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	<title>Altersbestimmung (Archäologie) - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Altersbestimmung_(Arch%C3%A4ologie)&amp;diff=224&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Kuebi: Änderungen von 185.111.35.18 (Diskussion) auf die letzte Version von 2003:D7:8F19:4A90:C8E8:CC11:45B1:E86F zurückgesetzt</title>
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		<updated>2024-06-03T09:36:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Spezial:Beitr%C3%A4ge/185.111.35.18&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/185.111.35.18&quot;&gt;185.111.35.18&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:185.111.35.18&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:185.111.35.18 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) auf die letzte Version von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:2003:D7:8F19:4A90:C8E8:CC11:45B1:E86F&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:2003:D7:8F19:4A90:C8E8:CC11:45B1:E86F (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;2003:D7:8F19:4A90:C8E8:CC11:45B1:E86F&lt;/a&gt; zurückgesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Bei der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Altersbestimmung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; von [[Archäologie|archäologischen]] Funden gibt es verschiedene [[Datierung]]smethoden, die man in zwei große Gruppen unterteilen kann: relative und absolute Altersbestimmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Relative Datierungsmethoden ==&lt;br /&gt;
Bei einer relativen Datierungsmethode werden lediglich Aussagen darüber getroffen, ob eine [[Stratum (Archäologie)|Fundschicht]] „älter“ oder „jünger“ ist als beispielsweise die umgebende [[Bodenhorizont|Bodenschicht]] (besser [[Begehungshorizont]]).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Manfred K.H. Eggert]]: &amp;#039;&amp;#039;Prähistorische Archäologie. Konzepte und Methoden.&amp;#039;&amp;#039; (= UTB. 2092). 4. Auflage. A. Franke, Tübingen/Basel 2012, ISBN 978-3-8252-3696-0, S. 149–162&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Relative Datierung durch Stratigraphien ===&lt;br /&gt;
[[Bild:archäologie schichtengrabung.jpg|mini|Archäologisches Schichtprofil in einer Stadt (Augsburg)]]&lt;br /&gt;
Im Regelfall gilt als Leitprinzip, dass untere Schichten eher abgelagert worden sind als obere, und somit ältere Schichten unter jüngeren zu finden sind ([[Stratigraphisches Prinzip]]). Ähnlich wie bei relativen Altersbestimmungen der [[Geologie]] wird nur die Abfolge der Schichten festgestellt, ohne das tatsächliche Alter zu messen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausnahmen kommen etwa bei Umlagerungen oder Überschiebungen vor: So könnte in einem archäologischen Befund älteres Material durch Umschichtungen bei Bauarbeiten oder durch [[Erosion (Geologie)|Erosion]] an einem Hang über jüngerem Material abgelagert worden sein. In der Geologie kommen vergleichbare Ereignisse vor: Ein Gesteinsblock wird durch tektonische Prozesse angehoben, und über einen (nicht angehobenen) jüngeren geschoben. Derartige Prozesse sind selten und durch Aufnahme eines Gesamtbildes identifizierbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Relative Datierung durch Fundzusammensetzungen ===&lt;br /&gt;
Die zeitliche Änderung von Gegenstandsformen, verwendeten Materialien oder Handwerkstechniken führt dazu, dass sich die Zusammensetzung der Fundgegenstände in geschlossenen Funden wie [[Grab|Gräbern]], Abfallgruben und [[Depotfund]]en in charakteristischer Weise verändert. Eine solche relativchronologische Abfolge lässt sich mit [[Kombinationsstatistik]]en oder in einer [[Seriation (Archäologie)|Seriation]] darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Veränderliche prozentuale Anteile von [[Artefakt (Archäologie)|Artefakt]]typen können auch für die relative Chronologie ganzer archäologischer Kulturen oder Zeithorizonte ausschlaggebend sein. Für die relative Datierung ist also nicht die Anwesenheit oder das Fehlen eines einzelnen Objekts entscheidend, sondern seine relative Häufigkeit. Modellhaft lässt sich das so begründen, dass eine Form in einer Zeitstufe erfunden wird aber noch selten ist, in der nächsten Stufe ist sie dann allgemein bekannt und wird viel benutzt und in der nächsten wird sie bereits langsam von einer neuen Form verdrängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chorologische Methoden ===&lt;br /&gt;
