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	<title>Abhängigkeit (Medizin) - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-04-10T17:48:36Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Abh%C3%A4ngigkeit_(Medizin)&amp;diff=12247&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler: /* Etymologie */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Abh%C3%A4ngigkeit_(Medizin)&amp;diff=12247&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-09-27T10:25:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Etymologie&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Weiterleitungshinweis|&amp;#039;&amp;#039;Sucht&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Süchtig&amp;#039;&amp;#039;|Zu weiteren Bedeutungen siehe [[Süchtig (Begriffsklärung)]]. Zur Zeitschrift siehe [[Sucht (Zeitschrift)]].|mehrzahl=1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Abhängigkeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sucht&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, bezeichnet das unabweisbare Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. In der Folge können die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und die sozialen Chancen eines Individuums beeinträchtigt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;LexikonOnline&amp;quot;&amp;gt;[http://lexikon.stangl.eu/632/sucht/ &amp;#039;&amp;#039;Sucht&amp;#039;&amp;#039;.] In: Lexikon online für Psychologie und Pädagogik&amp;lt;/ref&amp;gt; In zahlreichen offiziellen und inoffiziellen Einrichtungen wird der Begriff „Sucht“ in einer bestimmten Bedeutung verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Zum Beispiel das {{Webarchiv |url=http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/137.php |text=„Projekt Suchtforschung“ des Bundesbildungsministeriums |wayback=20090131235241}}, die [http://www.dgsuchtmedizin.de/ Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin] und die [http://www.suchtpsychologie.de/ Deutsche Gesellschaft für Suchtpsychologie]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Formen ==&lt;br /&gt;
In den Fachgebieten [[Psychologie]] und [[Psychiatrie]] werden verschiedene Formen von Abhängigkeit beschrieben:&lt;br /&gt;
* [[Abhängigkeit von psychoaktiven Substanzen|Substanzgebundene Abhängigkeit]] (stoffliche Abhängigkeit), z.&amp;amp;nbsp;B.:&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [[Schädlicher Gebrauch von Benzodiazepinen]],&lt;br /&gt;
** Schädlicher Gebrauch von [[Analgetikum|Schmerzmitteln]],&lt;br /&gt;
** Schädlicher Gebrauch von [[Stimulans|Psychostimulanzien]],&lt;br /&gt;
** Schädlicher Gebrauch sonstiger [[Droge|Rauschmittel]] (Alkohol, illegale Drogen) mit starker körperlicher [[Toleranzentwicklung]],&lt;br /&gt;
* [[Substanzungebundene Abhängigkeit|Substanz&amp;#039;&amp;#039;un&amp;#039;&amp;#039;gebundene Abhängigkeit]] (nichtstoffliche Abhängigkeit), z. B.:&lt;br /&gt;
** [[Pathologisches Spielen|Glücksspielsucht]]&lt;br /&gt;
** [[Internetabhängigkeit]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=WHO |url=https://icd.who.int/browse/11/2022-02/mms/en#499894965 |titel=Disorders due to addictive behaviours |werk=ICD-11 for Mortality and Morbidity Statistics 2022-2 |hrsg=WHO |abruf=2022-07-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [[Kaufzwang|Kaufsucht]]&lt;br /&gt;
** [[Internetsexsucht|Pornographiesucht]]&lt;br /&gt;
** Abhängigkeit von [[Online-Community|sozialen Netzwerken]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=MATTHIAS BRAND, HANS-JÜRGEN RUMPF, ZSOLT DEMETROVICS, ASTRID MÜLLER, RUDOLF STARK, DANIEL L. KING, ANNA E. GOUDRIAAN, KARL MANN, PATRICK TROTZKE, NAOMI A. FINEBERG, SAMUEL R. CHAMBERLAIN, SHANE W. KRAUS, ELISA WEGMANN, JOEL BILLIEUX, MARC N. POTENZA |Titel=Review: Which conditions should be considered as disorders in the International Classification of Diseases (ICD-11) designation of “other specified disorders due to addictive behaviors”? |Sammelwerk=Journal of Behavioral Addictions |Datum=2020 |DOI=10.1556/2006.2020.00035}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Co-Abhängigkeit]], wenn Tun oder Unterlassen von Bezugspersonen die substanzgebundene Abhängigkeit einer Person stärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Schädlicher Gebrauch von nichtabhängigkeitserzeugenden