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	<title>Altkirchenslawisch - Versionsgeschichte</title>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Altkirchenslawisch&amp;diff=9323&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;M Huhn: Zwischenüberschrift gemäß dem folgenden Absatz präzisiert und gemäß &quot;Wikipedia:Formatierung&quot;: „Vermeide unnötige Überschriften und Abschnittsunterteilungen durch Zwischenüberschriften, die alleinstehende Gliederungspunkte hinterlassen.“</title>
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		<updated>2024-06-13T07:48:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zwischenüberschrift gemäß dem folgenden Absatz präzisiert und gemäß &amp;quot;Wikipedia:Formatierung&amp;quot;: „Vermeide unnötige Überschriften und Abschnittsunterteilungen durch Zwischenüberschriften, die alleinstehende Gliederungspunkte hinterlassen.“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Sprache&lt;br /&gt;
|Sprache=Altkirchenslawisch &amp;#039;&amp;#039;(словеньскъ)&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|Länder= –&lt;br /&gt;
|Sprecher=keine Muttersprachler&lt;br /&gt;
|Klassifikation=* [[Indogermanische Sprachen]]&lt;br /&gt;
** [[Slawische Sprachen]]&lt;br /&gt;
*** [[Südslawische Sprachen]]&lt;br /&gt;
|KSprache=Altkirchenslawisch&lt;br /&gt;
|Amtssprache= –&lt;br /&gt;
|ISO1=cu&lt;br /&gt;
|ISO2=chu&lt;br /&gt;
|ISO3=chu&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:KyrilMethod.jpg|mini|hochkant|[[Kyrill und Method|Methodios und Kyrill]] – Ausschnitt einer Ikone aus dem 19. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Altkirchenslawisch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Altslawisch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Altbulgarisch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Eigenbezeichnung {{lang|cu|словѣньскъ ѩзыкъ}}, transliteriert {{lang|cu-Latn|&amp;#039;&amp;#039;slověnьskъ językъ&amp;#039;&amp;#039;|de=slawische Sprache}}) bezeichnet man die älteste [[Slawische Sprachen|slawische]] [[Geschriebene Sprache|Schriftsprache]], die seit 860 entwickelt bzw. festgehalten wurde und aus der gegen Ende des 11. Jahrhunderts verschiedene [[Varietät (Linguistik)|Varietäten]] des [[Kirchenslawisch]]en hervorgegangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Alt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;kirchen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;slawisch&amp;#039;&amp;#039; begründet sich in der fast ausschließlichen Verwendung als [[Sakralsprache]]. Früher wurde die Sprache auch &amp;#039;&amp;#039;Altbulgarisch&amp;#039;&amp;#039; ({{bgS|старобългарски|starobălgarski}}) genannt, da die meisten erhaltenen altkirchenslawischen Denkmäler bulgarische Züge haben. In [[Bulgarien]] wird weiter die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Altbulgarisch&amp;#039;&amp;#039; verwendet, in Anlehnung an das mittelalterliche [[Geschichte Bulgariens#Erstes Bulgarisches Reich|Bulgarische Reich]], dessen [[Amtssprache|Staatssprache]] es war und welches durch die Verbreitung der altbulgarischen Sprache, Schrift und Kultur zu den anderen slawischen Völkern maßgeblich an der Christianisierung der [[Ostslawen|Ost-]] und [[Südslawen]] beteiligt war. In den meisten slawischen Ländern wird jedoch die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Altslawisch&amp;#039;&amp;#039; ({{ruS|старославянский язык|staroslawjanski jasyk|cs=staroslověnština}} usw.) bevorzugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Auf Anfrage des Mährerfürsten [[Rastislav (Mähren)|Rastislav]] an [[Byzantinisches Reich|Byzanz]] und die [[Ostkirche]], Geistliche zur Verbreitung des [[Christentum|christlichen Glaubens]] zu schicken, wurden die Brüder [[Kyrill von Saloniki|Konstantin]] (später Kyrillos genannt) und [[Method von Saloniki|Methodios]] vom [[Patriarch]]en [[Photios I.]] mit der [[Missionierung]] beauftragt