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	<title>Demo Wiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-08T00:17:48Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Kursivschrift&amp;diff=14999</id>
		<title>Kursivschrift</title>
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		<updated>2025-06-14T15:47:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;134.60.67.135: /* Kursivschrift bei wissenschaftlichen Namen in der Biologie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Garamond.gif|mini|hochkant=1.5|Beispiel der Schriftart [[Garamond (Schriftart)|Garamond]] in normal (oben) und kursiv (unten). Deutlich erkennbar ist, dass die kursiven Glyphen nicht nur schräggestellt sind, sondern auch andere Formen haben.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kursiv&amp;amp;shy;schrift&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;&#039;Kursiv&amp;amp;shy;druck&#039;&#039;&#039;) bzw. &#039;&#039;&#039;kursiv&#039;&#039;&#039; gesetzter Text (von [[mittellatein]]isch {{laS|cursivus|de=fließend, geläufig}}, gebildet zu {{laS|cursare|de=immer weiterlaufen}}, dieses wurde wiederum gebildet zu {{laS|currere|de=eilen, laufen}}) ist in der [[Typografie]] eine [[Schriftauszeichnung]] für [[Satzschrift]]en, bei der die [[Schriftzeichen]] in [[Schreibrichtung]] schräg geneigt sind. Sie dient vor allem zur Hervorhebung von [[Text]]stellen und ‑passagen. Der [[Englische Sprache|englische]] Begriff ist &#039;&#039;&#039;italics&#039;&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;&#039;italic&#039;&#039;&#039; (Adjektiv), letzterer wird häufig bei [[Software]] verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für diese Art der Schriftauszeichnung wird in aller Regel ein eigens dafür vorgesehener [[Schriftschnitt]] verwendet. In einer [[Schriftfamilie]] ist der kursive Schnitt auf den normalen Schnitt abgestimmt, so dass auch bei [[Schriftmischung]], also der gemischten Verwendung beider Schnitte in einem Text, ein harmonisches Schriftbild entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eigenschaften und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
Während bei der normalen, senkrecht ([[recte]]) zur [[Schriftlinie|Zeile]] stehenden [[Antiqua]] die [[Glyphe]]n senkrecht &#039;&#039;stehen,&#039;&#039; wirken sie in einer kursiven Satzschrift &#039;&#039;laufend,&#039;&#039; &#039;&#039;rennend&#039;&#039;&amp;amp;nbsp;– sie sind schräg, nach rechts geneigt und bilden ggf. [[Ligatur (Typografie)|Ligaturen]]. Sie können sich auch in ihrer Form von den entsprechenden nichtkursiven Glyphen unterscheiden. Beispiele dafür sind die „einstöckige“ Form &#039;&#039;ɑ&#039;&#039; des Kleinbuchstaben a, die Unterlänge beim Kleinbuchstaben f oder das kleine g (siehe Abschnitt &#039;&#039;Kursiviert&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kursivschrift gibt es nicht nur im lateinischen Alphabet. Auch bei [[Kyrillisches Alphabet#Kursive und aufrechte Formen|kyrillischer Schrift]] wird zwischen kursiven und aufrechten Formen unterschieden. Für [[gebrochene Schriften]] sind kursive, ebenso wie fette, Schriftschnitte traditionell unüblich. Im [[Fraktursatz]] dominiert deshalb der [[Sperrsatz]] zur Auszeichnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe kursiv und Kursive ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Virgil 1501 Aldus Manutius (Italika).jpg|mini|Die erste von [[Aldus Manutius]] gedruckte Kursivschrift, 1501. Die Großbuchstaben am Anfang der Zeilen sind hier noch &#039;&#039;recte&#039;&#039;.]]&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;kursiv&#039;&#039; geht auf den der &#039;&#039;[[Schreibschrift|Kursive]]&#039;&#039; zurück. Die beiden Begriffe sind aber keinesfalls deckungsgleich. „Kursive“ bezeichnet Schreibschrift (auch Kurrent- oder Laufschrift genannt), d.&amp;amp;nbsp;h. Schriften, die sich für schnelles [[manuelles Schreiben|Schreiben mit der Hand]] eignen. Sie entstanden aus dem Schreiben mit einer [[Schreibfeder]] und ähnlichem [[Schreibgerät]] sowie dem Anspruch hoher Schreibgeschwindigkeit. Sie haben in der Regel verbundene Buchstaben und sind auch häufig, aber nicht zwingend, geneigt. Das Adjektiv &#039;&#039;kursiv&#039;&#039; und das Substantiv &#039;&#039;Kursivschrift&#039;&#039; beziehen sich dagegen meistens auf Satzschriften. Das charakteristische gemeinsame Merkmal der kursiven Schnitte ist die Neigung der Schriftzeichen, die ansonsten im Regelfall unverbunden wie die Zeichen im normalen Schriftschnitt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der englische Begriff &#039;&#039;cursive&#039;&#039; bedeutet „Kursive“ (Schreibschrift) und nicht „kursiv“. Er wird in Computersystemen (zum Beispiel in [[Hypertext Markup Language|HTML]] oder [[Cascading Style Sheets|CSS]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ich-lerne-css.de/Style/Examples/007/fonts.html CSS: Fonts. Deutsche Übersetzung der Seite &#039;&#039;Web Style Sheets CSS tips &amp;amp; tricks.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ich-lerne-css.de.&#039;&#039; [[W3C]], abgerufen am 15. Dezember 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;) unter anderem verwendet, um allgemein darauf zu verweisen, dass eine Schrift aus der Schriftklasse der [[Schreibschriften]] zur Darstellung genutzt werden soll, ohne explizit eine bestimmte Schreibschrift zu benennen. Das Betriebssystem bzw. das Anwendungsprogramm nutzt dann eine verfügbare, für diese Schriftklasse [[Voreinstellung|voreingestellte]] Schriftart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abseits der Typografie werden manchmal Schriften, etwa ägyptische Hieroglyphen oder chinesische Kalligrafieformen, „kursiv“ genannt, auch wenn dies nur mit dem Konzept einer (handgeschriebenen) Kursive und nichts mit kursiven Satzschriften zu tun hat. Umgekehrt wird in der deutschen [[Druckersprache]] manchmal eine kursive Satzschrift eine „Kursive“ genannt, obwohl dieser Begriff eigentlich Handschriften bezeichnet. Dies trägt zur Begriffsverwirrung bei, während im Englischen die beiden Themen mit den Begriffen &#039;&#039;italic&#039;&#039; und &#039;&#039;cursive&#039;&#039; sprachlich klarer abgegrenzt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
Die [[humanistische Kursive]], eine klare, schlichte und gut lesbare Handschrift aus der Epoche des [[Humanismus]] in [[Italien]], wurde sowohl zur Vorlage der ersten kursiven Satzschriften als auch zur Urform der [[lateinische Schreibschrift|lateinischen Schreibschriften]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen ihrer Herkunft aus Italien werden kursive Schriften im Englischen &#039;&#039;italics&#039;&#039; genannt. Basierend auf der &#039;&#039;Cancellaresca formata,&#039;&#039; einer Kanzleischrift-Variante der humanistischen Kursive, entwickelte der [[Stempelschneider]] [[Francesco Griffo]] im Auftrag des Buchdruckers [[Aldus Manutius]] um 1501 die erste kursive Drucktype aus Blei. Man findet frühe Verwendungen der gedruckten Kursivschrift etwa in den [[Aldinen]]. Das 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wird auch das &#039;&#039;Age of Italics&#039;&#039; genannt, weil in ihm ganze Bücher in dieser neuen Schrift gesetzt wurden. Dabei wurden jedoch die Anfangsbuchstaben der Verszeilen (Versalien) nicht kursiv gesetzt. Vielmehr kombinierte man aufrechte &#039;&#039;(recte)&#039;&#039; Versalien mit kursiven Kleinbuchstaben. Erst später kamen dann auch geneigte Versalien auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl die humanistische Kursive als Handschrift wie auch die kursive Satzschrift breiteten sich von Italien nach Frankreich, England und Deutschland aus. Später löste die [[Antiqua]], die einige Jahrzehnte vor der Kursivschrift ebenfalls in Italien entstand, nach und nach die kursiven Drucktypen als [[Brotschrift]] ab. Die kursiven Typen blieben jedoch weiterhin im Einsatz und werden seitdem zur Auszeichnung bestimmter Wörter oder Passagen innerhalb eines sonst in Antiqua gesetzten Textes verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kursive vs. kursivierte Schriften {{Anker|Kursivierung}} ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Kursiv.svg|mini|Oben: Oblique-Schriftart („[[DejaVu|DejaVu Sans]]“); unten: Schriftart mit echten Kursiven („[[Liberation Serif]]“)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Antiqua-Kursiven.png|mini|Majuskeln bei bekannten Antiqua-Schriften (schräg und &#039;&#039;echt&#039;&#039; kursiv)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Typografie werden &#039;&#039;echte kursive&#039;&#039; von &#039;&#039;kursivierten&#039;&#039; Schriftschnitten unterschieden. Erstere sind eigens entworfene Schnitte, was zumeist besonders an den Kleinbuchstaben „a“, „f“ und „g“ durch die spezielle Zeichenform deutlich erkennbar ist; dies kommt in der Regel auch durch den Namensbestandteil „italic“ oder „kursiv“ zum Ausdruck. Bei letzteren wurden die Zeichen lediglich schräggestellt und nicht eigens entworfen; diese schräggestellten Schnitte werden meist als „oblique“ oder „schräg“ bezeichnet. Dies wird allerdings in Computerschriftarten und Schriften verwendender Software nicht immer konsequent durchgehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind die Antiqua-Großbuchstaben auch im Kursivsatz nur schräg geformt. Echte kursive Großbuchstaben finden sich bei reinen Kursivschriften, die für den [[Akzidenzdruck]] (Einladungen, Glückwünsche, Menü-Karten u. a.) eingesetzt werden. Bei serifenlosen [[Grotesk (Schrift)|Groteskschriften]] werden die Großbuchstaben nur schräg gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Schriften lediglich automatisch durch Buchstabenverformung schräg gestellt werden, bezeichnet man das als &#039;&#039;Kursivierung,&#039;&#039; &#039;&#039;Verschiefung&#039;&#039; oder umgangssprachlich als &#039;&#039;Schrägstellen&#039;&#039;. Auch links-oblique, also gegen die Leserichtung schräggestellte, Schriftschnitte – etwa zur Bezeichnung von [[Gewässer]]n in [[Karte (Kartografie)|Landkarten]] – können auf diese Weise ohne eigenständigen Entwurf automatisch erzeugt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendung ==&lt;br /&gt;
Generell zeigt eine kursive Hervorhebung an, dass es sich bei dem &#039;&#039;mot juste&#039;&#039; um ein Fremdwort aus einer anderen Sprache handelt oder dass ein Wort innerhalb eines Satzes &#039;&#039;betont&#039;&#039; wird. Das Schriftbild verliert dadurch seine potenzielle [[Mehrdeutigkeit|Ambiguität]]. Daher wird beim Schreiben eines Textes (z.&amp;amp;nbsp;B. in Romanen) oftmals die Kursivschrift angewandt, auch weil die Kursive anders als halbfett gesetzter Text den [[Grauwert]] des Textes nicht beeinflusst und damit nicht hervorsticht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
#„Er hätte ja auch die Tür &#039;&#039;öffnen&#039;&#039; können.“&lt;br /&gt;
#:Die Betonung des Verbs weist darauf hin, dass die Person die Tür hätte öffnen können, es aber nicht getan hat.&lt;br /&gt;
#„Er hätte ja auch die &#039;&#039;Tür&#039;&#039; öffnen können.“&lt;br /&gt;
#:Hier wird dem Leser eine Alternative des Geschehens angeboten. Die Person hat vielleicht ein Fenster geöffnet, hätte aber auch eine Tür öffnen können.&lt;br /&gt;
Auf Grund ihrer unterschiedlichen Betonung erlangen beide Sätze völlig andere Bedeutungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel werden in Romanen auch die &#039;&#039;Gedanken&#039;&#039; einer Person (innerer Monolog, aber keine indirekte Rede) durch kursive Schriftauszeichnung „sichtbar“ gemacht:&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Ich glaube, sie liebt mich, aber wie kann ich sicher sein?&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Fließtext]] ist es üblich, Titel von Büchern, Filmen u.&amp;amp;nbsp;ä. kursiv (statt in Anführungszeichen) zu setzen:&lt;br /&gt;
::Goethes &#039;&#039;Faust&#039;&#039; hat eine große Bedeutung für die deutsche Literatur.&lt;br /&gt;
::Mit &#039;&#039;Metropolis&#039;&#039; beschritt Fritz Lang neue Wege der Filmtechnik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso werden Schiffsnamen kursiv gesetzt:&lt;br /&gt;
::Die [[Seiner Majestät Schiff|SMS]] &#039;&#039;Bismarck&#039;&#039; war ein Kriegsschiff der ehemaligen Kaiserlichen Marine.&lt;br /&gt;
Ist kursiver Text eingeklammert, werden auch die Klammern kursiv gesetzt; das nachfolgende Satzzeichen kann kursiv oder gerade gesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Abschnitt &#039;&#039;Schriftauszeichnung.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Duden.&#039;&#039; 24. Aufl. 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
::Dies ist ein korrektes Beispiel &#039;&#039;(a correct example)&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
::Dies ist ein Beispiel für einen Zeichensetzungsfehler (&#039;&#039;an example of wrong punctuation&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
::Dies ist korrekt &#039;&#039;(so)!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::Dies ist ebenfalls korrekt &#039;&#039;(so)&#039;&#039;!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kursivschrift in Literaturverzeichnissen ===&lt;br /&gt;
In manchen wissenschaftlichen [[Zitat|Zitierweisen]] wird verlangt, dass die Titel von selbstständigen [[Publikation]]en (Büchern und Zeitschriften) kursiv ausgezeichnet werden. Die Überschriften von unselbstständigen Veröffentlichungen hingegen werden dann zwischen Anführungsstriche gesetzt. Beispiele:&lt;br /&gt;
: Weldon, Fay: &#039;&#039;The Rules of Life&#039;&#039; (London: Century Hutchinson, 1987).&lt;br /&gt;
: Jones, Lewis: ‘Airport’ &#039;&#039;(The President’s Child)&#039;&#039;, &#039;&#039;New Statesman&#039;&#039; (24. September 1982): S. 30.&lt;br /&gt;
In anderen Zitierweisen wiederum&amp;amp;nbsp;– insbesondere in deutschen [[Rechtswissenschaft|juristischen]] Texten&amp;amp;nbsp;– werden Personennamen (Autoren, gegebenenfalls auch Herausgeber) kursiv gesetzt. Beispiel:&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;Fischer, Thomas&#039;&#039;, Strafgesetzbuch mit Nebengesetzen, 67.&amp;amp;nbsp;Auflage, München 2020.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kursivschrift im Formelsatz ===&lt;br /&gt;
Im [[Formelsatz]] werden [[Parameter (Mathematik)|Variable]]n, [[Mathematische Konstante|Konstante]]n und [[Funktion (Mathematik)|Funktionen]] kursiv ausgezeichnet, um sie von Text und [[Maßeinheit#Einheitenzeichen|Einheitenzeichen]] unterscheiden zu können; zum Beispiel &amp;lt;!--&lt;br /&gt;
--: &#039;&#039;m&#039;&#039; für Masse, m für Meter oder Milli-,&lt;br /&gt;
--: &#039;&#039;V&#039;&#039; für Volumen, V für Volt,&lt;br /&gt;
--&amp;gt;&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;s&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; für Strecke, s für Sekunde,&lt;br /&gt;
: &#039;&#039;c&#039;&#039; für die Lichtgeschwindigkeit, c für centi-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Schriftarten bieten für den Formelsatz und ähnliche Zwecke besondere Varianten von kursiven Glyphen an, z.&amp;amp;nbsp;B. die [[Computer Modern]] oder die [[Cambria (Schriftart)|Cambria Math]]. Dabei unterscheiden sich etwa &amp;lt;math&amp;gt;x&amp;lt;/math&amp;gt; und &amp;lt;math&amp;gt;f&amp;lt;/math&amp;gt; in der Regel von den Kursiven für den Fließtext (&amp;amp;#8198;&#039;&#039;x&amp;amp;nbsp;f&#039;&#039;&amp;amp;#8198;). Außerdem ist der lateinische Buchstabe &amp;lt;math&amp;gt;a&amp;lt;/math&amp;gt; besser vom griechischen Buchstaben &amp;lt;math&amp;gt;\alpha&amp;lt;/math&amp;gt; unterscheidbar. Diese Glyphen werden jedoch anders kodiert als die regulären lateinischen Buchstaben, z.&amp;amp;nbsp;B. durch die OML-Codierung (bei [[TeX]]) oder über den [[Unicodeblock Mathematische alphanumerische Symbole]], sind also technisch betrachtet andere Zeichen. Vor [[Unicode]] wurden mehrere Schriftarten kombiniert bzw. spezielle Schriftschnitte für den Formelsatz verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kursivschrift bei wissenschaftlichen Namen in der Biologie ===&lt;br /&gt;
Internationalem Gebrauch folgend, werden wissenschaftliche Namen ab dem Gattungsrang abwärts kursiv ausgezeichnet. Steht der Name in Klammern, so werden in diesem Fall jedoch die Klammern nicht kursiv ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
Beispiel:&lt;br /&gt;
:Die Samenkerne von &#039;&#039;Taxus baccata&#039;&#039; sind hochgiftig.&lt;br /&gt;
:Die Samenkerne der Europäischen Eibe (&#039;&#039;Taxus baccata&#039;&#039;) sind hochgiftig.&lt;br /&gt;
Beispiele für Rangstufen unterhalb von Spezies (Art):&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Homo sapiens idaltu&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Escobaria vivipara&#039;&#039; var. &#039;&#039;arizonica&#039;&#039;&lt;br /&gt;
In der Virologie werden den Regeln des {{lang|en|[[International Committee on Taxonomy of Viruses]]}} (ICTV) folgend alle [[Taxonomie|taxonomischen]] Ränge in dieser Weise kursiv ausgezeichnet, nicht jedoch einzelne Isolate und Virusnamen selbst sowie Abkürzungen (außer sie sind Teil einer taxonomischen Rangbezeichnung).&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mimiviridae&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Heterosigma akashiwo virus 01&#039;&#039; (HaV01)&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Escherichia virus T7&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnung innerhalb kursiven Textes ==&lt;br /&gt;
{{Anker|Kursiv innerhalb kursiv}}&lt;br /&gt;
Wenn innerhalb einer kursiven Textpassage ein Wort besonders betont werden soll, wird wieder die gerade Grundschrift verwendet:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Wie konnte ich nur so&#039;&#039; dumm &#039;&#039;sein!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Albert Ernst |Titel=Wechselwirkung – Textinhalt und typografische Gestaltung |Verlag=Königshausen und Neumann |Ort=Würzburg |Datum=2005 |ISBN=3-8260-3146-6}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Stephan Füssel]], Helmut Hiller |Titel=Wörterbuch des Buches |Auflage=7., grundlegend überarb. |Verlag=Vittorio Klostermann |Ort=Frankfurt am Main |Datum=2006 |ISBN=3-465-03495-3}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Titel=Reclams Sachlexikon des Buches |Herausgeber=Ursula Rautenberg |Auflage=2., verb. |Verlag=Philipp Reclam jun. |Ort=Stuttgart |Datum=2003 |ISBN=3-15-010542-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|kursiv}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Typografie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>134.60.67.135</name></author>
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		<title>Marschland</title>
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		<updated>2025-06-03T07:26:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;134.60.67.135: /* Etymologie und Synonyme */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Pincerno - Spadenland 1.jpg|mini|Kilometerweite Marsch in den [[Vier- und Marschlande]]n am Elbdeich]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Marsch(land)&#039;&#039;&#039; (von [[urgermanisch]] &#039;&#039;*mariska&#039;&#039;, [[altsächsisch]] &#039;&#039;mersc&#039;&#039;) –&amp;amp;nbsp;auch &#039;&#039;&#039;Masch&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Mersch&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Schwemmland&#039;&#039;&#039; genannt&amp;amp;nbsp;– bezeichnet einen [[Holozän|nacheiszeitlich]] entstandenen [[Geomorphologie|geomorphologisch]]-[[Bodenkunde|pedologischen]] [[Landschaft]]s&amp;lt;nowiki /&amp;gt;typ im Gebiet der nordwestdeutschen Küsten und Flüsse sowie vergleichbare Landschaften weltweit.&lt;br /&gt;
[[Datei:Wedeler Marsch.jpg|mini|Die Wedeler Marschlandschaft in Schleswig-Holstein]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Buelkau -Hadelner Kanal- 2005 by-RaBoe.jpg|mini|hochkant|Der [[Hadelner Kanal]] zur Entwässerung der Marsch]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Otterndorf, Schöpfwerk.JPG|Das [[Schöpfwerk Otterndorf]] im [[Land Hadeln]] zur Entwässerung der [[Medem (Fluss)|Medem]] verfügte damals bereits über die größte [[Kreiselpumpe]] Europas.|mini]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Neuhaus (Oste) 2006 -Schöpfwerk Aue - Neuhaus-Bülkauer Kanal- by-RaBoe 02.jpg|mini|hochkant|Das Schöpfwerk in [[Neuhaus (Oste)|Neuhaus]] für die Aue und des [[Neuhaus-Bülkauer Kanal]]s]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition ==&lt;br /&gt;
Marschen sind generell flache Landstriche ohne natürliche Erhebungen. Sie bestehen aus angeschwemmten [[Sediment]]en und liegen in etwa auf Höhe des [[Meeresspiegel]]s landeinwärts des [[Watt (Küste)|Watts]] und der [[Salzwiese]]n und reichen bis zur [[Geest]], die [[pleistozän]]en Ursprungs ist. Entstehungsgeschichtlich gehören sie zu den jüngsten geologischen Formationen: Sie sind [[holozän]]en Ursprungs, also nacheiszeitlich. Wenige Dezimeter bis mehrere Meter unter dem Marschboden und flachen Meeresgebieten befinden sich glazial geformte Schichten,&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.lbeg.niedersachsen.de/karten_daten_publikationen/karten_daten/ NIBIS-Kartenserver des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie – Geozentrum Hannover]:&lt;br /&gt;
http://nibis.lbeg.de/cardomap3/ → Geologie → Geologische Küstenkarte 1:25&amp;amp;nbsp;000 → Relief der Holozänbasis&amp;lt;/ref&amp;gt; die denen entsprechen, die in der Geest zutage liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgedehnte Marschgebiete gibt es in Nordwesteuropa nicht nur direkt an der [[Nordsee]], sondern beispielsweise auch als Flussmarschen im Gezeiten-Einflussgebiet der [[Tidefluss|Tideflüsse]], insbesondere der [[Schelde]], [[Maas]], [[Ems]], [[Weser]], [[Elbe]], [[Oste]], [[Stör (Elbe)|Stör]], [[Eider]] und [[Varde Å]] sowie der [[Themse]].&lt;br /&gt;
Das Marschland der deutschen Nordseeküste bildet zusammen mit den benachbarten niederländischen und dänischen Flächen das größte Marschgebiet weltweit. Die Längsausdehnung des Marschlandes zwischen [[Den Helder]] (NL) und [[Esbjerg]] (DK) beträgt grob 500&amp;amp;nbsp;km. Ein wichtiges Gegenstück bilden die Marschen zwischen [[Hoek van Holland]] und [[Calais]], die sich im Mündungsgebiet von Rhein und Maas als reine Flussmarschen bis zur deutschen Grenze bei Emmerich ausdehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar werden auch weiter im Binnenland gelegene [[Niederung]]slandschaften umgangssprachlich oft als „Marsch“ bezeichnet (oder Abwandlungen davon, z.&amp;amp;nbsp;B. [[Leine (Aller)|Leinemasch]] in [[Hannover]] mit dem [[Maschsee]], das [[Rhein-Maas-Delta]], die [[Niederrheinische Bucht]] oder die [[Leie]]ebene (&#039;&#039;Plaine de la Lys&#039;&#039;)), bodenkundlich und hydrologisch handelt es sich dabei aber präziser um [[Flussaue]]n. Auch die Mündungsgebiete der [[Weichsel]] und [[Nogat]] ([[Żuławy Wiślane]]), das [[Memeldelta]] und das [[Binnendelta]] des [[Oderbruch]]s werden gelegentlich als Marschland betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marschen werden auch feiner z.&amp;amp;nbsp;B. nach Alter oder Entfernung zum Meer unterschieden:&lt;br /&gt;
* [[Seemarsch]]en&lt;br /&gt;
* Übergangs- und [[Brackmarsch]]en&lt;br /&gt;
* Flussmarschen&lt;br /&gt;
* Moormarschen&lt;br /&gt;
* Jungmarsch und Altmarsch&lt;br /&gt;
