfrun Kliems]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Slowakische Kultur und Literatur im Selbst- und Fremdverständnis.&amp;#039;&amp;#039; Steiner, Stuttgart 2005, S. 13&amp;amp;nbsp;ff., hier [http://books.google.de/books?id=7Ek24NtickwC&amp;amp;pg=PA22 S. 22.]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beneš war gegen die kommunistische [[Oktoberrevolution]] in [[Russland]] 1917 und orientierte die tschechoslowakische Politik als Außenminister eher anti-sowjetisch und [[Neoslawismus|neoslawistisch]]. Er war sich allerdings der Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit der [[Sowjetunion]] bewusst. 1931 wurde auf seine Initiative hin der „Donauplan“, ein Zollabkommen, welches den vergünstigen Export von landwirtschaftlichen Gütern aus dem Balkan und Import von industriellen Gütern der Westmächte vorsah, lanciert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Giorgio Petracchi |Titel=Dietro le quinte del convengo Volta sull’Europa. Un piano per sovvertire l’Europa centro-orientale |Hrsg=Maddalena Guiotto, Wolfgang Wohnout |Sammelwerk=Italien und Österreich im Mitteleuropa der Zwischenkriegszeit / Italia e Austria nella Mitteleuropa tra le due guerre mondiali |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag=Böhlau |Ort=Wien |Datum=2018 |ISBN=978-3-205-20269-1 |Seiten=107}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachdem 1933 [[Adolf Hitler]] an die [[Machtergreifung|Macht gekommen]] war, erkannte die Tschechoslowakei am 9. Juni 1934 unter der Führung von Beneš (und mit der Zustimmung [[Frankreich]]s) die UdSSR [[De jure / de facto|de jure]] als Staat an und schloss 1935 einen Freundschaftsvertrag mit ihr. Seinen westlichen Verbündeten, insbesondere Frankreich, war dieser Vertragsschluss jedoch suspekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre war Beneš Teilnehmer an den Treffen der informellen Stammtischgruppe Prager Intellektueller [[Pátečníci]].&amp;lt;ref&amp;gt;Václav Stehlík: &amp;#039;&amp;#039;Staří Pátečníci a Novodobí Zpátečníci!&amp;#039;&amp;#039;, online auf: [http://vasevec.parlamentnilisty.cz/blogy/stari-patecnici-novodobi-zpatecnici vasevec.parlamentnilisty.cz]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beneš als Staatspräsident (1935 bis 1938) ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Edvard Beneš na návštěvě.JPG|mini|hochkant|Staatspräsident Beneš bei einem Besuch 1938]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hitler nach dem „[[Anschluss Österreichs]]“ im März 1938 auch die Eingliederung der Sudetengebiete forderte, ließ Beneš die [[tschechoslowakische Armee]] [[Mobilmachung in der Tschechoslowakei 1938|mobilisieren]] und hoffte auf Unterstützung Frankreichs, mit dem seit Januar 1924 ein Bündnis bestand, und der Bündnispartner aus der [[Kleine Entente|Kleinen Entente]] im Falle eines deutschen Angriffs. Im September 1938 schlug Beneš in einem internen Schreiben an seinen Gesundheitsminister [[Jaromír Nečas|Nečas]] in Paris vor,&amp;lt;ref&amp;gt;Igor Lukeš: &amp;#039;&amp;#039;Czechoslovakia between Stalin and Hitler: The Diplomacy of Edvard Benes in the 1930s.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, 1996.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deutschland einen Teil des Sudetenlandes abzutreten (rund 5.000 von 28.000 Quadratkilometern, also ca. 18 Prozent) und gleichzeitig einen großen Teil der in der Tschechoslowakei verbleibenden deutschsprachigen Bevölkerung (nach Beneš’ überschlägigen Berechnungen etwa 2,2 Mio. Personen) zwangsauszusiedeln. Großbritannien und Frankreich verweigerten nach anfänglichen Zusagen ihre Zustimmung zu diesem Plan. Stattdessen wurde Hitler im [[Münchner Abkommen]] (September 1938) das Sudetenland zugestanden, in der Hoffnung, einen Krieg zu vermeiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Münchner Abkommen lehnte Beneš das Angebot militärischer Hilfe seitens der Sowjetunion als unrealistisch ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beneš verschaffte, vor allem während seiner Zeit als Staatspräsident, vielen von den Nationalsozialisten verfolgten Deutschen und Österreichern Pässe, mit deren Hilfe sie nach Übersee emigrieren konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 5. Oktober 1938 trat Beneš zurück und flog einige Tage später nach London. Seinem Nachfolger [[Emil Hácha]] gratulierte er kurz darauf zu dessen Wahl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beneš im Londoner Exil ==&lt;br /&gt;