und begaben sich im Jahre 863 ins [[Mährerreich]]. Konstantin hatte zuvor bereits Teile der [[Evangelium (Buch)|Evangelien]] und während der Mission den [[Buch der Psalmen|Psalter]] sowie andere christliche Bücher in die ihm vertraute slawische Sprache von [[Thessaloniki|Saloniki]] übersetzt und sie schriftlich mit Hilfe des von ihm entworfenen glagolitischen Alphabets fixiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Vertreibung der [[Missionar]]e und deren Schüler im Jahre 886 verbreitete sich die Schriftsprache auch im südlich gelegenen [[Erstes Bulgarisches Reich|Bulgarischen Reich]]. Die [[Glagoliza]], die trotz der Vertreibung weiterhin im Mährerreich verwendet wurde, breitete sich nun auf weite Teile des [[Balkanhalbinsel|Balkans]] aus, wobei sich zwei Schriftvarianten entwickelten: Die eckige westliche im Gebiet des heutigen [[Kroatien]] und die runde östliche Variante der Glagoliza im heutigen bulgarisch-mazedonisch-serbischen Raum, die jedoch noch vor Ende des 9. Jahrhunderts durch die [[Kyrillisches Alphabet|kyrillische Schrift]] ersetzt wurde. Im alpenslawischen Südwesten, also im Gebiet des heutigen [[Slowenien]] und nördlich davon, wurde vereinzelt auch die [[Lateinisches Alphabet|lateinische Schrift]] verwendet. Während das Altkirchenslawische zuerst nur Sprache der slawischen [[Liturgie]] war, wurde es ab 893 zur [[Staatssprache]] des Bulgarischen Reiches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die durch die Mährenmission und die Vertreibung der [[Apostel]] nach Süden erfolgte [[Christianisierung]] bedeutete den größten kulturellen Wandel in Süd- und [[Osteuropa]] bis zur Zeit der [[Reformation]]. Unter verschiedenen Herrschern entstanden kleinere Zentren, in denen sich das Altkirchenslawische auch zu einer [[Literatursprache]] mit hohem Niveau weiterentwickelte und ihre Blütezeit im 10. Jahrhundert fand, in der [[Schule von Preslaw]] und der [[Schule von Ohrid]],&amp;lt;ref&amp;gt;{{LexMA|6|1376|1380|Ohrid|[[Günter Prinzing]]}} (hier Sp. 1377: „[…] die [[Schule von Ohrid]] hat einen Großteil der (alt-)bulgarischen Literatur hervorgebracht.“)&amp;lt;/ref&amp;gt; in den damaligen Hauptstädten des bulgarischen Reiches. Von dort aus begann die Sprache in der folgenden Zeit, Einfluss auf die [[Ostslawen]] zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihres [[Südslawen|südslawischen]] Dialektes konnten die beiden Prediger von ihren slawischen Brüdern im Norden, die die mährisch-slowakisch-pannonischen Dialekte sprachen, ohne weiteres verstanden werden, da sich die regionalen Dialekte damals noch sehr ähnlich waren. Die heutigen, vergleichsweise großen Unterschiede gehen zurück auf etwa die Zeit des 11. Jahrhunderts, als sich verschiedene Varianten der altkirchenslawischen Sprache herausbildeten, die heute unter dem Oberbegriff [[Kirchenslawisch]] zusammengefasst werden. Hierzu zählen das Bulgarisch-Kirchenslawische (auch Mittelbulgarisch genannt) sowie das Russisch-, Serbisch-, Kroatisch- und Tschechisch-Kirchenslawische.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1652 wurde das durch den [[Nikon (Patriarch)|Patriarchen Nikon]] festgelegte Kirchenslawisch die liturgische Sprache der [[Orthodoxe Kirchen|slawisch-orthodoxen Kirche]]. Ab der Zeit wird sie auch als Neukirchenslawisch oder Synodalkirchenslawisch bezeichnet und hat sich dort mit einem Status, vergleichbar dem des [[Latein]]ischen in der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Kirche]], bis heute gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der Einfluss des Kirchenslawischen auf die jüngeren slawischen Sprachen enorm ist, muss davon ausgegangen werden, dass es sich bei der ältesten slawischen Schriftsprache um jenen südslawischen Dialekt der ersten Missionare handelt, nicht aber um einen gemeinsamen Vorfahren der slawischen Sprachfamilie, wie das Proto- oder [[Urslawisch]]e. Allerdings ist das