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	<title>Demo Wiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-07-16T10:56:36Z</updated>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Fl%C3%A4ming&amp;diff=9917</id>
		<title>Fläming</title>
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		<updated>2025-05-30T06:08:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;185.104.138.61: /* Geologie und Geographie */ Eine Fehlinformation ausgebessert. &amp;quot;Borkheide&amp;quot; wurde aus der Auflistung von Orten im Fläming entfernt, weil dieser Ort vollständig auf der Zauche liegt und nicht im Fläming.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:BoWiMueHaseloff.jpg|mini|hochkant=1.5|Drachenmühle (Turmholländermühle) und Streuobstwiese bei Haseloff östlich von [[Niemegk]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Jueterbog Altstadt Nikolaikirche.jpg|mini|hochkant|Nikolaikirche [[Jüterbog]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Zixdorf Church.jpg|mini|hochkant|[[Dorfkirche Zixdorf|Feldsteinkirche in Zixdorf]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bad Belzig asv2022-07 img26 aerial view.jpg|mini|hochkant|[[Bad Belzig]] mit [[Burg Eisenhardt]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Fläming&#039;&#039;&#039; ist ein bis zu {{Höhe|200.3|DE-NHN|link=1}} ([[Hagelberg]]) hoher [[Kaltzeit|kaltzeitlich]] gebildeter [[Höhenzug]] und gleichzeitig eine [[Historische Landschaft|historisch gewachsene Kulturlandschaft]] im südwestlichen [[Brandenburg]] und östlichen [[Sachsen-Anhalt]]. Er erstreckt sich östlich von [[Magdeburg]] über mehr als 100&amp;amp;nbsp;Kilometer bis zur [[Dahme (Fluss)|Dahme]]. Der Fläming ist als 30 bis 50&amp;amp;nbsp;Kilometer breiter Höhenrücken Teil des [[Südlicher Landrücken|Südlichen Landrückens]], der insbesondere in der [[Saaleeiszeit|Saalekaltzeit]] geformt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Namen führt der dünnbesiedelte Landstrich nach den [[Flamen]] (Flemingen), die nach der Gründung der [[Mark (Territorium)|Marken]] im Zuge der anschließenden [[Deutsche Ostsiedlung|deutschen Ostsiedlung]] in hoher Zahl den Höhenzug besiedelten. Jahrhundertelang war der Fläming Grenzgebiet, aufgeteilt zwischen dem [[Erzbistum Magdeburg]], dem [[Bistum Brandenburg]], der [[Grafschaft Brehna]] und der Markgrafschaft Meißen, dem späteren [[Kurfürstentum Sachsen]]. Die [[Markgrafschaft Brandenburg]] hatte bis zur Reformation so gut wie keinen Anteil. Mit der [[Schlacht bei Hagelberg]] und der [[Schlacht bei Dennewitz]] fanden 1813 wichtige Schlachten im [[Befreiungskriege|Befreiungskrieg]] gegen die französische Fremdherrschaft im Fläming statt. Im Jahr 1815 wurde nach der französischen und sächsischen Niederlage der gesamte Fläming dem Königreich Preußen eingegliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittelalterliche [[Feldsteinkirche]]n prägen das Bild vieler Dörfer. Seit den 1990er Jahren haben sich in der land- und forstwirtschaftlich dominierten [[Hügelland]]schaft vielfältige [[Tourismus|touristische]] Infrastrukturen herausgebildet, wie beispielsweise die [[Flaeming-Skate]], einer der längsten Rundkurse seiner Art. Der [[Naturpark]] [[Naturpark Hoher Fläming|Hoher Fläming]], mit ersten Angeboten auch der im Jahr 2005 erklärte [[Naturpark Fläming]], stellen eine Vielzahl von Touren, Wanderungen und Reitwegen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie und Geographie ==&lt;br /&gt;
=== Grenzen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Flaeming.png|mini|Naturräumliche Lage des Flämings]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die naturräumlichen Grenzen des Flämings können recht genau festgelegt werden: Die Nord- und Südgrenze bilden [[Urstromtal|Urstromtäler]]. Im Norden ist es das [[Baruther Urstromtal]], im Süden das [[Breslau-Magdeburg-Bremer Urstromtal]], welches von der [[Elbe]] durchflossen wird. Die Westgrenze kann mit dem Elbetal bei [[Magdeburg]] gezogen werden. Im Osten und Südosten werden allgemein das [[Dahme (Fluss)|Dahmefließ]] mit dem gleichnamigen [[Dahme/Mark|Städtchen]], nämlich Dahme, sowie das sich südlich anschließende [[Schweinitzer Fließ]] als Grenze angegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gliederung ===&lt;br /&gt;
==== Haupteinheiten ====&lt;br /&gt;
[[Naturraum|Naturräumlich]] stellt der Fläming eine [[Naturräumliche Großregionen Deutschlands|Haupteinheitengruppe]] dar und trägt die zweistellige Kennziffer 85. Er gliedert sich in die folgenden Haupteinheiten:&amp;lt;ref name=&amp;quot;HNGD&amp;quot;&amp;gt;[[Emil Meynen]], [[Josef Schmithüsen]] u.&amp;amp;nbsp;a.: &#039;&#039;[[Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands]].&#039;&#039; Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen / Bad Godesberg 1953–1962 (9 Lieferungen in 8 Büchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;85 Fläming&#039;&#039;&#039; (4361&amp;amp;nbsp;km²)&lt;br /&gt;
** 850 [[Burg-Ziesarer Vorfläming]] (211&amp;amp;nbsp;km²) – Nordwestabdachung an [[Ihle]] und [[Tucheimer Bach]]&lt;br /&gt;
** 851 [[Westliche Fläminghochfläche]] (542&amp;amp;nbsp;km²) – Westteil&lt;br /&gt;
** 852 [[Zerbster Land]] (mit [[Leitzkauer Höhen]]; 620&amp;amp;nbsp;km²) – Südwestabdachung an [[Nuthe (Elbe)|Nuthe]] und [[Ehle]] (zur Elbe)&lt;br /&gt;
** 853 [[Zentraler Fläming]] (523&amp;amp;nbsp;km²) – Zentralteil&lt;br /&gt;
** 854 [[Roßlau-Wittenberger Vorfläming]] (628&amp;amp;nbsp;km²) – Südabdachung (zur Elbe)&lt;br /&gt;
** 855 [[Belziger Vorfläming]] (185&amp;amp;nbsp;km²) – zentrale Nordabdachung an der [[Plane (Fluss)|Plane]] (zur Havel)&lt;br /&gt;
** 856 [[Nördliches Fläming-Waldhügelland]] (413&amp;amp;nbsp;km²) – nördlicher Ostteil, zum Flusssystem der [[Nuthe]] (zur Havel) entwässernd&lt;br /&gt;
** 857 [[Östliche Fläminghochfläche]] (526&amp;amp;nbsp;km²) – zentraler Ostteil&lt;br /&gt;
** 858 [[Südliches Fläminghügelland]] (613&amp;amp;nbsp;km²) – Südlicher Ostteil, in der Hauptsache zur [[Schwarze Elster|Schwarzen Elster]] entwässernd&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der aus den Haupteinheiten 851, 853 und 856 bis 858 bestehende Fläming &#039;&#039;im engeren Sinne&#039;&#039; hat – etwa im Norden, nordwestlich von Bad Belzig und im Osten, westlich [[Golßen]]s – zum Teil sehr scharfe Grenzen zu den umgebenden Niederungen. Dort, wo diese Übergänge allmählich stattfinden, spricht man von &#039;&#039;Vor&#039;&#039;fläming. Die Übergänge sind jedoch fließend, und der Roßlau-Wittenberger Vorfläming erreicht auch in Elbnähe noch Höhen um {{Höhe|150|DE-NHN}}. Das sich westlich anschließende Zerbster Land stellt hingegen eine fruchtbare Ackerlandschaft dar und wird von Ministerium für Raumordnung, Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt auch als &#039;&#039;Zerbster Ackerland&#039;&#039; den &#039;&#039;Ackerebenen&#039;&#039; zugerechnet. Lediglich die je inselartigen Leitzkauer Höhen haben hier Hügellandcharakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine landläufig übliche Unterteilung des Flämings ist auch die in den &#039;&#039;Hohen&#039;&#039; Fläming im Westen und den &#039;&#039;Niederen&#039;&#039; Fläming im Osten, wobei als Grenze z.&amp;amp;nbsp;T. die Plane im Norden und die [[Zahnabach|Zahna]] im Süden definiert werden. Danach bestünde der Hohe Fläming aus den Einheiten 850 bis 854 sowie dem Westen von 855 und der Niedere aus dem Osten von 855 und den Einheiten 856 bis 858.&lt;br /&gt;
{{siehe auch|Jerichower Schweiz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hoher Fläming ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Hagelberg B2.JPG|mini|[[Hagelberg]], 200&amp;amp;nbsp;Meter]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hohe Fläming (Mittelpunktkoordinaten: {{Coordinate|text=DMS|NS=52/00//N|EW=12/40//E|type=mountain|elevation=200|region=DE-ST|name=Hoher Fläming}}) ist etwas ausgedehnter als der Niedere Fläming.&lt;br /&gt;
Die höchsten Erhebungen sind:&lt;br /&gt;
* [[Hagelberg]], {{Höhe|200.3|DE-NHN|link=1}}&lt;br /&gt;
* östlich von [[Groß Marzehns]], {{Höhe|189.6|DE-NHN|link=1}} {{Coordinate|text=&amp;lt;small&amp;gt;(51° 59′ 44″ N, 12° 36′ 36″ O)&amp;lt;/small&amp;gt;|NS=51.9956|EW=12.6101|type=landmark|dim=10000|region=DE|name=Ö Groß Marzehns}}&lt;br /&gt;
* am Wasserturm in [[Wiesenburg/Mark|Wiesenburg]], {{Höhe|188.3|DE-NHN}} {{Coordinate|text=&amp;lt;small&amp;gt;(52° 7′ 10″ N, 12° 27′ 15″ O)&amp;lt;/small&amp;gt;|NS=52.1194|EW=12.4543|type=landmark|dim=10000|region=DE|name=Wiesenburg}}&lt;br /&gt;
* Michelsberg bei [[Lutherstadt Wittenberg#Ortsteile|Grabo]], {{Höhe|185|DE-NHN}}, höchste Fläming-Kuppe in Sachsen-Anhalt {{Coordinate|text=&amp;lt;small&amp;gt;(51° 57′ 12″ N, 12° 40′ 11″ O)&amp;lt;/small&amp;gt;|NS=51.9533|EW=12.6698|type=landmark|dim=10000|region=DE|name=Michelsberg}}&lt;br /&gt;
* Windmühlenberge bei [[Coswig (Anhalt)#Eingemeindungen|Göritz]], {{Höhe|170.6|DE-NHN}} – {{Höhe|180.6|DE-NHN}} {{Coordinate|text=&amp;lt;small&amp;gt;(52° 0′ 31″ N, 12° 28′ 3″ O)&amp;lt;/small&amp;gt;|NS=52.0087|EW=12.4676|type=landmark|dim=10000|region=DE|name=Franzosenberg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Nordostrand bei [[Ragösen (Bad Belzig)|Ragösen]] gibt es gebirgsartige Abhänge von mehr als 60&amp;amp;nbsp;m Höhe zur Niederung der Temnitz und 40&amp;amp;nbsp;m Höhe zu den [[Belziger Landschaftswiesen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Niederer Fläming ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Flaeming Skate3 Liessen.JPG|mini|[[Flaeming-Skate]] mit Blick auf den [[Golmberg]], 178&amp;amp;nbsp;Meter]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Niedere Fläming wird südlich durch die Niederung der [[Schwarze Elster|Schwarzen Elster]] und östlich durch die [[Dahme (Fluss)|Dahme]] begrenzt.&lt;br /&gt;
Historisch ist auch die südliche Abgrenzung durch das [[Schweinitzer Fließ]] gebräuchlich, welche allerdings die südlichen Auszüge nicht berücksichtigt.&lt;br /&gt;
Seine höchste Erhebung ist der [[Golmberg]] ({{Höhe|178|DE-NHN}}) bei [[Stülpe]], gefolgt von einer {{Höhe|166.2|DE-NHN}} hohen Stelle {{Coordinate|text=&amp;lt;small&amp;gt;(51° 59′ 54″ N, 13° 26′ 52″ O)&amp;lt;/small&amp;gt;|NS=51.9983|EW=13.4479|type=landmark|dim=10000|region=DE|name=Merzdorf}} bei [[Merzdorf (Baruth/Mark)|Merzdorf]] und {{Höhe|157.3|DE-NHN}} {{Coordinate|text=&amp;lt;small&amp;gt;(51° 59′ 26″ N, 13° 29′ 59″ O)&amp;lt;/small&amp;gt;|NS=51.9905|EW=13.4996|type=landmark|dim=10000|region=DE|name=Groß Ziescht}} bei [[Groß Ziescht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orte ===&lt;br /&gt;
Im Fläming liegen die Städte [[Ziesar]], [[Bad Belzig]], [[Niemegk]], [[Treuenbrietzen]], [[Brück]], [[Jüterbog]], [[Baruth/Mark]], [[Dahme/Mark]], [[Zahna-Elster]], [[Lutherstadt Wittenberg]], [[Möckern]], [[Loburg]] und [[Zerbst/Anhalt]] sowie die Gemeinden [[Wiesenburg/Mark]], [[Rabenstein/Fläming]], [[Niedergörsdorf]], [[Niederer Fläming (Gemeinde)|Niederer Fläming]], [[Ihlow (Fläming)|Ihlow]], [[Gräben]], [[Linthe]], [[Mühlenfließ]], [[Planetal]] und [[Nuthe-Urstromtal]] sowie weiterhin die Verwaltungsgemeinschaften [[Verwaltungsgemeinschaft Coswig (Anhalt)|Coswig]], [[Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Ehle-Nuthe|Elbe-Ehle-Nuthe]], [[Verwaltungsgemeinschaft Möckern-Loburg-Fläming|Möckern-Loburg-Fläming]]. Auf sachsen-anhaltischer Seite haben die Landkreise [[Landkreis Wittenberg|Wittenberg]], [[Landkreis Anhalt-Bitterfeld|Anhalt-Bitterfeld]] und [[Landkreis Jerichower Land|Jerichower Land]], auf brandenburgischer Seite die Landkreise [[Landkreis Potsdam-Mittelmark|Potsdam-Mittelmark]], [[Landkreis Teltow-Fläming|Teltow-Fläming]] sowie, mit einer kleinen Fläche im Norden, der Landkreis [[Landkreis Elbe-Elster|Elbe-Elster]] Anteil am Fläming. Auch die Gemeinde [[Steinreich]] im Westen des Landkreises [[Landkreis Dahme-Spreewald|Dahme-Spreewald]] liegt auf dem Fläming.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die naturräumlichen Grenzziehungen relativ scharf sind, ist eine Abgrenzung der historischen Kulturlandschaft Fläming mit Unsicherheiten verbunden. So reichen seine kulturellen Einflüsse (zum Beispiel Gestaltung und Bauart der Dörfer) bis in das nördlich gelegene Baruther Urstromtal hinein, während sich die Dörfer in unmittelbarer Nähe von Magdeburg meistens nicht dem Fläming zugehörig fühlen. Dennoch stimmt die Kulturlandschaft Fläming in etwa mit der skizzierten Naturlandschaft überein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allgemeiner Landschaftscharakter ===&lt;br /&gt;
Die Landschaft des Fläming ist flachwellig bis [[Hügelland|hügelig]]. Im Hohen Fläming gibt es ein großes zusammenhängendes Waldgebiet mit [[Rodungsinsel]]n. Im übrigen Gebiet wechseln sich große Acker- und Wiesenflächen mit ausgedehnten Wäldern ab. Rund 50 % der Fläche sind landwirtschaftlich und 35 % forstwirtschaftlich genutzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.lbv-brandenburg.de/content/rubrik/59.html |titel=Der Fläming |hrsg=Landesbauernverband Brandenburg e.&amp;amp;nbsp;V. |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20091213004256/http://www.lbv-brandenburg.de/content/rubrik/59.html |archiv-datum=2009-12-13 |abruf=2013-08-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologischer und morphologischer Bau, Böden ==&lt;br /&gt;
=== Aufbauprinzip ===&lt;br /&gt;
Der Fläming verdankt seine Entstehung den wiederholten Vorstößen des Skandinavischen [[Inlandeis]]es während der [[Kaltzeiten]] und wird daher zum allergrößten Teil aus kaltzeitlichen Sedimenten aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festgesteinsvorkommen ===&lt;br /&gt;
Als geologische Besonderheit stehen am südwestlichen Rand des Flämings bei [[Gommern]] geologisch deutlich ältere Gesteine, [[Quarzit]]e aus dem [[Karbon]], an der Erdoberfläche an. Sie wurden dort in mehreren Steinbrüchen abgebaut. Diese Festgesteine tauchen jedoch unmittelbar nordöstlich von Gommern, an den sogenannten „Mitteldeutschen Hauptabbrüchen“, die vom nördlichen Stadtrand Magdeburgs bis nach Wittenberg verlaufen, schnell in große Tiefen ab und spielen für den geologischen Bau des Flämings daher nur eine untergeordnete Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auswirkung der Kaltzeiten ===&lt;br /&gt;
==== Elsterkaltzeit ====&lt;br /&gt;
Auch die ersten Eisvorstöße während der [[Elstereiszeit|Elsterkaltzeit]] hinterließen im Gebiet des heutigen Flämings keinen Höhenzug. Umgekehrt sogar verliefen zwischen der Elster- und der Saalekaltzeit die Flusssysteme der aus Süden kommenden Flüsse nach Norden und querten den damals noch nicht existierenden Fläming. Das damalige Saale-Muldesystem verlief im westlichen Fläming; die Elbe floss etwa von [[Torgau]] ab nach Norden und querte den Niederen Fläming. Die meistens [[sand]]ig bis [[kies]]igen Ablagerungen dieses &#039;&#039;Berliner Elbelaufes&#039;&#039; sind im Untergrund weit verbreitet und bilden heute wichtige [[Grundwasserleiter]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Saalekaltzeit ====&lt;br /&gt;
Erst die beiden Hauptvorstöße des Eises während der [[Saaleeiszeit|Saalekaltzeit]] führten wesentlich zur Formung der heutigen Landschaft. Geologisch wird der Hauptteil des Flämings aus Sedimenten des älteren, des [[Saale-Komplex#Gliederung des Saale-Komplexes|Drenthe-Vorstoßes]] aufgebaut, der noch weit nach Süden bis an die Nordgrenze der Mittelgebirge reichte. Die Ablagerungen des jüngeren Warthevorstoßes sind zwar deutlich geringmächtiger, für die Formung der heutigen Landschaft aber von entscheidender Bedeutung. Da das Eis während des Warthestadiums auf dem Fläming seine südlichste Grenze erreichte und der Eisrand dort mehrfach [[Schwingung|oszillierte]], verlaufen von Ost nach West mehrere nahezu geschlossene [[Endmoräne]]nzüge über das Gebiet. Dort wurden die älteren Sedimente oft gestaucht (gestört). Entsprechend der [[Glaziale Serie|Glazialen Serie]] finden sich südlich dieser Linie vor allem [[Sander]]flächen, die sich in Richtung auf das Breslau-Magdeburg-Bremer Urstromtal abdachen. Es ragen aber auch größere drenthezeitliche [[Grundmoräne]]nareale und ältere Endmoränenreste inselartig aus den Sandern hervor. Nördlich der Endmoränen finden sich entsprechend jüngere warthezeitliche Grundmoränenlandschaften. Der warthezeitliche [[Geschiebemergel]], der die Grundmoränenflächen meist aufbaut, ist aber recht geringmächtig (wenige Meter) und sehr lückenhaft ausgebildet, sodass meistens Sande aus der Vorstoßphase des Eises an der Erdoberfläche anstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weichselkaltzeit ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Grubo Brautrummel2.JPG|mini|[[Brautrummel]] bei [[Wiesenburg/Mark|Grubo]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der jüngsten, der [[Weichseleiszeit|Weichselkaltzeit]] wurde der Fläming nicht mehr vom Eis überfahren. Das Inlandeis erreichte jedoch kurz vor dem Nordrand des Flämings seine maximale Ausdehnung. Es gibt Hinweise, dass das Eis an mehreren Stellen den Fläming sogar erreicht hat, ohne auf diesen weiter vorzustoßen. Dennoch gehört der Fläming zum [[Altmoränenland]]. Während der langen Kaltphase der Weichselkaltzeit bildeten sich typische [[periglazial]]e Formen und Ablagerungen, wie Trockentäler ([[Rummel (Geomorphologie)|Rummeln]]) und [[Windkanter]]. Von großer Bedeutung war die Aufwehung eines [[Löss|Sandlössstreifens]], der sich von Bad Belzig bis Dahme erstreckt und Grundlage für die sehr fruchtbaren Böden dieser Region ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in der ausgehenden Weichselkaltzeit gebildeten [[Binnendüne]]n sind auf dem Fläming ein eher seltenes Phänomen. Ihr Vorkommen beschränkt sich fast ausschließlich auf die Randgebiete zu den umgebenden Niederungen. Eine Ausnahme bildet das Golmberggebiet im Niederen Fläming. Von dort erstreckt sich über etwa 20&amp;amp;nbsp;Kilometer ein ausgedehntes Dünengebiet nach Osten bis in das Baruther Urstromtal hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tätigkeit der Schmelzwässer im Baruther Urstromtal, dem südlichsten und ältesten der drei großen weichselzeitlichen Urstromtäler in Brandenburg, erodierte an einigen Stellen, wie am Südrand der [[Belziger Landschaftswiesen]] und am [[Golmberg]], stark am Flämingnordhang und schnitt bis zu 60&amp;amp;nbsp;Meter aufragende Geländestufen heraus. Gehören die benachbarten Niederungen innerhalb des Urstromtals also bereits zum [[Jungmoräne]]nland der Weichselkaltzeit, zählen der Hohe und der Niedere Fläming noch zur [[Altmoräne]]nlandschaft der Saalekaltzeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Veraltete Anschauungen zur Entstehung des Flämings ===&lt;br /&gt;
In der populärwissenschaftlichen Literatur und im Alltagsgebrauch sind bis heute zwei Theorien zur Entstehung des Flämings weit verbreitet, die mittlerweile als überholt gelten:&lt;br /&gt;