Der heutige Begriff Marsch ist vor allem durch die deutsche Geographie geprägt. Es handelt sich um einen [[Holismus|holistischen]] Begriff, der, im Gegensatz zu den meisten fremdsprachigen Äquivalenten, sowohl bodenkundliche als auch landschaftliche und kulturgeographische Aspekte umfasst. Grundlegend waren die Reisebeschreibungen des [[Johann Georg Kohl]] (1808–1878), der über „die Marschlände der Welt“ berichtete. Der Begriff Marsch überschneidet sich mit verwandten Begriffen, wie [[Feuchtgebiet]], [[Bruch (Landschaft)|Bruch]], [[Niederung]] und [[Sumpf]]. Während er in Deutschland jedoch fast ausschließlich auf die besiedelte Kulturlandschaft verweist, werden seine sprachlichen Gegenstücke in anderen europäischen Sprachen eher benutzt, um unbesiedelte Feuchtgebiete mit [[Sumpf|Sümpfen]], [[Bruchwald|Bruchwäldern]] oder [[Salzwiese]]n anzudeuten. Die deutsche Terminologie wurde weitgehend in Skandinavien und Tschechien, jedoch nur teilweise im Baltikum und in Osteuropa übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Kategorie der „Marschböden“ wurde in Polen, Russland und den baltischen Staaten häufig im formalen System der Bodenklassifikation aufgenommen. Zur Charakterisierung von Naturlandschaften werden die Begriffe „Marsch“ und „Marschland“ dagegen in Osteuropa nur für Salzwiesen benutzt, nicht für die eingedeichten Marschen.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Niederlanden und Belgien werden dagegen Begriffe wie [[Klei]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;bezirke und Polder&amp;lt;nowiki /&amp;gt;land verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung der Marschen als Bodenart wurde 1770 von dem Botaniker [[Otto von Münchhausen (Botaniker)|Otto von Münchhausen]] eingeführt, nachdem schwedische Naturforscher über „Seeton“ (&#039;&#039;Söler&#039;&#039;) schrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird zwischen [[Seemarsch]]en, Moormarschen, Flussmarschen, [[Flussaue]]n, [[Salzwiese]]n, [[Borealer Nadelwald#Flora|Taigawiesen]], [[Polder|trockengelegten Seen]] (Polder) und [[Lagune]]n (bzw. [[Haff]]s und [[Liman]]e) unterschieden. Die niedrigen Moormarschen, auch [[Sietland]] genannt, werden in den Niederlanden zu den [[Moorlandschaft]]en gerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Salt pannes and pools high and low tide.gif|mini|Animation zum Zusammenhang von Watt, Salzmarsch und Hinterland mit den [[Gezeiten]] (Niedrigwasser, Mittlerer Wasserstand, Hochwasser und [[Springhochwasser]])]]&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen}}&lt;br /&gt;
Ursprung vieler Marschen ist das Watt. Die Marschen entstehen durch allmähliche Verlandung der [[Salzwiese]]n durch [[Sedimentation]] an [[Pionierpflanze]]n. Dieser natürliche Vorgang wurde von den Küstenbewohnern in der Vergangenheit für die [[Landgewinnung]] genutzt. Die Sedimentationsrate ist dann am höchsten, wenn die Marschen noch nicht zu hoch über den Meeresspiegel gewachsen sind. Wenn Sturm- und [[Springtide]]n die Salzwiesen überfluten, fällt das mitgeführte Material am Ende der Brandungszone aus, weil die Transportkraft durch die verringerte Geschwindigkeit der Wellen kleiner wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So entsteht eine leicht erhöhte Zone direkt an der Küste bzw. am Flussufer; das sogenannte Hochland aus minerogenen Sedimenten. Landeinwärts findet keine Sedimentation statt, weshalb hier das tieferliegende [[Sietland]] entsteht. Durch den langsamen Anstieg des Meeresspiegels bzw. Senkung des Landes wächst der Höhenunterschied zwischen Hochland und Sietland und kann mehrere Meter betragen. Die Oberfläche kann aber auch bis unter den Stand des Tidenniedrigwassers sinken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Landgewinnung bzw. zum [[Hochwasserschutz]] wurden die Marschen früher eingedeicht. Diese durch Fluss- und See[[deich]]e geschützten Gebiete werden als [[Koog]] (in Schleswig-Holstein), Groden oder Heller (in Niedersachsen) oder [[Koog|Polder]] (in den Niederlanden) bezeichnet. Wo kein Schutz durch Deiche vorhanden ist, zum Beispiel auf [[Hallig]]en, wurden Gehöfte und Ansiedlungen wegen der Überflutungsgefahr auf einige Meter hohe aufgehäufte [[Warft]]en oder &#039;&#039;Wurten&#039;&#039; (niederländisch: Terpen) gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Marschland wird durch ein [[Entwässerung]]ssystem, bestehend aus Gräben, [[Wetterung|Wettern]] oder &#039;&#039;Wetterungen&#039;&#039;, [[Schöpfwerk|Pumpstationen]] und [[Siel]]en trocken gehalten. Ohne diese ständige Entwässerung würden sich [[Moor]]gebiete entwickeln. Durch das Trockenlegen ist das Land (teilweise unter den Meeresspiegel) abgesackt. Die tiefste Landstelle Deutschlands liegt 3,54 Meter unter dem Meeresspiegel und befindet sich am Ortsrand von [[Neuendorf-Sachsenbande]] in der [[Wilstermarsch]] westlich von [[Itzehoe]] in [[Schleswig-Holstein]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== {{Anker|Marschböden}} Klassifizierung ===&lt;br /&gt;
Die Marschen bildeten nach der deutschen Bodensystematik bis 2024 die Klasse M in der Abteilung der [[Semiterrestrische Böden|semiterrestrischen Böden]] (Grundwasserböden), jetzt entweder Marschgley (Klasse GM) genannt oder zu den [[Pseudogley]]s (Klasse SS) gerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Bodensystematik war eine der wenigen Klassifizierungen weltweit, die die Marschböden als eigene Klasse ansprach. Die meisten Systeme – wie die [[World Reference Base|WRB]] – sehen in ihnen nur Teile anderer Klassen. Diese Besonderheit mag darin begründet sein, dass Marschen in Nordwestdeutschland eine große Fläche einnehmen. Die Niederlande, Belgien, Russland und seit 1995 auch Frankreich (&#039;&#039;thalassosols&#039;&#039;) kennen eine vergleichbare Systematik. Die erste Klassifizierung der &#039;&#039;&#039;Marschböden&#039;&#039;&#039; wurde 1827 vom hannöverischen Grundsteuerinspektor [[Andreas Wilhelm Stelzner]] unternommen. In den Niederlanden waren die Arbeiten der Agrarwirtschaftler Winand Staring (1856–1860) maßgebend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Marschen weisen wie die übrigen [[Gley]]e die Horizontierung A/Go/Gr auf. Zur Unterscheidung Gley-Marsch bzw. Marschgley liegen aber drei Besonderheiten vor, die alle erfüllt werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Regionale Zuordnung in die Marschlandschaft&lt;br /&gt;
* Ausgangsmaterial sind litorale [[Sedimentation|Sedimente]] aus der Brackwasserzone (Startpunkt Watt). Diese sind sehr schluffreich (selten liegt sogar reiner [[Schluff]] vor), sind in der Regel wegen zerschlagener Muschelschalen sehr kalkreich und weisen im gesamten Sedimentkörper bis zum pleistozänen Grund einen hohen Anteil organischer Substanz auf. Typisch für litorale Sedimente sind zahlreiche sehr feine Schichten, die auf Sturmfluten zurückzuführen sind.&lt;br /&gt;
* Junger Boden aus dem Holozän.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar nach der Ablagerung der Sedimente setzt die Bodenbildung ein. Damit aus dem Watt eine Marsch wird, muss die Fläche aber durch weitere Aufhöhung bei höher auflaufender Tide oberhalb des mittleren [[Tidenhub]]s liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sieben in Deutschland unterschiedenen [[Bodentyp]]en in der Klasse der Marschen bilden eine logische, zeitliche und räumliche Reihenfolge, die beim [[Watt (Küste)|Watt]] startet. Die Stadien der Jungmarschen werden immer durchlaufen. Bei den Altmarschen wird einer der vier möglichen Typen erreicht.&lt;br /&gt;
[[Datei:590Poldertreppe b Alten Jadesiel.jpg|mini|Poldertreppe an einem ehemaligen Deich des Jadebusens: Die vor 1600 eingedeichten Flächen links liegen tiefer als der 1733 eingedeichte &#039;&#039;Alte Wapeler Groden&#039;&#039; rechts.]]&lt;br /&gt;
; {{Anker|Jungmarsch}}Jungmarschen&lt;br /&gt;
* [[Rohmarsch]] oder Salzmarsch, jetzt Rohmarschgley (gerade entstanden, [[Salzwiese]])&lt;br /&gt;
* [[Kalkmarsch]], jetzt Carbonatmarschgley (vor kurzem eingedeicht; maximal 300 Jahre)&lt;br /&gt;
* [[Kleimarsch]], jetzt Normmarschgley (ca. 300 bis 600 Jahre)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Altmarschen&lt;br /&gt;
Etwa ab 1000 Jahren. In Deutschland maximal 2500 Jahre.&lt;br /&gt;
* [[Dwogmarsch]], jetzt Dwogpseudogley&lt;br /&gt;
* [[Knickmarsch]], jetzt Knickpseudogley&lt;br /&gt;
* [[Haftnässemarsch]], jetzt Marschnassgley&lt;br /&gt;
* [[Organomarsch]], jetzt Organomarschgley&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Untertypen oder andere gebräuchliche Bezeichnungen, die keinen eigenen Bodentyp darstellen, sind Moormarsch und Geestmarsch. Moormarschen bzw. Dwogmarschen werden in den Niederlanden vorwiegend unter die [[Moorboden|Moorböden]] gerechnet und als „Klei-auf-Moor“ (&#039;&#039;klei-op-veen&#039;&#039;) gekennzeichnet. Es sind auch Übergänge zwischen Jungmarschen und Altmarschen möglich, die als Subtypen des stärker ausgeprägten Bodentyps angesprochen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== {{Anker|Maibolt}} Chemische Dynamik ===&lt;br /&gt;
Im Watt entstehen unter [[Anaerobie|anaeroben]] Bedingungen große Mengen an Eisensulfid (FeS). Dieses färbt den Boden intensiv schwarz und liegt auch in den Jungmarschen noch vor. In Bereichen mit dauerhaft hoher Wassersättigung bilden sich abgestorbene Pflanzen zu [[Torf]] um. Wachsen die Sedimente aus dem täglichen Überflutungsbereich heraus, kommt es zur Belüftung des Bodens und zum Beginn der [[Sulfidoxidation]]. Bei dieser chemischen Reaktion wird [[Schwefelsäure]] freigesetzt und das schwarze Eisensulfid wird in bräunliches [[Eisenoxidhydroxid]] umgewandelt, weshalb sich die Bodenfarbe rasch ändert. Dieser Prozess dauert an, bis das gesamte Eisensulfid oxidiert ist. Dadurch wird die in allen Böden eintretende [[Kalkauswaschung]] in Jungmarschen stark beschleunigt, da die Schwefelsäure die primär sedimentierten [[Carbonate]] zerstört.&amp;lt;ref&amp;gt;Leendert Japhet Pons: &#039;&#039;Outline of the Genesis, Characteristics, Classification and Improvement of Acid Sulphate Soils&#039;&#039;. In: H. Dost (Hrsg.): &#039;&#039;Acid Sulphate Soils&#039;&#039;. Proceedings of the International Symposium on Acid Sulphate Soils 13-20 August 1972. Teil 1: &#039;&#039;Introductory Papers and Bibliography&#039;&#039;. Wageningen 1973, S. 3–27;  [https://edepot.wur.nl/183771 wur.nl]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben setzen bei der Bodenentwicklung weitere Prozesse wie [[Sackung]] und [[Aussüßung]] ein. Im weiteren Verlauf werden die zu Beginn sehr salzreichen Böden der [[Rohmarsch]] entsalzt, das heißt, dass [[Magnesium]]- und vor allem [[Natrium]]-Ionen ausgewaschen werden. Infolge der zunehmenden Belüftung intensivieren sich auch die oxidativen Prozesse, was zum Abbau der organischen Substanz und zur Gefügeausbildung führt. Diese Prozesse führen zur Bildung der [[Kalkmarsch]]en und schließlich nach der Entkalkung zur [[Kleimarsch]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Sven Kruse-Irmer |url=http://www.uni-oldenburg.de/bodenkunde/6972.html |titel=Böden: mehr als der Dreck unter unseren Füßen. Virtueller Bodenlehrpfad |werk=Bodenkunde |hrsg=Institut für Biologie und Umweltwissenschaften (IBU) an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg |datum=2007-01-09 |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20080321165544/http://www.uni-oldenburg.de/bodenkunde/6972.html |archiv-datum=2008-03-21 |abruf=2018-01-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kalkarmen, humosen und eisenreichen [[Knickmarsch]]en, die vor allem im Vorfeld der [[Hochmoor]]e entstanden sind, wurden in nördlichen Niederlanden und Ostfriesland früher als &#039;&#039;Roodoorn&#039;&#039; oder &#039;&#039;Rodorn&#039;&#039; bezeichnet. Die humösen Erdschichten nannte man &#039;&#039;Darg&#039;&#039; (‚Derrie, Dreck‘). Gelegentlich werden durch die Oxidierung von Eisensulfid oder [[Pyrit]] auch Eisenhydroxydsulfate gebildet, namentlich [[Jarosit]], wodurch der Boden rapide versauert. Diese schwefelreichen Böden wurden &#039;&#039;&#039;Maibolt&#039;&#039;&#039; (Niederländisch: &#039;&#039;katteklei&#039;&#039;, Englisch &#039;&#039;cat clay&#039;&#039;, Französisch &#039;&#039;argiles félioculines&#039;&#039; ‚Katzenaugenklei‘) genannt. Die Namen sollen entweder auf den Verdacht der [[Hexentum|Hexerei]] hinweisen, die früher mit der eintretenden Verschlechterung der Anbauverhältnisse verbunden wurde, oder mit der Farbe, der Textur und dem Geruch der Tonbestandteile, die sich Katzendreck angleichen. [[Volkskunde|Volkskundler]] haben den Namen nachträglich (und wohl zu Unrecht) mit [[Kobold]]en in Verbindung gebracht. Eng verwandt mit dem Maibolt ist die blauschwarze &#039;&#039;Pulvererde&#039;&#039;, die sich häufig in tieferen Marschschichten befindet. Um die Bodenstruktur zu verbessern, wurden kalkhaltige Tonsorten aus dem Untergrund gehoben und über das Land verteilt. Dieser Vorgang, sonst Mergeln genannt, hat man in den deutschen Küsten- und Flussmarschen als &#039;&#039;Wühlen&#039;&#039; oder &#039;&#039;Kuhlen&#039;&#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwefelsäure Böden sind auch in Flussmarschen und [[Mangrove (Ökosystem)|Mangrovenwäldern]] weit verbreitet. Sie bilden jedoch vor allem für den tropischen [[Reis#Nassreisanbau|Nassreisanbau]] wichtige Probleme. Um [[Bodendegradation]] zu verhindern, hat man deshalb terrassierte Reisfelder oder &#039;&#039;Sawahs&#039;&#039; gebaut. Die Totalfläche der betroffenen Böden wird weltweit auf etwa 20 Millionen Hektar geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marschlandböden in regenreichen oder gewässernahen Gebieten können aufgrund ihrer tonreichen, staunassen Eigenschaften zur [[Moor]]bildung beitragen, wenn die klimatischen und ökologischen Bedingungen über einen langen Zeitraum stabil bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nutzung ==&lt;br /&gt;
Die Marschgebiete Nordwestdeutschlands sind nahezu vollständig in Nutzung. Dabei sind je nach Bodentyp entweder Grünland oder Ackerbau vorherrschend (siehe auch unter den verschiedenen Bodentypen der Marschen). Die Marschgebiete der jungen Marsch sind in der Regel sehr fruchtbar. Neben der [[Viehhaltung]] werden sie auch für den [[Ackerbau]] genutzt. So ist [[Dithmarschen]] vor allem für den [[Kohl]] bekannt. Das [[Altes Land|Alte Land]] ist eines der größten [[Obstbau]]gebiete Mitteleuropas, die [[Vierlande]] und [[Marschlande]] in [[Hamburg]] gehören zu den bedeutendsten Anbaugebieten für [[Gemüse]] und [[Blume]]n. Durch die problematische Entwässerung ist auf dem Sietland jedoch meist Grünlandwirtschaft (Wiese, Weide) zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fruchtbarkeit der Marschen beruht auf mehreren Faktoren: So sind die [[Klei]]-Böden schwer und durch Schwebstoffe feinkörnig und nährstoffreich. Durch die küstennahe Lage ist das Klima ausgeglichener als im Binnenland, insbesondere sind Fröste seltener. Von besonderer Bedeutung für das [[Mikroklima]] sind die zahlreichen Entwässerungsgräben, die sowohl Schutz vor Frost im Frühjahr als auch vor starker Hitze im Sommer geben. Außerdem haben die Marschböden einen hohen Grundwasserspiegel, so dass die Wasserversorgung der Pflanzen weitaus besser als auf der [[Geest]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fruchtbaren Böden sind ein wesentlicher Grund für eigenständige kulturelle und historische Entwicklungen in den Marschgebieten, beispielsweise für die lange Periode der Selbständigkeit von [[Dithmarschen]] und anderen sogenannten Bauernrepubliken. Vielfach grenzten sich die Marschbewohner bis in das [[20. Jahrhundert]] von den ärmeren Bewohnern der [[Geest]] ab, beispielsweise in der Heiratspolitik. Es galt als unschicklich, einen Bewohner aus der Geest zu heiraten, teilweise kam es zur [[Enterbung]] oder zum [[Verstoß#... die Umgangsformen|Verstoß]] aus der Familie bzw. dem Ort.&amp;lt;ref&amp;gt;Detlef Dethefsen: &#039;&#039;Geschichte der Holsteinischen Elbmarschen.&#039;&#039; 1891.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marschgebiete in Europa und Nordamerika ==&lt;br /&gt;
Besiedelte Regionen, die als Marschbezirke (bzw. &#039;&#039;marshes&#039;&#039; oder &#039;&#039;marais&#039;&#039;) zu deuten sind, gibt es vor allem an den Küsten der Nordsee und des Atlantik. Damit gut zu vergleichen sind die Flussdeltas, ausgetrockneten Seen und Lagunen in Südeuropa und im Baltikum. In den Vereinigten Staaten und Kanada befinden sich ausgedehnte Marschenbezirke am [[Sankt-Lorenz-Golf]], in [[Louisiana]] und im [[Sacramento-San Joaquin River Delta]] in [[Kalifornien]]. Die beiden ersten kennzeichnen sich durch [[Marschhufendorf|Marschhufensiedlungen]], die vor allem an französischen Beispielen entlehnt worden sind. Die kalifornischen Marschen bilden dagegen eine riesige [[Polder]]ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;Kevin Leonard: &#039;&#039;The Origin and Dispersal of Dykeland Technology&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Les Cahiers de la Société Historique Acadienne&#039;&#039;, 1991, 22, S. 31–59; {{Webarchiv |url=https://www.academia.edu/723892/The_origin_and_dispersal_of_dykeland_technology |text=academia.edu |wayback=20190531121253}}. Fritz Bartz: Französische Einflüsse im Bilde der Kulturlandschaft Nordamerikas: Hufensiedlungen und Marschpolder in Kanada und in Louisiana. In: &#039;&#039;Erdkunde&#039;&#039;, 1955, 9, S. 286–305.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Holland Marsh]] in [[Ontario]] betrifft eine neu urbargemachte Moorlandschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vereinigtes Königreich ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== England ====&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[North Yorkshire]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Tees]] Marshes&lt;br /&gt;
** [[Humber (Nordsee)|Humber]] Estuary: Sunk Island, [[Holderness]] ([[East Riding of Yorkshire|East Riding]])&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[South Yorkshire]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Humber (Nordsee)|Humber]] Estuary: Hatfield Chase und [[Isle of Axholme]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Lincolnshire]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Lincolnshire Marshes, mit Branston Island&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Cambridgeshire]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Lincolnshire]]&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Norfolk]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Fens|Die Fens]] ([[The Wash]])&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Norfolk]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Norfolk Broads]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Suffolk]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Blyth Estuary (Minsmere–Walberswick Heaths and Marshes)&lt;br /&gt;
** Ore, Alde und Butley Estuaries (Suffolk Coast &amp;amp; Heaths)&lt;br /&gt;
** [[River Deben|Deben]], [[River Orwell|Orwell]] und [[River Stour (Nordsee)|Stour]] Estuaries&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Essex]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Themse]]-Ästuar: Essex Marshes (Dengie Peninsula), [[Foulness Island]], [[Canvey Island]]&lt;br /&gt;
** Benfleet and Southend Marshes&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Kent]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Themse]]-Ästuar: North Kent Marshes, [[River Medway|Medway]] Marshes, [[Isle of Sheppey]]&lt;br /&gt;
** [[Sandwich (Kent)|Sandwich]] Bay to Hacklinge Marshes&lt;br /&gt;
** [[Romney Marsh]], Denge Marsh, Walland Marsh (&#039;&#039;[[Kent]]&#039;&#039; und &#039;&#039;[[East Sussex]]&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[East Sussex]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Pevensey]] Levels&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[West Sussex]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[River Ouse (Ärmelkanal)|Ouse]], [[River Adur|Adur]] und [[River Arun|Arun]] Estuaries&lt;br /&gt;
** Pagham Harbour Marshes&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Hampshire]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Chichester]], [[Langstone (Hampshire)|Langstone]] und [[Portsmouth]] Harbours&lt;br /&gt;
** [[Southampton Water]]: North [[Solent]] Marshes&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Dorset]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Poole Harbour]] Marshes und [[River Frome (Poole Harbour)|River-Frome]]-Flussaue&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Cornwall]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Morazion]] Marsh (Morva Marazion)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Somerset]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Somerset Levels und North Somerset Levels&lt;br /&gt;
** Southern [[Severn]] Estuary (teils &#039;&#039;[[Gloucestershire]]&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[South Wales]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[River Usk|Usk Estuary]]: [[Gwent]] Levels (Morfa Gwent) ([[Caldicot (Monmouthshire)|Caldicot and Wentloog Levels]])&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Pembrokeshire]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[River Cleddau|Daugleddau Estuary]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Gwynedd]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Morfa [[Harlech]]&lt;br /&gt;
** [[Traeth Mawr]]&lt;br /&gt;
* [[Conwy County Borough]]&lt;br /&gt;
** Kinmel Bay and Towyn: Morfa [[Rhuddlan]], Morfa Conwy&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Cheshire]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Dee (Wales)|Dee Estuary]]: Dee Marshes&lt;br /&gt;
** [[River Mersey|Mersey Estuary]]: Lordship und Frodsham Marsh&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Lancashire]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[River Ribble|Ribble]] Marshes&lt;br /&gt;
** [[Morecambe Bay]]: [[River Wyre (Morecambe Bay)|River Wyre]] und [[River Lune (Irische See)|River Lune]] Estuaries ([[Thornton (Lancashire)|Thornton]], Pilling, [[Carnforth]], [[Arnside and Silverdale|Arnside und Silverdale]] Marshes)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Cumbria]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Maethop, Millom und Flookburgh Marshes&lt;br /&gt;
** [[Solway Firth|Solway Coast]]&lt;br /&gt;
** [[Burgh by Sands|Burgh]] und Rockcliffe Marshes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schottland ====&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Solway Firth]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Solway Marshes: [[Ruthwell]], Blackshaw und Glencaple Marshes&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Cromarty Firth]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Meddatt Marsh&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Moray Firth]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Firth of Tay]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Mugdrum Island&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Firth of Forth]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Skinflats&lt;br /&gt;
==== Nordirland ====&lt;br /&gt;
