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	<title>Chimborazo - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Chimborazo&amp;diff=9510&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-34238-5: Vulkan von inaktiv auf aktiv gesetzt, da dieser in den letzten 10000 Jahren mehrere Ausbrüche hatte. In der Vulkanologie gelten Vulkane erst ruhend, wenn diese mindestens 10000 Jahre keinen Ausbruch hatten.</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Chimborazo&amp;diff=9510&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-08-06T19:43:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Vulkan von inaktiv auf aktiv gesetzt, da dieser in den letzten 10000 Jahren mehrere Ausbrüche hatte. In der Vulkanologie gelten Vulkane erst ruhend, wenn diese mindestens 10000 Jahre keinen Ausbruch hatten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Infobox Berg&lt;br /&gt;
| NAME             = Tschimborasso&amp;lt;br/&amp;gt;Chimborazo&lt;br /&gt;
| BILD             = David Torres Costales Chimborazo Riobamba Ecuador Montaña Mas Alta del Mundo.jpg&lt;br /&gt;
| BILDBESCHREIBUNG = Der Chimborazo von Riobamba aus gesehen&lt;br /&gt;
| HÖHE             = 6263&lt;br /&gt;
| HÖHE-BEZUG       = EC&lt;br /&gt;
| HÖHE-ANMERKUNG   = &lt;br /&gt;
| LAGE             = [[Ecuador]]&lt;br /&gt;
| GEBIRGE          = [[Anden]] ([[Cordillera Occidental (Ecuador)|Westkordillere]])&lt;br /&gt;
| DOMINANZ         = 845&lt;br /&gt;
| SCHARTENHÖHE     = 4122&lt;br /&gt;
| DOMINANZ-BEZUG   = [[Huandoy]]&lt;br /&gt;
| SCHARTE          = [[Olmos (Peru)]]&lt;br /&gt;
| BREITENGRAD      = -1.46935&lt;br /&gt;
| LÄNGENGRAD       = -78.8169&lt;br /&gt;
| REGION-ISO       = EC-H&lt;br /&gt;
| TOPO-KARTE       = &lt;br /&gt;
| TYP              = [[Schichtvulkan]]&lt;br /&gt;
| GESTEIN          = [[Andesit]], [[Dazit]]&lt;br /&gt;
| ALTER            = [[Pliozän]] bis [[Pleistozän]]&lt;br /&gt;
| LETZTE ERUPTION  = 550 ± 150 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;gvp&amp;quot;&amp;gt;{{GVP|352071|}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| ERSTBESTEIGUNG   = 1880, [[Edward Whymper]], [[Jean-Antoine Carrel]] und [[Louis Carrel]]&lt;br /&gt;
| NORMALWEG        = Hochtour (vergletschert)&lt;br /&gt;
| BESONDERHEITEN   = Höchster Berg Ecuadors; Gipfel ist vom Erdmittelpunkt aus höchster Punkt der Erde und somit der Sonne am nächsten.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der aktive [[Vulkan]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Chimborazo&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([{{IPA|ˌtʃimboˈɾaθo}}], [{{IPA|ˌt͡ʃimboˈɾaso}}]), auch deutsch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tschimborasso&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, ist mit 6263&amp;amp;nbsp;m [[Höhe über dem Meeresspiegel]] der höchste Berg in [[Ecuador]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |titel=Chimborazo-Besteigung in Ecuador: Scheitern wie Humboldt |werk=Spiegel Online |datum=2017-09-08 |url=https://www.spiegel.de/reise/fernweh/chimborazo-besteigung-in-ecuador-scheitern-wie-humboldt-a-1166191.html |abruf=2019-09-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gipfel des Chimborazo ist wegen seiner Nähe zum Äquator der [[Höchster Berg#Höchster Berg, gemessen vom Erdmittelpunkt|am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernte]] Punkt auf der Erdoberfläche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geografie und Geologie ==&lt;br /&gt;