* Der Satz „Der Fläming ist eine Endmoräne“ vereinfacht die Entstehung des Gebietes und wird den Prozessen, die zur Entstehung der heutigen Landschaft führten, nicht gerecht. Vielmehr ist der Fläming ein kaltzeitlich gebildeter Höhenzug, der sowohl [[Grundmoräne]]n, [[Endmoräne]]n als auch [[Sander]] umfasst.&lt;br /&gt;
* Die hin und wieder vertretene These, der Fläming sei [[Tektonik|tektonisch]] angelegt und eher ein [[Bruchtektonik|Bruchschollengebirge]] mit [[Variszische Orogenese|variszischem]] Kern, kann auf Grund von Tiefbohrungen als widerlegt gelten. Die Schichten der [[Kreide (Geologie)|Kreide]] und des [[Tertiär]]s befinden sich sowohl unter dem Fläming als auch in seinem unmittelbaren Umland in gleicher Höhenlage und sind damit ungestört.&amp;lt;ref&amp;gt;Zur These, die auf [[Friedrich Solger]], unterstützt von Dieter Noeske, zurückgeht, siehe beispielsweise: Gut Schmerwitz, Landschaftsästhetisches Hofportrait, Kapitel „Landschaftliche Eigenart“ {{Webarchiv |url=http://www.landleben-ev.de/aesthetik/seiten/haupt/Hofpt/schwt.html |text=(online) |wayback=20100423154115}}; zur Vereisung etc. siehe Literatur &#039;&#039;Atlas zur Geologie von Brandenburg&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verwandte Regionen ===&lt;br /&gt;
Als Teil des [[Südlicher Landrücken|Südlichen Landrückens]] weist der Fläming mit folgenden Landschaften Ähnlichkeiten auf, die ebenfalls im Warthestadium der [[Saaleeiszeit|Saalekaltzeit]] geformt wurden:&lt;br /&gt;
{| align=&amp;quot;right&amp;quot; with=&amp;quot;100%&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Datei:Diorit Findlingsgarten.JPG|mini|Diorit]]&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;&amp;gt;[[Diorit]]&amp;lt;br /&amp;gt;1100 [[Mya (Zeitskala)|mya]]&amp;lt;br /&amp;gt;Herkunft: [[Småland]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| [[Datei:Gabbro Findlingsgarten.JPG|mini|hochkant=0.6|Gneis]]&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;&amp;gt;[[Gneis]]&amp;lt;br /&amp;gt;2000 mya&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| [[Datei:Sandstein Findlingsgarten.JPG|mini|Sandstein]]&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;&amp;gt;[[Sandstein]]&amp;lt;br /&amp;gt;1300 mya&amp;lt;br /&amp;gt;Herkunft: [[Dalarna]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| [[Datei:Rapakiwi Findlingsgarten.JPG|mini|hochkant|Rapakiwi]]&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;&amp;gt;[[Rapakiwi]]&amp;lt;br /&amp;gt;1600 mya&amp;lt;br /&amp;gt;Herkunft: [[Åland]]inseln&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
* [[Harburger Berge]]&lt;br /&gt;
* [[Lüneburger Heide]]&lt;br /&gt;
* [[Drawehn]]&lt;br /&gt;
* [[Altmark]] mit [[Hellberge (Altmark)|Hellbergen]] und [[Colbitz-Letzlinger Heide]]&lt;br /&gt;
* [[Lausitzer Grenzwall|Niederlausitzer Grenzwall]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Anmerkung: Die nebenstehenden Bilder stammen aus dem [[Findlingsgarten]] am Klein Briesener Bach zwischen den Dörfern Klein Briesen und [[Ragösen (Bad Belzig)|Ragösen]], beides Ortsteile von Bad Belzig.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Böden ===&lt;br /&gt;
Auf Grund der Vielgestaltigkeit der kaltzeitlichen Ablagerungen im Fläming sind die daraus entstandenen [[Boden (Bodenkunde)|Bodengesellschaften]] sehr heterogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Information zu den Bodengesellschaften gibt es auf den Internetseiten des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe des Landes Brandenburg [http://www.geo-brandenburg.de/maps/boden/ (online)].&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Ertragsfähigkeit reicht von extrem nährstoffarm und unfruchtbar bis hin zu sehr fruchtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ertragreichsten und fruchtbarsten Böden finden sich im oben erwähnten [[Sandlöss]]gürtel zwischen Bad Belzig und Dahme (Stadt). Auf Karten und Satellitenfotos fällt dieses Gebiet wegen seiner Ackernutzung als auffällig waldloser Streifen auf. Dort herrschen [[Lessivé]]s, meistens in Form der [[Fahlerde]] vor. Diese Böden sind gut mit Nährstoffen versorgt und leicht zu bearbeiten, können aber, vor allem bei Geschiebemergelunterlagerung, vernässen. Es finden sich dann Übergangstypen zwischen Fahlerde und [[Pseudogley]]. Lessivés haben sich auch auf den ebenfalls noch fruchtbaren Geschiebemergelstandorten entwickelt, wobei es dort öfter Übergangstypen zur [[Braunerde]] gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den oberflächig anstehenden Schmelzwassersanden haben sich [[Braunerden]] entwickelt, die mehr oder weniger deutliche Merkmale der [[Podsolierung]] (Sauerbleichung) zeigen. Echte [[Podsol]]e finden sich dort aber nur ganz vereinzelt. Weiter verbreitet, wenn auch dort nicht auf großen Flächen, sind Podsole und Braunerde-Podsole lediglich auf den extrem nährstoffarmen Flugsandflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedingt durch die militärische Nutzung ausgedehnter, meistens sandiger Gebiete, die zur Kappung der ehemals vorhandenen Böden führte, finden sich dort heute junge [[Rohboden|Rohböden]] und Böden mit einem A/C-Profil. Meistens haben sich geringmächtige [[Lockersyrosem]]e und [[Regosol]]e entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Moorboden|Moore]] und Niederungsböden (zum Beispiel [[Gley]]e) spielen auf dem Fläming nur eine untergeordnete Rolle. Sie finden sich allenfalls in den flächenmäßig eher kleinen Talgründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klima ==&lt;br /&gt;
=== Klima ===&lt;br /&gt;
Der Fläming liegt, wie die umgebenden Regionen auch, im Übergangsbereich vom ozeanischen Klima Westeuropas zum kontinentalen Klima Osteuropas. Die klimatischen Unterschiede zu seinem Umland sind gering, jedoch bei bestimmten Wetterlagen deutlich zu spüren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Temperatur ====&lt;br /&gt;
Wärmster Monat ist der Juli mit 17 bis 18&amp;amp;nbsp;°C,&amp;lt;ref&amp;gt;Klimadaten aus M. Hendl (1994): &#039;&#039;Das Klima des Norddeutschen Tieflandes.&#039;&#039; In: H. Liedtke, [[Joachim Marcinek|J. Marcinek]] (Hrsg.): &#039;&#039;Physische Geographie Deutschlands.&#039;&#039; 559&amp;amp;nbsp;S., Gotha, ISBN 3-623-00840-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; kältester der Januar mit −1 bis −2&amp;amp;nbsp;°C. Verglichen mit seinem Umland ist der Fläming auf Grund seiner Höhenlage insgesamt etwas kälter (etwa 1&amp;amp;nbsp;°C). Vor allem im Winter macht sich dies bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bemerkbar, wenn auf dem Fläming schon bzw. noch Schnee liegt, währenddessen das Umland frei davon ist.&lt;br /&gt;
Die Temperaturverteilung zwischen Fläming und Umland kehrt sich jedoch bei wolkenlosen oder -armen [[Strahlungswetter]]lagen um. Dies gilt vor allem in den Übergangsjahreszeiten. Dann fließt gerade wegen seiner relativen Höhenlage die Kaltluft vom Fläming ab und sammelt sich in den umgebenden Niederungen. Diese sind damit deutlich anfälliger gegenüber Früh- und Spätfrösten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Niederschlag ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Hagelberg B9..JPG|mini|Fläming im Oktober-Nebel, Blick vom Hagelberg nach [[Hagelberg#Vorwerk Klein Glien|Klein-Glien]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hohe Fläming empfängt etwa 650&amp;amp;nbsp;mm Niederschlag im Jahr. Die tiefer gelegenen Gebiete sind mit etwa 600&amp;amp;nbsp;bis 550&amp;amp;nbsp;mm trockener. Nördlich und östlich des Hohen Flämings macht sich ein, wenn auch bescheidener, [[Regenschatten]]effekt bemerkbar. Das Baruther Urstromtal empfängt deshalb unter 550&amp;amp;nbsp;mm Niederschlag im Jahr. Auch die höheren Bereiche des Niederen Flämings –&amp;amp;nbsp;annähernd so hoch wie der Hohe Fläming&amp;amp;nbsp;– sind, bedingt durch den Regenschatten, mit etwa 550&amp;amp;nbsp;bis 600&amp;amp;nbsp;mm Jahresniederschlag vergleichsweise trocken. Im westlichen Fläming nahe Magdeburg wirkt sich bereits der ungleich kräftigere Regenschatten des [[Harz (Mittelgebirge)|Harzes]] aus. Diese Regionen erhalten nur unwesentlich mehr als 500&amp;amp;nbsp;mm Niederschlag, vereinzelt sogar darunter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weitere Witterungserscheinungen ====&lt;br /&gt;
Die Höhenlage des Flämings wirkt sich sowohl auf die Wind- als auch auf die Nebelverhältnisse aus. Er ist deutlich windiger und nebelärmer als sein Umland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gewässer ==&lt;br /&gt;
=== Wasserscheide ===&lt;br /&gt;
Über den Fläming verläuft von West nach Ost die regional bedeutende [[Wasserscheide]] zwischen den Gewässern, die nach Süden oder Westen direkt in die Elbe fließen und den Zuflüssen der [[Havel]] und [[Spree]], die nach Norden gerichtet sind. Weiterhin ist der Fläming der wichtigste Bildungsraum für [[Grundwasser]] im östlichen Sachsen-Anhalt und südlichen Brandenburg und besitzt daher auch über sein Territorium hinaus eine große Bedeutung für die Wasserwirtschaft.&lt;br /&gt;
[[Datei:Klein1 Briesener Bach.JPG|mini|Klein Briesener Bach]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fließgewässer ===&lt;br /&gt;
Der Fläming gilt als relativ arm an Fließgewässern. Insbesondere in seinen zentralen Teilen sind die meisten Täler [[Trockental|Trockentäler]], hier [[Rummel (Geomorphologie)|Rummeln]] genannt, die nur in Ausnahmesituationen (z.&amp;amp;nbsp;B. Schneeschmelze über tief gefrorenem Untergrund) Wasser führen. Erst in den tiefer gelegenen Randregionen treten mehr und mehr Fließgewässer auf. Am unmittelbaren Rand des Flämings existieren schließlich zahlreiche Quellregionen und Feuchtgebiete, die aber nur noch bedingt zum Fläming gerechnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fläming wird von folgenden natürlichen Fließen und Bächen zum Flusssystem der [[Havel]] und [[Spree]] entwässert (Reihenfolge von West nach Ost):&lt;br /&gt;
* Bache&lt;br /&gt;
* [[Buckau (Fluss)|Buckau]]&lt;br /&gt;
** [[Riembach]]&lt;br /&gt;
** [[Strepenbach]]&lt;br /&gt;
*** [[Litzenbach]]&lt;br /&gt;
** [[Verlorenwasser (Fluss)|Verlorenwasser]]&lt;br /&gt;
*** [[Briesener Bach]]&lt;br /&gt;
* [[Plane (Fluss)|Plane]] (entspringt im Hohen Fläming und bildet nach wenigen Kilometern dessen östliche Begrenzung)&lt;br /&gt;
** [[Temnitz (Plane)|Temnitz]] (langstreckiger linker Nebenarm der Plane)&lt;br /&gt;
*** [[Bullenberger Bach]] (im Oberlauf Klein Briesener Bach)&lt;br /&gt;
* [[Nieplitz]] (entspringt südlich von Treuenbrietzen)&lt;br /&gt;
* [[Nuthe]] (entspringt südwestlich von Jüterbog)&lt;br /&gt;
* [[Dahme (Fluss)|Dahme]] (entwässert den Ostrand des Flämings, entspringt aber außerhalb)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Direkt in die Elbe münden folgende Gewässer (Reihenfolge von West nach Ost):&lt;br /&gt;
* [[Ihle]] (verlässt den Hohen Fläming bei [[Burg (bei Magdeburg)|Burg]])&lt;br /&gt;
* [[Ehle]] (verlässt den Hohen Fläming bei [[Möckern]])&lt;br /&gt;
* [[Nuthe (Elbe)|Anhalter Nuthe]]&lt;br /&gt;
* [[Rossel (Elbe)|Rossel]] (Mündung bei [[Roßlau (Elbe)|Roßlau]])&lt;br /&gt;
* [[Zahnabach|Zahna]], Grenze zwischen Hohem und Niederem Fläming&lt;br /&gt;
* [[Schweinitzer Fließ]] (über die [[Schwarze Elster]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige der aufgezählten Fließgewässer haben kleinere Zuflüsse oder tragen lokal abweichende Bezeichnungen. Zusätzlich gibt es zahlreiche von Menschenhand angelegte [[Melioration|Entwässerungsgräben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Naturparks ==&lt;br /&gt;
Mit den Naturparks [[Naturpark Hoher Fläming|Hoher Fläming]] und [[Naturpark Nuthe-Nieplitz|Nuthe-Nieplitz]] in Brandenburg und [[Naturpark Fläming|Fläming]] in Sachsen-Anhalt haben derzeit drei [[Großschutzgebiet]]e Anteil an dem Höhenzug. Die Naturparks enthalten wiederum eine Vielzahl besonders geschützter Gebiete. So sind von der Gesamtfläche des Naturparks Hoher Fläming über 90 % als [[Naturschutzgebiet (Deutschland)|Natur-]] oder [[Landschaftsschutzgebiet]] ausgewiesen.&lt;br /&gt;
[[Datei:Flaeming impression1.JPG|mini|Typische flachwellige Fläminglandschaft zwischen [[Preußnitz]] und [[Bad Belzig]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Luette Galgenberg2.JPG|mini|Lichter Wald und Kopfsteinpflaster bei [[Lütte (Bad Belzig)|Lütte]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Raben2 Naturparkzentrum.JPG|mini|Naturparkzentrum „Alte Brennerei“ in [[Raben (Rabenstein/Fläming)|Raben]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Zerbst Francisceum Garten.jpg|mini|[[Francisceum Zerbst|Francisceum]] von 1235 in [[Zerbst/Anhalt|Zerbst]], Garten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Naturpark Nuthe-Nieplitz und &#039;&#039;Kleiner Fläming&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Naturpark Nuthe-Nieplitz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Flächenanteil des &#039;&#039;Naturpark Nuthe-Nieplitz&#039;&#039; am Fläming ist sehr gering, denn er reicht lediglich mit seiner südlichsten Ecke zwischen Treuenbrietzen, Luckenwalde und Jüterbog ein Stück in die Kulturlandschaft des Höhenzugs hinein. Bemerkenswert ist, dass eine Zeitlang das weit im Norden liegende Dreieck, das Nuthe und Nieplitz zwischen [[Stangenhagen]]/[[Schönhagen (Trebbin)|Schönhagen]] und ihrem Zusammenfluss bei [[Gröben (Ludwigsfelde)|Gröben]] bilden, im Volksmund &#039;&#039;Kleiner Fläming&#039;&#039; hieß. Dabei bleibt unklar, wann und warum sich dieser Name für den Winkel, den [[Theodor Fontane|Fontane]] später als [[Stangenhagen#Thümenscher Winkel|Thümenschen Winkel]] bezeichnete, eingebürgert hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Jankowiak, S.&amp;amp;nbsp;10. Die Bezeichnung &#039;&#039;Kleiner Fläming&#039;&#039; hängt möglicherweise damit zusammen, dass die Dörfer Blankensee und Stangenhagen in diesem Winkel über Jahrhunderte bis 1815 eine sächsische Exklave bildeten, siehe Kapitel &#039;&#039;Kurkreis und Grenzverlauf&amp;amp;nbsp;…&#039;&#039;. Zudem erinnern die –&amp;amp;nbsp;für die Niederung untypischen&amp;amp;nbsp;– [[Friedensstadt Weißenberg|Glauer]] Berge im Zentrum des Winkels entfernt an eine Hügellandschaft wie im Fläming.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die von den beiden Flüssen und vom Baruther Urstromtal geprägte Niederungslandschaft entspricht eher nicht den flachwelligen mittelgebirgsähnlichen Merkmalen des Fläming. Allenfalls das naturbelassene [[Naturpark Nuthe-Nieplitz#NSG Forst Zinna Jüterbog-Keilberg|Naturschutzgebiet Forst Zinna Jüterbog-Keilberg]] auf einem 7200 Hektar umfassenden ehemaligen [[Truppenübungsplatz]], das eine der letzten aktiven [[Binnendüne|Flugsanddünen]] im deutschen Binnenland enthält, erinnert im Landschaftsbild an den Höhenzug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Großteil des [[Europäisches Vogelschutzgebiet Nuthe-Nieplitz-Niederung|Europäischen Vogelschutzgebiets Nuthe-Nieplitz-Niederung]] besteht aus dem Naturschutzgebiet Nuthe-Nieplitz-Niederung innerhalb des Naturparks; ein weiterer kleinerer Teil umfasst das westliche Ufer des [[Rangsdorfer See]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Repräsentiert der 62.300 Hektar umfassende Naturpark Nuthe-Nieplitz die Landschaft der mittelbrandenburgischen Platten und Niederungen, sind die beiden anderen Parks charakteristisch für den Höhenzug Fläming.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Naturpark Hoher Fläming (Brandenburg) ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Naturpark Hoher Fläming}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Naturpark Hoher Fläming&#039;&#039; umfasst auf einer Fläche von rund 82.700&amp;amp;nbsp;[[Hektar]] zunächst das Kerngebiet des Höhenzugs um Bad Belzig. Die besonders geschützte Niederung &#039;&#039;&#039;[[Belziger Landschaftswiesen]]&#039;&#039;&#039; im Baruther Urstromtal liegt bereits außerhalb des Höhenzugs, am Nordhang des Fläming, zählt aber administrativ zum selben Naturpark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landschaftswiesen bilden ein in Brandenburg seltenes [[Moor|Durchströmungsmoor]] mit einem Netz naturnaher Bäche um das Fläminghauptfließ Plane. Sie gehören als &#039;&#039;SPA = Special Protection Area&#039;&#039; zum Europäischen [[Vogelschutzgebiet]] &#039;&#039;Unteres Rhinluch, Dreetzer See, Havelländisches Luch und Belziger Landschaftswiesen&#039;&#039; im Schutzgebietsystem [[Natura 2000]]. Neben rund 160 [[Vogelarten]], darunter 110 Wiesenbrütern, bildet das Gebiet eines der letzten deutschen Refugien für die [[Großtrappe]], deren Schutz und Entwicklung sich die [[Baitz#Naturschutzstation Baitz|Naturschutzstation Baitz]] besonders verschrieben hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sind für den Niederen Fläming karge weitläufige Ackerlandschaften typisch, kennzeichnet den Hohen Fläming eine hügelige und waldreiche Landschaft, der mit den Flüssen Plane und Buckau, mehreren Bächen und geschützten Quellgebieten wie dem Dippmannsdorfer Paradies mehrere Wasserläufe entspringen. Einige Gewässer, die den Naturpark durchfließen, sind in Teilbereichen als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Dazu zählen die NSG Verlorenwasserbach, Bullenberger Bach/Klein Briesener Bach und Planetal im Oberlauf des Flusses. Die Besonderheiten der Vegetation spiegeln unter anderem die NSG Werbiger Heide, Krahner Busch, Flämingbuchen oder mit einem [[Traubeneiche]]n-[[Rotbuchenwald|Buchenwald]] das NSG Spring wider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Naturpark Fläming (Sachsen-Anhalt) ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Naturpark Fläming}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das jüngste Großschutzgebiet ist der &#039;&#039;Naturpark Fläming&#039;&#039; in Sachsen-Anhalt, der am 19. Dezember 2005 zum Naturpark erklärt wurde. Die Vorbereitung lag bei dem 2003 gegründeten Naturpark Fläming e.&amp;amp;nbsp;V., zu dessen Trägern unter anderem die Landkreise [[Landkreis Wittenberg|Wittenberg]] und [[Landkreis Anhalt-Bitterfeld|Anhalt-Bitterfeld]] zählen. Das 2006 eröffnete Naturparkzentrum liegt in [[Jeber-Bergfrieden]], einem Dorf auf einem Höhenrücken zwischen dem Tal der [[Rossel (Elbe)|Rossel]] und südlichen [[Nuthe (Elbe)|Anhalter Nuthe]] im südwestlichen Hohen Fläming. Die Gesamtfläche des Parks beträgt 82.425&amp;amp;nbsp;Hektar und entspricht damit fast exakt der Fläche des älteren Bruders Hoher Fläming. Er umfasst im Osten den Sachsen-Anhalter Teil des Niederen Fläming und schließt im Norden auf der Landesgrenze an den Naturpark Hoher Fläming an. Die Städte Wittenberg, [[Coswig (Anhalt)|Coswig]] und Zerbst sind mit ihren [[Historischer Stadtkern|historischen Stadtkernen]] in den Naturpark eingebunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Naturpark Fläming e.&amp;amp;nbsp;V. („Naturpark Fläming/Sachsen-Anhalt“) [http://www.naturpark-flaeming.de/ (online)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit geht auch dieser Naturpark über das geografische Gebiet Fläming hinaus, denn Wittenberg und Coswig liegen zwar am Südrand des Fläming, sind jedoch zumindest mit ihren historischen Stadtkernen geografisch eher dem Elbauengebiet beziehungsweise dem [[Elbe#Urstromtäler|Elbe-Urstromtal]] zuzuordnen. Bei Coswig grenzt der Park zudem an das [[Biosphärenreservat Flusslandschaft Mittlere Elbe|Biosphärenreservat Mittlere Elbe]], das sich entlang des Flusses von Wittenberg bis nach [[Gommern]] zieht und das [[Dessau-Wörlitzer Gartenreich]] mit dem [[UNESCO-Welterbe|UNESCO-Weltkulturerbe]] [[Wörlitzer Park]] umfasst. Mit der Eröffnung des Naturparks ist also ein riesiges Gebiet mit unterschiedlichen Schutzstufen entstanden, das von den Belziger Landschaftswiesen im Norden über den Hohen Fläming bis zur südlichen Elbaue reicht. Und schon wenige Kilometer südöstlich von [[Oranienbaum]] schließt sich an das Biosphärenreservat mit der Heidelandschaft des [[Naturpark Dübener Heide|Naturparks Dübener Heide]] ein weiteres Schutzgebiet an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wölfe ===&lt;br /&gt;