** [[Lough Foyle]]: Myroe Level, Donnybrewer Level, Ballykelly Bank und weitere „Sloblands“&lt;br /&gt;
** [[Belfast Lough]]: Ballyhackamore, County Down und weitere „Sloblands“&lt;br /&gt;
** [[Lough Swilly]]: Inseln und Ufer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Irland ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Munster (Irland)|Munster]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Shannon (Fluss)|Shannon]] Estuary&lt;br /&gt;
** Litte Island, [[Waterford]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Leinster]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Wexford]] Sloblands (North and South Slob)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frankreich ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Marschen des Mittelmeers&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Département Var|Var]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Giens|Presqu&#039;île de Giens]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Département Bouches-du-Rhône|Bouches-du-Rhône]]&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Département Gard|Gard]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Étang de Berre]]&lt;br /&gt;
** [[Camargue]]&lt;br /&gt;
** Étang de Rochefort-[[Pujaut]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Languedoc-Roussillon]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Étang de Thau]], Étang du Méjean usw.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Marschen der atlantischen Küste&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Département Gironde|Gironde]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Gironde (Ästuar)|Rives de la Gironde]]: Les marais du [[Médoc]], Palus de Moron&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Département Charente-Maritime|Charente-Maritime]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Gironde (Ästuar)|Rives de la Gironde]]&lt;br /&gt;
** Marais charentais: Marais de Rochefort, Marais de la Petite Flandre, Marais d&#039;Yves&lt;br /&gt;
** [[Île de Ré]]&lt;br /&gt;
** [[Marais Poitevin]] (&#039;&#039;Charente&#039;&#039; und &#039;&#039;Vendée&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Département Vendée|La Vendée]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Marais d’[[Olonne-sur-Mer|Olonne]]&lt;br /&gt;
** [[Communauté de communes Océan Marais de Monts|Marais de Monts]]&lt;br /&gt;
** Marais breton (&#039;&#039;Vendée&#039;&#039; und &#039;&#039;Loire&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Département Loire-Atlantique|Loire-Atlantique]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Marais salants de Guérande&lt;br /&gt;
** [[Île de Noirmoutier]]&lt;br /&gt;
** [[La Brière]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Marschen des Ärmelkanals&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Département Ille-et-Vilaine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Dol-de-Bretagne|Marais de Dol]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Département Manche|Manche]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Baie du Mont-Saint-Michel]]&lt;br /&gt;
** [[Regionaler Naturpark Marais du Cotentin et du Bessin|Marais du Cotentin et du Bessin]] (&#039;&#039;Manche&#039;&#039; und &#039;&#039;Calvados&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Département Calvados|Calvados]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Marais de la [[Dives (Fluss)|Dives]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Département Eure|Eure]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Estuaire de la [[Seine]]&lt;br /&gt;
** [[Marais-Vernier]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Département Somme|Somme]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Bas-Champs [[Picardie|picards]]&lt;br /&gt;
** Picardische Ästuare: [[Somme-Bucht]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Département Pas-de-Calais|Pas-de-Calais]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Picardische Ästuare: Baie d’Authie, Baie de Canche&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Flandre maritime&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Département Nord]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Westhoek]] ([[Dunkerque]], auch: Les [[Wateringues]])&lt;br /&gt;
** Marais audomarois&lt;br /&gt;
** Les Moëres&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Belgien ===&lt;br /&gt;
* [[Provinz Westflandern|Westflandern]]&lt;br /&gt;
** De Polders: [[Westhoek]] ([[Veurne]]-Ambacht), [[Brugge|Brugse Vrije]]&lt;br /&gt;
* [[Provinz Ostflandern|Ostflandern]]&lt;br /&gt;
** Scheldepolders: Land van Beveren, Land van Waas&lt;br /&gt;
* [[Provinz Antwerpen|Antwerpen]]&lt;br /&gt;
** Scheldepolders (Rechterufer)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Niederlande ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Provinz Zeeland|Zeeland]]&#039;&#039;: [[Zeeuws-Vlaanderen]], [[Walcheren]], [[Zuid-Beveland]], [[Noord-Beveland]], [[Schouwen-Duiveland]], [[Tholen]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Provinz Zuid-Holland|Zuid-Holland]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Marschinseln: [[Goeree-Overflakkee]], [[Voorne-Putten]], [[Hoeksche Waard (Insel)|Hoeksche Waard]], [[IJsselmonde]], [[Eiland van Dordrecht]]&lt;br /&gt;
** Polderbezirke: [[Zuidplaspolder]], Prins Alexanderpolder&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Provinz Noord-Brabant|Noord-Brabant]]&#039;&#039;: Noordwest-Brabant, Land van Heusden en Altena, Langstraat, [[Nationalpark De Biesbosch|De Biesbosch]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Provinz Gelderland|Gelderland]]&#039;&#039;: Bommelerwaard, Neder-Betuwe, Over-Betuwe, Tielerwaard, Land van Maas en Waal&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Provinz Noord-Holland|Noord-Holland]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Polderbezirke: [[Haarlemmermeer]], [[IJ (Amsterdam)|IJpolders]], [[Beemster]], Purmer, [[Schermer (Alkmaar)|Schermer]], Heerhugowaard&lt;br /&gt;
** [[West-Friesland]], [[Hollands Kroon|Kop van Noord-Holland]]&lt;br /&gt;
** [[Wieringermeer]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Provinz Overijssel|Overijssel]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Kampen (Niederlande)|Kampereiland]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Provinz Flevoland|Flevoland]]&#039;&#039;: Südliches Flevoland, Östliches Flevoland, [[Noordoostpolder]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Provinz Friesland|Fryslân]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Westergo]]; [[Het Bildt]]&lt;br /&gt;
** [[Oostergo]] (teils); Marschen der ehemaligen [[Lauwerszee]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Provinz Groningen|Groningen]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Noordelijk Westerkwartier|Westerkwartier]]: Humsterland, [[Middag]]&lt;br /&gt;
** [[Hogeland]]: [[De Marne]], [[Hunsingo]], [[Fivelingo]], Centrale Woldgebied&lt;br /&gt;
** [[Oldambt (Landstrich)|Oldambt]] ([[Dollart]]marsch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Niedersachsen]]&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
** Emsmarschen: [[Rheiderland]], östliches Emsufer ([[Westoverledingen]], [[Leer (Ostfriesland)|Leer]], [[Moormerland]]), [[Samtgemeinde Jümme|Leda-Marsch]]&lt;br /&gt;
** [[Ostfriesland|Ostfriesische Seemarschen]]: [[Emden]], [[Krummhörn]], [[Norden (Stadt)|Wester- und Ostermarsch]], [[Hagermarsch]], [[Dornum]], [[Harlingerland]], Bedekaspeler Marsch&lt;br /&gt;
** [[Jeverland]]&lt;br /&gt;
** [[Wilhelmshaven]]&lt;br /&gt;
** [[Wesermarsch]]en: [[Jader Marsch]], [[Butjadingen]], [[Stadland]], [[Stedingen]], [[Moorriem]], [[Hude (Oldenburg)|Wüstenland]], Flussmarschen der [[Mittelweserregion]], [[Osterstade]], [[Landwürden]], [[Stotel]]er Marsch, [[Land Wursten]]&lt;br /&gt;
** [[Elbmarschen]]: [[Amt Ritzebüttel|Ritzebüttel]], [[Land Hadeln]], [[Samtgemeinde Land Hadeln|Ostemarsch (Neuhaus)]], [[Osten (Oste)|Ostemarsch (Osten)]], [[Kehdingen]], [[Altes Land]], [[Seevetal|Harburger Marsch]], [[Stelle (Landkreis Harburg)|Winsener Neuland]], [[Samtgemeinde Elbmarsch|Winsener Marsch]], [[Tespe|Artlenburger Marsch]], [[Bleckede]]r Marsch, [[Samtgemeinde Elbtalaue|Dannenberger Marsch (Elbtalaue)]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Freie Hansestadt Bremen]]&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
** [[Niedervieland]], [[Obervieland]], [[Oberneuland]], [[Horn-Lehe]], [[Hollerland]], [[Blockland]], [[Gröpelingen]], [[Werderland]], [[Weddewarden]] (Land Wursten).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Hamburg|Freie- und Hansestadt Hamburg]]&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
** [[Neuwerk]], [[Altes Land]] ([[Hamburg-Neuenfelde|Neuenfelde]], [[Hamburg-Francop|Francop]]), [[Hamburg-Finkenwerder|Finkenwerder]], [[Hamburg-Waltershof|Waltershof]], [[Hamburg-Altenwerder|Altenwerder]], [[Hamburg-Steinwerder|Steinwerder]], [[Hamburg-Kleiner Grasbrook|Kleiner Grasbrook]], [[Hamburg-Wilhelmsburg|Wilhelmsburg]], [[Hamburg-Moorburg|Moorburg]], [[Hamburg-Neuland|Neuland]], [[Vierlande]], [[Marschlande]], [[Hamburg-Billbrook|Billbrook]], [[Hamburg-Rothenburgsort|Rothenburgsort]], [[Hamburg-Hamm|Hamm]], [[Hamburg-Hammerbrook|Hammerbrook]], [[Hamburg-HafenCity|HafenCity]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Mecklenburg-Vorpommern]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Naturpark Mecklenburgisches Elbetal|Mecklenburgisches Elbtal]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Schleswig-Holstein]]&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
** [[Elbmarschen]]: [[Haseldorfer Marsch]], [[Seestermüher Marsch]], [[Kremper Marsch]], [[Störmarsch|Breitenburger- oder Störmarsch]], [[Wilstermarsch]]&lt;br /&gt;
** [[Dithmarschen]] (Teile)&lt;br /&gt;
** Teile des [[Kreis Nordfriesland|Kreises Nordfriesland]]: [[Friedrichstadt]], [[Stapelholm]], [[Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge|Eider-Treene-Sorge-Niederung]], [[Südermarsch]], [[Eiderstedt]], [[Hattstedtermarsch]], [[Nordstrand]], [[Pellworm]], der nördliche Teil der Insel [[Föhr]], [[Halligen]], [[Oktroyierte Köge]], [[Bökingharde]], [[Wiedingharde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dänemark ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Region Syddanmark]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Tønder]]marsken, [[Rejsby Sogn|Rejsbymarsken]], [[Ballum Sogn|Ballummarsken]], [[Ribe]]marsken, Tjæreborgmarsken, Darummarsken, Varde Å-Tal, Ho Bugt enge&lt;br /&gt;
** Filsø&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Region Midtjylland]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Ringkøbing Fjord]], [[Nissum Fjord]]&lt;br /&gt;
** [[Kolindsund]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Region Nordjylland]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Rønnerne auf [[Læsø]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Region Sjælland]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Lammefjord]], Saltbæk Vig&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Polen ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Woiwodschaft Lebus|Lebus]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Oderbruch]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Woiwodschaft Ermland-Masuren|Ermland-Masuren]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Żuławy Wiślane]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Litauen ===&lt;br /&gt;
* [[Memeldelta]] bzw. [[Elchniederung|Tilsiter oder Elchniederung]] (teils Russland)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lettland ===&lt;br /&gt;
* [[Engure-See]]: Ķūļciema Polderis&lt;br /&gt;
* Vecbērzes Polderis&lt;br /&gt;
* [[Babīte-See]]: Babīte Polderis, Dzilnupes Polderis, Trenču Polderis, Gātupes Polderis&lt;br /&gt;
* [[Lielupe]] Polders&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Estland ===&lt;br /&gt;
* [[Matsalubucht]] ([[Nationalpark Matsalu]])&lt;br /&gt;
* Salzwiesen: [[Hiiumaa]] (Dagö) und [[Saaremaa]] (Ösel)&lt;br /&gt;
* [[Audru]] Polder, [[Räpina (Räpina)|Räpina]] Polder, Aardla Polder, [[Tarvastu]] Polder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Portugal ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Algarve]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Parque Natural da Ria Formosa|Ria Formosa]]&lt;br /&gt;
** [[Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina|Alentejano und Costa Vincentina]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spanien ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Autonome Gemeinschaft Baskenland|Baskenland]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Urdaibai-Ästuar&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Andalusien]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Las Marismas del [[Guadalquivir]] ([[Nationalpark Coto de Doñana|Coto de Doñana]])&lt;br /&gt;
** Chosas de la Paleosa&lt;br /&gt;
** Marismas de Isla Cristina&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Valencianische Gemeinschaft|Valencia]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** L’Albufera de València&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Katalonien]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Costa del Maresme]]&lt;br /&gt;
** [[Aiguamolls de l’Empordà]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Italien ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ligurien]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Luni (Ligurien)|Luni Mare]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Metropolitanstadt Florenz|Florenz]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Padule di Fucecchio&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Latium]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Pontinische Ebene]]&lt;br /&gt;
** Pantano di [[Cellole]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Kampanien]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Mündung des [[Garigliano]]&lt;br /&gt;
** Valli di Mare Morte (Lago Miseno)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Abruzzen]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Fuciner See]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[Po-Ebene]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Lombardei]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Valle di [[Sermide]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Emilia-Romagna]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Polesine di Ferrare (Valle Padusa)&lt;br /&gt;
** Polesine San Giorgio&lt;br /&gt;
** Bonifica [[Bentivoglio (Emilia-Romagna)|Bentivoglio]]&lt;br /&gt;
** [[Valli di Comacchio]], Valle del Mezzano&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Venetien]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Polesine]] di Rovigo&lt;br /&gt;
** Polesine Camerini&lt;br /&gt;
** [[Lagune von Venedig]]&lt;br /&gt;
** Valle del [[Piave]]&lt;br /&gt;
** Brussa (Valle Vecchia)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Friaul-Julisch Venetien]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** Valle di [[Tagliamento]]&lt;br /&gt;
** Laguna di Grado&lt;br /&gt;
** Laguna di Marano&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Montenegro ===&lt;br /&gt;
* [[Skutarisee]]&lt;br /&gt;
=== Albanien ===&lt;br /&gt;
* [[Vjosa]]: Flussmündung und [[Lagune von Narta]] (Landschaftsschutzgebiet Vjosa-Narta)&lt;br /&gt;
* Lagune von [[Karavasta]] ([[Nationalpark Divjaka-Karavasta]])&lt;br /&gt;
* Lagune von [[Shëngjin]], Flussmündungen der [[Drin]] und [[Mat (Fluss)|Mat]] (Naturreservat Kune-Vain-Tale)&lt;br /&gt;
* Lagune von [[Velipoja]] und Flussdelta der [[Buna (Adriatisches Meer)|Buna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nordmazedonien ===&lt;br /&gt;
* [[Vardar]]: Marschen und Sümpfe ([[Binnendelta]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bulgarien ===&lt;br /&gt;
* [[Burgasseen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rumänien ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Dobrudscha]]&#039;&#039; (Kreise [[Kreis Constanța|Constanța]] und [[Kreis Tulcea|Tulcea]])&lt;br /&gt;
** [[Razim-See]]&lt;br /&gt;
** [[Biosphärenreservat Donaudelta|Donaudelta]] (teils Ukraine)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ukraine ===&lt;br /&gt;
* [[Oblast Odessa]]&lt;br /&gt;
** [[Budschak]] ([[Bessarabien]]): [[Sassyksee (Oblast Odessa)|Sassyksee]], Tuzley-Lagunen, Budaki-Liman&lt;br /&gt;
** [[Dnister]]-Delta und [[Dnister-Liman]]&lt;br /&gt;
** [[Tylihul-Liman]]&lt;br /&gt;
* Oblaste [[Oblast Cherson|Cherson]] und [[Oblast Mykolajiw|Mykolajiw]]&lt;br /&gt;
** [[Dnepr-Bug-Liman]]&lt;br /&gt;
** [[Sywasch]] (seit 2014 größtenteils unter russischer Verwaltung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Russland ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Oblast Kaliningrad|Kaliningrad]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Memeldelta]] (teils Litauen)&lt;br /&gt;
** [[Elchniederung|Elch- oder Tilsiter Niederung]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Oblast Leningrad|Leningrad]]&#039;&#039; ([[Karelien]])&lt;br /&gt;
** [[Swir]]-Oyat-Polder&lt;br /&gt;
** [[Weißer See (Wologda)|Weißer See]]: arktischer Küstensaum&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Oblast Archangelsk|Archangelsk]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Barentssee]] und [[Karasee]]: arktischer Küstensaum&lt;br /&gt;
** [[Petschora (Fluss)|Petschora]]: Flussdelta&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Oblast Rostow|Rostow]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Don (Asowsches Meer)|Don]]: Flussebene (historisch: &#039;&#039;[[Maioten|Maiotische Marschen]]&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Krasnodar]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Kuban]]: Flussdelta, Adyghe und Zakunbansky-Marschen&lt;br /&gt;
** [[Sotschi]]: Mündung der [[Msymta]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Oblast Astrachan|Astrachan]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Wolga]]: Flussdelta, Flussmarschen und Salzwiesen&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Dagestan]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Terek]]: Flussdelta und Salzwiesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Georgien ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Abchasien]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Pizunda]]-Sümpfe&lt;br /&gt;
** [[Otschamtschire]]-Sümpfe&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Georgien&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** [[Rioni]]: Flussmündung (Nationalpark [[Kolchis|Kolkheti]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie und Synonyme ==&lt;br /&gt;
Das Wort &#039;&#039;Marsch&#039;&#039; und sein englisches Gegenstück &#039;&#039;marsh&#039;&#039; sind vermutlich im [[Westfrankenreich|westfränkischen]] Bereich entstanden. Es bezeichnet unbesiedelte [[Feuchtgebiet]]e, die zum herrschaftlichen [[Wildbannforst|Wald- und Wildbann]] gehörten, und ist in diesem Sinne bedeutungsverwandt mit dem Wort &#039;&#039;bruoh&#039;&#039; (das [[Bruch (Landschaft)|Bruch]]). &#039;&#039;Marsch&#039;&#039; geht auf [[urgermanisch]] &#039;&#039;*mariska-&#039;&#039; (‚zum Meer gehörig, Wasserland, Weideland‘) zurück, abgeleitet vom [[Substantiv]] &#039;&#039;*mari-&#039;&#039; (‚Binnengewässer‘, ‚Moor‘, ‚See‘) mit dem [[Suffix]] &#039;&#039;-isk-&#039;&#039;. Eng verwandt ist [[altfranzösisch]] &#039;&#039;mareis&#039;&#039; oder &#039;&#039;maresc&#039;&#039; (&#039;[[Sumpf]]&#039;) und  [[mittellatein]]isch &#039;&#039;mariscum&#039;&#039;, woraus sich französisch &#039;&#039;marais&#039;&#039; sowie &#039;&#039;marécage&#039;&#039; (‚Bruch‘) und im Deutschen &#039;&#039;[[Morast]]&#039;&#039; entwickelten. [[Toponym]]e mit &#039;&#039;*marsi̯(a)-&#039;&#039; und &#039;&#039;*marisk-&#039;&#039; sind in Nordwesteuropa weit verbreitet, fehlen jedoch in Skandinavien.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jürgen Udolph]]: &#039;&#039;Namenkundliche Studien zum Germanenproblem&#039;&#039;. Berlin / New York 1994, S. 364–374, 772, 837.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Orts- und Flurnamen erscheinen gemeinsam mit dem lateinischen &#039;&#039;mariscum&#039;&#039; volkssprachig &#039;&#039;mersc&#039;&#039;, &#039;&#039;marische&#039;&#039; und &#039;&#039;merische&#039;&#039; seit dem 7.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert, in England schon seit 670 insbesondere für [[Salzwiese]]n verwendet. Die Bewohner der [[Romney Marsh]] werden in mittelalterlichen Quellen als &#039;&#039;Merscware&#039;&#039; (‚Marschbewohner‘) bezeichnet. Im Testament [[Willibrord]]s von 727 wird ein holländischer Gau &#039;&#039;Marsum&#039;&#039; (wohl mit der Wurzel &#039;&#039;*mars-&#039;&#039; und dem Suffix &#039;&#039;[[-heim]]&#039;&#039; &#039;Wohnstätte&#039;) an der [[Maas]]mündung erwähnt, wo sich Marschen (&#039;&#039;mariscus&#039;&#039;) und Schafsweiden befanden. Die nordfranzösischen Erstbelege (darunter die [[Reichenauer Glossen]]) datieren etwas später. Frühe Beispiele sind [[Stodmarsh]], [[Burmarsh]], [[Denge Marsh]], [[Rebais]] (&#039;&#039;Mercasius&#039;&#039;), [[Marest]], [[Mercheseuil]], [[Marissel]], [[Marchéville-en-Woëvre]], [[Mersch]], [[Mörsch|Rheinstetten-Mörsch]], [[Mörsch (Frankenthal)]] sowie einige unidentifizierte Örter in Holland, Friesland und Flandern und eine &#039;&#039;terra Marisca&#039;&#039; in der [[Lombardei]].&amp;lt;ref&amp;gt;Kirstin Casemir, [[Jürgen Udolph]]: &#039;&#039;Zum Ortsnamen Merseburg&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Namenkundliche Informationen&#039;&#039; (NI), 2017, 109/110, S. 108–146; {{Webarchiv |url=http://ul.qucosa.de/api/qucosa%3A31805/attachment/ATT-0/ |text=qucosa.de |wayback=20200606075725}}. Ernst Nègre: &#039;&#039;Toponymie générale de la France&#039;&#039;. Band 2: &#039;&#039;Formations non-romanes; formations dialectales&#039;&#039;. Paris 1996, S. 729, 1092–1093. Band 3, 1998, S. 1428.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gau [[Dithmarschen]] wird in der &#039;&#039;[[Willehad|Vita Willehadi]]&#039;&#039; (Mitte 9.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert) namhaft gemacht, allerdings in der altertümlichen Form &#039;&#039;Thiatmaresgaho&#039;&#039;; erst 1059 wird daraus &#039;&#039;Thietmaresca&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Der älteste Beleg&amp;amp;nbsp;– eine Kopie des 12.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts&amp;amp;nbsp;– dürfte verderbt oder Ergebnis einer Umdeutung sein.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die übrigen norddeutschen Beispiele mit &#039;&#039;*-marisk&#039;&#039; datieren (im Gegensatz zu den älteren Formen mit &#039;&#039;*marsi̯(a)-&#039;&#039;) erst aus dem 12.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit etwa dem 11.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wandelte sich die Wortbedeutung, ebenso die der lateinischen Entsprechungen &#039;&#039;mariscum&#039;&#039; und &#039;&#039;palūs&#039;&#039; (‚Sumpf, Bruchwald‘). Zunehmend wurden damit nicht allein Sümpfe und Salzwiesen bezeichnet, sondern auch besiedeltes und bedeichtes Marschland. Ein Gebrauch mit der letztgenannten Bedeutung hat sich frühzeitig in Deutschland, England und Nordfrankreich durchgesetzt, jedoch nur sehr beschränkt in Belgien und den Niederlanden. Die [[mittelniederländische Sprache]] verwendet &#039;&#039;meers&#039;&#039; vor allem für [[Flussaue]]n und Heuwiesen, die [[mittelniederdeutsche Sprache]] dagegen hierfür &#039;&#039;wisch&#039;&#039;. Das Wort &#039;&#039;Marsch&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;mersch&#039;&#039; ist in Norddeutschland erst relativ spät belegt, nämlich 1139 in Westfalen; die Wortform &#039;&#039;Marschland&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;merscheland&#039;&#039; begegnet 1280 in einem Güterverzeichnis für die Elbmarschen. Die Landschaftsnamen [[Kremper Marsch]] und [[Wilstermarsch]] sind 1361 bzw. 1391 belegt, doch wurden diese Bezirke bereits früher als &#039;&#039;in palude Crimpen&#039;&#039; (1312) und &#039;&#039;de palude Wilstrie&#039;&#039; (1331) benannt. Der Chronist [[Helmold von Bosau]] erwähnt die Elbmarschen 1164 als &#039;&#039;terra palustrem Albie&#039;&#039;, die zuvor bereits 795 in der [[Lorscher Annalen]] sowie durch [[Einhard]] als &#039;&#039;paludes Albiae&#039;&#039; erwähnt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Marsch&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Moor]]&#039;&#039; werden mit häufig mit vergleichbarer Bedeutung gebraucht. In die Marschen von &#039;&#039;[[Dol-de-Bretagne]]&#039;&#039; wird zwischen &#039;&#039;marais blanc&#039;&#039; und &#039;&#039;marais noir&#039;&#039; unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Ort [[Marchenoir]] wird 1104 erstmals als &#039;&#039;Marchassus negrus&#039;&#039; erwähnt. [[Bretonisch]]e Beispiele sind die Örter [[Le Pouliguen]] (‚weißer Sumpf‘) und Noirpalu (‚schwarzer Sumpf‘, 1186 &#039;&#039;apud Nigrum paludem&#039;&#039;), mit dem festlandkeltischen Wurzel &#039;&#039;pol&#039;&#039; (‚Tümpel‘, ‚See‘, ‚Sumpf‘). Stéphane Gendron: Le gaulois *pol-, ‚étang, marais‘ en Indre-et-Loire. In: &#039;&#039;Bulletin de la Société archéologique de Touraine&#039;&#039; 42 (1992), S. 385–416.