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	<title>Amulett - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Amulett&amp;diff=215&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler am 21. April 2025 um 06:46 Uhr</title>
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		<updated>2025-04-21T06:46:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Talismans a go go.JPG|mini|Diverse Talismane in der Schaufensterauslage eines Fachgeschäfts in [[Porto]].]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Frauenfigur, Amulett mu po, Kameruner Grasland, Bamunkung; im Staedtischen Museum Braunschweig.jpg|mini|hochkant|Diese Frauenfigur aus Elfenbein ist ein Amulett mu po aus dem [[Kameruner Grasland]], Bamunkung. Es sollte den Träger vor Hexerei schützen, die als Ursache von Krankheiten, Unglück und Tod angesehen wurde. Bei Maskentänzen trug der Tänzer das Amulett am Körper.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:The Childrens Museum of Indianapolis - Dwarf-God Bes amulet.jpg|mini|hochkant|Ein altes ägyptisches Amulett des Zwerggottes [[Bes (Ägyptische Mythologie)|Bes]] aus der Dauerausstellung des Kindermuseums von Indianapolis.]]&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Amulett&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein als „Anhängsel“ tragbarer Gegenstand, dem [[Magie|magische]] Kräfte zugeschrieben werden, mit denen er [[Glück]] bringen (energetische, [[sakrament]]ale Wirkung) und vor [[Schaden]] schützen ([[apotropäisch]]e Wirkung etwa als „Artzney so man ann Hals henckt“) soll. In seiner glückbringenden Eigenschaft und meist größerer Ausführung wird es auch als [[Talisman]] bezeichnet. Das Amulett hat mit seiner magischen Wirkung Parallelen zur [[Votivgabe]]. Während die Votivgabe typischerweise an einem geeignet erscheinenden Ort hinterlegt wird, dient das Amulett dazu, am Körper oder in einer Tasche mitgeführt zu werden. Abgesehen von seinem zugedachten magischen Aspekt (Tragzauber&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Otto Beßler]]: &amp;#039;&amp;#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&amp;#039;&amp;#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 187 (zu &amp;#039;&amp;#039;Gagates&amp;#039;&amp;#039;), 194 (zu &amp;#039;&amp;#039;Karaba&amp;#039;&amp;#039; = [[Bernstein]], gegen „bösen Geist“) und 205 (zu &amp;#039;&amp;#039;[[Morsus diaboli]]&amp;#039;&amp;#039; gegen den Teufel und die Zauberei der „bösen Weiber“).&amp;lt;/ref&amp;gt;) kann das Amulett auch sichtbar als Schmuckstück oder als Zeichen der Zugehörigkeit zu einer meist religiösen Gemeinschaft getragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Die genaue Etymologie des Wortes ist ungeklärt. Der [[latein]]ische Begriff &amp;#039;&amp;#039;amuletum&amp;#039;&amp;#039;, von dem das deutsche Wort ab Anfang des 18. Jahrhunderts entlehnt ist, findet sich mehrfach in der &amp;#039;&amp;#039;[[Naturalis historia]]&amp;#039;&amp;#039; [[Plinius der Ältere|Plinius’ des Älteren]] (1. Jahrhundert n. Chr.)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Weigand|Friedrich Ludwig Karl Weigand]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Wörterbuch: Erster Band: A-L&amp;#039;&amp;#039;, 1878, S. 47.&amp;lt;/ref&amp;gt; und wird von verschiedenen Autoren&amp;lt;ref&amp;gt;z.&amp;amp;nbsp;B. Friedrich Ludwig Karl Weigand: &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Wörterbuch: Erster Band: A-L.&amp;#039;&amp;#039; 1878, S. 47; [[Alois Walde]], [[Johann Baptist Hofmann]]: [https://archive.org/download/Lateinisches-etymologisches-woerterbuch/Walde-LateinischesEtymologischesWrterbuch.pdf &amp;#039;&amp;#039;Lateinisches etymologisches Wörterbuch&amp;#039;&amp;#039;.] 1910, S. 38.&amp;lt;/ref&amp;gt; als Abwehrmittel gegen Unheil auf &amp;#039;&amp;#039;amoliri&amp;#039;&amp;#039; ‚abwenden, entfernen‘ zurückgeführt. Von anderen Wissenschaftlern&amp;lt;ref&amp;gt;z.