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	<title>Demo Wiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-08T04:58:31Z</updated>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Rauschen_(Physik)&amp;diff=9381</id>
		<title>Rauschen (Physik)</title>
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		<updated>2024-07-16T14:04:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;132.231.141.109: /* Bildrauschen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Unter &#039;&#039;&#039;Rauschen&#039;&#039;&#039; (auch &#039;&#039;&#039;Untergrund&#039;&#039;&#039; genannt) versteht die [[Physik]] allgemein eine [[Störungstheorie|Störgröße]] mit breitem unspezifischem [[Frequenzspektrum]]. Es kann daher als eine [[Interferenz (Physik)|Überlagerung]] vieler harmonischer [[Schwingung]]en oder [[Welle]]n mit unterschiedlicher [[Amplitude]] und [[Frequenz]] beziehungsweise [[Wellenlänge]] interpretiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Übertragung von Nachrichtensignalen ist das Rauschen meistens die größte Störquelle. Die Rauschquellen treten dabei im gesamten Übertragungssystem, also im Sender, im Empfänger und auf dem Übertragungsweg auf. Man unterscheidet dabei zwischen der durch äußere und innere Rauschquellen erzeugten Rauschleistung. Die Qualität der Signale wird in der [[Nachrichtentechnik]] mit dem sogenannten [[Signal-Rausch-Verhältnis]] (Störabstand) angegeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders in der [[Analogsignal|analogen]] Audiotechnik, der [[Rundfunk]]- und der [[Funktechnik|funkbasierten Kommunikationstechnik]] wurden während der Entwicklungsgeschichte dieser Technologien im 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert teils große Anstrengungen unternommen, um effiziente [[Rauschunterdrückungsverfahren]] zu entwickeln. Durch den Siegeszug der – prinzipbedingt weitgehend rauschfreien – [[Digitaltechnik]] in der [[Kommunikationstechnik]] und der [[Unterhaltungselektronik]] haben solche Verfahren bei Geräten mit aktueller Technologie fast vollständig an Bedeutung verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungsgeschichte und physikalische Ursachen ==&lt;br /&gt;
Rauschen wurde als physikalisches Phänomen, nämlich als messbare unregelmäßige Stromschwankungen, erstmals [[1918]] durch [[Walter Schottky]] beschrieben ([[Annalen der Physik]] 57 (1918), 541). Macht man diese Stromschwankungen nach Verstärkung über einen Lautsprecher hörbar, so erklingt ein typisches Geräusch, das dem Phänomen auch den Namen gab. Inzwischen wird der Begriff „Rauschen“ entsprechend obenstehender Definition sehr viel allgemeiner verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Pionieren der experimentellen und theoretischen Untersuchung physikalischer Rauschprozesse gehören neben anderen [[John Bertrand Johnson]] (1887–1970), der zehn Jahre nach Schottkys Entdeckung das thermische Rauschen experimentell verifizierte und nach dem in der angelsächsischen Literatur das thermische Rauschen als [[Johnson-Rauschen]] benannt wird, und [[Harry Nyquist]], der ebenfalls zehn Jahre nach Schottkys erster [[Wissenschaftliche Veröffentlichung|Veröffentlichung]] eine Modellvorstellung der [[Spektrale Leistungsdichte|spektralen Leistungsdichte]] des thermischen Rauschens entwickelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Schottkys Veröffentlichung von 1918 wird auch eine andere wichtige physikalische Rauschursache beschrieben, das [[Schrotrauschen]]. 1925 findet J.&amp;amp;nbsp;B. Johnson bei einer Überprüfung von Schottkys Veröffentlichung das [[Funkelrauschen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seither ist eine Vielzahl anderer physikalischer Rauschphänomene entdeckt worden. Stellvertretend seien hier das Generations-Rekombinations-Rauschen in [[Halbleiter]]n und das [[Kosmischer Mikrowellenhintergrund|kosmische Hintergrundrauschen]] genannt. Letzteres wird von [[Radioastronomie|radioastronomischen]] Empfangseinrichtungen auch aus solchen Himmelsrichtungen empfangen, an denen sich keine bekannten kosmischen Objekte befinden. Es befindet sich also überall und kommt aus allen Richtungen. Nach heutigen Modellvorstellungen ist dieses Rauschen ein Überbleibsel des kosmischen [[Urknall]]s. Aus der Sicht des Radioastronomen kann Rauschen somit nicht nur als Störgröße wirken (wie z.&amp;amp;nbsp;B. das von der Empfangsanlage selbst erzeugte Rauschen), sondern auch z.&amp;amp;nbsp;B. als Hintergrundstrahlung eine Nutzgröße sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim [[Rauschthermometer]] wird ebenfalls Rauschen als Nutzgröße ausgewertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele physikalische Rauschphänomene sind auch heute noch Gegenstand intensiver Untersuchungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ursachen von [[Funkelrauschen|Funkel-]] oder [[1/f-Rauschen]] lassen sich klassisch nicht erklären. [[Quantenphysik|Quantentheoretisch]] ist eine einheitliche Darstellung möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schrotrauschen]] oder Poissonsches Schrotrauschen entsteht dadurch, dass einzelne Ladungsträger, deren Energie statistisch verteilt ist, eine [[Potential (Physik)|Potential]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;barriere überqueren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spektrale Leistungsdichte ==&lt;br /&gt;
Außer nach physikalischen Ursachen klassifiziert man Rauschen auch nach den Parametern der [[Stochastischer Prozess|stochastischen Prozesse]] oder nach messtechnisch erfassbaren Größen, die das Rauschen beschreiben. Zu Letzteren gehört beispielsweise die spektrale Leistungsdichte, das ist die Leistung pro (infinitesimal kleiner) Bandbreite. Sie ist im Allgemeinen von der [[Frequenz]] abhängig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[spektrale Leistungsdichte]] im weiteren Sinne oder die mathematische spektrale Leistungsdichte wird als [[Fourier-Transformation|Fouriertransformierte]] der [[Autokorrelationsfunktion]] eines stationären Zufallsprozesses gewonnen. (Beispiel: Autokorrelationsfunktion der [[Rauschspannung]] über einem [[Ohmscher Widerstand|ohmschen Widerstand]].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spektrale Leistungsdichte im engeren Sinne oder die physikalische spektrale Leistungsdichte wird als [[Fourier-Transformation|Fouriertransformierte]] der [[Kreuzkorrelation]]sfunktion zweier Zufallsprozesse gewonnen. Dabei muss die Kreuzkorrelationsfunktion beim Argument 0 eine physikalisch sinnvolle Leistung sein. (Beispiel: Kreuzkorrelationsfunktion aus Rauschstrom durch einen und Rauschspannung über einem ohmschen Widerstand.