Rund fünf Kilometer südwestlich von Dahme findet sich im Niederen Fläming bei dem Dorf [[Ihlow (Fläming)|Mehlsdorf]] ein Findling mit der Inschrift: {{Inschrift |Text=Am 24. März 1961 wurde im Mehlsdorfer Busch 404&amp;amp;nbsp;m von diesem Stein entfernt in Richtung SSW- ein Wolf erlegt.}} Der letzte freilebende [[Wolf]] (&#039;&#039;Canis lupus&#039;&#039;) im Fläming riss um [[Luckau]], Dahme und Jüterbog seit 1959 Schafe, biss einen Hund tot und zerfetzte ein Rind zur Hälfte. Die Spekulationen der beunruhigten und die Wälder meidenden Bevölkerung über ein großes und gefräßiges Tier bestätigten sich nach seiner Erlegung. Der Wolf wog 70 Kilogramm und maß von der Schnauze bis zur Schwanzspitze 1,85 Meter. Der vereinzelte Einwanderer (die letzten freilebenden Bestände waren bereits um 1850 in Deutschland verschwunden) kam aus der [[Hohe Tatra|Hohen Tatra]], ist präpariert und im Regionalmuseum in Jüterbog ausgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rasmus&amp;amp;nbsp;…, S.&amp;amp;nbsp;138.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen stehen die Chancen für eine dauerhafte natürliche Rückkehr des geschützten Tieres in den dünnbesiedelten Fläming bei gleichzeitig besserer Akzeptanz seitens der Bevölkerung nicht schlecht. 1993 gab das Land Brandenburg einen Managementplan für die Rückkehr der Wölfe in Auftrag. In der [[Muskauer Heide]] am [[Muskauer Faltenbogen]], der den Fläming beziehungsweise den südlichen Landrücken nach dem Lausitzer Grenzwall nach Osten fortsetzt, gibt es heute wieder mehrere heimische Rudel.&amp;lt;ref&amp;gt;Land Brandenburg, Projekt Managementplan für Wölfe in Brandenburg. {{Webarchiv |url=http://www.brandenburg.de/cms/media.php/2338/wmp_1.pdf |text=brandenburg.de |wayback=20131110154321}} (PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 2006 soll in der Nähe von [[Baitz]] ein Wolf aufgetaucht sein, wobei es sich nach einem Augenzeugen auch um einen großen verwilderten Hund gehandelt haben könnte. Im Mai 2006 bestätigte ein Jagdleiter, dass im Bereich um die [[Flemmingwiesen]] und den vorgelagerten [[Golmberg]] ein einzelnes Tier heimisch geworden sein könnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Bericht über die Sichtung bei Baitz: Märkische Allgemeine, 2. Januar 2006 {{Toter Link |date=2016-05-16 |url=http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10621508/60889/2#seitenliste |text=online }}; die Information über die Flemmingwiesen erhielt der Verfasser des Abschnitts von einem Jagdleiter vor Ort.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es im Fläming wieder mehrere Wolfsrudel, darunter eines im [[Truppenübungsplatz Altengrabow]], eines südlich von [[Sperenberg]] und eines nördlich von [[Jüterbog]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.wolfsregion-lausitz.de/verbreitung/verbreitung-in-deutschland |text=Verbreitungsgebiet von Wölfen in Deutschland und Westpolen |wayback=20130411134739}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Naturpark Hoher Fläming#Tiere und Pflanzen|titel1=Abschnitt &#039;&#039;Tiere und Pflanzen&#039;&#039; in Naturpark Hoher Fläming}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische und Siedlungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
=== Überblick ===&lt;br /&gt;
Fast zu allen geschichtlichen Zeiten war der Fläming umstrittenes Grenzland. Zur Zeit der [[Deutsche Ostsiedlung|Deutschen Ostsiedlung]] bildete er lange den Grenzwall zwischen Deutschen und Slawen. Anschließend stellte er den Brennpunkt im Interessengebiet zwischen der [[Mark Brandenburg]], dem [[Bistum Magdeburg|Erzbistum Magdeburg]] und [[Kurfürstentum Sachsen|Kursachsen]] dar. Die heutige Grenzziehung durch den Fläming besteht im Wesentlichen seit dem [[Wiener Kongress]] 1815.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grenzbarriere zwischen Slawen und Deutschen ===&lt;br /&gt;
Mit der ausklingenden Kaltzeit im Weichselspätglazial vor rund 11.500 Jahren bildeten ehemalige Jäger erste feste [[Wohnplatz|Wohnplätze]] im Fläming. Ausgrabungen in der Lutherstadt Wittenberg deuten auf eine Besiedlung des heutigen Stadtgebietes vor rund 10.000 Jahren hin.&lt;br /&gt;
Ein Großstein-[[Hünengrab]] aus der [[Steinzeit]], etwa einen Kilometer südöstlich des heutigen [[Körbelitz]] gelegen, beweist, dass die Gegend bereits vor 6.000 Jahren bewohnt war. Bodenfunde bei Jüterbog belegen um 4000 v. Chr. die Ansiedlung von [[Linienbandkeramik]]ern in der Nuthe-Niederung. Im 3. Jahrtausend v. Chr. formten sich Kulturen mit [[Ackerbau]] und [[Viehzucht]], die handgefertigte [[Keramik]]en und Vorratsspeicher benutzten. Am Platz der [[Burg Eisenhardt]], einem Bergsporn über der damals sumpfigen Niederung des Belziger Bachs, bestand in der [[Bronzezeit]] eine Siedlung. In dieser Zeit, etwa zwischen 1700 und 700 v. Chr., erreichten die Germanen, die im Fläming dem Stamm der [[Semnonen]] (Teilstamm der [[Sueben]]) angehörten, eine erste flächendeckende Besiedlung des Höhenzugs.&lt;br /&gt;
[[Datei:Schloss Mockern.jpg|mini|hochkant|[[Schloss Möckern]] auf dem Standort der ehemaligen slawischen Wasserburg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der [[Völkerwanderung]] verließen im 4./5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. große Teile der germanischen Stämme den Fläming und wanderten Richtung Oberrhein nach [[Schwaben]]. Ab dem 7. Jahrhundert strömten [[Westslawen|westslawische]] Stämme in die [[Lausitz]] und wenig später in den Fläming. Ehemalige [[Wallburg]]en wie in [[Loburg]] aus dem 8.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert oder Orts- und [[Flurname]]n, die auf das [[Westslawische Sprachen|Slawische]] zurückgehen, zeugen von dieser Zeit. Im 10. und 11. Jahrhundert gab es mehrere Versuche, die im Fläming ansässigen [[Heveller]] unter deutsche Herrschaft zu bringen, die jeweils nur kurzzeitig Erfolg hatten und immer wieder, wie beispielsweise am großen mecklenburgisch-brandenburgischen [[Slawenaufstand von 983]], scheiterten. Bis Mitte des 12. Jahrhunderts blieb der Fläming die Grenzbarriere zwischen Deutschen und Slawen. Die slawische Periode endete mit der Gründung der Mark Brandenburg 1157 nach dem Sieg des [[Askanier]]s [[Albrecht I. (Brandenburg)|Albrecht der Bär]] über den Slawenfürsten [[Jaxa von Köpenick]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige südwestliche Landstriche im Fläming hatten die Deutschen bereits vor der Gründung der Mark besiedelt. So stand wahrscheinlich die [[Wenden|wendische]] Siedlung „Mokrianici“ (= &#039;&#039;feuchter Ort&#039;&#039;), das heutige [[Möckern]], schon zum Ende des 9.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts unter deutschem Einfluss. Sicher ist, dass der Ort an dem damals ausgedehnten Sumpfgebiet der [[Ehle]] Mitte des 10. Jahrhunderts eine deutsche [[Burgward]]ei war. Diese Zeit gilt als erste Phase der ostelbischen Herrschaftserrichtung deutscher Feudalherren auf [[Polaben|altsorbischem]] Siedlungsgebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Namensgebung – deutsche Besiedlung und Flamen ===&lt;br /&gt;
Dass der Fläming den Namen nach den [[Flamen|flämischen]] Siedlern erhielt, kann heute als gesichert gelten. Allerdings erhielt er den Namen nicht von den Flamen, und er heißt auch keineswegs seit Jahrhunderten Fläming, vielmehr hat sich der Name erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts für den gesamten heutigen Fläming eingebürgert. Im Mittelalter trug der Höhenzug in weiten Teilen die Bezeichnung &#039;&#039;Sächsischer Grenzwall&#039;&#039;, während der Begriff „Fläming“ um 1500 auf den Jüterboger Raum und westliche Bereiche um [[Burg (bei Magdeburg)|Burg]] und [[Loburg]] beschränkt war. Geografische Schriften und Karten trugen dazu bei, dass der Name sich von dort schrittweise auf immer größere Gebiete ausdehnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der slawischen Besiedlung hieß der Fläming, zumindest im Teil um den heutigen [[Hagelberg]], &#039;&#039;Chabua&#039;&#039;. In einem schriftlichen Vermerk aus dem Jahr 1009 findet sich die Wendung &#039;&#039;cum … Chabua montibus&#039;&#039;, also &#039;&#039;Chabua-Berge&#039;&#039;. Für [[Reinhard E. Fischer]] ist der Name {{&amp;quot; |Text=aus dem slawischen Chabov […&amp;amp;nbsp;abzuleiten und&amp;amp;nbsp;…] bezeichnet Berge, die mit Gestrüpp bewachsen sind, vgl. polnisch chabie ‚Gestrüpp‘, chabina ‚Rute‘. |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Fischer, Neuendorf, Reso&amp;amp;nbsp;… S.&amp;amp;nbsp;20.&amp;lt;/ref&amp;gt;}} Das ihnen fremde Wort &#039;&#039;chabua&#039;&#039; stellten die Siedler aus dem deutschsprachigen und flämischen Raum zum ähnlich klingenden Vogelnamen &#039;&#039;Habicht&#039;&#039; ([[Mittelniederdeutsche Sprache|mittelniederdeutsch]] &#039;&#039;havek&#039;&#039;) und später zu &#039;&#039;Hagel&#039;&#039; um.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon kurz nachdem Albrecht der Bär 1157 die Mark Brandenburg gegründet hatte, riefen er und der Magdeburger Erzbischof [[Wichmann von Seeburg]] in großem Umfang Siedler in die neue Mark. So erhielt Jüterbog 1174 das Stadtrecht, das zweitälteste des heutigen Landes Brandenburg. In dieser Urkunde wird Jüterbog als Mittelpunkt der &#039;&#039;provincia Iutterbogk&#039;&#039; (Land Jüterbog) bezeichnet, als ihr „Ursprung und Hauptort“ &#039;&#039;(exordium et caput)&#039;&#039;. Diese Jüterboger Urkunde gilt als vorbildgebendes „Landesausbauprogramm“ („ad edificandem provinciam Iutterbogk“).&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Winfried Schich]]: &#039;&#039;Stadtwerdung im Raum zwischen Elbe und Oder im Übergang von der slawischen zur deutschen Periode. Beobachtungen zum Verhältnis von Recht, Wirtschaft und Topographie am Beispiel von Städten in der Mark Brandenburg.&#039;&#039; In: Wolfgang H. Fritze (Hrsg.): &#039;&#039;Germania Slavica I.&#039;&#039; (= &#039;&#039;Berliner historische Studien.&#039;&#039; Band 1). Berlin 1980, S.&amp;amp;nbsp;209 Anm.&amp;amp;nbsp;87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albrecht der Bär hatte bereits vor 1157 Gebiete östlich der Oder bis in den Fläming hinein erwerben können, bis sein Herrschaftsgebiet an die [[Zauche]] grenzte, die sein Sohn Otto als Patengeschenk des [[Heveller]]fürsten [[Pribislaw-Heinrich]] erhalten hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Assing: &#039;&#039;Die Anfänge askanischer Herrschaft in den Gebieten östlich der Elbe.&#039;&#039; In: Friedrich Beck, Klaus Neitmann (Hrsg.): &#039;&#039;Brandenburgische Landesgeschichte und Archivwissenschaft.&#039;&#039; Festschrift für [[Lieselott Enders]] zum 70. Geburtstag, 1997, S. 21–35.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Söhne und Enkel Albrechts setzten als [[Markgraf]]en die geschickte Siedlungspolitik zur Stabilisierung der jungen Mark und zum [[Landesausbau]] fort. Die Besiedlung des Fläming vollzog sich in mehreren Schüben, wobei im westlichen Teil und im Jüterboger Raum das Erzbistum Magdeburg die treibende Kraft war und bereits vor 1157 mit der Einwerbung von Siedlern begonnen hatte, während im südöstlichen Teil die Askanier aktiv waren.&lt;br /&gt;
[[Datei:Flaeming2 Tracht.JPG|mini|hochkant|Fläming-Festtagstracht in [[Jüterbog]], vor 1900]]&lt;br /&gt;
Der Erzbischof [[Adalgod von Osterburg]] hatte um 1107 festgestellt: {{&amp;quot; |Text=Die Heiden hier sind übel, ihr Land aber höchst ergiebig an Fleisch, an Honig, an Mehl … an Vögeln. Und wenn es sorgfältig bebaut wird, wird ein solcher Überfluss an allem Wachstum aus der Erde sein, dass kein Land mit ihm verglichen werden kann. Das sagen, die es kennen. Deswegen, ihr Sachsen, Franken, Lothringer, ihr ruhmvollen Flandrer, Bezwinger der Welt, hier könnt ihr Eure Seelen erretten und –&amp;amp;nbsp;wenn ihr wollt&amp;amp;nbsp;– das beste Land zum Siedeln bekommen. |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Carsten Rasmus&amp;amp;nbsp;…, S. 151.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rund 400.000 Menschen strömten im 12. und 13. Jahrhundert nach Osten. Die Siedler kamen insbesondere aus der [[Altmark]], dem Harz, [[Flandern]] und den Rheingebieten in das Land. Der Zuzug führte sehr wahrscheinlich über Magdeburg zuerst in die Loburger und Leitzkauer Region, von dort nach Wittenberg, weiter nach Jüterbog und in der letzten Phase nach Bad Belzig.&lt;br /&gt;
Eine wichtige Rolle spielten die Flamen, die nach verheerenden Sturmfluten im eigenen Land gerne neue Siedlungsgebiete annahmen und mit ihrer Erfahrung im [[Deich]]bau zu den Eindeichungen von Elbe und Havel beitrugen, die in den 1160er Jahren in Angriff genommen wurden. Viele Flamen ließen sich im heutigen Fläming nieder und gaben ihm somit (später und indirekt) den Namen. Bis zur Gegenwart erhielt sich die Fläming-[[Tracht (Kleidung)|Tracht]], die auch heute noch vereinzelt zu Festtagen angelegt wird. Sie ist eine von zwei lebenden Volkstrachten in der Mark Brandenburg. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst auch Teile des südlichen Fläming in Sachsen-Anhalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht ganz gesichert, aber sehr wahrscheinlich, lehnen sich Ortsnamen wie &#039;&#039;[[Brück]] – [[Brügge]]&#039;&#039; oder &#039;&#039;Euper&amp;lt;ref&amp;gt;Euper – Ortsteil von [[Lutherstadt Wittenberg|Wittenberg]]&amp;lt;/ref&amp;gt; – [[Ypern]]&#039;&#039; an flämische Städte an. Die Verbindung vom Fläming nach [[Flandern]] wird auch heute wachgehalten. Im Jahr 2005 beispielsweise fand in Wittenberg eine Ausstellung &#039;&#039;Von Flandern in die Mark – Die Besiedlung des Flämings im Mittelalter&#039;&#039; mit einer Festveranstaltung des deutsch-belgischen Vereins &#039;&#039;Fläming-Flandern&#039;&#039; zur Eröffnung statt. Ein Jahr zuvor hatte es in [[Antwerpen]] unter dem verbindenden Titel &#039;&#039;Oude en nieuwe bruggen – alte und neue Brücken&#039;&#039; eine Ausstellung zum gleichen Thema gegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;Mitteldeutsche Kirchenstraße, Ausstellung Wittenberg 2005 {{Webarchiv |url=http://www.mitteldeutsche-kirchenstrasse.de/home.php?mod=mitteldeutsche_kirchenstrasse&amp;amp;sub=ausstellung_wbg |text=online |wayback=20070928141046}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zankapfel zwischen Sachsen und Brandenburg bis 1815 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Jueterbog Kloster Zinna Kloster 02.jpg|mini|[[Kloster Zinna]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zugehörigkeiten ===&lt;br /&gt;
Zwar hatten der Magdeburger Erzbischof Wichmann und Albrecht der Bär 1157 gemeinsam gegen die Slawen und noch 1166 gemeinsam gegen den Sachsen [[Heinrich der Löwe|Heinrich den Löwen]] gekämpft, dennoch entwickelte sich sehr bald eine Konkurrenz der Askanier in der jungen Mark zum Erzbistum Magdeburg. In dieser Konkurrenz liegt eine der Ursachen für die jahrhundertelangen Auseinandersetzungen um Teile des Fläming.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kloster Zinna – frühe Betonung des Magdeburger Machtanspruchs ====&lt;br /&gt;
Deutliche Verstimmungen zwischen Magdeburg und den Askaniern gab es bereits in den 1160er Jahren. Ausgangspunkt kann das Jahr 1160 gewesen sein, in dem laut [[Lutz Partenheimer|Partenheimer]] den anderen deutschen Fürstentümern und Bistümern vermutlich erstmals bewusst wurde, dass die Askanier im Osten dabei waren, {{&amp;quot; |mit der Mark Brandenburg ein neues, vom Reich weitgehend unabhängiges Fürstentum zu etablieren}}.&amp;lt;ref&amp;gt;Partenheimer S.&amp;amp;nbsp;152, den Gedanken gibt Partenheimer nach [[Helmut Assing]] wieder&amp;lt;/ref&amp;gt; So wird die Klosterstiftung [[Kloster Zinna|Zinna]] bei Jüterbog durch Wichmann 1170, im Todesjahr Albrecht des Bären, in strategischer Hinsicht als erstes sichtbares Zeichen gegen die Territorialbestrebungen der Askanier gewertet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche Warnatsch Seite 26f, Partenheimer S.&amp;amp;nbsp;154, 191.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das flämische Jüterbog, das bereits 1174 als zweitältester Ort des heutigen Brandenburg überhaupt das Stadtrecht erhielt, hatte Albrecht dem Bistum Magdeburg zusammen mit [[Buckau (Buckautal)|Buckau]] und [[Görzke]] als Dank für die Waffenhilfe 1157 überlassen. Die 1180, 10 Jahre nach Zinna folgende Stiftung des [[Kloster Lehnin|Klosters Lehnin]] in der märkischen [[Zauche]] durch Albrechts Sohn, den Markgrafen [[Otto I. (Brandenburg)|Otto&amp;amp;nbsp;I.]], ist machtpolitisch wiederum als Reaktion auf Zinna zu interpretieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kurkreis und Grenzverlauf durch den Fläming ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Sachsen Wittenberg, Grafschaft Brehna, Burggrafschaft Magdeburg - Grenzen.png|mini|Ungefähre Grenzziehung [[Sachsen-Wittenberg]]s um 1423]]&lt;br /&gt;