Eine [[Chorologie|chorologische]] Methode, die bei der Auswertung von [[Gräberfeld]]ern erfolgreich sein kann, ist die so genannte Horizontalstratigraphie. Wenn in einem Bestattungsplatz unterschiedliche Regionen zu unterschiedlichen Zeiten benutzt wurden, sind auch chronologisch relevante [[Grabbeigabe]]n einer gewissen Zeit nur in der zugehörigen Region des Gräberfeldes zu finden. Die Kartierung der Beigaben auf dem [[Gräberfeldplan]] erlaubt es dann, unterschiedliche Belegungsphasen im Kartenbild zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fluor-Datierung ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Fluor-Datierung}}&lt;br /&gt;
Knochen und Zähne bestehen zu einem hohen Prozentsatz aus [[Hydroxylapatit#Vorkommen in Lebewesen|Hydroxylapatit]], der ohne weiteres [[Fluorid]] an sich binden kann, woraus das weitaus härtere, säurebeständige und wasserunlösliche [[Fluorapatit#Biologische Synthese|Fluorapatit]] entsteht. Diese Einlagerung von Fluor endet nicht mit dem Tod des Individuums, sondern kann sich auch in Fossilien fortsetzen, sofern sie durch das [[Grundwasser]] weiterhin mit Fluor in Kontakt kommen. Je länger die Lagerung von Fossilien in fluorhaltigen Böden andauert, desto mehr Fluor dringt in die Knochen ein. Dieser Umstand wurde vor allem zwischen 1950 und 1970 in Form der &amp;#039;&amp;#039;Fluor-Datierung&amp;#039;&amp;#039; für die relative Altersbestimmung von Knochenfunden genutzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Kenneth Page Oakley]]: &amp;#039;&amp;#039;Fluorine and the Relative Dating of Bones.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The Advancement of Science.&amp;#039;&amp;#039; Band 4, Nr. 16, 1948, S. 336–337.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Archäologie und Geologie ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Biostratigraphie|Iridium-Anomalie}}&lt;br /&gt;
Wenn Funde von Frühmenschen ([[Hominini|Homininen]]) oder ihren Erzeugnissen in geologische Schichten eingebettet sind, lassen sie sich über diese datieren. Überreste aus [[Fossilien|fossilführenden]] Schichten lassen sich daher mit Hilfe von [[Leitfossil]]ien genauer einordnen. Auch Großereignisse, die charakteristische überregionale Merkmale erzeugen, können den Vergleich von Schichten oder Gesteinen ermöglichen. Zum Beispiel hat sich eine [[Iridium]]-Schicht, die beim Aufprall eines großen [[Meteorit]]en entstanden ist, weltweit in alle Gesteine der damaligen Zeit eingelagert. Auch Ablagerungen von [[Vulkan]]asche lassen sich manchmal großräumig einer konkreten Eruption wie der des Vulkans vom [[Laacher See]] zuweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Absolute Datierungsmethoden}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Absolute archäologisch-geologische Datierungsmethoden ==&lt;br /&gt;
In der Archäologie werden zahlreiche absolute Datierungsmethoden verwendet. Diese beruhen auf unterschiedlichen Ansätzen. Welche dieser Ansätze anwendbar und sinnvoll sind, entscheidet sich im Einzelfall des jeweiligen Befundes.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred K.H. Eggert: &amp;#039;&amp;#039;Prähistorische Archäologie. Konzepte und Methoden.&amp;#039;&amp;#039; (= UTB. 2092). 4. Auflage. A. Franke, Tübingen / Basel 2012, ISBN 978-3-8252-3696-0, S. 162–164&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geochronologische Datierungen mittels Isotopenzerfall ===&lt;br /&gt;