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rauschprozesse mit konstanter spektraler Rauschleistungsdichte im weiteren Sinne nennt man &#039;&#039;[[Weißes Rauschen (Physik)|weißes Rauschen]]&#039;&#039; in Analogie zum weißen Licht, das alle Frequenzen des sichtbaren Lichtes mit gleicher Leistung (Intensität) umfasst. In der Realität können Rauschprozesse mit konstanter spektraler Rauschleistungsdichte nicht existieren, da sie eine unendlich große Leistung transportieren müssten. Allerdings gibt es physikalische Rauschprozesse, deren spektrale Rauschleistungsdichte auch im engeren Sinne in einem bestimmten mehr oder weniger großen Frequenzband praktisch konstant sind. Der Einfachheit halber bezeichnet man diese Prozesse dann auch als &#039;&#039;weiß&#039;&#039;. Dazu gehört beispielsweise das [[Thermisches Rauschen|thermische Rauschen]] und das Schrotstromrauschen. Häufig kommt dieses &#039;&#039;quasi-weiße&#039;&#039; Rauschen dadurch zustande, dass von einem &#039;&#039;Gaußschen Rauschen&#039;&#039;, also einem Rauschen, bei dem die Amplituden der einzelnen Frequenzen [[Gauß-Verteilung|gaußverteilt]] sind, nur ein Ausschnitt betrachtet wird oder relevant ist, in dem die [[Amplitude]]n praktisch als [[Physikalische Konstante|konstant]] angesehen werden können. &#039;&#039;Weißes Rauschen&#039;&#039; ist nicht [[selbstähnlich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Rauschprozess mit einer spektralen Leistungsdichte, die in einem für die Praxis relevanten Frequenzbereich deutlich von einem konstanten Wert abweicht, nennt man „farbiges Rauschen“. Im Gegensatz zu „weißem Rauschen“ gibt es allerdings keine allgemein als verbindlich anerkannte Definition für verschiedene Typen farbiger Rauschleistungsspektren. So findet man beispielsweise die Bezeichnung „rosa Rauschen“ sowohl für Rauschen mit einer spektralen Rauschleistungsdichte, die umgekehrt proportional zur Frequenz abfällt, als auch für Rauschprozesse mit einer spektralen Rauschleistungsdichte, die umgekehrt proportional zum Quadrat der Frequenz abfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dieser Mehrdeutigkeit zu entgehen, wird in wissenschaftlichen Veröffentlichungen für Prozesse, deren spektrale Rauschleistungsdichte umgekehrt proportional zur Frequenz geht, der Begriff „[[1/f-Rauschen]]“ verwendet. Manchmal wird das [[1/f²-Rauschen]] in Unterscheidung zum „rosa Rauschen“ als „rotes Rauschen“ bezeichnet, da die Amplituden im niederfrequenten Bereich (beim roten Licht) höher sind. Dies entspräche in einem Lichtspektrum einer Verschiebung der Farbe ins Rote. Einige Quellen sprechen in diesem Zusammenhang auch von „[[Brownsche Bewegung|Brownschem]] Rauschen“, teilweise aus dem Englischen irrtümlich als „braunes Rauschen“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rauschquellen ==&lt;br /&gt;
Äußere Rauschquellen sind das &#039;&#039;[[Hintergrundrauschen]]&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Wärmerauschen&#039;&#039;) durch die Entstehung des [[Weltall]]s, &#039;&#039;Kosmisches Rauschen&#039;&#039;&amp;amp;nbsp;– vorwiegend von den [[Fixstern]]en des [[Milchstraße]]nsystems (nimmt mit etwa 1/f³ ab)&amp;amp;nbsp;–, &#039;&#039;Terrestrisches Rauschen&#039;&#039; wie atmosphärisches Wärmerauschen, [[Blitz]]entladungen, [[Funke (Entladung)|Zündfunken]], [[Bürstenfeuer]] an elektrischen Maschinen und durch Schaltvorgänge sowie &#039;&#039;Kontaktrauschen&#039;&#039; an Kontaktstellen zwischen [[Elektrischer Leiter|elektrischen Leitern]] und/oder [[Halbleiter]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Rauschquellen sind das &#039;&#039;[[Wärmerauschen]]&#039;&#039; (auch &#039;&#039;thermisches Rauschen&#039;&#039;, &#039;&#039;Widerstandsrauschen&#039;&#039; oder &#039;&#039;Johnson-Rauschen&#039;&#039;, &#039;&#039;Nyquist-Rauschen&#039;&#039; genannt) in [[Leiter (Physik)|Leitern]] sowie das &#039;&#039;Röhrenrauschen&#039;&#039; in [[Elektronenröhre]]n. Hier spielen ebenfalls das &#039;&#039;[[Schrotrauschen]]&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Schroteffekt&#039;&#039; oder &#039;&#039;Emissionsrauschen&#039;&#039;), das &#039;&#039;[[Elektrischer Strom|Stromverteilungsrauschen]]&#039;&#039;, das &#039;&#039;[[Influenz]]rauschen&#039;&#039;, das &#039;&#039;[[Ionisation]]srauschen&#039;&#039;, das &#039;&#039;[[Sekundäremission]]srauschen&#039;&#039;, das &#039;&#039;[[Isolationswiderstand|Isolationsrauschen]]&#039;&#039; und das &#039;&#039;[[Funkelrauschen]]&#039;&#039; eine Rolle. Zudem gibt es das &#039;&#039;[[1/f²-Rauschen]]&#039;&#039; bei der [[Brownsche Molekularbewegung|Brownschen Molekularbewegung]], das &#039;&#039;Barkhausen-Rauschen&#039;&#039; (siehe auch [[Barkhausen-Effekt]]) durch das Umklappen der [[Weiss-Bezirk]]e in [[Ferromagnetismus|Ferromagnetika]], das &#039;&#039;Generations-[[Rekombination (Physik)|Rekombinations]]-Rauschen&#039;&#039; in [[Halbleiter]]n und das &#039;&#039;[[Chrominanzrauschen]]&#039;&#039; (auch &#039;&#039;[[Farbrauschen]]&#039;&#039;) und &#039;&#039;[[Luminanzrauschen]]&#039;&#039; (auch &#039;&#039;[[Helligkeitsrauschen]]&#039;&#039;) bei [[Digitalbild|digitalen Bildern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erscheinungsformen ==&lt;br /&gt;
=== Übersichtstabelle ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
![[Wärmerauschen]]&lt;br /&gt;
[[Weißes Rauschen (Physik)|weißes Rauschen]]&lt;br /&gt;
![[1/f-Rauschen]]&lt;br /&gt;
rosa Rauschen&lt;br /&gt;
![[1/f²-Rauschen]]&lt;br /&gt;
rotes Rauschen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Eindimensionale Rauschsignale&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|[[Datei:White.noise.png|200px]]&lt;br /&gt;
|[[Datei:Pink.noise.png|200px]]&lt;br /&gt;
|[[Datei:Red.noise.png|200px]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Zweidimensionale&amp;lt;br /&amp;gt;farbige Rauschsignale&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|[[Datei:White.noise.col.png|200px]]&lt;br /&gt;
|[[Datei:Pink.noise.col.png|200px]]&lt;br /&gt;
|[[Datei:Red.noise.col.png|200px]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Zweidimensionale&amp;lt;br /&amp;gt;graustufige Rauschsignale&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|[[Datei:White.noise.b.w.png|200px]]&lt;br /&gt;
|[[Datei:Pink.noise.b.w.png|200px]]&lt;br /&gt;
|[[Datei:Red.noise.b.w.png|200px]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Hörbeispiele mono&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|[[Datei:White.Noise.ogg]]&lt;br /&gt;
|[[Datei:Pink.Noise.ogg]]&lt;br /&gt;