Altkirchenslawische aufgrund seines Alters dem Urslawischen noch recht ähnlich, weswegen es von hoher Bedeutung für das historisch-vergleichende Studium der slawischen Sprachen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Erforschung des Altkirchenslawischen reicht zurück bis zur Begründung der [[Slawistik|slawischen Philologie]] im frühen 19. Jahrhundert. [[Josef Dobrovský]]s 1822 erschienenes Werk &amp;#039;&amp;#039;Institutiones linguae slavicae dialecti veteris (Lehrgebäude des alten Dialekts der slavischen Sprache)&amp;#039;&amp;#039; gilt als Pionierarbeit auf diesem Gebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage nach dem Ursprung und der Heimat des Altkirchenslawischen hat die slawische Philologie seit jeher intensiv beschäftigt. Dobrovský suchte die Heimat der Sprache im Süden, 1823 schrieb er in seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;Cyrill und Method, der Slaven Apostel – ein historisch-kritischer Versuch&amp;#039;&amp;#039;: „durch fleißige Vergleichung der neueren Auflagen mit den ältesten Handschriften habe ich mich immer mehr überzeugt, daß Cyrills Sprache der alte noch unvermischte serbisch-bulgarisch-macedonische Dialekt war“. Dagegen war [[Jernej Kopitar]] der Überzeugung, dass der Ursprung des Altkirchenslavischen in [[Plattensee-Fürstentum|Pannonien]] zu suchen sei, es sei die Sprache, „die vor rund tausend Jahren unter den Slawen Pannoniens gedieh“ („quae ante mille fere annos viguit inter Slavos Pannoniae“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da damals fast alle erhaltenen altkirchenslawischen Texte aus Bulgarien stammten, prägte [[Pavel Jozef Šafárik]] in seinen &amp;#039;&amp;#039;Serbischen Lesekörnern&amp;#039;&amp;#039; (1833) und in seinem 1837 erschienenen Werk &amp;#039;&amp;#039;Slovanské starožitnosti (Slawische Alterthümer)&amp;#039;&amp;#039; den Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Altbulgarisch&amp;#039;&amp;#039;. In Deutschland haben besonders [[August Schleicher]] und nach ihm [[Johannes Schmidt (Sprachwissenschaftler)|Johannes Schmidt]] und [[August Leskien]] die Bezeichnungen &amp;#039;&amp;#039;Altbulgarisch&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Kirchenslawisch]]&amp;#039;&amp;#039; populär gemacht. Es ist nur zu bedenken, dass die Sprache in den ältesten und zeitgenössischen Quellen nie so benannt wurde, der Name taucht vielmehr erst in einer griechischen Quelle aus dem 10. Jahrhundert (Vita [[Kliment von Ohrid|S.&amp;amp;nbsp;Clementis]]) auf. Für das 9. Jahrhundert würde sich dagegen die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Altbulgarisch&amp;#039;&amp;#039; mit größerem Recht auf die damals ja noch nicht völlig slawisierten [[Protobulgaren]] und ihre Sprache beziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Hinblick auf die in altkirchenslawischen Quellen aufscheinende Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;slověnьskъ&amp;#039;&amp;#039; (словѣньскъ) prägte [[Franz Miklosich]] die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Alt[[Slowenische Sprache|slowenisch]]&amp;#039;&amp;#039;. Er gebrauchte sie allerdings in einem spezifischen Sinne, um zu postulieren, dass die slawische Liturgie in Pannonien entstanden sei, und folglich auch die Sprache der slawischen Liturgie pannonisch sein müsse, was jedoch [[Vatroslav Jagić]] vehement bestritt. Šafárik jedoch revidierte in seinen letzten Lebensjahren seine ursprüngliche Ansicht: In seiner Schrift &amp;#039;&amp;#039;Über den Ursprung und die Heimath des Glagolitismus&amp;#039;&amp;#039; (Prag 1858) argumentierte er, wie zuvor Kopitar und Miklosich, für die pannonische Ursprungstheorie des Altkirchenslawischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Texte und Vokabular ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Vater unser altkirchenslawisch.jpg|mini|hochkant=1.2|Altkirchenslawisches Vater Unser]]&lt;br /&gt;