Substanzen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Suchtmedizin ==&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Suchtmedizin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Fachbereich der [[Psychiatrie]]. Sie befasst sich mit der [[Suchtprävention|Vorbeugung]], [[Diagnose|Erkennung]], [[Therapie|Behandlung]] und [[Medizinische Rehabilitation|Rehabilitation]] von Krankheitsbildern im Zusammenhang mit dem [[Abhängigkeitssyndrom durch psychotrope Substanzen|schädlichen Gebrauch psychotroper Substanzen]] und [[Substanzungebundene Abhängigkeit|substanzungebundener Abhängigkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forschungsschwerpunkte der Suchtmedizin sind&lt;br /&gt;
* die Identifizierung [[Neurowissenschaften|neurobiologischer]] und [[Sozialpsychologie|psychosozialer]] Faktoren, die für die Entwicklung von Abhängigkeitserkrankungen und für deren Bewältigung beeinflussen&lt;br /&gt;
* die Suche nach Möglichkeiten, wie man [[Rezidiv|Rückfällen]] vorbeugen kann (medikamentös und/oder [[Psychotherapie|psychotherapeutisch]])&lt;br /&gt;
* [[Epidemiologie|epidemiologische]] Fragestellungen zur Verbreitung und Häufigkeit von Abhängigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
Seit dem Grundsatzurteil des [[Bundessozialgericht]]s vom 18. Juni 1968&amp;lt;ref&amp;gt;Aktenzeichen [http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&amp;amp;Datum=18.06.1968&amp;amp;Aktenzeichen=3%20RK%2063/66 3 RK 63/66]&amp;lt;/ref&amp;gt; ist mit der [[Alkoholkrankheit|Alkoholabhängigkeit]] erstmals ein Abhängigkeitssyndrom als [[Krankheit]] im Sinne der [[Gesetzliche Krankenversicherung|gesetzlichen Krankenversicherung]] anerkannt. Sie und andere Kostenträger übernehmen seither die Kosten für die Behandlung von [[Komorbidität|Begleiterkrankungen]] der Abhängigen sowie für Leistungen zur Rehabilitation, Erhaltung, Besserung und Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste [[Lehrstuhl]] für Abhängigkeitserkrankungen in Deutschland wurde 1999 am [[Zentralinstitut für Seelische Gesundheit]] in Mannheim eingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffe ==&lt;br /&gt;
=== Entwicklung des Fachbegriffs ===&lt;br /&gt;
Im offiziellen Sprachgebrauch der [[Weltgesundheitsorganisation]] (WHO) existierte der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Sucht&amp;#039;&amp;#039; von 1957 bis 1963. Danach wurde er zunächst durch die beiden Begriffe &amp;#039;&amp;#039;Missbrauch&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Abhängigkeit&amp;#039;&amp;#039; ersetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;LexikonOnline&amp;quot; /&amp;gt; Schließlich wurde nach 1969 das Missbrauchskonzept zugunsten vier definierter Klassen des &amp;#039;&amp;#039;Gebrauchs&amp;#039;&amp;#039; verworfen:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stieglitz&amp;quot;&amp;gt;Stieglitz u.&amp;amp;nbsp;a.(Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kompendium. Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatische Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Karger, Basel 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Unerlaubter Gebrauch&amp;#039;&amp;#039; ist ein von der Gesellschaft nicht tolerierter Gebrauch.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Gefährlicher Gebrauch&amp;#039;&amp;#039; ist ein Gebrauch mit wahrscheinlich schädlichen Folgen für den Konsumenten.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Dysfunktionaler Gebrauch&amp;#039;&amp;#039; liegt vor, wenn psychische oder soziale Anforderungen beeinträchtigt sind.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Schädlicher Gebrauch&amp;#039;&amp;#039; hat bereits schädliche Folgen (Zellschäden, psychische Störung) hervorgerufen.&lt;br /&gt;
