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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<title>imported&gt;Dritte von links: minus zuviel</title>
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		<updated>2025-05-27T13:53:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;minus zuviel&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Staatslastig|DE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Beruf&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist „jede auf [[Erwerbstätigkeit|Erwerb]] gerichtete Beschäftigung, die sich nicht in einem einmaligen Erwerbsakt erschöpft“ (BVerfGE 97,228&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1998/02/fs19980217_1bvf000191.html#abs94&amp;lt;/ref&amp;gt;). Unter „Beruf“ wird oft eine systematisch erlernte, spezialisierte, meistens mit einem [[Qualifikation (Personalwesen)|Qualifikationsnachweis]] versehene Tätigkeit verstanden. Der Begriff ist abzugrenzen vom [[Umgangssprache|umgangssprachlichen]] Ausdruck [[Job (Arbeit)|Job]], der eine [[Erwerbstätigkeit|Tätigkeit]] zum Erwerb bezeichnet, die nur vorübergehend ausgeübt wird oder nicht an eine besondere Eignung oder Ausbildung gebunden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft und Geschichte ==&lt;br /&gt;
Beruf geht auf „berufen“ (mhdt. &amp;#039;&amp;#039;beruofen&amp;#039;&amp;#039;) zurück, einer [[Präfix]]bildung des Verbs „rufen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ständelehre des Mittelalters kannte die „vocatio interna“ und die „vocatio externa“. Im Mittelalter betrachteten insbesondere Theologen den Beruf unter zwei Teilaspekten, dem „inneren Beruf“ ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;vocatio spiritualis&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;vocatio interna&amp;#039;&amp;#039;}}) und dem „äußeren Beruf“ ({{laS|vocatio externa}}).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://books.google.de/books?id=hqSj9QQaLaQC&amp;amp;pg=PA92&amp;amp;dq=beruf+vocatio&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=VuaJUsL8MtPa4QTG1oHABQ&amp;amp;ved=0CEEQ6AEwAg#v=onepage&amp;amp;q=beruf%20vocatio&amp;amp;f=false Karin Rebmann/Walter Tenfelde/Tobias Schlösser, &amp;#039;&amp;#039;Berufs- und Wirtschaftspädagogik&amp;#039;&amp;#039;, 2011, S. 92].&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Martin Luther]] übersetzte das lateinische &amp;#039;&amp;#039;vocatio&amp;#039;&amp;#039; als die Berufung durch Gott. „Jeder bleibe in dem Beruf, in dem ihn Gottes Ruf traf“ oder „Jeder bleibe in der Berufung, in der er berufen wurde“ {{Bibel|1 Kor|7|20}}. Er verwendete das Wort Beruf auch für den Stand, das Amt und die [[Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] des Menschen in der Welt. Luther hatte beide Aspekte zusammengefasst, weil für ihn Christen bei jeder [[Tätigkeit]] einer inneren und äußeren Berufung folgten. Diese innere Berufung mache jede Tätigkeit, auch die in der Familie, zum Beruf.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://books.google.de/books?id=9v6zvQWvpLQC&amp;amp;pg=PA41&amp;amp;dq=beruf+begriff&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=y5-HUsXNIIuQ4ASc7YGACw&amp;amp;ved=0CEQQ6AEwAw#v=onepage&amp;amp;q=beruf%20begriff&amp;amp;f=false ARSP, Ulfrid Neumann/Lorenz Schulz, &amp;#039;&amp;#039;Verantwortung in Recht und Moral&amp;#039;&amp;#039;, Beiheft 74, 2005, S. 41].&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Vocatio interna&amp;#039;&amp;#039; ist die von Gott ausgehende innere Berufung einer Person zum heiligen Amt (Priester oder Mönch), die durch [[Gisbert Voetius]] in seiner „Politica ecclesiastica“ (1663–1676) neues Gewicht erhielt. Die innere Berufung ist das eingenommene geistliche Amt, die äußere Berufung betraf weltliche Berufsstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der späteren [[Säkularisierung]] verschwanden die [[Spiritualität|spirituellen]] Bestandteile, während die soziale Verpflichtung im Rahmen der Arbeitsteilung erhalten blieb.