=== Lage ===&lt;br /&gt;
Der Chimborazo liegt in der [[Cordillera Occidental (Ecuador)|Westkordillere]] der Anden, ca. 165 km südlich des [[Äquator]]s, in der [[Provinz Chimborazo|nach ihm benannten Provinz]]. Sein Nachbargipfel ist der 5018 Meter hohe [[Carihuairazo]]. Der majestätische Gipfel des Chimborazo ragt 2500&amp;amp;nbsp;m aus der etwa 3500&amp;amp;nbsp;m bis 4000&amp;amp;nbsp;m hohen ihn umgebenden Hochebene. Sein Durchmesser beträgt an der Basis etwa 20&amp;amp;nbsp;km. Bei idealen Verhältnissen, meist in den Monaten Dezember–April, kann der Gipfel von der 140&amp;amp;nbsp;km entfernten Küstenstadt [[Guayaquil]] aus gesehen werden. Die wichtigsten Städte in seiner Umgebung sind [[Riobamba]] (etwa 30&amp;amp;nbsp;km südöstlich), [[Ambato]] (etwa 30&amp;amp;nbsp;km nordöstlich) und [[Guaranda]] (etwa 25&amp;amp;nbsp;km südwestlich des Berges). Der Chimborazo liegt innerhalb des Naturreservates „Reserva de Produccion Faunistica Chimborazo“, das dazu dient, den Lebensraum für die in den Anden heimischen [[Kamele|kameliden]] [[Vikunja|Vicuña]], [[Lama (Kamel)|Lama]] und [[Alpaka|Alpaca]] zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gletscher ===&lt;br /&gt;
Der obere Teil des Berges ab zirka 5100 Meter ist [[Gletscher|vergletschert]]. Einzelne Gletscherarme reichen bis 4600&amp;amp;nbsp;m hinunter. Die Gletscher des Chimborazo stellen die Wasserversorgung für große Teile der Provinzen [[Provinz Bolívar (Ecuador)|Bolívar]] und [[Provinz Chimborazo|Chimborazo]]. Die Gletscher haben in den letzten Dekaden aufgrund von [[Folgen der globalen Erwärmung#Rückgang der Gletscher|globaler Erwärmung]], Aschebedeckung infolge der aktuellen vulkanischen Aktivität&amp;lt;ref&amp;gt;Der [[Tungurahua]] ist seit 1999 wieder aktiv, mit den signifikantesten Ausbrüchen von Oktober bis Dezember 1999 und Mai bis Juli 2006, ({{Webarchiv | url=http://www.igepn.edu.ec/vulcanologia/tungurahua/actividad/actividad.htm | wayback=20060501165112 | text=Actividad Volcan Tungurahua}}. Instituto Geofísico, EPN Ecuador. Abgerufen am 21. August 2006.)&amp;lt;/ref&amp;gt; seines östlichen Nachbars [[Tungurahua]] (Schotterer &amp;#039;&amp;#039;et al.&amp;#039;&amp;#039; 2003) und des [[El Niño|El-Niño]]-Phänomens&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| url = http://www.innovations-report.com/html/reports/earth_sciences/report-35174.html| titel = El Niño and glacier melt in the tropical Andes| werk= innovations-report.com| datum = 2004-10-22| zugriff = 2012-08-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt; signifikant an Masse verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bei anderen ecuadorianischen Bergen wird auch das Eis der Gletscher des Chimborazo von sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Hieleros&amp;#039;&amp;#039; (vom spanischen &amp;#039;&amp;#039;Hielo&amp;#039;&amp;#039; für Eis) abgebaut, um auf den Märkten von Guaranda und Riobamba verkauft zu werden. Früher wurde das Eis bis hinunter in Küstentieflandstädte wie [[Babahoyo]] oder [[Vinces]] transportiert (Borja 2004). Baltazar Ushca steigt als einziger verbliebener Hielero noch regelmäßig zu den Eisminen des Chimborazo hinauf.&amp;lt;ref&amp;gt;Stephanie Geiger: [http://www.nzz.ch/lebensart/reise/das-heilige-eis-vom-chimborazo-1.18390950 &amp;#039;&amp;#039;Das heilige Eis vom Chimborazo.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Neue Zürcher Zeitung&amp;#039;&amp;#039;, 26. September 2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vulkanismus ===&lt;br /&gt;