&amp;amp;nbsp;B. [[Johann Christian August Heyse]]: &amp;#039;&amp;#039;Fremdwörterbuch&amp;#039;&amp;#039;. 1870, S. 42; [[James Yates]]: &amp;#039;&amp;#039;Amuletum&amp;#039;&amp;#039;, in William Smith (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dictionary of Greek and Roman Antiquities&amp;#039;&amp;#039;. 1870, S. 91.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde eine Herkunft aus der [[Arabische Sprache|arabischen]] [[Wurzel (Linguistik)|Wurzel]] &amp;#039;&amp;#039;ḥ-m-l&amp;#039;&amp;#039; ({{ar|حمل&amp;amp;lrm;|ḥamala|de=tragen}}) vermutet, gegen die [[Johann Gildemeister (Orientalist)|Johann Gildemeister]] in der Zeitschrift der [[Deutsche Morgenländische Gesellschaft|Deutschen Morgenländischen Gesellschaft]] argumentierte.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Johann Gildemeister: [http://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/dmg/periodical/titleinfo/48241?lang=en &amp;#039;&amp;#039;Amuletum.&amp;#039;&amp;#039;] In: ZDMG 38, 1884, S. 140–142.&amp;lt;/ref&amp;gt; Möglicherweise besteht als (gesundheitsfördernde bzw. schadenabwendende) ‚Speise aus Stärkemehl‘ eine Verwandtschaft mit griechisch-lateinisch &amp;#039;&amp;#039;amylum&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;amulum&amp;#039;&amp;#039; (Stärkemehl)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Richard Wünsch]]: &amp;#039;&amp;#039;Amuletum.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Glotta.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, Heft 3, 1910, S. 219–230 ([https://archive.org/stream/glottazeitschrift02gtuoft#page/218/mode/2up Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt; und diese wurde dann volksetymologisch auf lateinisch &amp;#039;&amp;#039;amoliri&amp;#039;&amp;#039; („abwenden“) bezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Friedrich Kluge]], [[Alfred Götze (Philologe)|Alfred Götze]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache]].&amp;#039;&amp;#039; 20. Auflage. Hrsg. von [[Walther Mitzka]]. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
Amulette werden am Körper (oft auch als [[Schmuck]]) oder in der Kleidung getragen, in Fahrzeugen oder der Behausung aufbewahrt oder dem [[Vieh]] umgehängt. Sie können aus einer Vielzahl von Materialien bestehen und durch sie soll der Träger passiv geschützt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon in der Vorgeschichte hängten sich Menschen Überreste (Zähne und Krallen) ihrer erlegten Beute um. Sie sollten dem Träger die Kraft des Tieres geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Amulette fanden Anwendung in der [[Heilkunde]],&amp;lt;ref&amp;gt;M. R. Baldwin: &amp;#039;&amp;#039;Toads and Plague: Amulet Therapie in Seventeenth-Century Medicine.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Bulletin of the History of Medicine.&amp;#039;&amp;#039; Band 67, 1993, S. 227–247.&amp;lt;/ref&amp;gt; als Schutz von Schwangeren,&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Karl Sudhoff]]: &amp;#039;&amp;#039;Ein Amulett für Schwangere.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Sudhoffs Archiv.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, 1909, S. 300, und &amp;#039;&amp;#039;Zum Amulett für Schwangere.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Sudhoffs Archiv.&amp;#039;&amp;#039; Band 3, 1910, S. 352.&amp;lt;/ref&amp;gt; gegen den [[Böser Blick|Bösen Blick]] und – beispielsweise die [[Muskatnussbaum|Muskatnuss]]&amp;lt;ref&amp;gt;John W. S. Johnsson: &amp;#039;&amp;#039;Die Muscatnuss, ein kosmetisch-erotisches Amulett. Volksmed. Untersuchungen eingesandt zum dritten internat. med. hist. Kongress, London, 1922.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Proceedings of the Third International Congress of the History of Medicine.&amp;#039;&amp;#039; London, 17.–22. Juli 1922, S. 225–232.