Nach einiger Zeit als Privatperson im [[Exil]] gründete Edvard Beneš dort im Jahre 1940 die [[Tschechoslowakische Exilregierung]] und beanspruchte das Präsidentenamt wieder für sich. Im Laufe des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] wurde Beneš von den Alliierten schließlich als tschechoslowakischer Präsident anerkannt. Intensiv arbeitete er nun auf die Wiederherstellung der Tschechoslowakei in den Grenzen vor dem Münchner Abkommen und der möglichst vollständigen [[Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei|Vertreibung]] der insgesamt 3,4 Millionen Deutschen hin. Bei einem Gespräch mit US-Präsident [[Franklin D. Roosevelt]] am 12. März 1943 ermächtigte Roosevelt seinen Gast – so jedenfalls die Darstellung von Beneš – zur Ausweisung der Deutschen aus der Tschechoslowakei nach Ende des Krieges.&amp;lt;ref&amp;gt;Igor Lukes: &amp;#039;&amp;#039;On the edge of the Cold War. American diplomats and spies in postwar Prague&amp;#039;&amp;#039;. Oxford University Press, Oxford 2012, ISBN 978-0-19-516679-8, S. 27–28.&amp;lt;/ref&amp;gt; In einer von Großbritannien aus gesendeten Rundfunkansprache erklärte Beneš am 27. Oktober 1943:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|In unserem Land wird das Ende dieses Krieges mit Blut geschrieben werden. Den Deutschen wird mitleidlos und vervielfacht all das heimgezahlt werden, was sie in unseren Ländern seit 1938 begangen haben. Die ganze Nation wird sich an diesem Kampf beteiligen, es wird keinen Tschechoslowaken geben, der sich dieser Aufgabe entzieht, und kein Patriot wird es versäumen, gerechte Rache für die Leiden der Nation zu nehmen.|ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;SLKul&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge seiner Enttäuschung über die 1938 ausgebliebene Unterstützung durch die Westmächte näherte sich Beneš ab 1943 zunehmend an die Sowjetunion als wichtigsten Garanten für eine Wiedererrichtung des tschechoslowakischen Staates an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kaplan&amp;quot;&amp;gt;Karel Kaplan: &amp;#039;&amp;#039;Das verhängnisvolle Bündnis. Unterwanderung, Gleichschaltung und Vernichtung der Tschechoslowakischen Sozialdemokratie 1944–1954.&amp;#039;&amp;#039; Pol-Verlag, Wuppertal 1984, ISBN 3-9800905-0-7 (Einleitung des Verfassers, S. 15&amp;amp;nbsp;ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachdem die Niederlage Deutschlands im Osten absehbar wurde, unterzeichnete er am 12. Dezember 1943 in [[Moskau]] mit [[Josef Stalin|Stalin]] einen tschechoslowakisch-sowjetischen Beistandsvertrag, der auch eine enge Zusammenarbeit in der Nachkriegszeit festlegte. Bei diesem Treffen stimmte Stalin den Plänen Beneš’ zur Vertreibung der Sudeten- und Karpatendeutschen sowie einer teilweisen Vertreibung und Enteignung der 720.000 Ungarn in der Südslowakei zu. Nachfolgend wurde Beneš zu einem der deutlichsten Befürworter von Stalins Absichten einer Expansion der Sowjetunion nach Westen. Er begrüßte die [[Westverschiebung Polens|polnische Westverschiebung]], da dadurch Deutschland verkleinert wurde, und sicherte Stalin die [[Karpatenukraine]] zu. In Moskau vereinbarte Beneš mit den Kommunisten und Linkssozialisten unter [[Klement Gottwald]] die Errichtung einer Nationalen Front, bei der die anderen Parteien der Ersten Republik ausgeschlossen blieben. Im März 1945 reiste er erneut nach Moskau und führte Verhandlungen mit Gottwald über eine Beteiligung der Moskauer Gruppe an seiner Regierung, bei denen er umfangreiche Zugeständnisse machte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jörg K. Hoensch]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte Böhmens.