|[[Datei:Brownnoise.ogg]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:TV noise.jpg|mini]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildrauschen ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Bildrauschen}}&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;Bildrauschen&#039;&#039; in analogem [[Videotechnik|Video]] und [[Fernsehen]] ist ein zufälliges Pixelmuster, das angezeigt wird, wenn von der Antenne eines Fernsehgeräts oder -empfängers kein Signal empfangen wird. Das Muster sieht aus wie zufällig flackernde Punkte oder „Schnee“. Es entsteht dadurch, dass die Antenne [[Elektromagnetische Welle|elektromagnetische Schwingungen]] bzw. ein elektromagnetisches [[Grundrauschen]] auffängt. Meistens sieht man diesen Effekt auf Analogfernsehgeräten ohne eingestellten Kanal oder auf leeren [[Video Home System|VHS]]-Kassetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es existieren viele Quellen für elektromagnetische Schwingungen, die das charakteristische „Schnee“-Bild generieren. Sie können aus der Atmosphäre, von nahegelegenen Sendeantennen&amp;lt;ref name=&amp;quot;hdtvprimer&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.hdtvprimer.com/ANTENNAS/basics.html |text=&#039;&#039;Antenna basics&#039;&#039; |archive-is=20130125095003}} auf HDTV Primer.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder aus der [[Hintergrundstrahlung|kosmischen Mikrowellenhintergrundstrahlung]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.nasa.gov/vision/universe/starsgalaxies/cobe_background.html |wayback=20201224083352 |text=&#039;&#039;Background on the Background Explorer and the Science of John Mather.&#039;&#039; }} NASA.&amp;lt;/ref&amp;gt; stammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ohne Signalquellen in der Umgebung kann es zu Bildrauschen kommen, denn das Fernsehgerät selbst ist ebenfalls eine Rauschquelle. So können die verbauten Komponenten auch ein Rauschen erzeugen. Das meiste Rauschen rührt vom ersten Transistor unmittelbar hinter dem Antennenanschluss her.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hdtvprimer&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der [[Algorithmus|Algorithmen]], die für digitalen Fernsehempfang genutzt werden, ist das Bildrauschen hierbei weniger zufällig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher haben englische Fernsehzuschauer das Bildrauschen in Form schwarzer anstatt weißer Punkte gesehen. Der Grund hierfür lag in der verwendeten Modulationstechnik. Englische Sender nutzten eine positive Videomodulation, während andere Länder (und inzwischen auch England) negative Modulation verwendeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten modernen Fernsehgeräte zeigen kein Bildrauschen mehr an, sondern geben eine Farbfläche mit einer Meldung wie „Kein Signal“ oder Ähnliches aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Funk- und Tontechnik ===&lt;br /&gt;
In der [[Hochfrequenztechnik|Hochfrequenz-]], [[Messtechnik|Mess-]] und [[Nachrichtentechnik]] sowie der [[Akustik]] wird der Begriff [[Signal-Rausch-Verhältnis]] (SNR) verwendet. Das SNR diente zunächst als Bewertungszahl zur Beurteilung der Qualität eines [[Analogsignal|analogen]] Kommunikationspfades. Um die Information sicher aus dem Signal extrahieren zu können, muss sich das Nutzsignal deutlich vom Hintergrundrauschen abheben, das SNR muss also ausreichend groß sein. Das spielt zum Beispiel bei [[Tonaufnahme]]n eine große Rolle. Fällt das SNR, kann bei Digitalübertragungen von Ton oder Video die [[Bitfehlerrate]] steigen. Beim früheren [[Geschichte des Fernsehens#Farbfernsehsysteme|analogen Fernsehen]] führte ein zu geringes Eingangssignal am Antenneneingang, etwa durch Verdrehen der Fernseh-[[Hausantenne]] (meist [[Yagi-Uda-Antenne]]n) oder auch durch zu großen Abstand zu einem Fernseh-[[Sendeturm]], zu einem verrauschten Bild durch den zu geringen SNR.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Formfilter]]&lt;br /&gt;
* [[Maximum Length Sequence]]&lt;br /&gt;
* [[Rauschmaß]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* J. B. Johnson: &#039;&#039;The Schottky Effect In Low Frequency Circuits.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Phys. Rev.&#039;&#039; Band 26, 1925, S. 71–85, [[doi:10.1103/PhysRev.26.71]]&lt;br /&gt;
* J. B. Johnson: &#039;&#039;Thermal Agitation of Electricity in Conductors.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Phys. Rev.&#039;&#039; Band 32, 1928, S. 97–109, [[doi:10.1103/PhysRev.32.97]]&lt;br /&gt;
* H. Nyquist: &#039;&#039;Thermal Agitation of Electric Charge in Conductors.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Phys. Rev.&#039;&#039; Band 32, 1928, S. 110–113, [[doi:10.1103/PhysRev.32.110]]&lt;br /&gt;
* E. Pehl: &#039;&#039;Digitale und analoge Nachrichtenübertragung.&#039;&#039; Hüthig, Heidelberg 2001, ISBN 3-7785-2801-7.&lt;br /&gt;
* W. Schottky: &#039;&#039;Über spontane Stromschwankungen in verschiedenen Elektrizitätsleitern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Annalen der Physik&#039;&#039; 362, 1918, S. 541–567, [[doi:10.1002/andp.19183622304]]&lt;br /&gt;
* W. Schottky: &#039;&#039;Small-Shot Effect And Flicker Effect.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Phys. Rev.&#039;&#039; Band 28, 1926, S. 74–103, [[doi:10.1103/PhysRev.28.74]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[https://cdn.rohde-schwarz.com/hameg-archive/HAMEG_Rauschen.pdf Was ist Rauschen?]&#039;&#039; (PDF; 1,2&amp;amp;nbsp;MB)&lt;br /&gt;
* [http://www.sengpielaudio.com/Rechner-rauschen.htm Berechnen der Rauschspannung in Mikrovolt, sowie Rauschpegel in dBu und dBV bei Johnson- oder Nyquist-Rauschen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Elektrische Messtechnik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rauschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistische Physik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>132.231.141.109</name></author>
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		<title>Stabreim</title>
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		<updated>2024-05-03T13:46:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;132.231.141.109: /* Übrige Versmaße */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Weiterleitungshinweis|Anreim|Für den Niederschlag siehe [[Anraum]].}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stabreim&#039;&#039;&#039; ist der deutsche Begriff für die [[Alliteration]] in germanischen [[Versmaß]]en. Die am stärksten betonten Wörter eines [[Vers]]es werden durch gleiche Anfangslaute (Anlaute) hervorgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung Stabreim geht zurück auf [[Snorri Sturluson]] (1178–1241), den Verfasser der [[Snorra-Edda]] (Prosa-Edda oder auch Jüngere Edda); dort tritt [[Altnordisch|altnord.]] &#039;&#039;stafr&#039;&#039; (Stab, Pfeiler, Buchstabe, Laut) in der Bedeutung „Reimstab“ auf. Der deutsche Ausdruck Stabreim ist eine [[Lehnübersetzung]] aus dem [[Dänische Sprache|dänischen]] &#039;&#039;stavrim&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans-Peter Naumann]]: &#039;&#039;Skandinavisch/Deutsch.&#039;&#039; In: [[Werner Besch]] u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &#039;&#039;Sprachgeschichte. Ein Handbuch.&#039;&#039; 4. Teilband, Berlin u.