&amp;lt;/ref&amp;gt; – als [[Liebeszauber]] und gegen eine Vielzahl von Krankheiten. Am Amulett wirkt die [[Animismus (Religion)|animistische]] Vorstellung, dass [[magisch]]e Kräfte auf den Menschen einwirken, denen er durch das Amulett entgegenwirken kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Amulette sind in allen Kulturen bekannt. Seit der [[Steinzeit]] nutzte man Muscheln oder Perlen und besondere Mineralien wie [[Bernstein]], Horn- oder Beinmaterial ([[Amulett von Lindholmen]]), [[Fossil]]ien und [[Quarz|Bergkristalle]]. In [[Kelten|keltischen]] Siedlungen wurden polierte, durchbohrte [[Keltischer Kopfkult|Schädelfragmente]] (Amulette?) bei Grabungen gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den [[Araber]]n sind Amulette Ledertäschchen oder – so vor allem in der [[Jemen|jemenitischen]] Schmiedekunst – aus Metall, meist Silber, gefertigte und mit [[Ornament]]en kunstvoll verzierte Amulettbehälter mit eingenähtem oder eingelegtem Papier, auf das eine Koransure oder ein magisches Zeichen geschrieben ist.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Sarah Kiyanrad: &amp;#039;&amp;#039;„Herr! Heb die Strafe von uns auf!“ Ein Schrifttragendes Amulett aus dem Jemen (?)&amp;#039;&amp;#039;. In: Sarah Kiyanrad u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bild und Schrift auf ,magischen‘ Artefakten&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Material Text Cultures Series&amp;#039;&amp;#039;, Band 19). de Gruyter, Berlin 2018; Sarah Kiyanrad: &amp;#039;&amp;#039;Gesundheit und Glück für seinen Besitzer. Schrifttragende Amulette im islamzeitlichen Iran (bis 1258)&amp;#039;&amp;#039;. Ergon, Würzburg 2017 (= &amp;#039;&amp;#039;Kultur, Recht und Politik in muslimischen Gesellschaften&amp;#039;&amp;#039;, Band 36), ISBN 978-3-95650-253-8.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie verbreiten die islamische Segenskraft [[Baraka (Segenskraft)|Baraka]]. Ein ähnlicher silberner Amulettbehälter beinhaltet die in das 3. Jahrhundert datierte in [[Ältere römische Kursive|Alterer römischer Kursive]] mit einem apotropäischen Text in lateinischer Sprache christlichen Ursprungs beschriftete Silberfolie der [[Frankfurter Silberinschrift]]. Eine amulettartige positive Wirkung entfalten im [[Volksglaube]]n Buntmetalle, besonders Kupfer und Messing.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;#039;&amp;#039;Codex M III 3&amp;#039;&amp;#039; der Salzburger Universitätsbibliothek, einer um 1460 entstandenen Sammelhandschrift, findet sich die Herstellung eines Amuletts, das (im Sinne einer &amp;#039;&amp;#039;Transplantatio morborum&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Gerhard Fichtner]]: &amp;#039;&amp;#039;Transplantatio. Zur Geschichte eines Begriffs und einer Vorstellung in der Medizin. Teil I.&amp;#039;&amp;#039; Medizinische Dissertation Tübingen 1968.&amp;lt;/ref&amp;gt;) eine Krankheit vom Menschen in den Haushund ableiten sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gundolf Keil]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Hausvater als Arzt.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Trude Ehlert]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Haushalt und Familie in Mittelalter und früher Neuzeit (Vorträge eines interdisziplinären Symposions vom 6.–9. Juni 1990 an der [[Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn|Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn]]). Mit einem Register von Ralf Nelles, Jan Thorbecke,&amp;#039;&amp;#039; Sigmaringen 1991, ISBN 379954156X, S. 219–243, hier: S. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Glaube an die medizinische Wirksamkeit von Amuletten erfuhr in Europa besonders von der Frühen Neuzeit bis ins 17. Jahrhundert eine Hochblüte und findet sich etwa bei [[Paracelsus]], [[Marsilio Ficino]], [[Cornelius Agrippa]] und [[Giordano Bruno]].&amp;lt;ref&amp;gt;Mariacarla Gadebusch Bondio (2005), S. 53.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kulturelle Varianten ==&lt;br /&gt;