Der Vulkanismus am Chimborazo ist Folge der [[Subduktion]] der Nazca-Platte unter den [[südamerika]]nischen Kontinent und hat überwiegend [[andesit]]isch-[[dazit]]ischen Charakter. Der [[Schichtvulkan]] ist um das Jahr 550 (± 150 Jahre)&amp;lt;ref name=&amp;quot;gvp&amp;quot; /&amp;gt; zum letzten Mal ausgebrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Höhe ===&lt;br /&gt;
Der Chimborazo ist der höchste Berg Ecuadors, der nördlichste Sechstausender Südamerikas und höher als alle nördlicheren Berge [[Amerika]]s. Ihm wurde lange Zeit eine Höhe von 6310&amp;amp;nbsp;m&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.igm.gov.ec/cms/files/cartabase/enie/ENIEIV_C1.htm | wayback=20090510044029 | text=IGM 1991}}&amp;lt;/ref&amp;gt; zugeschrieben. Bei einer 2016 durchgeführten [[Differential Global Positioning System|Differential-GPS]]-Messung wurde eine Höhe von 6263&amp;amp;nbsp;m festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.bbc.com/mundo/noticias/2016/04/160407_por_que_chimborazo_ecuador_mas_lejos_centro_tierra_que_el_everest_dgm |titel=Chimborazo, el volcán de Ecuador más alto que el Everest (si se mide desde el centro de la Tierra) |werk=BBC mundo |hrsg= |datum=2016-04-07 |abruf=2019-09-17 |sprache=es}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[SRTM]]-Daten weisen darauf hin, dass diese Höhe wahrscheinlicher ist als die weitverbreitete Höhenangabe von 6310&amp;amp;nbsp;m.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.peaklist.org/WWlists/WorldTop50.html#17 |titel=World Top 50 Prominence, Footnote #17 |werk=peaklist.org |abruf=2007-02-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.viewfinderpanoramas.org/elevmisquotes.html#chimbo |titel=Some frequently misquoted elevations, Chimborazo Ecuador |werk=viewfinderpanoramas.org |abruf=2007-02-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Chimborazo galt vor der Vermessung des [[Himalaya]] als der [[Höchster Berg|höchste Berg der Erde]]. Die Messungen [[George Everest]]s im Jahr 1856 zeigten jedoch, dass viele Himalaya-Gipfel, insbesondere der [[Mount Everest]], höher liegen als der Chimborazo. Heute sind in den [[Anden]] 26 höhere Berge bekannt. Der höchste Berg ist dort der [[Aconcagua]] mit 6961&amp;amp;nbsp;m Höhe, der zweithöchste und zugleich höchste Vulkan der Erde ist der [[Nevado Ojos del Salado]] mit 6893&amp;amp;nbsp;m Höhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entfernung von der Erdachse und vom Erdmittelpunkt ===&lt;br /&gt;
Der Gipfel des Chimborazo ist wegen seiner Nähe zum Äquator der Punkt der Erdoberfläche, der [[Höchster Berg#Höchster Berg, gemessen vom Erdmittelpunkt|am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt]] ist. Dass er hierin den wesentlich höheren [[Mount Everest]] übertrifft, liegt daran, dass die [[Erde]] aufgrund der [[Rotationsbewegung|Rotation]] und der sich daraus ergebenden [[Zentrifugalkraft|Fliehkraft]] keine [[Kugel]] ist, sondern ein [[Rotationsellipsoid]], dessen [[Radius]] an den [[Pol (Geographie)|Polen]] kleiner und am [[Äquator]] größer ist. Nimmt man den Erdmittelpunkt als Bezugspunkt, so übertrifft nach Senne (2000) der Chimborazo (1° südl. Breite, 6384,557&amp;amp;nbsp;km vom Erdmittelpunkt) den Mount Everest (28° nördl. Breite, 6382,414&amp;amp;nbsp;km vom Erdmittelpunkt) um mehr als zwei Kilometer.