&amp;#039;&amp;#039; S. 435.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweite Präsidentschaft (1945 bis 1948) ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hrobka Edvarda Benese.jpg|mini|Beneš’ Grab]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Ergebnis seiner Moskauer Verhandlungen erarbeitete &amp;#039;&amp;#039;[[Kaschauer Programm]]&amp;#039;&amp;#039; wurde am 5. April 1945 in [[Košice]], dem provisorischen Sitz der Regierung der Nationalen Front, durch den Ministerpräsidenten [[Zdeněk Fierlinger]] verkündet. Darin wurden unter anderem das Verbot der konservativen Parteien der Ersten Republik, eine Wiederangliederung der Slowakei unter Wahrung von Autonomie, die Aussiedlung von Bürgern deutscher und ungarischer [[Nationalität]], die die Nationalsozialisten unterstützt hatten, die Verstaatlichung des Großgrundbesitzes und von Industrieunternehmen und Banken, die Bestrafung von Kollaborateuren und eine Zusammenarbeit mit der Sowjetunion erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1945 kehrte Beneš aus der Sowjetunion in seine Heimat zurück und übernahm wieder das Amt des Staatspräsidenten. Die Schaffung eines einheitlichen tschechoslowakischen Nationalstaates blieb der Dreh- und Angelpunkt seines politischen Programms. Am 29. Juni 1945 unterzeichnete Edvard Beneš die Abtretung der [[Karpatenukraine]] an die Sowjetunion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar nach seiner Rückkehr nach [[Prag]] am 16. Mai 1945 verkündete er einer begeisterten Menge auf dem [[Altstädter Ring]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Es wird notwendig sein …, insbesondere kompromisslos die Deutschen in den tschechischen Ländern und die Ungarn in der Slowakei völlig zu liquidieren, soweit diese Liquidierung im Interesse des einheitlichen Nationalstaates der Tschechen und Slowaken überhaupt nur möglich ist. Unsere Losung muss es sein, unser Land kulturell, wirtschaftlich und politisch endgültig zu entgermanisieren.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander Ort: &amp;#039;&amp;#039;Dr. Edvard Beneš: evropský politik.&amp;#039;&amp;#039; 1993, S. 191.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Rede in [[Mělník]] am 14. Oktober 1945 erklärte Beneš:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|In letzter Zeit werden wir jedoch in der internationalen Presse kritisiert, dass der Transfer der Deutschen in einer unwürdigen, unzulässigen Weise durchgeführt würde. Wir tun angeblich dasselbe, was die Deutschen uns angetan haben; wir greifen angeblich unsere eigene nationale Tradition und unseren bisher moralisch unangetasteten Ruf an. Wir machen angeblich einfach die Nationalsozialisten in ihren grausamen unzivilisierten Methoden nach.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mögen diese Vorwürfe im Einzelnen wahr sein oder nicht, ich erkläre ganz kategorisch: Unsere Deutschen müssen ins Reich fortgehen und sie werden auf alle Fälle fortgehen. Sie werden aufgrund ihrer eigenen horrenden Moralschuld, aufgrund ihrer Taten bei uns vor dem Krieg und aufgrund ihrer ganzen Kriegspolitik gegen unseren Staat und unser Volk fortgehen. Die, die als unserer Republik treugebliebene Antifaschisten anerkannt werden, können bei uns bleiben. Aber unser ganzes Vorgehen in der Angelegenheit ihrer Abschiebung ins Reich muss human, anständig, richtig, moralisch begründet sein. […] Alle untergeordneten Organe, die dagegen verstoßen, werden sehr entschieden zur Ordnung gerufen werden. Die Regierung wird in keinem Fall erlauben, dass der gute Ruf der Republik durch unverantwortliche Elemente zerstört wird.|ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Věra&amp;quot;&amp;gt;Zit. nach Věra Olivová: &amp;#039;&amp;#039;Odsun Němců: výbor z pamětí a projevů dopln ̌ený edičními přílohami.&amp;#039;&amp;#039; 2000, S. 62.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der [[Potsdamer Konferenz]] (Abschluss am 2. August 1945) stimmten die drei alliierten Siegermächte [[Vereinigte Staaten|USA]], [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]] und [[UdSSR]] der [[Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei|Überführung („Transfer“) der Ost- und Sudetendeutschen]] in „ordnungsgemäßer und humaner Weise“ zu. Auch sollten die [[Sudetendeutsche]]n wie auch die [[Magyaren|Ungarn]] als „Kollaboranten und Verräter“ und unerwünschte [[Ethnie]]n [[entschädigung]]slos [[Enteignung|enteignet]] werden. Deutsche, die während der [[Protektorat Böhmen und Mähren|deutschen Besatzung]] als Bürger loyal zur Tschechoslowakei gestanden hatten, sollten nach dem &amp;#039;&amp;#039;Kaschauer Programm&amp;#039;&amp;#039; von der Enteignung und anderen Repressionsmaßnahmen unbehelligt bleiben. Ein Teil der im Oktober 1945 erlassenen [[Beneš-Dekrete]] bestimmte nicht nur die teilweise Verstaatlichung der tschechoslowakischen Wirtschaft, sondern auch eine über das Kaschauer Programm hinausgehende generelle Enteignung und Vertreibung der Deutschen bis auf wenige Ausnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 25. Februar 1948, bereits schwer krank, nahm Beneš unter Druck das Rücktrittsangebot der nichtkommunistischen Minister an und ermöglichte damit die [[Februarumsturz|Machtergreifung durch die Kommunisten]]. Im Mai 1948 verweigerte er noch die [[Unterschrift]] unter die neue [[Tschechoslowakische Verfassung von 1948|kommunistische Verfassung]], am 7. Juni 1948 trat er zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Nachfolger wurde [[Klement Gottwald]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Privates ==&lt;br /&gt;
Beneš war verheiratet mit Hana Benešová (geborene Anna Vlčková, 1885–1974), mit der er seit der Jugendzeit in Paris bekannt war. 1928 erwarb er im Rahmen einer Landreform das südböhmische Schlossgut [[Pluhův Žďár]] vom Fürstenhaus [[Paar (Adelsgeschlecht)|Paar]]. Nach 1948 wurde der Besitz beschlagnahmt; 1992 wurde er den Nachkommen Beneš’ zurückübertragen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.hrady.cz/index.php?OID=2506&amp;amp;PARAM=11&amp;amp;tid=4614&amp;amp;pos=800 Zámek Pluhův Žďár] (auf hrady.cz)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Würdigungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Edvard-Beneš-Denkmal.jpg|mini|hochkant|Beneš-Standbild in Prag]]&lt;br /&gt;
[[Datei:13-07-28-Ústí-09.jpg|mini|Dr.-Edvard-Beneš-Brücke in [[Ústí nad Labem|Aussig]]]]&lt;br /&gt;
Die [[American Philosophical Society]] zeichnete Beneš 1939 für seine &amp;#039;&amp;#039;Penrose Memorial Lecture&amp;#039;&amp;#039; mit dem Titel „Politics as Art and Science“ mit ihrer [[Benjamin Franklin Medal (American Philosophical Society)|Benjamin Franklin Medal]] aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während für Edvard Beneš bis 1989 kein Denkmal errichtet wurde, setzte seine öffentliche Verehrung verstärkt nach der [[Samtene Revolution|Samtenen Revolution]] ein. So steht seit Mai 2005 ein überlebensgroßes Standbild von Karel Dvořák (1893–1950) für Edvard Beneš auf dem &amp;#039;&amp;#039;Loretánské náměstí&amp;#039;&amp;#039; (Loretoplatz), auf dem Prager [[Hradčany (Prag)|Hradschin]] unmittelbar gegenüber dem Außenministerium im Stadtzentrum von Prag (&amp;#039;&amp;#039;Praha 1&amp;#039;&amp;#039;). In seinem Sommersitz und Sterbeort [[Sezimovo Ústí]] wurde im Oktober 2001 eine Gedenkstätte für ihn eröffnet. Ferner wurden zahlreiche Straßen, Brücken (wie die [[Dr.-Edvard-Beneš-Brücke]]) und Plätze nach ihm benannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.mzv.cz/servis/soubor.asp?id=9379 Auszeichnungen und Orden für Edvard Beneš]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[Jiří Gruša]]&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Literatur.