[[Datei:KarteA Kurkreis.JPG|mini|[[Kurkreis]] 1554–1815&amp;lt;br /&amp;gt;([[Sachsen-Querfurt|Fürstentum Querfurt]] ab 1746 beim Kurkreis)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der westliche Teil des Fläming mit Wittenberg und Belzig blieb bis 1422 in der Hand der Askanier. Dabei übten sie zwischen 1190 und 1298 über die ausgedehnte Belziger Herrschaft der Grafen Baderich, die rund 200 Dörfer umfasste, die Lehnshoheit aus, bevor ihnen auch dieses Gebiet als erledigtes Lehen zufiel. [[Bernhard III. (Sachsen)|Bernhard]], der jüngste Sohn Albrecht des Bären, wurde nach der Ächtung Heinrich des Löwen durch [[Friedrich I. (HRR)|Kaiser Barbarossa]] [[Herzogtum Sachsen (1180–1422)|Herzog von Sachsen]]. Bei seinem Tod 1212 ging ein Teil seines Erbes als Herzogtum [[Sachsen-Wittenberg]] an [[Albrecht I. (Sachsen)|Albrecht&amp;amp;nbsp;I.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Aussterben des Wittenberger askanischen Zweiges 1422 ging das Gebiet an die [[Wettiner]] und 1485 an deren Nebenlinie [[Ernestiner]] mit Sitz in Wittenberg. Mitte des 16. Jahrhunderts formte sich unter dem [[Albertiner]] [[Moritz (Sachsen)|Moritz von Sachsen]] der [[Kurkreis]] ([[Kurfürstentum Sachsen|Kursachsen]]) mit der Hauptstadt Wittenberg, der bis 1815 bestand und Belzig, Brück, Niemegk, Baruth und später auch Jüterbog umfasste. Das für Jahrhunderte stiftsmagdeburgische Jüterbog, das sich im Niederen Fläming nach Osten bis zur Stadt [[Dahme/Mark|Dahme]] erstreckte, bildete im 12. Jahrhundert eine Exklave zwischen den beiden askanischen Besitzungen Mark Brandenburg und Herzogtum Sachsen-Wittenberg. Erst 1635 im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] kam auch dieses Gebiet als Amt Jüterbog zum sächsischen Kurkreis (mit einem Zwischenspiel von 1656 bis 1746 als Teil des [[Sachsen-Querfurt|Herzogtums Querfurt]] der Linie [[Sachsen-Weißenfels]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kursächsische Grenze verlief ähnlich wie schon im Herzogtum Sachsen-Wittenberg von der Elbe zwischen Wittenberg und [[Coswig (Anhalt)|Coswig]] nach Norden, wandte sich im Hohen Fläming ungefähr bei Jeserig nach Nordwesten, bog bei [[Reppinichen]] nach Nordosten und führte teils entlang des [[Klein Briesener Bach]]s/Bullenberger Bachs bis zur Temnitz am [[Golzow (Mittelmark)|Golzower]] Busch, verlief von dort nach Osten quer durch die Belziger Landschaftswiesen, beschrieb den auf Landkarten markanten Nordbogen um Brück herum und führte in einer ziemlich geraden Südlinie vorbei am brandenburgischen Treuenbrietzen. Danach wandte sich die Grenze nach Osten zum Niederen Fläming und umschloss das Baruther Gebiet, eingeschnitten allerdings durch ein brandenburgisches Dreieck mit [[Luckenwalde]] und auch dem Kloster Zinna, das bereits seit 1285 durch Kauf zu Luckenwalde gehörte. Hinzu kam als [[Exklave]] der kleine Landstrich (&#039;&#039;Kleiner Fläming&#039;&#039;) mit [[Stangenhagen]] und [[Blankensee (Trebbin)|Blankensee]] unweit [[Trebbin]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Neuordnung des nachnapoleonischen Europas nach der [[Völkerschlacht bei Leipzig]] auf dem [[Wiener Kongress]] 1814/1815 fielen der zentrale Teil des Hohen Flämings mit dem ausgedehnten Amt Belzig und im Osten Jüterbog an die [[Provinz Brandenburg]], während der größte Teil des Amtes Wittenberg und die weiteren Ämter des Kurkreises an die [[Provinz Sachsen]] gingen, die weitgehend dem heutigen Sachsen-Anhalt entspricht. Seither teilt die Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg, grob umrissen, den Fläming in etwa mittig in Längsrichtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Panorama|Flaeming 1905.JPG|650|Grenzziehung im Fläming 1905; aus der Karte [[Provinz Brandenburg]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einigen Stellen im heutigen brandenburgischen Flämingteil, beispielsweise am Briesener Bach und im Golzower Busch, erinnern alte kursächsische [[Grenzstein]]e an die sächsische Vergangenheit. Zudem enthält das Wappen Bad Belzigs noch heute den kursächsischen Schild. [[Kursächsische Postmeilensäule]]n in Bad Belzig, Brück und Niemegk bilden weitere beredte steinerne Zeugen einer Zeit, in der sich die Bauern zu beiden Seiten der Grenze auch in Friedenszeiten einige feindselige [[Scharmützel]] lieferten. Diebstahlsvorwürfe aus der Zauche an die flämischen „Stoppelsachsen“ jenseits der Belziger Landschaftswiesen waren eine Zeit lang an der Tagesordnung, {{&amp;quot; |Text=was die sächsischen Bauern allerdings nicht hinderte, den preußischen Dörflern jenes Holz zu verkaufen, dass sie selber in den staatlichen Flämingforsten gestohlen hatten. |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jan-Michael Feustel|Jan Feustel]]: &#039;&#039;Zwischen Wassermühlen und Sumpfwäldern…&#039;&#039; 1999, S.&amp;amp;nbsp;164. &#039;&#039;Stoppelsachsen&#039;&#039;, weil die Brandenburger den Sachsen gerne unterstellten, sich allenfalls einmal wöchentlich zu rasieren.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Wiener Kongress und nach ihrer Eingliederung nach Preußen wehrten sich viele ehemals sächsische Fläminger noch einige Zeit als &#039;&#039;Neupreußen&#039;&#039; oder &#039;&#039;[[Musspreußen]]&#039;&#039; mit [[Passiver Widerstand|passivem Widerstand]] gegen die unwillkommene neue Heimat, indem sie beispielsweise kein preußisches Geld akzeptierten. Einige hofften auf eine Rückkehr Napoleons, auf dass er erneut den Kampf gegen den ungeliebten „schwarzen preußischen Vogel“ aufnähme, wie damals kursierende Flugblätter in der Exklave &#039;&#039;Kleiner Fläming&#039;&#039; (Blankensee, Stangenhagen) verdeutlichen:&lt;br /&gt;
[[Datei:Prussia 1701a.JPG|mini|Der schwarze Preußische Vogel]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Warte, schwarzer Vogel, warte, bald kommt wieder Bonaparte.&lt;br /&gt;
Was Du hast gestohlen, wird er uns dann wiederholen.&amp;lt;ref&amp;gt;zitiert nach Jankowiak, S. 73.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schlachten bei Möckern, Hagelberg und Dennewitz 1813 ====&lt;br /&gt;
Mehrere vorentscheidende Gefechte zur Völkerschlacht bei Leipzig, die das Ende des napoleonischen Europas einleiten sollte, hatten im Fläming stattgefunden. Am 5. April 1813 kam es im Jerichower Land zum [[Gefecht bei Möckern]] zwischen den verbündeten preußisch-russischen Truppen und der französischen Armee, das mit einer Niederlage für die Franzosen endete und den erfolgreichen Auftakt des [[Befreiungskriege]]s gegen Napoleon bildete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die napoleonisch-sächsischen Truppen am 23. August 1813 in der [[Schlacht bei Großbeeren]] am Vordringen nach Berlin gehindert worden waren, rückten von Magdeburg französische Truppen zur Unterstützung der geschlagenen Hauptverbände heran und machten am Hagelberg Quartier, wo sie am 27. August 1813 eher zufällig von preußischen Verbänden entdeckt und in der [[Schlacht bei Hagelberg]] aufgerieben wurden. Zwei Denkmäler und verschiedene Informationstafeln erinnern an dieses Gefecht auf der Fläminghöhe, das auch als &#039;&#039;Kolbenschlacht&#039;&#039; oder &#039;&#039;Landwehrschlacht&#039;&#039; in die Geschichte einging. Denn insbesondere die neugeschaffene [[Landwehr (Militär)|Landwehr]] war, unterstützt von [[Preußische Armee|regulären preußischen Verbänden]] und [[Russisches Kaiserreich|russischen]] [[Kosaken]], für die Vernichtung des französischen Korps von 10.000 überwiegend [[Sächsische Armee|sächsischen Soldaten]] bis auf 3000 Mann verantwortlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine noch deutlichere Schwächung erfuhren die napoleonischen Verbände nur wenig später in der [[Schlacht bei Dennewitz]] am 6. September 1813. Im Übergangsbereich des Hohen zum Niederen Fläming stießen südwestlich von Jüterbog bei [[Dennewitz]] und [[Niedergörsdorf]] preußische Truppen (40.000 Mann) unter [[Friedrich Wilhelm Bülow von Dennewitz|Friedrich Wilhelm Freiherr von Bülow]] und [[Bogislav Friedrich Emanuel von Tauentzien|Bogislav Graf von Tauentzien]] auf die französisch/sächsische Armee (70.000 Mann). Trotz der gegnerischen Übermacht entschieden die Preußen die Schlacht für sich und auch hier erinnern verschiedene Denkmäler und Hinweistafeln an das historische Geschehen. Der Obelisk, den [[Karl Friedrich Schinkel]] beisteuerte, ähnelt der gusseisernen Spitze des Nationaldenkmals, das nach seinen Plänen erbaut und am 30. März 1821 zum Gedenken an die Befreiungskriege und [[Schlacht bei Waterloo|Waterloo]] (Belle Alliance) auf dem Berliner [[Kreuzberg (Berlin)|Kreuzberg]] enthüllt worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überdurchschnittlich viele Wüstungen ===&lt;br /&gt;
Viele Dörfer, die im Zuge des Landesausbaus entstanden waren, existieren heute nicht mehr. Der Fläming weist eine außerordentlich hohe Wüstungsdichte&amp;lt;ref&amp;gt;Die Anzahl der Wüstungen wird als „Wüstungsdichte“ bezeichnet und mit Hilfe eines „Wüstungsquotienten“ errechnet. Der Wüstungsquotient gibt an, wie viel Prozent der ursprünglichen Siedlungen wüst gefallen sind.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf, die entgegen vielen Darstellungen weniger in kriegerischen Auseinandersetzungen als vielmehr in wirtschaftlichen Faktoren begründet liegt. Allein im Bereich um Bad Belzig listet [[Reinhard E. Fischer]] rund 75 [[Wüstung]]en auf. Davon lagen rund 25 spätestens 1387, teilweise vermutlich weit früher, wüst. Weitere 25 Dörfer sind 1420/29 als wüst verzeichnet, die zum Teil 1387 noch existent waren, zum Teil aber erstmals gelistet wurden und damit auch weit früher verschwunden sein können. Weitere 20 Dörfer fielen spätestens in der anschließenden Periode bis 1487 wüst. Die Jahreszahlen bezeichnen Nennungen in historischen Quellen und keine geschichtlichen Ereignisse.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fischer&amp;quot;&amp;gt;Fischer, Neuendorf, Reso … S. 9–43.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Ruin2 Stonechurch Dangelsdorf.JPG|mini|Kirchenruine Wüstung [[Dangelsdorf (Görzke)|Dangelsdorf]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Wüstungen vor oder weit vor 1387 sind unter anderem darauf zurückzuführen, dass viele Siedler slawische Standorte übernommen hatten, die sich unter den deutschen Wirtschaftsformen als ungeeignet erwiesen. Ein weiterer Grund lag in den Trockenlegungen und [[Rodung]]en der Urstromtäler und Flussniederungen, die es zunehmend erlaubten, Felder und Dörfer von den kargen Hochflächen in die fruchtbareren Täler zu verlegen. Da sich die [[Melioration]]smaßnahmen über Jahrhunderte (im Baruther Urstromtal bis zur DDR-Zeit) hinzogen, waren sie auch in den folgenden Perioden ursächlich für Wüstungsprozesse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wüstungen vor 1429 werden vielfach mit dem [[Hussiten]]einfall oder mit Zerstörungen der [[Raubritter]] [[Quitzow (Adelsgeschlecht)|von Quitzow]] in Verbindung gebracht. Zumindest hinsichtlich der Wüstung [[Dangelsdorf (Görzke)|Dangelsdorf]] in der Nonnenheide und ihrer Kirchenruine aus dem 14. Jahrhundert sehen die Experten für mittelalterliche [[Feldsteinkirche]]n im Fläming, Engeser und Stehr, eine sehr viel wahrscheinlichere Ursache in der großen [[Pest]]-[[Pandemie]] zwischen 1347 und 1353, die als [[Schwarzer Tod]] in die Geschichte einging, oder im [[Magdalenenhochwasser 1342|Magdalenenhochwasser]] des Jahres 1342, als aus allen deutschen Gebieten Überschwemmungen nie gekannten Ausmaßes gemeldet wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Theo Engeser und Konstanze Stehr, Dangelsdorf (Ruine) (ehem. Dorfkirche) [http://userpage.fu-berlin.de/~engeser/potsdam-mittelmark/dangelsdorf/dangelsdorf.html (online)]&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Wüstung [[Schleesen (Wüstung)|Schleesen]] nördlich von [[Stackelitz]] besteht eine sehr ähnliche, weniger gut erhaltene Kirchenruine aus dem 12.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert. In dieser Wüstung blieben zudem der alte Dorfbrunnen und der Dorfteich erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genannten Daten verdeutlichen, dass der [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährige Krieg]] für die Wüstungsprozesse eine vergleichsweise geringe Rolle spielte. Zwar wurden der Fläming von den Gräueln dieses Krieges hart getroffen und viele Dörfer zerstört, die meisten jedoch konnten im Anschluss wieder aufgebaut werden. Auch unter der oben genannten Zahl von 75 wüsten Dörfern für den Raum Bad Belzig befinden sich einige, die, teils nach Jahrhunderten, unter gleichem Namen wiedererstanden und noch heute bestehen. Manche Siedlungen fielen zweimal wüst, wie beispielsweise der heutige Ortsteil von [[Wiesenburg/Mark|Wiesenburg]] &#039;&#039;Reppinichen&#039;&#039;. Bei seiner Ersterwähnung 1418/1420 lag der Ort bereits brach, wurde ab 1571 neu aufgebaut und fiel im Dreißigjährigen Krieg erneut für längere Zeit wüst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fischer&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Fläming im Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
Die [[Zeit des Nationalsozialismus|nationalsozialistische]] Ideologie fiel im Fläming, der nach der [[Weltwirtschaftskrise]] von hoher Arbeitslosigkeit betroffen war, auf fruchtbaren Boden. Von den Nazis betriebene Maßnahmen wie der Bau der [[Bundesautobahn 9|Autobahn München-Berlin]] und Rüstungsbetriebe in [[Lutherstadt Wittenberg|Wittenberg]] und [[Treuenbrietzen]] schufen Arbeitsplätze und erhöhten die Zustimmung zur [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]]. In der [[Novemberpogrome 1938|Reichspogromnacht]] kam es auch in Belzig und Wittenberg zu Ausschreitungen und zur Demolierung jüdischer Geschäfte. Eine 1934 bei Belzig errichtete Munitionsfabrik, der Roederhof, wurde 1942&amp;amp;nbsp;um ein [[Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialismus|Zwangsarbeiterlager]] und 1943&amp;amp;nbsp;um ein [[KZ-Außenlager Belzig|Außenlager]] des [[KZ Ravensbrück|Frauen-KZ Ravensbrück]] ergänzt. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs gehörte der Fläming zum umkämpften Gebiet. Dabei blieb Belzig von einer Zerstörung verschont, da sich besonnene Bürger durchsetzen konnten und die Stadt kampflos übergaben.&amp;lt;ref&amp;gt;Landesumweltamt Brandenburg, Naturpark Hoher Fläming, Abschnitt &#039;&#039;Landschaft, Kulturlandschaft, 20. Jahrhundert&#039;&#039;. [http://www.grossschutzgebiete.brandenburg.de/np_hf/landschaft_00_08.html (online)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kulturgüter und Kulturgeschichte ==&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
Neben den in diesem Kapitel beschriebenen Stadt- und Dorfkernen, Burgen, Schlössern und Feldsteinkirchen gehören auch Mühlen oder Glashütten zu den bedeutenden Kulturgütern des Flämings. Diese und weitere technische Denkmäler sind im Kapitel &#039;&#039;[[#Wirtschaft und Wirtschaftsgeschichte|Wirtschaft und Wirtschaftsgeschichte]]&#039;&#039; angeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Land der Reformation ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wittenberg-1536.jpg|mini|[[Lutherstadt Wittenberg|Wittenberg]] zur Zeit der [[Reformation]] mit dem Fläming im Hintergrund]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lucas Cranach d.Ä. - Gregor Brück, 1533 (Germanisches Nationalmuseum).jpg|mini|links|hochkant|[[Gregor Brück]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:PhilippMelanchthon.jpg|mini|hochkant|[[Philipp Melanchthon]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Anonymous - Martin Luther (1483-1546) - GG 845 - Kunsthistorisches Museum.jpg|mini|links|hochkant|[[Martin Luther]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weltberühmten [[Reformation]]sstätten im südlich benachbarten Wittenberg,&lt;br /&gt;
das [[Augusteum und Lutherhaus Wittenberg|Lutherhaus]], das [[Melanchthonhaus Wittenberg|Melanchthonhaus]], die [[Stadtkirche (Wittenberg)|Stadt-]] und [[Schloss Wittenberg|Schlosskirche]] sind als Luthergedenkstätten seit 1996 Teil des [[UNESCO-Welterbe|Weltkulturerbes]] der [[UNESCO]]. Doch nicht nur die Wirkungsstätten [[Martin Luther]]s und [[Philipp Melanchthon]]s weisen den Fläming als frühen Schauplatz der Reformation aus. Orte der Entwicklungen waren beispielsweise auch Jüterbog im Kanzelkrieg und bei den Jüterboger Religionsgesprächen oder der Golmberg. Beim [[Golmberg#Überfall in der Golmheide|Überfall in der Golmheide]] soll Hans von [[Hake (Adelsgeschlechter)|Hake]], der im Schloss zu [[Nuthe-Urstromtal|Stülpe]] saß, dem [[Papst|päpstlichen]] [[Ablass]]händler [[Johann Tetzel]] seine Geldkassette (&#039;&#039;Tetzelkasten&#039;&#039;) mit der höhnischen Bemerkung entrissen haben, schließlich habe er sich zuvor mit einem Ablassbrief von dieser Untat freigekauft. Wenn dieses Ereignis auch sehr wahrscheinlich in das Reich der [[Legende]] gehört, da Hans von Hake erst 1537 das Schloss Stülpe kaufte, erinnert noch heute die Tetzeleiche an diese oft erzählte und auch von Fontane und [[Willibald Alexis]] wiedergegebene Geschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tetzels Jüterboger Satz &#039;&#039;Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele vom Fegefeuer in den Himmel springt&#039;&#039; beantwortete Luther 1517 mit den [[95 Thesen]], die Tetzel anschließend in Jüterbog öffentlich verbrannte. Im „Kanzelkrieg“ von 1519 bekam [[Franz Günther (Theologe)|Franz Günther]], der erste Theologe, der unter Luther [[Promotion (Doktor)|promoviert]] hatte, in Jüterbog Redeverbot und wurde durch [[Thomas Müntzer]] ersetzt, den die Jüterboger [[Franziskanische Orden|Franziskaner]] in einer Anzeige beim Brandenburger Bischof erstmals in der deutschen Sprache als „[[Evangelisch-lutherische Kirchen|Lutheraner]]“ bezeichneten. 1547 plünderten Spanische Soldaten im Rahmen des [[Schmalkaldischer Krieg|Schmalkaldischen Krieges]] Dörfer im Niederen Fläming aus. Ein Jahr später fanden die Jüterboger Religionsgespräche unter Teilnahme Philipp Melanchthons statt. Im Folgejahr berieten [[Moritz (Sachsen)|Moritz von Sachsen]], [[Joachim II. (Brandenburg)|Joachim&amp;amp;nbsp;II. von Brandenburg]], [[Georg III. (Anhalt-Dessau)|Georg&amp;amp;nbsp;III. von Anhalt]], Melanchthon, [[Johannes Agricola|Agricola]] und andere an gleicher Stelle, &#039;&#039;was mit gutem Gewissen den [[Papist]]en könne nachgegeben werden, um Beschwerung zu vermeiden&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Luther und Melanchthon waren viele weitere bedeutende Köpfe aus der Region an der Erneuerungsbewegung des [[Christentum]]s beteiligt. Der Politiker und sächsische Kanzler [[Gregor Brück]] beispielsweise, der sogenannte Reformationskanzler, begleitete die [[Wittenberger Bewegung]] von 1521, die als Ausgangspunkt zur Ausbreitung der Reformation gilt und wurde zu einem der engsten Berater Luthers und Melanchthons. Der in Dahme gebürtige Theologe [[Georg Buchholzer]] unterstützte den [[Kurfürst]]en [[Joachim II. (Brandenburg)|Joachim&amp;amp;nbsp;II.]] bei der Durchführung der [[Reformation]] in [[Brandenburg]]. Zudem wirkte er 1540 bei der Ausarbeitung der Brandenburgischen Kirchenordnung mit. Ein weiterer bedeutender Gelehrter war der 1499 in [[Ziesar]] am Flämingrand geborene [[Johannes Aepinus]], über den [[Valentin Ernst Löscher]] 1719 urteilte: &#039;&#039;Ein großer Mann zu seiner Zeit, und einer von den besten und treuesten Werkzeugen der Reformation&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Zeugnissen in der Lutherstadt Wittenberg erinnern Tetzelkästen in Jüterbog und Dahme an die Zeit. In Bad Belzig befindet sich über dem Turmportal ein Stein, der auf eine Predigt Luthers im Jahr 1530 hinweist. Auch die Stadt [[Zerbst/Anhalt|Zerbst]], die erste reformierte Stadt nach Wittenberg, besuchte Luther mehrfach. Unter der &#039;&#039;Lutherlinde&#039;&#039; vor der [[St. Marien (Treuenbrietzen)|Treuenbrietzener Marienkirche]] soll Luther angeblich gepredigt haben, als ihm die Kirche verschlossen blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nebenstehenden Porträts von Brück, Melanchthon und Luther zeichnete sämtlich der Maler [[Lucas Cranach der Ältere]], der gleichfalls zur Reformationszeit in Wittenberg lebte und Luther und Melanchthon freundschaftlich verbunden war. In seiner Druckerei im [[Cranachhöfe Wittenberg|Cranachhof]] hatte er unter anderem die 95 Thesen, den ersten Teil der [[Lutherbibel]], Luthers Tischreden und zahlreiche Holzschnitte gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in Wittenberg versammelten Erneuerer des Christentums blieben bei allem neuen Denken in vielen Fragen dem Geist des 16. Jahrhunderts verhaftet und gingen nicht so weit, beispielsweise die jahrhundertealten antijudaistischen Vorurteile abzulegen oder den Druck der Wittenberger [[Judensau]] zu verhindern. Ganz im Gegenteil griff Luther den Begriff auf und verhöhnte in seiner Schmähschrift von 1546 die [[Rabbiner|rabbinische]] [[Exegese|Schriftexegese]] und den jüdischen Glauben. [[Martin Luther und die Juden|Luthers Judenfeindlichkeit]] gipfelte in antijudaistischen Pamphleten und Sätzen wie &#039;&#039;Wenn ich könnte, wo würde ich ihn [den Juden] niederstrecken und in meinem Zorn mit dem Schwert durchbohren.