Als Amulett gelten bei den:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Altes Ägypten|Alten Ägyptern]]: [[Skarabäus]], [[Knoten (Knüpfen)|Knoten]], [[Horusauge]]&lt;br /&gt;
* [[Assyrer]]n: Täfelchen mit [[Beschwörung]]sformeln&lt;br /&gt;
* [[Kaiserreich China|Chinesen]]: [[Lochmünze]]n, Zauberformeln („fu“) in Geheimschrift&lt;br /&gt;
* [[Christen]]: [[Kreuz (Symbol)|Kreuze]], [[Symbol]]e auf den Kultgewändern, [[Reliquie]]n, [[Pilgerzeichen]], [[Pesttaler]] als talerförmige Amulettmedaillen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Pesttaler aus Joachimsthal von 1528, Vorderseite.PNG|mini|[[Pesttaler]], eine talerförmige Amulettmedaille mit der ehernen Schlange von 1528, die gegen die Pest schützen soll.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Griechen|Alte Griechen]]: [[Abaskanton]], [[Bätylien]] und [[Goldenes Vlies]]&lt;br /&gt;
* [[Germanische Mythologie|Germanisch-heidnische Religionen]]: [[Donarskeule]], [[Thorshammer]]&lt;br /&gt;
* [[Indianer]]n Nordamerikas: [[Medizinbeutel]]&lt;br /&gt;
* [[Perser (Volk)|Persern]]: Glasköpfchen&lt;br /&gt;
* [[Maghreb]]staaten bis [[Naher Osten]]: [[Hand der Fatima]]&lt;br /&gt;
* [[Mauretanien]]: Fünfermotiv auf Haushaltsgegenständen aus verziertem Leder, wie auf dem Kamelreitsattel [[Rahla]] und dem Kissen [[Surmije]]. Das „Schüsselamulett“ ist ein geometrisches Motiv auf der Holzschüssel [[Gdah]]&lt;br /&gt;
* [[Römer]]: verschiedene Symbole der [[Fruchtbarkeit]] und der sexuellen Potenz&lt;br /&gt;
* [[Tuareg]]: um den Hals hängende Ledertaschen oder silberne Amulettbehälter, silberner dreieckiger oder kreuzförmiger Halsschmuck bei Frauen&lt;br /&gt;
* [[Türken]]: [[Nazar-Amulett|Nazar]], blaues Auge gegen den [[Böser Blick|Bösen Blick]]&lt;br /&gt;
* USA, vorwiegend unter [[Afroamerikaner]]n: [[Mojo (Hoodoo)|Mojo]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Jüdisches Halsgezeig.jpg|mini|Rosafarbenes Halsgezeig mit einem herzförmigen Anhänger und aufgenähten Schweizer Münzen, die den bösen Blick ablenken sollten. 1944, [[Basel]]. In der Sammlung des [[Jüdisches Museum der Schweiz|Jüdischen Museums der Schweiz]].]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Jüdisches Amulett.jpg|mini|hochkant|Jüdisches Amulett &amp;#039;&amp;#039;Hand der Miriam&amp;#039;&amp;#039;, entspricht der &amp;#039;&amp;#039;[[Hand der Fatima]]&amp;#039;&amp;#039;. Darin ist auf Hebräisch [[Psalm 67]] als Segensbitte eingraviert.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verständnis im Judentum ==&lt;br /&gt;
Amulette sind in der jüdischen Tradition weit verbreitet, und Beispiele für Amulette aus der Zeit [[Salomo]]s sind in vielen [[Museum|Museen]] zu finden. Da im Judentum [[Götze]]n und Götzenbilder verboten sind, stehen bei jüdischen Amuletten Text und Namen im Vordergrund. Beispiele für Amulette mit Text sind die Silberne Schriftrolle (ca. 630 v. Chr.) und die noch heute gebräuchlichen [[Mesusa]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Kosior, Wojciech |Titel=&amp;quot;It Will Not Let the Destroying [One] Enter&amp;quot;. The Mezuzah as an Apotropaic Device according to Biblical and Rabbinic Sources |Sammelwerk=The Polish Journal of the Arts and Culture |Band=9 |Datum=2014 |Seiten=127-144}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Tefillin]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Kosior, Wojciech |Titel=&amp;quot;The Name of Yahveh is Called Upon You&amp;quot;. Deuteronomy 28:10 and the Apotropaic Qualities of Tefillin in the Early Rabbinic Literature |Sammelwerk=Studia Religiologica |Band=2 |Datum=2015 |Seiten=143-154}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Gegenbeispiel ist die [[Hand der Fatima|Hand der Miriam]], der Umriss einer menschlichen Hand. Ein weiteres nichttextliches Amulett ist das Siegel Salomos, auch bekannt als