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://books.google.de/books?id=Z9sKxVPby2YC&amp;amp;pg=PA30&amp;amp;dq=beruf+geschichte&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=sSOJUvuLBMPI4ASIjYCwAg&amp;amp;ved=0CDYQ6AEwATgU#v=onepage&amp;amp;q=beruf%20geschichte&amp;amp;f=false Jan Kruse, &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Arbeit und Arbeit als Geschichte&amp;#039;&amp;#039;, 2002, S. 31].&amp;lt;/ref&amp;gt; Über Beruf und Berufsausbildung wurden in den [[Zunft|Zünften]] die handwerklichen Aktivitäten gesteuert und die ständische Gesellschaftsordnung repräsentiert. Erst seit dem Übergang in das 19. Jahrhundert erhält der Begriff Beruf jenen Inhalt einer eine fachliche Qualifikation voraussetzenden, in der Regel mit einem Erwerbseinkommen verbundenen Tätigkeit. Beruf ist „der Kreis von Tätigkeiten mit zugehörigen Pflichten und Rechten, den der Mensch im Rahmen der Sozialordnung als dauernde Aufgabe ausfüllt und der ihm zumeist zum Erwerb des [[Lebensunterhalt]]es dient“.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Conze, &amp;#039;&amp;#039;Geschichtliche Grundbegriffe&amp;#039;&amp;#039;, Artikel Beruf, Band 1, 1972, S. 490–508.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Soziologe [[Max Weber]] sieht 1925 im industriellen Beruf die „Spezifizierung, Spezialisierung und Kombination von Leistungen“, die für Personen die „Grundlage einer kontinuierlichen Versorgungs- und Erwerbschance“ bildeten.&amp;lt;ref&amp;gt;Max Weber, &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaft und Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;, 1925, S. 80.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit Webers Definition werden Berufe amtlich erfragt und in Statistiken veröffentlicht. Die amtliche deutsche Statistik versteht unter Beruf „die auf Erwerb gerichteten, besondere Kenntnisse und Fertigkeiten sowie Erfahrung erfordernden und in einer typischen Kombination zusammenfließenden Arbeitsverrichtungen … und die in der Regel auch die Lebensgrundlage für ihn und seine nicht berufstätigen Angehörigen bilden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berufsinhalt sind neben der [[Einkommen]]serzielung und dem Erwerb von [[Pension (Altersversorgung)|Rentenansprüchen]] auch der persönliche Lebensinhalt, Interessen, Wertvorstellungen und Ziele, die spezifische gesellschaftliche Wertschätzung und das soziale Ansehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karin Rebmann/Walter Tenfelde/Tobias Schlösser, &amp;#039;&amp;#039;Berufs- und Wirtschaftspädagogik&amp;#039;&amp;#039;, 2011, S. 92.&amp;lt;/ref&amp;gt; Berufe und Berufsinhalte unterliegen heute einem mehr oder weniger starken Wandel insbesondere hinsichtlich der [[Arbeitssystem|Arbeitsbedingungen]]. Die [[Berufsausbildung]] war ursprünglich so gestaltet, dass der Mensch den einmal erlernten Beruf sein gesamtes [[Berufsleben]] ausüben sollte. Technischer Fortschritt, ökonomischer Wandel und zunehmende [[Arbeitsteilung]] haben jedoch weltweit dazu geführt, dass ganze Berufsgruppen überflüssig wurden und der Beruf als „Lebensaufgabe“ nicht mehr Begriffsinhalt darstellt. Das hängt mit dem Wandel von der Berufsorientierung hin zur Prozessorientierung zusammen, der durch die Veränderung der [[Berufsbild]]er und -anforderungen zum Berufswechsel und [[Umschulung]] zwingen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://books.google.de/books?id=nooVx3pPLQgC&amp;amp;pg=PA468&amp;amp;dq=beruf+job&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=UfGJUvfiBoHs4wTtioDwAw&amp;amp;ved=0CFAQ6AEwAzgK#v=onepage&amp;amp;q=beruf%20job&amp;amp;f=false Martin Honecker, &amp;#039;&amp;#039;Grundriss der Sozialethik&amp;#039;&amp;#039;, 1995, S. 469].