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Martin Luther]], siehe auch [[Judensau]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Und wenn sich Luther auch nicht selbst als [[Hexenverfolgung#Luthers Haltung zur Hexenverfolgung|Hexenjäger]] betätigte, so glaubte er ebenso wie [[Johannes Calvin]] an die Möglichkeit des [[Teufelspakt]]es oder die [[Teufelsbuhlschaft]] und befürwortete die Todesstrafe für vermeintliche Schadenszauberei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gebaute Kultur ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Treuenbrietzen historische Häuser.JPG|mini|[[Treuenbrietzen]], Mitglied in der [[Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Städte und Dörfer ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Seyda Amtshaus.jpg|mini|links|hochkant|Amtshaus [[Seyda]] von 1605]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;siehe auch Hauptartikel [[Lutherstadt Wittenberg#Sehenswürdigkeiten und Kultur|Lutherstadt Wittenberg → Kultur- und Sehenswürdigkeiten]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* {{Hauptartikel|Zerbst/Anhalt#Sehenswürdigkeiten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Flämings liegt die [[Mittelstadt]] Wittenberg mit rund 48.000 Einwohnern und zahlreichen Erinnerungsorten zur Reformation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Fläming selber gibt es nur [[Kleinstadt|Kleinstädte]]. Die größte davon ist die ehemalige Universitäts- und Residenzstadt [[Zerbst/Anhalt|Zerbst]] mit 16.000 Einwohnern.&lt;br /&gt;
Jüterbog hat 13.000 Einwohner, Bad Belzig rund 12.000. Nach Bad Belzig folgen Treuenbrietzen mit 9000, Möckern mit 7000, Dahme mit 6000 und Baruth mit 5000 Einwohnern. [[Landstadt|Landstädte]] wie Niemegk, Ziesar und Zahna verfügen über rund 3000 und Loburg über 2000 Bewohner. Der Fläming ist überaus siedlungsarm. [[Grimme (Zerbst)|Grimme]], eine der am [[Bevölkerungsdichte|dünnsten besiedelten Gemeinden]] in Deutschland, liegt im Fläming. Hier kommen 176 Einwohner auf 28,77&amp;amp;nbsp;km², was einer Bevölkerungsdichte von 5,31&amp;amp;nbsp;Einwohnern/km² entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Historischer Stadtkern|Historische Stadtkerne]] wie in Bad Belzig, Dahme, Jüterbog, Treuenbrietzen, Zerbst, Zahna und Wittenberg, barocke Siedlungsviertel wie in Kloster Zinna und typische märkische Kleinstädte, [[Angerdorf|Angerdörfer]], [[Rundling]]e, [[Dreiseithof|Dreiseit-]] und [[Vierseithof|Vierseithöfe]] prägen die urbane und ländliche Wohnkultur des Landstrichs. Hohe Stadtmauern, trutzige Stadttore und schmucke Rathäuser oder Amtshäuser wie in [[Seyda]], [[Niemegk]] und vor allem [[Dahme (Fluss)|Dahme]] bilden steinerne Zeugen der Kulturgeschichte.&lt;br /&gt;
[[Datei:Dahnsdorf church1.JPG|mini|hochkant|Vierzügige [[Dorfkirche Dahnsdorf|Kirche in Dahnsdorf]], Ende 12./Anfang 13. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Hohengoersdorf Church.jpg|mini|[[Dorfkirche Hohengörsdorf|Kirche in Hohengörsdorf]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dorfkirchen ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Liste der Feldsteinkirchen im Fläming}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typische Bauten für den Fläming und seine Randgebiete sind die spätromanischen [[Feldsteinkirche]]n, die zu einem großen Teil aus der ersten Hälfte des 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts stammen, also auf die frühe Siedlungsperiode und den Landesausbau zurückgehen. Das Baumaterial lieferte die kaltzeitlich geprägte Landschaft durch die auf den Feldern liegenden [[Feldstein (Baumaterial)|Feldsteine]]. Die Feldsteine wurden in Abstimmung mit den Feldarbeitern von den Äckern mit Wagen zur Baustelle, der Dorfkirche, gebracht und dort mehr oder weniger sorgfältig behauen (gequadert). Die Steinmetzkosten stellten den größten Kostenfaktor dar. Die Fahrten der Wagen fielen im Rahmen der Ackerbestellung ohnehin an. Die [[Dorfkirche Grubo|Gruboer Kirche]] bei Wiesenburg, die nicht zu den größten Bauten zählt, besteht aus 7800 Steinen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rasmus …, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Grundrissform reichte von der einteiligen rechteckigen Saalkirche wie im [[Niedergörsdorf]]er Ortsteil [[Dorfkirche Dalichow|Dalichow]] bis zum vierfach gestaffelten Grundriss mit dem [[Kirchenschiff|Schiff]], einem [[Kirchturm|Turm]] in Form eines schiffsbreiten querrechteckigen „[[Westbau#Märkischer Westbau|Querriegels]]“, dem [[Chor (Architektur)|Chor]] und der [[Apsis]], wie z.&amp;amp;nbsp;B. in den [[Planetal]]er Ortsteilen [[Dorfkirche Dahnsdorf|Dahnsdorf]] und [[Dorfkirche Mörz|Mörz]]. Die Art und Ausführung der Bauten hing von der Höhe des Ernteertrags der Dörfer ab.&lt;br /&gt;
Besonders schöne und beeindruckende Beispiele bieten die Bauten in den Dörfern und heutigen Belziger Ortsteilen [[Dorfkirche Borne|Borne]], [[Dorfkirche Lübnitz|Lübnitz]] und [[Dorfkirche Kuhlowitz|Kuhlowitz]] sowie im Wiesenburger Ortsteil [[Dorfkirche Grubo|Grubo]]. In [[Leetza]] zwischen Zahna und [[Seyda]] steht eine denkmalgeschützte [[Dorfkirche Leetza|Kirche]] aus einfacher Halle mit Turm aus dem 12.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert. Zu den ältesten Gotteshäusern zählt ferner die [[Dorfkirche Seehausen (Niedergörsdorf)|Feldsteinkirche in Seehausen]] aus der ersten Hälfte des 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kommen im flämischen Teil von Sachsen-Anhalt auch einige Kirchen aus [[Bruchstein]]en, wie beispielsweise die [[Dorfkirche Wallwitz|Kirche in Wallwitz]] an der Ehle, die in die gleiche Entstehungsperiode fallen und die gleiche Baustruktur aufweisen. Neben den Dorfkirchen aus Feld- und Bruchstein gibt es weitere architektonische Kostbarkeiten wie die gotische Hallenkirche aus dem 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert in Jüterbog, die [[Kloster Zinna (Jüterbog)|Klosterkirche Zinna]], die Gotteshäuser in [[St. Marien (Bad Belzig)|Bad Belzig]], [[Stadtkirche Lutherstadt Wittenberg|Wittenberg]] und Zerbst, die Kirchen [[St. Laurentius (Loburg)|St. Laurentius]] und [[Unser Lieben Frauen (Loburg)|Unser Lieben Frauen]] in Loburg oder auch das [[Hospital zum heiligen Geist (Zahna)|Stift zum Heiligen Geist]] in [[Zahna]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die im Kapitel über die Wüstungsprozesse bereits erwähnte und abgebildete Kirchenruine in [[Dangelsdorf (Görzke)|Dangelsdorf]] besteht aus Feldsteinen, die mit ihren Resten im Originalzustand wertvolle Anhaltspunkte zu den frühen Kirchenkonstruktionen in der Mark Brandenburg liefert, da viele Bauten nachträglich umgebaut oder erweitert wurden. In der einschlägigen Literatur findet sich daher gelegentlich der vergleichende Kirchenbegriff &#039;&#039;Typ Dangelsdorf&#039;&#039;, wie beispielsweise bei der zeitlichen Einordnung der [[Dorfkirche Gömnigk|Gömnigker Kirche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commons|Naturpark Hoher Fläming#Mediaeval stone churches / Mittelalterliche Feldsteinkirchen|Galerie der Feldsteinkirchen im Naturpark Hoher Fläming|audio=0|video=0}}&amp;lt;!-- gehört hier eigentlich nicht hin siehe [[Vorlage:Commons]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commons|Naturpark Fläming#Mediaeval stone churches / Mittelalterliche Feldsteinkirchen|Galerie der Feldsteinkirchen im Naturpark Fläming|audio=0|video=0}}&amp;lt;!-- gehört hier eigentlich nicht hin siehe [[Vorlage:Commons]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Burgen ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Belzig 1626.JPG|mini|[[Bad Belzig]] und [[Burg Eisenhardt]] um 1626]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Burgen [[Burg Eisenhardt|Eisenhardt]], [[Burg Rabenstein (Fläming)|Rabenstein]] und [[Schloss Wiesenburg (Brandenburg)|Schloss Wiesenburg]] liegen nur wenige Kilometer voneinander getrennt und gaben dem zentralen Fläming den Namen &#039;&#039;Drei-Burgen-Land&#039;&#039;. Die [[Burg]] der „Perle des Hohen Flämings“, [[Wiesenburg/Mark|Wiesenburg]], wurde 1730 zu einem prunkvollen Schloss umgebaut, das mit dem [[Landschaftsschutzgebiet|landschaftsgeschützten]] Schlossgarten zu den meistbesuchten Flämingstätten zählt. Am Torhaus und am [[Bergfried]] lässt sich die ehemalige Burg gut erkennen.&lt;br /&gt;
Die Belziger Burg Eisenhardt, als typische [[Spornburg]] auf einem [[Bergsporn]] gelegen, geht in ihrer heutigen Form auf die Jahre 1423/1425 zurück und beherrschte im Mittelalter die [[Handelsstraße]] Wittenberg-Belzig. Auch die umfassend restaurierte mittelalterliche Burganlage Rabenstein auf dem 153&amp;amp;nbsp;Meter hohen Steilen Hagen bei [[Raben (Rabenstein/Fläming)|Raben]] spielte im Grenzland Sachsen-Brandenburg eine wichtige strategische Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Schlosswendgräben.jpg|mini|[[Schloss Wendgräben]]]]&lt;br /&gt;
Neben diesen drei zentralen wachten weitere Burgen über das Land. Erhalten blieben beispielsweise die Bischofsresidenz [[Burg Ziesar]] am nordwestlichen Flämingrand, die [[Wasserburg]] [[Roßlau (Elbe)|Roßlau]] in der Elbaue oder die Burg [[Stadt Lindau|Lindau]] oberhalb der Anhalter Nuthe. Eine weitere Burg befand sich in [[Möckern]], deren Bergfried aus Feldsteinen heute zum [[Schloss Möckern]] gehört. An der Gestaltung des Schlossparks nach dem Vorbild [[Englischer Landschaftspark|englischer Landschaftsgärten]] war der Gartenarchitekt [[Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff]] beteiligt. In [[Loburg]] lag bereits im 8.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert eine slawische [[Wallburg]], die im 10. Jahrhundert zu einer deutschen Grenzburg umgewandelt und bereits 983 während des Slawenaufstandes wieder zerstört wurde. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtete der Burggraf von Lubborch eine neue Burg in der Kleinstadt im Westfläming, von der heute noch der Burgward steht. Die Loburg sicherte die beiden Heer- und Handelsstraßen, die aus Richtung [[Burg (bei Magdeburg)|Burg]] und Brandenburg nahe der Veste am Oberlauf der Ehle zusammenliefen und weiter nach Zerbst führten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von dem ehemaligen &#039;&#039;Castrum et opidum&#039;&#039; [[Grabow (Möckern)|Grabow]] im [[Landkreis Jerichower Land|Jerichower Land]], das bereits 946 urkundlich aufgeführt ist, finden sich nur noch Ruinenreste am [[Herrenhaus (Gebäude)|Herrenhaus]]. Der Name des Ortes [[Hundeluft]] im Tal der Rossel geht sehr wahrscheinlich darauf zurück, dass die Herren einer 1280 erstmals erwähnten späteren Raubritterburg hier ihren Hunden Auslauf gewährten – aus „Hundelauf“ wurde „Hundeluft“. In [[Zahna]], einer der ältesten Fläming-Städte, lag ein weiterer slawischer Burgwall, der einer –&amp;amp;nbsp;gleichfalls nicht erhaltenen&amp;amp;nbsp;– deutschen Burg wich. Die Burg sollte das zu dieser Zeit bedeutende Wirtschafts- und Verwaltungszentrum sichern. Eine Quelle aus dem Jahr 1189 bezeichnet Zahna als Burgwardhauptort.&amp;lt;ref&amp;gt;Verwaltungsgemeinschaft Zahna informiert, S.&amp;amp;nbsp;4 {{Webarchiv |url=http://img.wekacityline.de/pdf/06895.pdf |text=img.wekacityline.de |wayback=20070927233310}} (PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schlösser und Herrenhäuser ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Kropstaedt castle.jpg|mini|Schloss [[Kropstädt]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Woltersdorf 1750.jpg|mini|[[Gut Woltersdorf]] 1750, Zeichnung von Anco Wigboldus]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Klein Glien4.JPG|mini|Gutshaus [[Hagelberg#Vorwerk Klein Glien|Klein-Glien]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Luebnitz1 church.JPG|mini|[[Dorfkirche Lübnitz|Feldsteinkirche in Lübnitz]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wallwitzkirche.jpg|mini|Bruchsteinkirche &#039;&#039;St.-Timothei&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;in [[Wallwitz (Möckern)|Wallwitz]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur das Renaissanceschloss Wiesenburg aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, das Schloss Möckern oder das historische Ensemble in Zerbst zählen zu den Perlen des Flämings, sondern auch Anlagen wie das im Stil englischer Landhäuser gehaltene [[Schloss Wendgräben]] in [[Zeppernick]], das der Mitbegründer des [[Deutscher Werkbund|Deutschen Werkbundes]] [[Hermann Muthesius]] 1910 geplant hatte. Muthesius schien dem Bauherrn Hans Waldemar von Wulffen besonders geeignet, seine Vorstellungen eines englischen Herrenhauses umzusetzen, da sich Muthesius in seinem Hauptwerk &#039;&#039;[[Das englische Haus]]&#039;&#039; gegen den [[Historismus]] und den [[Jugendstil]] wandte. Den stilgerechten Park steuerte der [[Landschaftsarchitekt|Gartenarchitekt]] [[Walter von Engelhardt]] bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landschaftsplaner und spätere königliche General-Gartendirektor [[Peter Joseph Lenné]] entwarf 1838 den Schlossgarten für das barocke [[Schloss Baruth]], das spätestens 1775 fertiggestellt worden war und in dem die fürstlich-gräfliche Familie zu [[Solms-Baruth]] residierte. Von den ursprünglichen Schlossanlagen blieb lediglich das derzeit verfallende &#039;&#039;Frauenhaus&#039;&#039; erhalten, während das sogenannte &#039;&#039;Neue Schloss&#039;&#039; auf ein barockes Gartenhaus zurückgeht und der &#039;&#039;Kopfbau&#039;&#039; in den Jahren 1912/13 hinzukam. Der restaurierte Schlosspark konnte bis heute den Lennéschen Charakter bewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem Park liegt auch das Schloss [[Kropstädt]], das 1850 auf dem Gelände der ehemaligen Wasserburg Liesnitz gebaut wurde. Die Wasserburg war 1358 von den Wittenbergern gestürmt und zerstört worden, da ihre [[Raubritter]] die Handelsstraße Berlin-Leipzig bedrohten. Das Schloss beherbergt ein Bildungszentrum und Hotel und ist noch heute von einem Wassergraben umgeben. Es ist malerisch in die benachbarte Landschaft eines ausgedehnten [[Biber]]schutzgebietes an einem der Quellbachtäler der Zahna eingebettet. Vom Schlossturm bietet sich ein Blick über das Tal und den zur Elbaue auslaufenden Fläming. Regionalgeschichte schrieb das Gut [[Nudersdorf]], auf dem das [[Schloss Nudersdorf]] aus dem 18. Jahrhundert steht. Denn das Gut am Rischebach nördlich von Wittenberg hatte sehr wahrscheinlich der sächsische Kanzler und Luthervertraute Gregor Brück anlegen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1564 bis zur Enteignung im Jahr 1945 konnte die Familie von Münchhausen ihr Renaissanceschloss auf einem südwestlichen Hochplateau des Flämings in [[Leitzkau]] halten, das auf ein [[Prämonstratenser]]kloster aus dem 12.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert zurückgeht. Das nach der Reformation in eine Schlossanlage verwandelte Stift bildet nach Wiederaufbauarbeiten in den 1990er Jahren ein architektonisches Gesamtensemble aus dem Hobeckschloss, dem Neuhaus und der Schlosskirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rund zwei Kilometer unterhalb der westlichsten Flämingerhebung, dem 68 Meter hohen &#039;&#039;Spitzen Berg&#039;&#039;, lag in [[Woltersdorf (Biederitz)|Woltersdorf]] bei Magdeburg das ausgedehnte [[Gut Woltersdorf|Landgut Woltersdorf]] mit einem großzügigen Herrenhaus aus dem Jahr 1744. Das Gutshaus derer [[Alvensleben (Adelsgeschlecht)|von Alvensleben]] ist allerdings nur noch mit einem kleinen Rest vorhanden. Ein restauriertes und denkmalgeschütztes Herrenhaus befindet sich unterhalb des Hagelbergs in [[Hagelberg#Vorwerk Klein Glien|Klein-Glien]] auf dem gleichnamigen Gut. Weitere Herrenhäuser oder repräsentative Gutshäuser gibt es beispielsweise in [[Hagelberg#Hagelberg|Hagelberg]] oder im Wiesenburger Ortsteil Schmerwitz. In [[Loburg]] finden sich mit dem Wulffenschen Gutshaus aus dem Jahr 1773 und dem Barbyschen Gutshaus (nach 1660) gleich zwei Landhäuser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Liste von Burgen und Schlössern in Sachsen-Anhalt|Liste von Burgen, Schlössern und Herrenhäusern in Berlin und Brandenburg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ausgewählte Teilregionen und Ensembles ====&lt;br /&gt;
===== Ländeken Bärwalde, Dahme und Umland =====&lt;br /&gt;
Das Schloss Bärwalde im Südosten des Niederen Fläming war Zentrum des alten Herrschaftsgebiets im &#039;&#039;Ländeken Bärwalde&#039;&#039;, das heute zur Großgemeinde [[Niederer Fläming (Gemeinde)|Niederer Fläming]] gehört. Das Ländeken gehörte seit dem 15. Jahrhundert als Exklave zu Brandenburg. Das Bärwalder Schloss ging aus einer umgebauten deutschen Burg hervor, eine slawische Wallburg befand sich in unmittelbarer Nähe. Das Schloss ist fast vollständig abgetragen und nur der verwitterte 700-jährige Burgturm aus [[Raseneisenstein]] auf einem Hügel über dem Schweinitzer Fließ blieb erhalten. Rund drei Kilometer nordwestlich folgt in einem Ortsteil von [[Schönewalde]] das erhaltene barocke Herrenhaus Ahlsdorf von 1709, das Lebensmittelpunkt von [[Georg von Siemens]] war. Hier liegt die Erbbegräbnisstätte derer von [[Siemens (Unternehmerfamilie)|Siemens]] aus dem Jahr 1879, die in den 1990er Jahren restauriert wurde. Den Schlosspark im Stil englischer Landschaftsgärten schmückt ein reich verziertes hölzernes Teehaus.&lt;br /&gt;