Viele Methoden zur Altersbestimmung in der Geologie liefern nur sehr grobe Absolutdaten. So waren etwa die heute zerfallenen, also nicht mehr vorhandenen Radionuklide &amp;lt;sup&amp;gt;26&amp;lt;/sup&amp;gt;Al oder &amp;lt;sup&amp;gt;53&amp;lt;/sup&amp;gt;Mn bei der Entstehung des Sonnensystems noch vorhanden. Mit diesen Methoden können z.&amp;amp;nbsp;B. das Entstehungsalter von [[Meteorit]]en oder einzelner Bestandteile von Meteoriten relativ zueinander bestimmt werden. Erst durch [[Kalibrieren]] dieser relativen Datierungsmethoden mit absoluten Datierungsmethoden wie der [[Uran-Blei-Datierung]] können dann auch absolute Alter angegeben werden.&lt;br /&gt;
Bei den radiometrischen Methoden mit nicht &amp;#039;ausgestorbenen&amp;#039; [[Radionuklid]]en wird gemessen, wie hoch der Anteil natürlich vorkommender [[Radioaktivität|radioaktiver]] [[Chemisches Element|Elemente]] und eventuell ihrer [[Zerfallsreihe|Zerfallsprodukte]] ist. Da die [[Halbwertszeit]] der radioaktiven Elemente bekannt ist, kann daraus das Alter berechnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Alter von Gesteinen benötigt man Elemente mit sehr langen Halbwertszeiten. Dafür eignen sich unter anderem folgende Methoden ([[Halbwertszeit]] in Klammern, siehe auch [[Geochronologie]]):&lt;br /&gt;
* [[Uran]] &amp;lt;sup&amp;gt;238&amp;lt;/sup&amp;gt;U → [[Blei]] &amp;lt;sup&amp;gt;206&amp;lt;/sup&amp;gt;Pb (4,5 Milliarden Jahre, [[Uran-Blei-Datierung]])&lt;br /&gt;
* Uran &amp;lt;sup&amp;gt;235&amp;lt;/sup&amp;gt;U → Blei &amp;lt;sup&amp;gt;207&amp;lt;/sup&amp;gt;Pb (704 Millionen Jahre, Uran-Blei-Datierung)&lt;br /&gt;
* [[Thorium]] &amp;lt;sup&amp;gt;232&amp;lt;/sup&amp;gt;Th → Blei &amp;lt;sup&amp;gt;208&amp;lt;/sup&amp;gt;Pb (14 Milliarden Jahre)&lt;br /&gt;
* [[Rubidium]] &amp;lt;sup&amp;gt;87&amp;lt;/sup&amp;gt;Rb → [[Strontium]] &amp;lt;sup&amp;gt;87&amp;lt;/sup&amp;gt;Sr (48,8 Milliarden Jahre)&lt;br /&gt;
* [[Samarium]] &amp;lt;sup&amp;gt;147&amp;lt;/sup&amp;gt;Sm → [[Neodym]] &amp;lt;sup&amp;gt;143&amp;lt;/sup&amp;gt;Nd (106 Milliarden Jahre)&lt;br /&gt;
* [[Kalium]] &amp;lt;sup&amp;gt;40&amp;lt;/sup&amp;gt;K → [[Argon]] &amp;lt;sup&amp;gt;40&amp;lt;/sup&amp;gt;Ar (1,25 Milliarden Jahre, [[Kalium-Argon-Datierung]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit stellt die [[Geochronologie#Aluminium-Beryllium-Methode|Aluminium-Beryllium-Methode]] dar, da sie vergleichend den Zerfall zweier Radioisotope nutzt, die nicht im Tochter-/Mutterisotopverhältnis stehen. Diese Methode der [[Oberflächenexpositionsdatierung]] wird auch zur Bestimmung des Alters von [[fossil]]en [[Hominiden]]-Knochen genutzt. Die Altersbestimmung erfolgt über das Aluminiumisotop &amp;lt;sup&amp;gt;26&amp;lt;/sup&amp;gt;Al und das Berylliumisotop &amp;lt;sup&amp;gt;10&amp;lt;/sup&amp;gt;Be im Mineral Quarz basiert auf dem (bekannten) Verhältnis von &amp;lt;sup&amp;gt;26&amp;lt;/sup&amp;gt;Al und &amp;lt;sup&amp;gt;10&amp;lt;/sup&amp;gt;Be, die beide durch kosmische Strahlung (Neutronen-[[Spallation]], [[Myon]]en-Einfang) an der Oberfläche von Steinen/Mineralen entstehen. Das Verhältnis ist abhängig u.&amp;amp;nbsp;a. von der Höhenlage, der geomagnetischen Breite, der Strahlungsgeometrie und einer möglichen Schwächung der Strahlung durch Abschirmungen (z.&amp;amp;nbsp;B. Bedeckung).&amp;lt;ref&amp;gt;Burkhard Heuel-Fabianek, in: &amp;#039;&amp;#039;Strahlenschutz Praxis.&amp;#039;&amp;#039; Köln 2003,3, S. 69. {{ISSN|0947-434X}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel werden bei geologischen Datierungen sogenannte [[Isochronenmethode|Isochronendiagramme]] verwendet. Vorteil dieser Technik ist, dass die anfängliche Konzentration und die [[Isotopenverhältnis]]se der Tochterelemente nicht bekannt sein müssen, man erhält sie vielmehr als ein weiteres Resultat, zusätzlich zum Alter der Probe. Des Weiteren hat die Isochrontechnik den Vorteil, dass zuverlässig ausgeschlossen werden kann, dass eventuelle Störungen durch Umgebungseinflüsse das gemessene Alter verfälscht haben könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der