&amp;amp;nbsp;a. 2004, S. 3282–3290, S. 3288.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesamte altgermanische Versdichtung verwendete den Stabreim, bis er durch den [[Endreim]] abgelöst wurde. Der Stabreim bildete die metrische Grundlage für die Versmaße &#039;&#039;[[Fornyrðislag]]&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Dróttkvætt]]&#039;&#039; sowie deren Urform, die germanische [[Langzeile]]. Bedeutende Werke in [[altenglisch]]er (&#039;&#039;[[Beowulf]]&#039;&#039;), [[altsächsisch]]er (&#039;&#039;[[Heliand]]&#039;&#039;), [[althochdeutsch]]er (&#039;&#039;[[Hildebrandslied]]&#039;&#039;) und [[altnordisch]]er Sprache (&#039;&#039;Lieder-[[Edda]]&#039;&#039;) sind in stabreimenden Langzeilen verfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der modernen Alltags[[rhetorik]] kommen stabreimartige Alliterationen häufig bei der Bildung von [[Phraseologie|phraseologischen]] [[Zwillingsformel]]n vor (z.&amp;amp;nbsp;B. &#039;&#039;frank und frei, klipp und klar, Leib und Leben&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundaufbau ==&lt;br /&gt;
Die Stabreimdichtung hat ihren Ursprung in mündlicher Rede. Der Übergang zwischen [[Prosa]] und Vers ist für sie deshalb, im Gegensatz zur heutigen deutlichen Trennung von Gedicht und normaler Rede, sehr einfach zu bewältigen. Der Stabreim setzt an den betonten Silben eines Satzes an und lässt sie alliterieren bzw. „staben“. Zeile 3 des &#039;&#039;[[Hildebrandslied]]es&#039;&#039; soll dies verdeutlichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &amp;quot;               &amp;quot;                &amp;quot;      &#039;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#CC0000&amp;quot;&amp;gt;h&amp;lt;/span&amp;gt;iltibrant enti &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#CC0000&amp;quot;&amp;gt;h&amp;lt;/span&amp;gt;aðubrant, untar &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#CC0000&amp;quot;&amp;gt;h&amp;lt;/span&amp;gt;eriun tuem      Hildebrand und Hadubrand, zwischen Heeren zweien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Satz gibt es vier Wörter, deren Anfang ein zeitgenössischer Redner besonders betont hätte (markiert durch &amp;quot; und &#039;). Drei der vier betonten Silben, auch Hebungen genannt, staben (markiert durch &amp;quot;). Der [[Konsonant]] &#039;&#039;h&#039;&#039; trägt den Stab. Der Redner verteilt die Stäbe nach festen Regeln auf den Anfang und das Ende einer Zeile, die sich aus Anvers, [[Zäsur]] und Abvers zusammensetzt. Es ergibt sich folgende Struktur:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#CC0000&amp;quot;&amp;gt;h&amp;lt;/span&amp;gt;iltibrant enti &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#CC0000&amp;quot;&amp;gt;h&amp;lt;/span&amp;gt;aðubrant,    untar &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#CC0000&amp;quot;&amp;gt;h&amp;lt;/span&amp;gt;eriun tuem&lt;br /&gt;
 &amp;amp;lt;---- Anvers -----------&amp;amp;gt;Zäsur&amp;amp;lt;---- Abvers ---&amp;amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während im Anvers ein bis zwei Stäbe vorkommen können, darf der Abvers nur einen Stab haben, der immer auf das erste der beiden betonten Wörter dieses Teilverses fallen muss. Das zweite betonte Wort bleibt immer stabfrei (im obigen Beispiel „tuem“). Da die Position des Stabes im Abvers immer gleich ist, nannte Snorri Sturluson ihn in seiner Snorra-Edda Hauptstab (hǫfuðstafr). Die Stäbe im Anvers nannte er Stützen (stuðlar), da es drei verschiedene Möglichkeiten gibt, sie zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Stabreims ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Guldhorn paulli.jpg|mini|350px|Das [[Goldhorn von Gallehus|Horn von Gallehus]] mit dem ältesten überlieferten Stabreimvers.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Stilmittel der [[Alliteration]] kommt u.&amp;amp;nbsp;a. auch in der [[keltisch]]en und (seltener) in der [[Latein|lateinischen Sprache]] vor, weswegen der Ursprung nicht ausschließlich im Altgermanischen zu suchen ist. Eine Erklärung für die Ausbreitung des Stabreims in voneinander weitgehend unabhängigen Sprachgebieten könnte in der jeweils typischen sprachlichen Akzentuierung liegen. Einer Sprache, die durch einen dynamischen Akzent oder Stammsilbenakzent gekennzeichnet ist, fällt der Anlautreim ganz natürlich zu. So entstehen auch heute in der [[Werbesprache]] noch hin und wieder Stabreime (z.&amp;amp;nbsp;B. „Geiz ist geil“), deren Ursprünge ebenfalls nicht in der altgermanischen Versbautradition liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den [[Germanen]] muss der Stabreim bereits vor 2000 Jahren tief verwurzelt gewesen sein. Aus dieser Zeit stammen jedenfalls die ersten antiken Quellen, die die germanische Sitte bezeugen, Verwandtennamen miteinander staben zu lassen. Beispiele dafür sind die drei [[Cherusker]] [[Segestes]], [[Segimundus]] und [[Segimer (Bruder des Segestes)|Segimerus]], von denen u. a. [[Publius Cornelius Tacitus|Tacitus]]&amp;lt;ref&amp;gt;Tacitus: &#039;&#039;[[Annales (Tacitus)|Annales]].&#039;&#039; 1, 55–59 und 71.&amp;lt;/ref&amp;gt;  berichtet. Aus dem &#039;&#039;[[Hildebrandslied]]&#039;&#039; sind Heribrand, [[Hildebrand]] und [[Hadubrand]] bekannt und aus dem &#039;&#039;[[Nibelungenlied]]&#039;&#039; die Brüder Gunther, Gernot und [[Giselher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stabreime in Runeninschriften ===&lt;br /&gt;
[[Runen]]inschriften mit Stabreimen (&#039;&#039;[[Runendichtung]]en&#039;&#039;) treten zahlenmäßig weit hinter die schriftlichen Quellen in lateinischer Schrift zurück. Es sind kaum mehr als 500&amp;lt;ref&amp;gt;H.-P. Naumann: &#039;&#039;Runendichtung.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Reallexikon der Germanischen Altertumskunde.&#039;&#039; Band 25, S. 512.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zeilen überliefert. Sie sind für die Forschung von besonderem Wert, da man nur durch sie etwas über die frühe Stabreimdichtung erfahren kann. Allgemein gilt die Runeninschrift auf dem [[Goldhorn von Gallehus]] (Dänemark um 400 n. Chr.) als ältester Beleg eines germanischen Stabreims. Die Inschrift gibt eine Langzeile mit vier Hebungen und drei Stäben wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:3em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