Hexagramm oder [[Davidstern]]. In einer Form besteht es aus zwei ineinander verschlungenen Dreiecken und wird häufig um den Hals getragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres gebräuchliches Amulett ist das Chai (Symbol)-(hebräisch: חַי „lebendig“ ḥay), das ebenfalls um den Hals getragen wird. Andere ähnliche Amulette, die noch in Gebrauch sind, bestehen aus einem der Namen des Gottes des Judentums, wie ה (He), יה ([[JHWH|YaH]]) oder שדי ([[El Schaddai|Schaddai]]), die auf ein Stück Pergament oder Metall, meist Silber, eingraviert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.jewishvirtuallibrary.org/amulet |titel=Encyclopedia Judaica: Amulet |abruf=2022-11-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den regionalen Traditionen rund um die Geburt von Kindern gehörten häufig Amulette, die dazu dienten, den [[Teufel]], den [[Böser Blick|Bösen Blick]] oder Dämonen wie [[Lilith]] abzuwehren. Sogenannte Wunderrabbiner (Ba&amp;#039;al Shem) waren dafür zuständig, Amulette zu schreiben und die Namen Gottes und schützenden Engel anzurufen. [[Hebamme]]n stellten ebenfalls Amulette her, die oft mit Kräutern gefüllt waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Naomi Lubrich |Titel=Geburtskultur. Jüdische Zeugnisse aus der ländlichen Schweiz und Umgebung |Ort=Basel |Datum=2022 |ISBN=978-3-7965-4607-5 |Seiten=27-35}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Süddeutschland]], im [[Elsass]] und in Teilen der [[Schweiz]] trugen die jüdischen Jungen für ihre [[Brit Mila]] Halsgezeige. Münzen oder Korallensteine an diesen Halsbändern sollten den Bösen Blick von den Jungen ablenken und so als Schutz dienen. Dieser Brauch hielt sich bis ins frühe 20. Jahrhundert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verständnis im Christentum ==&lt;br /&gt;
Der Bagdader Mathematiker, Philosoph und Arzt Qusta ibn Luqa (&amp;#039;&amp;#039;Qusṭā ibn Lūqā al-Baʿlabakkī&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Manfred Ullmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Medizin im Islam&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Orientalistik&amp;#039;&amp;#039;, 1. Abteilung, Ergänzungsband VI, 1). Leiden / Köln 1970, S. 126–128.&amp;lt;/ref&amp;gt; war melchitischer Christ griechischer Abstammung und machte bereits in seiner um 900 entstandenen Schrift über den &amp;#039;&amp;#039;Wert von Amuletten&amp;#039;&amp;#039; Glauben und menschliche Einbildungskraft für deren Wirkung verantwortlich. Okkulte oder astrale Eigenschaften verneinte er.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrun R. Hau: &amp;#039;&amp;#039;Qusṭā ibn Lūqā al-Baʿlabakkī.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner E. Gerabek]], Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]], Wolfgang Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
In [[Europa]] wandte sich die [[Christentum|christliche Kirche]] im Mittelalter ebenfalls gegen den [[Aberglaube]]n, zu dem auch Amulette gerechnet wurden. Das hinderte den Volksglauben allerdings nicht daran, an Amuletten mit christlichem Bezug festzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hohe Kirchenmänner besitzen Glücksbringer. So sind etwa im Schatzinventar des [[Heiliger Stuhl|Heiligen Stuhls]] von 1295 15 [[Fossiler Haizahn|Natternzungenbäume]] verzeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Natternzungen.&amp;#039;&amp;#039; In: Eugen von Philippovich: &amp;#039;&amp;#039;Kuriositäten/Antiquitäten.&amp;#039;&amp;#039; Klinkhardt &amp;amp; Biermann, Braunschweig 1966.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als am 9. Februar 1749 der [[Fürstbischof]] [[Anselm Franz von Ingelheim (1683–1749)|Anselm Franz von Würzburg]], zeitlebens ein Streiter gegen Aberglauben und Hexenwahn, nach einem Schlaganfall starb, fand man auf seiner Brust ein Amulett aus Messingblech, auf dem ein [[Pentagramm]] und einige Zauberformeln eingraviert waren.