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sozialgeschichtliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Die zur Ausübung eines Berufs erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse werden durch [[Ausbildung]], [[Erfahrung|Praxis]] oder [[Selbststudium]] erworben. Die Aufnahme in einen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Berufsstand&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; kann aber auch erfolgen durch Zuschreibung (&amp;#039;&amp;#039;adscription&amp;#039;&amp;#039;), etwa bei [[Erbe|Erbfolge]] (z.&amp;amp;nbsp;B. als [[Landwirt|Bauer]], [[Zunft|zünftiger]] Handwerker), durch [[Gelöbnis (Öffentlicher Dienst)|Gelöbnisse]] ([[Soldat]]en), [[Amtseid|Diensteide]] ([[Beamtentum|Beamte]]) oder durch [[Ordination]] ([[Geistlicher]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Berufe sind das Ergebnis fortschreitender [[Arbeitsteilung]]. Sie haben häufig eine jahrhundertelange Tradition, da viele von der Gesellschaft benötigte oder gewünschte Leistungen im Wesentlichen konstant geblieben sind. Daher rührt auch die auffällige soziale Erscheinung der &amp;#039;&amp;#039;Berufsvererbung&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den ältesten, frühgeschichtlichen Berufen gehören [[Schmied]], [[Zimmerer|Zimmermann]], [[Arzt|Heiler]], [[Priester (Christentum)|Priester]], [[Barde|Wandererzähler und -sänger]] und [[Wächter (Beruf)|Wächter]]. Seit dem [[Mittelalter]] fanden sich viele Berufsgruppen in [[Zunft|Zünften]] und [[Gilde (Kaufleute)|Gilden]] zusammen, die auch die Ausbildung des beruflichen Nachwuchses übernahmen. Auch „[[Unehrlicher Beruf|unehrliche Berufe]]“ bildeten eigene Organisationen. Die [[Ständeliteratur]] verzeichnet entsprechend der [[Ständeordnung]] eine sich innerhalb der [[Frühe Neuzeit|Frühen Neuzeit]] etablierte Vielfalt der Berufe mit ganz unterschiedlichen Qualifizierungs- und Tätigkeitsmerkmalen sowie Rahmenbedingungen. Die Komplexität der Berufskonzepte steigert sich entsprechend dem Fortschritt [[Technischer Fortschritt|in der Technik]] und [[Wissenschaft|in der Wissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Berufen wird auf die sogenannte &amp;#039;&amp;#039;[[Berufung (Amt)|Berufung]]&amp;#039;&amp;#039; des/der Einzelnen besonderer Wert gelegt (zum Beispiel [[Pfarrer]], [[Priester (Christentum)|Priester]], aber auch [[Arzt]], [[Lehrer]], [[Apotheker]], [[Richter]]). Ein [[Wissenschaftler]] erhält einen „[[Berufung (Amt)|Ruf“]] auf eine Professorenstelle, wenn eine [[Hochschule]] ihn gern in ihrem Kollegenkreis hätte.&lt;br /&gt;
Die [[christliche Soziallehre]] postuliert eine [[Pflicht (Recht)|Pflicht]] zur Arbeit.&lt;br /&gt;
In Artikel 24 der Verfassung der DDR (vom 6. April 1968) stand unter anderem: &amp;#039;&amp;#039;Jeder Bürger der DDR hat das Recht auf Arbeit. [...] (2) Gesellschaftlich nützliche Tätigkeit ist eine ehrenvolle Pflicht für jeden arbeitsfähigen Bürger. Das Recht auf Arbeit und die Pflicht zur Arbeit bilden eine Einheit.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.documentarchiv.de/ddr/verfddr.html#KAPITEL%201-2 Volltext]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsfragen ==&lt;br /&gt;
Das [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|Grundgesetz]] garantiert das [[Grundrecht]] der [[Berufsfreiheit|freien Berufswahl]], denn alle Deutschen haben das Recht, Beruf, [[Arbeitsplatz]] und [[Ausbildungsstätte]] frei zu wählen ({{Art.|12|gg|juris}} Abs. 1 [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|GG]]). Unter Beruf versteht man verfassungsrechtlich jede auf Dauer angelegte, der Einkommenserzielung dienende menschliche Betätigung.&amp;lt;ref&amp;gt;BVerfGE 7, 377, 397&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem verfassungsrechtlichen Berufsbegriff sind zwei Elemente immanent, nämlich &amp;#039;&amp;#039;Lebensaufgabe&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Lebensgrundlage&amp;#039;&amp;#039;. Für den Beruf als Lebensaufgabe ist wesentlich, dass jemand eine innere Beziehung zu seinem Beruf hat, für den er sich verpflichtet und verantwortlich fühlt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://books.google.de/books?id=CXtaoPYD0TIC&amp;amp;pg=PA50&amp;amp;dq=beruf+begriff&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=GqyHUtqYEsjC4gTvo4CgCQ&amp;amp;ved=0CFkQ6AEwBzgK#v=onepage&amp;amp;q=beruf%20begriff&amp;amp;f=false Gerhard Pfennig, &amp;#039;&amp;#039;Der Begriff des öffentlichen Dienstes und seiner Angehörigen&amp;#039;&amp;#039;, 1960, S. 50].