ek &#039;&#039;&#039;Hl&#039;&#039;&#039;éwagastiR &#039;&#039;&#039;H&#039;&#039;&#039;óltijaR : &#039;&#039;&#039;h&#039;&#039;&#039;órna táwido. (Ich HlewagastiR, Holts Sohn, fertigte das Horn.)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der früheste (und einzige) runische Beleg für einen Stabreim im südgermanischen Raum findet sich auf der [[Gürtelschnalle von Pforzen]] (6. Jh.). Allerdings muss man im Abvers die Runen „l“ und „t“ im vierten Wort als Binderune „el“ lesen, um eine vollständige Langzeile mit drei Stäben zu erhalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:3em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ái&#039;&#039;&#039;gil andi &#039;&#039;&#039;Áï&#039;&#039;&#039;lr&#039;&#039;ûn&#039;&#039; : &#039;&#039;&#039;é&#039;&#039;&#039;lah&#039;&#039;u&#039;&#039; gasók&#039;&#039;un&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Inschrift ist in der Forschung umstritten.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Heizmann und Astrid van Mahl (Hrsg.): &#039;&#039;Runica – Germanica – Mediaevalia.&#039;&#039; Ergänzungsbände zum Reallexikon der germanischen Altertumskunde, Band 37. Berlin/New York, Walter de Gruyter, 2003. S. 174&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Runologen&amp;lt;ref&amp;gt;Tineke Looijenga: [https://www.rug.nl/research/portal/publications/pub(3ca1edae-a58b-44c7-9048-0ebc4b000e4f).html &#039;&#039;Runes around the North Sea and on the Continent AD 150–700.&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; sehen in den Namen das mythische Liebespaar [[Egil (Bogenschütze)|Egil]] und Ölrún, von denen man im [[Völundarkviða|Wielandlied]] der &#039;&#039;Lieder-[[Edda]]&#039;&#039; und in der &#039;&#039;[[Thidrekssaga]]&#039;&#039; liest. Solche frühen Zeugnisse der [[Runendichtung]] sind jedoch selten. Zur Blüte gelangte sie erst zwischen dem 9. und 11. Jh. in Form der Nachrufgedichte auf [[Runenstein]]en. Oft werden in diesen die Regeln zum Versbau nicht so genau genommen, was aber als Anzeichen dafür gesehen wird, wie leicht der Stabreim aus der natürlichen Rede hervorgeht. In einigen der Inschriften kann man schon mehr oder weniger korrekt ausgeführte Versmaße erkennen: [[Runenstein von Rök|Stein von Rök]] (&#039;&#039;Fornyrðislag&#039;&#039;), [[Stein von Tune|Tunestein]] (&#039;&#039;Ljóðaháttr&#039;&#039;), [[Karlevistein|Stein von Karlevi]] (&#039;&#039;Dróttkvætt&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schriftliche Quellen ===&lt;br /&gt;
Da es im 8. Jh. n. Chr. vor allem Geistliche sind, die die Zeit und Befähigung haben, in lateinischer Schrift zu schreiben, ist ein großer Teil der ersten überlieferten Stabreimverse christlich orientiert. Man verwendete den Stabreim teilweise, um den Heiden das Christentum nahezubringen. So ist zum Beispiel der altsächsische &#039;&#039;[[Heliand]]&#039;&#039; eine als [[Heldenlied]] gestaltete Erzählung von Jesus Christus. Heidnischen Werken wurde wenig Priorität zugemessen, oft ist ihre Überlieferung nur glücklichen Umständen zu verdanken. Das für die [[althochdeutsche Literatur]] bedeutende &#039;&#039;[[Hildebrandslied]]&#039;&#039; wurde beispielsweise auf die erste und letzte Seite eines geistlichen [[Codex]] geschrieben. Da der Platz nicht ausreichte, blieb das Lied unvollständig. Die ca. 63.000&amp;lt;ref&amp;gt;K. von See: &#039;&#039;Germ. Verskunst&#039;&#039; S. 1&amp;lt;/ref&amp;gt; Zeilen umfassende stabreimende Dichtung verteilt sich deshalb sehr unterschiedlich auf die germanischen Sprachen. Aus England und Skandinavien, wo sich die Geistlichkeit mehr als in Deutschland auf den Stabreim einließ, ist auch mehr überliefert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!Sprache || Zeilenanzahl || Hauptversmaß || Werke&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Althochdeutsch || 200 || Langzeile || &#039;&#039;[[Hildebrandslied]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Muspilli]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Merseburger Zaubersprüche]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Altsächsisch || 6000 || Langzeile || &#039;&#039;[[Heliand]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Altsächsische Genesis]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Altenglisch || 30.000 || Langzeile || &#039;&#039;[[Beowulf]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[The Battle of Maldon]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Altnordisch || 7000 || Fornyrðislag || &#039;&#039;Lieder-[[Edda]]&#039;&#039; (z.&amp;amp;nbsp;B. &#039;&#039;[[Völuspá]]&#039;&#039;, &#039;&#039;Sigrdrífumál&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Altnordisch || 20.000 || Dróttkvætt || Skaldendichtung (z.&amp;amp;nbsp;B. &#039;&#039;[[Ynglingatal]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Ragnarsdrápa]]&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stabreim wurde für viele unterschiedliche Textarten verwendet. Es finden sich religiöse Texte heidnischen Glaubens (Götterlieder, Zaubersprüche) neben denen des christlichen (Gebete, Übertragungen der Genesis oder der Bergpredigt, Buchepik) und auch den weltlichen Bereich deckte man breitflächig ab (Heldenlieder und Epen, Gedichte, Grabinschriften). Der Stabreimvers lässt sich daher nicht auf einen speziellen Anwendungsbereich einschränken. Er ist stilisierte, nachdrücklich gesteigerte Prosarede, die man verwendete, wo man seinen Worten besonderes Gewicht verleihen wollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verfall ===&lt;br /&gt;
Die altdeutsche Stabreimdichtung löste sich im Laufe des 9.&amp;amp;nbsp;Jh. als erstes auf. Von den vier [[althochdeutsch]]en und zwei [[altsächsisch]]en Werken, die überhaupt im Stabreim überliefert wurden, stützen sich nur zwei (das &#039;&#039;Hildebrandslied&#039;&#039; und die &#039;&#039;Merseburger Zaubersprüche&#039;&#039;) auf eine mündliche Tradition. Die restlichen sind neu und deshalb anfällig für neue Einflüsse. Deshalb mag es nicht verwundern, wenn sich der Endreim mit dem &#039;&#039;Evangelienbuch&#039;&#039; des [[Otfrid von Weißenburg]] in Deutschland durchsetzte und bis heute blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war aber nicht nur ein Umschwung von heidnischer zu christlicher Tradition, die den Stabreim gefährdete. Auch sprachliche Gründe haben eine Rolle gespielt. So behielt das [[Althochdeutsch]]e viele kurze betonte Silben, die in anderen germanischen Dialekten zu unbetonten Silben geschwächt wurden (vgl. altnord. &#039;&#039;haukr&#039;&#039; und ahd. &#039;&#039;habuh&#039;&#039;). Das Althochdeutsche bewahrte die Länge, wo andere Dialekte kürzten, und geriet damit in Konflikt mit den metrischen Erfordernissen des Stabreims.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Skandinavien und England hielt sich die Stabreimdichtung bedeutend länger. In England wurde er von der Geistlichkeit bis ins 11.&amp;amp;nbsp;Jh. verwendet, um biblische Geschichten nachzuerzählen (altenglische Buchepik). Diese Tradition brach schließlich ziemlich genau mit dem Ende der skandinavischen Herrschaft in England (1066, [[Schlacht bei Hastings]]) ab. Die letzten regeltreuen Verse stammen aus einer Chronik des Jahres 1065. Es gab jedoch noch im 14.&amp;amp;nbsp;Jh. Werke wie &#039;&#039;[[Piers Plowman]]&#039;&#039;, die stabreimend waren, wenn auch nicht mehr regeltreu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 13.