Diese Bezeichnungen haben in die von der [[Weltgesundheitsorganisation|WHO]] herausgegebene [[ICD-10]] Eingang gefunden, allerdings findet sich im US-amerikanischen [[Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders]]-IV (DSM-IV) nach wie vor die Bezeichnung „Missbrauch“. Aufgrund dieser WHO-Klassifikation sind missbräuchliche und abhängige Konsummuster im sozial-rechtlichen Sinne Krankheiten mit Rechtsstatus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Ruthard Stachowske |url=http://www.uniklinik-ulm.de/fileadmin/Kliniken/Kinder_Jugendpsychiatrie/Praesentationen/Stachowske_TagungGz_4_5_2007.pdf |titel=Eltern mit Abhängigkeitserkrankungen |hrsg=Jugendhilfe Lüneburg gGmbH / Universitätsklinik Ulm |format=PDF |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20140427221947/http://www.uniklinik-ulm.de/fileadmin/Kliniken/Kinder_Jugendpsychiatrie/Praesentationen/Stachowske_TagungGz_4_5_2007.pdf |archiv-datum=2014-04-27 |abruf=2019-05-16 |kommentar=1,42 MB}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der professionelle und wissenschaftliche Sprachgebrauch in den Bereichen [[Medizin]], [[Psychiatrie]], [[Psychologie]] und [[Soziale Arbeit]] bevorzugt mittlerweile die Formulierungen des ICD-10 und spricht von Abhängigkeit und speziell vom Abhängigkeitssyndrom für substanzgebundene Abhängigkeiten. Die Vermeidung des Terminus &amp;#039;&amp;#039;Sucht&amp;#039;&amp;#039; sollte die Stigmatisierung Erkrankter vermeiden und deutlich machen, dass es sich bei Abhängigkeiten um Krankheiten handelt. Die Begrenzung des Abhängigkeitssyndroms auf stoffliche Abhängigkeiten macht zudem auf Unterschiede zu nichtstofflichen Abhängigkeiten aufmerksam; dieser Begriff ist damit differenzierter als Sucht, welche sowohl stoffliche als auch nichtstoffliche Abhängigkeiten umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der American Psychiatric Association war die Ersetzung durch „Abhängigkeitssyndrom“ umstritten. Gegen die Verwendung des Suchtbegriffs wurde die damit einhergehende Stigmatisierung jener Betroffenen vorgebracht, die Medikamente, welche das Zentralnervensystem beeinflussen, einnehmen und damit nach der damals geltenden Definition als „süchtig“ galten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fainsinger&amp;quot; /&amp;gt; Der Begriff Sucht wurde von der [[American Psychiatric Association]] bis 1987 im DSM-III&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fainsinger&amp;quot;&amp;gt;Robin L. Fainsinger, Vincent Thai, Gary Frank, Jean Fergusson: {{Webarchiv |url=http://ajp.psychiatryonline.org/article.aspx?articleID=96549 |text=&amp;#039;&amp;#039;What’s in a Word? Addiction Versus Dependence in DSM-V&amp;#039;&amp;#039;. |wayback=20120205003751}}&amp;lt;/ref&amp;gt; für das Abhängigkeitssyndrom verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Psychische und physische Abhängigkeit ===&lt;br /&gt;
Nach der Definition der WHO ist die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;psychische Abhängigkeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ein Bedürfnis bis hin zu einem zwanghaften Drang nach periodischem oder dauerndem Konsum der Droge (bzw. nach Ausführung eines Suchtverhaltens bei stoffungebundenen Suchten), um ein Lustgefühl zu erlangen und/oder ein Unlustgefühl zu vermeiden. Dieser innere Zwang gilt als das wesentliche Kriterium einer Abhängigkeitserkrankung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;physische Abhängigkeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine körperliche Reaktion des Dauerkonsumenten, die zu einer körperlichen Toleranz gegenüber der Drogen-Wirkung führt und beim Absetzen der Substanz Entzugssymptome hervorruft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=E. Hackenthal, E. Oberdisse, K. Kuschinsky |Titel=Pharmakologie und Toxikologie |Verlag=Springer |Datum=2013 |ISBN=978-3-642-98030-5 |Seiten=66}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Mathias Berger |Titel=Kapitel 9: Suchterkrankungen, Abschnitt:„Biologische und verhaltenspharmakologische Grundlagen“ |Sammelwerk=Lehrbuch: Psychische Erkrankungen, Klinik und Therapie |Verlag=Elsevier Health Sciences |Datum=2018 |ISBN=978-3-437-09653-2 |Seiten=248–250}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Poehlke |Titel=GK3 Psychiatrie – Original-Prüfungsfragen mit Kommentar |Verlag=Thieme |Datum=2009 |ISBN=978-3-13-112977-2 |Seiten=37}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Brigitte Vetter |Titel=Psychiatrie – Ein systematisches Lehrbuch |Verlag=Schattauer |Datum=2018 |ISBN=978-3-608-26427-2 |Seiten=155}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die WHO-Kriterien für Abhängigkeit im [[ICD-10]] sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=WHO |url=https://www.dimdi.de/static/de/klassifikationen/icd/icd-10-gm/kode-suche/htmlgm2018/block-f10-f19.htm |titel=Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen |hrsg=DIMDI |abruf=2022-06-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{&amp;quot; |# ein starker Wunsch oder eine Art Zwang, Substanzen oder Alkohol zu konsumieren.&lt;br /&gt;
# Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Substanz- oder Alkoholkonsums.&lt;br /&gt;
# Substanzgebrauch mit dem Ziel, Entzugssymptome zu mildern.&lt;br /&gt;
# Ein körperliches Entzugssyndrom.&lt;br /&gt;
# Nachweis einer Toleranz: Um die ursprünglich durch niedrige Dosen erreichten Wirkungen der Substanz hervorzurufen, sind zunehmend höhere Dosen erforderlich.&lt;br /&gt;
# Ein eingeengtes Verhaltensmuster im Umgang mit Alkohol oder der Substanz, wie zum Beispiel die Tendenz, Alkohol an Werktagen wie an Wochenenden zu trinken und die Regeln eines gesellschaftlich üblichen Trinkens außer Acht zu lassen.&lt;br /&gt;
# Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügen oder Interessen zugunsten des Substanzkonsums.&lt;br /&gt;
# Anhaltender Substanz- oder Alkoholkonsum trotz Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen. Diese können körperlicher, sozialer oder psychischer Art sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;psychische Abhängigkeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird durch die unter Punkt 1 und 2 genannten Kriterien beschrieben. Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;körperliche Abhängigkeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist durch die unter 3, 4, und 5 genannten Kriterien gekennzeichnet. |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Marianne Bosshard, Ursula Ebert, Horst Lazarus |Titel=Soziale Arbeit in der Psychiatrie, Lehrbuch |Verlag=Psychiatrie Verlag |Datum=2013 |ISBN=978-3-88414-799-3 |Seiten=280–281}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/abhaengigkeit-physische-und-psychische/37 |titel=Psychische und physische Abhängigkeit |werk=Lexikon der Psychologie |hrsg=Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH |sprache=de |abruf=2022-06-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Vergleich von Toleranzentwicklung, psychischer und körperlicher Abhängigkeit bei verschiedenen Suchtstoffen&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Substanztyp&lt;br /&gt;
! Toleranzentwicklung&lt;br /&gt;
! psychische Abhängigkeit&lt;br /&gt;
! körperliche Abhängigkeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left&amp;quot;| Cannabis&lt;br /&gt;
| (+)&lt;br /&gt;
| ++&lt;br /&gt;
| (+)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left&amp;quot;| Mescalin&lt;br /&gt;
| +&lt;br /&gt;
| ++&lt;br /&gt;
| −&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left&amp;quot;| Weckamine&lt;br /&gt;
| +&lt;br /&gt;
| ++&lt;br /&gt;
| −&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left&amp;quot;| Kokain&lt;br /&gt;
| − (?)&lt;br /&gt;
| +++&lt;br /&gt;
| (+)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left&amp;quot;| Alkohol/Barbiturate&lt;br /&gt;
| +&lt;br /&gt;
| ++&lt;br /&gt;
| ++&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left&amp;quot;| Morphin&lt;br /&gt;
| ++&lt;br /&gt;
| +++&lt;br /&gt;
| +++&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left&amp;quot;| Nikotin&lt;br /&gt;
| ++&lt;br /&gt;
| +++&lt;br /&gt;
| ++&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Substanzverlangen ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Substanzverlangen&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Craving&amp;#039;&amp;#039; ([[Englische Sprache|englisch]] für ‚Begierde‘ oder ‚Verlangen‘) ist ein Fachbegriff aus der Suchtmedizin. Craving oder &amp;#039;&amp;#039;constant craving&amp;#039;&amp;#039; umschreibt das kontinuierliche und nahezu unbezwingbare Verlangen eines Suchtkranken, sein Suchtmittel ([[Ethanol|Alkohol]], [[Tabak]], sonstige [[Droge]]n) zu konsumieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;pmid18855806&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=M. Haney |Titel=Self-administration of cocaine, cannabis and heroin in the human laboratory: benefits and pitfalls |Sammelwerk=Addiction Biology |Band=14 |Nummer=1 |Datum=2009-01 |Seiten=9–21 |DOI=10.1111/j.1369-1600.2008.00121.x |PMC=2743289 |PMID=18855806}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Craving ist das zentrale Moment des [[Abhängigkeitssyndrom durch psychotrope Substanzen|Abhängigkeits]]- und [[Entzugssyndrom]]s. Es hat seine neurobiologische Grundlage in der [[Sensitivierung]] des Belohnungssystems im Gehirn, des [[Mesolimbisches System|mesolimbischen Systems]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID21490129&amp;quot;&amp;gt;J. D. Steketee, P. W. Kalivas: &amp;#039;&amp;#039;Drug wanting: behavioral sensitization and relapse to drug-seeking behavior.