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch der englische Begriff des &#039;&#039;[[Fens]]&#039;&#039; umfasst sowohl [[Seemarsch|See-]] und [[Brackmarsch]] (&#039;&#039;white fens&#039;&#039; oder &#039;&#039;silt fens&#039;&#039;) als auch Moorböden (&#039;&#039;black fens&#039;&#039; oder &#039;&#039;peat fens&#039;&#039;). Die Seemarschen der Somerset Levels  werden als Flachland (&#039;&#039;levels&#039;&#039;) bezeichnet, die Moormarschen dagegen als &#039;&#039;moors&#039;&#039;. Dagegen umfasst das &#039;&#039;great level&#039;&#039; (oder &#039;&#039;bedford level&#039;&#039;) der Fens sowohl Marsch als auch Moor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine solche Mehrdeutigkeit gibt es auch in anderen Sprachen: Das altniederländische Wort &#039;&#039;veen&#039;&#039;, [[altniederländisch]] &#039;&#039;feni&#039;&#039; bedeutet z.&amp;amp;nbsp;B. ‚Moor‘ bzw. ‚Hochmoor‘, südniederländisch &#039;&#039;venne&#039;&#039; jedoch auch ‚Tümpel‘; das [[Friesische Sprachen|friesische]] Gegenstück &#039;&#039;finne&#039;&#039; oder &#039;&#039;fenne&#039;&#039; wurde im Spätmittelalter umgedeutet im Sinne von ‚Marschweide‘.&amp;lt;ref&amp;gt;Ward van Osta: &#039;&#039;Veen, ven en peel&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Naamkunde&#039;&#039;, 1997, 29, S. 31–61; {{Webarchiv |url=http://users.telenet.be/wardvanosta/Veen.pdf |text=users.telenet.be/wardvanosta |format=PDF |wayback=20220220102605}}. Die Umdeutung von &#039;&#039;fenne&#039;&#039; zu ‚Marschweide‘ gibt es auch in Nordfriesland; in Ostfriesland dagegen die ältere Bedeutung ‚Moorwiese‘.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das niederländische Wörterbuch von Kiliaen gibt 1599 für das Wort &#039;&#039;moeras&#039;&#039; auch &#039;&#039;palus nigra&#039;&#039; an, ‚schwarzer Sumpf‘. Auch das Wort &#039;&#039;[[Bruch (Landschaft)|Bruch]]&#039;&#039; im Sinne von ‚Sumpfwald‘, althochdeutsch &#039;&#039;bruoh&#039;&#039;, wurde in der Regel mit &#039;&#039;palūs&#039;&#039; ins Lateinische übersetzt. Im Zuge des Landesausbaus während des 11.&amp;amp;nbsp;und 12.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts wurden viele neue [[Moorhufendorf|Moor-]] und [[Marschhufendorf|Marschhufensiedlungen]] mit &#039;&#039;-bruch&#039;&#039; benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Italienische, provenzalische, spanische und portugiesische Synonyme –&amp;amp;nbsp;üblich seit dem 10.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert&amp;amp;nbsp;– sind &#039;&#039;palude&#039;&#039; oder &#039;&#039;padule&#039;&#039;, aus dem lateinischen &#039;&#039;palūs&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Berschin: &#039;&#039;Mittellateinische Studien&#039;&#039;. Band 1. Heidelberg 2005, S. 959. Vgl. altenglisches &#039;&#039;pidele&#039;&#039; ‚marsh, fen‘.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit den Wörtern &#039;&#039;palud&#039;&#039;, &#039;&#039;palus&#039;&#039; oder &#039;&#039;palun&#039;&#039; werden etwa im Südwesten Frankreichs ebenfalls die kultivierten Marschen angedeutet, die im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert mit Weinreben bepflanzt wurden. Diese Wörter sind wiederum mit einem griechischen &#039;&#039;πηλός&#039;&#039; (&#039;&#039;pēlós&#039;&#039;, ‚Schlamm, Klei‘), [[litauisch]]en &#039;&#039;pelkė&#039;&#039; (‚Sumpf, Moor‘), lettischen &#039;&#039;paliene&#039;&#039; (‚Marsch‘) und [[sanskrit]]ischen &#039;&#039;palvala&#039;&#039; (‚Marsch, Sumpf‘) verwandt. Sie sind auf eine gemeinsame indogermanische Wurzel &#039;&#039;*pelHk-&#039;&#039; oder &#039;&#039;*palw-&#039;&#039; (‚Klei, Schlamm, Sumpf‘) zurückzuführen. Gleichbedeutend ist das spanische &#039;&#039;marisma&#039;&#039; (vom lateinischen &#039;&#039;maritima&#039;&#039; ‚Meeresküste‘); verwandt damit sind die Namen der italienischen, katalanischen und andalusischen Küstenregionen [[Maremma]], [[Costa del Maresme]] und [[Nationalpark Coto de Doñana|Las Marismas del Guadalquivir]] sowie das Städtchen [[Marennes (Charente-Maritime)|Marennes]] in Südwestfrankreich. Die spanische Bezeichnung &#039;&#039;(al)marjal&#039;&#039; stammt dagegen vom arabischen &#039;&#039;al-marj&#039;&#039; ‚die Wiese‘. Bekannt sind die [[Marsch-Araber]] im [[Marschland (al-Ahwar) im Südirak: Schutzgebiet der Artenvielfalt und Reliktlandschaft mesopotamischer Städte|Marschland von Al-Ahwar]] (Südirak). In der [[Po-Ebene]] wurden die Marschregionen seit dem 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert als &#039;&#039;polesine&#039;&#039; angedeutet, nach dem mittellateinischen &#039;&#039;pollicinum&#039;&#039; oder &#039;&#039;policinum&#039;&#039; (‚Sumpf‘). Dieses war wiederum an dem byzantinischen &#039;&#039;πολύκενος&#039;&#039; (&#039;&#039;polýkenos&#039;&#039; ‚mit vielen Lücken‘) entlehnt, wobei allerdings eine Kontamination mit &#039;&#039;pullus&#039;&#039; ‚weich‘ auftrat. Die Marschen bildeten also ein Gebiet, das „mit vielen seichten oder wässrigen Stellen“ besät war. Die Lagunen (&#039;&#039;paludes&#039;&#039;) und Flussmarschen werden hier traditionell als &#039;&#039;valli dolci&#039;&#039; und &#039;&#039;valli salse&#039;&#039; (Süß- bzw. Brackwasserlagunen) angedeutet; die höheren Uferbereiche heißen &#039;&#039;barene&#039;&#039; ‚Bänke‘. Die Flussmarschen des [[Żuławy Wiślane|Weichseldeltas]] (auf Deutsch auch &#039;&#039;Weichselmarschen&#039;&#039;) werden auf Polnisch als &#039;&#039;żuławy&#039;&#039; ([[Werder (Landschaft)|‚Werder, Flussinsel‘]]) benannt (nach einem gemeinslavischen &#039;&#039;zuliv&#039;&#039; ‚Meeresbucht, Haff‘). Die Flussebene der Memel heißen auf Litauisch &#039;&#039;salpà&#039;&#039; (vgl. &#039;&#039;salpas&#039;&#039; ‚Meeresbucht‘). Das rekonstruierte Bestimmungswort für diese Wörter (&#039;&#039;*sel-&#039;&#039;) dürfte ‚Sumpf‘ oder ‚Schlamm‘ bedeutet haben. Die [[Biosphärenreservat Donaudelta|Donaumarschen]] werden auf Rumänisch als &#039;&#039;mlaștini&#039;&#039; (nach einem südslavischen &#039;&#039;mlaka&#039;&#039; ‚Sumpf‘) angedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weit verbreitetes Sumpfwort ist italienisches &#039;&#039;pantano&#039;&#039;, lombardisches &#039;&#039;palta&#039;&#039; (‚schlammiger, sumpfiger Ort‘), katalanisch &#039;&#039;pantà&#039;&#039;, spanisch &#039;&#039;pantano&#039;&#039; und portugiesisches &#039;&#039;pântano&#039;&#039;, wohl von einem [[Illyrische Sprache|illyrischen]] Substratwort &#039;&#039;*palta&#039;&#039; (‚Sumpf‘). Das [[Pantanal]] in Südamerika ist vielleicht das größte Feuchtgebiet der Erde. Das Wort &#039;&#039;Pantano&#039;&#039; ist wiederum mit dem [[urslawisch]]en &#039;&#039;*balta&#039;&#039;, serbokroatischen блато (&#039;&#039;blato&#039;&#039; ‚See‘), russischen болото (&#039;&#039;boloto&#039;&#039; ‚Sumpf, Marsch‘), tschechischen &#039;&#039;bláto&#039;&#039; und polnischen &#039;&#039;błoto&#039;&#039; (‚Sumpf, Schlamm‘) verwandt.&amp;lt;ref&amp;gt;Charles J. Donnovan: &#039;&#039;Chartae Fabrianenses. Commentaries&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Archivum Latinitatis Medii Aevi&#039;&#039;, 2003, 61, S. 223–288, hier S. 255; {{Webarchiv |url=http://documents.irevues.inist.fr/bitstream/handle/2042/51674/ALMA_2003_61_223.pdf |text=inist.fr |format=PDF |wayback=20190424182737}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Baltische Kognate sind litauisches &#039;&#039;báltas&#039;&#039; (‚weiß‘), &#039;&#039;balà&#039;&#039; (‚Sumpf‘) und lettisches &#039;&#039;ballen&#039;&#039; (‚weiß‘). Sämtliche Wörter sollen, zusammen mit dem germanischen &#039;&#039;*pōlaz&#039;&#039; (‚Pfuhl‘), englischen &#039;&#039;pool&#039;&#039;, niederländischen &#039;&#039;poel&#039;&#039; (‚Pfuhl, Tümpel‘), [[Keltische Sprachen|gallischen]] &#039;&#039;pal&#039;&#039; oder &#039;&#039;pol&#039;&#039; (‚See, Sumpf‘), walisischen &#039;&#039;pwll&#039;&#039; (‚Pfuhl, Tümpel‘) auf eine indogermanische Wurzel &#039;&#039;*bʰel-&#039;&#039; oder &#039;&#039;*balǝ-&#039;&#039; (‚glänzend, weiß‘) zurückzuführen sein. Aus dieser Wurzel entstand ebenfalls das Wort [[Polder]]. Die semantische Verbindung zwischen ‚weiß‘ und ‚Sumpf, Schlamm‘ ist nicht offensichtlich, sie wurde aber in vielen Sprachen nachgewiesen. Dies liegt wahrscheinlich entweder an der weit verbreiteten Präsenz des Sumpfgrases namens [[Wollgras]], dessen flaumige Samenköpfe weiß sind, oder an der Farbe des getrockneten Tons, der je nach Boden einen hellen Farbton annimmt.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[[wikt:en:Reconstruction:Proto-Slavic/bolto#Proto-Slavic|Reconstruction:Proto-Slavic/bolto]]&#039;&#039;. [[Wiktionary]] (englisch):. Pietro U. Dini: [http://www.esparama.lt/es_parama_pletra/failai/ESFproduktai/2014_Foundations_of_Baltic_Languages.pdf &#039;&#039;Foundations of the Baltic Language&#039;&#039;.] (PDF) Vilnius 2004, S. 41–42.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Salzwiese]]&lt;br /&gt;
* [[Polder]]&lt;br /&gt;
* [[Niederung]]&lt;br /&gt;
* [[Binnendelta]]&lt;br /&gt;
* [[Sumpf]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte der Besiedlung der Marschen]]&lt;br /&gt;
* [[Marschland (al-Ahwar) im Südirak: Schutzgebiet der Artenvielfalt und Reliktlandschaft mesopotamischer Städte]]&lt;br /&gt;
* [[Naturräumliche Großregionen Deutschlands]]&lt;br /&gt;
* [[Naturräumliche Haupteinheiten Deutschlands]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Piet van Cruyningen: &#039;&#039;[https://books.google.nl/books?id=Ndk5EQAAQBAJ Farming the North Sea Coast, 900-2000. Managing Water, Reclaiming the Land].&#039;&#039; The Boydel Press, Woodbridge, 2025&lt;br /&gt;
* Norbert Fischer: &#039;&#039;Marschland&#039;&#039;. KJM Buchverlag, Hamburg, 2024 (European Essays on Nature and Landscape), ISBN 978-3-96194-246-6&lt;br /&gt;
* H. Liedtke, [[Joachim Marcinek|J. Marcinek]] (Hrsg.): &#039;&#039;Physische Geographie Deutschlands.&#039;&#039; 1995, ISBN 3-623-00840-0&lt;br /&gt;
* Ad-Hoc Arbeitsgruppe Boden: &#039;&#039;Bodenkundliche Kartieranleitung.&#039;&#039; 5. Auflage. 2005, ISBN 3-510-95920-5&lt;br /&gt;
* F. Scheffer, P. Schachtschnabel: &#039;&#039;Lehrbuch der Bodenkunde.&#039;&#039; 15. Auflage. 2002, ISBN 3-8274-1324-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Marshes}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4074598-3}}&lt;br /&gt;
* [https://geschichte-s-h.de/sh-von-a-bis-z/m/marschen/ Marschen – Aus Watt wird Land]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.lancewadplan.de/ |text=LancewadPlan (2005-07): Entwicklung des kulturellen Erbes der Wattenmeerregion, Schleswig-Holsteinische Seite |wayback=20090310043128}}&lt;br /&gt;
* [http://www.lancewad.org/ LancewadPlan] (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise und Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4074598-3|LCCN=sh85081588}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Marschland| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landschaftstyp]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökosystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sedimentation]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>134.60.67.135</name></author>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Fernglas&amp;diff=11352</id>
		<title>Fernglas</title>
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		<updated>2025-05-26T06:24:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;134.60.67.135: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Emblemata 1624.jpg|mini|Abbildung eines frühen niederländischen [[Monokular]]s (1624)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Fernglas ist ein tragbares optisches Instrument in überwiegend binokularer Ausführung, das es ermöglicht, mit beiden Augen über getrennte Strahlengänge mit Hilfe von Linsen durch eine Vergrößerung des Sehwinkels entfernte Objekte im erzeugten Bildraum um ein Vielfaches näher oder größer erscheinen zu lassen („Fern-Seher“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Fernglas&#039;&#039;&#039; ist somit ein tragbares [[Fernrohr]]. Das Fernglas wird einerseits in einfacher Linsenbauweise als Theaterglas (Opernglas, [[Fernrohr#Galilei-Fernrohr|Galilei-Fernrohr]]) angeboten, andererseits als &#039;&#039;&#039;Prismenfernglas&#039;&#039;&#039; ([[Fernrohr#Kepler-Fernrohr|Kepler-Fernrohr]]), das auch &#039;&#039;&#039;Feldstecher&#039;&#039;&#039; genannt wird. In einäugiger Bauweise spricht man von [[Monokular]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Übergang zu Fernrohren bilden die etwas längeren, aus Gewichts- und Konstruktionsgründen überwiegend mit Stativ zu verwendenden [[Spektiv]]e. Mit einem ausziehbaren [[Fernrohrtubus|Tubus]] werden letztere auch [[Auszugsfernrohr]]e genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typische [[Vergrößerung (Optik)|Vergrößerungen]] sind für Operngläser 3-fach, für Feldstecher 6- bis 10-fach und für Spektive mit [[Zoomobjektiv|Zoom]]-Okular 15- bis 50-fach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Binoculars-de.svg|mini|[[Porroprisma|Porroprismen]] – Fernglas, aufgeschnitten.&amp;lt;br /&amp;gt;[[Objektiv (Optik)|Objektiv]], [[Porroprisma|Porroprismen]] und [[Okular]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Feldstecher Dekarem 10 x 50.jpg|mini|Feldstecher Dekarem 10x50, antireflexbeschichtete Objektivlinsen, VEB Carl-Zeiss-Jena, DDR, 1985]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte und Bezeichnungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hensoldt-Prismendoppelfernrohr.jpg|mini|Fernglas &#039;&#039;Dialyt&#039;&#039; ([[Hensoldt AG|M. Hensoldt &amp;amp; Söhne in Wetzlar]], 1905)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Operaglasses.jpg|mini|Theaterglas (frühes 20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:MTN1.jpg|mini|Polnisch-französisches Nachtsichtmonokular MTN-1 an [[Gefechtshelm]] (2009)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert nannte man Gläser, mit deren Hilfe man auf Entfernung schärfer als ohne Hilfsmittel sehen konnte, &#039;&#039;Stechbrillen&#039;&#039; (oft als [[Monokel]] ausgebildet) und die schon vorhandenen Theatergläser kurz &#039;&#039;Stecher&#039;&#039;. Ein vornehmerer Begriff war &#039;&#039;Lorgnette&#039;&#039;, der originär für in der Hand zu haltende Brillen galt. Für die vorwiegend vom Militär im Gelände benutzten Gläser entstand daraus der Begriff &#039;&#039;Feldstecher&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Kluge: &#039;&#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;. 23. Aufl., bearb. v. Elmar Seebold, Walter de Gruyter, Berlin 1995.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theatergläser wurden schon seit Beginn des 18. Jahrhunderts, die als [[achromat]]ische Linsen zur Verfügung standen, vermehrt gefertigt. Ein Kaiserliches Privileg zu ihrer Fertigung erhielt [[Johann Friedrich Voigtländer (Optiker)|Johann Friedrich Voigtländer]] 1823 in Wien. Für ein binokulares Fernglas mit ähnlichen Prismen wie die bereits bekannten und monokular angewendeten [[Porroprisma|Porroprismen]] meldete am 9. Juli 1893 die Firma [[Carl Zeiss (Unternehmen)#Carl Zeiss 1846–1945|Carl Zeiss in Jena]] ein Patent an. Ein Prismenfernrohr mit [[Pentaprisma|Dachkant-Pentaprismen]] und der Bezeichnung &#039;&#039;Dialyt&#039;&#039; (mit je zwei [[Objektiv (Optik)|Objektiv]]-Linsen) und ebenfalls parallel versetzten optischen Achsen baute [[Moritz Hensoldt|M. Hensoldt &amp;amp; Söhne in Wetzlar]] ab 1905.&amp;lt;ref&amp;gt;Alte Zeichnung des Hensoldt-Dialyt-Fernglases  {{Webarchiv|text=smt.zeiss.com |url=http://www.smt.zeiss.com/C1257173002D0F60/0/1F1FCFF061965E67C125718500264832/$File/Innovation_11_35.pdf |wayback=20120201071104}} (PDF; 389&amp;amp;nbsp;kB).&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 14. April 1905 meldete diese Gesellschaft ein Patent für ein „geradsichtiges“ Prismenfernglas mit Dachkant-Pentaprismen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort &#039;&#039;Fernglas&#039;&#039; wird von vielen Herstellern als übergeordneter Begriff verwendet, um unterschiedliche optische Gerätetypen mit [[binokular]]er und [[monokular]]er Konstruktion zu kennzeichnen. Im Fachhandel wird der Begriff allerdings häufig auf die binokularen Prismenferngläser beschränkt, ohne Theatergläser, Spektive, Monokulare (Prismen-Kleinfernrohre) und sonstige [[Fernrohr]]e einzuschließen. Entwickler und Patentierer (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Moritz Hensoldt]] am Ende des 19. Jahrhunderts) sprachen noch vom &#039;&#039;Prismen-Doppelfernrohr&#039;&#039;; später kam die Bezeichnung Binocles in Gebrauch: In einer Anzeige von Voigtländer &amp;amp; Sohn aus dem Jahre 1907 wurde für „Prismen-Binocles – für Sport, Reise, Jagd, Theater und Militär-Dienstgebrauch“ geworben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Englische Sprache|Englischen]] gibt es kein sprachliches Äquivalent, das die gleiche heterogene Produktgruppe umfasst wie der deutsche Begriff „Fernglas“. Dort unterscheidet man begrifflich meist zwischen &#039;&#039;binoculars&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;binocular telescopes&#039;&#039; (Feldstecher), &#039;&#039;monoculars&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;monocular telescopes&#039;&#039; (Monokulare) sowie &#039;&#039;spotting scopes&#039;&#039; (Spektive). In der internationalen Werbesprache wird zuweilen der Begriff &#039;&#039;Sport Optics&#039;&#039; (auch: &#039;&#039;Sports Optics&#039;&#039;) für den Produktbereich verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Typen binokularer Ferngläser ==&lt;br /&gt;
Die beiden Haupttypen der binokularen Ferngläser sind die optisch einfachen &#039;&#039;Theatergläser&#039;&#039; und die aufwändigeren &#039;&#039;Prismenferngläser&#039;&#039; (Feldstecher, Großfeldstecher und Doppelspektive).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die traditionell gebauten &#039;&#039;Theatergläser&#039;&#039;, früher auch Operngläser oder Operngucker genannt (engl. &#039;&#039;opera glasses,&#039;&#039; &#039;&#039;theater binoculars&#039;&#039; oder &#039;&#039;Galilean binoculars&#039;&#039;), sind leichte und kleine binokulare Ferngläser nach dem Galilei-Fernrohr-Prinzip. Sie enthalten pro Strahlengang lediglich eine konvexe Objektivlinse und eine konkave Okularlinse, welche direkt ein aufrechtes Bild erzeugen. [[Umkehrprisma|Umkehrprismen]] sind daher nicht nötig. Theatergläser ermöglichen eine nur geringe Vergrößerung (zwischen {{Bruch|1|1|2}} und 5, häufig in den Versionen 2,5×18 bis 3×28 hergestellt), die aber zur Beobachtung des Geschehens auf einer Theaterbühne angemessen ist. Die einfache optische Konstruktion ermöglicht nur ein kleines Gesichtsfeld, und die Abbildungsqualität ist geringer als in den kompakten Ferngläsern mit Umkehrprismen. Daher wurden schon bald nach Erfindung des Umkehrprinzips auch Prismen-Theatergläser mit der angemessenen relativ kleinen Vergrößerung angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prismenferngläser funktionieren nach dem Kepler-Fernrohr-Prinzip und enthalten ein Umkehrprisma zwischen Okular und Objektiv, welches einerseits das um 180° verdrehte Bild zurückdreht und andererseits bei hochwertiger Abbildung eine kompakte Bauweise ermöglicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Baugröße her unterscheidet man vereinfacht zwischen Kompakt- oder Taschenferngläsern (die auch als Theater- und Museumsgläser angeboten werden, bis etwa 300&amp;amp;nbsp;g wiegen und häufig bei Nichtgebrauch zu kleinerem Volumen zusammengeklappt werden können), Universalgläsern (Feldstecher im engeren Sinne, zwischen etwa 400 und 1200&amp;amp;nbsp;g) und Großferngläsern mit Objektivöffnungen ab etwa 66&amp;amp;nbsp;mm, die eher auf Stativen Verwendung finden. Die Bezeichnungen variieren aber etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bauweisen und Produktvielfalt der Prismenferngläser ==&lt;br /&gt;
=== Umkehrprisma-Varianten ===&lt;br /&gt;
Angewendet werden zwei unterschiedliche Umkehrprismen:&lt;br /&gt;
* Lange Zeit dominierten bei den Ferngläsern [[Porroprisma|Porroprismen]].&lt;br /&gt;
* Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind in großem Maße Ferngläser mit &#039;&#039;geradsichtigen&#039;&#039; Dachkantprismen (zum Beispiel: [[Schmidt-Pechan-Prisma|Schmidt-Pechan-Prismen]]) in Gebrauch. Wegen der &#039;&#039;Geradsichtigkeit&#039;&#039; sind letztere besonders kompakt gebaut. Ihre Fertigung ist aufwändiger, um ausreichend präzise zu sein. Sie standen daher lange Zeit hinter Porroprismen-Ferngläsern zurück und konnten sich nicht breit durchsetzen. Noch heute beobachtet man bei dieser Bauform erhebliche Qualitätsunterschiede zwischen den Herstellern bzw. den Preiskategorien, denn die Einhaltung enger Fertigungstoleranzen ist schwierig und kostenintensiv. Porroprismen-Ferngläser weisen demgegenüber eine größere Fertigungstoleranz auf und verlangen weniger aufwändige Vergütungen für gute Abbildungsleistungen. Bei begrenztem Budget erhält man daher meist ein besseres optisches System in Porrobauweise als in Dachkantbauweise. Insgesamt gesehen haben beide Systeme verschiedene spezifische Vor- und Nachteile hinsichtlich Fertigung und Benutzerfreundlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dachkantgläser wirken je nach Marke und Modell entweder eher kurz und kompakt oder aber eher länglich und schmal. Der Grund kann in unterschiedlichen Dachkantprismensystemen liegen oder in unterschiedlichen Brennweiten der Linsen: Lange Objektiv- und Okularbrennweiten erlauben leichter die Korrektur von Bildfeldwölbung und Randunschärfe und ermöglichen dadurch oft bessere optische Kenndaten (großes Sehfeld, kleinere Abbildungsfehler). Kurze Modelle sind dafür leichter und handlicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Größere Prismenferngläser, die für ein ruhiges Bild fest installiert oder auf ein Stativ gestellt werden müssen, werden &#039;&#039;Großfeldstecher&#039;&#039; genannt. Sie werden mit Objektiven zwischen etwa 66 und 100&amp;amp;nbsp;mm angeboten. Infolge der großen Objektive können sie praktisch nur in Porroprismenbauweise erstellt werden. Von der Größe her leiten sie über zu &#039;&#039;Doppel-Spektiven&#039;&#039;, die häufig eine hochwertige [[Apochromat]]-Optik haben, welche für normale Feldstecher zu unhandlich wäre. Speziell große, aufwändige und teure Geräte werden teilweise vom Militär und von der Grenzsicherung eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bauweisen und Qualitätsaspekte ===&lt;br /&gt;