&amp;amp;nbsp;Jh. öffnete sich auch Skandinavien endgültig dem Endreim. Es dauerte nicht lange, bis der Stabreim nur noch in festen Formeln oder in bewusst altertümelnder Absicht verwendet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:3em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Og vil du ikke danse hos mig,&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;S&#039;&#039;&#039;ót og &#039;&#039;&#039;S&#039;&#039;&#039;ýgdom skal følge dig!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur in Island gelang dem Stabreim der Sprung in die Neuzeit. Man verband ihn, zusammen mit anderen [[skaldisch]]en Elementen wie den &#039;&#039;[[Kenning]]en&#039;&#039; oder der Silbenzählung, mit dem Endreim und dem alternierenden Rhythmus. Das Produkt waren die [[Ríma|Rímur]] (Reime), welche in der volkstümlichen Dichtung bis ins 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert lebten und heute im Verschwinden begriffen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:3em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V&#039;&#039;&#039;orið eg að &#039;&#039;&#039;v&#039;&#039;&#039;ini kýs,&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;v&#039;&#039;&#039;erður nótt að degi,&lt;br /&gt;
þegar &#039;&#039;&#039;g&#039;&#039;&#039;lóærð &#039;&#039;&#039;g&#039;&#039;&#039;eisladís&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;g&#039;&#039;&#039;engur norðurvegi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(&#039;&#039;Wörtlich übersetzt:&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
Frühling ich zum Freunde wähl,&lt;br /&gt;
es wird Nacht zum Tage,&lt;br /&gt;
wenn die gluthaarige Sonnengöttin&lt;br /&gt;
geht Nordwege. (&#039;&#039;Gemeint: die Sonne&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(&#039;&#039;Unter Nachbildung des Stab- und Endreims sinngemäß nachgedichtet:&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;L&#039;&#039;&#039;enz ich mir zum &#039;&#039;&#039;L&#039;&#039;&#039;iebling kiese,&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;L&#039;&#039;&#039;icht ist es geworden,&lt;br /&gt;
Wenn der &#039;&#039;&#039;v&#039;&#039;&#039;olle &#039;&#039;&#039;F&#039;&#039;&#039;euerriese&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;F&#039;&#039;&#039;ährt den Weg nach Norden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachleben und Wiederbelebung ===&lt;br /&gt;
Reste des Stabreims überlebten besonders dort, wo sich die Sprache nicht oft änderte – also in Sprichwörtern, Formeln, [[Hausinschrift#Inschriften im Stabreim|Hausinschriften]] oder der Sprache im Rechtsgebrauch. Allerdings war es vielmehr als der Stabreim selbst der Hang zur altertümelnden [[Alliteration]], der überlebte, weil man ohne die Einbindung in einen Vers nicht von einem Stabreim sprechen kann. Die Alliteration jedoch, die einen Stabreimvers bestimmt, lässt sich noch in vielen [[Zwillingsformel]]n nachvollziehen. Sie lassen sich in jeder germanischen Sprache finden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!Sprache || Formel || Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Dänisch || folk og fæ || Volk und Vieh (vgl. Mann und Maus)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Deutsch || [[Kind und Kegel]] ||  im Sinne von: gesamte Nachkommenschaft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Englisch || friend or foe || Freund oder Feind&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isländisch || hús og heim || Haus und Heim&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Niederländisch || huis en haard || Haus und Herd (vgl. Haus und Hof)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Norwegisch || hus og hem || Haus und Heim (vgl. Haus und Hof)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Schwedisch || liv och lem || Leben und Glied (vgl. Leib und Leben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert entdeckten Dichter und Gelehrte den Stabreim wieder. Der Komponist [[Richard Wagner]] verwendet ihn in seinen Werken, doch aus Unwissenheit oder künstlerischer Freiheit lässt er der Alliteration so freien Lauf, dass er doppelte und sogar dreifache Stäbe nicht nur im Anvers, sondern auch im Abvers zulässt, was dem ursprünglichen Versbau stark widerspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:3em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer so die Wehrlose weckt, dem ward, erwacht, sie zum Weib!&lt;br /&gt;
:::::::::::::::(&#039;&#039;[[Die Walküre|Walküre]]&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch [[J. R. R. Tolkien]] belebte in seinen Werken den Stabreim wieder. In dem Roman &#039;&#039;[[Der Herr der Ringe]]&#039;&#039; ist es das Volk der Rohirrim, dem er stabreimende Verse in den Mund legt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:3em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Arise now, arise, Riders of Théoden!&lt;br /&gt;
Dire deeds awake, dark is it eastward.&lt;br /&gt;
Let horse be bridled, horn be sounded!&lt;br /&gt;
Forth Eorlingas!&lt;br /&gt;
:::::::::(&#039;&#039;The Two Towers&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lautliche Beschaffenheit ==&lt;br /&gt;
Der Stabreim erfasst die am stärksten betonten Wörter eines Satzes und lässt den ersten Laut ihrer Wurzelsilben miteinander staben. Es trifft in der Regel [[Konsonant]]en (&#039;&#039;konsonantischer Stabreim&#039;&#039;), wobei die Konsonantenpaare sc/sk, sp und st jeweils als eine Einheit betrachtet werden. Sie staben also nur mit sich selbst und nicht mit einem einzelnen „s“ oder anderen Zusammensetzungen. Eine weitere Besonderheit ist, dass alle [[Vokale]] untereinander staben (&#039;&#039;vokalischer Stabreim&#039;&#039;), wie Zeile 33 aus dem &#039;&#039;[[Beowulf]]&#039;&#039; zeigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:3em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;i&#039;&#039;&#039;sig ond &#039;&#039;&#039;u&#039;&#039;&#039;tfus, &#039;&#039;&#039;æ&#039;&#039;&#039;þelinges fær (eisig und auslaufbereit, des Edlen Gefährt)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vokalische Stabreim, der mit normaler [[Alliteration]] nicht mehr viel zu tun hat, wird oft mit einem Knacklaut (&#039;&#039;[[Stimmloser glottaler Plosiv|Glottisschlag]]&#039;&#039;) erklärt, der dem gesprochenen Vokal vorangeht. Demnach wäre auch der vokalische Stabreim ein konsonantischer Stabreim, bei dem der Knacklaut stabt. Den Knacklaut gibt es heute noch im Deutschen und Dänischen. Seine frühere Existenz im Germanischen ist zweifelhaft. Der vokalische Stabreim wurde in der Dichtung oft verwendet. Man bevorzugte sogar die Kombination ungleicher Vokale gegenüber gleichen Vokalen. Für den konsonantischen Stabreim lässt sich dieselbe Vorliebe zur Variation nachweisen. Man bevorzugte hinter dem stabenden Konsonant ungleiche gegenüber gleichen Vokalen.&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Stimmloser glottaler Plosiv#Sprachgeschichte}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stabreimende Versmaße ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die germanische Langzeile ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Langzeile}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Langzeile ist der ursprünglichste der germanischen Stabreimverse und Vorlage für alle späteren [[eddisch]]en und [[skaldisch]]en Versmaße. Ob sie selbst eine Vorlage gehabt hat, ist unbekannt – aufgrund ihrer Nähe zur Prosarede bedarf es einer solchen jedoch nicht unbedingt. Die Langzeile zeichnet sich durch folgende, im Grundaufbau bereits beschriebene, Regeln aus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* eine Langzeile besteht aus zwei Halbzeilen (An- und Abvers), getrennt durch die Zäsur&lt;br /&gt;