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Pharmacological reviews.&amp;#039;&amp;#039; Band 63, Nummer 2, Juni 2011, S.&amp;amp;nbsp;348–365, [[doi:10.1124/pr.109.001933]], PMID 21490129, {{PMC|3082449}} (Review).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Gier nach fetten und süßen Speisen bei [[Adipositas]] wird als „Craving“ bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID26449524&amp;quot;&amp;gt;K. J. Steffen, S. G. Engel, J. A. Wonderlich, G. A. Pollert, C. Sondag: &amp;#039;&amp;#039;Alcohol and Other Addictive Disorders Following Bariatric Surgery: Prevalence, Risk Factors and Possible Etiologies.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;European eating disorders review: the journal of the Eating Disorders Association.&amp;#039;&amp;#039; Band 23, Nummer 6, November 2015, S.&amp;amp;nbsp;442–450, [[doi:10.1002/erv.2399]], PMID 26449524 (Review), [https://www.researchgate.net/profile/Joseph_Wonderlich/publication/282671411_Alcohol_and_Other_Addictive_Disorders_Following_Bariatric_Surgery_Prevalence_Risk_Factors_and_Possible_Etiologies/links/5a074e984585157013a5c2e0/Alcohol-and-Other-Addictive-Disorders-Following-Bariatric-Surgery-Prevalence-Risk-Factors-and-Possible-Etiologies.pdf researchgate.net] (PDF; 177&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID17617461&amp;quot;&amp;gt;N. M. Avena, P. Rada, B. G. Hoebel: &amp;#039;&amp;#039;Evidence for sugar addiction: behavioral and neurochemical effects of intermittent, excessive sugar intake.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Neuroscience and biobehavioral reviews.&amp;#039;&amp;#039; Band 32, Nummer 1, 2008, S.&amp;amp;nbsp;20–39, [[doi:10.1016/j.neubiorev.2007.04.019]], PMID 17617461, {{PMC|2235907}} (Review).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sucht ===&lt;br /&gt;
==== Etymologie ====&lt;br /&gt;
Das Wort „Sucht“ ([[Germanische Sprachen|germanisch]] &amp;#039;&amp;#039;suhti-&amp;#039;&amp;#039;, [[althochdeutsch]] &amp;#039;&amp;#039;suht&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;suft&amp;#039;&amp;#039;, [[mittelhochdeutsch]] &amp;#039;&amp;#039;suht&amp;#039;&amp;#039;) geht auf „[[Siechtum|siechen]]“ (althochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;siuchan&amp;#039;&amp;#039;, mittelhochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;siechen&amp;#039;&amp;#039;) zurück, das Leiden an einer Krankheit bzw. Funktionsstörung. Im heutigen Sprachgebrauch ist das Adjektiv „siech“ (vergleiche auch [[Englische Sprache|englisch]] &amp;#039;&amp;#039;sick&amp;#039;&amp;#039;, [[Niederländische Sprache|niederländisch]] &amp;#039;&amp;#039;ziek&amp;#039;&amp;#039;) nur noch regional gebräuchlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das mittelhochdeutsche Kollektivum &amp;#039;&amp;#039;Gesücht&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;gesühte&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;gesucht&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnete anfallsweise wiederkehrende Leiden wie die Fallsucht bzw. Epilepsie, Gicht bzw. Arthritis usw.&amp;lt;ref&amp;gt;Max Höfler: &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Krankheitsnamen-Buch.&amp;#039;&amp;#039; Piloty &amp;amp; Loehle, München 1899 (Reprografischer Nachdruck: Olms, Hildesheim / New York 1970 und 1979, ISBN 1-174-35859-9), S. 706.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Jürgen Martin: &amp;#039;&amp;#039;Die ‚Ulmer Wundarznei‘. Einleitung – Text – Glossar zu einem Denkmal deutscher Fachprosa des 15. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Königshausen &amp;amp; Neumann, Würzburg 1991 (= &amp;#039;&amp;#039;Würzburger medizinhistorische Forschungen.&amp;#039;&amp;#039; Band 52), ISBN 3-88479-801-4 (zugleich Medizinische Dissertation Würzburg 1990), S. 132.