Die beiden Hälften eines binokularen Prismenfernglases lassen sich um die Mittelachse schwenken, um die Strahlengänge auf den &#039;&#039;Augenabstand&#039;&#039; (präziser: Pupillendistanz) des jeweiligen Benutzers einstellen zu können. Vorhanden ist üblicherweise eine Einstellbarkeit von etwa 56 bis etwa 74&amp;amp;nbsp;mm (Abstand zwischen den [[Okular]]en), nur bei wenigen Gläsern bis etwa 78&amp;amp;nbsp;mm. Faltbare Kompaktfeldstecher erlauben Einstellungen ab etwa 32&amp;amp;nbsp;mm. Bei optimaler Einstellung und Blick in die Ferne erkennt der Beobachter einen Bildkreis (und nicht zwei wie eine liegende 8 überlappende, wie schematisch oft dargestellt, etwa in Spielfilmen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für ein entspanntes [[stereoskopisches Sehen]] ist die synchron laufende &#039;&#039;Fokussierung&#039;&#039; (Scharfstellung) der beiden Strahlengänge wichtig. Bei unsynchronem Lauf oder Dejustage der optischen Teile, was insbesondere bei Billigprodukten auftreten kann, versucht das Gehirn des Beobachters die unterschiedlichen Bilder zur Deckung zu bringen, was ermüdend wirkt und Kopfschmerzen verursachen kann. Bei Porroprismen-Ferngläsern sind die Okulare zur Synchronisation über eine Brücke miteinander verbunden und können durch Drehen eines Fokussierrads vor und zurück bewegt werden. Dachkantprismen-Ferngläser haben meist eine Innenfokussierung mit einer synchronen Verschiebung einer Linsengruppe in den beiden Strahlengängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anpassung an die häufig etwas unterschiedliche Brechkraft des linken und rechten Auges verlangt einen [[Dioptrienausgleich]], der durch Drehen an einem der Okulare (selten auch an beiden) erfolgen kann, manchmal, besonders bei höherwertigen Ferngläsern, durch Einstellungen an einem Mitteltrieb. Bei sehr klein und leicht gehaltenen Kompaktferngläsern wird die Dioptrieneinstellung durch getrenntes Einzel-Einstellen der beiden Okulare erreicht; auch manche Marinegläser verwenden dieses Funktionsprinzip zwecks besserer Wasserdichtigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufig gummierte Verbindung zwischen Okular und Auge sollte störendes Seitenlicht möglichst fernhalten. Dies funktioniert am effektivsten mit weichen schwarzen &#039;&#039;Augenmuscheln&#039;&#039;, die an den Außenseiten verlängert sind und sich an die Schläfen anlegen. Allerdings sind diese nur ohne Brille verwendbar. Brillenträger müssen sie umklappen oder (je nach Fabrikat) gegen andere Augenmuscheln austauschen. Viele Hersteller haben komfortabel herausdrehbare Augenmuscheln entwickelt, welche sich schnell und variabel einstellen lassen, allerdings nicht so effektiv gegen Seitenlicht schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob allerdings Brillenträger einen ähnlich guten Sehkomfort wie Nicht-Brillenträger genießen können, hängt stark vom &#039;&#039;Augen-Okular-Abstand&#039;&#039; ab, der innerhalb einer bestimmten Spannbreite durch Verschieben oder (komfortabler) Drehen der Augenmuscheln einstellbar ist. Die Austrittspupille des Fernglases muss generell axial und parallel („zentrisch“) sowie in einem gewissen Abstand zur Eintrittspupille des Auges, d.&amp;amp;nbsp;h. zur hinter der Hornhaut liegenden Öffnung der Iris, liegen. Dieser Abstand sollte je nach Brillenstärke etwa 14–20&amp;amp;nbsp;mm betragen und arretierbar sein. Ist das Auge zu weit entfernt, sieht der Betrachter ein beschnittenes Bild, ist es zu nahe am Okular, können sich bei nicht genau zentriertem Durchblick schwarze Abschattungen (sogenannte &#039;&#039;kidney beans&#039;&#039;) einstellen, was ein unkomfortables Sehen nach sich zieht. Okularkonstruktionen, die diesen Abstand einhalten, heißen „Brillenträgerokulare“. Ältere und preiswerte Ferngläser sind häufig nicht Brillenträger-tauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist ist der Sehgenuss ohne &#039;&#039;Brille&#039;&#039; wegen der besseren Abschirmung des Strahlengangs vor Seitenlicht höher als mit Brille, sofern sich die jeweilige Fehlsichtigkeit am Fernglas geeignet korrigieren lässt; nicht am Okular korrigieren lässt sich stärkere Hornhautverkrümmung ([[Astigmatismus (Medizin)|Astigmatismus]]). Allerdings sind Abnehmen und Wiederaufsetzen einer Brille oft hinderlich und für viele Situationen zu langsam (Vogelbeobachtung, Jagd, Sportanlässe). Hinzu kommt, dass mögliche Unterschiede zwischen den beiden Augen meist nur bis etwa ±3–5 Dioptrien eingestellt werden können und dass die volle Fokussierbarkeit des Fernglases für beide Augen meist nur bis etwa 3–8 Dioptrien möglich ist. Bei stärkerer Kurzsichtigkeit ist die Einstellung auf unendlich nicht mehr möglich, während andererseits die Naheinstellung verbessert wird. Manche Hersteller bieten an, durch Nacharbeit im Werk den sogenannten Überhub (derjenige Bereich, der bei Normalsichtigen über die Unendlichstellung hinaus einstellbar ist) zu Lasten der Naheinstellung zu vermindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige Qualitätskriterien sind auch eine angenehme Handhabung (Griffigkeit, Schwerpunktbildung, Erreichbarkeit des Fokussierrads). Hier haben Personen mit großen bzw. kleinen Händen naturgemäß unterschiedliche Ansprüche. Daneben sind [[Haptik]] und Funktionalität unter unterschiedlichen Witterungsbedingungen (also auch bei Kälte und im Regen) bedeutsam, wozu eine mechanisch einwandfreie, weder zu leicht- noch zu schwergängige Einstellung des Augenabstands, der Scharfstellung und der Dioptrieneinstellung gehört. Weiter sind eine gute Eignung für die Verwendung mit und ohne Brille, eine Toleranz gegenüber Temperaturextremen und Nässe, ein guter Schutz gegen Stoß und gegen Kratzer an den Linsen und ein geringes Gewicht wichtige Kriterien. Zur Gewichtseinsparung und gleichzeitigen Stabilität der Gehäuse dienen [[Aluminium]], [[Magnesiumlegierung]]en oder [[Polycarbonate]]. Für besondere Anwendungen sind Objektivgewinde nützlich, beispielsweise zur Anbringung von Polarisationsfiltern für Beobachtungen in der Nähe von Wasseroberflächen (Wassersport, Wasservögel). Tierbeobachter und [[Amateurastronomie|Astronomen]] schätzen auch ein Gewinde, das ein Aufschrauben auf ein Stativ ermöglicht. Für nautische Zwecke sind Zusatzeinrichtungen wie Kompass und [[Fadennetz|Strichplatten]] erhältlich, für Jäger Entfernungsmesser und Zielhilfen auf Laserstrahlbasis. Einige Hersteller bieten auch [[Fernglas#Ferngläser mit Bildstabilisierung|bildstabilisierte Ferngläser]] an,&amp;lt;ref name=&amp;quot;test-2019-08&amp;quot;&amp;gt;test.de von 08/2019, &#039;&#039;Ferngläser im Test: Schadstoffe in Gurten, Gehäusen und Augenmuscheln&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; welche ein Zittern der Hände ausgleichen können. Geräte mit sonstigen elektronischen Zusatzfunktionen (Höhenmesser, Temperaturangabe und Zeitfunktion; &#039;&#039;Minox BD-Reihe&#039;&#039;), mit integriertem digitalen Fotoapparat &#039;&#039;(Bushnell Imageview)&#039;&#039; oder mit Daten- und Bildübertragung zwischen mehreren Beobachtern &#039;&#039;(Leica Geovid Lux)&#039;&#039; sind Nischenprodukte oder Geräte für Spezialanwendungen. Ebenfalls für Spezialanwendungen konzipiert (Wildbeobachtung, Jagd, Polizei, Militär, Sicherheitsdienst) sind die verschiedenen Typen der [[Nachtsichtgerät]]e, die hier nicht näher behandelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihrem Test von Ferngläsern im August 2019 wies die [[Stiftung Warentest]] auf die Verwendung von [[Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe|PAKs]] in Materialien für Gehäuse, Augenmuscheln und Trageriemen, mit denen der Nutzer in Kontakt kommt, hin. Zum Zeitpunkt des Tests wies nur eins von 17 getesteten Gläsern keine PAKs auf, was allerdings gesetzlich auch nicht gefordert ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;test-2019-08&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Digitales Fernglas ===&lt;br /&gt;
Bei einem digitalen Fernglas wandeln zwei Sensoren hinter einer herkömmlichen Optik das optische Bild in digitale elektrische Signale um. Diese werden nach der [[Bildverarbeitung]] auf zwei [[Elektronischer Sucher|elektronischen Suchern]] wiedergegeben. Wie bei der [[Digitalfotografie]] gibt es keine direkte optische Verbindung mehr zwischen betrachtetem Objekt und Auge. Zur Darstellung ist elektrische Energie notwendig, die in der Regel von Akkumulatoren geliefert wird. Die Bildverarbeitung in Verbindung mit der Wiedergabe auf den Sucherdisplays ermöglicht eine Anpassung des dargestellten Bildes, zum Beispiel eine Aufhellung bei schwachem Licht. Optische Bildstabilisatoren, digitale Foto- und Filmfunktionen können integriert sein (z.&amp;amp;nbsp;B. &#039;&#039;Sony [[DEV-50V]]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://blog.sony.com/2013/04/dev50v/ |sprache=en |titel=NEW: Sony’s Digital Recording Binoculars with HD video capture |autor=Kathleen |hrsg=blog.sony.com |datum=2013-04-23 |zugriff=2015-06-11 |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20150613070552/https://blog.sony.com/2013/04/dev50v/ |archiv-datum=2015-06-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichte der Produktvielfalt ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bilińska Lady with binoculars.jpg|mini|hochkant|Dieses &#039;&#039;Porträt einer Dame mit Lorgnette&#039;&#039; (Theaterglas) wurde 1884 von der polnischen Künstlerin [[Anna Bilińska]] gemalt.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Publicité Jumelles d&#039;opéra.jpg|mini|Werbung für Operngläser um 1890, mit Darstellung des Vergrößerungseffekts]]&lt;br /&gt;
Binokulare Ferngläser auf Darstellungen vor 1900 waren meistens Theatergläser, also Geräte auf Basis des Galileo-Fernrohrprinzips. Die folgenden Prismenferngläser wurden zunächst fast nur als monokulare Ferngläser gefertigt, zum Beispiel von der Firma M. Hensoldt &amp;amp; Söhne in Wetzlar. Die Firmen Carl Zeiss in Jena und [[Leitz (Optik)|Leitz in Wetzlar]] (Binocle 6×18, mit Porroprismen, 1907) produzierten vorwiegend binokulare Prismenferngläser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren Prismenferngläser außer für Privatpersonen zu einem bedeutenden Teil für das Militär konzipiert. Weite Sehfelder wurden zu Lasten der damals noch kaum geforderten Brillentauglichkeit bevorzugt. Die Produktvielfalt war vergleichsweise gering, und es wurden überwiegend die optisch besseren Porroprismen-Ferngläser hergestellt. Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts führten Verbesserungen in der Vergütung und Fertigungstechnik sowie die gestiegene Kaufkraft breiter Bevölkerungsschichten zu einem Anstieg im Angebot hochwertiger Dachkantgläser in universeller und in Kompakt-Bauweise. Seit dem beginnenden 21. Jahrhundert sind die Qualitätsunterschiede zwischen den beiden Bautypen bei den hochwertigen Geräten praktisch nicht mehr vorhanden, zumal inzwischen Dachkantgläser mit hochwertigen Linsensystemen und effektiven Phasenkorrekturbelägen auf dem Markt sind, die zudem vielfach auch nahbereichstauglich sind. Ferner wird aufgrund der gestiegenen Zahl von brillentragenden und oftmals kaufkräftigen Personen oberhalb des 45. Altersjahrs vermehrt Wert auf Brillentauglichkeit und großzügige Dioptrieneinstellung, bestmögliche optische Kennzahlen, Leichtigkeit und Kompaktheit sowie andere ergonomische Aspekte gelegt. Schließlich sind bildstabilisierende Geräte, die es seit Ende des 20. Jahrhunderts gibt, ebenfalls verstärkt und in verschiedenen Konstruktionsformen auf den Markt gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zumindest um 1980 bis 1990 war es bei billigen Ferngläsern üblich, mit dem meist harten Köcher aus lackiertem Karton Kunststoffschutzkappen für Objektive und Okulare auch noch zwei okularseitig aufsteckbare Orange-Filter mitzuliefern. Diese absorbieren die kurzwellige Hälfte des Spektrums, das von Dunst (und Luft) stärker gestreut wird, um eine bessere, wenn auch praktisch monochrome, Fernsicht zu erreichen. Eine langovale Doppelkappe, die über beide Okulare reicht und mit zwei Schlitzen am Trageband aufgefädelt ist, kann ein Fernglas, das beim Stehen und Gehen vorne an der Brust hängt, schon alleine recht gut vor Staub von oben schützen und kann beim Hochnehmen zu den Augen mit der zweiten Hand rasch abgezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Handel ===&lt;br /&gt;
Auf dem Weltmarkt werden jährlich rund 8 Millionen neue Ferngläser verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://djz.de/die-zweite-garde-366/ |titel=Die zweite Garde |zugriff=2020-07-19 |datum=2004-02-02 |hrsg=Deutsche Jagdzeitung }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Von einzelnen Gerätetypen im High-End-Bereich (z.&amp;amp;nbsp;B. Jagdgläser) können im Laufe eines Produktionszyklus bis zu mehrere 100.000 Exemplare abgesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Visier Special 51/2008, Seite 113&amp;lt;/ref&amp;gt; Ferngläser renommierter Marken gelten als hochwertige und potenziell langlebige Konsumgüter. Sie werden vom Kunden vielfach auch dann weiter behalten, wenn er ein neues Fernglas hinzukauft, was den Gläsern einen Sammlerwert und eine gewisse Wertbeständigkeit verleiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktionsprinzip, Kenngrößen und Qualitätseigenschaften ==&lt;br /&gt;
Die drei wesentlichen &#039;&#039;optischen Bauteile&#039;&#039; eines Prismenfernglases sind&lt;br /&gt;
* 1. das Objektiv, das heutzutage aus zwei bis fünf Linsen besteht,&lt;br /&gt;
* 2. das Prismensystem mit zwei oder drei Prismen sowie&lt;br /&gt;
* 3. das Okular, das heute meist aus drei bis sechs Linsen besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Objektiv erzeugt in einer Zwischenebene ein doppelt verkehrtes – auf dem Kopf stehendes und seitenverkehrtes, also um 180° gedrehtes – Bild. Das Prismensystem dreht das Bild um 180°, richtet es auf, ohne die Größe zu verändern. Das Okular funktioniert als Lupe, mit der das [[Zwischenbild]] vergrößert gesehen wird. Bei richtiger Fokussierung treten die Lichtstrahlen parallel aus dem Okular aus, und der Beobachter hat den Eindruck, entspannt in die Ferne blicken zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vergrößerungszahl und Objektivdurchmesser ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Binoculars description plate2.jpg|mini|Vergrößerungszahl und Objektivdurchmesser stehen auf praktisch allen Ferngläsern (hier: 7×50).&amp;lt;br /&amp;gt;Die Sehfeldgröße wird im angelsächsischen Raum statt in &#039;&#039;°&#039;&#039; oder in „m pro 1000&amp;amp;nbsp;m“ oft in „Fuß pro 1000 Yards“ angegeben (hier: 372 ft. at 1000 yds., entspricht 124&amp;amp;nbsp;m pro 1000&amp;amp;nbsp;m bzw. 7,1°).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigsten und in der Regel auch angeschriebenen Kenngrößen eines Fernglases sind die &#039;&#039;Vergrößerungszahl&#039;&#039; und der &#039;&#039;[[Objektivdurchmesser]]&#039;&#039;. Zum Beispiel bedeutet die Kennzeichnung 10×50, dass eine 10-fache [[Vergrößerung (Optik)|Vergrößerung]] und ein Objektivdurchmesser von 50&amp;amp;nbsp;mm vorliegen. Die Vergrößerungszahl ist der Quotient aus &#039;&#039;[[Objektivbrennweite]]&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Okularbrennweite]]&#039;&#039;. Eine 10-fache Vergrößerung bedeutet, dass das Bild im Vergleich zum Sehen mit bloßem Auge 10-mal so groß erscheint. Der Objektivdurchmesser bestimmt, wie viel Licht vom Fernglas aufgenommen wird, und ist somit für die Bildhelligkeit mitverantwortlich, die aber auch von der Vergrößerung beeinflusst wird. Die Bildhelligkeit ist proportional zu &amp;lt;math&amp;gt;(D/v)^2&amp;lt;/math&amp;gt;, wobei &#039;&#039;D&#039;&#039; der Objektivdurchmesser und &#039;&#039;v&#039;&#039; die Vergrößerungszahl ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Fernglashersteller neigen dazu, etablierte Kennzahlen (z.&amp;amp;nbsp;B. 8×32, 10×50) selbst dann zu verwenden, wenn der Objektivdurchmesser im Einzelfall einige Millimeter kleiner ausfällt. Auch die Vergrößerung des gesehenen Bildes ist nicht so klar definiert:&lt;br /&gt;
* Erstens variieren die tatsächlichen Vergrößerungen zwischen den Ferngläsern geringfügig um die angegebenen Werte,&lt;br /&gt;
* zweitens ändern sie sich etwas mit dem Objektabstand (scheinbare geringere Vergrößerung bei kleinen Entfernungen) und&lt;br /&gt;
* drittens verändert die jeweilige [[#Verzeichnung|Verzeichnung]] die Vergrößerung insofern, als die für Ferngläser typische kissenförmige Verzeichnung den Vergrößerungsfaktor zum Rand hin etwas erhöht.&lt;br /&gt;
* Schließlich hat man bei Ferngläsern der klassischen [[Porroprisma|Porrobauweise]] den subjektiven Eindruck, dass die Vergrößerung etwas geringer ausfällt als bei einem gleich stark vergrößernden [[Pentaprisma|Dachkant]]-Fernglas mit geringerem Objektivabstand, was in der Nähe besonders ausgeprägt ist; dieser sogenannte Liliputismus-Effekt ist die Folge einer anderen Wahrnehmung bzw. zerebralen Verrechnung des stärker stereoskopischen Bildes und fällt bei monokularem Einblick weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Strahlenbündel, das senkrecht durch das Objektiv in das Fernglas gelangt, hat den wirksamen Durchmesser des jeweiligen Objektivs. Der wirksame Durchmesser wird manchmal durch eine Eintrittsblende hinter dem Objektiv oder noch weiter im Geräteinnern etwas verringert. Diese Blenden dienen meist der Unterdrückung von Abbildungsfehlern im Randbereich. Diejenige Blende oder Linsenfassung, die den Durchmesser des Strahlenbündels festlegt, definiert die sogenannte &#039;&#039;[[Eintrittspupille]]&#039;&#039;. Der Quotient aus wirksamem Objektivdurchmesser und Vergrößerung (zum Beispiel 50&amp;amp;nbsp;mm/10 = 5&amp;amp;nbsp;mm) bestimmt den Durchmesser des Strahlenbündels, welches das Okular verlässt und auf das Auge trifft. Dieser Durchmesser des Strahlenbündels wird als &#039;&#039;[[Austrittspupille]]&#039;&#039; bezeichnet. Sie ist das Bild der Eintrittspupille und ist direkt proportional zur Größe des Objektivs (bei unveränderter Vergrößerung!). Wenn man das Fernglas in einigem Abstand vom Auge hält, ist die Austrittspupille als heller Lichtkreis vor dem Okular „schwebend“ erkennbar. Da die Pupille unseres Auges bei Tageshelle eine Pupillenöffnung von 2 bis 3&amp;amp;nbsp;mm und in der Dunkelheit von etwa 6&amp;amp;nbsp;mm (maximal 7 bis 8&amp;amp;nbsp;mm, im fortgeschrittenen Lebensalter oft nur bis ca. 5&amp;amp;nbsp;mm) hat, ist die sinnvolle Größe der Austrittspupille des Fernglases entweder 2 bis 3&amp;amp;nbsp;mm oder etwa doppelt so groß. Diese Sinnfälligkeit wird leider meistens missachtet. Es sind weit mehr Ferngläser mit der größeren Austrittspupille im Gebrauch als mit kleinerer. Die Verdopplung der Austrittspupille bedeutet, dass das Fernglas mindestens das doppelte Gewicht hat, das ohne wesentlichen Nutzen bei Spaziergängen oder Wanderungen, die am Tage stattfinden, umhergetragen wird. Die zu große Austrittspupille ist nur von Vorteil, wenn sich das Fernglas nicht ruhig vor den Augen halten lässt (zum Beispiel auf einem schwankenden Schiff). Eine Austrittspupille unter 2 bis 3&amp;amp;nbsp;mm führt wegen des dunkleren Bildes zu deutlicher Wahrnehmungseinschränkung. Für ein auch in der Dämmerung und in klaren Nächten (Sternbeobachtung) zu gebrauchendes Allround-Fernglas (ohne Bild-stabilisierenden Zusatz) werden 6- bis 9-fache Vergrößerung und maximal 44&amp;amp;nbsp;mm Objektivdurchmesser (9- bis 12-fach und maximal 60&amp;amp;nbsp;mm für kräftige Menschen jüngeren und mittleren Alters) empfohlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lichtstärke, Dämmerungszahl und Transmission ===&lt;br /&gt;
Um die Eignung eines Fernglases bei geringer Lichtintensität zu charakterisieren, dienen zwei weitere Kennzahlen:&lt;br /&gt;
* Die &#039;&#039;Lichtstärke&#039;&#039; (präziser: geometrische Lichtstärke) ist proportional zum Quadrat der Austrittspupille. Sie wird als dimensionslose Zahl angegeben, die sich aus dem Quadrat der in mm gemessenen Austrittspupille ergibt.&amp;lt;br /&amp;gt;Beispiel 10×50-Glas: Lichtstärke = &amp;lt;math&amp;gt; \textstyle (50 / 10)^2&amp;lt;/math&amp;gt; = 25&lt;br /&gt;
* Die &#039;&#039;[[Dämmerungszahl]]&#039;&#039; ist die Quadratwurzel des Produktes aus Vergrößerung und Objektivdurchmesser. Sie wird ebenfalls als dimensionslose Zahl angegeben.&amp;lt;br /&amp;gt;Beispiel 10×50-Glas: Dämmerungszahl = &amp;lt;math&amp;gt; \textstyle \sqrt{10 \cdot 50}&amp;lt;/math&amp;gt; = 22,36&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich beide Werte in der Regel als dimensionslose Zahlen angegeben werden, sind sie tatsächlich nicht dimensionslos, sondern abhängig von der verwendeten Einheit für den Eintrittspupillendurchmesser, welche daher für eindeutige Kennzeichnungen unbedingt mit angegeben werden muss. Bei beiden Kennzahlen handelt es sich zudem um stark vereinfachte Leistungsparameter, die aus den Grenzfällen weit komplexerer Modelle zur [[Fernrohrleistung]] hervorgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Effektive Lichtstärke und effektive Dämmerungszahl ergeben sich, wenn auch die Abhängigkeit von der &#039;&#039;[[Transmission (Physik)|Transmission]]&#039;&#039; (Lichtdurchlässigkeit) der eingesetzten Gläser und von deren Oberflächenbehandlung (Verspiegelung, Vergütung) berücksichtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Transmission des jeweiligen optischen Systems ist nur instrumentell messbar. Sie gibt an, wie viel Prozent der einfallenden Lichtstrahlung nach Passieren der Gesamtoptik das Okular verlassen. Dieser Prozentwert ist für verschiedene Wellenlängen unterschiedlich, weshalb Ferngläser je nach Fertigung auch einen gegenüber der Natur leicht abweichenden Farbeindruck hinterlassen können. Ferngläser hoher Qualität erreichen Transmissionswerte von über 90 Prozent im Bereich um 600–700&amp;amp;nbsp;nm und zwischen 80 und 90 % um 450–600&amp;amp;nbsp;nm. Ältere Ferngläser bis etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts hatten infolge fehlender Vergütung maximal etwa 70 % Transmission und zeigten dadurch im Vergleich zu modernen Gläsern ein leicht dunkleres Bild. – In heutigen Werbeunterlagen werden deutlich höhere Transmissionswerte vorgetäuscht (z.&amp;amp;nbsp;B. „99 %“), die aber nur für Einzellinsen oder -prismen, nicht aber für das Gesamtsystem gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reales und scheinbares Sehfeld ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Sehwinkel 1.png|mini|hochkant=1.2|Die Erweiterung des [[Sehwinkel]]s durch das Linsensystem im Fernglas bewirkt eine Vergrößerung der Abbildung auf der [[Netzhaut]].&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/physik/artikel/vergroesserung-optischer-geraete Vergrößerung optischer Geräte]&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.univie.ac.at/mikroskopie/1_grundlagen/optik/Grundlagen%20der%20Optik.pdf Grundlagen der Optik]&#039;&#039; Seite 24&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;reale Sehfeld&#039;&#039; wird entweder in [[Grad (Winkel)|Winkelgraden]] (°) oder als Feldbreite auf 1.000&amp;amp;nbsp;m Entfernung angegeben. 1° entspricht ungefähr 17,5&amp;amp;nbsp;m Feldbreite in 1000&amp;amp;nbsp;m Entfernung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genaue Berechnung: Die halbe Feldbreite ist das Produkt aus dem Tangens des halben [[Sehwinkel]]s und der Entfernung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechnung für 6° Sehwinkel: tan 3°&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;1000&amp;amp;nbsp;m = 0,0524&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;1000&amp;amp;nbsp;m = 52,4&amp;amp;nbsp;m; das Sehfeld ist auf 1000&amp;amp;nbsp;m etwa 105&amp;amp;nbsp;m breit (2&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;52,4&amp;amp;nbsp;m).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das reale Sehfeld von Ferngläsern nimmt mit zunehmender Vergrößerung ab und reicht von etwa 3° (rund 50&amp;amp;nbsp;m pro 1000&amp;amp;nbsp;m, typisch für 18- bis 20-fache Vergrößerung) bis etwa 9° (rund 160&amp;amp;nbsp;m pro 1000&amp;amp;nbsp;m, typisch für 6- bis 7-fache Vergrößerung). Das Sehfeld lässt sich nicht beliebig vergrößern, die am Rand auftretenden Abbildungsfehler und die Abmessungen der Prismen und Okularlinsen setzen eine praktische Grenze. Ferngläser mit größerem Sehfeld bilden die Ränder oft unscharf und verzerrt ab. Sie wurden und werden trotz der Randfehler, mangelnder Brillentauglichkeit, hohem Gewicht und Störanfälligkeit dennoch gelegentlich hergestellt. Beispiele waren das &#039;&#039;Leitz Amplivid&#039;&#039; (12,1°) und das &#039;&#039;Zeiss Deltar 8×40&#039;&#039; (11,3°) sowie ist das &#039;&#039;Leitz Trinovid 6×24&#039;&#039; (12,1°). Solche Sehfeldgrößen sind von Vorteil, wenn sich das zu beobachtende Objekt schnell quer zur Sehrichtung bewegt (Sport, Jagd) oder wenn das zu beobachtende Sehfeld groß ist (Theaterbühnen). Diese Marktlücke wird von der &#039;&#039;Bushnell XtraWide&#039;&#039;-Serie gefüllt (17°).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brillenträger können auch bei sogenannten &#039;&#039;brillentauglichen Ferngläsern&#039;&#039; meistens nicht das gesamte Sehfeld nutzen, das ohne Brille überblickbar ist. Dabei trifft es Weitsichtige in anderer Weise und teilweise stärker als Kurzsichtige. Diese Sehfeldbeschneidung sollte individuell ausgetestet werden, da nur ganz selten im Werbetext die (ohnehin nur ungefähre) Sehfeldgröße für Brillenträger genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;scheinbare Sehfeld&#039;&#039; (auch scheinbarer Sehwinkel genannt) bezieht sich auf den vom Betrachter beim Betrachten durch das Okular empfundenen, winkelmäßigen Durchmesser des durch die Sehfeldblende begrenzten Sehfelds. Es ist etwa das Produkt aus realem Sehfeld und Vergrößerungsfaktor. Bei 6° realem Sehfeld und 10-facher Vergrößerung hat das scheinbare Sehfeld etwa 60°. Diese einfache Multiplikation liefert nur annähernd die genaue scheinbare Sehfeldgröße, berücksichtigt aber die weit verbreitete kissenförmige Verzeichnung. Die neuere Norm ([[ISO]] 14132-1:2002) verlangt eine modifizierte (wiederum trigonometrische) Berechnung (im Falle der Abwesenheit jeder Verzeichnung), die zu einem meist 2–4° kleineren scheinbaren Sehfeld führt; aus diesem Grund können ältere und neuere Angaben für das gleiche Fernglas variieren, und Vergleiche zwischen verschiedenen Herstellern müssen die Berechnungsgrundlage berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem zu kleinen scheinbaren Sehfeld kann der Beobachter einen „Tunnelblick“- oder „Schlüssellochblick“-Eindruck bekommen, doch ist die Grenze, unterhalb der dieser Eindruck entsteht, subjektiv unterschiedlich (meist zwischen 55° und 60°). Okulare mit einem scheinbaren Sehfeld von über etwa 60° heißen Weitwinkelokulare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schärfentiefe ===&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;[[Schärfentiefe]]&#039;&#039; hängt in erster Linie von der Vergrößerungszahl des Fernglases ab. Schwache Vergrößerungen erleichtern das gleichzeitige Scharfsehen unterschiedlich weit entfernter Objekte, während stärkere Vergrößerungen ein häufiges Nachfokussieren verlangen. Die Schärfentiefe reduziert sich quadratisch mit der Vergrößerungszahl, d.&amp;amp;nbsp;h. ein 10×-Fernglas hat etwa die halbe (7²/10²&amp;amp;nbsp;=&amp;amp;nbsp;0,49) Schärfentiefe eines 7×-Fernglases.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In zweiter Linie ist der Objektabstand von großer Bedeutung: In einer Entfernung von 2&amp;amp;nbsp;m beträgt die subjektive Schärfentiefe bei einem 7- bis 8-fach vergrößernden Fernglas rund 10&amp;amp;nbsp;cm, in 10&amp;amp;nbsp;m Entfernung rund 1&amp;amp;nbsp;m, und ab ungefähr 25&amp;amp;nbsp;m sieht man bis unendlich alles einigermaßen scharf (auf diesem Effekt beruhen die Fixfokus-Ferngläser). Die Schärfentiefe ist allerdings bei jungen Menschen mit hohem [[Akkommodation (Auge)|Akkommodationsvermögen]] der Augen besser als bei älteren, da sie, meist unbewusst, die Form ihrer Augenlinse etwas anpassen können. Daneben hängt die subjektiv empfundene Schärfentiefe auch von der Lichtstärke und auch etwas von der Art des Objekts ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dritter Linie haben auch andere Faktoren einen Einfluss. So spielt die Austrittsblende des Fernglases bzw. die Augenpupille (je nachdem, welcher Durchmesser kleiner ist) eine Rolle, da eine kleinere effektive Pupille, ähnlich wie die Blende beim Fotoapparat, die Schärfentiefe erhöht. Bei Ferngläsern mit „Tunnelblick“ kann sich ferner bei Tag die Augenpupille wegen des dunklen Randes etwas zu weit öffnen, was die Schärfentiefe verringern und zudem auch Blendeffekte hervorrufen kann. Ein Weitwinkelokular schließt umgekehrt die Augenpupille etwas und erhöht dadurch die Schärfentiefe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abbildungsfehler ===&lt;br /&gt;