* pro Halbzeile zwei betonte Wörter (Hebungen)&lt;br /&gt;
* im Anvers stabt das erste oder das zweite betonte Wort oder beide zusammen&lt;br /&gt;
* im Abvers stabt immer das erste betonte Wort, das zweite nie&lt;br /&gt;
* die Anzahl der unbetonten Wörter im Ab- und Anvers ist beliebig&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kommt eine unterschiedliche Gewichtung der [[Wortart|Wortklassen]] bei der Verteilung der Stäbe. Da das Germanische eine ausgeprägte Nominalsprache ist, werden [[Nomina]] (Substantive, Adjektive etc.) auch öfter betont und gegenüber den [[Verb]]en bevorzugt mit Stäben versehen. Die meist unbetonten Formwörter (Pronomen, Hilfsverben, Konjunktionen etc.) tragen nur in seltenen Ausnahmefällen den Stab. Die Reihenfolge Nomina→Verba→Formwörter ergibt sich also aus den natürlichen Tonverhältnissen der germanischen Sprachen. Die Langzeile passte sich immer den gerade gültigen Sprachverhältnissen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fornyrðislag ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Fornyrðislag}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;Fornyrðislag&#039;&#039; steht von allen nordischen Versmaßen der Langzeile am nächsten. Der Name selbst, am ehesten übersetzt als „Altredeton“, weist schon auf ein hohes Alter dieses Vermaßes hin. Es kommt fast nur in den Helden- und Götterliedern der &#039;&#039;[[Edda]]&#039;&#039; vor und unterscheidet sich von der Langzeile vor allem durch seine strophische Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:3em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Á&#039;&#039;&#039;r var &#039;&#039;&#039;a&#039;&#039;&#039;lda, þar er &#039;&#039;&#039;Ý&#039;&#039;&#039;mir bygði,&lt;br /&gt;
vara &#039;&#039;&#039;s&#039;&#039;&#039;andr né &#039;&#039;&#039;s&#039;&#039;&#039;ær, né &#039;&#039;&#039;s&#039;&#039;&#039;valar unnir,&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;j&#039;&#039;&#039;örð fannsk &#039;&#039;&#039;æ&#039;&#039;&#039;va, né &#039;&#039;&#039;u&#039;&#039;&#039;pphiminn,&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;g&#039;&#039;&#039;ap var &#039;&#039;&#039;g&#039;&#039;&#039;innunga, en &#039;&#039;&#039;g&#039;&#039;&#039;ras hvergi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früh war’s der Zeiten, da Ymir lebte,&lt;br /&gt;
war nicht Sand noch See, noch kühle Wogen,&lt;br /&gt;
Erde gab es nicht, noch Obenhimmel,&lt;br /&gt;
der Schlund des Weltraums war, und Gras nirgends.&lt;br /&gt;
:::::::::(Völuspá, 3)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Beispiel zeigt den Unterschied zwischen Satzgliederung und Langzeilengliederung im &#039;&#039;Fornyrðislag&#039;&#039;. In den frühsten germanischen Langzeilen war eine Zeile meist auch ein vollständiger Satz (vgl. &#039;&#039;Zweiter Merseburger Zauberspruch&#039;&#039;, Gallehus-Inschrift). In der epischen Langzeilendichtung (z.&amp;amp;nbsp;B. &#039;&#039;[[Beowulf]]&#039;&#039;) geht der Satz meist über zwei Zeilen. Im &#039;&#039;Fornyrðislag&#039;&#039; sind Sätze über vier Zeilen keine Seltenheit. Oft geht man sogar noch darüber hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ljóðaháttr ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Ljóðaháttr}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überall wo in der &#039;&#039;[[Edda]]&#039;&#039; Spruch- und Merkdichtung vorkommt, z.&amp;amp;nbsp;B. im &#039;&#039;Hávamál&#039;&#039;, finden wir das &#039;&#039;Ljóðaháttr&#039;&#039;-Versmaß. Übersetzt bedeutet &#039;&#039;Ljóðaháttr&#039;&#039; in etwa „Strophenvers“. Der wesentliche Unterschied zur Langzeile besteht in der strophischen Form, die jeweils eine Langzeile und eine Vollzeile, d.&amp;amp;nbsp;h. eine zäsurlose Zeile, die in sich stabt, kombiniert. Zwei oder mehr dieser Paare (Langzeile+Vollzeile) ergeben eine Strophe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:3em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hj&#039;&#039;&#039;arðir þat vitu, nær þær &#039;&#039;&#039;h&#039;&#039;&#039;eim skulu&lt;br /&gt;
ok &#039;&#039;&#039;g&#039;&#039;&#039;anga þá af &#039;&#039;&#039;g&#039;&#039;&#039;rasi;&lt;br /&gt;
en &#039;&#039;&#039;ó&#039;&#039;&#039;sviðr maðr, kann &#039;&#039;&#039;æ&#039;&#039;&#039;vagi&lt;br /&gt;
síns of &#039;&#039;&#039;m&#039;&#039;&#039;ál &#039;&#039;&#039;m&#039;&#039;&#039;aga.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herden wissen’s, wann sie heim müssen,&lt;br /&gt;
und gehen dann vom Gras;&lt;br /&gt;
aber der unkluge Mann, kennt niemals&lt;br /&gt;
seines Magens Maß.&lt;br /&gt;
:::::::::(&#039;&#039;Hávamál&#039;&#039;, 21)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Krause&amp;quot;&amp;gt;Übersetzung: Arnulf Krause: &#039;&#039;Die Götterlieder der Älteren Edda&#039;&#039;, Reclam  Stuttgart 2006&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie auch das &#039;&#039;Fornyrðislag&#039;&#039; zeigt der &#039;&#039;Ljóðaháttr&#039;&#039; die typisch nordische Reduzierung der Gesamtsilbenanzahl, die die An- und Abverse teilweise bis zur Zweisilbigkeit zusammenschrumpfen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:3em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Deyr &#039;&#039;&#039;f&#039;&#039;&#039;é, deyja &#039;&#039;&#039;f&#039;&#039;&#039;rændr,&lt;br /&gt;
deyr &#039;&#039;&#039;sj&#039;&#039;&#039;alfr it &#039;&#039;&#039;s&#039;&#039;&#039;ama,&lt;br /&gt;
en &#039;&#039;&#039;o&#039;&#039;&#039;rðstírr, deyr &#039;&#039;&#039;a&#039;&#039;&#039;ldregi&lt;br /&gt;
hveim er sér &#039;&#039;&#039;g&#039;&#039;&#039;óðan &#039;&#039;&#039;g&#039;&#039;&#039;etr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vieh stirbt, Verwandte sterben,&lt;br /&gt;
man selbst stirbt ebenso;&lt;br /&gt;
aber der Ruf stirbt niemals dem,&lt;br /&gt;
der sich guten erwirbt.&lt;br /&gt;