[[Datei:Schloss Schmerwitz2.JPG|mini|Schloss Schmerwitz bei [[Wiesenburg/Mark|Wiesenburg]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landarbeiterhaeuser1 Schmerwitz.JPG|mini|Sanierte Landarbeiterhäuser (Aktivistenhäuser) in Schmerwitz, gebaut nach 1945]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das literarische Zentrum des Flämings, das [[Schloss Wiepersdorf]], gehört zum Ländeken Bärwalde (zu Wiepersdorf siehe [[#Wo der Park mit dem Wald schläft – Wiepersdorf|unten]]). Die Stadt Dahme an der Ostgrenze des Niederen Flämings im Übergangsbereich zum [[Lausitzer Grenzwall]] war in der slawischen Zeit Mittelpunkt eines Burgwards, der einer deutschen Burg wich, die wiederum ein heute weitgehend zerfallenes Schloss ersetzte. Berühmt ist Dahme für seine gut erhaltene Stadtmauer und das repräsentative Rathaus von 1893/94 im Stil der [[Neorenaissance]] (siehe ausführlich: [[Dahme/Mark|Dahme]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Gutshaus und Landarbeiterhäuser in Schmerwitz =====&lt;br /&gt;
Nahe Wiesenburg liegt das [[Gutshaus Schmerwitz]], das Carl Friedrich Brandt von Lindau bis 1736 hatte errichten lassen. 1871/73 erfolgte eine Erweiterung mit zum Teil neobarocken Formen. Der Südflügel fehlt seit einem Brand 1892 und die aufwändige Fassadendekoration auf der Rückseite stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert. Seit 1945 als Schulungshaus der Sowjetarmee genutzt folgten bis zu den 1980er Jahren Umbauten und Erweiterungen, die sich nicht unbedingt an der historischen Architektur orientierten. Seit der Wende ist das Haus durch Leerstand gefährdet und zerfällt – ein Investor ist dringend erforderlich. Das riesige benachbarte Landgut und der Gutshof hingegen sind erhalten und bilden, nach einem Zwischenbesitz des Drogenselbsthilfevereins [[Synanon]], heute mit einer Nutzfläche von 1500 Hektar einen der größten [[Bioland]]-Betriebe in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schmerwitzer Landarbeiterhäuser stellen ein einzigartiges Zeugnis der DDR-Baukultur dar. Da das Gut Schmerwitz erhalten blieb, kam das Neubauern-Siedlungsprogramm für die Flüchtlingsströme nach 1945 nicht zur Anwendung. Vielmehr gab es eine individuelle Schmerwitzer Lösung: ein in Form und Bauweise einzigartiges Ensemble von Landarbeiterhäusern aus zehn Einzel- und drei Doppelhäusern entlang des Dorfangers zur Selbstversorgung mit jeweils angegliedertem Wirtschaftsteil mit Garten und Stall. Die Häuser wurden zur Miete und gelegentlich als Anerkennung besonderer Leistungen vergeben, weshalb sie auch den Namen Aktivistenhäuser tragen. In den 1990er Jahren wurden die Häuser saniert, wobei moderne Wohnbedürfnisse berücksichtigt wurden, der Charakter der Anlage jedoch bewahrt blieb.  {{&amp;quot; |Text=Dank der Sanierungsmaßnahmen ist in seiner ganz eigenen, schlichten Ästhetik ein kulturhistorisches Phänomen deutscher Nachkriegsbaugeschichte und Lebensweise erhalten. |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Zitat und Darstellung nach den Infotafeln am Dorfanger Schmerwitz, Stand Oktober 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt;}} Eine Besonderheit stellt die Siedlung auch insofern dar, als hier in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Dorfanger neu entstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bevölkerung und Brauchtum ===&lt;br /&gt;
==== Fragmentarisches ====&lt;br /&gt;
Der berühmteste Wanderer durch die Mark Brandenburg, [[Theodor Fontane]], streifte den Fläming allenfalls am Rand und widmete ihm auch keinen Abschnitt in seinem fünfbändigen Werk [[Wanderungen durch die Mark Brandenburg|Wanderungen]]. Allerdings finden sich im Kapitel zu Luckenwalde &#039;&#039;Luch im Wald&#039;&#039; einige Passagen zu den Flämingern.&lt;br /&gt;
[[Datei:Flaeming Tracht8.JPG|mini|Trachten im Fläming]]&lt;br /&gt;
So gibt Fontane eine Beschreibung des {{&amp;quot; |Text=Geschichtsschreibers des Flämings (Rektor Telle zu Jüterbog)&#039;&#039; aus den 1870er Jahren wie folgt wieder: &#039;&#039;Sie halten viel auf gute Zucht, sind kirchlich, ernst in Haltung und mäßig im Genuß. Ausschweifung und Trunkenheit sind bei ihnen seltener als anderswo.&#039;&#039; Diese Charakterisierung kommentiert Fontane mit dem Satz: &#039;&#039;So sind die „eigentlichen“ Fläminger. |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Theodor Fontane, Wanderungen …, S.&amp;amp;nbsp;530.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Trachten ====&lt;br /&gt;
Laut Fontane gab es in Jüterbog {{&amp;quot; |Text=noch nachweisbar Vläminger bis ins 17. Jahrhundert hinein. So berichtet die Jüterbocker Chronik: ‚In diesem Jahre (1693) verschied allhier der Richter »Dümchen«, auf dem Neuenmarkt und ist der einzigste [sic!] und letzte gewesen, »der einen spitzigen Hut mit niedergeschlagenen Krempen« in hiesiger Gegend getragen, welche Mode beinahe 600 Jahre allhier gebräuchlich gewesen, und sah dieser Hut so aus, wie man die alten holländischen Bauern abgemalt findet.‘}} Fontane schließt daraus, dass von da ab die  {{&amp;quot; |Text=altholländische Tracht in diesen Gegenden, wenigstens in den städtischen Ortschaften [verschwand]; aber „Sprache“ und „Sitte“ überdauerten die Tracht, […]. |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fontane529f&amp;quot;&amp;gt;Theodor Fontane: &#039;&#039;Wanderungen …,&#039;&#039; S. 529&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Oskar Schwebel]] berichtet allerdings 1881, dass  {{&amp;quot; |Text=sich die Karnette, d.&amp;amp;nbsp;h. die steife Haube mit den taubenflügelartig abstehenden Kopftüchern}}, bei den Frauen noch zu seiner Zeit &#039;&#039;allgemeiner Beliebtheit&#039;&#039; erfreute. Und noch immer sei es der Stolz der Flämingerin,  {{&amp;quot; |Text=möglichst viele Röcke über einander zu tragen. |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schw417&amp;quot;&amp;gt;Schwebel …, S. 417.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sprache ====&lt;br /&gt;
Die traditionelle Sprache ist das [[Flämingplatt]], das zum [[Mittelmärkisch]]en (Ostniederdeutsch) gehört aber auch deutliche niederländische Sprachreste enthält. Es ist stark bedroht, aber wird von lokalen Initiativen weiterhin gepflegt.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.platt-in-brandenburg.de/regionen/flaeming/flaeming-platt-jueterbog&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fontane bemerkt in einer Fußnote:  {{&amp;quot; |Text=Wie sehr die Sprache des „hohen Vlämings“ von dem gewöhnlichen märkischen Platt abweicht, mag folgende vorzügliche Übersetzung aus dem Stabat mater zeigen. Es erscheint uns als ein Niederdeutsch, das zwischen „Holländisch“ und „Märkisch-Platt“ allenfalls die Mitte hält.}} Die erste Strophe in dieser Übersetzung des [[Stabat mater]] lautet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;font-style: italic; margin: 0 1.6em; float: left;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
By et Krüz met schreijende Ougen&lt;br /&gt;
Stund die Mueder diep bewoagen,&lt;br /&gt;
Doa de osan dorchnaegelt hing.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;font-style:italic; float:left;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Un in ör verzuchend Härze,&lt;br /&gt;
Umgedreyt van Wei und smärte,&lt;br /&gt;
Een dörchborend Schlagswärt ging.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fontane529f&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:left;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Küche und Feste ====&lt;br /&gt;
Als Bestandteil der [[Brandenburgische Küche|Brandenburgischen]] und [[Sachsen-Anhaltische Küche|Sachsen-Anhaltischen Küche]] verfügt der Fläming über einige kulinarische Spezialitäten. Die bekannteste Delikatesse ist der [[Klemmkuchen]], eine Süßspeise, die die Flamen im 12./13. Jahrhundert mitgebracht hatten. Die waffelartigen Kuchen werden noch heute bei größeren Familienfeiern und insbesondere zur [[Fastnacht]] nach traditioneller Art im reich verzierten Klemmkucheneisen auf offener Flamme gebacken. Während der ursprüngliche Teig aus Roggenmehl, Wasser, ausgelassenem Speck und Salz bestand, fallen die Zutaten heute deutlich üppiger aus. Butter und Zucker fehlen selten bei den einst platten Kuchen, die inzwischen oft zu Tüten gerollt und mit Sahne gefüllt werden. Das [[Heimatmuseum]] in Dahme zeigt neben achtzig weiteren ein Klemmeisen aus dem Jahr 1571, das das älteste bekannte Exemplar sein soll. Auch den vor allem im Wittenberger Raum verbreiteten [[Speckkuchen]] führten sehr wahrscheinlich die Flamen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Spezialitäten zählen ferner die [[Bachforelle|Forellen]] aus den Flämingfließen und Wild, Pilze und Kartoffeln. Der Tourismusverband bietet eine „Kulinarische Kartoffeltour“ an, auf der die beteiligten Gasthäuser Gerichte nach innovativen Rezepten rund um die Kartoffel servieren. In der Lutherstadt gibt es noch folgende Besonderheiten:&lt;br /&gt;
[[Datei:Osterfeuer3 Groeben.JPG|mini|hochkant|[[Osterfeuer]] im [[Naturpark Nuthe-Nieplitz]]]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Wittenberger Kuckucksbier&#039;&#039; (Dunkelbier)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Wittenberger Quarkkrempel&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Lutherbrot&#039;&#039; – eine Gebäckspezialität der Firma Wikana&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aufstellen der [[Maibaum|Pfingstmaie]] hat eine lange Tradition und auch heute sieht man in vielen Dörfern die mit bunten Bändern geschmückte hohe Stange mit einer schlanken Birke als Krönung. Berühmt sind die Fläminger Hochzeitsrituale und [[Erntedankfest]]e. Auch alte Bräuche wie das [[Osterfeuer]] blieben erhalten. Hinzu kommen örtliche Feste (Beispiele):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Mehrspaltige Liste |anzahl=2 |liste=&lt;br /&gt;
* Frühlingsfest in Jüterbog&lt;br /&gt;
* Sommerliches Lindenfest auf dem Markt in Seyda&lt;br /&gt;
* Belziger Altstadtsommer als mittelalterliches Ritterspektakel in der Altstadt und der Burg Eisenhardt.&lt;br /&gt;
* Burgfest mehrfach im Jahr auf der Burg Rabenstein&lt;br /&gt;
* Mühlenfest in Marzahna (Treuenbrietzen)&lt;br /&gt;
* Sabinchenfestspiele in Treuenbrietzen&lt;br /&gt;
* Alljährliches Turmfest in Luckenwalde (siehe nächstes Kapitel)&lt;br /&gt;
* Reformationsfest und weitere Luther-bezogene Feiern in Wittenberg&lt;br /&gt;
* Skurriles Brühtrog-Rennen auf dem [[Ihlow (Fläming)|Niendorfer]] Dorfteich&lt;br /&gt;
* Kultiges [[Fredersdorf (Bad Belzig)#Tourismus, Mühle und Bettenrennen|Bettenrennen]] in Fredersdorf}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fehde Jüterbog – Luckenwalde ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Marktturm Luckenwalde 2004.jpg|mini|hochkant|Der „von den Jüterbogern fallengelassene“ [[Luckenwalde]]r Marktturm]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie zwischen den Zauche-Bauern und den Stoppelsachsen über die Belziger Landschaftswiesen hinweg (siehe [[#Kurkreis und Grenzverlauf durch den Fläming|oben]]) gab es laut Fontane auch zwischen den Nachbarstädten Jüterbog und dem bereits seit 1680 märkischen Luckenwalde heftige Fehden: {{&amp;quot; |Text=So entstanden endlose Streite, die am liebsten handfest auf Kirchweihen, in den Zwischenzeiten aber mit Spöttereien ausgefochten wurden. „Die Jüterbocker haben uns den Turm stehlen wollen –&amp;amp;nbsp;so sagen die Luckenwalder&amp;amp;nbsp;– aber als der Nachtwächter kam, haben sie ihn vor Schreck wieder fallen lassen; – seitdem steht er abseits.“ Die Jüterbocker rächten sich durch Spottverse und sangen: „Lieber die Rute, Als Luckenwalde an der Nuthe“; aber die Betroffenen wußten auch ihren Reim zu machen und sangen ihrerseits: „Das Mädchen ist aus Jüterbock, Das Hemd ist länger als der Rock.“ So waren die Fehden im alten Luch im Wald.}} Dabei spielt die letzte Wendung auf die traditionelle flämische Tracht an. Inzwischen (um 1880) hätten sich die Fehden, fährt Fontane fort, {{&amp;quot; |Text=[…] ausgetobt und nur bei den Wahlschlachten steigt der alte Groll noch aus dem Grabe und scheidet Jüterbog-Luckenwalde in rechts und links. Luckenwalde steht links. Schade! Luch im Wald hätte rechts gestanden.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Theodor Fontane, Wanderungen …, S. 534.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unterschiedliche Identifikation mit dem Fläming ====&lt;br /&gt;
In der allgemeinen Wahrnehmung wird der Fläming weitgehend mit dem Bundesland Brandenburg in Verbindung gebracht und nur selten mit Sachsen-Anhalt assoziiert. Diese Wahrnehmung spiegelt sich auch in Reiseführern wider, die den Sachsen-Anhalter Teil in der Regel konsequent aussparen und allenfalls, wie in einem Fall, der Stadt Zerbst einen Abschnitt widmen. Selbst ein in [[Dessau]] erschienener Kulturführer stellt sich als Brandenburg-lastig dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Belzig4 Reissiger Haus.JPG|mini|[[Carl Gottlieb Reißiger|Reißiger]]-Haus in Bad Belzig]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Schule Otto Unverdorben.JPG|mini|Gesamtschule [[Otto Unverdorben]] in [[Dahme/Mark|Dahme]]]]&lt;br /&gt;
Dieses Phänomen entspricht der Wahrnehmung der Bewohner. Während die Brandenburger betonen, dass der 200 Meter hohe Hagelberg nicht nur den höchsten Fläminggipfel, sondern die höchste Spitze des gesamten norddeutschen Tieflandes bildet, spielen derartige Höhen im Nachbarland, in dem der fast sechsmal höhere [[Harz (Mittelgebirge)|Harzer]] [[Brocken]] liegt, eine untergeordnete Rolle. Der neue Naturpark Fläming/Sachsen-Anhalt beklagt: {{&amp;quot; |Text=Die regionale Identität der Bürger mit dem Fläming ist nur gering ausgeprägt.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Naturpark Fläming e.&amp;amp;nbsp;V., Seite &#039;&#039;Wir stellen uns vor&#039;&#039;, Unterseite &#039;&#039;Schwächen&#039;&#039; [http://www.naturpark-flaeming.de/ (online)]&amp;lt;/ref&amp;gt;}} Das Bewusstsein für die Kultur auch nördlich von Wittenberg und Coswig zu stärken und die landschaftlichen Reize des Flämings in Sachsen-Anhalt bekannter zu machen, betrachtet die Naturparkverwaltung als eine ihrer zentralen Aufgaben. Auch die erst 2005, acht Jahre nach dem märkischen Nachbarpark Hoher Fläming erfolgte Gründung des Großschutzgebiets, ist Ausdruck dieser Länderdifferenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Persönlichkeiten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Johann-Friedrich-Brandt.jpg|mini|links|hochkant|[[Johann Friedrich von Brandt]] aus [[Jüterbog]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur der Wiesenburger Dichter Hermann Boßdorf, dessen hohe Identifikation mit dem Landstrich sich durch sein gesamtes Werk zieht, stammt aus dem Fläming, sondern auch der Komponist [[Carl Gottlieb Reißiger]] (1798–1859) aus Belzig, der 1828 die Nachfolge [[Carl Maria von Weber]]s als Hofkapellmeister in [[Dresden]] antrat. Weitere Persönlichkeiten aus dem Landstrich sind beispielsweise der Komponist und Gründer der [[Sing-Akademie zu Berlin|„Singe-Academie zu Berlin“]] [[Carl Friedrich Christian Fasch]] (1736–1800) aus Zerbst oder der Botaniker [[Gottlob Ludwig Rabenhorst]] (1806–1881) und der Boxolympiasieger [[Henry Maske]] (* 1964) aus Treuenbrietzen. Aus Jüterbog kommen unter anderem der Pianist und Komponist [[Wilhelm Kempff]] (1895–1991) und der Naturforscher und Zoologe [[Johann Friedrich von Brandt]] (1802–1879), der Direktor der zoologischen Abteilung an der [[Akademie der Wissenschaften]] in [[Sankt Petersburg]] wurde. Wie viele Theologen der Reformationszeit wurde auch der lutherische Reformator [[Georg Buchholzer]] (um 1503–1566) im Fläming geboren – wie sein Sohn, der Historiker [[Abraham Buchholzer]] (1529–1584), in Dahme. Aus derselben Stadt stammt der Entdecker des [[Anilin]], der Kaufmann [[Otto Unverdorben]] (1806–1873). Die Stadt Niemegk ist stolz darauf, dass in einem erhaltenen Haus neben der Stadtkirche St. Johannis 1868/1869 für ein Jahr [[Robert Koch]] als Arzt praktizierte und erinnert mit einer Gedenktafel an diese Episode aus dem Leben des [[Nobelpreis für Physiologie oder Medizin|Nobelpreisträgers]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft und Wirtschaftsgeschichte ==&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
{{&amp;quot; |Text=Die Wohlhabenheit dieser auf den ersten Blick so kärglich von der Natur ausgestattet erscheinenden Gegenden [… .]}} strich bereits Schwebel in seiner Flämingdarstellung 1881 heraus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schw417&amp;quot; /&amp;gt; Dazu trugen Handwerk und Kleinindustrie wie Mühlen, Glashütten, Hüttendörfer (Pechereien), Tuchmacher, Spinnstuben, Töpfereien und vor allem die Forst- und Landwirtschaft bei. Heute dominiert die Landwirtschaft, die von einem nachhaltigen touristischen Aufschwung ergänzt wird. Die wirtschaftliche Basis für den zu allen historischen Zeiten vergleichsweise guten Lebensstandard im Fläming hatten die [[Zisterzienser]] bereits kurz nach der Gründung der Mark Brandenburg gelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Landesaufbau der Zisterzienser ===&lt;br /&gt;
Die beiden 1170 und 1180 gegründeten Klöster Zinna und Lehnin hatten bei allen oben beschriebenen machtpolitischen Funktionen vor allem auch die Aufgabe, mit den fortgeschrittenen Techniken der Zisterzienser in der Landwirtschaft, im Handwerk oder beim Mühlenbau den Aufbau des Landes voranzubringen.&amp;lt;ref&amp;gt;Zum Landesaufbau durch die Zisterzienser und zur Motivation der Askanier am Landesausbau siehe ausführlich [[Kloster Lehnin]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Beide Klöster erlangten einen für die damalige Zeit erheblichen Reichtum. Das Flämingkloster Zinna verfügte in seiner Blütezeit über einen Besitz von 40 Dörfern und 1140 [[Hufe]]n Land.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Belzig Springbachmuehle2.JPG|mini|Mühlsteine am Teich der Springbachmühle]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Belzig Springbachmuehle3.JPG|mini|Rekonstruierte Springbachmühle in Bad Belzig]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gross Marzehns windmill1.JPG|mini|[[Holländerwindmühle|Turmholländer]] ohne Flügel bei [[Rabenstein/Fläming|Groß Marzehns]]]]&lt;br /&gt;