&amp;lt;ref&amp;gt;In dieser Rangfolge sind die Gipfel von noch weiteren Fünf- und Sechstausendern in den zentralen [[Anden]] und auch des [[Kilimandscharo]] im afrikanischen [[Tansania]] vom Erdmittelpunkt weiter entfernt als der [[Mount Everest]], siehe {{Webarchiv | url=http://www.andesargentinos.com.ar/Las_mayores_elevaciones.htm | wayback=20090315033116 | text=Liste der höchsten Gipfel der Anden mit Entfernung zum Erdmittelpunkt}} (spanisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Joseph H. Senne: {{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;Did Edmund Hillary Climb the Wrong Mountain&amp;#039;&amp;#039; |url=http://www.profsurv.com/magazine/article.aspx?i=589 |wayback=20130618000241 }}. In: &amp;#039;&amp;#039;Professional Surveyor&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 20, H. 5, 2000, {{ISSN|0278-1425}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einerseits ist wegen der maximalen Entfernung von der Erdachse die Zentrifugalbeschleunigung durch die Erddrehung hier am größten, andererseits wegen der maximalen Entfernung vom Erdmittelpunkt die Gravitationsbeschleunigung am geringsten, was beides dazu beiträgt, dass am Gipfel des Chimborazo die [[Fallbeschleunigung]] den sehr niedrigen Wert 9,767&amp;amp;nbsp;m/s² besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Chimborazo from southwest.jpg|Der Chimborazo von Süd-West&lt;br /&gt;
Volcán Chimborazo desde Guayaquil cropped.png|Blick von [[Guayaquil]] auf den in Abendrot gehüllten Chimborazo&lt;br /&gt;
Chimborazo2004.jpg|Alpacas vor dem Chimborazo&lt;br /&gt;
Chimborazo shadow.jpg|Sonnenaufgang auf dem Gipfel des Chimborazo, Blick nach Westen auf den geworfenen Schatten.&lt;br /&gt;
ChimborazoTungurahua ETM 20010916 cropped.png|Satellitenbild mit Chimborazo (Mitte links), Tungurahua (Mitte rechts, mit Rauchwolke) und Altar (Unten rechts).&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Name und mythologische Bedeutung ===&lt;br /&gt;
Bezüglich der Herkunft des Namens &amp;#039;&amp;#039;Chimborazo&amp;#039;&amp;#039; existieren verschiedene Theorien. Es kann eine Kombination des [[Cayapa]]-Wortes für Frau – &amp;#039;&amp;#039;Schingbu&amp;#039;&amp;#039; – und des [[Kichwa]]-Wortes für Eis/Schnee – &amp;#039;&amp;#039;Razo&amp;#039;&amp;#039; – sein, was in etwa &amp;#039;&amp;#039;Eisige Frau&amp;#039;&amp;#039; ergeben würde, oder mit &amp;#039;&amp;#039;Chimbo&amp;#039;&amp;#039; für Thron/Gottesthron aus dem [[Shuar]] ergäbe es &amp;#039;&amp;#039;Eisiger Thron Gottes&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Schmudlach 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von der in der Umgebung lebenden indigenen Bevölkerung wird der Berg auch &amp;#039;&amp;#039;Urkurasu (Urcorazo)&amp;#039;&amp;#039; genannt; mit dem Quichuawort &amp;#039;&amp;#039;urku&amp;#039;&amp;#039; – Berg – ergibt das einfach &amp;#039;&amp;#039;Berg-Eis&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im lokalen indigenen Mystizismus etwa der [[Puruhá]] ist der Chimborazo ein [[heiliger Berg]]. &amp;#039;&amp;#039;Taita Chimborazo&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Taita&amp;#039;&amp;#039; ist Kichwa für Vater) repräsentiert als Mann von &amp;#039;&amp;#039;Mama [[Tungurahua]]&amp;#039;&amp;#039; den Stammvater der Puruhá.