Jedes optische System und damit auch jedes Fernglas weist physikalisch bedingte [[Abbildungsfehler]] auf, die nicht eliminiert, sondern nur reduziert werden können, indem mehrere Linsen aus unterschiedlichen Glassorten hintereinander geschaltet werden. Die wichtigsten Abbildungsfehler sind die [[Abbildungsfehler#Bildfeldwölbung|Bildfeldwölbung]], die [[Abbildungsfehler#Sphärische Aberration|sphärische Aberration]] und die [[Abbildungsfehler#Chromatische Aberration|Farbfehler]]. Die [[Verzeichnung]] (Verzerrung) ist, da bewusst eingesetzt, ein Sonderfall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;Bildfeldwölbung&#039;&#039; bewirkt, dass sich ein ebenes Motiv nicht über die ganze Fläche gleichzeitig scharf stellen lässt, da es auf einer gewölbten Fläche abgebildet wird. Die korrigierende Maßnahme hat die Bezeichnung &#039;&#039;Planfeldoptik&#039;&#039;, womit dieser Fehler so weit vermindert werden kann, dass er nicht mehr störend wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine &#039;&#039;sphärische Aberration&#039;&#039;, auch Öffnungsfehler genannt, entsteht bei Linsenformen, bei denen Lichtstrahlen, die in der Mitte des Objektivs auftreffen, einen anderen Brennpunkt haben, als Lichtstrahlen, die zum Rand hin auf das Objektiv auftreffen. Die Folge ist ein scharfes Kernbild, das von einem unscharfen überlagert wird. Dies führt zu einem „Weichzeichnereffekt“, d.&amp;amp;nbsp;h. zu einem kontrastarmen, weich und etwas verschwommen wirkenden, wenngleich dennoch scharfen Bild. Der Effekt tritt insbesondere bei Weitwinkelokularen auf. Korrigiert werden kann dieser Fehler durch Verwendung (teurer) [[Asphärische Linse|asphärischer Okularlinsen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Minimierung der &#039;&#039;Farbfehler&#039;&#039; (chromatische Aberration), die bei jeder Linse infolge der Lichtbrechungen als Farbsaum (besonders an Hell/Dunkel-Übergängen) störend sichtbar werden können, verwendet man [[Achromat]]e. Diese bestehen aus zwei Linsen unterschiedlicher Glassorten (d.&amp;amp;nbsp;h. Gläser mit unterschiedlicher [[Abbe-Zahl|Abbescher-Zahl]]), die bewirken, dass der rote und der blaue Spektralanteil gleiche Brennweite haben (Beseitigung des &#039;&#039;Farblängsfehlers&#039;&#039;). Seit einiger Zeit sind auch Ferngläser auf dem Markt, bei denen eine dritte Farbe ([[Apochromat]]) oder sogar eine vierte Farbe &#039;&#039;(Superachromat)&#039;&#039; die gleiche Brennweite haben. Diese aufwändigen Korrekturen können auch eine Verringerung des &#039;&#039;Farbquerfehlers&#039;&#039; (Farbsäume am Rand des Sehfeldes) bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Weitere Abbildungsfehler&#039;&#039;, die auftreten, sind [[Abbildungsfehler#Koma|Koma]] (Asymmetriefehler), [[Abbildungsfehler#Astigmatismus|Astigmatismus]] (Punktlosigkeit) und [[Vignettierung]] (Abdunkelung der Ecken).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell werden zur Reduktion störender Abbildungsfehler spezielle Glassorten und aufwändige Vergütungen kombiniert, wodurch hochwertige Gläser sehr teuer in der Produktion werden. Ferner werden manche optische Leistungsdaten, wie die Sehfeldgröße, bewusst begrenzt, um Abbildungsfehler an der Bildperipherie gering zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verzeichnung ===&lt;br /&gt;
[[Verzeichnung]] heißt die bewusst bei der Berechnung und Herstellung der Linsen einkalkulierte Abweichung von einem maßstäblichen Abbild, wodurch eine gezielte leichte Verzerrung entsteht. Durch sie werden geradlinige Strukturen am Bildrand an den Enden nach außen gebogen (kissenförmige Verzeichnung). Das bedeutet, dass der Vergrößerungsfaktor zum Rand hin um einige Prozente zunimmt. (Das gegenteilige Phänomen, die tonnenförmigen Verzeichnung, führt aufgrund einer Abnahme des Vergrößerungsfaktors nach außen zu einem Effekt, wie er in der Fotografie durch die [[Fischaugenobjektiv]]e hervorgerufen wird).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eine kissenförmige Verzeichnung für Fotoobjektive und fotografische Bilder generell unerwünscht ist, konzipieren viele Hersteller ihre Ferngläser absichtlich so, damit das optische Bild beim Schwenken des Glases stabiler und ruhiger wirkt, was besonders bei einem großen Sehfeld von Bedeutung ist. Dies bewirkt aber andererseits bei geraden Strukturen am Bildrand eine Verzerrung, was besonders beim Betrachten hoher Gebäude von unten, z.&amp;amp;nbsp;B. Kirchtürme, störend wirken kann, da die oberen Turmpartien dann einen unnatürlich groß wirkenden Flächenanteil des Bildes einnehmen. Bei fehlender oder nur geringer Verzeichnung bleiben die Linien gerade, doch entsteht dann für einen Beobachter, der sein Fernglas schwenkt, vielfach ein Eindruck, als bewege er sich vor bauchförmigen Spiegeln, was teilweise als unangenehm empfunden wird. Dieses optische Phänomen wird als [[Globuseffekt]] bezeichnet, da das menschliche Gehirn die Sehinformationen bei der Schwenkbewegung so interpretiert, als bewegten sich die Bildpunkte auf einer Globusoberfläche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beobachtet man also mit seinem Fernglas häufig an Orten mit langen geraden Strukturen (Städte, Wald), mögen verzeichnungsarme Gläser bevorzugt werden, ebenso dann, wenn der Globuseffekt als nicht störend empfunden wird. Ist das Betrachten eines Panoramas mit Schwenken des Glases wichtiger, dürfte eine stärkere Verzeichnung wünschenswert sein. Japanische Modelle werden vielfach mit relativ geringer Verzeichnung hergestellt und als „verzeichnungsfrei“ beworben (z.&amp;amp;nbsp;B. &#039;&#039;Nikon High Grade&#039;&#039; und &#039;&#039;Action&#039;&#039;-Serie, &#039;&#039;Pentax 8x32 DCF SP&#039;&#039;, &#039;&#039;Kowa Genesis 33&#039;&#039;). Bei europäischen Herstellern überwog früher ebenfalls die weitgehend verzeichnungsfreie Herstellung, während die führenden Vertreter (&#039;&#039;Leica, Zeiss, Swarovski&#039;&#039; usw.) heute eine Verzeichnung einberechnen, allerdings die Stärke der Verzeichnung den jeweiligen Marktbedürfnissen anpassen und stärker oder schwächer konzipieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Glassorten und Vergütungen ===&lt;br /&gt;
Die Wahl der &#039;&#039;[[Optisches Glas|Glassorten]]&#039;&#039; und die Art der [[Antireflexbeschichtung|Vergütung]] (Antireflexbeschichtung) von Linsen und Prismen beeinflussen stark die Lichtstärke und den [[Kontrast]]. Als Kontrast bezeichnet man den Unterschied in der Leuchtdichte zwischen aneinandergrenzenden hellen und dunklen Flächen. Hoher Kontrast wird subjektiv als brillanter und scheinbar schärfer empfunden als geringer Kontrast, kann aber zu Lasten von Farbtreue gehen. Hochwertige Glassorten und Vergütungen helfen, unerwünschtes Streulicht, Gegenlichtreflexe und Farbsäume zu verringern. Häufig verwendete Glassorten für Prismen sind die [[Kronglas|Krongläser]] BK7 (Bor-Kronglas) und BaK4 (Barium-Kronglas), ferner die Glassorte SK 15. BaK4-Prismen erlauben eine hohe Detailauflösung und ein helles und farbtreues Bild. Allerdings hängen bei diesen und weiteren Glassorten Farbtreue, [[Dispersion (Physik)|Dispersion]], geometrische Form, Gewicht, Qualitätsstreuung bei der Produktion und die Herstellungskosten in komplexer Weise miteinander zusammen, so dass wohl auch zukünftig unterschiedliche Glassorten und Konstruktionen als für den jeweiligen Zweck geeignetste verwendet werden dürften. Die Spezialgläser bzw. die jeweilige Kombination an optischen Maßnahmen tragen aus Marketinggründen firmenspezifische Bezeichnungen. Kowa spricht von XD-Linsen, Nikon von ED-Glas, Swarovski und Leica von HD, Steiner von XP-Optik und bei Zeiss heißen sie FL-Gläser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter &#039;&#039;Vergütung&#039;&#039; oder Entspiegelung versteht man in der Optik eine [[Antireflexbeschichtung]], die durch das Aufdampfen von [[Metalloxide]]n und [[Fluoride|-fluoriden]] auf Linsen und Prismen erreicht wird. Diese Stoffe zeigen einen niedrigen Brechungsindex. Ohne Vergütung käme es zu einer erheblichen Lichtreflexion an den Glasoberflächen und zu einer geringen Lichtdurchlässigkeit (Transmissionsgrad). Während Einfachvergütungen die Transmission vor allem im gelben Lichtspektrum, in dem menschliche Augen besonders empfindlich sind, verbessern, reduzieren Mehrfachvergütungen den [[Reflexionsgrad]] des Glases über einen weiten Teil oder gar den gesamten sichtbaren Wellenlängenbereich. Heute werden fast nur noch Mehrschichtvergütungen (engl. &#039;&#039;multi-coating&#039;&#039;) verwendet. Je nach Einsatzzweck der Ferngläser werden aber unterschiedliche Vergütungen bevorzugt, so beispielsweise bei Jagdgläsern eine Maximierung der Transmission in dem für das Beobachten im Dämmerlicht wichtigen Wellenlängenbereich um 500–540&amp;amp;nbsp;nm. Je nach Vergütung kann ferner der Charakter des im Fernglas gesehenen Bildes unter normalem Tageslicht entweder „wärmer“ oder „kälter“ und entweder kontrastreicher oder kontrastärmer erscheinen. Je nach Anwendung wird die Vergütung auch für maximale Farbtreue optimiert, zum Beispiel bei Gläsern speziell für die Vogelbeobachtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zusätzliche wichtige Eigenschaften,&#039;&#039; mit denen in letzter Zeit geworben wird, sind eine hohe Kratzfestigkeit der Außenseiten der Objektive sowie der [[Lotuseffekt]], der ein leichtes Abperlen von Wasser und Schmutzpartikeln erlaubt. Letzterer trägt markenspezifische geschützte Bezeichnungen, wie LotuTec bei Zeiss, AquaDura bei Leica, RNP Raindefender Nano Protection bei DDoptics oder Nano-Protection bei Steiner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bauweisen des optischen Systems der Prismenferngläser ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Double Porro prism.svg|mini|Porroprismensystem in 3D-Darstellung]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Schmidt-Pechan prism.svg|mini|Schmidt-Pechan-Dachkantprismensystem in Querschnittszeichnung und in 3D-Darstellung]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Abbe-König prism.svg|mini|Abbe-König-Dachkantprismensystem in 3D-Darstellung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konstruktions- und Fertigungsprinzipien ===&lt;br /&gt;
In Prismenferngläsern sind neben [[Linse (Optik)|Linsen]] die [[Prisma (Optik)|Prismen]] wesentliche [[Optik|optische]] [[Bauteil (Technik)|Bauelemente]], die entweder durch [[Totalreflexion]] oder durch Spiegelschichten dafür sorgen, dass das gesehene Bild aufrecht und seitenrichtig steht. Gleichzeitig wird dadurch die Baulänge des optischen Systems verkürzt. Unterschiedliche Bauformen beeinflussen Form und Größe des Fernglases und die Eigenschaften der Gesamtoptik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;Porroprismen-Fernglas&#039;&#039; (Zeiss-Patent 1893) beruht auf dem 1854 von [[Ignazio Porro]] patentierten &#039;&#039;Porroprisma&#039;&#039;. Dieses lenkt die aus dem Objektiv kommenden Lichtstrahlen mehrmals um und dreht das Bild um 180°. Hierdurch wird das zunächst umgekehrt aus dem Objektiv in der Zwischenbildebene vorliegende Bild seitenrichtig und aufrecht gesehen. Je Strahlengang werden zwei [[Porroprisma|Porroprismen]] benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Äußerliches Merkmal von Porroprismen-Ferngläsern ist die breite und kurze Bauform mit meist weit auseinander stehenden Objektiven was das stereoskopische Sehen verbessert. Im Gegenzug ist das Nahsehen bei klassischer Porroprismenbauweise schwieriger. Bei kleinen Objektivdurchmessern (meist bis 21&amp;amp;nbsp;mm Durchmesser) sind die Objektive manchmal auch nach innen versetzt (umgekehrte Porroprisma-Bauweise). Dies erlaubt eine Gewichts- und Volumeneinsparung, geht aber zu Lasten des Stereoeffekts. Andererseits wird die Nahbeobachtung verbessert (derzeit nur bei der &#039;&#039;Papilio&#039;&#039;-Reihe von &#039;&#039;Pentax&#039;&#039; realisiert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;Dachkantprismen-Fernglas&#039;&#039; (Hensoldt-Patent 1905) benutzt je Strahlengang ein [[Dachkantpentaprisma|Dachkant-Pentaprismen-System]] zur 180°-Drehung des Bildes. Dachkant-Prismensysteme existieren in verschiedenen Bauformen; die bekanntesten sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* das [[Schmidt-Pechan-Prisma|Schmidt-Pechan-Prismensystem]] mit insgesamt 2 Prismen (einem Schmidtprisma und einem Pechanprisma); es erfordert wegen fehlender Totalreflexion auf einer Fläche eine Verspiegelung, lässt aber eine kurze und kompakte Bauweise zu und ist wohl in der Mehrzahl der modernen Dachkantprismen-Ferngläser enthalten;&lt;br /&gt;
* das [[Uppendahl-Prisma|Uppendahl-Prismensystem]] mit insgesamt 3 Prismen, das zu einer etwas längeren Bauweise als das Schmidt-Pechan-Prismensystem führt und deshalb weniger oft verwendet wird (z.&amp;amp;nbsp;B. in den &#039;&#039;Leica-Geovid&#039;&#039;-Ferngläsern mit Laser-Entfernungsmessern);&lt;br /&gt;
* das [[Abbe-König-Prisma|Abbe-König-Prismensystem]] (Dialyt-Prismensystem) mit insgesamt 2 Prismen, das keine Verspiegelung erfordert und dadurch auch eine höhere Lichttransmission ermöglicht; es wird z.&amp;amp;nbsp;B. von &#039;&#039;Zeiss&#039;&#039; im &#039;&#039;Dialyt 8x56&#039;&#039; und in den größeren &#039;&#039;Victory&#039;&#039;-Gläsern ab 42&amp;amp;nbsp;mm Objektivdurchmesser verwendet, und verursacht eine eher lange Bauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Prismentypen mit speziellen Eigenschaften, die aber offenbar derzeit nirgends in binokularen Ferngläsern verwendet werden, sind&lt;br /&gt;
* das [[Sprenger-Prisma|Sprenger-]] oder [[Leman-Prisma]]; es wird aus einem einzigen Stück gefertigt und wurde früher von &#039;&#039;Carl Zeiss Jena&#039;&#039; in Theatergläsern auf Prismenbasis und in Subkompakt-Ferngläsern eingebaut (z.&amp;amp;nbsp;B. &#039;&#039;Theatis 3,5x15&#039;&#039;, mit 11° realem Sehfeld und Naheinstellung bis 50&amp;amp;nbsp;cm!);&lt;br /&gt;
* das [[Möller-Prisma|Möller-Prismensystem]], das aus 2 Prismen besteht, hohe Transmissionswerte hat und nahe beieinander liegende Objektive ermöglicht; es wurde früher von den &#039;&#039;J.D. Möller Optischen Werken Wedel&#039;&#039; eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die entsprechenden Ferngläser erinnern äußerlich an Porroprismen-Ferngläser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der jeweils auf einer Spiegelfläche versilberten Oberflächen, die Schmidt-Pechan-Prismensysteme und Uppendahl-Prismensysteme benötigen, lassen sie bei ansonsten gleicher Behandlung weniger Licht passieren als Porroprismengläser. Interferenzeffekte zwischen den beiden Strahlengängen führen ferner bei allen Dachkant-Prismensystemen zu einem schlechteren Auflösungsvermögen bei sehr feinen Strukturen, was aber durch das Aufdampfen eines Phasenkorrekturbelags (eingeführt in den 1990er Jahren) weitgehend behoben werden kann. Daneben ist für Dachkantsysteme höchste Fertigungspräzision gefordert, um ein hochwertiges Bild zu erzielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vor- und Nachteile der beiden Prismen-Arten ===&lt;br /&gt;
Als &#039;&#039;Vorteile der Dachkantprismen-Ferngläser&#039;&#039; werden üblicherweise genannt:&lt;br /&gt;
* Nahfokussierung auch für größere Ferngläser leichter zu bewerkstelligen;&lt;br /&gt;
* kein Liliputismus-Effekt (d.&amp;amp;nbsp;h. scheinbar geringere Vergrößerung, besonders bei Nahdistanz);&lt;br /&gt;
* Innenfokussierung erlaubt gute Wasser- und Staubdichtigkeit (bei aufwändigen Porroferngläsern ebenfalls möglich, führt aber oft zu schwergängigem Einstellen);&lt;br /&gt;
* geringeres Gewicht und kleinere Abmessungen und dadurch manchmal auch bessere Stabilität;&lt;br /&gt;
* für kleine Hände besser geeignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &#039;&#039;Vorteile der Porroprismen-Ferngläser&#039;&#039; werden meist genannt:&lt;br /&gt;
* Im Niedrigpreissektor sind Helligkeit und optische Qualität fast immer besser;&lt;br /&gt;
* besserer räumlicher Bildeindruck im mittleren Entfernungsbereich um 10 bis 100&amp;amp;nbsp;m;&lt;br /&gt;
* im Prinzip ein größeres Sehfeld realisierbar (das aber für volle Brillentauglichkeit wieder reduziert werden muss);&lt;br /&gt;
* bei Ansitz lässt sich das Glas auf die Objektivfassung stellen und rasch zu den Augen führen;&lt;br /&gt;
* Personen mit großen Händen empfinden Handlichkeit besser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese allgemeinen und unterschiedliche Vor- und Nachteile in Fertigung und Produktionskosten sind die Gründe dafür, dass auch heute noch die meisten Hersteller sowohl Ferngläser nach dem Porroprismenprinzip als auch nach einem Dachkantprismenprinzip anbieten und entsprechende Kunden finden. Großfeldstecher werden konstruktionsbedingt praktisch nur in Porrobauweise gefertigt, echte Kompaktfeldstecher nur in Dachkantbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Scharfstellung und Fixfokus-Systeme ===&lt;br /&gt;
Eine wichtige Funktion ist die &#039;&#039;Scharfstellung&#039;&#039; (Fokussierung) des zu beobachtenden Objekts. Die untere Grenze ist der Mindestabstand (Naheinstellgrenze, Nahpunkt, Nahfokus), die obere Grenze entspricht der Unendlichstellung, wobei meist ein gewisser Überhub von ca. 3 bis 7 Dioptrien vorgesehen ist, damit auch (mäßig) Kurzsichtige noch scharfstellen können. Bei Weitsichtigen ist der wirksame Mindestabstand etwas größer. Der einstellbare Nahpunkt variiert bei den derzeit auf dem Markt befindlichen Geräten zwischen 50&amp;amp;nbsp;cm und über 20&amp;amp;nbsp;m. Eine hohe Vergrößerung verlangt oft einen größeren Mindestabstand, doch sind auch die Bauweise des Geräts, die Linsenberechnung und -konfiguration und die verwendeten Glassorten entscheidend. Bei älteren Ferngläsern und auch heute noch bei vielen Porroprismen-Ferngläsern beträgt der Mindestabstand um 3 bis 10&amp;amp;nbsp;m. Für Dachkant-Ferngläser liegt die angebotene Nahgrenze inzwischen häufig bei 1,5 bis 2,5&amp;amp;nbsp;m, teilweise sogar bis zu 1&amp;amp;nbsp;m (&#039;&#039;Vixen&#039;&#039;: &#039;&#039;Atrek-&#039;&#039;, &#039;&#039;Apex Pro-&#039;&#039; und &#039;&#039;Foresta&#039;&#039;-Serie, diverse &#039;&#039;Fujifilm&#039;&#039;-Gläser), doch ist das Beobachten bei unter etwa 2&amp;amp;nbsp;m anstrengend und ermüdend, da die Augenpupillen „schielend“ nach innen gerichtet werden müssen; zudem muss auch das Fernglas etwas enger gestellt werden. Vor allem aber nehmen die beiden Augen als Folge der [[Parallaxe]] stark unterschiedliche Bildausschnitte wahr, welche das Gehirn des Betrachters in ein einheitliches Bild umzusetzen versucht. Nur bei Ferngläsern mit Porroprismen, die umgekehrt eingebaut sind &#039;&#039;(Pentax Papilio)&#039;&#039;, ist entspanntes Sehen bis etwa 50&amp;amp;nbsp;cm Nähe möglich, was zum Beispiel die vergrößerte Beobachtung von Insekten ermöglicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben gibt es Ferngläser ohne Entfernungseinstellung auf dem Markt. Sie werden häufig mit Begriffen wie &#039;&#039;Fixfokus&#039;&#039;, &#039;&#039;Permafokus&#039;&#039; oder auch &#039;&#039;Autofokus&#039;&#039; (nicht zu verwechseln mit [[Autofokus|automatischer Fokussierung]], die zum Beispiel in Fotoapparaten vorkommt) belegt. Alle optischen Bauteile sind für den meistens ausreichenden Entfernungsbereich von einigen Metern (ab etwa 20&amp;amp;nbsp;m, zum Beispiel bei den Steiner-Ferngläsern mit „Sports-Auto-Focus“) bis unendlich gegenseitig fixiert. Lediglich eine beidseitige Dioptrieneinstellung an den Augen ist vorhanden, die bei billigeren Ferngläsern jedoch fehlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fixfokus-Gläser werden zum Beispiel zum Beobachten von Sportveranstaltungen, die in größerer Distanz stattfinden (Fußballspiele, Pferderennen, Segelregatten), gebraucht. Auch Ferngläser für nautische Zwecke („Marinegläser“) haben häufig einen Fixfokus, da die zu beobachtenden Objekte überwiegend in größerer Entfernung liegen. Ein Zusatzvorteil vor allem für den Gebrauch auf See ist, dass sie einfach wasserdicht gemacht werden können, weil keine Einstellungen von außen vorgenommen werden müssen. Nachteil ist die relativ kleine Vergrößerung (4- (selten) bis 7-fach), die sich aus der verlangten höheren Schärfentiefe ergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse zusätzliche Entfernungseinstellung findet in den Augen des Beobachters statt, was sich nach längerem Beobachten durch Ermüdung bemerkbar macht. Jüngere Beobachter, die noch über eine gute [[Akkommodation (Auge)|Akkommodationsfähigkeit]] ihrer Augen verfügen, sind im Vorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ferngläser mit variabler Vergrößerung ===&lt;br /&gt;
Ferngläser werden von etlichen Herstellern auch mit variabler Vergrößerung angeboten. Hierbei gibt es zwei Prinzipien:&lt;br /&gt;
* Ferngläser mit &#039;&#039;kontinuierlicher Einstellung&#039;&#039; nach dem [[Zoomobjektiv|Zoom]]-Prinzip (meist für einen Teilbereich zwischen etwa 5-facher und 20-facher Vergrößerung)&lt;br /&gt;