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Mittelalter stand des Wort „Gesucht“ auch für Krankheit bzw. den krankheitserregenden Stoff (Krankheitsstoff, „Suchtstoff“), etwa einen übermäßig vorhandenen [[Körpersäfte|Körpersaft]], aber – gemäß Max Höfler – auch für die „Gliedstelle, wo der Suchtstoff sich festsetzt“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gundolf Keil]]: &amp;#039;&amp;#039;Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm.&amp;#039;&amp;#039; Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: &amp;#039;&amp;#039;Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes&amp;#039;&amp;#039;), S. 390.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1888 definierte [[Meyers Konversationslexikon]] „Sucht“ als ein in der Medizin veraltetes Wort, das früher ganz allgemein [[Krankheit]] (lateinisch &amp;#039;&amp;#039;Morbus&amp;#039;&amp;#039;) oder Leiden bedeutete, z.&amp;amp;nbsp;B. in [[Auszehrung|Schwindsucht]], Wassersucht, [[Fettsucht]], [[Fallsucht]], [[Gelbsucht]] und [[Anorexia nervosa|Magersucht]]. So war etwa ein „Wassersüchtiger“ nicht süchtig nach Wasser, sondern litt an Wassereinlagerungen ([[Ödem]]en).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese [[Liste historischer Krankheitsbezeichnungen|historischen Krankheitsbezeichnungen]] beschrieben meist nur das auffälligste Symptom. Der Schwindsüchtige „schwindet dahin“, im Wassersüchtigen sammelt sich Wasser, der Fettsüchtige ist zu fett, der Gelbsüchtige verfärbt sich gelb, der Trunksüchtige trinkt zu viel, der Magersüchtige ist abgemagert. Durch Verwendungen wie &amp;#039;&amp;#039;[[Tobsucht]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Somnambulismus|Mondsucht]]&amp;#039;&amp;#039; wurde Sucht auch als krankhaftes Verlangen verstanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Duden, Etymologie: Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache.&amp;lt;/ref&amp;gt; Daraus entstand im 20. Jahrhundert der moderne Suchtbegriff im Sinne von Abhängigkeit. Anfänglich bezog er sich, bei C. v. Brühl-Cramer 1819, nur auf die Trunksucht ([[Alkoholkrankheit]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Claudia Wiesemann: &amp;#039;&amp;#039;Sucht.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner E. Gerabek]], Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]], Wolfgang Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1365 f.; hier: S. 1365.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurden auch andere Abhängigkeiten als Sucht bezeichnet. So ist seit 1829 bei [[Christoph Wilhelm Hufeland]] die „Opiumsucht“ – im 18. Jahrhundert noch „Knechtschaft“ &amp;#039;&amp;#039;(servitus)&amp;#039;&amp;#039; genannt – belegt.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas-Holger Maehle: &amp;#039;&amp;#039;Selbstversuche und subjektive Erfahrung in der Opiumforschung des 18. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Würzburger medizinhistorische Mitteilungen.&amp;#039;&amp;#039; Band 13, 1995, S. 287–297, hier: S.&amp;amp;nbsp;292.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Umgangssprachliche Verwendung ====&lt;br /&gt;
In der Umgangssprache wird von dem Beobachter ein, seiner Meinung nach, krankhaftes, übermäßiges oder zwanghaftes Verhalten oder Gebrauch von Substanzen als Sucht bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.duden.de/rechtschreibung/Sucht &amp;#039;&amp;#039;Sucht&amp;#039;&amp;#039;.] In: Duden, Begriffsdefinition.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Süchtig nach Ruhm“, „Süchtig nach Schokolade“ oder ähnliche Redewendungen sind von Definitionen der Abhängigkeit im medizinischen Sinne z.&amp;amp;nbsp;B. nach den Kriterien der WHO zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sichtweise der Physiologie ===&lt;br /&gt;
==== Neurowissenschaften ====&lt;br /&gt;