Die moderne Forschung zum Altkirchenslawischen unterteilt die altkirchenslawische Epoche in das &amp;#039;&amp;#039;Urkirchenslawisch&amp;#039;&amp;#039; der Missionszeit, die Zeit des &amp;#039;&amp;#039;klassischen Altkirchenslawisch&amp;#039;&amp;#039; (10. bis 11. Jahrhundert) und des &amp;#039;&amp;#039;Spätaltkirchenslawischen&amp;#039;&amp;#039; zur Zeit der darauf folgenden Jahrhundertwende. Die frühesten der heute erhaltenen und bekannten Manuskripte des Altkirchenslawischen stammen aus der klassischen Zeit des 10. und 11. Jahrhunderts. Der relativ kleine Kanon der insgesamt überlieferten Sprachdenkmäler der Zeit umfasst nur etwa 30 Manuskripte und nicht ganz 100 [[Inschrift]]en, von denen die bekanntesten unter anderem der vom bulgarischen [[Simeon I. (Bulgarien)|Zaren Simeon]] um das Jahr 893 aufgestellte Grabstein, vier größere Evangelienhandschriften, zwei Evangelienfragmente, ein Psalter, liturgische Texte und Sammlungen von [[Bibel]]stellen sind. Später entstandene [[Abschrift]]en weisen oft Eigenschaften des späteren Kirchenslawisch oder der sich regional entwickelnden Sprachen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Entdeckungen und Funde altkirchenslawischen Schriftguts, zum Beispiel eines Evangelienmanuskriptes in Auszügen in der [[Vatikanische Bibliothek|vatikanischen Bibliothek]] im Jahre 1982 erweitern das trotz der wenigen Texte doch auf einige Größe angewachsene lexikalische Gesamtkorpus, zu dem neben dem ursprünglichen theologischen auch Vokabular aus anderen Bereichen wie z.&amp;amp;nbsp;B. der frühen [[Geschichtsschreibung]], der [[Philosophie]], aber auch der [[Medizin]] und [[Botanik]] hinzukam. Die Schule von Preslaw war überdies bekannt für Werke der [[Dichtkunst]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der von Konstantin und anderen Missionaren angefertigten teilweisen Übersetzung der Bibel und liturgischer Texte sowie auch literarischer Texte (unter anderem die Biographie des Konstantin und dem ihm zugeschriebenen Vorwort zum Evangelium) kamen später Übertragungen der Werke der [[Kirchenväter]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Basilius der Große]] u.&amp;amp;nbsp;a.) und Philosophen. Hier kommt den Übersetzern zusätzliche Bedeutung zu, da mit der Darstellung komplexer und abstrakter philosophischer Sachverhalte in einer größtenteils nur gesprochenen Sprache lediglich auf einen eingeschränkten Erbwortschatz zugegriffen werden konnte. Noch über das [[Spätmittelalter]] hinaus setzte sich der durch die ersten Übersetzer initiierte und für das Altkirchenslawische und das spätere Kirchenslawische so fruchtbare Prozess der Erweiterung der Sprache durch [[Wortschöpfung]]en, Entlehnungen, sowie [[Lehnübersetzung]]en und Lehnprägungen, überwiegend aus dem [[Griechische Sprache|Griechischen]] und Lateinischen, aber auch aus dem [[Hebräische Sprache|Hebräischen]] und [[Althochdeutsch]]en fort. Einige Beispiele hierfür sind: {{lang|cu|градь-никъ|grad-nik}} von dem griechischen Wort {{lang|el|πολί-της|poli-tes|de=[[Bürger]]}} (als Lehnübersetzung), {{lang|cu|ђеона|geona}} von {{lang|el|γέεννα|ge&amp;#039;enna|de=[[Hölle]]}} (als [[Lehnwort]]), {{lang|cu|мьша|mješa}} aus dem lateinischen (und althochdeutschen) {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;missa&amp;#039;&amp;#039;|de=Messe}}, {{lang|cu|рабби|rabbi}} und {{lang|cu|серафимъ|seraphim}} aus dem Hebräischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grammatik ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Substantivdeklinationen altkirchenslawisch.jpg|mini|hochkant=1.2|Tabelle der Flexionsendungen des altkirchenslawischen Substantivs]]&lt;br /&gt;