* Ferngläser mit &#039;&#039;zwei Fixeinstellungen&#039;&#039;, zwischen denen jeweils umgeschaltet werden kann (meist von 7- auf 12-, von 8- auf 12- oder von 10- auf 15-fache Vergrößerung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Kategorie enthält sehr unterschiedliche Porroprismen-Ferngläser; sie werden in allen Gewichts- und damit Lichtstärkeklassen angeboten, von 180&amp;amp;nbsp;g (z.&amp;amp;nbsp;B. &#039;&#039;Eschenbach Vektor 5-15x21&#039;&#039;) bis über 1000&amp;amp;nbsp;g (z.&amp;amp;nbsp;B. &#039;&#039;Nikon Action 10-20×50CF&#039;&#039;). Gegenüber Ferngläsern mit fester Vergrößerung besitzen Ferngläser mit Zoom-Vergrößerung mehr Linsen und damit – insbesondere bei preiswerten Modellen – sowohl höhere Lichtverluste als auch störende [[Abbildungsfehler#Chromatische Aberration|Farbsäume]]. Ferner sind Sehfeld und Nahfokussierung aufgrund der längeren Bauweise des Okulars auch bei der jeweils niedrigsten Vergrößerung meist deutlich schlechter als bei Gläsern mit einer festen Vergrößerung. Bei der jeweils stärksten Vergrößerungsstufe ist die Austrittspupille klein und der Sehkomfort und das Dämmerungssehen damit stark eingeschränkt. Zusätzlich stört ab etwa 12-facher Vergrößerung die Verwackelung ohne Stativverwendung stark. Anwender mit hohem optischem Anspruch verwenden infolge dieser Einschränkungen selten Zoomgläser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Kategorie umfasst vielfach hochwertige Dachkantprismen-Ferngläser; die derzeitigen Produkte auf dem Markt (&#039;&#039;Leica Duovid&#039;&#039;-Serie, &#039;&#039;Leupold Golden Ring&#039;&#039;-Serie) wiegen um 600 bis 1250&amp;amp;nbsp;g. Konstruktionsbedingte Einschränkungen (z.&amp;amp;nbsp;B. geringer Nahfokus) gibt es, wenngleich in geringerem Maße, auch bei diesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Funktionsprinzip der Zoomgläser: Die Synchronisation erfolgt auf beiden Seiten über eine mechanische Kopplung, oft in Form eines biegsamen Metallstreifens, der in einer Schiene entlang der Okularbrücke (welche auch die synchrone Fokussierung über den Mitteltrieb ermöglicht) stauchungssicher geführt wird. Die Einstellung der Vergrößerung erfolgt zumeist über einen Hebel, der über die erwähnte Kopplung sowie eine Art [[Schneckengetriebe]] Linsengruppen in beiden Okularen verschiebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ferngläser mit Bildstabilisierung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Fernglas Zeiss 20x60 S 01 (fcm).JPG|mini|hochkant|Zeiss 20×60 S, mit Bildstabilisierung]]&lt;br /&gt;
Einigermaßen verwackelungsfrei kann man nur bis zu etwa 7- bis 12-facher Vergrößerung beobachten und auch dies meist nur in Ruhe, zum Beispiel nicht unter Körperanstrengung (z.&amp;amp;nbsp;B. auf einer Bergwanderung) oder auf einem Schiff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den Herstellern Canon (Modelle mit IS in der Bezeichnung),&amp;lt;ref name=&amp;quot;test-2019-08&amp;quot; /&amp;gt; Nikon (StabilEyes-Modelle) und Fujinon (Techno-Stabi-Modelle) werden Ferngläser mit zuschaltbarer elektronischer [[Bildstabilisierung]] angeboten, die gerade bei freihändigem Gebrauch Verwackelungen deutlich verringern können und deren Funktion aus bildstabilisierten Kameraobjektiven bekannt ist. Zu den Nachteilen zählen Batterieverbrauch, größeres Volumen, größeres Gewicht, zumeist vergrößerter Mindestabstand zum Objekt (häufig zwischen 3,5 und 6&amp;amp;nbsp;m, bei neueren Modell aber auch 2,5 und 2&amp;amp;nbsp;m) und ein verkleinertes Sehfeld als normal. Ohne bzw. bei leeren Batterien funktionieren sie wie normale Ferngläser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Carl Zeiss bietet das Fernglas 20×60 S (S als Kennzeichen für Bildstabilisierung) an, bei dem das Bild rein mechanisch durch ein kardanisch aufgehängtes, schwingungsgedämpftes Prismensystem stabilisiert wird;&amp;lt;ref&amp;gt;Grundlegende Beschreibungen finden sich in der Patentschrift DE 2353101 „Fernrohr mit Bildstabilisierung“ durch ein kardanisch gelagertes Bildumkehrelement von David B. Fraser, am 23. Oktober 1973 eingereicht durch die Fraser-Volpa Corp., in der Patentschrift DE 2834158 „Prismenfernrohr mit Bildstabilisierung“ von Adolf Weyrauch, eingereicht am 4. August 1978 von Carl Zeiss und in der europäischen Patentschrift 0376108B1 „Fernrohr mit Bildstabilisierung“ von Adolf Weyrauch, Peter Teichmann und Dieter Werblinski, eingereicht am 18. Dezember 1989 von Carl Zeiss.&amp;lt;/ref&amp;gt; es benötigt also keine Batterien. Die verschiedenen Systeme unterscheiden sich in der Robustheit und in der Art der Korrektur: Manche Systeme halten beim Schwenken des Fernglases ein stabiles Bild, andere ermöglichen die Verfolgung bewegter Objekte und können das Zittern und Wackeln besser ausgleichen, so dass gerade bei starker Vergrößerung (20-fach) feinste Details sichtbar werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt auch Ferngläser mit kreiselunterstützter, rein mechanisch arbeitender Bildstabilisierung (Fujinon, Fraser-Volpe), die teilweise auch mit Nachtsichtoption angeboten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wahl eines geeigneten Fernglases ==&lt;br /&gt;
=== Allgemeine Bedingungen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:8x30-8x20.jpg|mini|Größenvergleich zwischen „Standard“-Fernglas 8×30 ([[Porroprisma|Porroprismen]]) und kompaktem Fernglas 8×20 („geradsichtige“ [[Pentaprisma|Dachkantpentaprismen]])]]&lt;br /&gt;
[[Datei:8x20Zeiss1969.jpg|mini|Erstes Kompaktfernglas (8×20) von Zeiss, Oberkochen; oben: vom Benutzer angebrachtes Band als Ersatz für fehlenden Mitteltrieb; unten: zusammengeklappt in Zick-Zack-Form]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Leica Trinovid 8x20 BC.jpg|mini|Kompaktfernglas 8×20 mit Mitteltrieb]]&lt;br /&gt;
Eine bei der Anschaffung eines Fernglases oft wenig beachtete, aber wesentliche Größe ist die Austrittspupille, die grundsätzlich nicht größer als die Augenpupille zu sein braucht. Wer ein Fernglas wie üblich meistens am Tage benutzt, kommt mit einem bedeutend leichteren und weniger voluminösen Instrument aus; er muss nicht ein vom Militär-Standard zum allgemeinen Standard mutiertes Glas der Größe 6×30 (oder 8×30) am Hals mittragen. Die Firma Zeiss, Oberkochen, brachte im April 1969 ein Fernglas der Größe 8×20 (Austrittspupille 2,5&amp;amp;nbsp;mm) auf den Markt, das wenig mehr als 100&amp;amp;nbsp;g wog. Da die Entfernungseinstellung an beiden Hälften einzeln vorzunehmen war (kein Mitteltrieb), konnte es im Zick-Zack auf nur 70&amp;amp;nbsp;mm Breite zusammengefaltet (Gesamtvolumen 90&amp;amp;nbsp;mm&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;70&amp;amp;nbsp;mm&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;26&amp;amp;nbsp;mm) und in eine Hemdentasche gesteckt werden. Zum Vergleich das „Standard“-Glas &#039;&#039;Deltintrem&#039;&#039; von Zeiss, Jena aus gleicher Zeit: 165&amp;amp;nbsp;mm breit, mehr als 500&amp;amp;nbsp;g. Heute haben solche kompakten Ferngläser auch einen Mitteltrieb, sind wenig schwerer und zusammengeklappt auch etwas breiter. Das Konzept hat sich aber, möglicherweise wegen der vielen billigen Angebote (ab 10 Euro) mit nur minimaler Qualität, bis heute nicht durchgesetzt, obwohl es selbstverständlich auch genügend Produkte mit hoher Qualität (ab 100 Euro) gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Standard“-Glas mit etwa 5&amp;amp;nbsp;mm Austrittspupille ist als [[Nachtglas]] für den Gebrauch in der Dämmerung geeignet. Eine Austrittspupille von 7&amp;amp;nbsp;mm eignet sich nur für das vollständig dunkel adaptierte Auge einer nicht zu alten Person (zum Beispiel 7×50). Auch die Verwendung eines Glases mit sehr hoher Vergrößerung ist ein Ausnahmefall, zum Beispiel bei der Wildtier-Beobachtung. Dabei ist praktisch ein Stativ zu benutzen, wodurch man auch über 12-fache Vergrößerung hinausgehen kann (monokular bei sehr hohen Werten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bevorzugung einer hohen Vergrößerungszahl ist – nicht wie die einer hohen Austrittspupille – ohne entscheidende Bedeutung. Hohe Vergrößerung erlaubt zwar eine bessere Detailerkennbarkeit kleiner, entfernter Objekte, erkauft sich dies aber mit größerer Bildunruhe, einem kleineren Sehfeld, einer geringeren Schärfentiefe sowie einer geringeren Lichtstärke oder aber einem größeren Gewicht. Der Nachteil einer nur 6- oder 7-fachen Vergrößerung im Vergleich zu einer 10-fachen Vergrößerung ist angesichts der eingehandelten Vorteile vielfach erträglich: Eine 6,5-fache Vergrößerung bedeutet, dass ein 100&amp;amp;nbsp;m entfernter Vogel so groß erscheint, als wäre man noch etwa 15&amp;amp;nbsp;m entfernt, während eine 10-fache Vergrößerung so wirkt, als wäre man 10&amp;amp;nbsp;m entfernt. Das heißt, man fühlt sich subjektiv im ersten Fall „nur“ 85&amp;amp;nbsp;m näher am Objekt, im anderen Fall etwa 90&amp;amp;nbsp;m näher. &amp;lt;!-- geht vielleicht auch kürzer...--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brillenträger müssen auf brillentaugliche Ferngläser achten, wenn sie nicht bei jeder Beobachtung ihre Brille abnehmen wollen (was jedoch durch Verwendung eines Brillenbandes erleichtert wird). Soll das Fernglas sowohl mit als auch ohne Brille benutzt werden, empfiehlt sich vor dem Kauf ein eingehender Test, um festzustellen, ob alle Einstellungen (Dioptrieneinstellung, Okular- bzw. Augenmuscheleinstellung, Unendlichstellung und Naheinstellung bei der Fokussierung, Überblickbarkeit des gesamten Gesichtsfeldes) sowohl mit als auch ohne Brille zufriedenstellend realisierbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Erwerb eines Fernglases sollte neben dem Einsatzzweck auch die &#039;&#039;persönliche Situation&#039;&#039; kritisch berücksichtigt werden: einer eher leichten Person kann schon ein Fernglasgewicht zur Last fallen, das eine kräftige Person als zu gering, weil verwackelungsanfällig, empfindet. Auch sollten die Fernglasgröße und die Bedienbarkeit zur Handgröße passen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auswahl nach Verwendungszweck ===&lt;br /&gt;
* Wer &#039;&#039;nicht auf Abbildungsqualität und längere Benutzung&#039;&#039; achtet, sondern sich nur unterhalten möchte, sollte sich ein preiswertes Fernglas, möglicherweise sogar mit &#039;&#039;variabler Vergrößerung&#039;&#039; anschaffen. Für diese weltweit größte Zahl von Nutzern stehen auch Ferngläser mit Zoom-Vergrößerung zur Verfügung. Zoom-Gläser werden in allen Gewichts- und Preisklassen angeboten, sind aber insbesondere im Kompakt- und Subkompaktbereich um 180 bis 310&amp;amp;nbsp;g (z.&amp;amp;nbsp;B. &#039;&#039;Eschenbach Vektor 5-15×21&#039;&#039;, &#039;&#039;Pentax 8-16×21 UCF Zoom II&#039;&#039;, &#039;&#039;Nikon Travelite 8-24×25 CF&#039;&#039;) nützlich. Ferngläser mit variabler Vergrößerung können aus Konstruktionsgründen prinzipiell nie die optische Leistung von guten Gläsern mit festem Vergrößerungsfaktor erreichen: So erfolgen unter anderem stets Abstriche in der Größe des Sehfeldes, in der Nahfokussierung und im Sehkomfort bei den stärksten Vergrößerungen (sehr kleine Austrittspupille von teilweise nur 1&amp;amp;nbsp;mm).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kompaktferngläser&#039;&#039;, auch Taschenferngläser genannt, sind für die Hand- oder gar Hemdtasche gedacht und werden in zum Teil hoher optischer Qualität mit den Kennwerten 6×18 bis 10×25 angeboten (&#039;&#039;Leica&#039;&#039;, &#039;&#039;Zeiss&#039;&#039;, &#039;&#039;Swarovski&#039;&#039;, &#039;&#039;DDoptics&#039;&#039;, &#039;&#039;Nikon&#039;&#039;, &#039;&#039;Pentax&#039;&#039; usw.). Sie wiegen meist zwischen 180 und 300&amp;amp;nbsp;g und sind so die einzigen binokularen Prismenferngläser, die man gleichsam „immer bei sich“ haben kann. Allerdings eignen sie sich nicht in der Dämmerung und weisen ein etwas eingeschränktes Sehfeld auf. Viele, vor allem im Niedrigpreissektor, sind auch nicht für Brillenträger geeignet. Viele Menschen können sie infolge der kleinen Masse nur schwer zitterfrei halten, weshalb eine eher niedrige Vergrößerung von 6× bis 8× vorteilhaft ist. Das &#039;&#039;Vixen Arena 12×23&#039;&#039; (und einige Zoom-Gläser) ist mit einer Austrittspupille kleiner als 2&amp;amp;nbsp;mm eine Ausnahme. Für Kompaktferngläser zum Besuch von Theatern, Kirchen oder Museen wird eine maximal 5-fache Vergrößerung (z.&amp;amp;nbsp;B. bei &#039;&#039;Nikon 5×15DCF Titan&#039;&#039;) empfohlen.&lt;br /&gt;
* Als &#039;&#039;Universal-Ferngläser&#039;&#039; für den Tag auf Wanderungen, für Landschafts-, Wild- und Vogelbeobachtungen und für die Dämmerung eignen sich die „Standard“-Ferngläser von etwa 8×25 bis 10×44, die zwischen 300 und 900&amp;amp;nbsp;g schwer sind. Das höhere Gewicht ist ein Kompromiss lediglich dafür, bei allen anderen Anforderungen keinerlei Kompromiss eingehen zu müssen. Grundsätzlich kommen sowohl Dachkantprismengläser als auch Porroprismengläser in Frage, wobei letztere tendenziell etwas schwerer und im Nahbereich meist ungeeignet sind, sich aber dafür durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bezüglich der optischen Abbildungsqualität auszeichnen. Bis etwa 500&amp;amp;nbsp;g lassen sich Ferngläser noch erträglich am Hosengurt tragen, wofür manche Hersteller geeignete Gürteltaschen anbieten.&lt;br /&gt;
* Hochwertige &#039;&#039;Gläser mit variablen Vergrößerungen&#039;&#039; können sich für spezifische Anwendungen eignen. Viele renommierte Hersteller bieten allerdings infolge der notwendigen optischen Kompromisse keine Zoomgläser an, sondern höchstens Dachkantgläser mit Umschaltmechanismus für zwei Vergrößerungen (&#039;&#039;Leica&#039;&#039;, &#039;&#039;Leupold&#039;&#039;). Die Flexibilität in der Vergrößerung geht stets zu Lasten optischer Höchstleistung und bringt Einschränkungen in der Sehfeldgröße und in der Naheinstellung mit sich; auch ist das Gewicht höher als bei einem Glas, das die höchste als feste Vergrößerungszahl hat. Der Umschaltmechanismus kann für manche Situationen als zu träge empfunden werden; ein vorheriger Test im eigenen Einsatzbereich ist empfehlenswert. Auch umschaltbare Gläser haben neben dem Vorteil verschiedener Vergrößerung mehrere konstruktionsbedingte Nachteile.&lt;br /&gt;
* Für &#039;&#039;Tierbeobachtungen&#039;&#039; bei Tag bis zur Dämmerung eignen sich die oben genannten Universal-Ferngläser, unter Umständen auch hochwertige Dachkantgläser mit Vergrößerungsumschaltung. Für präzise Vogelbestimmungen ist äußerste Minimierung von Farbfehlern wesentlich, was aber unter Umständen den Kontrast etwas mindert oder eine leichte Gegenlichtempfindlichkeit herbeiführt. Für Tierbeobachtungen bei häufigem Dämmerungs- und Nachteinsatz, z.&amp;amp;nbsp;B. als &#039;&#039;Jagdglas&#039;&#039;, eignen sich nur lichtstarke Varianten. Häufige Kennwerte sind hier 7×50 (ruhiges helles Panoramabild) über 8×42 und 8×56 bis 9×63 (bessere Detailerkennbarkeit, aber 870 bis 1500&amp;amp;nbsp;g schwer). Jagdgläser werden auch in Kombination mit batteriebetriebenen Laser-Entfernungsmessern (für 10 bis 1200&amp;amp;nbsp;m Entfernung mit zusätzlicher ballistischer Information) angeboten.&lt;br /&gt;
* Die &#039;&#039;Nahbeobachtung&#039;&#039; ist eine Anwendung, die prinzipiell auch früher schon realisierbar war (z.&amp;amp;nbsp;B. bei Anwendung von Sprenger-Leman-Prismen seit den 1920er Jahren), aber erst in neuerer Zeit wieder als Verkaufsargument eine Rolle spielt. Mit solchen Gläsern lassen sich auch Insekten, Blumen oder Eidechsen detailliert erkennen und beobachten. Als minimaler Abstand zum Objekt werden von verschiedenen Herstellern hochwertiger Ferngläser (&#039;&#039;Kowa&#039;&#039;, &#039;&#039;Pentax&#039;&#039;, &#039;&#039;Swarovski&#039;&#039; usw.) Werte bis etwa 1,5&amp;amp;nbsp;m angeboten, wobei im Einzelfall die Ergonomie überprüft werden sollte, da linker und rechter Strahlengang erheblich unterschiedliche Bilder zu den Augen senden. Durch eine modifizierte Bauweise erlauben heutzutage die Porroprisma-basierten &#039;&#039;Papilio&#039;&#039;-Modelle von &#039;&#039;Pentax&#039;&#039; eine recht komfortable Nahbeobachtung bis 50&amp;amp;nbsp;cm. Dies ermöglicht selbst die Inspizierung antiker Münzen im archäologischen Museum oder Entzifferung kleiner Inschriften und auch das Betrachten von [[Modelleisenbahn]]anlagen, wo die Verengung der Sehstrahlen den realitätsnahen Eindruck noch erhöht. Da die Schärfentiefe gerade im Nahbereich mit zunehmender Vergrößerungszahl rasch abnimmt, empfehlen sich Vergrößerungen für den Nahbereich generell nur bis maximal 7-fach.&lt;br /&gt;
* Wer häufig einen &#039;&#039;Panoramablick&#039;&#039; in der Landschaft genießen will, sollte auf ein großes Sehfeld und ruhiges Schwenkbild achten. Um beim Schwenken keinen „rollenden“ Globuseffekt zu bekommen, sollte ein Fernglas mit angemessener kissenförmiger Verzeichnung gewählt werden. Da diese Eigenschaft im Werbematerial allerdings meist nicht näher erläutert wird, empfiehlt sich eine Fachberatung oder die Konsultation von Testberichten. Ferngläser mit großem Sehfeld neigen zu Abbildungsfehlern im Randbereich, die allerdings bei Spitzengeräten stark reduziert sind. Daneben bedingen große Sehfelder eine etwas größere Bauweise, was auf dem Einbau größerer Prismen oder der Verwendung von Linsen mit längerer Brennweite beruht. Gut korrigierte Dachkantprismen-Ferngläser werden heute bei 7-facher Vergrößerung für Sehweiten von maximal etwa 150&amp;amp;nbsp;m pro 1000&amp;amp;nbsp;m angeboten, bei 8-facher Vergrößerung bis etwa 140&amp;amp;nbsp;m, bei 10-facher Vergrößerung bis etwa 120&amp;amp;nbsp;m und bei 12-facher Vergrößerung bis etwa 100&amp;amp;nbsp;m. Da die Fläche des Sehfelds quadratisch zur Sehweite steigt, ist sie bei 141&amp;amp;nbsp;m bereits doppelt so groß wie bei 100&amp;amp;nbsp;m. Größere Sehweiten sind sehr selten im Angebot, z.&amp;amp;nbsp;B. das &#039;&#039;Bushnell XtraWide 4×30&#039;&#039; mit 300&amp;amp;nbsp;m pro 1000&amp;amp;nbsp;m (Fixfokus, nicht brillenträgertauglich), oder das &#039;&#039;Nikon Action VII 7×35&#039;&#039; mit 163&amp;amp;nbsp;m pro 1000&amp;amp;nbsp;m. Viele Gläser mit großem Sehfeld bieten zugleich auch ein „ruhiges“ Bild (s. [[#Anhang: Qualitative Eigenbeurteilung|folgenden Abschnitt]]).&lt;br /&gt;
* Ein &#039;&#039;ruhiges und stabiles Bild&#039;&#039; erreicht man ohne Stativ am ehesten bei einer Vergrößerung bis etwa 7-fach. Diese ermöglicht obendrein ein weites Sehfeld und eine eindrückliche Tiefenschärfe. Eine wichtige Voraussetzung ist auch, dass möglichst keine „kidney beans“ (schwarze seitliche Abschattungen bei nicht genau zentriertem Einblick) auftreten. Aufgrund der geringen Vergrößerung bieten bei Tag auch Ferngläser mit kleinen Objektivgrößen bis 21&amp;amp;nbsp;mm ein noch genügend lichtstarkes Bild; bei gelegentlichem Dämmerungseinsatz sollten sie wenigstens 35&amp;amp;nbsp;mm und bei professionellem Dämmerungseinsatz oder Nachteinsatz wenigstens 42&amp;amp;nbsp;mm betragen. Das Fernglas sollte bei zierlichen Personen um 250–400&amp;amp;nbsp;g, bei mittelkräftigen Personen um 400–600&amp;amp;nbsp;g wiegen, um einerseits ruhig in der Hand zu liegen, andererseits bei Benutzung nicht ermüdend zu wirken. Ferngläser mit diesen Vergrößerungs- und Gewichtsanforderungen sind allerdings eher selten (&#039;&#039;Pentax Papilio 6,5×21&#039;&#039; mit 290&amp;amp;nbsp;g, &#039;&#039;Vixen Foresta 6×32 DCF&#039;&#039; mit 450&amp;amp;nbsp;g, &#039;&#039;Leupold Katmai 6×32&#039;&#039; mit 515&amp;amp;nbsp;g, &#039;&#039;Steiner Navigator 7×30&#039;&#039; mit 520&amp;amp;nbsp;g (Marineglas mit Fixfokus)). Neben einer geringen Vergrößerung, weitem Sehfeld und angepasstem Gewicht sind allerdings auch andere Faktoren wichtig, insbesondere eine hochwertig korrigierte Optik zur Minimierung des Streulichts, eine Austrittsblende von wenigstens 4&amp;amp;nbsp;mm und ein angenehmes Handling. Ein individueller Test ist in jedem Falle angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:HMAS Melbourne binoculars.jpg|mini|Moderner Großfeldstecher im Marineeinsatz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Als &#039;&#039;Marineglas&#039;&#039; (Fernglas für nautische Zwecke und im Wassersport) empfiehlt sich eine eher geringe Vergrößerung mit großer Austrittsblende (7×30 bis 7×50), was Beobachtungen auf schwankendem Untergrund erleichtert und das Glas zugleich dämmerungs- bis nachttauglich macht. Ein höheres Gewicht ist an Bord kein Nachteil, da das Glas anders als beim Wandern nicht über weite Strecken getragen werden muss. Als praktisch gelten Gläser mit hohem Kontrast. Häufig werden speziell wasserdicht konstruierte Porroprismen-Ferngläser angeboten, teilweise mit zusätzlich eingespiegeltem (batteriebetriebenem) Kompass und einer [[Fadennetz|Strichskala]] zur einfachen Distanz- oder Größenabschätzung (bei ungefährer Kenntnis der jeweils anderen Größe). Spezialfeatures können ein Gewinde zum Anbringen von [[Polarisationsfilter]] gegen Lichtreflexionen auf dem Wasser sein, eine wasserdichte und übersichtliche Dioptrieneinstellung, die sich leicht auf verschiedene Nutzer des Schiffs einstellen lässt und in gewissem Umfang auch der Fokussierung dient (verbessert gegenüber einer Zentralfokussierung die Wasserdichtigkeit). Praktisch sind Schwimmtragegurte, die das Fernglas im Ernstfall schwimmen lassen. Bei Militär und Grenzschutzbehörden gibt es sehr große Marine-Feldstecher, die nur mit einem Stativ benutzbar sind.&lt;br /&gt;
* Für &#039;&#039;astronomische Beobachtungen&#039;&#039; werden unter einem dunklen Landhimmel ähnliche Gläser eingesetzt wie für das Dämmerungssehen (also z.&amp;amp;nbsp;B. 7×50, 8×56, 9×63). Unter [[Lichtverschmutzung|aufgehelltem Himmel]], wie er im Stadtbereich auftritt, ist deren Einsatz aber weniger ratsam, weil das unerwünschte Licht des Himmelshintergrundes mit eingefangen und durch die große Austrittspupille verstärkt wahrgenommen wird. Dies führt zu einer Abschwächung des Kontrastes zwischen astronomischem Beobachtungsobjekt und Himmelshintergrund. Je aufgehellter also der Himmel ist, desto kleiner sollte die Austrittspupille des gewählten Fernglases sein. In der Stadt lässt sich deshalb mit einem 8×32- oder sogar mit einem 10×30-Fernglas besser beobachten als mit einem 8×56-Fernglas. Eine häufig von Hobby-Astronomen favorisierte Größe ist 10×50.&amp;lt;br /&amp;gt;Da das Beobachten nach schräg oben in den freien Himmel beschwerlich und verwackelungsanfällig ist, empfiehlt sich gegebenenfalls der Einsatz eines [[Stativ]]s. Es gibt zu diesem Zweck auch spezielle Fernglasstative bzw. [[Montierung|-montierungen]] („Binomount“), deren Mechanik ähnlich der einer Schreibtischlampe funktioniert. Bildstabilisierte Ferngläser bringen ebenfalls eine deutliche Erleichterung. Einige besonders für astronomische Zwecke hergestellte Großferngläser („Kometenjäger“) zur Stativverwendung sind wahlweise auch mit einem Schrägeinblick erhältlich. Das erleichtert sehr die Beobachtung hoher Objekte in der Nähe des [[Zenit (Richtungsangabe)|Zenits]].&amp;lt;br /&amp;gt;Wenig geeignet sind hingegen viele Zoomferngläser. Ihr oft geringes Sehfeld erlaubt kaum [[Starhopping]], also das Aufsuchen von Objekten über andere Objekte mittels Sternkarte. Noch problematischer sind die bei preiswerten Exemplaren meist zu findenden [[Abbildungsfehler]], durch welche die Sterne nicht mehr punktförmig aussehen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Stärkere Vergrößerungen&#039;&#039; erfordern in jedem Fall ein Stativ oder aber ein Fernglas mit eingebauter [[Bildstabilisierung]]. Bei welcher Vergrößerung die sinnvolle Grenze liegt, ist individuell verschieden; während manche Personen bis etwa 12-facher Vergrößerung noch ein relativ ruhiges Bild sehen können, liegt für andere schon bei 6- bis 7-facher Vergrößerung die Grenze. Das Mehrgewicht bildstabilisierter Geräte beträgt je nach Bauart zwischen 100 und 1000&amp;amp;nbsp;g; sie werden derzeit im Vergrößerungsbereich von 8-fach (z.&amp;amp;nbsp;B. &#039;&#039;Canon 8×25&amp;amp;nbsp;IS&#039;&#039;, 500&amp;amp;nbsp;g) bis 20-fach (&#039;&#039;Zeiss 20×60&amp;amp;nbsp;S&#039;&#039;, 1660&amp;amp;nbsp;g) angeboten. Konstruktionsbedingt sind die meisten nicht ganz so stoß- und erschütterungsfest wie hochwertige Geräte ohne Bildstabilisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anhang: Qualitative Eigenbeurteilung ==&lt;br /&gt;