:::::::::(&#039;&#039;Hávamál&#039;&#039;, 76)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Krause&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dróttkvætt ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Dróttkvætt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hauptversmaß der skaldischen Dichtung (mit einem Anteil von über 80 % an allen 20.000 Zeilen) ist das &#039;&#039;Dróttkvætt&#039;&#039; (der „Hofton“). Der Aufbau dieses Versmaßes ist verhältnismäßig kompliziert. Im Grunde besteht es aus zwei stabreimenden Langzeilen, die zusammen eine Strophe bilden. Das &#039;&#039;Dróttkvætt&#039;&#039; fügt jedoch einige strenge Regeln hinzu oder verschärft die schon bestehenden.&lt;br /&gt;
* jeder [[Halbvers]] muss neben dem Stabreim einen Binnenreim enthalten, der Versanfang und Versende verbindet&lt;br /&gt;
* jeder Halbvers muss aus genau sechs Silben bestehen&lt;br /&gt;
* im Anvers sind einzelne Stäbe verboten, es müssen immer beide betonten Wörter staben&lt;br /&gt;
* das erste Wort des Abverses muss immer staben (in der Langzeile konnten unbetonte Wörter vor dem ersten Stab stehen)&lt;br /&gt;
* jeder Halbvers muss einen &#039;&#039;[[Trochäus|trochäischen]]&#039;&#039; [[Versschluss]] haben, d.&amp;amp;nbsp;h., der Vers endet mit einem zweisilbigen Wort, dessen Versfuß fallend ist ({{Vers|/-}}).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Beispiel aus der zweiten Strophe der &#039;&#039;Lausavísur&#039;&#039; des [[Skalde]]n [[Sigvat Tordsson|Sigvatr Þórðarson]] sind die Stabreime fett und die Binnenreime rot markiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:3em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hl&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#CC0000&amp;quot;&amp;gt;ýð&amp;lt;/span&amp;gt; &#039;&#039;&#039;m&#039;&#039;&#039;ínum brag, / &#039;&#039;&#039;m&#039;&#039;&#039;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#CC0000&amp;quot;&amp;gt;eið&amp;lt;/span&amp;gt;ir&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;m&#039;&#039;&#039;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#CC0000&amp;quot;&amp;gt;yrk&amp;lt;/span&amp;gt;blás, / þvít kank &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#CC0000&amp;quot;&amp;gt;yrk&amp;lt;/span&amp;gt;ja,&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;a&#039;&#039;&#039;llt&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#CC0000&amp;quot;&amp;gt;íg&amp;lt;/span&amp;gt;inn / – mátt &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#CC0000&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;ei&#039;&#039;&#039;g&amp;lt;/span&amp;gt;a&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;ei&#039;&#039;&#039;tt sk&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#CC0000&amp;quot;&amp;gt;ald&amp;lt;/span&amp;gt; – / drasils tj&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#CC0000&amp;quot;&amp;gt;ald&amp;lt;/span&amp;gt;a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Lausche meinem Gedicht, vornehmer Vernichter des dunkelschwarzen Zeltpferdes [d.&amp;amp;nbsp;h. des Schiffes], denn ich kann dichten&amp;amp;nbsp;– du musst einen Skalden besitzen.)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schrägstrich „/“ innerhalb der Halbverse markiert eine kleine Pause (nicht zu verwechseln mit der &#039;&#039;Zäsur&#039;&#039;, die An- und Abverse trennt), die die Skalden einfügen, damit der Hörer die teilweise ineinander verschlungenen Inhalte heraushören kann. Wörtlich übersetzt klänge die Strophe nämlich so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:3em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lausche meinem Gedicht, / vornehmer&lt;br /&gt;
des dunkelschwarzen, / denn ich kann dichten,&lt;br /&gt;
Vernichter / – (du) musst besitzen&lt;br /&gt;
einen Skalden – / Zeltpferdes&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übrige Versmaße ===&lt;br /&gt;
Es gibt eine ganze Reihe weiterer Versmaße im [[skaldisch]]en Gebrauch. [[Snorri Sturluson|Snorri]] zählt im &#039;&#039;Háttatal&#039;&#039; seiner &#039;&#039;[[Snorra-Edda|Prosa-Edda]]&#039;&#039; verschiedene Typen auf und nennt Beispielstrophen. Erwähnenswert sind hier vor allem die Versmaße &#039;&#039;[[Kviðuháttr]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Tøglag]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Haðarlag]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Runhent]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Hrynhent]]&#039;&#039; (alle skaldisch), sowie zwei weitere [[eddisch]]e Versmaße, &#039;&#039;[[Málaháttr]]&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Galdralag]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
Einige dieser Versmaße erfüllen einen bestimmten Zweck. So ist das &#039;&#039;[[Kviðuháttr]]&#039;&#039; wohl für die [[Genealogie|genealogische]] Merkdichtung entwickelt worden (z.&amp;amp;nbsp;B. für die Auflistung von Königen eines bestimmten Geschlechts), während man das &#039;&#039;[[Galdralag]]&#039;&#039;, mit seinen Wiederholungen, für Zaubersprüche verwendete (vgl. &#039;&#039;[[Háttatal]]&#039;&#039; 101 u. &#039;&#039;[[Merseburger Zaubersprüche|Zweiter Merseburger Zauberspruch]]&#039;&#039;). Die anderen Versmaße sind entweder komplizierte Varianten von &#039;&#039;[[Dróttkvætt]]&#039;&#039; (&#039;&#039;[[Tøglag]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Haðarlag]]&#039;&#039;) oder &#039;&#039;[[Fornyrðislag]]&#039;&#039; (&#039;&#039;[[Málaháttr]]&#039;&#039;) oder nähern sich dem christlichen Gebrauch an, durch  Einbindung des Endreims (&#039;&#039;[[Runhent]]&#039;&#039;) oder speziellen Rhythmus (&#039;&#039;[[Hrynhent]]&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Germanische Dichtung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Klaus von See: &#039;&#039;Germanische Verskunst&#039;&#039;; Sammlung Metzler M 67; Stuttgart (1967)&lt;br /&gt;
* [[Edith Marold]]: &#039;&#039;Stabreim&#039;&#039;, &#039;&#039;Fornyrðislag&#039;&#039;, &#039;&#039;Ljóðaháttr&#039;&#039;, &#039;&#039;Dróttkvætt&#039;&#039;.  In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Bd. 6, 9, 18, 29. (2. Aufl.) Berlin, New York 1986–2005.&lt;br /&gt;
* H.-P. Naumann: &#039;&#039;Runendichtung&#039;&#039;. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Bd. 25. (2. Aufl.) Berlin, New York 2003.&lt;br /&gt;
* W. Hoffmann: &#039;&#039;Altdeutsche Metrik&#039;&#039;. 2., überarb. und ergänzte Aufl. Stuttgart: Metzler 1981. (Sammlung Metzler, M 64).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4077792-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprache (Germanen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Germanische Dichtung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Altnordische Dichtung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reim]]&lt;/div&gt;</summary>
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