&amp;lt;/ref&amp;gt; Lebensgrundlage setzt wiederum voraus, dass ein Beruf für eine gewisse Dauer gegen Entgelt ausgeübt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Pfennig, &amp;#039;&amp;#039;Der Begriff des öffentlichen Dienstes und seiner Angehörigen&amp;#039;&amp;#039;, 1960, S. 51.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gerhard Pfennig erklärt den Berufsstatus am Beispiel der Soldaten und verweist darauf, dass [[wehrpflicht]]ige [[Soldat]]en lediglich eine öffentliche Dienstleistung erfüllten. Der soldatische Dienst als Beruf komme lediglich für [[Berufssoldat]]en in Frage, deren Wehrdienst durch die soldatische Laufbahn zu einem Beruf geworden sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Pfennig, &amp;#039;&amp;#039;Der Begriff des öffentlichen Dienstes und seiner Angehörigen&amp;#039;&amp;#039;, 1960, S. 51.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Begriff des Berufs ist dabei nicht auf bestimmte traditionelle oder rechtlich fixierte Berufsbilder beschränkt, sondern umfasst jede frei gewählte Form der (erlaubten) Erwerbstätigkeit und ist daher für die Entwicklung neuer Berufsbilder offen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bundesverfassungsgericht]], Urteil vom 11. Juni 1958, Az. 1 BvR 596/56, BVerfGE 7, S. 377, 397 {{Webarchiv |url=http://sorminiserv.unibe.ch:8080/tools/ainfo.exe?Command=ShowPrintVersion&amp;amp;Name=bv007377 |text=(online) |wayback=20160128191926}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einem Beruf ist also eine nicht nur kurzfristige Tätigkeit immanent; ebenso muss er auf Einkommenserwerb abzielen ([[Erwerbstätigkeit]]). Der Begriff [[Einkommen]] ist weit auszulegen, hierunter können neben dem typischen Geldeinkommen auch Naturalleistungen ([[Deputatlohn]] wie freie Wohnmöglichkeit, Speisen und Getränke) verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Man unterscheidet den &amp;#039;&amp;#039;erlernten&amp;#039;&amp;#039; und den &amp;#039;&amp;#039;ausgeübten&amp;#039;&amp;#039; Beruf. Der erlernte Beruf beruht auf einer abgeschlossenen Berufsausbildung und [[Urkunde|urkundlich]] bestätigtem Qualifikationsnachweis. Ausgeübter Beruf ist die von einem [[Arbeitnehmer]] tatsächlich verrichtete Tätigkeit, für welche keine abgeschlossene Berufsausbildung nachgewiesen werden kann. Wer den Beruf ausübt, für den er eine Berufsausbildung abgeschlossen hat, ist im erlernten Beruf tätig. Wer hingegen in einem Beruf tätig ist, den er ursprünglich nicht erlernt hat, arbeitet in einem ausgeübten Beruf. [[Freier Beruf (Deutschland)|Freie Berufe]] sind überwiegend selbständige Tätigkeiten, die nicht der [[Gewerbeordnung (Deutschland)|Gewerbeordnung]] unterliegen. Auch diese sind auf eine gewisse Dauer angelegt und beruhen auf fachlicher Vorbildung, unterscheiden sich von den anderen Berufen jedoch durch wirtschaftliche Selbständigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;so die Definition des BFH in BStBl. 1958 III, 134, 137.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beruf, Identifikation und Status ==&lt;br /&gt;