eigentliche Vorteil der radiometrischen Datierungsmethoden beruht darauf, dass die Bindungsenergien der Atomkerne um etliche Größenordnungen größer sind als die [[Thermische Energie|thermischen Energien]] der Umgebung, in welcher potentielle Proben (meist Gesteine) überhaupt existieren können. Eine Beeinflussung der Zerfallsraten (Halbwertszeiten) durch Umgebungseinflüsse kann deshalb ausgeschlossen werden, so dass die radiometrischen Alter – besonders wenn sie unter Verwendung der Isochronmethode gewonnen wurden – als sehr zuverlässig gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere absolute Datierungsmethode ist die [[Fission Track Dating|Fission-Track]]-Methode. Hier werden die durch die beim radioaktiven Zerfall (z. B. spontaner Zerfall von Uran oder Zerfall von &amp;lt;sup&amp;gt;40&amp;lt;/sup&amp;gt;K zu &amp;lt;sup&amp;gt;40&amp;lt;/sup&amp;gt;Ar) entstandenen hochenergetischen Zerfallsprodukte erzeugten Kristallschäden entlang deren Flugbahnen durch Anätzen unter dem Mikroskop sichtbar gemacht und abgezählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere geochronologische Methoden ===&lt;br /&gt;
Bei der [[Warvenchronologie]] werden [[Warve]]n, jährliche Sedimentablagerungen in Seen, ausgezählt. Der Boden bekommt durch diese Ablagerungen ein Streifenmuster. Insbesondere für Gegenden mit starker [[Schneeschmelze]] ist dieses Verfahren geeignet. Für die [[Eifel]]region gibt es eine [[Chronologie]] der letzten 23.000 Jahre,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Achim Brauer]]: &amp;#039;&amp;#039;Weichselzeitliche Seesedimente des Holzmaares – Warvenchronologie des Hochglazials und Nachweis von Klimaschwankungen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;documenta naturae.&amp;#039;&amp;#039; München 1994, 85. {{ISSN|0723-8428}}&amp;lt;/ref&amp;gt; für einen [[japan]]ischen See für 45.000 Jahre und für den Lago Grande di Monticchio in Süd[[italien]] sogar für die letzten 76.000 Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Analyse von [[Eisbohrkern]]en werden die Schichten gezählt, die jedes Jahr durch den Schneefall gebildet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Magnetostratigraphie]] nutzt die Tatsache, dass das [[Erdmagnetfeld]] sich im Lauf der Zeit des Öfteren umgepolt hat. Dieses Muster lässt sich in den [[Gestein]]en wiederfinden und auszählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Absolute archäologische Datierungsmethoden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Radiokohlenstoffdatierung ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Radiokarbonmethode}}&lt;br /&gt;
[[Bild:Carbon-14 with activity labels.png|mini|350px|Schwankungen des C14-Anteils in der Atmosphäre über der Zeit]]&lt;br /&gt;
Zur Altersbestimmung menschlicher Hinterlassenschaften in der Archäologie sind meist Ausgangsisotopen mit kürzeren [[Halbwertszeit]]en erforderlich als in der Geologie. Hier wird vorwiegend die Radiokohlenstoffdatierung von organischen Materialien angewandt. &lt;br /&gt;
Bei der Radiokohlenstoffdatierung wird der Gehalt an radioaktivem [[Kohlenstoff]] &amp;lt;sup&amp;gt;14&amp;lt;/sup&amp;gt;C, der eine Halbwertszeit von 5.730 Jahren hat, gemessen. Damit sind Altersbestimmungen bis zu 60.000 Jahren möglich. Bei älteren Proben ist der &amp;lt;sup&amp;gt;14&amp;lt;/sup&amp;gt;C-Anteil bereits zu gering, um noch gemessen werden zu können. Eine Schwierigkeit dieser Methode ist, dass der Anteil von &amp;lt;sup&amp;gt;14&amp;lt;/sup&amp;gt;C in der Erdatmosphäre nicht konstant ist. Diese Schwankungen können beispielsweise mit Hilfe der [[Dendrochronologie]] ermittelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dendrochronologie ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Dendrochronologie}}&lt;br /&gt;
[[Bild:Dendrochronological drill hg.jpg|mini|Hohlbohrer für  Dendrochronologie-beprobung, links zwei Bohrkerne]]&lt;br /&gt;