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur | Autor=Karl Gratzl | Titel=Mythos Berg. Lexikon der bedeutenden Berge aus Mythologie, Kulturgeschichte und Religion | Verlag=Hollinek | Ort=Purkersdorf | Jahr=2000 | ISBN=3-85119-280-X|Seiten=67–68}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erstbesteigung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Humboldt-Bonpland Chimborazo.jpg|miniatur|&amp;#039;&amp;#039;Alexander von Humboldt und Aimé Bonpland am Fuß des Chimborazo&amp;#039;&amp;#039;, Gemälde von [[Friedrich Georg Weitsch]], 1810]]&lt;br /&gt;
Der Chimborazo wurde 1565 zum ersten Mal von einem Europäer, [[Girolamo Benzoni]], beschrieben. Die Franzosen [[Charles Marie de La Condamine]] und [[Pierre Bouguer]] unternahmen 1742 Forschungen am Berg.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Oliver Lubrich]] in: &amp;#039;&amp;#039;Alexander von Humboldt: Über einen Versuch den Gipfel des Chimborazo zu ersteigen&amp;#039;&amp;#039;, Eichborn, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-8218-0767-9.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einen ersten richtigen Besteigungsversuch wagte bereits [[Alexander von Humboldt]] zusammen mit [[Aimé Bonpland]] und [[Carlos Montúfar]] am 23. Juni 1802; sie erreichten eine Höhe von zirka 5600&amp;amp;nbsp;m (ihre eigene damalige Höhenmessung ergab 5880&amp;amp;nbsp;m). Der Beschreibung des Aufstiegs durch Humboldt verdanken wir die erste genaue Schilderung der Symptome von [[Höhenkrankheit]]:&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Alexander von Humboldt: Über einen Versuch den Gipfel des Chimborazo zu ersteigen&amp;#039;&amp;#039;, Eichborn, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-8218-0767-9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Text=Auch das Atmen wurde stark beeinträchtigt, und noch unangenehmer war, dass alle Übelkeit, einen Drang sich zu erbrechen, verspürten. Außerdem bluteten uns das Zahnfleisch und die Lippen. Das Weiße unserer Augen war blutunterlaufen. Wir fühlten alle eine Schwäche im Kopf, einen ständigen Schwindel, der in der Situation, in der wir uns befanden, sehr gefährlich war. Alle diese Symptome von Asthenie rühren ohne Zweifel von dem Sauerstoffmangel her, dem das Blut ausgesetzt ist.|Autor=Alexander von Humboldt|Quelle=Tagebuch|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.deutschlandfunk.de/alexander-humboldt-chimborazo-besteigung-100.html |titel=Vor 220 Jahren |titelerg=Als Alexander von Humboldt den Chimborazo erklomm |werk=Kalenderblatt (Rundfunksendung auf [[Deutschlandfunk|DLF]]) |autor=[[Peter B. Schumann]] |datum=2022-06-23 |zugriff=2022-06-23 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Humboldt verbrachte mehrere Tage am Berg. Er skizzierte ihn und ließ sich mit ihm im Hintergrund abbilden. Im Dezember 1831 scheiterte auch der Naturforscher [[Jean Baptiste Boussingault]] aus Frankreich. Den Gipfel erreichte als erste eine britisch-italienische Seilschaft bestehend aus [[Edward Whymper]] und den Brüdern [[Jean-Antoine Carrel|Jean-Antoine]] und [[Louis Carrel]] am 4. Januar 1880. Die Schutzhütte auf der Südwestseite unterhalb des Gletschers auf 5000&amp;amp;nbsp;m wurde zu Ehren des Briten „Edward-Whymper-Hütte“ benannt. Da viele Kritiker die gelungene Erstbesteigung anzweifelten, bestieg Whymper noch im selben Jahr den Berg ein zweites Mal über eine neue Route (von [[Pogyos]] im Westen her), mit den zwei Ecuadorianern David Beltrán und Francisco Campaña (Whymper 1892).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flug SAETA 232 ===&lt;br /&gt;