Ein Berufstätiger kann sich mit seinem Beruf, mit seinem [[Arbeitgeber]] oder mit beiden identifizieren. Wird eine Tätigkeit als wichtig für den [[Selbstwert]] einer Person erachtet, spricht man von der Identifikation mit dem Beruf („{{lang|en|job involvement}}“).&amp;lt;ref&amp;gt;Jeannette Hron: [http://books.google.de/books?id=XNoJm4InkAgC&amp;amp;pg=PA77&amp;amp;dq=beruf+job&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=UfGJUvfiBoHs4wTtioDwAw&amp;amp;ved=0CGgQ6AEwBzgK#v=onepage&amp;amp;q=beruf%20job&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Motivationale Aspekte von beruflicher Perspektive&amp;#039;&amp;#039;], 2000, S. 77.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine hohe Berufsidentifikation kann zu einer höheren und/oder besseren [[Arbeitsleistung]] beitragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Beruf ist auch ein bedeutender Mechanismus für den [[Sozialer Status|sozialen Status]] einer Person. Dabei gilt der berufliche Status in modernen Gesellschaften als der beste Einzelindikator für den sozialen Status einer Person. Das [[Berufsprestige|Prestige]] von Berufen hängt unter anderem von der [[Qualifikation (Personalwesen)|Qualifikation]] und dem erzielten Einkommen ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schneider: [http://books.google.de/books?id=P9wi_ppCRO8C&amp;amp;pg=PA77&amp;amp;dq=beruf+status&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=fviJUrneLabU4wTZ34GYCw&amp;amp;ved=0CDIQ6AEwADgK#v=onepage&amp;amp;q=beruf%20status&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Reliabilität und Validität der Messung von beruflichem Status&amp;#039;&amp;#039;], 2008, S. 43.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der formale Status ergibt sich aus der Einteilung in [[Arbeiter]], [[Angestellter|Angestellte]], [[Beamter (Deutschland)|Beamte]] und [[Selbständiger|Selbständige]], während der materielle Status meist auf die Einkommenshöhe reduziert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berufsklassifikationen ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Berufsklassifikation}}&lt;br /&gt;
Die Angabe des Berufs ist in allen Statistiken und Erhebungen zum [[Arbeitsmarkt]] oder zur sozioökonomischen Lage weltweit unverzichtbar. Der Beruf ist nach wie vor ein dominierender Aspekt in der Beschreibung von Arbeitsmarktentwicklungen. Auch in der Vermittlungsarbeit der Arbeitsämter hat die Angabe des Berufs eine zentrale Bedeutung. Eine [[Berufsklassifikation]] schafft für die Vermittlung die Möglichkeit, über sinnvolle und praxisgerechte Zusammenfassungen von ähnlichen beruflichen Tätigkeiten zu verfügen und anzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
International verwendet die [[International Standard Classification of Occupations|Internationale Standardklassifikation der Berufe]] (ISCO) seit 1957 ein Schema für die Eingruppierung von Berufen. In Deutschland nutzt die [[Bundesagentur für Arbeit]] seit Januar 2011 eine mit diesem Schema weitgehend kompatible Neusystematisierung der Berufe, die auch vom [[Statistisches Bundesamt|Statistischen Bundesamt]] als [[Klassifizierung der Berufe]] übernommen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reglementierung der Berufsausübung ==&lt;br /&gt;
Heute wird die [[Berufsausbildung]] (Inhalte, Dauer) in den meisten europäischen Ländern staatlich festgelegt. Die staatliche Reglementierung der Berufswahl findet aber in Deutschland und den meisten anderen Ländern ihre Grenzen im Grundrecht der [[Berufsfreiheit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer welchen Beruf ausüben darf, wurde und wird in verschiedenen Kulturkreisen unterschiedlich gehandhabt. In Europa gilt prinzipiell das Recht der freien Berufsausübung, das jedoch einigen Einschränkungen unterliegt. Bei so genannten [[Reglementierter Beruf|reglementierten Berufen]] ist für die Ausübung eine entsprechende Ausbildung und [[Qualifikation (Personalwesen)|Qualifikation]] erforderlich: Als [[Arzt]] oder [[Rechtsanwalt]] darf beispielsweise nur tätig sein, wer ein medizinisches bzw. juristisches [[Hochschulstudium]] erfolgreich abgeschlossen, entsprechende Praxiserfahrung ([[Referendariat]]) nachweisen kann und die Zulassung einer [[Ärztekammer (Deutschland)|Ärztekammer]] oder [[Rechtsanwaltskammer (Deutschland)|Rechtsanwaltskammer]] besitzt. Ebenfalls unterliegt die Ausübung [[handwerk]]licher Berufe