Den anderen [[Indogermanische Sprachen|indogermanischen Sprachen]] entsprechend ist auch das altkirchenslawische Wortbildungssystem mehrschichtig. Neben [[Lexem]]en, die die Wortbedeutung als Ganzes vermitteln, können unterschiedliche Arten von [[Morphem]]en als weitere kleinste Bedeutungsträger zur Wortstammbildung beitragen. Das Altkirchenslawische besitzt dazu ein Flexionssystem, welches dem der heutigen slawischen Sprachen ähnlich ist. In der [[Deklination (Grammatik)|Deklination]] der [[Substantiv]]e, [[Adjektiv]]e, [[Partizip]]ien und [[Pronomen]] gibt es die grammatischen Kategorien [[Numerus]], [[Kasus]] und [[Genus]], welche durch [[Suffix]]e gebildet werden.&lt;br /&gt;
Es gibt drei Numeri, nämlich [[Singular]], [[Dual (Grammatik)|Dual]] (heute noch im [[Slowenische Sprache|Slowenischen]] und [[Sorbische Sprache|Sorbischen]] vorhanden) und [[Plural]].&lt;br /&gt;
Es werden sieben verschiedene Kasus unterschieden: [[Nominativ]], [[Genitiv]], [[Dativ]], [[Akkusativ]], [[Instrumentalis]], Präpositional/[[Lokativ]], [[Vokativ]]. Bis auf den letzteren, heute nur noch selten benutzten, ist der Gebrauch der Fälle ähnlich dem des [[Russische Sprache|Russischen]]. Wie in vielen indogermanischen Sprachen gibt es die drei Genera [[Maskulinum]], [[Femininum]] und [[Neutrum]].&lt;br /&gt;
Das Altkirchenslawische besitzt ein komplexes Deklinationssystem, das an das Lateinische erinnert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das altkirchenslawische [[Konjugation (Grammatik)|Konjugationssystem]], welches sich grob in fünf Klassen unterschiedlicher Verbalstammbildung gliedert, umfasst die Kategorien [[Person (Sprache)|Person]], [[Numerus]], [[Modus (Grammatik)|Modus]], [[Genus]] und [[Tempus]].&lt;br /&gt;
Am Verb werden Person (erste, zweite, dritte) und Numerus (Singular, Dual, Plural) sowie Modus ([[Indikativ (Modus)|Indikativ]], [[Konditionalis|Konditional]] und [[Imperativ (Modus)|Imperativ]]) markiert.&lt;br /&gt;
Im [[Aktiv (Grammatik)|Aktiv]] wird ebenfalls durch verschiedene Personalendungen noch das grammatische Geschlecht unterschieden. Das Tempussystem besteht aus dem [[Präsens]], dem [[Imperfekt]] und dem aus dem Griechischen bekannten [[Aorist]], welche durch Bildung von Stammsuffixen (synthetisch) ausgedrückt werden, sowie dem [[Futur]] I/II, dem [[Perfekt]] und dem [[Plusquamperfekt]], die analytisch gebildet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Aitzetmüller]]: &amp;#039;&amp;#039;Altbulgarische Grammatik als Einführung in die slavische Sprachwissenschaft&amp;#039;&amp;#039;. Weiher, Freiburg 1978.&lt;br /&gt;
* Philipp Ammon: [http://sjani.ge/sjani-17/ფილიპპ%20ამონი.pdf &amp;#039;&amp;#039;Tractatus slavonicus&amp;#039;&amp;#039;.] in: &amp;#039;&amp;#039;Sjani (Thoughts) Georgian Scientific Journal of Literary Theory and Comparative Literature&amp;#039;&amp;#039;, N 17, 2016, S. 248–256.&lt;br /&gt;
* Hans Holm Bielfeldt: &amp;#039;&amp;#039;Altslawische Grammatik – Einführung in die slawischen Sprachen&amp;#039;&amp;#039;. VEB Max Niemeyer Verlag, Halle (Saale) 1961.&lt;br /&gt;
* [[Henrik Birnbaum]], Jos Schaeken: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.schaeken.nl/lu/research/online/publications/akslstud/ Altkirchenslavische Studien I: Das altkirchenslavische Wort – Bildung, Bedeutung, Herleitung]&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Otto Sagner, München 1997. ISBN 3-87690-668-7&lt;br /&gt;
* Henrik Birnbaum, Jos Schaeken: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.schaeken.nl/lu/research/online/publications/akslstud/ Altkirchenslavische Studien II: Die altkirchenslavische Schriftkultur – Geschichte, Laute und Schriftzeichen, Sprachdenkmäler]&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Otto Sagner, München 1999, ISBN 3-87690-741-1.&lt;br /&gt;
* {{Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens |Titel=Altkirchenslawisch |Autor=[[Georg Holzer]] |Seiten=187–202 |KBytes=393}}&lt;br /&gt;
* R.M. Cejtlin, R. Večerka, Ė. Blagova: &amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv | url=http://ksana-k.narod.ru/djvu/slavdic/index.htm | wayback=20090119235600 | text=Старославянский Словарь (по рукописям X-XI веков)}}&amp;#039;&amp;#039; (Altslawisches Wörterbuch). Izdatel&amp;#039;stvo Russkij Jazyk, Moskau 1999, ISBN 5-200-02704-7.&lt;br /&gt;