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Manfred Brauneck]]: &amp;#039;&amp;#039;Religiöse Volkskunst.&amp;#039;&amp;#039; DuMont, Köln 1979, ISBN 3-7701-0967-8, S. 301.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Römisches Amulett mit männlichen Genitalien.JPG|mini|hochkant|Römisches Amulett mit männlichen Genitalien, 1. bis 4. Jh. n.&amp;amp;nbsp;Chr., ca. 4,5 × 2,7 cm]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Fetischismus (Religion)|Fetischismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hans Bonnet (Ägyptologe)|Hans Bonnet]]: &amp;#039;&amp;#039;Amulett.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-08-6, S. 26–31.&lt;br /&gt;
* Mariacarla Gadebusch Bondio: &amp;#039;&amp;#039;Amulett.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner E. Gerabek]] u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 52 f.&lt;br /&gt;
* Liselotte Hansmann, [[Lenz Kriss-Rettenbeck]]: &amp;#039;&amp;#039;Amulett und Talisman. Erscheinungsform und Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Callwey, München 1966 (2. Auflage 1977). Erweiterte Neuausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Amulett, Magie, Talisman.&amp;#039;&amp;#039; Nikol, Hamburg 1999, ISBN 3-933203-21-X.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Charms and Amulets.&amp;#039;&amp;#039; In: [[James Hastings]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Encyclopaedia of Religion and Ethics.&amp;#039;&amp;#039; Band 3, Charles Scribner’s Sons, New York, NY 1908–1926, S. 392–472, online: {{Internetquelle |url=http://rbedrosian.com/Folklore3/ERE03_Charms_Amulets.pdf |titel=Charms and Amulets. |format=PDF |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20140222054041/http://rbedrosian.com/Folklore3/ERE03_Charms_Amulets.pdf |archiv-datum=2014-02-22 |abruf=2015-11-22}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Kriß]]: &amp;#039;&amp;#039;Volksglaube im Bereich des Islam.&amp;#039;&amp;#039; Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Amulette, Zauberformeln und Beschwörungen.&amp;#039;&amp;#039; Harrassowitz, Wiesbaden 1962, {{DNB|452596009}}.&lt;br /&gt;
* [[Eugen von Philippovich (Kunsthistoriker)|Eugen von Philippovich]]: &amp;#039;&amp;#039;Kuriositäten – Antiquitäten. Ein Handbuch für Sammler und Liebhaber&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Bibliothek für Kunst- und Antiquitätenfreunde&amp;#039;&amp;#039;. Band 46). Klinkhardt und Biermann, Braunschweig 1966, {{DNB|457803428}}.&lt;br /&gt;
* Daniela Schmid: [http://othes.univie.ac.at/20072/1/2012-04-25_9952664.pdf &amp;#039;&amp;#039;Jüdische Amulette aus Osteuropa – Phänomene, Rituale, Formensprache.&amp;#039;&amp;#039;] (Dissertation) Universität Wien 2012&lt;br /&gt;
* [[Thomas Staubli]]: &amp;#039;&amp;#039;Amulette. Altbewährte Therapeutica zwischen Theologie und Medizin.&amp;#039;&amp;#039; In: G. Thomas / I. Karle (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Krankheitsdeutung in der postsäkularen Gesellschaft. Theologische Ansätze im interdisziplinären Gespräch.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 2009, S. 91–114.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Amulets|Amulett}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [[Christa Agnes Tuczay|Christa Tuczay]]: [http://www.historicum.net/themen/hexenforschung/lexikon/alphabethisch/a-g/art/Amulette_und_Ta/html/artikel/5577/ca/6b4fe61bc2/ &amp;#039;&amp;#039;Amulette und Talismane.&amp;#039;&amp;#039;] In: [[Gudrun Gersmann]], Katrin Moeller, Jürgen-Michael Schmidt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung.&amp;#039;&amp;#039; historicum.net, 9. November 2007&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4142310-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Amulett| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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