bestimmten Einschränkungen: So ist beispielsweise zur [[Selbständigkeit (beruflich)|selbständigen]] Ausübung eines Handwerks in Deutschland ein Fachschulabschluss zum [[Staatlich geprüfter Techniker|Staatlich geprüften Techniker]], Abschluss zum [[Handwerksmeister]] (Meisterbrief) oder Hoch- bzw. Universitätsabschluss erforderlich. (Novellierung der Handwerksordnung §&amp;amp;nbsp;7.2)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfolgreich sozial herausgebildete Berufe entwickeln eine mehr oder minder ausgeprägte [[Berufsethik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
Die Abgrenzung zum [[Job (Arbeit)|Job]] wird meist durch den Aspekt der Dauerhaftigkeit vorgenommen. Job ist eine temporäre, kurzfristige Tätigkeit ohne innere Beziehung und Verantwortung zur Tätigkeit, eine Gelegenheitsarbeit. Das kommt beim Wort „jobben“ zum Ausdruck, mit dem eine vorübergehende Tätigkeit zwecks Einkommenserzielung umschrieben wird. Diese Abgrenzung findet auch in angelsächsischen Ländern statt, wo bei Beruf von „profession“ (lat. &amp;#039;&amp;#039;professio&amp;#039;&amp;#039;) oder „occupation“ die Rede ist und „job“ eher als Nebentätigkeit klassifiziert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Berufsbegriff wird auch benutzt, um Einkommenserwerb und fachliche Qualifikation zu betonen. Berufsmusiker (Berufssportler, Berufssoldaten, [[Berufsrichter]]) sind fachlich ausgebildet und werden für ihre Arbeitsleistung bezahlt, Amateurmusiker oder [[Laienrichter]] hingegen kaum oder gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Größte Berufsordnungen in Deutschland ==&lt;br /&gt;
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Datenreport/Downloads/Datenreport2008.pdf?__blob=publicationFile www.destatis.de]  Datenreport 2008 Arbeitsmarkt (PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt; werden die Berufe in 369 so genannte [[Berufsordnung]]en unterschieden, in der alle existierenden Berufe eingruppiert sind, wodurch eine [[Klassifizierung der Berufe]] entsteht. Vgl. [[Liste von Frauenanteilen in der Berufswelt#Deutschland|Frauenanteile in der Berufswelt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erwerbstätige Männer in den am stärksten besetzten Berufsgruppen (2019) ===&lt;br /&gt;
(Quelle: &amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/datenreport-2021/arbeitsmarkt-und-verdienste/329770/erwerbstaetige-nach-wirtschaftsbereichen-und-berufsgruppen/ |titel=Erwerbstätige nach Wirtschaftsbereichen und Berufsgruppen |abruf=2022-09-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
# Maschinenbau- und Betriebstechnik 1.456.000&lt;br /&gt;
# Lagerwirtschaft, Post und Zustellung, Güterumschlag 1.158.000&lt;br /&gt;
# Unternehmensorganisation und -strategie 1.137.000&lt;br /&gt;
# Fahrzeugführung im Straßenverkehr 946.000&lt;br /&gt;
# Elektrotechnik 568.000&lt;br /&gt;
# Fahrzeug-, Luft-, Raumfahrt- und Schiffbautechnik 563.000&lt;br /&gt;
# Geschäftsführung und Vorstand 532.000&lt;br /&gt;
# technische Produktionsplanung, -steuerung 529.000&lt;br /&gt;
# Verkauf (ohne Produktspezialisierung) 523.000&lt;br /&gt;
# Hochbau 478.000&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erwerbstätige Frauen in den am stärksten besetzten Berufsgruppen (2019) ===&lt;br /&gt;
# Büro und Sekretariat 1.589.000&lt;br /&gt;
# Erziehung, Sozialarbeit, Heilerziehungspflege 1.409.000&lt;br /&gt;
# Verkauf (ohne Produktspezialisierung) 1.219.000&lt;br /&gt;
# Unternehmensorganisation und -strategie 1.218.000&lt;br /&gt;
# Reinigung 1.022.000&lt;br /&gt;
# Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe 952.000&lt;br /&gt;