In den [[Neurowissenschaften]] wird eine Unterscheidung zwischen psychischer und physischer Abhängigkeit nicht vorgenommen. Hier wird jede Art der Abhängigkeit auf Veränderungen im Gehirn zurückgeführt, und zwar sowohl auf mikroanatomischer ([[Zelle (Biologie)|zellulärer]]) als auch auf funktioneller Ebene. Diese Veränderungen werden [[Sensitivierung#Sucht und Rückfallrisiko|Sensitivierung]] genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Gutwinski, [[Andreas Heinz (Mediziner)|Andreas Heinz]], &amp;#039;&amp;#039;Psyche und Psychische Erkrankung – Sucht&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Gerhard Roth (Biologe)|Gerhard Roth]], Andreas Heinz, [[Henrik Walter]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Psychoneurowissenschaften&amp;#039;&amp;#039;, Springer, Berlin 2020, ISBN 978-3-662-59038-6, S. 255–274, Zitat: &amp;#039;&amp;#039;Das neurobiologische Modell der Sensitivierung als Grundlage für abhängiges Verhalten ersetzt die Begriffe der &amp;quot;psychischen Abhängigkeit&amp;quot; …&amp;#039;&amp;#039;, S. 269.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;S.M. Warlow, u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Sensitization of Incentive Salience and the Transition to Addiction&amp;#039;&amp;#039;, in: Steve Sussman (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Cambridge Handbook of Substance and Behavioral Addictions&amp;#039;&amp;#039;, Cambridge University Press 2020, ISBN 978-1-108-63224-9, S. 23–37.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID26407959&amp;quot;&amp;gt;M. J. Robinson, A. M. Fischer, A. Ahuja, E. N. Lesser, H. Maniates: &amp;#039;&amp;#039;Roles of &amp;quot;Wanting&amp;quot; and &amp;quot;Liking&amp;quot; in Motivating Behavior: Gambling, Food, and Drug Addictions.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Current topics in behavioral neurosciences.&amp;#039;&amp;#039; Band 27, 2016, S.&amp;amp;nbsp;105–136, {{DOI|10.1007/7854_2015_387}}, PMID 26407959 (Review).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weltgesundheitsorganisation (WHO) ====&lt;br /&gt;
Die [[WHO]]-Fachgruppe &amp;#039;&amp;#039;Drogen mit Suchtpotential&amp;#039;&amp;#039; hat in ihrem Bericht über ihre zweite Konferenz, 1950 in [[Genf]], erstmals die Begriffe &amp;#039;&amp;#039;psychische&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;körperliche Abhängigkeit&amp;#039;&amp;#039; aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;World Health Organization – Technical Report Series No. 21: &amp;#039;&amp;#039;Expert Committee on Drugs Liable to Produce Addiction – Report of the Second Session&amp;#039;&amp;#039;, Geneva, 9–14 January 1950, S. 7, [https://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/38943/WHO_TRS_21.pdf?sequence=1&amp;amp;isAllowed=y PDF].&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieselbe Fachgruppe – nunmehr unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Drogenabhängigkeit&amp;#039;&amp;#039; – hat dann in ihrem Bericht über ihre 28. Konferenz, 1992 in Genf, empfohlen, nicht länger einen Unterschied zu machen zwischen &amp;#039;&amp;#039;psychischer&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;körperlicher Abhängigkeit&amp;#039;&amp;#039;. Als Gründe hierfür wurden genannt: die Unterscheidung sei in der medizinischen Praxis schwierig umzusetzen oder sogar verwirrend („confusing“); die Unterscheidung stimme nicht überein mit der gegenwärtigen Sichtweise, dass alle Drogeneffekte auf ein Individuum potentiell biologisch zu verstehen seien.&amp;lt;ref&amp;gt;World Health Organization – Technical Report Series No. 836: &amp;#039;&amp;#039;WHO Expert Committee on Drug Dependence – Report of the 28th Session&amp;#039;&amp;#039;, Geneva, 28 September – 2 October 1992, S. 5, [http://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/37029/WHO_TRS_836.pdf?sequence=1 PDF].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer sozialwissenschaftlichen Übersicht von 2014 zur Geschichte des Verständnisses von Sucht und Abhängigkeit wurde das Umschwenken der WHO 1992 zur Frage der Unterscheidung zwischen psychischer und körperlicher Abhängigkeit auf den zunehmenden Einfluss der Neurowissenschaften zurückgeführt: „However, by the 1990s the growing influence of neuroscience made the physiological/psychological distinction seem a form of outmoded dualism.“&amp;lt;ref&amp;gt;Fraser, S., Moore, D., Keane, H.: &amp;#039;&amp;#039;Models of Addiction&amp;#039;&amp;#039;, in: S. Fraser, D. Moore, H. Keane: &amp;#039;&amp;#039;Habits: Remaking Addiction&amp;#039;&amp;#039;, Springer, 2014, ISBN 978-1-137-31677-6, S. 26–59.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kritik ===&lt;br /&gt;