Am 15. August 1976 ging [[SAETA-Flug 232]] mit 55 Passagieren und 4 Besatzungsmitgliedern auf der 309&amp;amp;nbsp;km langen Route von [[Quito]] nach [[Cuenca (Ecuador)|Cuenca]] verloren. Unverzügliche Suchaktionen in möglichen Absturzregionen blieben erfolglos. Obwohl ein Absturz am Chimborazo als am wahrscheinlichsten galt, konnte kein Wrack gefunden werden. Nachdem das abgestürzte Flugzeug und seine Insassen über 26 Jahre als vermisst gegolten hatten, wurden die Überreste am 17. Oktober 2002 von ecuadorianischen Bergsteigern, die die selten begangene Integralroute benutzten, auf einer Höhe von zirka 5400&amp;amp;nbsp;m östlich des Chimborazohauptgipfels gefunden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19760815-0&amp;amp;lang=de |titel=Database. 1976. Sonntag 15 August 1976 |kommentar=Unfallbeschreibung des Flugs SAETA 232 |werk=Aviation Safety Network |datum=2020-02-08 |abruf=2020-02-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weiteres ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Coat of arms of Ecuador original version.svg|100px|miniatur|Chimborazo auf dem Wappen Ecuadors]]&lt;br /&gt;
* [[Pierre Bouguer]] machte im Rahmen seiner geodätischen und gravimetrischen Messungen in Ecuador Ende 1738 Experimente, die erstmals zeigten, dass die Anwesenheit großer Bergmassive Abweichungen von der Lotrichtung verursacht; die Abweichung war jedoch kleiner als von ihm erwartet, da ihm das Konzept der [[Isostasie]] noch nicht bekannt war.&lt;br /&gt;
* Der Chimborazo ist auf dem [[Wappen Ecuadors|ecuadorianischen Wappen]] als Symbol für die Schönheit und den Reichtum der &amp;#039;&amp;#039;Sierra&amp;#039;&amp;#039; abgebildet.&lt;br /&gt;
* [[Simón Bolívar]] hat ein von ihm inspiriertes Gedicht mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;{{lang|es|Mi delirio sobre el Chimborazo}}&amp;#039;&amp;#039; geschrieben.&lt;br /&gt;
* Den Namen Chimborazo verwendet [[Tankred Dorst]] in seinem Theaterstück &amp;#039;&amp;#039;[[Auf dem Chimborazo]]&amp;#039;&amp;#039; symbolisch für den [[Muppberg]] an der [[Südthüringen|thüringisch]]-[[Oberfranken|fränkischen]] Grenze bei [[Oberlind (Sonneberg)|Oberlind]].&lt;br /&gt;
* Durch [[mecklenburg]]ische Verehrer von Humboldt wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Berggipfel am Ostufer des [[Tollensesee]]s bei [[Neubrandenburg]] &amp;#039;&amp;#039;Chimborazo&amp;#039;&amp;#039; benannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Jörg Franze: &amp;#039;&amp;#039;Humboldt ein bisschen älter gemacht.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Nordkurier / Neubrandenburger Zeitung&amp;#039;&amp;#039;, 21./22. Juni 2014, S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eine belletristische Darstellung der Chimborazobesteigung mit einigen historischen Ungenauigkeiten findet sich in [[Daniel Kehlmann]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Vermessung der Welt]]&amp;#039;&amp;#039;. Rowohlt, Reinbek 2005, ISBN 3-498-03528-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bergsteigen ==&lt;br /&gt;