* [[Paul Diels]]: &amp;#039;&amp;#039;Altkirchenslavische Grammatik. Teil 1 und 2.&amp;#039;&amp;#039; Heidelberg 1963(2).&lt;br /&gt;
* [[August Leskien]]: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der altbulgarischen (altkirchenslavischen) Sprache: Grammatik, Texte, Glossar&amp;#039;&amp;#039;. Heidelberg &amp;lt;sup&amp;gt;9&amp;lt;/sup&amp;gt;1969, ISBN 3-533-00615-8.&lt;br /&gt;
* Horace G. Lunt: &amp;#039;&amp;#039;Old Church Slavonic Grammar&amp;#039;&amp;#039;. Mouton, Den Haag &amp;lt;sup&amp;gt;6&amp;lt;/sup&amp;gt;1974, ISBN 3-11-016284-9.&lt;br /&gt;
* [[August Schleicher]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Formenlehre der kirchenslawischen Sprache erklärend und vergleichend dargestellt.&amp;#039;&amp;#039; Nachdruck H. Buske Verlag, Hamburg 1998, ISBN 3-87118-540-X.&lt;br /&gt;
* Klaus Trost: &amp;#039;&amp;#039;Perfekt und Konditional im Altkirchenslavischen.&amp;#039;&amp;#039; 1972.&lt;br /&gt;
* [[N. S. Trubetzkoy|Nikolaus S. Trubetzkoy]]: &amp;#039;&amp;#039;Altkirchenslavische Grammatik. Schrift-, Laut- und Formensystem.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Rudolf Jagoditsch. Rohrer, Wien 1954.&lt;br /&gt;
* Nicolina Trunte: &amp;#039;&amp;#039;Словѣньскъи ѩзыкъ. Ein praktisches Lehrbuch des Kirchenslavischen in 30 Lektionen. Zugleich eine Einführung in die slavische Philologie&amp;#039;&amp;#039;. 2 Bände: Band 1: [https://www.academia.edu/79437770/Ein_praktisches_Lehrbuch_des_Kirchenslavischen_Band_I_Altkirchenslavisch Altkirchenslavisch] (6. Auflage 2022), Band 2: Mittel- und Neukirchenslavisch (2. Auflage 2014).&lt;br /&gt;
* Nicolina Trunte: &amp;#039;&amp;#039;Kirchenslavisch in 14 Lektionen.&amp;#039;&amp;#039; Harrassowitz, Wiesbaden 2018; 2. Auflage ebenda 2022, ISBN 978-3-447-10953-6.&lt;br /&gt;
* [[Wenzel Vondrák]]: &amp;#039;&amp;#039;Altkirchenslavische Grammatik.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1912.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Cu|Altkirchenslawisch}}&lt;br /&gt;
* [https://www.academia.edu/79437770/Ein_praktisches_Lehrbuch_des_Kirchenslavischen_Band_I_Altkirchenslavisch Ein praktisches Lehrbuch des Kirchenslavischen. Band I: Altkirchenslavisch] von Nicolina Trunte&lt;br /&gt;
* {{dmoz|World/Deutsch/Wissenschaft/Geisteswissenschaften/Kultur-Studien/Slawistik/Alt-_und_Kirchenslawistik/|Alt- und Kirchenslawistik}}&lt;br /&gt;
* [http://kodeks.uni-bamberg.de/ Kodeks Universität Bamberg] Ein Online-Informationssystem für den Unterricht zum slawischen Mittelalter&lt;br /&gt;
* [http://titus.uni-frankfurt.de/texte/texte2.htm#aksl TITUS Universität Frankfurt] Thesaurus Indogermanischer Text- und Sprachmaterialien&lt;br /&gt;
* [http://www.schaeken.nl/lu/research/online/publications/akslstud/album_akslhss/index.htm Abbildungen altkirchenslavischer Handschriften]&lt;br /&gt;
* [https://spw.uni-goettingen.de/projects/aig/lng-chu.html glottothèque - Ancient Indo-European Grammars online], (englisch) eine Onlinesammlung von Videos zu altindogermanischen Sprachen, produziert von der Georg-August-Universität Göttingen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesenswert|23. Oktober 2005|10220545}}&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Slawische Sprachen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4085065-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Einzelsprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchenslawische Sprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korpussprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachstufe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historische Linguistik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;M Huhn</name></author>
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