Kritik am Begriff der Abhängigkeit umfasst die sprachliche Gleichsetzung von medizinisch betreuten Patienten, mit vorrangig körperlicher Abhängigkeit (z.&amp;amp;nbsp;B. Schmerzpatienten unter Morphiumbehandlung) und auch stark psychisch Abhängigen, wie Heroinabhängigen oder Alkoholikern. Diese sei irreführend und hinderlich: Sie rufe bei Schmerzpatienten Angst vor dem Vollbild der körperlichen und psychischen Abhängigkeit hervor. Im Zuge der Ausarbeitung der aktuellen Version des „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“ (DSM) von der American Psychiatric Association wurde über die Wiederaufnahme des Suchtbegriffs nachgedacht.&amp;lt;ref&amp;gt;C. O’Brien, [[Nora Volkow|N. Volkow]], T. Li: &amp;#039;&amp;#039;What’s in a word? addiction versus dependence in DSM-V.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;American Journal of Psychiatry.&amp;#039;&amp;#039; 2006; 163, S. 764–765 {{Webarchiv |url=http://ajp.psychiatryonline.org/cgi/content/full/163/5/764?ijkey=cd6f229ede94a42d32704d6c5988d4229434beee&amp;amp;keytype2=tf_ipsecsha |text=Volltext |wayback=20090831203904}} mit zahlreichen Hinweisen auf offizielle Stellen, die den Begriff &amp;#039;&amp;#039;Sucht&amp;#039;&amp;#039; verwenden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
{{Portal|Drogen}}&lt;br /&gt;
{{Portal|Psychologie}}&lt;br /&gt;
{{Portal|Geist und Gehirn}}&lt;br /&gt;
* [[Substanzungebundene Sucht]]&lt;br /&gt;
* [[Schädlicher Gebrauch von nichtabhängigkeitserzeugenden Substanzen]]&lt;br /&gt;
* [[Impulskontrollstörung]]&lt;br /&gt;
* [[Zwangsstörung]]&lt;br /&gt;
* [[Selbstmedikation]]&lt;br /&gt;
* [[Co-Abhängigkeit]]&lt;br /&gt;
* [[Abhängige Persönlichkeitsstörung]]&lt;br /&gt;
* [[Drogentherapie]]&lt;br /&gt;
* [[Drogenpolitik]]&lt;br /&gt;
* [[Entzugssyndrom]]&lt;br /&gt;
* [[Abhängigkeitspotenzial]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Sucht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Titel=Physiologie des Menschen: mit Pathophysiologie&lt;br /&gt;
   |Verlag=Springer&lt;br /&gt;
   |Ort=Berlin Heidelberg&lt;br /&gt;
   |Datum=2019&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-662-56468-4&lt;br /&gt;
   |Seiten=855–861&lt;br /&gt;
   |Online={{Google Buch |BuchID=gMCYDwAAQBAJ |Seite=559 |Hervorhebung=mesolimbisch}}}}&lt;br /&gt;
* [[Michael Klein (Suchtforscher)|Michael Klein]]: &amp;#039;&amp;#039;Kinder und Suchtgefahren. Risiken – Prävention – Hilfen&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Schattauer, 2007, ISBN 978-3-7945-2318-4.&lt;br /&gt;
* R. C. Malenka, E. J. Nestler, S. E. Hyman: &amp;#039;&amp;#039;Reinforcement and Addictive Disorders.&amp;#039;&amp;#039; In: A. Sydor, R. Y. Brown (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Molecular Neuropharmacology: A Foundation for Clinical Neuroscience.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, McGraw-Hill Medical, New York 2009, ISBN 978-0-07-148127-4, S. 364–388.&lt;br /&gt;
* Christoph Möller: &amp;#039;&amp;#039;Drogenmissbrauch im Jugendalter. Ursachen und Auswirkungen.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. [[Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht]], 2009, ISBN 978-3-525-46228-7.&lt;br /&gt;
* Rainer Thomasius, [[Michael Schulte-Markwort]], Udo J. Küstner, Peter Riedesser: &amp;#039;&amp;#039;Suchtstörungen im Kindes- und Jugendalter: Das Handbuch: Grundlagen und Praxis&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Schattauer, 2008, ISBN 978-3-7945-2359-7.&lt;br /&gt;
* [[Claudia Wiesemann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die heimliche Krankheit. Zur Geschichte des Suchtbegriffs.&amp;#039;&amp;#039; frommann-holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 2000. ISBN 3-7728-2000-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.dg-sucht.de/ Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie e.V]&lt;br /&gt;
* [http://www.dhs.de/ Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.&amp;amp;nbsp;V.]&lt;br /&gt;
* [http://www.dgsuchtmedizin.de/ Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin e.&amp;amp;nbsp;V.]&lt;br /&gt;
* [http://www.clinicaltrials.gov/ct2/results?term=Craving+and+Withdrawal+ Einträge im NIH-Studienregister]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4058361-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Abhangigkeit #Medizin}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychische Störung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhängigkeit (Medizin)| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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