{{Annotiertes Bild&lt;br /&gt;
| image = Chimborazo+sketch.png&lt;br /&gt;
| float = left&lt;br /&gt;
| image-width = 640&lt;br /&gt;
| image-left = -120&lt;br /&gt;
| image-top = -68&lt;br /&gt;
| width = 384&lt;br /&gt;
| height = 348&lt;br /&gt;
| caption = Skizze zur Lage der Gipfel, der Schutzhütten sowie der Hauptrouten am Chimborazo&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:ChimborazoSummit1996.jpg|miniatur|Sonnenaufgang auf dem Gipfelplateau des Chimborazo mit Blick auf [[Tungurahua]] und [[El Altar]]]]&lt;br /&gt;
Die Besteigung des Chimborazo ist bei Bergsteigern sehr beliebt. Trotz seiner Höhe ist er gut zugänglich und die Normalroute vergleichsweise einfach zu besteigen.&lt;br /&gt;
* Der Chimborazo kann ganzjährig bestiegen werden, wobei die relativ trockenen und häufiger klaren Monate Dezember/Januar und Juli/August am besten für einen Aufstieg geeignet sind.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.exploringecuador.com/deutsch/de_ar_chimborazo_ekuador.htm |titel=Chimborazo (6.310m) |werk=exploringecuador.com |abruf=2010-02-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eine gute Höhen-[[Akklimatisation]] ist erforderlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Routen ===&lt;br /&gt;
Die einfachsten und am meisten benutzten Routen sind die Normalroute ([[Schwierigkeitsskala (Klettern)|Schwierigkeitsgrad]] I/F-PD-) und die Whymperroute (II/PD+). Beide Routen starten bei der Whymper-Hütte und führen via den Westgrat und den Vorgipfel &amp;#039;&amp;#039;Ventimilla&amp;#039;&amp;#039; (6228&amp;amp;nbsp;m) zum Hauptgipfel (&amp;#039;&amp;#039;Whymper&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Ecuador&amp;#039;&amp;#039;) (6263&amp;amp;nbsp;m).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es existieren verschiedene andere, weniger benutzte und meist schwierigere Routen über die verschiedenen Seiten und Grate zu einem der folgenden Gipfel: Hauptgipfel (&amp;#039;&amp;#039;Whymper&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Ecuador&amp;#039;&amp;#039;), Zentralgipfel (&amp;#039;&amp;#039;Politecnico&amp;#039;&amp;#039;) und Ostgipfel (&amp;#039;&amp;#039;N.&amp;amp;nbsp;Martinez&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hütten ===&lt;br /&gt;
[[Datei:RefugioCarrelChimborazo1997.jpg|miniatur|Refugio Carrel]]&lt;br /&gt;
Es sind zwei Hütten in Betrieb, die Carrel-Hütte (4850&amp;amp;nbsp;m) und die ein wenig weiter oben liegende Whymper-Hütte (5000&amp;amp;nbsp;m). Die Carrel-Hütte ist durch eine Straße erschlossen und kann von Riobamba, Ambato oder Guaranda erreicht werden. Die Zurita-Hütte (4900&amp;amp;nbsp;m) an der &amp;#039;&amp;#039;Pogyos&amp;#039;&amp;#039;-Route ist nicht mehr in Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur und Karten ==&lt;br /&gt;
* Carmen Borja: &amp;#039;&amp;#039;Hieleros del Chimborazo. Entrevista a Igor Guayasamín.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Ecuador Terra Incognita.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 29, 2004.&lt;br /&gt;
* Isabelle Chaffaut, Marie Guillaume: [http://www.innovations-report.com/html/reports/earth_sciences/report-35174.html &amp;#039;&amp;#039;El Niño and glacier melt in the tropical Andes.&amp;#039;&amp;#039;] auf: &amp;#039;&amp;#039;innovations-report.com&amp;#039;&amp;#039;, 22. Oktober 2004, abgerufen am 22. August 2006.&lt;br /&gt;