Die Dendrochronologie ermöglicht es, mittels charakteristischer Jahrringe einiger Baumarten, z.&amp;amp;nbsp;B. [[Eiche]]n, Datierungen vorzunehmen, die auf das Jahr genau sein können. Daher lässt sich bei guter Erhaltung die Errichtungszeit von Bauten mit erhaltenen Hölzern, etwa von [[Pfahlbau]]ten oder [[Brunnen]], die Bauzeit von [[Schiff]]en oder die Herstellung von [[Sarg|Särgen]] bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Münzdatierungen ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Münzdatierung}}&lt;br /&gt;
Bei der Münzdatierung liefern die [[Münze]]n einen &amp;#039;&amp;#039;terminus post quem&amp;#039;&amp;#039;. Das bedeutet, dass ein Fund erst in die Erde gelangt sein kann, nachdem das (jüngste) Geldstück aus diesem Fund geprägt wurde. Dabei steht zunächst nicht fest, wie lange nach der Prägung der Münze dies geschehen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Archäologische Funde (Importe) ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Cratère de Vix 0023.jpg|mini|Ein besonders aufwändiger Import aus der Hallstattzeit: Der Krater von [[Fürstliche Grabstätte von Vix|Vix]]]]&lt;br /&gt;
Archäologische Funde einer Kultur können auch durch absolut datierte Importgegenstände aus anderen Kulturen datiert werden. Beispiele dafür sind etwa griechische Keramik oder Bronzegefäße in [[Fürstengrab|Fürstengräbern]] der späten [[Hallstattzeit]] in Ostfrankreich und Südwestdeutschland oder Römische Importe in der Kaiserzeit in der Germania Magna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbindung mit historischen Ereignissen ===&lt;br /&gt;
Gelegentlich lassen sich archäologische Fundzusammenhänge über bekannte historische Ereignisse datieren. So wurden beispielsweise die Städte [[Pompeji]] und [[Herculaneum]] durch den von Plinius dem Jüngeren beschriebenen Ausbruch des [[Vesuv]] am 24. August 79 zerstört und verschüttet, die Gebäude in diesen Städten müssen also vor diesem Vulkanausbruch errichtet worden sein. Für Funde aus diesen Orten gilt also ein &amp;#039;&amp;#039;[[terminus ante quem]]&amp;#039;&amp;#039; von 79.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einwanderung der [[Langobarden]] in Italien fand nach historischen Quellen im Jahr 568 statt. Langobardische [[Gräberfeld]]er in Italien datieren daher erst in die Zeit nach 568, die Einwanderung bietet hier einen &amp;#039;&amp;#039;terminus post quem&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Datierung über die Verbindung von archäologischen Funden und historischen Daten sollte generell mit großer Vorsicht vorgenommen werden, da die Gefahr eines Zirkelschlusses besteht (so genannte gemischte Interpretation). So könnte etwa die historisch belegte Zerstörung einer Siedlung dazu verleiten, eine dort gefundene Brandschicht vorschnell auf diese Zerstörung zu beziehen und nach ihr zu datieren, obwohl die Brandschicht tatsächlich von einem anderen, historisch nicht überlieferten Feuer stammt. Verhindern lässt sich ein solcher Zirkelschluss durch eine möglichst genaue, eigenständige archäologische Datierung und die Einordnung in einen größeren Zusammenhang. Für die oben genannten Beispiele bedeutet das, dass die Funde aus Pompeji (Münzen, Keramik usw.) auch ohne Kenntnis des genauen Datums eine Datierung der Zerstörung um 80 erlauben. Die Datierung der Einwanderung der Langobarden ist nach dem historischen Datum von 568 möglich, da die ältesten [[Grabbeigabe]]n der Langobarden in Italien nach archäologischen Kriterien aus dem letzten Drittel des 6. Jahrhunderts stammen und spezielle Formen, etwa von [[Fibel (Schließe)|Fibeln]], dort vorher nicht bekannt gewesen sind, sondern nach genauen Vergleichsstücken von langobardischen Zuwanderern aus ihren bisherigen Wohngebieten in [[Pannonien]] mitgebracht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Methoden ===&lt;br /&gt;