Güte- und Qualitätsbeurteilung eines gebrauchten oder neuen Geräts sollte man einer Fachperson überlassen. Eine Eigenbeurteilung kann lediglich größere Schwächen aufdecken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der &#039;&#039;Dichtigkeit&#039;&#039; erlaubt ein Blick durch die Objektive, Staubablagerungen oder Beschlag infolge Trübung zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erkennt man einige wenige &#039;&#039;Kratzer&#039;&#039;, mögen diese im praktischen Gebrauch erträglich sein; sie fallen bei Sonne im Rücken kaum auf, führen aber im Prinzip zu Lichtablenkung infolge Brechung, Reflexion, Lichtstreuung und Lichtbeugung. Die Folge ist eine mit der Zahl und Stärke der Kratzer steigende Bildverschleierung infolge von Falschlicht im Fernglas, was besonders beim Blick zum Licht hin oder über spiegelnde Oberflächen zunehmend den Bildeindruck stört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Anforderungen an Mechanik und Einstellungen sind weiter oben im Abschnitt „Bauweise und Ergonomie“ zusammengefasst. Um die &#039;&#039;Justage&#039;&#039; der beiden optischen Strahlengänge zu prüfen, betrachtet man durch das Glas eine weit entfernte senkrechte und waagerechte Grenzlinie. Schließt und öffnet man dabei die Augen, kann man feststellen, ob sich die beiden Teilbilder ohne Anstrengung zu einem einzigen Bild kombinieren lassen. Zwar lassen sich schlechte Justagen insbesondere bei jüngeren Beobachtern durch die (oft unbewusste) Augenstellung etwas kompensieren, was bei Kurzprüfung eines Geräts meist nicht bemerkt wird, jedoch bei längerer Benutzung zu Ermüdung und sogar Kopfschmerzen führen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Prüfung der geometrischen Ausformung der &#039;&#039;Austrittsblende&#039;&#039; (Austrittspupille) blickt man in einem Abstand von ca. 30&amp;amp;nbsp;cm durch die Okulare gegen einen hellen Hintergrund. Ist sie nicht kreisförmig oder weist sie graue Ränder auf, ist dies meist ein Zeichen minderwertiger Qualität. Einige Bauteile des Glases, meist die Prismen, sind dann möglicherweise nicht ausreichend dimensioniert und führen zu einer [[Vignettierung]] (Bildabschattung am Gesichtsfeldrand).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Sphärische Abbildungsfehler&#039;&#039; lassen sich durch Betrachten einer punktförmigen Lichtquelle, zum Beispiel eines hellen Sterns, beurteilen. In der Bildmitte betrachtet, deuten Abweichungen von der Punktform auf Fehler der Optik hin, wobei aber nur bei sehr hochwertigen Gläsern ein nahezu punktförmiges Abbild des Sterns erwartet werden kann. Im Randbereich zeigen praktisch alle Ferngläser wegen der [[Abbildungsfehler#Sphärische Aberration|sphärischen Aberration]] ein zumindest geringfügig unscharfes, verzerrtes Bild des Sterns, was die praktische Benutzung jedoch kaum beeinträchtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Farbneutralität&#039;&#039; und &#039;&#039;Vergütung&#039;&#039; des Fernglases lassen sich durch Betrachten heller weißer Flächen abschätzen. Ein Blauschimmer kann ein Hinweis auf eine Einfach-Beschichtung durch Magnesiumfluorid (MgF&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;) sein (bei modernen Geräten nur selten). Ein Grün- oder Braunstich kann auf die Verwendung preiswerten Glases oder billiger Vergütungen hinweisen. Mehrfachvergütungen zeichnen sich durch schwache, verschiedenfarbige Reflexe aus, die bei seitlicher Betrachtung der Linsen zu sehen sind. Hochwertige Vergütungen zeigen hierbei bläuliche, grünliche und purpurfarbene Reflexe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vielfach bei Gläsern der unteren Preisklasse anzutreffenden und oft als „nachtaktiv“ beworbenen intensiv orangeroten oder goldfarbenen &#039;&#039;Effektbeschichtungen&#039;&#039; sind ohne objektiven Nutzen und reduzieren die Transmission häufig auf unter 50 %; sie zeigen am Tage einen Grünstich und sind in der Dämmerung, bedingt durch die niedrige Transmission, lichtschwach. Rotvergütung kann unter Kaufhaus- oder Discounter-Beleuchtung dem Käufer einen zunächst eindrücklichen 3D-Eindruck suggerieren, der aber keine objektiv messbaren Sehverbesserungen in der Natur mit sich bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hersteller ==&lt;br /&gt;
Historisch entwickelten sich die heutigen Hersteller und Anbieter entweder aus der Optikbranche oder der [[Schmuckstein|Schmuckkristall]]&amp;lt;nowiki&amp;gt;verarbeitung&amp;lt;/nowiki&amp;gt; und produzieren auch heute die Ferngläser noch selber. Andere Anbieter haben ihren Ursprung in der Brillenglasproduktion oder der Kameraherstellung, teilweise in der Waffenbranche. Fast alle Anbieter vertreiben neben Ferngläsern auch andere Produkte. Viele, darunter renommierte Anbieter, sind nicht selber Hersteller der Gläser oder stellen nur bestimmte ihrer Reihen selber her. Viele europäische, amerikanische und japanische Produktlinien werden aus Kostengründen in [[China]] hergestellt, wo lokale Firmen oft für verschiedene Marken gleichzeitig tätig sind; höherwertige Produktlinien werden teilweise in [[Japan]] produziert. Im Laufe der letzten hundert Jahre gab es zahlreiche Firmenübernahmen, [[Fusion (Wirtschaft)|Fusionen]] und Umbenennungen. In Deutschland bekannte Hersteller sind [[Steiner-Optik]], [[Bresser (Unternehmen)|Bresser]], [[Canon]], [[Carl Zeiss Sports Optics]], [[Eschenbach Optik]], [[Leica Camera|Leica]], [[Minox]], [[Nikon]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;test-2019-08&amp;quot; /&amp;gt; [[Swarovski KG|Swarovski]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|autor= |url=https://www.jaegermagazin.de/jagdausruestung/zielfernrohre-und-optik/jaeger-fernglas-test-das-swarovski-el-10x42/ |titel=Jäger Fernglas Test – Das Swarovski EL 10x42 |werk=jaegermagazin.de |datum=2017-06-06 |abruf=2021-11-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|autor=Roland Zeitler |url=https://www.digitalmagazin.de/marken/pirsch/hauptheft/2021-3/ruestzeug/056_zukunft-hat-herkunft?q=%2Fmarken%2Fpirsch%2Fhauptheft%2F2021-3%2Fruestzeug%2F056_zukunft-hat-herkunft |titel=Swarovski NL Pure im Test – Pirsch |werk=digitalmagazin.de |datum=2021-02-03 |abruf=2021-11-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Synonyme ==&lt;br /&gt;
Prismenferngläser wurden Anfang des 20. Jahrhunderts auch als &#039;&#039;Trieder&#039;&#039; oder &#039;&#039;Triederbinokel&#039;&#039; bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=https://sdtb.de/museum-of-technology/exhibitions/eotm-2013-04/ |wayback=20191003011108}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Klaus-Dieter Linsmeier: &#039;&#039;Fernoptik in der Naturbeobachtung. Funktion, Anwendung und Herstellung von Ferngläsern, Teleskopen und Zielfernrohren.&#039;&#039; ISBN 3-478-93215-7.&lt;br /&gt;
* Bernd Weisheit: &#039;&#039;Ferngläser für die Astropraxis&#039;&#039;. In: &#039;&#039;[[Sterne und Weltraum]]&#039;&#039;, Teil 1: September 2007, Teil 2: Oktober 2007.&lt;br /&gt;
* H. Merlitz: &#039;&#039;Handferngläser: Funktion, Leistung, Auswahl&#039;&#039;. Verlag Europa-Lehrmittel, 2. Auflage Haan-Gruiten 2019, ISBN 978-3-8085-5775-4.&lt;br /&gt;
* Hans T. Seeger: &#039;&#039;Zeiss Feldstecher, Modelle – Merkmale – Mythos. Handferngläser von 1894–1919&#039;&#039;. Verlag Dr. Hans T. Seeger, Hamburg. ISBN 3-00-031440-7.&lt;br /&gt;
* Hans T. Seeger: &#039;&#039;Zeiss Feldstecher, Modelle – Merkmale – Mythos. Handferngläser von 1919–1946&#039;&#039;. Verlag Dr. Hans T. Seeger, Hamburg. ISBN 3-00-049464-2.&lt;br /&gt;
* Lambert Spix: &#039;&#039;Fern-Seher. Ferngläser für Astronomie und Naturbeobachtung.&#039;&#039; Oculum Verlag, Erlangen 2009. ISBN 978-3-938469-28-6.&lt;br /&gt;
* Walter J. Schwab im Magazin BERGSTEIGER: [https://www.walter-schwab.com/lesenswert/03-%C3%BCber-ferngl%C3%A4ser/ Ferngläser zum Wandern und Bergsteigen]&lt;br /&gt;
* Walter J. Schwab, Wolf Wehran: [https://www.walter-schwab.com/lesenswert/05-optikbuch-jagd-und-beobachtung/ Optik für Jagd und Naturbeobachtung]. ISBN 978-3-00-034895-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Binoculars|Fernglas}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://www.arstechnica.de/technik/fernglas/index.html Bildstabilisierte Ferngläser], Technik, Modelle, Funktionen, Patente&lt;br /&gt;
* Walter J. Schwab: [https://www.walter-schwab.com/lesenswert/04-optische-verg%C3%BCtung/ Über die Vergütung optischer Bauteile]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4724988-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fernglas| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>134.60.67.135</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=K%C5%8Dan&amp;diff=13261</id>
		<title>Kōan</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=K%C5%8Dan&amp;diff=13261"/>
		<updated>2025-02-07T16:12:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;134.60.67.135: /* Sammlungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Kōan&#039;&#039;&#039; ([[Japanische Schrift|jap.]] {{lang|ja-Hani|公案}}; {{zh|c=公案|p=gōng&#039;àn|w=kung-an|b=Öffentlicher Aushang}}; [[Hangeul|hgl.]] {{lang|ko|공안}}, &#039;&#039;gong-an&#039;&#039;; andere gebräuchliche Transkriptionen aus dem Koreanischen: &#039;&#039;Kung-an&#039;&#039;, &#039;&#039;Kungan&#039;&#039;; [[Vietnamesische Sprache|viet.]] &#039;&#039;công án&#039;&#039;) ist im chinesischen [[Chan]]- bzw. japanischen [[Zen]]-[[Buddhismus]] eine kurze Frage, [[Anekdote]] oder [[Sentenz]], die eine beispielhafte Handlung oder Aussage eines Zen-Meisters, ganz selten auch eines Zen-Schülers, darstellt. An der Reaktion des Schülers erkennt der Meister den Grad von dessen Erkenntnis. Der Rinzai-Meister [[Liste buddhistischer Patriarchen#Linji (Rinzai)|Nanyuan Huiyong]] 南院慧顒 (Nan&#039;in Egyō) (?–930) hat die Form des Kōan als erster entwickelt, indem er von ihm gesammelte paradoxe und provozierende Worte früherer Meister als Frage formuliert hat&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heinrich Dumoulin |Titel=Geschichte des Zen Buddhismus |Band=I |Auflage=2. |Verlag=Narr Francke Attempo |Ort=Tübingen |Datum=2019 |ISBN=978-3-7720-8514-7 |Seiten=249}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktion des Koan ==&lt;br /&gt;
Der Zen-Meister verwendet ein Kōan im persönlichen Gespräch ([[Dokusan]]) mit seinem Schüler, das im Anschluss an eine Sitzung im [[Zazen]] stattfindet. Frage und Reaktion finden also meist vor den Augen anderer Schüler statt, die daraus selbst lernen können. Das Ziel der Kōan-Praxis ist die [[Erkenntnis]] der [[Advaita|Nichtzweiheit]]. Die [[Illusion]], dass die Dinge sich unterscheiden und dass das [[Ich]] eine eigene, vom Rest abgegrenzte [[Existenz]] hätte, soll sich in der Übung mit dem Kōan auflösen. Der Zen-Schüler bekommt ein bestimmtes, zu seiner Reife passendes Kōan aufgetragen (z. B. das Kōan &#039;&#039;Mu:&#039;&#039; Ein Mönch fragte Joshu (chin. [[Zhaozhou Congshen|Zhaozhou]]): „Hat ein Hund die Buddha-Natur oder nicht?“ Joshu antwortete: „[[Mu (Philosophie)|Mu]]!“).&amp;lt;ref&amp;gt;Joshu (sein Name) Osho (Priester) chinami ni (jemand kommt zu ihm) so (Mönch) to (fragt) kushi (Hund) ni (nach, nach dem Hund) kaette (vielleicht) Bussho (Buddhanatur) ari ya (hat?) mata (oder) inai ya (hat nicht?) Joshu (Name) iwaku (antwortet) Mu (Nichts, die Leere, völlige Abwesenheit von allem)&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf dieses Kōan soll der so Befragte dem Meister im persönlichen Gespräch zeigen, dass er den wahren Gehalt des Kōans während der [[Meditation]] erfasst hat. Novizen und Mönche müssen eine Reihe von Kōans meistern. Um festzustellen, ob dies tatsächlich gelungen ist, wird dem Studierenden aufgegeben, eine Antwort oder auch eine andere Reaktion zu finden, die das im Kōan steckende Rätsel auflöst (&#039;&#039;Jakugo =&#039;&#039; die Diskussion abschließen, einen Kōan auflösen; chinesisch&#039;&#039;:&#039;&#039; 着 語 / 箸 語). Die schriftlichen oder mündlichen Kommentare des Zen-Meisters zu einem Kōan werden als Agyō &#039;&#039;(gewährte Worte)&#039;&#039; bezeichnet (japanisch:下 語&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Victor Sogen Hori |Titel=Zen Sand: The Book of Capping Phrases for Koan Practice |Sammelwerk=Zen Sand |Verlag=University of Hawaii Press |Datum=2003-02-28 |ISBN=978-0-8248-6567-2 |DOI=10.1515/9780824865672 |Online=https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9780824865672/html |Abruf=2023-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Wesentlich für das Kōan ist, dass es rational unlöslich ist und in den Bereich des Arationalen verweist. Das Kōan zwingt, die Bahn des rationalen Denkens zu verlassen und über die gewöhnliche Bewusstseinslage herauszuschreiten, um zu einer neuen unbekannten Dimension durchzustoßen. Diese Funktion ist allen Kōan gemeinsam, wie sehr sie im Übrigen inhaltlich und der literarischen Form nach verschieden sein mögen.&lt;br /&gt;
 |Autor=Heinrich Dumoulin&lt;br /&gt;
 |Quelle=Geschichte des Buddhismus, Bd. I (2019), S. 249&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Rinzai-Schule werden Ideen aufgegriffen, die sich bereits in den indischen Traditionen finden: Die existenziellen Probleme des Einzelnen sollen nicht durch heilige Texte ([[Sutra]]), religiöse Lehren, Riten und Traditionen oder gar philosophische Konzepte, sondern nur durch existenzielle Selbsterfahrung, also die Versenkung in das eigene ICH gelöst werden. Auch die Weisheitslehren selbst müssen infrage gestellt und zertrümmert werden, wenn sie der Selbsterkenntnis im Weg stehen. Diese »tiefe Befreiung« ([[Satori]] oder [[Erleuchtung (Buddhismus)|Erleuchtung]]) kann erst erreicht werden, wenn man erkennt, dass die [[Paradoxon|Paradoxa]] in den Fragen Metaphern für die Widersprüche der Welt sind. Sie können nicht in Harmonien aufgelöst werden (wie etwa [[Konfuzius]] lehrte). Jeder muss auf seine Weise lernen, sie zu ertragen und am Ende fähig werden, die Fragen selbst zu zerstören. In den einzelnen Zen-Schulen ist die Reihenfolge der zu meisternden Kōans samt zugehöriger Auflösung unterschiedlich. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich dieser „Lehrplan“ verfestigt. Als eine innere [[Erfahrung]] ist diese Realisierung nicht zu verwechseln mit einer [[verstand]]esmäßigen Erfassung des Problems. Es handelt sich nicht um eine [[Exegese|Auslegung]] des Kōans oder eine Erläuterung. Das geschieht gelegentlich im [[Teishō]]. Die individuelle [[Einsicht]] des Schülers würde auf den Laien oft noch sinnloser wirken als das Kōan selbst. Anhand der Reaktion des Schülers auf das Kōan kann der erfahrene Meister erkennen, ob der Schüler auf dem Weg des Zen Fortschritte macht, oder ob er in Illusion und Irrtum verharrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorläufer der Kōans waren berühmte Fragen und Antworten zwischen Schüler und Meister während der frühen [[Tang-Dynastie|Tang-]] und [[Song-Dynastie|Song-Zeit]], Fragmente einiger buddhistischer [[Sutra]]s, bedeutungsvolle Reden von [[Chan]]-Meistern und Anekdoten über diese Meister. Trotz ihrer vordergründigen Unvernünftigkeit und Sinnlosigkeit verfügen sie über einen historischen Kern, der auch intellektuell nachvollziehbar ist und Aspekte der Chan-Philosophie ausdrückt. Im Chan und Zen werden Kōans als [[Meditation]]sobjekte benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt fünf „Klassen“ von Kōans, die unterschiedliche Funktionen erfüllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Hosshin-Kōans (hosshin: jap. für Dharmakaya, [[Trikaya]]) sind Kōans, die dem Schüler zu einem Durchbruch zur erwachten Sicht verhelfen und ihm helfen, in der Welt des Wesens des Wahren, der [[Buddha-Natur]] (Bussho), heimisch zu werden. In den Hosshin-Kōans geht es um die Welt der „Nichtunterschiedenheit“ (nicht anhaften, nicht werten), doch darf der Schüler auf dieser Erfahrungsebene nicht stehen bleiben.&lt;br /&gt;
# Die Kikan-Kōans (kikan: jap. „Hilfsmittel, Werkzeug“) sollen das Vermögen des Schülers zur Unterscheidung in der Nichtunterschiedenheit schulen. Hier wird die Lehre des Nichtanhaftens und Nichtwertens intensiviert.&lt;br /&gt;
# Bei den Gonsen-Kōans (gonsen: jap. „Klärung der Worte“) geht es um den jenseits von lexikalischer Definition und begrifflicher „Repräsentation“ liegenden tiefsten Sinn und Gehalt der Aussprüche und Formulierungen der alten Meister. Es geht über die Begrifflichkeit [[Etymologie]] hinaus.&lt;br /&gt;
# Die Nanto-Kōans (nanto: jap. „schwer zu bestehen“) schließlich sind solche Kōans, die besonders schwer zu lösen sind.&lt;br /&gt;
# Hat der Schüler die verschiedenen Kōans der Klassen 1 bis 4 bewältigt, dann wird mit den Go-i, den fünf Graden (der Erleuchtung) sein Begreifen des Wahren noch einmal gründlich durchleuchtet und auf die Probe gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Erzählung|Verlauf]] und [[Pointe]]n dieser speziellen Anekdoten wirken auf den Laien meist vollkommen [[Paradoxon|paradox]], [[Verstehen|unverständlich]] oder [[Sinn (Semantik)|sinnlos]]. In der Folge kommt es manchmal zur fehlerhaften Übertragung des Begriffs &#039;&#039;Kōan&#039;&#039; auf andere unsinnige Kurzgeschichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Interpretation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bekannteste Kōan, das inzwischen auch im Westen Allgemeingut geworden ist, ist die Frage nach dem &#039;&#039;Geräusch einer einzelnen klatschenden Hand&#039;&#039; (&#039;&#039;Hakuins Sekishu&#039;&#039;, von Meister [[Hakuin Ekaku]]). Kōans lassen sich häufig durchaus mit [[Rationalität|rationalen]] Methoden [[Interpretation|interpretieren]]. Bei einigen Kōans wird erwartet, dass der [[Zen]]-Schüler durch Überlegung die richtige Lösung findet. Für die meisten Kōans werden alle [[Denken|verstandesmäßigen]] Lösungen des Kōans als falsch angesehen. Der eigentliche [[Bedeutung|Sinn]] dieser Kōans, ihre wesentliche Funktion, erschließt sich nur [[Intuition|intuitiv]], ohne [[Wort]]e. Zur Bedeutung von Kōans gibt es innerhalb des [[Rinzai-shū|Rinzai-Zen]] diverse Ansichten: Während etwa [[Daisetsu Teitaro Suzuki]] eine widersprüchlich wirkende [[Sokuhi]]-Logik heranzieht, behauptet [[Ruth Fuller-Sasaki]] die „Sinnfülle“ von Kōans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 18. Kōan des Mumonkan lautet beispielsweise (zitiert nach der Übersetzung von Koun Yamada, siehe Literaturhinweis):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ein Mönch fragte Tozan: ‚Was ist [[Buddha]]?‘ Tozan antwortete: Masagin ({{lang|ja|麻三斤}} – Drei Pfund Flachs).}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzugefügt sind ein Kommentar Mumons:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der alte Tozan erlernte ein wenig Muschel-Zen. Indem er die beiden Muschelhälften ein wenig öffnete, zeigte er seine Leber und seine Eingeweide. Das mag wohl so sein. Ihr jedoch sagt mir: Wo seht ihr den Tozan?}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sowie ein Vers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Masagin springt hervor!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Worte sind vertraut, noch vertrauter ist der Geist.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer über Falsch und Richtig spricht,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
ist ein Mensch des Falschen und Richtigen.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutlich wird hier die Auffassung des Zen, dass in den existenziellen Fragen Bezeichnungen und Konzepte nutzlos sind. In [[Selbstbezüglichkeit|selbstbezüglicher]] Weise gilt dies sogar für die Lehren des Buddhismus und des Zen selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sammlungen ==&lt;br /&gt;
Die bekanntesten – ursprünglich chinesischen – Kōan-Sammlungen sind das [[Hekiganroku|Bi-Yan-Lu]] (Hekiganroku – Die Niederschrift von der smaragdenen Felswand), zusammengestellt von Xuedou Zhongxian / Setchō Jūken und im Jahre 1128 mit Kommentaren versehen herausgegeben von Yuanwu Keqin / Engo Kokugon, das [[Shōyōroku|Congronglu]] (Shōyōroku – Das Buch des Gleichmuts), zusammengestellt von Hongzhi Zhengjue / Wanshi Shōgaku und im Jahr 1224 samt Kommentaren herausgegeben von Wansong Xingxiu / Banshō Gyōshu, das [[Wumenguan]] (Mumonkan – Die torlose Schranke), gesammelt von dem Zen-Meister [[Wumen Huikai]] / Mumon Ekai (1181–1260), Zen-Worte vom Wolkentor-Berg von [[Yunmen|Yúnmén Wényǎn]] (864–949)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yúnmén Wényǎn |Titel=Zen-Worte vom Wolkentorberg |Auflage=1. |Verlag=O.W.Barth |Ort=Bern, München |Datum=1994}}&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie das [[Shōbōgenzō]] (Der Schatz des wahren Dharma), geschrieben um 1233 von [[Dōgen|Dōgen Zenji]] (1200–1253).&amp;lt;ref&amp;gt;Dōgen Zenji: &#039;&#039;Shōbōgenzō. Der Schatz des wahren Dharma&#039;&#039;. Gesamtausgabe, Angkor Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-936018-58-5&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Bi Yän Lu.&#039;&#039; Übersetzt und erläutert von [[Wilhelm Gundert]]. 3 Bde. Hanser, München 1988, ISBN 3-446-14946-5.&lt;br /&gt;
* Kidô Chigu: &#039;&#039;Kidôgoroku. 100 Kôan.&#039;&#039; Angkor Verlag, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-936018-99-8. [https://drive.google.com/file/d/0B7mxGepKrr8IbFFTQWdPZFFkV0k/edit PDF]&lt;br /&gt;
* Thomas Cleary (Hrsg.): &#039;&#039;Der Mond scheint auf alle Türen. Zen-Aphorismen grosser Meister über die Kunst des Lebens aus innerer Freiheit.&#039;&#039; Barth, Bern 1992, ISBN 3-502-64111-0.&lt;br /&gt;
* Imai Fukuzan: &#039;&#039;Der Zen-Weg der Samurai (Shônan Kattôroku)&#039;&#039;.  Angkor Verlag, Frankfurt am Main 2010. E-Book (Kindle).&lt;br /&gt;
* Meister Hakuin: &#039;&#039;Authentisches Zen.&#039;&#039; Fischer, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-596-13333-5.&lt;br /&gt;
* [[Thich Nhat Hanh]]: &#039;&#039;Schlüssel zum Zen&#039;&#039;. 3. Auflage. Herder, Freiburg im Breisgau 2003, ISBN 3-451-05335-7.&lt;br /&gt;
* Sabine Hübner: &#039;&#039;Das Torlose Tor. Teisho über die 48 Kōan des Mumonkan.&#039;&#039; Kristkeitz, 2. Aufl. Heidelberg 2008, ISBN 978-3-932337-00-0.&lt;br /&gt;
* Keizan Jokin: &#039;&#039;Denkôroku. Die Weitergabe des Lichtes.&#039;&#039; Angkor Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-936018-08-0.&lt;br /&gt;
* Dietrich Roloff: &#039;&#039;CONG-RONG-LU – Aufzeichnungen aus der Klause der Gelassenheit. Die 100 Kôan des Shôyôroku.&#039;&#039; Windpferd Verlag 2008, ISBN 978-3-89385-571-1.&lt;br /&gt;
* [[Seung Sahn]]: &#039;&#039;Die ganze Welt ist eine einzige Blume. 365 Zen-Kōans für jeden Tag.&#039;&#039; Johannes Herrmann Verlag, Gießen 2008, ISBN 978-3-937983-13-4.&lt;br /&gt;
* Ernst Schwarz (Hrsg. und Übs.): &#039;&#039;Bi-yän-lu, Aufzeichnungen des Meisters vom Blauen Fels – Kōan Sammlung.&#039;&#039; Kösel, München 1999, ISBN 3-466-20443-7.&lt;br /&gt;
* Daisetz T. Suzuki: &#039;&#039;Das Zen-Kōan. Weg zur Erleuchtung.&#039;&#039; Herder, Freiburg i.Br. 1996, ISBN 3-451-04452-8.&lt;br /&gt;
* [[Janwillem van de Wetering]]: &#039;&#039;Das Kōan und andere Zen-Geschichten.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1996, ISBN 3-499-60270-9.&lt;br /&gt;
* Koun Yamada: &#039;&#039;Mumonkan.&#039;&#039; Kösel, München 1989, ISBN 3-466-20308-2.&lt;br /&gt;
* Zenrin R. Lewis (Hg.): &#039;&#039;Der Zen-Wald. Koan-Antworten aus dem Zenrin kushu.&#039;&#039; Chinesisch-Deutsch. ISBN 978-3-936018-28-8.&lt;br /&gt;
* S. Noma (Hrsg.): &#039;&#039;kōan&#039;&#039;. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S.&amp;amp;nbsp;800.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Haiku]]&lt;br /&gt;
* [[Rätsel]]&lt;br /&gt;
* [[Fangfrage]], [[Fangschluss]]&lt;br /&gt;
* [[Zen-Glossar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.raizen.org/koan.html Moderne Kōan-Sammlung]&lt;br /&gt;
* [http://www.ashidakim.com/zenkoans/zenindex.html Umfassende Sammlung von Kōans] (englisch)&lt;br /&gt;
* [http://www.ciolek.com/WWWVLPages/ZenPages/KoanStudy.html Kōan Studies] (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4203886-8|LCCN=sh85072751}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Koan}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarischer Begriff]]&lt;/div&gt;</summary>
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