* Nelson Gómez: &amp;#039;&amp;#039;Atlas del Ecuador.&amp;#039;&amp;#039; Editorial Ediguias, Quito 1994 (3. Auflage, ISBN 9978-89-009-2)&lt;br /&gt;
* [[Alexander von Humboldt]]: &amp;#039;&amp;#039;Über einen Versuch den Gipfel des Chimborazo zu ersteigen.&amp;#039;&amp;#039; Eichborn, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-8218-0767-9. (enthält unter anderem die Tagebuchaufzeichnungen Humboldts zu seiner nicht erfolgreichen Besteigung)&lt;br /&gt;
* Günter Schmudlach: &amp;#039;&amp;#039;Bergführer Ecuador. Wanderungen um Quito, Trekking-Touren, Mittlere Bergtouren, Schneeberge, Kletterberge, kombinierte Touren, Dschungelberge.&amp;#039;&amp;#039; Panico Alpinverlag, Köngen 2001, ISBN 3-926807-82-2.&lt;br /&gt;
* Ulrich Schotterer, Martin Grosjean u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Glaciers and Climate in the Andes between the Equator and 30° S: What is Recorded under Extreme Environmental Conditions?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Climatic Change]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 59, H. 1–2, 2003, {{ISSN|0165-0009}}, S. 157–175.&lt;br /&gt;
* [[Edward Whymper]]: &amp;#039;&amp;#039;Travels Amongst the Great Andes of the Equator&amp;#039;&amp;#039;, John Murray, London 1892, ISBN 1-904466-24-9 (diverse Neuausgaben).&lt;br /&gt;
* IGM (Instituto Geografico Militar, Ecuador), {{Webarchiv | url=http://www.igm.gob.ec/site/files/cartabase/enie/imagenes/ENIEIV_C1_ALTA.jpg | wayback=20140202094706 | text=Chimborazo Ecuador, CT-ÑIV-C1 }}, Quito 1991 (Karte des Chimborazo im Maßstab 1:50.000).&lt;br /&gt;
* [[Arbeitsgemeinschaft für vergleichende Hochgebirgsforschung]]: &amp;#039;&amp;#039;Orthophotokarte Nevado Chimborazo, Ecuador 1:20.000.&amp;#039;&amp;#039; Geographisches Institut der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf 2009, ISBN 978-3-86780-141-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste der Berge oder Erhebungen in Südamerika]]&lt;br /&gt;
* [[Geographie Ecuadors]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Chimborazo (Ecuador)|Chimborazo}}&lt;br /&gt;
* [http://www.summitpost.org/mountain/rock/150349/chimborazo.html Bergsteiger-Informationen für den Chimborazo] (englisch)&lt;br /&gt;
* {{GVP|352071|}}&lt;br /&gt;
* [https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:32-1-10030479981 &amp;#039;&amp;#039;Tableau Physique&amp;#039;&amp;#039; zu Alexander von Humboldt&amp;#039;s und Aimé Bonpland&amp;#039;s Reise in die Aequinoktial-Gegenden des neuen Kontinents] aus Goethes Privatbibliothek in den Digitalen Sammlungen der [[Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek| Herzogin Anna Amalia Bibliothek]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4211799-9|VIAF=132539509}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Berg in Südamerika]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Berg in Ecuador]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Berg in den Anden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schichtvulkan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vermeintlich höchster Berg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Berg als Namensgeber für einen Asteroiden]]&lt;/div&gt;</summary>
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