# Verwaltung 899.000&lt;br /&gt;
# Arzt- und Praxishilfe 686.000&lt;br /&gt;
# Lehrtätigkeit an allgemeinbildenden Schulen 604.000&lt;br /&gt;
# Altenpflege 602.000&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonstiges ==&lt;br /&gt;
Wer einen Beruf erlernt hat (z.&amp;amp;nbsp;B. über eine Lehre oder über ein akademisches Studium) und diesen ausübt ist &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Berufsträger&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Manche [[Berufsbezeichnung]]en sind gesetzlich geschützt (z.&amp;amp;nbsp;B. Arzt, Rechtsanwalt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Arbeit (Betriebswirtschaftslehre)]]&lt;br /&gt;
* [[Job (Arbeit)]]&lt;br /&gt;
* [[Berufsbezeichnung]], [[Berufsbeschreibung]], [[Berufsberatung]], [[Ausbildungsberuf]]&lt;br /&gt;
* [[Berufskultur]], [[Berufssoziologie]], [[Arbeit (Sozialwissenschaften)]]&lt;br /&gt;
* [[Bundesinstitut für Berufsbildung]]&lt;br /&gt;
* [[Ausbildung]]&lt;br /&gt;
* [[Weiterbildung]]&lt;br /&gt;
* [[Berufswahlreife]]&lt;br /&gt;
* [[Berufswissenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Freier Beruf (Österreich)|Freier Beruf]] (Österreich), [[Unehrlicher Beruf]]&lt;br /&gt;
* [[Sozialstruktur]], [[Soziale Rolle#Sozial differenzierte Rollen|Soziale Rolle]]&lt;br /&gt;
* [[Museum der Arbeit]]&lt;br /&gt;
* [[Professionalisierung]]&lt;br /&gt;
* [[Männerdomäne]], [[Frauendomäne]]&lt;br /&gt;
* [[Schwerarbeit]], [[Schwerarbeitsverordnung|Österreichische Schwerarbeitsverordnung]]&lt;br /&gt;
* [[Liste lateinischer Berufs- und Funktionsbezeichnungen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Günter Lanczkowski, Gustaf Wingren, Heinz-Horst Schrey: Art. &amp;#039;&amp;#039;Beruf I. Religionsgeschichtlich II. Historische und ethische Aspekte III. Protestantismus und Katholizismus der Neuzeit&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Theologische Realenzyklopädie]] 5 (1980), S. 654–676 (zur Kultur- und Begriffsgeschichte)&lt;br /&gt;
* Werner Dostal, Friedemann Stooß, Lothar  Troll: &amp;#039;&amp;#039;Beruf – Auflösungstendenzen und erneute Konsolidierung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 3, Nürnberg 1998, S. 438–460 ([http://www.sowi-online.de/book/export/html/395 Artikel], sowi-online.de; mit einer Übersicht über Definitionen des Begriffs Beruf).&lt;br /&gt;
* Gerald  Sailmann: &amp;#039;&amp;#039;Der Beruf. Eine Begriffsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. Transcript, Bielefeld 2018, [[doi:10.1515/9783839445495]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
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* {{DNB-Portal|4005857-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Deutschland:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=http://bisds.infosys.iab.de/ |titel=Berufe im Spiegel der Statistik |hrsg=[[Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung]] |datum=2010 |abruf=2012-01-17 |kommentar=Umfangreiche, jährlich aktualisierte statistische Informationen zu den einzelnen Berufen und Berufsgruppen}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/ |titel=Berufe und Berufsinformationen in Deutschland |hrsg=[[Bundesagentur für Arbeit]] |abruf=2012-11-22 |kommentar=BERUFENET}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Christine Leube |url=http://www.berufe-lexikon.de/ |titel=Berufe-Lexikon |abruf=2012-01-17}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=http://gedichte.xbib.de/Autoren.+Lose+Sammlung_gedicht_Beruf,+Berufung,+Abberufung.htm |titel=Berufe in Dichtung und Kunst |hrsg=[[Deutsche Gedichtebibilothek]] |abruf=2013-08-31}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Österreich:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=http://www.berufslexikon.at/ |titel=Berufslexikon |hrsg=[[Arbeitsmarktservice]] |datum=2010 |abruf=2012-12-17 |kommentar=Umfangreiche, jährlich aktualisierte statistische Informationen zu den einzelnen Berufen und Berufsgruppen sowie Ausbildungseinkommen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4005857-8|LCCN=sh85093862|NDL=00572164}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Beruf| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Dritte von links</name></author>
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