In einem angeblich zeitgenössischen Bericht aus dem 12. Jahrhundert schildert der Jüterboger Bürger A.&amp;amp;nbsp;W. Ludwig, wie die Mönche das Kloster anlegten und in dem kargen Fläming eine [[Wassermühle]] bauten: {{&amp;quot; |Text=Gewundert haben wir uns alle, denn die Mönche sahen nicht so aus, wie wir es sonst gewohnt waren. Sie hatten lange, schwarzweiße Röcke an und trugen auf der Schulter die Axt und in der Hand den Spaten. Des Staunens in der Stadt (Jüterbog) wollte kein Ende nehmen, als sie sagten, sie zögen nicht im Lande umher und predigten […]. […] Und als das Kloster fertig war, da haben sie am Fluss eine Wassermühle angelegt. […] Ihr hättet sehen sollen, was die Wenden für Gesichter gemacht, als die Mühle zum ersten Mal in Gang kam, denn sie kannten bis dahin nur Handmühlen.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;A. Mariaschk zitiert 1900 in &#039;&#039;Die Provinz Brandenburg&#039;&#039; aus dem „Städtebild“ &#039;&#039;Die Fläminger&#039;&#039; aus dem 12. Jahrhundert den offenbar Jüterboger Bürger A.&amp;amp;nbsp;W. Ludwig; s. Lit. A. Mariaschk: &#039;&#039;Kloster Zinna&#039;&#039; …, S. 434.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mühlen und Kupferhammer ===&lt;br /&gt;
Über Jahrhunderte blieben die Mühlen ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor im Fläming, die – angesichts des eher trockenen Landes – in einer erstaunlich hohen Zahl und in dichtem Abstand entlang der Flüsse und Bäche folgten. Die Buckau und die Nuthen trieben viele Wasserräder an und am Fläminghauptfließ Plane lagen zwischen [[Raben (Rabenstein/Fläming)|Raben]] und [[Gömnigk]] allein sieben Mühlen. Selbst kleinste Gewässer wie der Belziger Lumpenbach führte seine Wasser an zwei Mühlen, der Obermühle und der Kleesen Mühle, vorbei, bevor er in den Belziger/Fredersdorfer Bach mündete. Am Belziger Bach standen 5 Mühlen die Schlossmühle, (Engemanns) [[Mittelmühle Belzig|Mittelmühle]], Jaegers [[Hintermühle Belzig|Hintermühle]] (in der Nähe des Mühlenhölzchens), Oelschlaegers Mühle und hinter dem Turnplatz Rieslers Mühle (heute Finsterwalder). Der noch kleinere parallel fließende Springbach hatte seit 1749 die Springbachmühle ehemals Hannemanns Mühle, die 1998 nach altem Vorbild restauriert wurde und heute mit dem ebenfalls wiederhergestellten Gelände und Mühlteich ein sehenswertes Ensemble mit einem Restaurant bildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elf Wassermühlen standen an der Rossel, die über ein [[Wasserrad#Mittelschlächtiges und rückschlächtiges Wasserrad|mittelschlächtiges Wasserrad]] zudem die hölzerne Welle des [[Thießen#Kupferhammer|Kupferhammers Thießen]] bewegte. Die im Originalzustand wiederhergestellte und denkmalgeschützte technische Schauanlage vermittelt einen Einblick in das handwerkliche Können vor 400 Jahren.&lt;br /&gt;
[[Datei:Borne mill5.JPG|mini|links|hochkant|[[Bockwindmühle]] von 1803 in [[Borne (Bad Belzig)|Borne]], 1994 restauriert, auf einem 156 Meter hohen Berg]]&lt;br /&gt;
Auf den zugigen Fläminghöhen und insbesondere im Niederen Fläming drehten sich viele [[Windmühle]]n – viele Hügel, wie auch der zweithöchste Fläminggipfel, der 191 Meter hohe Mühlenberg bei Wiesenburg, zeugen mit ihren Namen von der Mühlenzeit. Die meisten der noch erhaltenen Bauten sind heute technische Denkmäler und zum Teil voll funktionstüchtig. Über eine komplette technische Ausstattung verfügt die [[Paltrockmühle]] in [[Schönewalde]], die letzte von einst sieben Mühlen bei der Kleinstadt. Die Paltrockmühle im Baruther Ortsteil [[Petkus (Baruth/Mark)|Petkus]] erhielt 1995 und der seltene [[Holländerwindmühle|Turmholländer]] in [[Naundorf bei Seyda]] 2001 ein neues Flügelkreuz. Die Hochzeitsmühle in [[Dennewitz]], die zuvor in [[Niedergörsdorf|Kaltenborn]] stand, wird ihrem Namen noch heute gerecht, denn hier können sich Paare den Traum einer Hochzeit &#039;&#039;Ganz in Weiß&#039;&#039; in einer [[Bockwindmühle]] erfüllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hütten, Töpfereien und Ziegeleien ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Goerzke2.JPG|mini|Handwerkerhof [[Görzke]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Glassworks1 Baruth.JPG|mini|[[Glashütte]] Baruth, saniertes Hüttengebäude von 1861, heute Museum]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Glassworks4 Baruth.JPG|mini|Arbeiterwohnhaus aus dem 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hohen Lehmvorkommen im Fläming dienten Töpfereien und Ziegeleien als Material und die weißen, sandigen Böden waren ein idealer Rohstoff für Glashütten. Für den hohen Holzbedarf dieser Betriebe sorgten die Wälder, die beispielsweise in der ausgedehnten Waldlandschaft [[Brandtsheide]] im Hohen Fläming ganze Hüttendörfer zur [[Teer]]- und [[Holzkohle]]gewinnung hervorbrachten. Die Wiesenburger Ortsteile Jeserigerhütten, Neuehütten, Reetzerhütten und Medewitzerhütten oder auch die [[Schweinitz (Möckern)|Schweinitzer Hütten]] erinnern mit ihren Namen an die kirchenlosen Hüttensiedlungen. Im 19. Jahrhundert kam zudem das reinste deutsche [[Bienenwachs|Wachs]] aus der Brandtsheide und noch zur DDR-Zeit deckte der Wald 95 % des Bedarfs an Mittelwänden für die [[Imker]] ab. Die &#039;&#039;Buchal Kerzenzieherei&#039;&#039; in Reetzerhütten ist heute die einzige [[Kerze]]nmanufaktur in Brandenburg.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz G. Nitschke: &#039;&#039;Von Pechbrennern, Ziegelbrennern und fleißigen Handwerkern.&#039;&#039; In: Heinz G. Nitschke, Jan Feustel: &#039;&#039;Entdeckungen im Fläming.&#039;&#039; 2006, S. 37.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nördlich der Hüttendörfer bildete sich in [[Görzke]] eine besondere Töpfertradition heraus, die 1706 ihren Ausgangspunkt genommen hatte, als sich die Handwerker zur &#039;&#039;Innung der Bouteillenmacher&#039;&#039; zusammenschlossen. Noch heute arbeiten in der Kleinstadt vier [[Töpferei]]en und der restaurierte Töpfermarkt bietet mit einem angeschlossenen Handwerkerhof traditionell gefertigte Produkte an. [[Töpferscheibe]]n drehten sich in vielen weiteren Flämingorten wie in Dahme. Überliefert ist, dass am 20. Juli 1563 die &#039;&#039;Niemegker Töpferordnung&#039;&#039; eine neue Fassung erhielt. [[Ziegelei]]en produzierten in Niemegk wie auch in Reetz bis in das Jahr 1990.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{&amp;quot; |Text=Die bemerkenswertheste der industriellen Anlagen auf dem östlichen Fläming ist die Glashütte des an seinem nördlichen Abhange liegenden Städtchens Baruth, […].}} schrieb Oskar Schwebel 1881. Die [[Solms (Adelsgeschlecht)|Graf Solmsche]] Hütte im heutigen [[Glashütte (Baruth/Mark)|Baruther Ortsteil Glashütte]] hatte 1716 die Arbeit aufgenommen und nahm einen {{&amp;quot; |Text=[…]ungeahnten Aufschwung. Schon 1844 konnte ein besonderer Ofen für Milchglas mit sechs Häfen gebaut werden., schon damals wurden monatlich gegen 50.000 Stück Lampenglocken hergestellt.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Schwebel …, S. 429.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die auch heute noch berühmteste aller [[Glashütte|Glasmanufakturen]] im Fläming präsentierte 1851 auf der [[London]]er [[Great Exhibition|Weltausstellung]] mit Erfolg ihre &#039;&#039;Baruther Lampenschirme&#039;&#039;. Die Vertragsabschlüsse führten zu Milchglasexporten bis nach England und Amerika. In nur 60 Jahren, von 1815 bis 1875, war die Zahl von 24 auf 440 Einwohner gestiegen, wovon 218 in der Glashütte beschäftigt waren. 1793, vier Jahre nach dem Beginn der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]], {{&amp;quot; |Text=wurden 15 Glasmacher wegen „Führens aufrührerischer Reden“ aus der [[Standesherrschaft Baruth|Herrschaft Baruth]] ausgewiesen.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Feustel …, S. 27&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das denkmalgeschützte Hüttenensemble mit der fast unberührten Glasmachersiedlung hat sich zu einem vielbesuchten [[Freilichtmuseum|Museumsdorf]] entwickelt, das als der besterhaltene Glasmacherort Deutschlands gilt. Nach der Stilllegung der Glashütte im Jahr 1980 arbeiten seit 1998 wieder [[Glasbläser]] für die Schauproduktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leineweber, Kleinindustrie, Garnisonen ===&lt;br /&gt;
{{&amp;quot; |Text=Die Spinnstuben in ihrer alten Gestalt}}, hieß es in einem Fläming-Bericht um 1900, {{&amp;quot; |Text=sind längst dahin […]. Dazu ist der Flachsbau auf dem Fläming bedeutend zurückgegangen. Die Flachsmärkte in Wittenberg und Jüterbog, die ehemals die Bauern aus allen Flämingsdörfern zusammenführten und Berge von Flachs aufzuweisen hatten, sind fast vergessen und werden heut kaum noch besucht.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;A. Mariaschk …, &#039;&#039;Der Fläming&#039;&#039;, … S. 424.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere Jüterbog, das schon um 1200 als Fernhandelszentrum prosperierte, entwickelte sich im Mittelalter zum Zentrum der [[Weber|Tuchmacher]] und [[Gewandschneider]]. Auch in Belzig blühte das Leinewebergewerbe und Dahme war bekannt für seine [[Tuch]]e – 1813 gab es 130 Tuchmacher in der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dahme war ferner berühmt für seine [[Schuh]]manufakturen und vor allem für die Zigarrenproduktion, die 1840 mit der Gründung der ersten [[Tabak]]fabrik durch [[Otto Unverdorben]] begonnen hatte. Noch 1928 produzierten knapp 40 Betriebe [[Zigarre]]n. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Produktion deutlich zurück und die letzte Fabrik schloss 1968. Zu den heutigen kleinindustriellen Betrieben im Fläming zählt beispielsweise die &#039;&#039;Fläminger Spirituosen GmbH&#039;&#039; in Zahna, die ihren Vorläufer in einer Marmeladen- und [[Fruchtsaft]]presserei aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während sich Luckenwalde nach dem [[Siebenjähriger Krieg|Siebenjährigen Krieg]] zum Industriestandort entwickelt hatte, brach im handwerklich orientierten Jüterbog die Wirtschaft erst einmal zusammen. Erholung brachte neben der Weberei die Entwicklung zum [[Garnison]]sstandort mit großen Kasernenbereichen im damaligen Ortsteil [[Altes Lager (Niedergörsdorf)|Altes Lager]]. Mit der Wiederaufrüstung 1934/1935 entstanden zahlreiche weitere Militärbauten und in der Folge Wohnsiedlungen, die zur DDR-Zeit von der [[Sowjetarmee]] genutzt wurden. Das Museum des Garnisonsgeschichtsvereins Altes Lager dokumentiert diese Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Alternative Lebens- und Wirtschaftsformen ===&lt;br /&gt;
Im Hohen Fläming gibt es eine Reihe von Gruppen und Einzelpersonen, die alternative Lebensformen erproben. Im Jahr 1991 hat eine Gruppe die [[ZEGG]] GmbH gegründet und ein bis zur Wende vom [[Ministerium für Staatssicherheit|DDR-Ministerium für Staatssicherheit]] genutztes Gelände in Belzig gekauft. Das ZEGG ist ein [[Esoterik|esoterisches]] [[Kollektiv]] von etwa 80 Personen, das neue Formen des Zusammenlebens erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls im Jahr 1991 hat die Berliner Suchthilfeorganisation [[Synanon]] das Gut Schmerwitz erworben und dort eine große Suchthilfeeinrichtung gegründet. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten gegen Ende der 1990er Jahre hat Synanon das Gut im Jahr 2000 verkauft. Der überwiegende Teil mit der Landwirtschaft wurde von der Familie Schoonhoven übernommen, die dort einen großen [[Bioland]]-Betrieb betreibt. Der Suchthilfeverein „Scarabäus Hoher Fläming e.&amp;amp;nbsp;V.“ hat ebenfalls einen Teil des Gutes Schmerwitz übernommen und betreibt dort eine Suchthilfeeinrichtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Umfeld haben sich mehrere Initiativen entwickelt, die in verschiedenen Bereichen alternative Lebens- und Wirtschaftsformen umsetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sein.de/regionalredaktion/brandenburg/potsdam-mittelmark/eine-region-geht-neue-wege-die-alternative-entwicklung-im-hohen-flaeming-.html Artikel zur alternativen Entwicklung im Hohen Fläming, Magazin, „Sein“]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tourismus ===&lt;br /&gt;
Für das Tourismus-Marketing im Land Brandenburg umfasst der Fläming ein größeres Gebiet als die geografische Region. Unter dem Markenzeichen Fläming vermarkten sich Orte bis an die Landesgrenze zu Berlin, wie das in dessen „Speckgürtel“ liegende [[Teltow]] und die Industriestadt [[Ludwigsfelde]]. Die zum Land Sachsen-Anhalt gehörigen Bereiche des Fläming vermarkten sich dagegen mit der „Reiseregion Anhalt-Wittenberg“. Darüber hinaus gibt es seit 2004 den einheitlichen länder- und kreisübergreifenden &#039;&#039;Tourismusverband Fläming e.&amp;amp;nbsp;V.&#039;&#039; mit Sitz in Beelitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine herausragende Investition zur Ankurbelung des Tourismus war die Anlage des 230&amp;amp;nbsp;km langen [[Inlineskaten|Skater]]- und Fahrradparcours [[Flaeming-Skate]].&lt;br /&gt;
Außer mit sportlichen Angeboten wirbt man mit den historischen Sehenswürdigkeiten der Region und mit der »Steintherme« in [[Bad Belzig]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da mehrere Orte im Fläming von Berlin aus leicht mit öffentlichen wie privaten Verkehrsmitteln zu erreichen sind, tauchen viele Besucher der Region nicht in den Übernachtungsstatistiken auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesstrasse 187a Hundeluft1.JPG|mini|L 121 vor [[Hundeluft]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Medewitz Landstrasse.JPG|mini|Landstraße zwischen [[Wiesenburg/Mark|Medewitz]] und [[Stackelitz]] im zentralen Hohen Fläming]]&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable zebra&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Statistische Daten zur Reiseregion&amp;lt;br /&amp;gt;Fläming in Brandenburg&amp;lt;ref&amp;gt;Tourismusbarometer Jahresbericht 2009, Ostdeutscher Sparkassen- und Giroverband&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
! 2001&lt;br /&gt;
! 2002&lt;br /&gt;
! 2003&lt;br /&gt;
! 2004&lt;br /&gt;
! 2005&lt;br /&gt;
! 2006&lt;br /&gt;
! 2007&lt;br /&gt;
! 2008&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot;| Übernachtungen&lt;br /&gt;
| 1.177.400&lt;br /&gt;
| 1.108.700&lt;br /&gt;
| 1.063.600&lt;br /&gt;
| 999.200&lt;br /&gt;
| 1.058.500&lt;br /&gt;
| 1.066.300&lt;br /&gt;
| 1.038.000&lt;br /&gt;
| 1.022.500&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot;| Bettenangebot&lt;br /&gt;
| 9.261&lt;br /&gt;
| 9.721&lt;br /&gt;
| 9.535&lt;br /&gt;
| 8.600&lt;br /&gt;
| 8.424&lt;br /&gt;
| 8.180&lt;br /&gt;
| 8.215&lt;br /&gt;
| 8.067&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot;| Bettenauslastung&lt;br /&gt;
| 34,8 %&lt;br /&gt;
| 31,5 %&lt;br /&gt;
| 30,0 %&lt;br /&gt;
| 31,7 %&lt;br /&gt;
| 34,1 %&lt;br /&gt;
| 35,1 %&lt;br /&gt;
| 34,9 %&lt;br /&gt;
| 34,0 %&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Damit lag der Fläming bei der Bettenauslastung im Mittelfeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verkehrswege ===&lt;br /&gt;
==== Überblick ====&lt;br /&gt;
[[Flughafen|Flughäfen]] gibt es in näherer Umgebung des Flämings nicht. Am nächsten liegen die Verkehrsflughäfen [[Flughafen Berlin Brandenburg|Berlin Brandenburg]] und [[Flughafen Leipzig/Halle|Leipzig/Halle]]. Im ausgedehnten [[Omnibus|Busnetz]] bildet Bad Belzig einen Knotenpunkt mit einem [[Busbahnhof]]. Durch den Höhenzug verlaufen der [[Europäischer Fernwanderweg E11|Europäische Fernwanderweg E11]] ([[Niederlande]] – [[Masuren]]) und der [[Europaradweg R1]] ([[Calais]] – [[Sankt Petersburg]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Straße ====&lt;br /&gt;
Zwei [[Autobahn]]en berühren den Fläming. Die [[Bundesautobahn 2|A&amp;amp;nbsp;2]] Berliner Ring – Oberhausen führt am nordwestlichen Flämingrand vorbei und hat mit [[Wollin (Fläming)|Wollin]], [[Ziesar]] und [[Theeßen]] drei [[Anschlussstelle (Autobahn)|Anschlussstellen]] am Höhenzug. Die [[Bundesautobahn 9|A&amp;amp;nbsp;9]] Berlin – München durchschneidet den Fläming ungefähr in der Mitte von Nordosten nach Südwesten und weist mit [[Niemegk]], [[Rabenstein/Fläming|Klein Marzehns]] und [[Köselitz]] gleichfalls drei Anschlussstellen auf. Einige Kilometer vom östlichen Flämingrand entfernt führt die [[Bundesautobahn 13|A&amp;amp;nbsp;13]] Berliner Ring – Dresden vorbei, die von den Anschlussstellen [[Baruth/Mark|Baruth]] und [[Rietzneuendorf-Staakow|Staakow]] schnelle Verbindungen zum Fläming bietet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das trapezförmige, im Süden breitere Flämingsegment zwischen den Autobahnen 9 und 13 wird von den, ebenfalls in der Hauptsache von Norden nach Süden verlaufenden, nachfolgend von West nach Ost geordneten Bundesstraßen [[Bundesstraße 2|2]], [[Bundesstraße 101|101]] und [[Bundesstraße 96|96]] weiter segmentiert, wobei bereits die B 96 außerhalb des Flämings verläuft. Größtenteils westlich der A9 verläuft die [[Bundesstraße 107|B 107]], die diese im Süden des Höhenzuges kreuzt; noch westlicher verläuft die [[Bundesstraße 184|B 184]], die in der Hauptsache südöstlich gerichtet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Goerzke Landstrasse.JPG|mini|links|Landstraße&amp;amp;nbsp;95 zwischen [[Görzke]] und [[Dangelsdorf (Görzke)|Dangelsdorf]]]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Quer&#039;&#039; von Westen nach Osten verbindet die [[Bundesstraße 246|B&amp;amp;nbsp;246]] Möckern und Bad Belzig, die bei Bad Belzig einen Teil der [[Deutsche Alleenstraße|Deutschen Alleenstraße]] bildet. Die Alleenstraße geht ab Bad Belzig auf einer Landstraße über Wiesenburg weiter nach Wittenberg und vorbei an der Burg Rabenstein, die die traditionsreiche mittelalterliche [[Handelsstraße]] bewachte. Von Bad Belzig führt die [[Bundesstraße 102|B&amp;amp;nbsp;102]] über Treuenbrietzen und Jüterbog nach Dahme, deren Verlauf &#039;&#039;der alten Salzstraße, der die Stadt ihre Entstehung verdankt&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;Nitschke, Feustel …, S. 123.&amp;lt;/ref&amp;gt; entspricht. In Jüterbog beginnt ferner die [[Bundesstraße 115|B&amp;amp;nbsp;115]], die die Hauptstadt des Niederen Flämings mit Baruth und [[Golßen]] verbindet. Die [[Bundesstraße 101|B 101]] verläuft etwa ab [[Kloster Zinna]] südlich bis zum [[Elbe-Elster-Land]], verteilt über drei Landkreise und zwei Bundesländer durch den Niederen Fläming. Südlich von [[Jüterbog]] verläuft die Strecke zunächst über den Hauptkamm des westlichen Niederen Flämings, danach folgt noch eine Passage durch den hier stark bewaldeten südlichen Vorfläming. Im Sachsen-Anhalter Teil verläuft zwischen Zerbst und Coswig die [[Bundesstraße 187a|B&amp;amp;nbsp;187a]] über [[Hundeluft]] durch den Hohen Fläming. Landstraßen und viele alte [[Pflaster (Belag)|Kopfsteinpflasteralleen]] ergänzen das überregionale Straßennetz, das seit der Wende saniert und ausgebaut wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiene ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Bad Belzig asv2022-07 img29 railway station.jpg|mini|Bahnhof in Bad Belzig]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Preussnitz9 Brandenburgische Staedtebahn.JPG|mini|Stillgelegte [[Brandenburgische Städtebahn]] bei [[Preußnitz]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bad Belzig, Wiesenburg, Medewitz, [[Jeber-Bergfrieden]] und [[Thießen]] sind Haltepunkte der [[Wetzlarer Bahn]], der Eisenbahnstrecke zwischen Berlin und [[Dessau]]. Stündlich verkehrt der [[Regional-Express]] (RE&amp;amp;nbsp;7) von Berlin bis Bad Belzig und zweistündlich weiter nach Dessau. Ein Teilstück dieser sogenannten [[Kanonenbahn]] zwischen Bad Belzig und [[Calbe (Saale)|Calbe]] wurde im Dezember 2004 stillgelegt. Zwischen Berlin und Jüterbog fährt die RB&amp;amp;nbsp;33, die in Treuenbrietzen und Altes Lager hält. Der RE&amp;amp;nbsp;4 verbindet Berlin und Jüterbog auf der Strecke der [[Anhalter Bahn]] über Luckenwalde und verkehrt als RE&amp;amp;nbsp;5 über die Bahnhöfe [[Niedergörsdorf]], Blönsdorf, Klebitz, Zahna und [[Bülzig]] weiter nach Wittenberg. Auf der Trasse der [[Bahnstrecke Berlin–Dresden|Berlin-Dresdner Eisenbahn]] verläuft der RE&amp;amp;nbsp;3 zwischen Berlin und [[Elsterwerda]] teilweise durch den Fläming und hält in Baruth.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben durchlaufen den Fläming einige Schienenstränge stillgelegter Bahnen. Die [[Dahme-Uckroer Eisenbahn]] verband seit 1884 Dahme durch den niederen Fläming mit Berlin. Der Personenverkehr ruht seit 1968 und 1993 endete auch der Güterverkehr. Zwischen 1899 und 1965 hatte Dahme auch über die Jüterbog-Luckenwalder Kreiskleinbahnen Anschluss an das Schienennetz. Die 2003 stillgelegte [[Brandenburgische Städtebahn]] verband Treuenbrietzen mit [[Neustadt (Dosse)]] und hatte neben Bad Belzig verschiedene weitere Bahnhöfe im Fläming.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Fläming in Literatur, Musik und Kunst ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 1881 stellte Oskar Schwebel in seiner Beschreibung des Landstrichs fest: &#039;&#039;Die Landschaft des Flämings ist zwar eintönig, entbehrt aber keineswegs eines poetischen Reizes.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Schwebel …, S. 418.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Poesie, Märchen und das Lied für Sachsen-Anhalt ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ludwig-Bechstein.jpg|mini|hochkant|[[Ludwig Bechstein]], Schöpfer des &#039;&#039;Schmieds von Jüterbog&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rosenthal-UnterKiefern.jpg|mini|„Unter Kiefern“ von Susken Rosenthal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen poetischen Reiz einzufangen, gelang nicht nur dem oben erwähnten Mundartlyriker Hermann Boßdorf aus Wiesenburg, sondern in jüngerer Zeit auch vielen Dichtern und Schriftstellern im literarischen Zentrum des Flämings, dem Schloss Wiepersdorf im Ländeken Bärwalde. Und in noch jüngerer Zeit bemühen sich die Naturparkverbände um künstlerische Impulse, die den Höhenzug in den Mittelpunkt der Werke stellen.&lt;br /&gt;