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde 2011 die &amp;#039;&amp;#039;zweifache Kapitulation&amp;#039;&amp;#039; Beneš’ vor Hitler und vor Stalin thematisiert. Er bezeichnete Beneš als „das tschechische Enigma“ (Rätsel).&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- == Zitate ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Es war eine recht rauhe Taktik, Hitler in den Krieg zu treiben.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Igor Lukes: &amp;#039;&amp;#039;Benesch, Stalin und die Komintem 1938/39.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte]].&amp;#039;&amp;#039; 41. Jg., Heft 3, 1993, S. 352 ([http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1993_3.pdf PDF]).&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(nach einem Gespräch mit Maiski über den [[Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt|deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt]])&amp;lt;/small&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Jiří Gruša]]: &amp;#039;&amp;#039;Beneš jako Rakušan.&amp;#039;&amp;#039; Barrister &amp;amp; Principal, Brünn 2011, ISBN 978-80-87474-12-9. (deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Beneš als Österreicher.&amp;#039;&amp;#039; Wieser-Verlag, Klagenfurt 2012, ISBN 978-3-99029-008-8. Klappentext: &amp;#039;&amp;#039;Der Versuch, Denkmäler für Beneš zu bauen, wird in Zukunft schwieriger sein.&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Ota Konrád, René Küpper (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Edvard Beneš: Vorbild und Feindbild, politische, mediale und historiographische Deutungen.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2013, ISBN 978-3-525-37302-6.&lt;br /&gt;
* Daniel Neval: &amp;#039;&amp;#039;Vorsehung und Auftrag. Politik und Geschichte bei Edvard Beneš.&amp;#039;&amp;#039; Edition Kirchhof &amp;amp; Franke, Leipzig / Berlin 2003, ISBN 3-933816-24-6.&lt;br /&gt;
* Florian Ruttner: &amp;#039;&amp;#039;Edvard Beneš und die Kritik des Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Ca ira Freiburg, Wien 2019, ISBN 978-3-86259-147-3.&lt;br /&gt;
* [[Zbyněk Zeman]], [[Antonín Klimek]]: &amp;#039;&amp;#039;The Life of Edvard Beneš 1884–1948: Czechoslovakia in Peace and War.&amp;#039;&amp;#039; [[Oxford University Press]] / [[Clarendon Press]], Oxford 1997, ISBN 0-19-820583-X,&amp;lt;br /&amp;gt;auf Tschechisch: Zbyněk Zeman: &amp;#039;&amp;#039;Edvard Beneš – politický životopis.&amp;#039;&amp;#039; [[Mladá fronta]], 2000, druhé vydání 2009, ISBN 978-80-204-2062-6&amp;lt;br /&amp;gt;([http://www.ce-review.org/99/22/books22_crampton.html Buchbesprechung auf Englisch] von [[Richard Crampton]] auf [http://www.ce-review.org/ ce-review.org]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Edvard Beneš}}&lt;br /&gt;
{{Commons}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118655450}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|118655450}}&lt;br /&gt;
* {{NKCR|jk01011576}}&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|FID=pe/001446}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Königreich Böhmen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Vertriebenenthematik)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Beneš, Edvard&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=tschechoslowakischer Außenminister und Präsident&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=28. Mai 1884&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Kožlany]], [[Österreich-Ungarn]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=3. September 1948&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Sezimovo Ústí]], [[Tschechoslowakei]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Wheeke</name></author>
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