Einige Methoden eignen sich für relativ spezielle Anwendungsgebiete. Die [[Thermolumineszenzdatierung]] etwa dient zur naturwissenschaftlichen Altersbestimmung von Keramik. Inzwischen wurde auch die [[Argon-Argon-Datierung]] so weit verfeinert, dass die absolute Datierung historischer Ereignisse mit dieser in bestimmten Fällen möglich ist. So wurde sie 1997 verwendet, um mit ihr [[Bimsstein]] von dem [[Plinianische Eruption|Vesuv-Ausbruch]], welcher [[Pompeji]] zerstörte, auf die Jahre von 72 bis 94&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr. zu datieren.&amp;lt;ref&amp;gt;P. R. Renne, W. D. Sharp, A. L. Deino., G. Orsi, L. Civetta: &amp;#039;&amp;#039;40Ar/39 Ar Dating into the Historical Realm. Calibration Against Pliny the Younger.&amp;#039;&amp;#039; in: &amp;#039;&amp;#039;Science.&amp;#039;&amp;#039; Washington 277.1997, 1279-1280. {{ISSN|0036-8075}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit liegt das in historischen Quellen genannten Datum (79&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr.) im Bereich des quantifizierten Fehlers. Die unabhängigen Altersangaben bestätigen sich folglich gegenseitig. Eine neue Untersuchungsmethode stellt die [[Rehydroxylierung]] dar, nämlich in welchem Grade Sauerstoffbrücken in Keramik durch Eindringen von Wasser aufgebrochen worden sind. Auf diese Weise gelang es &amp;#039;&amp;#039;Moira Wilson&amp;#039;&amp;#039; von der [[University of Manchester]] und ihren Kollegen, keramische Objekte im Alter bis zu 2000 Jahren recht genau zu bestimmen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.scienceticker.info/2009/05/20/altersbestimmung-mit-feuer-und-wasser/#more-4857 |wayback=20090604212021 |text=scienceticker: Altersbestimmung mit Feuer und Wasser |archiv-bot=2023-03-02 23:25:57 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammenführung von relativer und absoluter Chronologie ==&lt;br /&gt;
Im Regelfall sollte zunächst eine [[relative Chronologie]]abfolge erstellt werden, welche erst in einem zweiten Schritt mit [[Absolute Chronologie|absoluten]] Daten zusammengeführt wird. Wird dieses Prinzip missachtet, führt dies bei einer zu ungenauen oder fehlerhaften Absolutdatierung zu einer falschen Relativdatierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Isotopenuntersuchung]]&lt;br /&gt;
* [[Radiometrische Datierung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Mebus A. Geyh: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der physikalischen und chemischen Altersbestimmung&amp;#039;&amp;#039;. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005, ISBN 3-534-17959-5.&lt;br /&gt;
* Burkhard Heuel-Fabianek: &amp;#039;&amp;#039;Natürliche Radioisotope: die „Atomuhr“ für die Bestimmung des absoluten Alters von Gesteinen und archäologischen Funden&amp;#039;&amp;#039;. StrahlenschutzPraxis, 1/2017, S. 31–42.&lt;br /&gt;
* [[Manfred Reitz]]: &amp;#039;&amp;#039;Auf der Fährte der Zeit. Mit naturwissenschaftlichen Methoden vergangene Rätsel entschlüsseln&amp;#039;&amp;#039;. Wiley-VCH, Weinheim 2003, ISBN 3-527-30711-7.&lt;br /&gt;
* [[Rolf C. A. Rottländer]]: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die naturwissenschaftlichen Methoden in der Archäologie&amp;#039;&amp;#039;. Archaeologica Venatoria, Tübingen 1983, ISBN 3-921618-19-3.&lt;br /&gt;
* Sahra Talamo, Bernd Kromer, Michael P. Richards, Lukas Wacker: &amp;#039;&amp;#039;Back to the future: The advantage of studying key events in human evolution using a new high resolution radiocarbon method.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;PLoS ONE.&amp;#039;&amp;#039; Band 18, Nr. 2, 2023, e0280598, [[doi:10.1371/journal.pone.0280598]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Altersbestimmung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4142049-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Datierung (Archäologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologische Forschungsmethode]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geochronologie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[eo:Datadmetodo]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Kuebi</name></author>
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