Im Mittelpunkt alter Sagen und Geschichten standen Personen wie [[Der Schmied von Jüterbog]]. Das gleichnamige [[Volksmärchen]] veröffentlichte 1845 der Schriftsteller [[Ludwig Bechstein]] in seinem &#039;&#039;Deutschen Märchenbuch&#039;&#039;. Die heute fast vergessene Geschichte besaß für Oskar Schwebel noch 1881 einen hohen Stellenwert und dessen listige Hauptperson zählte seinerzeit zu den volkstümlichsten Gestalten des deutschen [[Märchen]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;Bei Schwebel siehe S. 421; auch Schwebel schreibt das Märchen &#039;&#039;Der Schmied von Jüterbog&#039;&#039; den Brüdern Grimm zu. Das Märchen ist wiedergegeben im Reprint des [[Ludwig Bechstein|Ludwig Bechsteinschen]] &#039;&#039;Deutschen Märchenbuch&#039;&#039; (1845), erschienen 2003 im Georg Olms Verlag, Hildesheim, ISBN 3-487-11991-9. Zudem ist das Märchen {{Webarchiv |url=http://www.1000-maerchen.de/748cb6930d195b444e4cb8ac71f8dcf5/fairyTale/627-der-schmied-von-jueterbogk.htm |text=online |wayback=20070928014134 |archiv-bot=2025-02-07 19:54:08 InternetArchiveBot}} verfügbar.&amp;lt;/ref&amp;gt; Besonderen poetischen Reiz strahlt das [[Lied für Sachsen-Anhalt]] aus, das 1991 siegreich aus einem Landeswettbewerb hervorging, mit dem Sachsen-Anhalt eine [[Landeshymne]] suchte. Das Lied fand bei der Bevölkerung bislang allerdings kaum Akzeptanz und erfüllt auch keine offizielle Funktion. In der ersten Strophe heißt es:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;Dieses Lied geh allen Herzen ein,&amp;lt;br /&amp;gt;die für Harz und Fläming glühn,&amp;lt;br /&amp;gt;auch die Elbe soll uns Heimat sein,&amp;lt;br /&amp;gt;Sachsen-Anhalt stolz und kühn.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kunst Land Hoher Fläming ===&lt;br /&gt;
Seit 2004 gibt es im Naturpark Hoher Fläming unter der Dachmarke „kunst land &#039;&#039;&#039;hoher fläming&#039;&#039;&#039;“ eine Initiative von Künstlern und anderen Akteuren aus der Region, im Fläming künstlerische Projekte durchzuführen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.naturparkverein.de/ Website des Trägervereins Naturparkverein Fläming e.&amp;amp;nbsp;V.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 2004 wurde im Schlosspark Wiesenburg ein Skulpturengarten eingerichtet. 2006 gestalteten Künstler aus der Region die &#039;&#039;Kunstspur Hoher Fläming&#039;&#039;, ein 2,5&amp;amp;nbsp;Kilometer langer Rundwanderweg bei [[Hagelberg]] mit acht Installationen aus den natürlichen Materialien der Umgebung wie &#039;&#039;Leben nach der Eiszeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Spur der Steine&#039;&#039;, &#039;&#039;Weidendurchblick&#039;&#039;, &#039;&#039;Wald- und Wiesensofa&#039;&#039; oder &#039;&#039;Steinschlange&#039;&#039;. Zwischen Wiesenburg und Bad Belzig wurde im August 2007 der [[Kunstwanderweg Hoher Fläming]] eröffnet, in diesem Fall mit zehn Werken von Künstlern aus dem gesamten Bundesgebiet, die im Rahmen eines Kunstwettbewerbs ermittelt wurden. Sieger des Wettbewerbs waren Susken Rosenthal aus [[Baitz]] im Hohen Fläming („Unter Kiefern“), Susanne Ruoff aus Berlin („Intermezzo“) und Joerg Schlinke aus Lühburg bei Potsdam („Die Jagd“). Wolfgang Buntrock und Frank Schulze aus Hannover erhielten einen Anerkennungspreis der Jury für ihr Werk „Wasserfall für den Fläming“.&lt;br /&gt;
F&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hamlet und Faust in Wittenberg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Lutherstadt Wittenberg 09-2016 photo04.jpg|mini|links|Das [[Hamlethaus (Wittenberg)|Hamlethaus]] in Wittenberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kulturhistorische Bedeutung der Region und der Stellenwert der Wittenberger Universität im Mittelalter spiegeln sich darin wider, dass zwei der berühmtesten Personen der Literatur mit Wittenberg in Verbindung stehen, die eine real, die andere fiktiv. [[William Shakespeare|Shakespeare]] ließ seinen Prinzen von Dänemark an der [[Leucorea]] studieren, wo [[Hamlet]], Laertes, Rosenkranz und Güldenstern die weltberühmten vier Wittenberger Studenten der Shakespearschen Tragödie bildeten. Das [[Hamlethaus (Wittenberg)|Hamlethaus]] in der Lutherstadt dürfte dem realen Hamlet, der um 1200 lebte, allerdings kaum Studienstätte gewesen sein, da die Gründung der Leucorea erst 1502 erfolgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der historische [[Zauberer|Magier]], [[Astrologe]] und [[Wahrsager]] [[Johann Georg Faust]], dessen Leben die Grundlage für die Faust-Literatur, -Theaterstücke und -Kompositionen wie auch für [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethes]] [[Faust I|Faust]] bildete, soll in Wittenberg [[Theologie]] studiert und sich dort mit Melanchthon auseinandergesetzt haben. Am 30. Dezember 2004 fand in der Bühne Wittenberg die Premiere &#039;&#039;Johannes Faust –&amp;amp;nbsp;Leben und Tod eines Wittenbergers&#039;&#039; statt, die der italienische Regisseur [[Fernando Scarpa]] ebenso inszenierte wie die &#039;&#039;Reise mit Faust auf historischen Pflastern&#039;&#039; für den Landkreis Wittenberg am 19. Juni 2005.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wo der Park mit dem Wald schläft – Wiepersdorf ===&lt;br /&gt;
Literarisches Zentrum des Fläming war und ist das [[Schloss Wiepersdorf]] im Niederen Fläming, das da liegt, &#039;&#039;wo der Park mit dem Wald schläft&#039;&#039;, wie die Lyrikerin [[Sarah Kirsch]] in ihrem elfteiligen Wiepersdorf-Zyklus 1976 dichtete.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kirsch&amp;quot;&amp;gt;Sarah Kirsch: &#039;&#039;Wiepersdorf.&#039;&#039; Gedichtzyklus. Zuerst im Lyrikband &#039;&#039;Rückenwind&#039;&#039;, [[Aufbau-Verlag]], Berlin 1976. Inzwischen in diversen Gedichtbänden von Sarah Kirsch enthalten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der ehemalige Wohnsitz des [[Romantik|romantischen]] Dichterpaars [[Bettina von Arnim|Bettina]] und [[Achim von Arnim]] diente zur [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]]-Zeit als Arbeits- und Erholungsheim für verdiente Schriftsteller und Künstler. Nach der [[Deutsche Wiedervereinigung|Wende]] knüpfte das Schloss an die literarische Tradition an und bietet auch heute als Künstlerhaus [[Stipendiat]]en eine Heimstatt.&lt;br /&gt;
[[Datei:Wiepersdorf Teich.jpg|mini|Teich und [[Jacques Callot|Callot]]-Figuren am [[Schloss Wiepersdorf]]]]&lt;br /&gt;
In Wiepersdorf waren neben Sarah Kirsch weitere namhafte DDR-Schriftsteller wie [[Anna Seghers]], [[Christa Wolf]], [[Peter Hacks]], [[Arnold Zweig]], [[Karl Mickel]], [[Thomas Rosenlöcher]] oder [[Peter Huchel]] zu Gast. Der Fläming fließt in viele Erzählungen und Gedichte ein, die den Charakter der Landschaft und seiner Menschen zu Tage fördern. Huchel widmete den stillen Landstraßen mit ihrem Kopfsteinpflaster 1963 den Gedichtband &#039;&#039;Chausseen, Chausseen&#039;&#039; und schrieb über Wiepersdorf: &#039;&#039;Dann ist es still. Der Teich der Unken, das schuppiggrüne Algenglimmen tönt klagend nur und dünn und hohl, metallner Hall in Nacht versunken.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Huchel: &#039;&#039;Gesammelte Werke in zwei Bänden&#039;&#039;. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1984; siehe darin auch das Gedicht &#039;&#039;Wiepersdorf die Arminischen Gräber&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Wiepersdorf-Zyklus von Sarah Kirsch enthält auch folgende Zeilen:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Ich sah in Wiepersdorf alte Frauen&amp;lt;br /&amp;gt;Pfingstrosen über den Kirchhof tragen&amp;lt;br /&amp;gt;Die roten Blätter fielen schon ab&amp;lt;br /&amp;gt;Und blieben auf den Steinplatten liegen.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kirsch&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geografische Statistik ==&lt;br /&gt;
Der Fläming stellt nach der naturräumlichen Gliederung im [[Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands]] die [[Naturräumliche Großregionen Deutschlands|naturräumliche Haupteinheitengruppe]] 85 dar und wird in 9 Haupteinheiten unterteilt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Haupteinheitenliste&amp;quot;&amp;gt;[http://geographie.giersbeck.de/naturraeumlichegliederung.htm Liste aller naturräumlichen Haupteinheiten in Deutschland] nach dem [[Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Das das [[Bundesamt für Naturschutz]] (BfN) listet den Fläming bei identischer Grenzziehung unter &#039;&#039;D11&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
=== Geologie, Hydrografie und Namenkunde ===&lt;br /&gt;
* Werner Stackebrandt, Volker Manhenke (Hrsg.): &#039;&#039;Atlas zur Geologie von Brandenburg.&#039;&#039; 2. Auflage. Landesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe Brandenburg (heute Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, LBGR), 2002, ISBN 3-9808157-0-6.&lt;br /&gt;
* [[Reinhard E. Fischer]], Jürgen Neuendorf, Joachim Reso: &#039;&#039;Rund um Belzig. Orts- und Flurnamen, Findlinge und Bäume, Bäche und Teiche.&#039;&#039; (= &#039;&#039;Jubiläumsreihe zur Belziger Stadtgeschichte.&#039;&#039; Buch 4). Herausgeber: Förderkreis Museum Burg Eisenhardt Belzig e.&amp;amp;nbsp;V., das Vorwort ist von 1997. {{DNB|964455366}}. Zum Hagelberg, S. 19&amp;amp;nbsp;f.&lt;br /&gt;
* Reinhard E. Fischer: &#039;&#039;Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin.&#039;&#039; (= &#039;&#039;Brandenburgischen Historischen Studien.&#039;&#039; Band 13). be.bra wissenschaft verlag, Berlin 2005, ISBN 3-937233-30-X, Zum Hagelberg S. 73.&lt;br /&gt;
* L. Lippstreu, N. Hermsdorf, A. Sonntag: &#039;&#039;Geologische Übersichtskarte des Landes Brandenburg 1 : 300.000 – Erläuterungen.&#039;&#039; Potsdam 1997, ISBN 3-7490-4576-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichtliche Fachliteratur und historische Darstellungen ===&lt;br /&gt;
* [[Theodor Fontane]]: &#039;&#039;[[Wanderungen durch die Mark Brandenburg]].&#039;&#039; Teil 4: &#039;&#039;Spreeland&#039;&#039;. Zitate nach der Ausgabe Ullstein, Frankfurt am Main / Berlin 1998, ISBN 3-548-24381-9. Die Angaben stehen im Kapitel: &#039;&#039;Luch im Wald&#039;&#039; (Luckenwalde) S. 527–534, das in der Erstausgabe 1882 und verschiedenen späteren Ausgaben nicht enthalten ist und in der benutzten Ullstein-Ausgabe als Anhang unter der Überschrift &#039;&#039;Aufsätze aus dem thematischen Umfeld der „Wanderungen“&#039;&#039; wiedergegeben ist.&lt;br /&gt;
* A. Mariaschk: &#039;&#039;Der Fläming.&#039;&#039; In: Pestalozzi-Verein der Provinz Brandenburg (Hrsg.): &#039;&#039;Die Provinz Brandenburg in Wort und Bild.&#039;&#039; Julius Klinkhardt, Berlin 1900, S. 421–425.&lt;br /&gt;
* A. Mariaschk: &#039;&#039;Kloster Zinna.&#039;&#039; In: Pestalozzi-Verein der Provinz Brandenburg (Hrsg.): &#039;&#039;Die Provinz Brandenburg in Wort und Bild.&#039;&#039; Julius Klinkhardt, Berlin 1900, S. 433–436.&lt;br /&gt;
* [[Helga Kästner]] (Hrsg.): &#039;&#039;Die kurzgefasste Geschichte des Hohen Flämings, der Dörfer Raben, Rädigke, Wulkow (wüst) sowie der Burg Rabenstein&#039;&#039;, erzählt von Martin Opitz, erstellt unter Mitarbeit von Stefan Pirnack, Treibgut Verlag Berlin, 2022&lt;br /&gt;
* [[Lutz Partenheimer]]: &#039;&#039;Albrecht der Bär.&#039;&#039; 2. Auflage. Böhlau, Köln 2003, ISBN 3-412-16302-3.&lt;br /&gt;
* Lutz Partenheimer: &#039;&#039;Deutsche Herrschaftsbildung im Fläming während des 12. und 13. Jahrhunderts.&#039;&#039; [[Dissertation]]. Universität Potsdam, 1988. [http://opus.kobv.de/ubp/volltexte/2007/1584/ (Volltext)]&lt;br /&gt;
* Lutz Partenheimer: &#039;&#039;Die Entstehung der Mark Brandenburg&#039;&#039;. Mit einem lateinisch-deutschen Quellenanhang. 1. und 2. Auflage, Köln/Weimar/Wien 2007.&lt;br /&gt;
* [[Oskar Schwebel]]: &#039;&#039;Wanderungen in der Mark Brandenburg. Der südliche Landrücken des Tieflandes mit dem Fläming.&#039;&#039; In: [[Ernst Friedel]], Oskar Schwebel: &#039;&#039;Bilder aus der Mark Brandenburg&#039;&#039;. [[Otto Spamer]], Leipzig 1881, S. 415–446.&lt;br /&gt;
* Stephan Warnatsch, &#039;&#039;Geschichte des Klosters Lehnin 1180–1542.&#039;&#039; (= &#039;&#039;Studien zur Geschichte, Kunst und Kultur der Zisterzienser.&#039;&#039; Band 12.1). Lukas, Berlin 2000 (Zugleich: Berlin, Freie Universität, Dissertation, 1999), ISBN 3-931836-45-2.&lt;br /&gt;
* Heinrich Glöß: &#039;&#039;Titanen-Tour – Wie der Fläming immer wieder neu entdeckt wird.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Die Mark Brandenburg.&#039;&#039; Heft 75, Berlin 2009, ISBN 978-3-910134-11-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reise- und Kulturführer ===&lt;br /&gt;
* [[Jan-Michael Feustel|Jan Feustel]]: &#039;&#039;Zwischen Wassermühlen und Sumpfwäldern, Ein Reise- und Erlebnisführer in das Baruther Urstromtal.&#039;&#039; Hendrik Bäßler Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-930388-11-1.&lt;br /&gt;
* Hillert Ibbeken: &#039;&#039;Die mittelalterlichen Feld- und Bruchsteinkirchen des Fläming.&#039;&#039; Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-8305-0039-4.&lt;br /&gt;
* Christa und Johannes Jankowiak:&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Unterwegs an Nuthe und Nieplitz. Porträt einer märkischen Landschaft. Auf alten Spuren und neuen Wegen.&#039;&#039; Stapp Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-87776-061-9.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Wanderungen durch den Fläming&#039;&#039;. Militzke 1992, 63 S., ISBN 3-86189-024-0.&lt;br /&gt;
* [[Andreas Jüttemann]]: &#039;&#039;Hoher Fläming und Anhalt. Auf dem Europäischen Fernwanderweg E11 von Berlin durch das Dessau-Wörlitzer Gartenreich in den Harz.&#039;&#039; Pharus-Plan-Verlag, Berlin 2022, ISBN 3-8651-4238-9.&lt;br /&gt;
* Heinz G. Nitschke, Jan Feustel: &#039;&#039;Entdeckungen im Fläming.&#039;&#039; Hendrik Bäßler Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-930388-35-9.&lt;br /&gt;
* Viola Pfeifer: &#039;&#039;Feldsteinkirchen im Fläming. Ein kunsthistorischer Führer.&#039;&#039; Berlin 1997, ISBN 3-930541-18-1.&lt;br /&gt;
* Carsten Rasmus, Bettina Rasmus: &#039;&#039;Der Fläming, Erlebnisführer.&#039;&#039; KlaRas Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-933135-14-1.&lt;br /&gt;
* [[Bernd G. Ulbrich]]: &#039;&#039;Der Fläming. Ein Führer durch seine Kultur.&#039;&#039; edition RK, Dessau 2002, ISBN 3-934388-02-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Naturpark Hoher Fläming|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
{{Commons|Naturpark Fläming|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
{{Wikivoyage}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.reiseregion-flaeming.de/ Tourismusverband Fläming e.&amp;amp;nbsp;V.]&lt;br /&gt;
* [https://www.flaeming.net/ Naturpark Hoher Fläming]&lt;br /&gt;
* [http://www.naturpark-flaeming.de/ Naturpark Fläming/Sachsen-Anhalt]&lt;br /&gt;
* Theo Engeser, Konstanze Stehr: [http://www.userpage.fu-berlin.de/~engeser/potsdam-mittelmark/index.html &#039;&#039;Mittelalterliche Dorfkirchen in Brandenburg, Landkreis Potsdam-Mittelmark.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise (Fußnoten) ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|article=/|NS=52/00//N|EW=12/45//E|type=mountain|elevation=200|region=DE-BB/DE-ST}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4092969-3|VIAF=243006841}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Flaming}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Brandenburgische Landschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glazial geprägtes geographisches Objekt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Region in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Region in Sachsen-Anhalt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Sachsen-Anhalt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Natura-2000-Gebiet]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturraum im Norddeutschen Tiefland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fläming| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>185.104.138.61</name></author>
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